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Transkript:

Investitionsmanagement - Vorlesung 2 am 08.11.2016 - Laura Gerke-Teufel, M.A., LL.M. - 1 -

Inhaltsverzeichnis 2 Objekte des Investitionsmanagements 2.1 Materielle und immaterielle Güter (Aktiva) 2.2 Unternehmungen 2.3 Unternehmerische Strategiealternativen 3 Methoden des Investitionsmanagements bei Sicherheit und Existenz eines vollkommenen Kapitalmarkts 3.1 Überblick über Verfahren des Investitionsmanagements 3.2 Einperiodige, isolierte Auswahlentscheidungen 3.3 Statische Investitionsrechenverfahren als Vereinfachung 3.4 Klassische dynamische Investitionsrechenverfahren - 2 -

2 Objekte des Investitionsmanagements - 3 -

2.1 Materielle und immaterielle Güter (Aktiva) - 4 -

Erfolgswirksame & erfolgsunwirksame Buchungen: Bei der erfolgsneutralen Buchung werden lediglich Bilanzkonten angesprochen. Dies hat auf die Gewinn- und Verlustrechnung und somit auf den Erfolg des Unternehmens keinen Einfluss. Die Buchung einer erfolgswirksamen Buchung erscheint auch in der Gewinn- & Verlustrechnung. Sie können sowohl zu einem Gewinn als auch zu einem Verlust führen. Ø Beeinflussen den Erfolg des Unternehmens Ø Abschreibungen zählen zu diesen Erfolgskonten Investitionsausgaben sind im Investitionszeitpunkt finanzwirksam, erfolgswirksam sind sie erst in den folgenden Perioden der Nutzungsdauer Wenn keine Abschreibung stattfindet, ist die Investition erfolgsunwirksam. - 5 -

Güter als Objekte des Investitionsmanagements nicht abschreibbar (Erfolgsunwirksam) Bsp. Grundstück Erscheint nur in der Bilanz (Keine Abnutzung, keine Wertminderung, keine Abschreibung) Materielle Güter abschreibbar (Erfolgswirksam) Bsp. Maschine Erscheinen auch in der Gewinn- &Verlustrechnung Normale Sachinvestition (Wertverlust >Abnutzbar) Immaterielle Güter nicht aktivierbar (nicht bilanzierbar) Bsp. Ausbildung, Prozessoptimierung, Kundenlisten zeitlich unbeschränkt nutzbar, keine Zeitbegrenzung > Keine Abnutzung >Keine Abschreibung aktivierbar (bilanzierbar) Bsp. Software, Lizenzen (entgeltlich erworben) Abnutzbar? > Wenn ja, Abschreibbar! Handelsrechtlich besteht ein Aktivierungsverbot gem. 248 Abs.2 Satz 2 HGB für selbst geschaffene Marken, Drucktitel, Verlagsrechte, Kundenlisten o. vergleichbare, d.h. urheberrechtsnahe, immaterielle Vermögensgegenstände. Ø Dürfen weder in der Handelsbilanz noch in Steuerbilanz ausgewiesen werden Ø Sind nicht als Investition, sondern lediglich als Kosten zu interpretieren - 6 -

Bilanzielle Wirkung der Aktivierung: Ø Höhere Bilanzsumme, höheres Eigenkapital Ø Gewinn maximierend > EK steigt um Aktivierungsbetrag + Bilanzsumme steigt - 7 -

Wirkung der Aktivierung auf die Erfolgsrechnung (GuV) Ø Höherer Gewinn, niedrigerer Aufwand Ø Gewinn maximierend > Gewinn steigt um Aktivierungsbetrag - 8 -

2.2 Unternehmungen - 9 -

Kauf der Gesellschaftsanteile Share Deal: Die Anteile eines Unternehmens werden auf den Käufer übertragen. Im Falle einer GmbH z.b. wird der Käufer zum Gesellschafter. Kauf hat keinen Einfluss auf die Bilanz. Das Unternehmen wird vollständig inkl. aller Verträge, Forderungen, Verbindlichkeiten sowie sonstiger Rechte und Pflichten übernommen. Beteiligungserwerb, Anteilsrechtserwerb Die Zielgesellschaft bleibt nach dem Eigentümerwechsel in ihrer bisherigen Struktur bestehen und die einzelnen Wirtschaftsgüter werden weiterhin mit ihren Buchwerten bilanziert. Ø Keine Auflösung stiller Reserven Kaufpreis kann nicht steuermindernd verwertet werden. Erst wenn Käufer wieder verkauft. Für Käufer ist es besser, den Betrieb mit den einzelnen Wirtschaftsgütern aus der GmbH herauszukaufen. (Asset Deal) - 10 -

Asset Deal Substanzerwerb Asset Deal: Käufer erwirbt die einzelnen Wirtschaftsgüter der Zielgesellschaft. Anlagevermögen, bestimmte Marken- oder Lizenzrechte, ein Geschäftswert (Ruf des Unternehmens) Die Anschaffungskosten können den einzelnen Wirtschaftsgütern zugeordnet werden und entsprechend (unabhängig von ihren früheren Buchwerten) mit ihrem Teilwert bilanziert werden. Ø Bewertung der gekauften Güter mit Teilwert! Liegt die Summe der einzelnen Teilwerte unter dem Kaufpreis, so ist der Differenzbetrag beim Käufer als Firmenwert zu aktivieren Unwichtige Wirtschaftsgüter müssen nicht mitgekauft werden. Der Käufer kann sich nur die Vermögensgegenstände ( Assets ) herauspicken, die er haben will. Die Gesellschaft bleibt als (leere) Hülle zurück. - 11 -

Ziel/Interessenlage des Käufers: Asset Deal - Substanzerwerb - 12 - Investitionsmanagement Vorlesung WS 2016/17 Kaufpreis mögl. schnell steuerlich einkommensmindernd geltend machen! Hierzu muss er den gezahlten Kaufpreis in steuerlich wirksame Abschreibungen transformieren, indem: Ø Er die stillen Reserven der Zielgesellschaft über Zuschreibungen auf die einzelnen Vermögenswerte aufdeckt > Step-up-Effekt Ø Die stillen Reserven der Zielgesellschaft werden aufgelöst und so ein erhöhtes Abschreibungspotential geschaffen Die somit erhöhten Buchwerte in der Zielgesellschaft ermöglichen höhere Abschreibungen und somit eine niedrigere Steuerlast und einen höheren Cashflow in den Folgeperioden, was eine erhöhte Schuldentilgung ermöglicht. Der Käufer kann die Anschaffungskosten durch erhöhte Abschreibungen sukzessive steuermindernd abzusetzen. Ø Umwandlung des Kaufpreises in Abschreibungen!

Unternehmungen als Objekte des Investitionsmanagements Asset Deal Share Deal Kauf von Vermögen und Schulden = Unternehmungsehe ohne Gütertrennung Kauf der Unternehmungsanteile = Unternehmensehe mit Gütertrennung Auflösung stiller Reserven möglich => dann neue AfA-Basis erworbener Geschäftswert komplexe steuerrechtliche Regelungen keine Auflösung stiller Reserven => alte AfA-Basis kein erworbener Geschäftswert komplexe steuerrechtliche Regelungen 1. Welche Grundformen des Unternehmungserwerbs gibt es? 2. Warum ist es wichtig, diese zu unterscheiden? 3. Was unterscheidet Anteilsrechts- und Substanzerwerb? - 13 -

2.3 Unternehmerische Strategiealternativen - 14 -

Strategien als Objekte des Investitionsmanagements Einzelstrategien: Richtungsstrategie (Porter): Eine Wettbewerbsstrategie soll einen Wettbewerbsvorteils erhalten/erzeugen. Porter unterscheidet drei Arten von Wettbewerbsstrategien: 1. die Strategie der Kostenführerschaft Ø hohe Stückzahlen, Standardisierung, Technisierung 2. die Strategie der Differenzierung Ø herausragende Produktqualität, Service, Vertriebsweg 3. die Nischenstrategie Ø kann auf Kostenführerschaft oder auf Differenzierung gerichtet sein Kombinierte Markt-/Produktwahlstrategie (Ansoff): Alte Produkte Neue Produkte Alter Markt Marktdurchdringung Produktentwicklung Neuer Markt Marktentwicklung Diversifikation - 15 -

Strategien als Objekte des Investitionsmanagements Positionierungsstrategie (McKinsey-Portfolio): Marktattrativität Marktattraktivität Marktwachstum Marktqualität Möglichkeiten d.energie- &Rohstoffversorgung Umwelt relative Wettbewerbsstärke relative Marktposition relative Produktpotential Innovationspotential relative Mitarbeiterqualität 1. Investitions- und Wachstumsstrategie: Zone der Kapitalbindung 2. Zone der selektiven Strategien: Die gewählte Strategie ist abhängig von der Marktattraktivität. Je weniger Attraktivität das Feld besitzt, desto defensiver die Strategie 3. Zone der Kapitalfreisetzung: Produkte mit geringem Cash Flow >Restwert wird abgeschöpft, keine neuen Investitionen - 16 -

Strategien als Objekte des Investitionsmanagements Mischstrategien: Risikomischung durch klassisches (Investitions-)Portfolio (Markowitz): Ø Mittelwert/Standardabweichung Durch eine optimale Risikostreuung können bessere Renditen bei niedrigerem Risiko erzielt werden Ø positive Auswirkung von Diversifikation Altersmischung durch ( Lebenszyklus )-Portfolio (BCG): Ø Lebenszyklus und Lernkurve Jedes Unternehmen verfügt über unterschiedliche Geschäftsbereiche, welche bestimmte Zielvorgaben erfüllen und spezifische Ressourcen benötigen. Eine Portfolio-Analyse (BCG Matrix) kann ermitteln, welche Strategien und Investitionen sich für welche Produkte als sinnvoll erweisen. Die Geschäftseinheiten (Produkte) eines Unternehmens werden anhand der Kriterien Marktwachstum und Marktanteil eingeordnet. - 17 -

3 Methoden des Investitionsmanagements bei Sicherheit und Existenz eines vollkommenen Kapitalmarkts - 18 -

Prämisse des vollkommenen Kapitalmarktes Problem: Soll- und Habenzinsen bezogen auf ein Planungsjahr weichen voneinander ab und sind Schwankungen ausgesetzt. Deshalb baut das gängige Grundmodell der Investitionsrechnung auf drei vereinfachenden Annahmen auf. Es wird unterstellt, dass der Investor während des gesamten Planungszeitraumes jeden beliebigen Geldbetrag zu einem einheitlichen festen Zinssatz (Marktzins) i ausleihen bzw. anlegen kann. Die folgenden Modelle basieren auf der Prämisse des vollkommenen Kapitalmarktes. Ein Kapitalmarkt wird als vollständig bezeichnet, wenn jeder beliebige Zahlungsstrom gehandelt werden kann, egal welche Höhe, welche zeitliche Struktur und welche Unsicherheit er aufweist Ø Keine Steuern, keine Transaktionskosten - 19 -

3.1 Überblick über Verfahren des Investitionsmanagements - 20 -

Arten der Investitionsentscheidung Unterschiedliche Entscheidungssituationen, erfordern unterschiedliche Formen der Inv.rechnung! Es gibt keine Methode der Inv.rechnung, die in allen Situationen die Beste ist. - 21 -

Investitionsauswahlverfahren - Überblick - 22 -

Investitions- und Finanzierungsrechnungsmodelle Rechnerisch sind Investition und Finanzierung zwei Seiten einer Medaille: Dem Finanzierungszahlungsstrom eines Kapitalgebers entspricht der Investitionszahlungsstrom eines Kapitalnehmers: Finanzierung Investition t 0 t 1 t 2 +1.000-100 -1.100 t 0 t 1 t 2-1.000 +100 +1.100 In beiden Fällen ist die Rendite (Effektivzinssatz bei Finanzierungen, interner Zinsfuß bei Investitionen) gleich 10%. Der Kapitalwert ist bei einem Zinssatz von 10% also jeweils Null. Würde man die obige Investition mit der obigen Finanzierungsreihe finanzieren, so ergäbe sich deshalb weder ein Vor- noch ein Nachteil für den Investor. Eine Investition ist durch einen Zahlungsstrom gekennzeichnet, der mit einer Ausgabe beginnt und in späteren Zeitpunkten Einnahmen und Ausgaben erwarten lässt. - 23 -

3.2 Einperiodige, isolierte Auswahlentscheidungen - 24 -

Einperiodige, isolierte Auswahl - einfache ökonomische Zielsetzung bei Sicherheit Einperiodigkeit: Gewinnmaximierungsmodelle als typische Beispiele Periodenanfang: t 0 : 2.Januar, 8 Uhr ;Periodenende: t 1 : 31.Januar, 17 Uhr Ø In der Zeitspanne fallen keine Entscheidungen Ø Einperiodige Planperiode gleicht Abrechnungsperiode Es wird nur eine Periode und keine Zinseszinseffekte berücksichtigt Statt die verschiedenen Zahlungen eines Zeitpunktes zu ermitteln, wird ein Durchschnittswert aller zu erwartenden Umsätze bzw. Kosten gebildet Isolierte Auswahlentscheidung: Einzelentscheidung ohne Berücksichtigung von Sach-, Zeit- und Risikoverbunden Es wird nur eine einzelne Investition berücksichtigt. Es gibt keine Auswahl an Alternativen! - 25 -

Einperiodige, isolierte Auswahl - einfache ökonomische Zielsetzung bei Sicherheit Sicherheit der Erwartungen: Unter Sicherheit versteht man, dass der tatsächliche Kapitalfluss (Einnahmen und Ausgaben) nicht vom geschätzten Kapitalfluss abweicht Sichere Erwartungen sind solche, bei denen mit Bestimmtheit die jetzige Vorstellung mit dem Eintritt künftiger wirtschaftlicher Ereignisse übereinstimmen wird. Diese Übereinstimmung wird durch verfügbare Informationen belegt Bei einwertigen Erwartungen lässt sich der Sicherheitsgrad in einem ganz bestimmten Wert ausdrücken. Hierzu zählen die sicheren Erwartungen. Ø Keine Notwendigkeit der Risikoberücksichtigung Einfache ökonomische Zielsetzung: Ökonomische Zielgrößen > Gewinn, Liquidität Meist kein Problem mit komplementären oder konfliktären Zielverbunden, allenfalls Liquiditätsnebenbedingung - 26 -

Betrachten immer nur 1Jahr Verwenden Durchschnittsgrößen Keine Berücksichtigung d. zeitlichen Anfalls der Zahlungen (Zins) Betrachten mehrere Perioden und erfassen die unterschiedlichen Zahlungsströme während der gesamten Nutzungsdauer - 27 -

3.3 Statische Investitionsrechenverfahren als Vereinfachung - 28 -

Kostenvergleichsrechnung Sie ist das einfachste Verfahren der statischen Investitionsrechnung und dient dazu, Investitionsobjekte auf ihre Vorteilhaftigkeit hin zu überprüfen, indem sie die von ihnen verursachten Kosten einander gegenüberstellt. Dasjenige Investitionsobjekt ist das vorteilhaftere, das die geringeren Kosten verursacht Ermittlung und Vergleich der durchschnittlichen Kosten je Periode Ø (Summe aller Kosten / Anzahl an Perioden) Der Gewinn wird nicht berücksichtigt, weil davon ausgegangen wird, dass er für alle betrachteten Investitionsobjekte gleich ist. Es werden alle Betriebs- und Kapitalkosten in den Kostenvergleich einbezogen - Betriebskosten: Lohnkosten, Materialkosten, Instandhaltungskosten, Energiekosten, Raumkosten, Werkzeugskosten, Steuern, Kosten für Fremdleistungen - Kapitalkosten: Kalkulatorische Abschreibungen, Kalkulatorische Zinsen - 29 -

Kostenvergleichsrechnung Investitionsmanagement Vorlesung WS 2016/17 Verlangt identische Erlöse der verglichenen Alternativen Zeitliche Unterschiede in der Planungsperiode (=Nutzungsdauer) bzw. in der Verteilung der Kosten über die Zeit werden nicht beachtet. Vielzahl von impliziten Prämissen durch die Durchschnittsbildung, insbesondere bei den kalkulatorischen Kosten Eine Entscheidung, ob der neue Markt überhaupt bedient werden soll, ist nicht möglich - 30 -

Gewinnvergleichsrechnung Investitionsmanagement Vorlesung WS 2016/17 Erweiterung der Kostenvergleichsrechnung, indem sie die Erträge mit einbezieht. Durch diese Einbeziehung lässt sich die Vorteilhaftigkeit besser beurteilen. Schließlich muss ein noch so kostengünstiges Investitionsobjekt nicht notwendigerweise auch einen Gewinn erwirtschaften. Als Gewinn wird hier die Differenz aus Kosten und Erträgen (Leistungen) verstanden. Ermittlung und Vergleich des durchschnittlichen Gewinns je Periode Ø (Summe aller Gewinne / Anzahl an Perioden) Vergleicht den Gewinn der alternativen Investitionen Vorteilhaft ist die Investition mit dem höchsten durchschnittlichen Gewinn - 31 -

Gewinnvergleichsrechnung Verlangt gleiche Laufzeit der Alternativen Zeitliche Unterschiede in der Planungsperiode (=Nutzungsdauer) bzw. in der Verteilung der Kosten über die Zeit werden nicht beachtet Vielzahl von impliziten Prämissen durch die Durchschnittsbildung, insbes. bei den kalkulatorischen Kosten Unterschiedliche Kapitalbindung wird nur annähernd durch kalkulatorische Zinsen erfasst - 32 -

Rentabilitätsvergleichsrechnung Investitionsmanagement Vorlesung WS 2016/17 Sie ermöglicht die Ermittlung der absoluten Vorteilhaftigkeit von Investitionsobjekten, da sie den erforderlichen Kapitaleinsatz berücksichtigt. Ermittlung und Vergleich der durchschnittlichen Rentabilität Ø (Summe(Gewinne - Kosten) / Anzahl an Perioden) Die gesamte Verzinsung des durchschnittlichen Kapitaleinsatzes wird bestimmt. Die Summe aus Durchschnittsgewinn und durchschnittlichen Zinsen stellt einen Überschuss dar, dessen Verhältnis zum durchschnittlichen Kapital bei der Rentabilitätsermittlung bestimmt wird. Es können beurteilt werden: Die Vorteilhaftigkeit eines einzelnen Investitionsobjektes, die gegeben ist, wenn seine seine Rentabilität der vom Unternehmen festgelegten Mindestrentabilität entspricht oder darüber liegt. Die Vorteilhaftigkeit alternativer Investitionsobjekte, wobei das Objekt das vorteilhaftere ist, das die höhere Rentabilität aufweist. - 33 -

Rentabilitätsvergleichsrechnung Durchschnittlicher Gewinn + Zinsen (durchschnitt) : durchschnittlich gebundenes Kapital 10T : 50T = 20% Rentabilität (Durchschnitt) - 34 -

Ermittlung der Amortisationsdauer Mehrperiodiges statisches Modell, ohne Zinsen Gesucht wird der Zeitpunkt, ab dem die Rückflüsse der Investition den Kapitaleinsatz decken Durchschnittsrechnung: Keine Erfassung zeitlicher Unterschiede Zur Berechnung der Amortisationsdauer nach der Durchschnittsmethode müssen zunächst alle Jahresüberschüsse addiert und anschließend durch die Nutzungsdauer geteilt werden, um somit den durchschnittlichen Jahresüberschuss zu ermitteln. Ø Amortisationsdauer in Jahren= Anfänglicher Kapitaleinsatz/ Rückfluss pro Periode Der anfängliche Kapitaleinsatz wird abgebildet durch die Anschaffungskosten Im Rückfluss pro Periode (der zahlungswirksam sein soll) werden aus dem Gewinn pro Periode (der auch kalkulatorische Größen enthält) die nicht zahlungswirksamen Bestandteile herausgerechnet, nämlich kalkulatorische Abschreibungen und die kalkulatorischen Zinsen. Kumulationsrechnung: Dynamische Amortisationsdauer mit Zahlungen (ohne Durchschnittsperiode) Die Zahlungsüberschüsse der einzelnen Jahre werden so lange aufaddiert, bis das Jahr erreicht ist, in dem dieser kumulierte Wert die Anschaffungskosten übersteigt. Erfassung zeitlicher Unterschiede. - 35 -

Amortisation: Beispiel Investitionsmanagement Vorlesung WS 2016/17 100/45 =2.2 J. - 36 -

Statische Verfahren als Vereinfachung Wegen Auswahl einer repräsentativen Durchschnittsperiode besonders problematisch, wenn im Vergleich: Ø Ø stark unterschiedliche periodische Schwankungen starke und unterschiedliche zeitliche Diskrepanzen zwischen Zahlungsstrom und Erfolgswirksamkeit der Zahlungen Kostenvergleichsrechnung: Zusatzproblem bei Ertragsunterschieden unterschiedlich hohe Investitionsausgaben Gewinnvergleichsrechnung: Zusatzproblem unterschiedlicher Kapitalbindung Rentabilitätsvergleichsrechnung: Zusatzproblem unterschiedlicher Kapitalbindung Amortisationsrechnung: Zusatzproblem, weil als eigenständiger Maßstab untauglich arbeitet aber als kumulative Totalrechnung ohne Durchschnittsperiode und ist dann dynamisierbar => dynamische Amortisationsdauer mit Zahlungen - 37 -

3.4 Klassische dynamische Investitionsrechenverfahren - 38 -

Dynamische Investitionsrechnung Die dynamische Investitionsrechnung hat die Aufgabe, Zahlungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten anfallen, durch Aufzinsung bzw. Abzinsung auf einen einheitlichen Zeitpunkt vergleichbar zu machen. Zeitliche Anfall der Zahlungsströme wird berücksichtigt keine Durchschnittswerte Betrachtung des gesamten Lebenszyklus einer Anlage möglich Ø Mehrperiodig Während der Projektdauer anfallende Überschüsse verzinsen sich ebenfalls mit dem internen Zinsfuß/Kalkulationszinssatz - 39 -

Dynamische Investitions- und Finanzierungsmodelle unvollständige Verfahren: unvollständiger Investitions- und Finanzplan Ergebnisvergleich erzwingt implizite Aussagen zu Investitions- & Finanzierungszahlungen Fremdkapitalaufnahme, -tilgung und -zinsen werden implizit, (außerhalb der Zahlungsreihe) berücksichtigt nach Zeitbezug: Kapitalwert Endwert Annuität/interner Zinsfuß Amortisationsdauer (mit Zinsen) nach Vergleichsform: impliziter Vergleich (KW) expliziter Vergleich (IZ) vollständige Verfahren: vollständiger Investitions- und Finanzplan explizite Aussagen über jede Investitions- und Finanzierungszahlung beim vollständigen Zahlungstableau werden die Fremdkapitalaufnahme, - tilgung &-zinsen explizit als Auszahlungen erfasst - 40 -

Mehrperiodige, isolierte Auswahl mit einfacher ökonomischer Zielsetzung bei Sicherheit Mehrperiodigkeit: verlangt Gewichtung der Einzahlungsüberschüsse als Ausprägung der ökonomischen Zielsetzung, um Aggregation zu Einzelgrößenvergleich zu ermöglichen, außer im Fall der Dominanz (A dominiert B): Investitionsalternative t 0 t 1 t 2 A -1.000 +550 +580 B -1.000 +550 +560 sonst: Vergleich der Zahlungsströme zu einem Zeitpunkt. oder : repräsentative Größe für gesamten Zeitraum. - 41 -

Mehrperiodige, isolierte Auswahl mit einfacher ökonomischer Zielsetzung bei Sicherheit Vergleich aller investitionsbedingten Zahlungen zum Investitionszeitpunkt t 0 0 1 2 3 4 t Kapitalwert/Net Present Value Vergleich aller investitionsbedingten Zahlungen zum Ende der Nutzungsdauer t n 0 1 2 3 4 Endwert/Future Value t - 42 -

Kapitalwert: Vergleich von Alternativen - 43 -

Mehrperiodige, isolierte Auswahl mit einfacher ökonomischer Zielsetzung bei Sicherheit Vergleich aller investitionsbedingten Zahlungen zu einem beliebigen anderen Zeitpunkt 0 2 3 1 4 t 0 1 2 3 4 5 t - 44 -

Mehrperiodige, isolierte Auswahl mit einfacher ökonomischer Zielsetzung bei Sicherheit Investitionsalternative t 0 t 1 t 2 t 3 t 4 A -1000 200 300 400 500 B -1000 400 350 300 250 Kalkulationszinsfuß i = 10% Die Investitionsentscheidung ist unabhängig vom Vergleichszeitpunkt Vergleichsmaßstab A B Kapitalwert/Net Present Value 71,78 49,04 Endwert/ Future Value 105,10 71,80 Zeitwert (t 2 ) *86,86 59,34 Zeitwert (t 5 ) 115,61 78,98-45 -

Annuität Investitionsmanagement Vorlesung WS 2016/17 Gesucht ist der Wert, den der Investor jedes Jahr aus der Investition entnehmen kann C 0 wird gleichmäßig über die Laufzeit der Investition verteilt Transformation einer diskontinuierlichen in eine gleichmäßige Zahlungsreihe Berechnung: 1. Kapitalwert ermitteln 2. Kapitalwert in Annuität g transformieren - 46 -

Annuität: Vergleich von Alternativen Die Annuität errechnet sich durch lineare Transformation aus C 0 ; insofern gelten bei Differenzinvestitionen die gleichen Prämissen Die Zeiträume der Annuität müssen vergleichbar (gleich) sein, sonst sind die Annuitäten nicht miteinander vergleichbar. - 47 -

Amortisation mit Zinsen (dynamisch) Gesucht wird der Zeitpunkt, zu dem durch die Rückflüsse eingesetzte Kapital zurückerwirtschaftet ist Zeitpunkt, ab dem der Kapitalwert C 0 zum ersten mal positiv wird Zu berücksichtigen sind dabei die Zins- und Zinseszinseffekte - 48 -

Amortisation: Vergleich von Alternativen Die Zahlungen nach der Amortisation bleiben unbeachtet! Bsp.: A hätte in t=4 eine Einzahlung von 50T Ø ergäbe sich ein C0A =35.202 (A vorteilhaft gegenüber B) Ø Nach dem Kriterium der Amortisation würde aber B gewählt - 49 -

Mehrperiodige, isolierte Auswahl mit einfacher ökonomischer Zielsetzung bei Sicherheit Dynamische Verfahren als exakte Rechnungen verlangen vor dem rechnerischen Vergleich eine Aufbereitung des Entscheidungsproblems. Denn ansonsten sind entscheidungsverfälschende implizite Prämissen unvermeidlich: gleich hohe Anschaffungsauszahlungen gleiche zeitliche Erstreckung gleich hohe zwischenzeitliche Überschüsse 1. Zeitpunktorientierte Verfahren aggregieren die Zahlungen zu einem Vergleichszeitpunkt mit Hilfe von Aufzinsung oder Abzinsung. 2. Zeitraumorientierte Verfahren ermitteln repräsentativ für die Zahlungsströme unter Berücksichtigung von Zins- und Zinseszinseffekten eine durchschnittliche Wachstumsrate des Kapitals (interner Zinsfuß), eine durchschnittliche Periodenzahlung (Annuität) oder eine Amortisationsdauer. - 50 -

- 51 - Investitionsmanagement Vorlesung WS 2016/17

Literaturhinweise zu Vorlesung 2 Breuer, Investition I, Kap. II, III, IV Mensch, Investition, S. 40-136 Schierenbeck, Grundzüge der Betriebswirtschaftslehre, Kap. VI - 52 -