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2 Vorstellung des Förderprogramms schritt:weise das Opstapje-Programm für die Schweiz Kommissionstreffen KSH, Flawil, 28. Mai 2008 Erika Dähler Meyer, Geschäftsführerin a:primo Christine Knaus, Projektmitarbeiterin a:primo

3 3 Inhaltsübersicht Workshop Vorstellungsrunde Frühe Förderung in der Familie Analyse und Argumente Verein a:primo Vereinszweck Dienstleistungen Mitgliedschaft schritt:weise Das Opstapje-Programm für die Schweiz Einsatzfelder, Zielsetzungen, Methodik, Programmablauf Opstapje Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung Finanzierungsbedarf Nächste Schritte

4 4 Frühe Förderung in der Familie Analyse und Argumente bis Kinder in der Schweiz wachsen in relativer Armut auf. Statistisch gesehen ist dies jedes 10. Kind. (Angaben SAH Schweizerisches Arbeiterhilfswerk) Wissenschaftliche Erkenntnisse, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien in ihrer Entwicklung bis zu zwei Jahren Defizite / Rückstände bei ihrer Einschulung aufweisen. diese Defizite während der Schulkarriere auch mit Fördermassnahmen nicht aufgeholt werden können. Kinder aus sozial benachteiligten Familien 6 x geringere Chancen haben, ein Gymnasium zu besuchen. (PISA 2003) Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Für Kinder aus sozial benachteiligten Familien bestehen ungleiche Startchancen.

5 5 Frühe Förderung in der Familie Analyse und Argumente Auswirkungen von Armut auf die Entwicklung von Kindern: (Mayr in Weiss, 2000) Gesundheit: höheres Erkrankungsrisiko Kognitive Entwicklung: Rückstände durch mangelnde familiäre Anregung Sozio-emotionale Entwicklung: häufiger Verhaltensprobleme Schulische Leistungen: geringerer Schulerfolg, häufigere Sonderbeschulungen, höhere Schulabbruchsraten. Präventionsdilemma (Haug-Schnabel & Bensel, 2003) Familien mit hohem Unterstützungsbedarf nehmen die klassischen Angebote der Familienbildung und -beratung kaum wahr. Es besteht eine Notwendigkeit von zielgruppenspezifischen Angeboten, die sich an der Lebenswelt der Adressaten orientieren. Die Angebote müssen niederschwellig und ressourcenorientiert sein.

6 6 a:primo Entstehung des Vereins Juni 2003: Studienreise nach Amsterdam Kennen lernen des Programms Opstapje September 2004: Fachtagung Früh übt sich des Deutschen Jugendinstituts in München 2004: Konzeptentwurf Umsetzung Opstapje in der Region Rorschach scheitern an der Umsetzung 2005: Projekt-Vorstellung Opstapje, Amt für Volksschule, Kanton St. Gallen 2006: Zusammenschluss dreier interessierter Frauen und Entscheid zur Gründung eines Vereins 30. Oktober 2006: Gründungsversammlung des Vereins a:primo Gründungsmitglieder sind: Erika Dähler, Christine Knaus, Marco Dörig, Alice Kistler, Mona Baumann 2008: Verhandlungen mit HIPPY International zur Gründung von HIPPY Schweiz unter dem Dach von a:primo, analog zu schritt:weise

7 7 a:primo Vereinszweck Der Verein a:primo bezweckt die gemeinnützige und nachhaltige Unterstützung der frühen Förderung von sozial benachteiligten Kindern. Dies beinhaltet: Frühe Förderung im allgemeinen, unabhängig von spezifischen Föderprogrammen Frühe Förderung im Rahmen des Programms schritt:weise, dem Opstapje-Programm für die Schweiz Äufnung und Verwaltung des a:primo-fonds für die frühe Förderung Der Verein unterhält zur Zweckerreichung eine Geschäftsstelle.

8 8 Verein a:primo Opstapje Deutschland Opstapje Niederlande Geschäftsstelle a:primo Koordination von Lizenzen und Materialien Dienstleistungen für Städte und Gemeinden Fundraising Forschung, Weiterentwicklung Programm schritt:weise Vorträge, Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen durchführen Gemeinden beraten bei der Implementierung von Programmen zur frühen Förderung schritt:weise Regionale Trägerschaften klären Koordination und Durchführung der Ausbildung von Koordinatorin und Hausbesucherin in Zusammenarbeit mit einer PH oder FH Materialvermittlung (inkl. Material für Öffentlichkeitsarbeit) Qualitätsentwicklung und Überprüfung Adaptionen des Programm Opstapje für die Schweiz vornehmen schritt:weise Qualitätsentwicklung und Evaluation des Programms schritt:weise sichern Forschungsaufträge erteilen und koordinieren

9 9 a:primo Mitgliedschaften Einzel-Aktivmitglieder Erhalten die periodisch erscheinenden Vereinsinformationen Vergünstigungen bei Tagungen, welche durch den Verein a:primo organisiert werden Trägerschafts-Aktivmitglieder (Programmstandorte von schritt:weise) Erhalten die periodisch erscheinenden Vereinsinformationen Können Dienstleistungen des Vereins gemäss Leistungsauftrag nutzen Passivmitglieder Erhalten die periodisch erscheinenden Vereinsinformationen Ehrenmitglieder Sponsoren Gönner

10 10 schritt:weise Das Opstapje-Programm für die Schweiz schritt:weise ist ein präventives Programm zur Unterstützung altersgerechter Entwicklung von Kindern ab 18 Monaten. Die Spielentwicklung wird stimuliert, Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Materialen aus dem Alltag, Spielzeug, Bücher und Musik werden vermittelt. Das Programm richtet sich an sozial benachteiligte Eltern und ihre Kinder. schritt:weise steigert die Erziehungskompetenz der Eltern, sensibilisiert sie für alterspezifische Bedürfnisse ihrer Kinder und zeigt Möglichkeiten der Förderung auf. Zur Durchführung des Programms finden regelmässig Hausbesuche und Gruppentreffen statt. Geschulte Laien (Mütter aus der Zielgruppe) werden eingesetzt, um die Familien zu besuchen und sie in die Programmaktivitäten einzuweisen. Das Programm arbeitet nach einer klar strukturierten Vorgehensweise und stellt den Familien pädagogisch wertvolles Spiel- und Lernmaterial zur Verfügung. Die Programmdauer von 18 Monaten ist eine Langzeitbegleitung, die entwicklungsförderliche Interaktion von Eltern und Kindern initiiert. Die Familien werden mit den lokalen Strukturen vernetzt.

11 11 schritt:weise Einsatzfelder Eltern- und Familienbildung Neue Wege und Methoden, sozial benachteiligte Familien zu erreichen Niederschwelliges Angebot Zielgruppenspezifische Aufbereitung der Inhalte Jugendhilfe Hilfe zur Erziehung Stärkung der Erziehungs- kompetenz der Eltern Frühwarnsystem bei Vernach- lässigung und Kindswohl- gefährdung schritt:weise Das Opstapje-Programm für die Schweiz Frühe Förderung Kompensation von Entwick- lungsrisiken aus dem psycho- sozialen Kontext Ganzheitliche Förderung aller wichtigen Entwicklungs- bereiche Gezielte Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion Gesundheitsförderung Verbesserung der Chancen der Kinder auf ein gesundes Aufwachsen: physisch, psychisch, sozial Stärkung der familiären Ressourcen Förderung der sozialen Integration

12 12 schritt:weise Zielgruppen und Methode Zielgruppendefinition Strukturelle soziale Benachteiligung: Armut, Migration, belastetes Wohnumfeld Belastete familiäre Lebenssituation: Trennung, Scheidung, chronische Konflikte Persönliche Belastungen: chronische Krankheiten, Isolation, Überforderung Vermittlungsmethoden Interaktion als zentrales Element Modelllernen Erhöhung des Anregungsgehaltes der häuslichen Umgebung Gezielte Entwicklungsförderung Wissensvermittlung Ressourcenorientierung

13 13 schritt:weise Positionierung im Bereich der frühen Förderung Präventive Frühförderung durch Hausbesucherinnen aus der Zielgruppe schritt:weise Frühe Förderung Integrative Frühförderung durch Sprachschulung in Tagesstätten, Spielgruppen etc. HIPPY Schweiz für die Schweiz Heilpädagogische Frühförderung durch Heilpädagogen In Deutschland bezeichnet Frühförderung immer die heilpädagogische Ausrichtung. In der Schweiz ist dieser Begriff zunehmend gleichbedeutend mit dem allgemeinen Begriff frühe Förderung. Leistungsorientierte Frühförderung nach PISA-Kriterien

14 14 schritt:weise Programm-Materialien Adressaten Programmträger Gemeinden / Städte Koordinatorin Hausbesucherin Familien Materialien DVD/Video Praxisleitfaden Anleitung für die Koordinatorin Handbuch zur Schulung der Hausbesucherin Praxismodule zur Schulung der Hausbesucherin Instruktionen für die Hausbesuche Praxismodule Werkmappen Bilderbücher Spielmaterialien

15 15 schritt:weise Programmablauf Vorlaufphase 6 Monate 1. Programmjahr 9 Monate 2. Programmjahr 9 Monate Schulung der Koordinatorin Standortentwicklung Vorbereitung Netzwerkbildung Einstellung der Hausbesucherinnen Anwerbung der Familien Einführungsschulung der Hausbesucherinnen Anleitung und Supervision der Hausbesucherinnen Wöchentlich Beginn der Hausbesuche Wöchentlich 14-täglich 14-täglich Beginn der Gruppentreffen 14-täglich

16 16 Film Schritt für Schritt Opstapje In diesem Film des DJI und der Medienwerkstatt Franken wird das Projekt Opstapje an den Standorten Nürnberg und Bremen vorgestellt. Der Film gibt einen Einblick in den Ablauf des Programms, das zu Hause in den Familien stattfindet. Der Film lässt eine Familie zu Wort kommen, zeigt eine Hausbesucherin bei der Arbeit mit dem Kind, die zusätzlichen Gruppentreffen der Familien und Experteninterviews Dauer: 17 Minuten

17 17 Opstapje Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung in Deutschland Kognitive Entwicklung der Kinder

18 18 Opstapje Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung in Deutschland Motorische Entwicklung der Kinder

19 19 Opstapje Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung in Deutschland Verhaltensentwicklung der Kinder Das Spielinteresse und die Emotionsregulation der Kinder verbessern sich. Die erreichten Verbesserungen in der Entwicklung der Kinder sind nur teilweise überdauernd

20 20 Opstapje Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung in Deutschland Eltern und Familienebene Opstapje ist ein adäquates Angebot für die spezifische Zielgruppe der sozial benachteiligten Familien. Opstapje unterstützt die Integration von Familien mit Migrationshintergrund (Sprachkompetenz). Opstapje trägt zum Abbau von Belastungen in den Familien bei. Die Teilnahme an Opstapje trägt zum Aufbau von Kompetenzen bei. Familien, die an Opstapje teilnehmen, erleben eine Stabilisierung ihrer Partnerschaftszufriedenheit. Opstapje führt bei den Eltern zu einer Intensivierung der Beschäftigung mit dem Kind. Die Spieleinfühligkeit der Mütter verbessert sich während der Programmteilnahme. Die Programmgruppe und die Kontrollgruppe war in der Evaluation nicht in allen Punkten vergleichbar (Schicht, Familienform,...)

21 21 Opstapje Fazit Die besondere Zielgruppe kann mit diesem Programm erreicht werden. Es gibt deutlich positive Effekte bei den Familien und ihren Kindern. Zur Aufrechterhaltung dieser Effekte ist eine Weiterführung der Förderung auch nach dem Programm notwendig. (z.b. Integration in Vorschule / Spielgruppe, Quartierangebote)

22 22 schritt:weise Umsetzung in der Schweiz Föderalistische Strukturen erfordern eine angepasste Umsetzung des Programms. Die Umsetzung wird deshalb den Bedürfnissen der Gemeinden / Städten angepasst. (kleinere Einheiten) Verein a:primo vergibt die Lizenzen und übernimmt die Koordination und Ausbildung der Koordinatorinnen. Der Verein sichert die professionelle Umsetzung und Evaluation des Programms in der Schweiz. Eine Gemeinde / Stadt übernimmt mind. eine Hausbesucherin zu 50 Stellenprozenten, welche 2 x 15 Familien während 3 Jahren betreut. Die Aufgabe der Koordinatorin ist professionell und regional oder kantonal abgestützt. (z.b. durch Jugendsekretariate, Mütter- und Väterberatung). Es ist das Ziel, durch regionale Vereinbarungen Synergien zu nutzen und somit die Kosten zu senken. Das Arbeitspensum entspricht pro Hausbesucherin ca. 20 Stellenprozenten. Aktuelle Projektstandorte: Bern, in Vorbereitung Winterthur, St. Gallen, Basel, Ostermundigen

23 23 Budget (voraussichtlich) Programm schritt:weise 1 Standort mit 30 Kindern in 3.5 Jahren Vorprojekt à 0.5 Jahre und 2 Durchläufe à 1.5 Jahre, pro Durchlauf 15 Familien mit je 1 Kind Ausgaben für 3.5 Jahre Ausgaben in Fr. Personalkosten 1 Koordinatorin (20%) Infrastrukturkosten Koordinatorin (Miete, Büromaterial, Arbeitsplatzausstattung) Ausbildung / Supervision Koordinatorin Personalkosten 1 Hausbesucherin (50%) Ausbildung / Weiterbildung Hausbesucherinnen Sachkosten (Bilderbücher, Spielmaterial, Eintritte/Exkursionen, Feiern) Infrastrukturkosten für Gruppentreffen (Miete, Material, externe Kinderbetreuung) Lizenzgebühren und Beitrag Verein a:primo (4 000 Fr. pro Jahr) Evaluation / Forschung Einnahmen für 3.5 Jahre kein Kosten Einnahmen in Fr. Beiträge Eltern, 15 Fr. pro Kind und Monat (über 1.5 Jahre) Beiträge der Gemeinden Beiträge Bund, Kanton, Stiftungen, Fonds oder Sozialsponsoring Total für 3.5 Jahre Pro Kind und Monat (über 1.5 Jahre)

24 24 Nächste Schritte Verein a:primo Finanzierung sicherstellen Für den Verein Fundraising für die Standorte Kontakte und Vernetzung zu Standorten aufbauen Für die Programme schritt:weise und HIPPY Schweiz Allgemeine frühe Förderung Materialien ausarbeiten und anpassen Für die Öffentlichkeitsarbeit (Homepage, Newsletter, etc.) Für die Standorte von schritt:weise und HIPPY Schweiz (Flyer für die Anwerbung von Familien, Werkmappe mit Arbeitsmaterialien) Konzept für Evaluation ausarbeiten In Zusammenarbeit mit dem MMI und dem DJI Zusammenarbeit mit Opstapje Deutschland e.v. und HIPPY Deutschland e.v. etablieren

25 Herzlichen Dank Erika Dähler Meyer MBA/MAS WU-Wien, Sozialarbeiterin FH Geschäftsführerin a:primo Gottfried Keller-Strasse 75b 8400 Winterthur

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