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1 SEPA Zahlungsverkehr

2 SEPA Zahlungsverkehr

3 SEPA-Zahlungsverkehr Inhalt Allgemeines... 5 Ziele und Inhalte von SEPA... 5 Entstehung von SEPA... 5 Übersicht SEPA-Raum... 5 Vorteile von SEPA... 6 Umstellung auf SEPA... 6 Rechtlicher Rahmen... 6 Technische Aspekte... 7 Aufbau der IBAN... 7 Aufbau des BIC... 7 IBAN-Konvertierungs-Service... 7 SEPA-Produkte... 8 Raiffeisen SEPA Überweisung (SEPA Credit Transfer)... 8 Dauerauftrag, periodischer Auftrag... 8 SEPA-Zahlungsanweisung... 8 Raiffeisen SEPA-Lastschrift (SEPA Direct Debit Core)... 9 Raiffeisen SEPA-Firmenlastschrift (SEPA Direct Debit B2B) Mandatsgestaltung...11 Raiffeisen SEPA-Lastschrift (SEPA Direct Debit Core)...11 Raiffeisen SEPA-Firmenlastschrift (SEPA Direct Debit B2B) Creditor-ID Die 32 SEPA Teilnehmer-Staaten...14 IBAN weltweit...14 Anhang FAQs zu SEPA Glossar

4 SEPA Zahlungsverkehr 4 istockphoto

5 Allgemeines Ziele und Inhalte von SEPA Ein Hauptziel der Wirtschafts- und Währungsunion war die Schaffung eines Binnenmarktes innerhalb der Europäischen Union. Mit der Einführung des Euros als gemeinsame Währung der dritten Stufe am Weg zur Wirtschafts- und Währungsunion wurde vereinbart, einen einheitlichen Eurozahlungsverkehrsraum (SEPA = Single Euro Payments Area) als Teil des Binnenmarktes zu schaffen. Ziel von SEPA ist es, bargeldlose Zahlungen innerhalb der Teilnehmerländer so zu standardisieren, dass es für die Bankkunden keine Unterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen mehr gibt. Im Kern umfasst der SEPA-Raum die heutigen 17 Euroländer. Zusätzlich werden auch die übrigen 10 EU-Länder plus Norwegen, Island, Liechtenstein, Monaco und die Schweiz mit ihren Eurozahlungen einbezogen. Auf diese Weise werden den Verbrauchern und Firmenkunden zukunftsfähige Zahlungsinstrumente im Massenzahlungsverkehr europaweit zu vergleichbaren Bedingungen zur Verfügung gestellt. Entstehung von SEPA Anstoß durch europäische Gremien Die EU-Finanz- und Wirtschaftsminister einigten sich im März 2007 über die Richtlinie für Zahlungsdienste im Binnenmarkt (Payment Services Directive/PSD). Diese Richtlinie reguliert alle Zahlungen in europäischen Währungen in Europa. Die PSD bildet damit den Rahmen für SEPA und ist gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung für die Rechtssicherheit, insbesondere für das neue europäische Lastschriftverfahren. Die PSD wurde im Europäischen Parlament verabschiedet und trat am 5. Dezember 2007 in Kraft. Auch die Schweiz bekannte sich zu SEPA, indem sie ihr Rechtssystem an die SEPA-Bedingungen anpasste. Diese bilden die Grundlagen für die operative Umsetzung und Ausgestaltung bei den Banken: die SEPA-Rulebooks für Credit Transfers (Überweisungen) und Direct Debits (europäische Lastschriften), das SEPA Card Framework (Debitkartenzahlungen) und die SEPA Implementation Guidelines. Mit der Verabschiedung der Implementation Guidelines sind auch die Grundlagen für die Verfügbarkeit der neuen XML- Datenformate gemäß UNIFI (ISO 20022) vorhanden. Diese sind für den Interbankenverkehr verbindlich. Zusammenfassung In Europa gibt es ein eindeutiges politisches Bekenntnis der EU und der europäischen Banken durch das EPC. Es beinhaltet die weitere Integration des EU-Binnenmarktes und die Schaffung der nötigen Voraussetzungen für die Realisierung. Übersicht SEPA-Raum SEPA Single Euro Payments Area Durch die SEPA-Einführung am wurde eine einheitliche Durchführung des Zahlungsverkehrs im europäischen Binnenmarkt sichergestellt. Für den Anwender bedeutet dies, dass Adaptierungen und Implementierungen der SEPA Produkte im eigenen System notwendig sind. Die Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg bietet Unterstützung bei der Vorbereitung und der Durchführung Ihrer SEPA- Transaktionen. SEPA-Geltungsbereich Migration Der SEPA-Zahlungsverkehr soll mittelfristig den gesamten inländischen und innereuropäischen Zahlungsverkehr in Euro ablösen. Die Europäische Union hat per Verordnung den als Umstellungszeitpunkt in der Euro-Zone festgelegt. Die europäischen Banken haben sich im EPC (European Payments Council) bezüglich der Gestaltung von SEPA organisiert und über den Weg der Selbstregulierung zur Umsetzung verpflichtet. Vom EPC wurden inzwischen mehrere zentrale Punkte verabschiedet. Euro-Raum 316 Mio. Einwohner 357 Mio. ZV-Konten EU Mio. Einwohner 594 Mio. ZV-Konten EU-27 und übrige EWR-Staaten und Schweiz 505 Mio. Einwohner o 5

6 SEPA Zahlungsverkehr Vorteile von SEPA Verbraucher und Unternehmen können zukünftig ihren gesamten Euro-Zahlungsverkehr über ein Konto abwickeln. Die neuen Verfahren sollen auch kleineren und mittelständischen Unternehmen die Chance zur Erschließung neuer Beschaffungs- und Absatzmärkte im europäischen Ausland bieten. SEPA sollte als eine Chance für eine weitere Modernisierung der Zahlungsverkehrsabwicklung begriffen werden, sodass z.b. Zahlungsvorgänge und internes Rechnungswesen noch besser verzahnt werden können. Für Unternehmen bietet SEPA Kostensenkungspotentiale durch die Möglichkeit zur internen Konzentration der Zahlungsverkehrsabwicklung, zur Straffung der Bankverbindungen und Vereinfachung des Liquiditätsmanagements. Langfristiges Ziel von SEPA ist die Abschaffung nationaler Instrumente und Verfahren. Umstellung auf SEPA Folgende Punkte sollten vor der Umstellung auf SEPA geklärt werden: Analyse aller betroffenen Unternehmensbereiche inkl. Neubewertung der Zahlungs- und Inkassoverfahren Entscheidung über den Umstellungszeitpunkt auf SEPA Kundendatenbanken müssen angepasst werden (Umstellung auf IBAN und gegebenenfalls BIC) Anforderung der Creditor-ID über die Hausbank Adaptierung der einzelnen Formulare auf SEPA-Lastschrift (Rechnungen, Zahlscheine, Briefpapier, Mandate) Prozessumstellung auf das neue Einzugsverfahren (Vorlauffristen und Infopflichten) EDV-Systeme des Kunden müssen den neuen Verfahren (XML-Format) angepasst werden (www.stuzza.at) Aktualisierung der ELBA-Version (www.elba.at) bzw. entsprechende Module im MultiCash Rechtlicher Rahmen Mit der Richtlinie über Zahlungsdienste im Binnenmarkt (Payment Services Directive = PSD) wurde ein einheitlicher Rechtsrahmen für Euro-Zahlungen innerhalb der EU geschaffen. Die Richtlinie, die bis zum 1. November 2009 in nationales Recht umzusetzen war, bildet eine wesentliche rechtliche Grundlage für die Abwicklung von SEPA-Zahlungen. Darüber hinaus erstreckt sich der Geltungsbereich der PSD aber auch auf die bereits heute genutzten nationalen Zahlungsinstrumente. In Österreich wurde die PSD durch das Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) in nationales Recht übernommen. SEPA - Zeitplan Jänner 2008 Juli 2008 Jänner 2009 November 2009 Ende 2012 bis Feb bis Feb Start der SEPA Überweisung Start der Zahlungsanweisung Start der Truncation-Zahlungsanweisung Start der SEPA Lastschrift und der SEPA Firmenlastschrift Ende der Bestellmöglichkeit für Inlandszahlscheine in der Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg Migration der nationalen Überweisungs- und Lastschriftprodukte in die SEPA Produkte Migration der Inlandszahlscheine und Überweisungsbelege auf die SEPA Zahlungsanweisung 31. Okt Umstellung der Nicht-EURO-Zone auf SEPA 6

7 Technische Aspekte Aufbau der IBAN International Bank Account Number Die IBAN ist die internationale Darstellung einer Bankverbindung und setzt sich aus folgenden Informationen zusammen: Länder-Kennzeichen Prüfziffer (zur Kontrolle für die Banken) Bankleitzahl (BLZ) der kontoführenden Bank Kontonummer des Begünstigten Die integrierte Prüfziffer ermöglicht es den Banken, die IBAN des Empfängers auf Richtigkeit zu überprüfen, noch bevor die Zahlung durchgeführt wird. Die Länge der IBAN ist abhängig von der jeweiligen nationalen Kontonummer und vom zugehörigen Bankcode (entspricht Bankleitzahl - BLZ). Sie ist maximal 34 alphanumerische Zeichen lang, jedoch je Land von einheitlicher Stellenanzahl. In Österreich besteht die IBAN aus 20 Stellen. Aufbau des BIC Beim BIC (Bank Identifier Code) handelt es sich um eine von der SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) festgelegte international gültige Bankleitzahl, mit der man jedes Kreditinstitut einwandfrei indentifizieren kann. Da der BIC von der SWIFT vergeben wird, bezeichnet man ihn oftmals auch als SWIFT-Code. Der BIC oder SWIFT-Code besteht aus acht oder elf alphanumerischen Zeichen und ist wie folgt untergliedert: 4-stelliger Bankcode 2-stelliger Ländercode 2-stelliger Regionalcode 3-stellige Kennzeichnung der Filiale (optional) xxxx xx xx xxx z.b RVVG AT 2B 420 Beispiel einer österreichischen IBAN (unter Verwendung einer fiktiven Kontonummer): AT Bankcode Ländercode Regionalcode IBAN-Konvertierungs-Service Kennzeichnung der Filiale ISO Länder- Kennzeichen Prüfziffer BLZ Kontonummer Wie kommt man zur IBAN? Die IBAN ist auf dem Kontoauszug und online in den Telebankingdaten angeführt. Raiffeisenkunden finden die IBAN auch auf ihrer Bankomatkarte. Zur Vorbereitung auf SEPA bieten wir unseren Firmenkunden ein Konvertierungs-Service für ihre Kontoverbindungen an. Dabei wird die Information Kontonummer/BLZ um die Information IBAN/BIC ergänzt. Dafür wurde in der Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr (STUZZA) ein einheitliches Format vereinbart, mit welchem die österreichischen Banken Kundenanfragen untereinander austauschen können. Link zum Konvertierungs-Service: Vorteile IBAN-Konvertierungs-Service Ermittlung von IBAN und BIC für Kontoverbindungen bei Raiffeisen Österreich und anderen österreichischen Banken Kontoführende Bank führt Umrechnung durch, wodurch die Richtigkeit gewährleistet ist Anlieferung von bis zu Datensätzen in einer csv-datei Rückmeldung nach spätestens 10 Tagen 7

8 SEPA Zahlungsverkehr SEPA-Produkte Die SEPA-Produktpalette des Raiffeisenverbandes Vorarlberg können Sie seit für Ihren unternehmerischen Vorteil nutzen. Raiffeisen SEPA Überweisung (SEPA Credit Transfer) Die Raiffeisen SEPA Überweisung ist ein vollautomatisiertes Zahlungsverkehrsprodukt für Inlands- und grenzüberschreitende Euro-Überweisungen. Um eine schnelle und sichere Zahlung zu gewährleisten, beachten Sie bitte folgende Hinweise: 1. Wenn Sie per Hand ausfüllen, verwenden Sie bitte BLOCKBUCHSTABEN und schreiben Sie immer genau ein Zeichen pro Kästchen. 2. Verwenden Sie bitte ausschließlich schwarze oder blaue Kugelschreiber bitte niemals rot schreiben! Produktmerkmale Kein Entgeltabzug vom Ursprungsbetrag Maximale Überweisungsdauer (1-2 Geschäftstage) Keine Änderung der Entgelte gegenüber heute Kein Betragslimit Standardisierte Zahlungsabwicklung Einheitliche Formate für nationale und internationale Zahlungen Erweiterter Verwendungszweck (140 Zeichen) Neuer Zahlungsbeleg Einheitlicher Rechtsrahmen Dauerauftrag, periodischer Auftrag Der Dauerauftrag eignet sich insbesondere für regelmäßig wiederkehrende, gleichlautende Zahlungen, wie zum Beispiel Betriebskosten. Sie erteilen einmalig einen Auftrag, wir überweisen regelmäßig zum gewünschten Zeitpunkt. Diesen Service bieten wir selbstverständlich auch für wiederkehrende Überweisungen ins Ausland an. Natürlich können Sie auch per ELBA-electronic banking und ELBA-internet wiederkehrende Aufträge speichern und zu den vorher definierten Fälligkeiten absenden. Darüber hinaus haben Sie auch die Möglichkeit, Daueraufträge zu erfassen, zu verwalten und zu löschen. 3. Beim Schreiben des Betrages bitte die Kästchen einhalten und das vorgegebene Komma beachten. Beim maschinellen Ausfüllen des Betrages setzen Sie bitte das Komma selbst. 4. Tragen Sie hier EmpfängerIn, IBAN und BIC ein. Der Auftrag wird ausschließlich anhand IBAN/BIC des/der Empfänger/in ausgeführt. Tipp: Bei Inlandsüberweisungen ist kein BIC erforderlich. SEPA-Zahlungsanweisung Mit der neuen SEPA-Zahlungsanweisung können von österreichischen Konten unter Angabe von IBAN - und international von IBAN und BIC - Euro-Überweisungen ins Inland und in alle übrigen europäischen Länder des SEPA-Raumes beauftragt werden. Die SEPA-Zahlungsanweisung löst die bestehenden Zahl- und Erlagscheine, Überweisungen und EU-Standardüberweisungen ab. 5. Tragen Sie hier unbedingt Ihre eigene IBAN ein. (BLZ und Kontonummer reichen nicht!) 8

9 Raiffeisen SEPA-Lastschrift (SEPA Direct Debit Core) Mit der SEPA-Lastschrift können Forderungen von Kunden im SEPA-Raum (EU-27, EWR-Länder, Schweiz und Monaco) einfach, schnell und kosteneffizient eingezogen werden. Produktmerkmale Der Geltungsbereich umfasst die Länder der EU-27, die EWR-Länder (Norwegen, Island und Liechtenstein), die Schweiz und Monaco. Verpflichtende Teilnahme - seit November 2010: alle Banken im EURO-Raum - ab November 2014: alle Banken in den restlichen Ländern des SEPA-Raumes Die verwendete Währung ist ausschließlich EURO. Der Zahlungsempfänger bestimmt den Fälligkeitstag (= Einzugstermin), d.h. alle Zahlungspflichtigen werden am selben Tag belastet. Rechtzeitige Beauftragung des Einzugs durch den Zahlungsempfänger in elektronischer Form - bei Erst- bzw. Einmal-Einzügen 5 Tage vor dem Fälligkeitstag** - bei wiederkehrenden Einzügen 2 Tage vor dem Fälligkeitstag** IBAN und BIC werden als Merkmale zur Kontoidentifizierung verwendet. Creditor-ID (Zahlungsempfängerkennung) und Mandatsreferenz dienen als eindeutige Kennung des Zahlungsempfängers. Die Gutschrift für den Zahlungsempfänger erfolgt mit Valuta Fälligkeitstag. Es gilt ein Rückgaberecht des Zahlungspflichtigen (ohne Angabe von Gründen) innerhalb von 8 Wochen nach Abbuchung. Vorteile für den Kunden Hohe Erreichbarkeit durch ein einheitliches Einzugsverfahren für Österreich und die restlichen europäischen Länder. Es sind keine Konten im jeweiligen Land mehr erforderlich. Der Zahlungsempfänger bestimmt den Einzugstermin und kann die Häufigkeit der Einzüge (in Abstimmung mit dem Bezogenen) variieren. Die Einzüge sind einfach und kosteneffizient. Eine automatisierte Rückrechnungs-Verarbeitung ist möglich. Fristen Der Fälligkeitstag (Due Date) ist vom Einreicher zu definieren. Belastung und Gutschrift erfolgen am Fälligkeitstag. Einreich-Zyklen: - Vorabinformation Schuldner bis D-14 Kalendertage* - Einreichung frühestens D-14 Kalendertage möglich - 5 Tage für Erst- oder Einmallastschriften (ONE-off s)** - 2 Tage vor Fälligkeit für wiederkehrende Einzüge** - Die Rückgabefrist beträgt 56 Kalendertage bzw. 13 Monate (wenn kein Mandat vorliegt) SEPA-Lastschriften sind nicht bei Sicht fällig, sondern im vorgeschriebenen Zeitablauf auszuführen. Unterzeichnung des Mandats Benachrichtigung Empfänger an Zahlungspflichtigen (PreNotification) Früheste Übermittlung SDD an Bank des Zahlungspflichtigen Späteste Übermittlung SDD an Bank des Zahlungspflichtigen bei Einmal- und Erstlastschriften Späteste Übermittlung SDD an Bank des Zahlungspflichtigen bei wiederholten Lastschriften Belastung Zahlungspflichtiger Interbanksettlement D-14* D-5** D-2** Settlement, Debit & Due D+8 Wochen D+13 Monate mögliche Rückweisung mögliche Rückbelastung: - ohne Grund bis 8 Wochen - bei nicht autorisierten SDD (kein Mandat) bis 13 Monate * Abweichende Vereinbarungen mit den Zahlungspflichtigen sind möglich. ** Buchungsschnitt für eine taggleiche Verarbeitung von SEPA-Lastschriften ist 9.00 Uhr an Bankwerktagen (bei Einreichung an die Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg). 9

10 SEPA Zahlungsverkehr Raiffeisen SEPA-Firmenlastschrift (SEPA Direct Debit B2B) Zusätzlich zum Raiffeisen SEPA-Lastschrift bieten wir für Firmenkunden ein speziell auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmtes Produkt den Raiffeisen SEPA-Firmenlastschrift an. Mit dem Raiffeisen SEPA-Firmenlastschrift können Firmenkunden als Empfänger von Zahlungen anderer Firmenkunden im SEPA-Raum offene Forderungen einziehen. Diese Einzüge sind final, d.h. der Zahlungspflichtige kann gegen die Belastung keinen Einspruch erheben. Produktmerkmale Der Geltungsbereich umfasst die teilnehmenden Banken in den Ländern der EU-27, der EWR-Länder (Norwegen, Island und Liechtenstein) sowie der Schweiz und Monaco. Die Teilnahme der Banken am SEPA-Firmenlastschrift ist optional (die Erreichbarkeit der Banken für den SEPA-Firmenlastschrift kann auf der Homepage des EPC geprüft werden: Die Währung ist ausschließlich EURO. Der SEPA-Firmenlastschrift gilt nur für Einzüge zwischen Firmenkunden. Der Zahlungsempfänger bestimmt den Fälligkeitstag (= Einzugstermin), d.h. alle Zahlungspflichtigen werden am selben Tag belastet. Beauftragung des Einzugs durch den Zahlungsempfänger in elektronischer Form 1 Tag** vor dem Fälligkeitstag. IBAN und BIC werden als Merkmale zur Kontoidentifizierung verwendet. - Die Gutschrift für den Zahlungsempfänger erfolgt mit Valuta Fälligkeitstag. - Zahlungspflichtiger (Debitor) muss das unterfertigte Mandat seiner Bank übermitteln. Vorteile für den Kunden Es ist keine Rückrechnung nach Kontobelastung des Zahlungspflichtigen möglich. Es sind keine Konten im jeweiligen Land mehr erforderlich. Der Zahlungsempfänger bestimmt den Einzugstermin und kann die Häufigkeit der Einzüge (in Abstimmung mit dem Bezogenen) variieren. Die Einzüge sind einfach und kosteneffizient. istockphoto Unterzeichnung des Mandats Benachrichtigung Empfänger an Zahlungspflichtigen (PreNotification) Früheste Übermittlung SDD an Bank des Zahlungspflichtigen Späteste Übermittlung SDD an Bank des Zahlungspflichtigen bei Einmal- und Erstlastschriften sowie bei wiederholten Lastschriften Belastung Zahlungspflichtiger Interbanksettlement D-14* D-1** Settlement, Debit & Due D+3 Monate mögliche Rückweisung mögliche Rückbelastung: bei nicht autorisierten SDD (kein Mandat) bis 3 Monate * Abweichende Vereinbarungen mit den Zahlungspflichtigen sind möglich. ** Buchungsschnitt für eine taggleiche Verarbeitung von SEPA-Lastschriften ist 9.00 Uhr an Bankwerktagen (bei Einreichung an die Raiffeisen Bankengruppe Vorarlberg). 10

11 Mandatsgestaltung Raiffeisen SEPA-Lastschrift (SEPA Direct Debit Core) Mandatsgestaltung Ein SEPA-Lastschriftmandat kann sowohl als eigenes Mandat gestaltet werden als auch als Bestandteil eines Bestellformulars etc. Mandatssprache und Mandatstext Das Mandat muss für die Verwendung in Österreich in deutscher Sprache verfasst sein. Für die Verwendung bei grenzüberschreitenden Einzügen ist jeweils die Landessprache zu verwenden. Im Zweifelsfall muss zusätzlich die englische Version verwendet werden. Die unter dem Absatz Textierung des SEPA-Mandats auf der nächsten Seite beschriebenen, verpflichtenden Mandatstexte stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne auch in den Sprachen der verschiedenen SEPA-Länder zur Verfügung. (Oder Download unter Mandatsreferenz Für jedes SEPA-Mandat ist eine eindeutige, entweder bestehende oder frei zu wählende Bezeichnung festzulegen. Tipp: Geeignet sind zb. Kundennummer, Vertragsnummern oder Abonummern. Allerdings ist sie einmalig, dh. sie darf nicht verändert werden. Bestandteile des Mandatsformulars Jedes SEPA-Lastschriftmandat umfasst folgende Bestandteile, von denen einige verpflichtend anzugeben sind, andere optional verwendet werden können. Eigenes Formular Kombiniertes Formular Titel SEPA-Lastschriftmandat / SEPA B2B-Lastschriftmandat (Firmenlastschrift) verpflichtend verpflichtend 1 Mandatsreferenz optional optional 2 Name des Zahlungspflichtigen verpflichtend verpflichtend 3 Adresse des Zahlungspflichtigen Straße und Hausnummer Postleitzahl und Ort verpflichtend verpflichtend Land 4 IBAN des Zahlungspflichtigen verpflichtend verpflichtend 5 BIC der Bank des Zahlungspflichtigen verpflichtend verpflichtend 6 Name des Zahlungsempfängers verpflichtend verpflichtend 7 Creditor-ID verpflichtend verpflichtend 8 Adresse des Zahlungsempfängers Straße und Hausnummer Postleitzahl und Ort verpflichtend verpflichtend Land 9 Art der Zahlung (einmalig, wiederkehrend) optional optional 10 Ort und Datum der Unterschrift(en) verpflichtend verpflichtend 11 Unterschrift(en) verpflichtend verpflichtend 12 Zahlungspflichtiger-Kennung optional optional 13 ursprünglicher Zahlungspflichtiger optional optional 14 ursprüngliche Zahlungspflichtiger-Kennung optional optional 15 ursprünglicher Zahlungsempfänger optional optional 16 ursprüngliche Zahlungsempfänger-Kennung optional optional 17 Vertragsnummer optional optional 18 Vertragsbeschreibung optional optional 11

12 SEPA Zahlungsverkehr Textierung des SEPA-Mandats Zur Textierung des SEPA-Lastschriftformulars ist am Formular folgende Textierung zu verwenden: Ich ermächtige / Wir ermächtigen (Name des Zahlungsempfängers), Zahlungen von meinem / unserem Konto mittels SEPA-Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein / weisen wir unser Kreditinstitut an, die von (Name des Zahlungsempfängers) auf mein / unser Konto gezogenen SE- PA-Lastschriften einzulösen. Ich kann / Wir können innerhalb von acht Wochen, beginnend mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit meinem / unserem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen. Anmerkung Bei Verwendung der optionalen Felder sind ebenfalls entsprechende Textierungen zu beachten, die wir Ihnen auf Anfrage gerne mitteilen. Raiffeisen SEPA Firmenlastschrift (SEPA Direct Debit B2B) Mandatsgestaltung Ein SEPA B2B-Mandat kann sowohl als eigenes Mandat als auch als Bestandteil eines Bestellformulars etc. gestaltet werden. Mandatssprache und Mandatstext Das SEPA B2B-Mandat muss für die Verwendung in Österreich in deutscher Sprache verfasst sein. Für die Verwendung bei grenzüberschreitenden SEPA B2B-Lastschriften ist jeweils die Landessprache zu verwenden. Im Zweifelsfall muss zusätzlich die englische Version verwedendet werden. Die unter dem Absatz Textierung des SEPA-Mandats beschriebenen, verpflichtenden SEPA B2B-Mandatstexte stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne auch in den Sprachen der verschiedenen SEPA-Länder zur Verfügung. Mandatsreferenz Eine eindeutige, frei zu wählende Nummer zur Identifikation des Mandats. Textierung des SEPA B2B-Mandats Zur Textierung des SEPA B2B-Mandats ist am Formular folgende Textierung zu verwenden: Ich ermächtige / Wir ermächtigen (Name des Zahlungsempfängers), Zahlungen von meinem / unserem Konto mittels SEPA B2B-Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein / weisen wir unser Kreditinstitut an, die von (Name des Zahlungsempfängers) auf mein / unser Konto gezogenen SEPA B2B-Lastschriften einzulösen. Hinweis Dieses SEPA B2B-Lastschriftmandat dient nur dem Einzug von SEPA B2B-Lastschriften, die auf Konten von Unternehmen gezogen sind. Ich bin (wir sind) nicht berechtigt, nach der erfolgten Einlösung eine Erstattung des belasteten Betrages zu verlangen. Ich bin (Wir sind) berechtigt, mein (unser) Kreditinstitut bis zum Fälligkeitstag anzuweisen, SEPA B2B-Lastschriften nicht einzulösen. Creditor-ID Rahmenbedingungen Das SEPA-Lastschriftverfahren (SEPA Direct Debit SDD), welches im November 2009 in Österreich eingeführt wurde, sieht die verpflichtende Mitgabe einer Identifizierung des Lastschrifteinreichers (Creditor Identifikation, CID) mit jeder Lastschrift vor. In Verbindung mit der vom Lastschrifteinreicher (Creditor) vergebenen und gleichfalls mitzugebenden Mandatsreferenznummer ergibt sich eine eindeutige Identifizierbarkeit eines Mandats, so dass der Lastschriftbezogene (Debitor) eine Mandatsprüfung vornehmen kann. Da es in Österreich bisher kein nationales Kennzeichen gab, musste ein solches neu eingeführt werden. In Abstimmung mit allen österreichischen Banken übernimmt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) die zentrale Ausgabe und Verwaltung der Creditor-ID s. Die Creditor-ID-Datenbank kann seit dem 26. Juni 2009 im Echtbetrieb genutzt werden. istockphoto Bestandteile des Mandatsformulars Jedes SEPA B2B-Lastschriftmandat umfasst 19 Bestandteile, von denen einige verpflichtend anzugeben sind, andere optional verwendet werden können. Details dazu entnehmen Sie der Tabelle auf Seite

13 Grundsätzliches Die Creditor-ID dient der eindeutigen Identifizierung des Creditors und in Verbindung mit der Mandatsreferenznummer auch der Identifizierung des Mandats. Sie ist aber keinesfalls ein Gütesiegel der OeNB hinsichtlich der Bonität oder Zuverlässigkeit des Lastschrifteinreichers und stellt auch keine formelle Zulassung zum SEPA-Lastschriftverfahren dar. Der Antrag für eine CID darf ausschließlich durch die Hausbank des Creditors gestellt werden. Eine direkte Beantragung durch den Creditor bei der OeNB ist nicht möglich. Die Zulassung zum Lastschriftverfahren erfolgt ebenfalls durch die Hausbank des Lastschrifteinreichers. Die Überprüfung der eingereichten Daten im Zuge der Antragstellung muss durch das beantragende Finanzinstitut erfolgen. Im Rahmen der Zahlungsabwicklung erfolgt keine Plausibilisierung der im Datensatz angegebenen CID gegen die Datenbestände der OeNB. Die Creditor-ID ist zwar verpflichtend im Datensatz des SEPA Direct Debit (SDD) mitzugeben, die in die SDD-Abwicklung einbezogenen Banken (Debitor Bank, Creditor Bank, zwischengeschaltete Institute) sind jedoch zu keinen über die Berechnung der Prüfziffer hinausgehenden Validierungen verpflichtet. Vergabeprozess Der zuständige Sachbearbeiter der Hausbank des Creditors startet den Vergabeprozess, welcher über ein elektronisches Verfahren via Internet durchgeführt wird. Ausschließlich bei protokollierten Creditoren (sind im Firmenbuch eingetragen) erfolgt die Vergabe der Creditor- ID vollautomatisiert. Bei jenen Antragstellern, die nicht im Firmenbuch eingetragen sind, wird die Creditor-ID erst nach entsprechender Überprüfung der im Rahmen der Antragstellung übermittelten Daten seitens der OeNB vergeben. Die vergebene Creditor-ID wird der antragstellenden Bank per mitgeteilt, eine Kopie dieser Mitteilung ist dem Creditor auszuhändigen. Im Falle eines Wechsels der Hausbank bleibt die Creditor-ID bestehen und die neue Hausbank kann vom Creditor mittels der oben erwähnten Kopie über die bestehende Creditor-ID informiert werden. Aufbau der österreichischen Creditor-ID Im Rahmen der Vorgaben des European Payments Council (EPC) sowie basierend auf einer Vereinbarung im Austrian Payment Council (APC) hat die Creditor-ID in Österreich eine Gesamtlänge von 18 Stellen (fix) mit folgendem Aufbau: AT 02 ZZZ Inhalt ISO-Ländercode Prüfziffer Business Area Code Nationales Identifikationsmerkmal Format zweistellig, alphanumerisch zweistellig, numerisch dreistellig, alphanumerisch elfstellig, numerisch Bemerkungen nur Großbuchstaben: immer Konstante AT verwendet wird der gleiche Algorithmus wie bei der IBAN; wird aus den Stellen 1 2 sowie 8 18 errechnet wird bei Ausgabe immer mit der Konstanten ZZZ belegt und kann vom Antragsteller z. B. zur Kennzeichnung einzelner Geschäftsbereiche beliebig durch alphanumerische Zeichen ersetzt werden; wird nicht in die Prüfzifferberechnung einbezogen erste Stelle: Konstante 0 Stellen 2-11: fortlaufende Nummerierung beginnend mit 1 ; mit führenden Nullen auf 11-stelliges nationales Identifikationsmerkmal erweitert 13

14 SEPA Zahlungsverkehr Die 32 SEPA Teilnehmer-Staaten Belgien Bulgarien Dänemark Deutschland Estland Finnland Frankreich Griechenland Großbritannien Irland Island Italien Lettland Liechtenstein Litauen Luxemburg Malta Monaco Niederlande Norwegen Österreich Polen Portugal Rumänien Schweden Schweiz Slowakei Slowenien Spanien Tschechien Ungarn Zypern IBAN weltweit (Auswahl) Land Länge Beispiel einer IBAN SEPA Andorra 24 AD Belgien 16 BE Bosnien Herzegowina 20 BA Bulgarien 22 BG80 BNBG Dänemark 18 DK Deutschland 22 DE Estland 20 EE Färöer Inseln 18 FO Finnland 18 FI Frankreich 27 FR M Gibraltar 23 GI75 NWBK Griechenland 27 GR Grönland 18 GL Großbritannien 22 GB29 NWBK Irland 22 IE29 AIBK Island 26 IS Italien 27 IT60 X Kroatien 21 HR Lettland 21 LV80 BANK Liechtenstein 21 LI A A Litauen 20 LT Luxemburg 20 LU Malta 31 MT84 MALT MTLC AST0 01S Mauritius 30 MU56 BOMM istockphoto 14

15 Land Länge Beispiel einer IBAN SEPA Mazedonien 19 MK Monaco 27 MC M Montenegro 22 ME Niederlande 18 NL91 ABNA Norwegen 15 NO Österreich 20 AT Polen 28 PL Portugal 25 PT Rumänien 24 RO49 AAAA 1B San Marino 27 SM62 Y Schweden 24 SE Schweiz 21 CH Serbien 22 RS Slowakei 24 SK Slowenien 19 SI Spanien 24 ES Tschechien 24 CZ Tunesien 24 TN Türkei 26 TR Ungarn 28 HU Zypern 28 CY istockphoto 15

16 Anhang istockphoto FAQs zu SEPA Was ist SEPA? Geschichte Mit dem Start der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) sowie der Einführung des Euro als gemeinsame Währung wurde der Grundstein für die Single Euro Payments Area (SEPA) gelegt. Die Vision von SEPA verfolgt das ambitionierte Ziel, eine integrierte europäische Zahlungsverkehrslandschaft zu schaffen. Die Vision eines einheitlichen europäischen Zahlungsverkehrsraumes wurde in der sogenannten Lisbon Summit 2000 von den europäischen Politikern vor allem der Europäischen Kommission sowie von Lobby Groups wie z.b. Globals Banks, Konsumentenschutzverbänden etc. ins Leben gerufen. Ziel ist, die EU zur führenden Region der Welt in den verschiedensten Bereichen voranzutreiben. SEPA ist ein gemeinsames Projekt der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und der europäischen Banken (European Payments Council). PSD (Payment Services Directive) Die PSD stellt den rechtlichen Rahmen für SEPA (ganz speziell für das neue europäische Einzugsverfahren) dar und formuliert die Bedingungen zur Schaffung eines einheitlichen Zahlungsverkehrsraumes in Europa. Es handelt sich um eine Richtlinie der EU, die von den Mitgliedsstaaten bis November 2009 in nationales Recht umzusetzen war. Die Richtlinie stellt eine Mindestanforderung dar, die von der nationalen Gesetzgebung noch enger ausgelegt werden kann. In Österreich wurden die Vorgaben dieser EU-Richtlinie im Zahlungsdienstegesetz (ZaDiG) umgesetzt, das mit 1. November 2009 in Kraft trat. Dies ist auch der Grund, warum das neue europäische Einzugsverfahren als neues Zahlungsverkehrsprodukt erst seit November 2009 zur Verfügung steht. Die Payment Services Directive regelt die verschiedensten Rechte und Pflichten aller am Zahlungsverkehr Beteiligten (z.b. Ausführungszeiten, Valutierungsvorschriften etc.). Ziel Langfristiges Ziel von SEPA ist die vollständige Ablöse der nationalen Instrumente und Verfahren, d.h. es wird zukünftig nur mehr den europäischen Zahlungsverkehr geben. Alle Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen im europäischen Binnenmarkt können dann auf die gleiche effiziente und kostengünstige Weise wie die nationalen Zahlungen abgewickelt werden. 16

17 istockphoto Was ändert sich? Neue innovative Zahlungsverkehrslösungen für nationale und internationale Zahlungen werden im Einklang mit den rechtlichen Bestimmungen aus der PSD vom EPC (European Payments Council) erarbeitet. Vereinfacht gesagt wird sich nach vollzogener Umstellung auf SEPA alles geändert haben (neue Belege, neue Datenformate, neue Produkte etc.). ALT NEU Format EDIFACT XML Belege Produkt Lastschrift Produkt Überweisung Lastschrift / Einzugsermächtigung Inlands- bzw. EU-Überweisung Zahlschein / Erlagschein Zahlungsanweisung SEPA-Lastschrift / SEPA-Firmenlastschrift SEPA-Überweisung Welche neuen Produkte werden angeboten? Raiffeisen SEPA-Überweisung Raiffeisen SEPA-Eilüberweisung Raiffeisen SEPA-Lastschrift Raiffeisen SEPA-Firmenlastschrift Für detaillierte Produktbeschreibungen stellen wir Ihnen gerne unsere Produktblätter zur Verfügung. SEPA-Kartenzahlungen SEPA-Kartenzahlungen werden gemäß einer Reihe von Grundsätzen abgewickelt, an die sich Kartenausgeber, Acquirer, Kartensysteme und Betreiber anpassen müssen. Diese Grundsätze wurden vom EPC entwickelt und werden als Rahmenwerk für die Abwicklung von SEPA-Kartenzahlungen bezeichnet. Eigenschaften der SEPA-Kartenzahlungen Karteninhaber können mit einer Karte überall im Euro- Währungsgebiet bezahlen (lediglich eingeschränkt durch die Akzeptanz der Kartenmarke durch die Händler). Karteninhaber und Händler können überall im Euroraum Kartenzahlungen in gleicher Art und Weise veranlassen bzw. entgegennehmen. Kartenprozessoren werden miteinander in Wettbewerb treten und ihre Dienstleistungen überall im Euroraum anbieten können; infolgedessen wird der Markt für die Verarbeitung von Kartenzahlungen wettbewerbsfähiger, verlässlicher und kosteneffizienter. Welche Länder nehmen an SEPA teil? SEPA umfasst die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, d.h. Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, und Zypern. Darüber hinaus nehmen auch die Länder Island, Liechtenstein, Norwegen sowie die Schweiz und Monaco teil. Somit umfasst SEPA 32 europäische Staaten. Die französischen Überseegebiete Französisch Guyana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Pierre & Miquelon und Mayotte sowie das britische Überseegebiet Gibraltar zählen ebenfalls zum SEPA-Raum. Was ändert sich für mich? Für Privatkunden Konsumenten werden nur noch ein einziges Konto bei ihrer Raiffeisenbank benötigen. Von diesem Konto aus können sie dann alle Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen im europäischen Binnenmarkt auf die gleiche effiziente Weise wie die Zahlungen im Inland abwickeln. Beispiele: Miete für im Ausland studierende Kinder oder Urlaubsunterkunft, Rechnungen von europäischen Unternehmen wie Mobilfunkanbietern, Versicherungs- und Versorgungsunternehmen. Personen, die nicht nur in ihrem Heimatland leben, arbeiten oder studieren, werden neben dem Konto bei ihrer Hausbank kein zusätzliches Konto im Ausland mehr benötigen. Die Verwendung von Zahlungskarten wird effizienter werden, da dieselbe Karte für alle Euro-Zahlungen verwendet werden kann. Für Unternehmen Die neuen Verfahren bieten insbesondere kleineren und mittelständischen Unternehmen die Chance zur Erschließung neuer Beschaffungs- und Absatzmärkte im europäischen Ausland. Zudem ist SEPA die Chance für eine weitere Modernisierung der Zahlungsverkehrsabwicklung, wenn z.b. Zahlungsvorgänge und internes Rechnungswesen noch besser verzahnt werden. Einheitliche Daten für alle europäischen Geschäftspartner. Egal, ob im Inland oder Ausland - die Stammdaten wie IBAN und BIC sind einheitlich. Durch diese identische Nutzung minimiert sich der Aufwand in der Kundenverwaltung. 17

18 Anhang Was ändert sich dadurch in meiner Buchhaltung? Um die SEPA-Produkte nutzen zu können, sind sowohl bei den Banken als auch beim Kunden einige organisatorische Anpassungen vorzunehmen. So müssen z.b. EDV-Systeme den neuen Verfahren (XML-Format) und Datenbanken den veränderten Anforderungen angepasst werden. Wie umfangreich die Auswirkungen sein werden, hängt von den Definitionen der neuen Produkte und Formate ab. Mit ELBA-electronic banking, ELBA-internet und MultiCash sind unsere Kunden automatisch SEPA-ready. Kunden die SEPA-Produkte beauftragen möchten, können mit der aktuellen Version des Electronic Banking-Produktes an SEPA teilnehmen. SEPA Formate Vor dem Hintergrund der angestrebten automatisierten Verarbeitung (Straight Through Processing) hat das European Payments Council (EPC) für das zu verwendende Datenformat zur Einreichung von beleglosen SEPA Überweisungen und SEPA-Lastschrift eine europaweit einheitliche Empfehlung erarbeitet. Dieses so genannte SEPA-Datenformat basiert auf dem Standard UNIFI (ISO 20022). Für eine effiziente Nutzung innerhalb der EU wurden Einschränkungen an ISO vorgenommen, welche durch das EPC im Dezember 2006 verabschiedet wurden. Während die Implementation Guidelines die Datenformate für den Interbankenzahlungsverkehr (pacs-nachrichtentypen) verbindlich festlegen, haben die Spezifikationen für die Kunde-Bank- Schnittstelle (pain-nachrichtentypen) nur empfehlenden Charakter. Die genauen Format-Spezifikationen der Kunde- Bank-Nachrichten für Österreich stehen auf zur Verfügung. Wann war der Start für SEPA? Seit dem 28. Jänner 2008 werden bereits neben den bestehenden nationalen Zahlungsverkehrsprodukten die neuen pan-europäischen SEPA-Instrumente, die sowohl national als auch grenzüberschreitend eingesetzt werden können, angeboten. SEPA Lastschriften und SEPA Firmenlastschriften sind seit Inkrafttreten der EU-Richtlinie (PSD) am 5. Dezember 2007, welche den rechtlichen Rahmen für grenzüberschreitende Einzüge innerhalb des SEPA Raumes schafft, möglich. Was ändert sich bei meinen Kosten? Die EU-Richtlinie (PSD) sieht vor, die Entgeltverrechnung für den Kunden geändert darzustellen. In diesem Zusammenhang wird der österreichische Standard, der auch bei den bestehenden EU-Standardüberweisungen gilt, für alle SEPA-Transaktionen gelten. D.h. kein Entgeltabzug durch Zwischenbanken vom Überweisungsbetrag. Die verrechneten Entgelte werden dem Kunden exakt ausgewiesen (in einer eigenen Buchung). Was wird billiger, was wird teurer? Bei jenen Zahlungen, die jetzt der EU-Verordnung Nr. 924/2009 (in der der Grundsatz gleicher Gebühren für grenzüberschreitende und für vergleichbare inländische Zahlungen innerhalb der EU festgelegt wurde) unterliegen, gibt es auch unter SEPA keine Preisunterschiede zwischen nationalen und grenzüberschreitenden Zahlungen. Wo bekomme ich SEPA-Unterstützung? Ihr Raiffeisen Berater informiert Sie gerne näher zum Thema SEPA und übermittelt Ihnen die detaillierten Produktinformationen. Auf offizieller Ebene erhalten Sie zusätzlich folgende Informationen: Die österreichische Studiengesellschaft für Zusammenarbeit im Zahlungsverkehr veröffentlicht die XML-Formatbeschreibungen für SEPA: Die Europäische Zentralbank stellt auf ihrer Homepage diverse SEPA Informationen zur Verfügung: European Payments Council: Austrian Payments Council: 18

19 istockphoto Ändert SEPA auch das Raiffeisen Internet Banking? Mit ELBA-internet sind Sie automatisch SEPA-ready. Wenn Sie SEPA Produkte beauftragen möchten, können Sie mit der aktuellen Version aller Raiffeisen Electronic Banking-Produkte an SEPA teilnehmen. Gibt es Änderungen bei den Kontoauszügen? Die Inhalte des Papierauszuges werden an die SEPA- Informationen angepasst. Es ist gewährleistet, dass alle relevanten Informationen am Kontoauszug zur Verfügung gestellt werden. Sind auch andere Bankprodukte betroffen? SEPA ist die Single Euro PAYMENTS Area und betrifft daher ausschließlich den europäischen Zahlungsverkehr. Muss ich meine Daueraufträge ändern? Inlands- bzw. EU-Daueraufträge werden von Ihrer Bank zum gegebenen Zeitpunkt automatisch auf eine Raiffeisen SEPA Überweisung geändert. Die Umstellung bedarf keiner gesonderten Beauftragung. Bekomme ich mein Geld/Gehalt schneller? Die Laufzeit einer SEPA-Überweisung, von der Verarbeitung bei der Auftraggeberbank bis zur Verfügbarkeit für den Empfänger, ist genau geregelt und darf maximal drei Bankwerktage betragen. Mit einem Raiffeisenkonto haben Sie diesen Vorteil schon heute. Gibt es neue Belege / Drucksorten / Ausfüllhilfen? Für die SEPA-Überweisung gibt es den Beleg Zahlungsanweisung, der seit Jänner 2008 zur Verfügung steht und die nationalen Zahlungsbelege Zahlschein/Erlagschein, Überweisung und EU-Standardüberweisung bis Februar 2014 ablöst. SEPA-Lastschriften können ausschließlich elektronisch (über Electronic Banking, Datenträger) bei Banken eingereicht werden, es gibt keinen Beleg. Für das vorab zwischen Zahlungsempfänger und Zahlungspflichtigen abzuschließende Mandat wird es keine einheitliche deutschsprachige Drucksorte geben. Es sind jedoch bestimmte Mindestbestandteile bei der Mandatsgestaltung zu beachten. (siehe Seite 11) Die Belege, Drucksorten und Ausfüllhilfen wird Ihnen Ihr Kundenbetreuer gerne bereitstellen wurde die Laufzeit noch weiter verkürzt: für elektronische Aufträge ein Bankwerktag für beleghafte Aufträge zwei Bankwerktage 19

20 Anhang Ab wann müssen Überweisungen als SEPA beauftragt werden? Sie können weiterhin zwischen den bestehenden Überweisungsprodukten und den neuen SEPA-Produkten frei wählen. Die SEPA-Einführung ist ein laufender Migrationsprozess, d.h. langfristig ist eine Umstellung auf die SEPA- Produkte (sowohl für inländische als auch für grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb des Geltungsbereiches) unumgänglich. (Siehe Zeitplan auf Seite 6) Ab wann muss die SEPA Zahlungsanweisung anstatt des Zahlscheines verwendet werden? Die Ablöse der nationalen Zahlungsbelege Zahlschein/Erlagschein, Überweisung und EU-Standardüberweisung durch die Zahlungsanweisung erfolgt bis Februar Da die österreichischen Banken ab diesem Zeitpunkt diese Belege nicht mehr akzeptieren, wird ein rechtzeitiger Umstieg auf SEPA empfohlen. In welcher Form erhalte ich Unterstützung bei der SEPA- Umstellung? Neben aktuellen Information zu allen SEPA-Themen, unterstützen wir Sie auf Anfrage gerne bei der Umstellung von österreichischen BLZ/Kontonummern auf BIC/IBAN mit dem IBAN- Konvertierungsservice unter Ebenso übermitteln wir Ihnen gerne die notwendigen Formatbeschreibungen bzw. stehen für Tests zur Verfügung. Auch führen wir für Sie gerne die Beantragung Ihrer Creditor-ID durch. Wie erhalte ich bei bereits bestehenden Aufträgen am einfachsten IBAN und BIC meiner Kunden? Wir empfehlen Ihnen, IBAN und BIC beim Zahlungspflichtigen selbst zu erfragen. Als Alternative können mit dem IBAN-Konvertierungs-Service für österreichische Kontoverbindungen für jede BLZ und Kontonummer die entsprechende IBAN und BIC ermittelt werden. Wird für SEPA Überweisungen innerhalb Österreichs auch der BIC erforderlich sein? Nein, innerhalb Österreichs reicht die IBAN alleine aus, um den Empfänger einer SEPA Überweisung zu kennzeichnen. Wird es ein SEPA-Nachfolgeprodukt für den Retourdatenträger (CREMUL/DEBMUL) geben? Ja, es wird in späterer Folge auch einen XML-Standard für den Retourdatenträger geben. Bis auf Weiteres werden auch die SEPA-Zahlungseingänge (analog der EU- Überweisungseingänge) am Retourdatenträger in der V3/ EDIFACT-Norm ausgegeben. Über die Befüllungsregeln informiert Sie Ihr Kundenberater gerne. Können bei SEPA Zahlungen auch Geschäftsvorfallcodes (z.b. SAL für Löhne) angeliefert werden? Ja, im SEPA-Datenformat ist dafür das Feld Local Instrument vorgesehen. Die verwendeten Codes sind aber vorab mit der Bank zu vereinbaren. Wie erhalte ich IBAN und BIC von Kunden außerhalb Österreichs? Für Kontoverbindungen in anderen Ländern des SEPA Raumes steht kein IBAN-Konvertierungs-Service zur Verfügung. Die Daten sind direkt vom jeweiligen Kontoinhaber zu erfragen. Woher bekomme ich eine Creditor-ID? In Österreich wird die Creditor-ID von der OeNB im Auftrag der Banken vergeben. Die Bestellung erfolgt formlos über Ihren Kundenbetreuer. Wie kann ich bei der Umstellung auf SEPA in meiner Kundendatenbank am effizientesten die erforderlichen Mandatsreferenzen ergänzen? Am einfachsten verwenden Sie eine vorhandene Referenz als Mandatsreferenz (z.b. Kundennummer, Vertragsnummer, Abo-Nummer, Versicherungsnummer etc.) oder Sie vergeben eine neue Referenznummer in einer eigenen Spalte. Vorhandene Daten sollten aber jedenfalls geprüft werden, ob alle für eine Auftragsweiterleitung notwendigen Mandatsdaten vorliegen bzw. ergänzt werden können (z.b. Datum der Ausstellung des Mandats etc.). 20

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