WOCHENBAROMETER MARKTBERICHT VOLKSWIRTSCHAFT

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1 MARKTBERICHT VOLKSWIRTSCHAFT WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 Die Shenzhen-Blase Es ist beunruhigend: Die Entwicklung des chinesischen Aktienmarktes weist eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Kursanstieg des Nasdaq-Aktienindex kurz vor dem Platzen der Technologieblase im März 2000 auf. Dies trifft insbesondere auf den technologielastigen Shenzhen-Index zu, der sich innerhalb eines Jahres verdreifacht hat und ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 75 aufweist. Beim Nasdaq- Index lag der entsprechende Wert Ende 1999 bei rund 30. "Na und?", werden Sie möglicherweise mit Bezug auf den berühmten Sack Reis sagen. "Na und" und China passt aber heute nicht mehr zusammen. Der Shanghai Aktienindex ist nach Marktkapitalisierung mittlerweile der drittgrößte der Welt, der Shenzhen-Index zählt zu den Top 10. Daraus ergeben sich mehrere Übertragungskanäle eines möglichen Crashs auf die globale Konjunktur und die Zinslandschaft. 1. In China gibt es mittlerweile 163 Millionen Wertpapierdepots, die meisten davon in den Händen von jungen Menschen unter 35 Jahren, die als besonders konsumkräftig und -freudig gelten. Man muss bei einem Absturz der Aktienkurse mit einem kräftigen Rückgang des privaten Konsums in dieser Gesellschaftsgruppe rechnen. Bremst die zweitgrößte Lokomotive der Weltwirtschaft aber stärker ab als man das bisher erwartet, dürften auch die Exporteure in Deutschland, der Eurozone und anderen Regionen weniger Aufträge aus China erhalten. Ein schwächerer Wachstumsausblick könnte den Renditeauftrieb schwächen oder sogar zu einem Renditerückgang führen. 2. Bereits heute haben die so genannten H-Aktien aus China (diese werden nur in Hong Kong gehandelt und sind damit traditionell für ausländische Investoren zugänglich) bereits ein Gewicht von 25 Prozent im Schwellenländer-Index von MSCI. Perspektivisch könnte der Anteil chinesischer Aktien in diesem Index auf deutlich über 40 Prozent steigen, wenn nämlich die in Festland-China gehandelten Aktien (die sogenannten A-Aktien) eingeschlossen werden. Dies soll gemäß dem Indexanbieter MSCI allerdings frühestens Mitte 2017 geschehen. Abgesehen davon können Ausländer seit November 2014 viele Aktien, die in Schanghai notiert sind, direkt kaufen. Kurz: Ein Kurssturz in China würde sich bei vielen Portfoliomanagern unmittelbar bemerkbar machen. Flucht u.a. in Bundesanleihen, sollte die Folge sein. 3. Gerade erst hat Robert Shiller, Nobelpreisträger und Assetpreisblasen-Experte, auf die Gefahr der Überbewertung des amerikanischen Aktienmarktes hingewiesen. Entsprechend nervös könnten die Aktienmärkte rund um den Globus auf einen Einbruch in China reagieren. Sollte es zu einem Herdenverhalten kommen, wäre es für Fed-Präsidentin Janet Yellen erheblich komplizierter, die wohl für September geplante Leitzinserhöhung durchzusetzen. Vermutlich würde die chinesische Regierung kurzfristig mit alten Rezepten - expansive Fiskalpolitik, Aufdrehen des Kredithahns - auf eine derartige Entwicklung reagieren. Beruhigen kann das aber nicht, denn die entsprechenden Maßnahmen liefen dem bisherigen Reformkurs zuwider. Alles in allem hat ein Einbruch an den chinesischen Aktienmärkten - anders als früher - das Potenzial dazu, an den globalen Finanzmärkten einen Crash auszulösen. HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 1

2 Rentenmärkte Erfreuliche Wirtschaftsdaten belasten die Rentenmärkte. Der Zinsanstieg setzte sich unter Schwankungen fort. Die Rentenmärkte sind in den vergangenen Tagen nicht zu Ruhe gekommen. Die Hoffnung auf eine Erholung währte nicht lange. So setzte sich der Zinsanstieg an den Rentenmärkten fort. Befeuert wurde er durch erfreuliche Wirtschaftsdaten aus den USA und der Eurozone. In der Eurozone nehmen die Deflationssorgen immer mehr ab, vor allem wegen stärkerer Inflationserwartungen und verbesserter Konjunkturaussichten. Infolgedessen kletterte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zwischenzeitlich auf 1,06% und liegt derzeit bei 1,01%. Ihr Pendant aus den Vereinigten Staaten rentiert aktuell bei 2,48%. Wir gehen davon aus, dass sich die starken Schwankungen an den Rentenmärkten fortsetzen. USA: Staatsanleiherendite 10J. Laufzeit (in Prozent, p.a.) 2,50 2,45 2,40 2,35 2,30 2,25 Die amerikanischen Arbeitsmarktdaten straften alle Konjunkturskeptiker Lügen. Sie waren eine Steilvorlage für die US-Notenbank, die geldpolitischen Zügel anzuziehen. Im Monat Mai wurden mit weitaus mehr neue Stellen geschaffen als erwartet. Darüber hinaus stiegen die Löhne um 0,3% mom. Lediglich die Arbeitslosenrate verschlechterte sich um 0,1 auf 5,5%. Nach dem schwachen ersten Quartal gibt es jetzt kaum noch Zweifel an dem sich beschleunigenden Wachstum. Deshalb ist es unserer Meinung nach wahrscheinlich, dass Fed-Chefin Janet Yellen auf der Pressekonferenz nach der Notenbanksitzung am Mittwoch (17.06.) den Zinsschritt verbal vorbereitet. Mit der ersten Leitzinserhöhung seit 2006 rechnen wir dann im September. Weitere Argumente dafür sollten nächste Woche gute Wirtschaftsnachrichten liefern. So dürfte die Industrieproduktion im Mai endlich ihre seit Dezember anhaltende Schwächephase überwunden haben. In der Eurozone geht es ebenfalls voran. Dazu trägt insbesondere der private Konsum bei. Dennoch kamen zuletzt gute Daten von den deutschen Unternehmen. So kletterten zu Beginn des zweiten Quartals die Auftragseingänge der Industrie um 1,4% mom. Außerdem überzeugte die Industrieproduktion mit einem Plus von 0,9% mom. Überraschend kräftig fielen ferner der Anstieg der Exporte (+1,9% mom) und der Rückgang der Importe (-1,3% mom) aus. Das höhere deutsche Tempo können allerdings nicht alle Länder mitgehen. So mussten Frankreich und Italien im Mai einen Rückgang der Industrieproduktion hinnehmen, und zwar um 1,0% bzw. 0,3%. Da in den kommenden Tagen bis auf den ZEW-Index keine wichtigen Veröffentlichungen anstehen, wird das leidige Thema Griechenland wieder mehr in den Vordergrund rücken. Obwohl sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Holland Regierungschefs stärker in die Verhandlungen einmischen, gibt immer noch kein Einlenken vom griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras. Indes verschaffte die EZB durch die Aufstockung der umstrittenen Notenfallkredite den griechischen Banken um 2,3 auf 83 Mrd. EUR erneut etwas Luft. Zinsstrukturkurven (oben: aktuelle Renditekurven von Bundesanleihen und US-Treasuries unten: jeweilige Renditeveränderung der Laufzeiten seit 4. Juni) 3,00 2,50 2,00 in % 1,50 1,00 0,50 0,00-0, Deutschland: Staatsanleiherendite 10J. Laufzeit (in Prozent, p.a.) 1,10 1,05 1,00 0,95 0,90 0,85 0,80 Wochenveränderung der Peripheriespreads gegenüber Bundesanleihen* (aktuelle Spreads in Klammern) Frankreich (34 bp) Belgien (35 bp) Irland (79 bp) Spanien (129 bp) Italien (130 bp) Portugal (206 bp) *Differenz generischer 10-J.-Renditen in Basispunkten Eine längerfristige Betrachtung der Rentenmärkte finden Sie in unserer monatlich erscheinenden Publikation Rententrends. Aus Sicht eines Euro-Investors können die Renditen ausländischer Anleihen wie US-Staatsanleihen infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen. Berichtswoche Beginn: Ende: , 08:00 Uhr , 10:00 Uhr in bp Deutschland USA HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 2

3 Devisenmärkte Steigende Bund-Renditen lassen Euro aufwerten. BIP-Revision in Japan stützt Yen. Griechenland und Fed-Sitzung im Fokus. EUR/USD hat in den vergangenen Tagen zulegen können und notiert aktuell bei 1,13. Im Wochenverlauf drückten die überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten das Wechselkurspaar zunächst unter die Marke von 1,11. In der Folge sorgten die steigenden Renditen in Europa für einen deutlich festeren Euro. Zudem machten gute Wirtschaftsnachrichten Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung der Konjunktur in der Eurozone. Jedoch lastet der weiter festgefahrende Schuldenstreit mit Griechenland auf der Gemeinschaftswährung. Die am Dienstag vorgelegten Reformpläne wurden von der EU-Kommission als unzureichend bezeichnet und auch bei einem Spitzentreffen zwischen Merkel, Hollande und Tsipras ist kein Durchbruch gelungen. Gibt es auch in der kommenden Woche keine Einigung bei den Verhandlungen sind EUR/USD-Kurse unterhalb von 1,12 wahrscheinlich. EUR/GBP notiert im Vergleich zur Vorwoche leicht schwächer bei aktuell 0,731 Das Pfund profitierte dabei vor allem von guten Daten zur britischen Industrieproduktion, die im April mit 0,4% mom stärker als erwartet gestiegen ist. Außerdem ließen anziehende Inflationserwartungen in Großbritannien den Sterling aufwerten. Einer Umfrage der Bank of England zufolge stiegen die Inflationserwartungen für die kommenden 12 Monaten auf 2,2%. Dies dürfte die Spekulationen auf eine baldige Leitzinserhöhung im Königreich befeuern. Die anhaltenden Sorgen in Bezug auf das griechische Schuldendrama sollten das Währungspaar in den kommenden Tagen südwärts tendieren lassen. USD/JPY hat ein Teil seiner Kursgewinne der letzten Wochen wieder abgeben müssen und rangiert aktuell bei 123,2. Nachdem die guten US-Arbeitsmarktdaten den Wechselkurs zunächst auf ein neues 13-Jahreshoch von 125,6 steigen ließen ging es in der Folge deutlich abwärts. Auslöser war die überraschend starke Revision des japanischen BIP-Wachstums in Q1 (von 2,4% auf 3,9% annualisiert qoq). Zudem äußerte der Gouverneur der Bank of Japan, Kuroda, dass der derzeit geringe Außenwert des Yens aufgrund der sich merklich verteuernden Importe eine Belastung für Japan darstelle. Sollte die Fed bei ihrer Sitzung in der kommenden Woche ein deutliches verbales Signal für eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr aussenden, könnte das Währungspaar USD/JPY wieder über 124 stiegen. EUR/CHF hat per saldo seitwärts tendiert und notiert unverändert zur Vorwoche bei 1,052. Während ein weiterer Rückgang der schweizer Inflationsrate im Mai (-1,2% yoy) auf dem Franken lastete, sorgte die anhaltende Hängepartie um Griechenland für Aufwertungsdruck bei der eidgenössischen Währung. Angesichts der Unsicherheit über einen Verhandlungserfolg im griechischen Schuldendilemma beim Eurogruppen-Finanzministertreffen in der kommenden Woche erwarten wir EUR/CHF in den kommenden Tagen etwas schwächer. EUR/USD 1,14 1,13 1,12 1,11 1,10 EUR/GBP 0,740 0,735 0,730 0,725 USD/JPY 126,0 125,0 124,0 123,0 122,0 EUR/CHF 1,060 1,055 1,050 1,045 1,040 Wechselkursbewegungen gegenüber dem EUR (Veränderungen seit dem Handelsbeginn 4. Juni) NZD TRY RUB ZAR AUD CAD DKK HUF SEK CZK Eine längerfristige Betrachtung der Devisenmärkte finden Sie in unserer monatlich erscheinenden Publikation Rententrends. Berichtswoche Beginn: , 08:00 Uhr Ende: , 10:00 Uhr -4% -3% -2% -1% 0% 1% HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 3

4 Kalender für die kommende Woche letzter Konsens- Zeit Land Veröffentlichung Zeitraum schätzung Wert Freitag, 12. Juni Konjunkturdaten USA 16:00 USA Verbrauchervertrauen Uni Michigan Jun 15 91,2 90,7 Konjunkturdaten Eurozone 11:00 EC Industrieproduktion (M/M / J/J, in %) Apr / / 1.8 Konjunkturdaten Japan 06:30 JP Industrieproduktion (M/M / J/J, in %) Apr 15 k.a. / k.a. 1 / :30 JP Aktivitätsindex tertiärer Sektor (M/M, in %) Apr 15 0,4-1 Redetermine EZB-Redner: Costa BoE-Redner: McCafferty Montag, 15. Juni Konjunkturdaten USA 14:30 USA Empire Manufacturing Index Jun ,09 15:15 USA Industrieproduktion (M/M, in %) Mai 15 0,3-0,26 15:15 USA Kapazitätsauslastung (in %) Mai ,3 7 8, :00 USA NAHB Housing Market Index Jun :00 USA Nettowertpapierabsatz im Ausland (in Mrd. USD) Apr 15 k.a. 17,557 Konjunkturdaten Eurozone 11:00 EC Handelsbilanz (in Mio. EUR) Apr 15 k.a ,9 Konjunkturdaten UK 01:01 UK Rightmove Häuserpreisindex (M/M / J/J, in %) Jun 15 k.a. / k.a / 2.5 Konjunkturdaten Schweiz 09:15 CH Einzelhandelsumsätze (J/J, in %) Apr 15 k.a. -2,8 09:15 CH Erzeugerpreisindex (M/M / J/J, in %) Mai 15 k.a. / k.a / -5.2 Redetermine EZB-Redner: Draghi, Praet, Weidmann, Nowotny Staatsanleihenauktionen 11:00 SO Slowakei begibt Staatsanleihen: er und 2024-er Dienstag, 16. Juni Konjunkturdaten USA 14:30 USA Baubeginne (in Tsd.) Mai :30 USA Baugenehmigungen (in Tsd.) Mai Konjunkturdaten Eurozone 08:00 GE Verbraucherpreisindex (M/M / J/J, in %) Mai 15 k.a. / k.a. 0.1 / :00 GE ZEW Konjunkturerwartung Jun 15 k.a. 41,9 11:00 EC ZEW Konjunkturerwartung Jun 15 k.a. 61,2 Konjunkturdaten UK 10:30 UK PPI Output (M/M J/J, in %) Mai 15 k.a. / k.a. 0.1 / :30 UK Verbraucherpreisindex (M/M / J/J, in %) Mai 15 k.a. / k.a. 0.2 / :30 UK CPI Kernrate (J/J) Mai 15 k.a. 0,8 10:30 UK Einzelhandelspreisindex (M/M / J/J, in %)) Mai 15 k.a. / k.a. 0.4 / 0.9 Redetermine EZB-Redner: Mersch, Nowotny Staatsanleihenauktionen USA 10-Y ear TIPS Mittwoch, 17. Juni Konjunkturdaten USA 20:00 USA FOMC Zinsentscheidung (Target Rate, in %) 0,25 0,25 Konjunkturdaten Eurozone 10:00 IT Handelsbilanz (in Mio. EUR) Apr 15 k.a. 4060,4 11:00 EC Verbraucherpreisindex (M/M / J/J, in %) Jun 15 k.a. / k.a. 0.2 / 0.3 Konjunkturdaten UK 10:30 UK ILO Arbeitslosenquote (in %) Apr 15 k.a. 5,5 Konjunkturdaten Schweiz 11:00 CH ZEW Konjunkturerwartungen Jun 15 k.a. -0,1 Staatsanleihenauktionen 11:30 GE Deutschland begibt Staatsanleihe: 3 Mrd. EUR 2025-er Sonstige Termine UK Minutes of the June MPC Meeting Donnerstag, 18. Juni Konjunkturdaten USA 14:30 USA Verbraucherpreisindex (M/M / J/J, in %) Mai / / :30 USA CPI Kernrate (M/M / J/J, in %) Mai / / :30 USA Leistungsbilanz (in Mrd. USD) Mrz ,4-113,45 16:00 USA Index der Frühindikatoren (M/M, in %) Mai 15 0,4 0,7 16:00 USA Philadelphia Fed Index Jun 15 7,5 6,7 Konjunkturdaten UK 10:30 UK Einzelhandelsumsätze (M/M / J/J, in %) Mai 15 k.a. / k.a. 1.2 / 4.7 Konjunkturdaten Schweiz 08:00 CH Handelsbilanz (in Mrd. CHF) Mai 15 k.a. 2,856 Staatsanleihenauktionen USA 30-Y ear TIPS 10:30 SP Spanien begibt Staatsanleihe 10:50 FR Frankreich begibt Staatsanleihen (I/L) Supranationale Treffen 15:00 EC Euro-Area Finance Ministers Meet in Luxembourg Freitag, 19. Juni Konjunkturdaten Eurozone 08:00 GE Erzeugerpreise (M/M / J/J, in %) Mai 15 k.a. / k.a. 0.1 / :00 EC Leistungsbilanz (in Mrd. EUR) Apr 15 k.a. 24,919 11:00 IT Leistungsbilanz (in Mio. EUR) Apr 15 k.a. 1968,503 Konjunkturdaten UK 10:30 UK Nettoverschuldung öff. Sektor (in Mrd. GBP) Mai 15 k.a. 6,038 Konjunkturdaten Japan 06:30 JP Aktivitätsindex (M/M, in %) Apr 15 k.a. -1,3 Quelle: Bloomberg, HSH Nordbank HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 4

5 Übersicht Staatsanleiherenditen (Renditen in Prozent, Spreads ggü. Bunds in bp, Veränderungen jeweils in bp seit dem 04. Juni 2015 in Klammern) Benchmark Renditeaufschläge anderer Staatsanleihen der Eurozone ggü. Bunds Renditen weiterer Staatsanleihen Bundesanleihen Frankreich Italien Spanien Irland Portugal Griechenland Schweiz UK USA Japan Rendite Spread Spread Spread Spread Spread Spread Rendite Rendite Rendite Rendite 1J -0,22 (0) 6 (0) 28 (+2) 22 (+2) -0,90 (-3) 0,48 (-2) 0,25 (+1 ) 0,04 (+4) 2J -0,16 (+2) 3 (-1 ) 37 (+1 ) 23 (+1 ) 27 (+1 0) 30 (-5) 2617 (+359) -0,82 (0) 0,59 (-4) 0,73 (+6) 0,03 (+2) 3J -0,10 (+1 ) 10 (+1 ) 64 (+7 ) 46 (+6) 35 (+7 ) 66 (+3) 2242 (-1 ) -0,76 (+3) 1,02 (-2) 1,15 (+1 0) 0,05 (-1 ) 4J 0,04 (+1 ) 15 (+3) 83 (+1 1 ) 59 (+1 0) 31 (+7 ) 122 (+1 1 ) 1764 (+229) -0,57 (+5) 1,32 (-1 ) 0,10 (+2) 5J 0,23 (+4) 17 (+3) 95 (+9) 85 (+1 0) 50 (+6) 152 (+1 7 ) 1579 (-4) -0,38 (+6) 1,55 (+1 ) 1,79 (+9) 0,17 (+5) 6J 0,34 (+6) 22 (+2) 117 (+6) 113 (+1 1 ) 50 (+3) 177 (+1 6) -0,25 (+7 ) 1,69 (+1 ) 0,22 (+2) 7J 0,50 (+8) 28 (+2) 129 (+7 ) 117 (+1 1 ) 59 (+5) -0,10 (+9) 1,89 (+2) 2,21 (+9) 0,31 (+7 ) 8J 0,70 (+1 0) 30 (+2) 135 (+7 ) 125 (+1 0) 70 (+4) 200 (+9) -0,01 (+1 0) 2,03 (+3) 0,38 (+6) 9J 0,86 (+9) 32 (+3) 139 (+7 ) 135 (+6) 74 (+6) 196 (+8) 0,13 (+1 4) 2,03 (+3) 0,38 (+6) 10J 1,01 (+1 0) 34 (+4) 130 (+2) 129 (+6) 79 (+1 3) 206 (+1 0) 1063 (+89) 0,25 (+1 6) 2,15 (+4) 2,48 (+1 1 ) 0,53 (+4) 30J 1,75 (+20) 48 (+2) 160 (-5) 163 (0) 100 (+1 3) 228 (+5) 705 (-20) 0,92 (+1 6) 2,85 (+4) 3,21 (+1 0) 1,52 (-2) Quelle: Bloomberg und HSH Nordbank, Renditen vom , 10:00 Uhr Übersicht Covered Bonds Spread ggü. Midswap in Basispunkten am , Veränderung ggü in Klammern Kern Peripherie Nordics UK/Schweiz/Übersee Deutschland Öpfe -15 (1,9) Spanien single name Cédulas 10 (3) Schweden -9 (3,1) UK -6 (3,4) Deutschland Hypfe -17 (1,8) Spanien joint Cédulas 37 (3,4) Dänemark -8 (2,7) Schweiz -3 (2,4) Frankreich OF -11 (3,1) Italien 6 (1,1) Finnland -11 (2,7) Kanada -8 (3,7) Frankreich Strukt. CB -9 (2,5) Portugal 12 (2,1) Norwegen -7 (2,4) USA 5 (1,2) Niederla nde -14 (3) Irla nd 4 (3,7) Öst erreich 3 (2,9) Quelle: Bloomberg, iboxx, HSH Nordbank, Basis: täglich von iboxx ermittelte Kursdaten Übersicht Wechselkurse (Veränderungen seit dem 04. Juni 2015 in Klammern) Hauptwährungspaare EUR-Wechselkurse USD-Wechselkurse EUR/USD 1,1 295 (+0.5 %) EUR/DKK 7,461 6 (0%) EUR/CA D 1, (-1.1 %) USD/CA D 1,2285 (-1.5 %) EUR/GBP 0, (-0.4 %) EUR/SEK 9, (-0.2 %) EUR/A UD 1, (0%) USD/A UD 1,2888 (-0.5 %) EUR/JPY 1 3 9,1 5 (-0.4 %) EUR/NOK 8, (+0.6 %) EUR/NZD 1,6096 (+2.1 %) USD/NZD 1,425 2 (+1.6 %) EUR/CHF 1,05 24 (+0.1 %) EUR/PLN 4,1 468 (-0.3 %) EUR/ZA R 1 3, (+0.2 %) USD/ZA R 1 2, (-0.2 %) GBP/USD 1,5 461 (+0.9 %) EUR/HUF 3 1 2,60 (0%) EUR/RUB 61,2647 (-0.7 %) USD/CNY 6,205 7 (+0.1 %) USD/JPY 1 23,20 (-0.8 %) EUR/T RY 3,097 5 (+2.1 %) EUR/KRW ,04 (-0.1 %) USD/RUB 5 4,2445 (-1.2 %) USD/CHF 0, (-0.4 %) EUR/CZK 2 7,2 6 (-0.8 %) EUR/CNY 7,01 01 (+0.6 %) USD/SGD 1, (-0.1 %) Quelle: Bloomberg und HSH Nordbank, Wechselkurse vom , 10:00 Uhr Prognosen der HSH Nordbank Zinssä t ze USA :00 Uh r fed fu nds (Zielzone) (%) 0,25 0,2 5 0,5 0 0,7 5 1,00 1,2 5 3-Monat s-libor-usd (%) 0,29 0,3 5 0,7 0 1,00 1,2 5 1,5 0 2-jä h rige St a a t sa n leih en (%) 0,73 0,8 5 1,05 1,3 0 1,5 0 1,7 5 5-jä h rige St a a t sa n leih en (%) 1,79 1,8 0 2,00 2,2 5 2,4 0 2, jä h rige St a a t sa n leih en (%) 2,49 2,4 5 2,6 5 2,9 0 3,1 0 3,3 0 2-jä h rige Swa psa t z (%) 0,99 1,05 1,2 5 1,5 0 1,7 0 1,9 5 5-jä h rige Swa psa t z (%) 1,91 2,00 2,2 0 2,4 5 2,6 0 2, jä h rige Swa psa t z (%) 2,57 2,6 0 2,8 0 3,05 3,2 5 3,4 5 Eu rozone Tendersat z (%) 0,05 0,05 0,05 0,05 0,05 0,05 3-Monat s-euribor (%) -0,01-0,02 0,00 0,00 0,02 0,05 2-jährige Bundesanleihen (%) -0,16-0,1 5-0,05 0,00 0,1 0 0,2 0 5-jährige Bundesanleihen (%) 0,23 0,1 5 0,2 0 0,2 5 0,4 0 0, jä h rige Bu n desa n leih en (%) 1,01 0,9 0 1,1 0 1,2 0 1,4 0 1,6 0 2-jä h rige Swa psa t z (%) 0,14 0,2 0 0,2 5 0,3 0 0,4 0 0,5 0 5-jährige Swapsat z (%) 0,58 0,5 5 0,5 5 0,5 5 0,7 0 0,80 10-jä h rige Swa psa t z (%) 1,31 1,3 0 1,4 5 1,5 0 1,7 0 1,8 0 Wech selku rse Eu ro/us-dolla r 1,13 1,08 1,08 1,1 0 1,1 0 1,1 2 Eu ro/chf 1,05 1,03 1,05 1,05 1,07 1,07 Eu ro/gbp 0,73 0,7 2 0,7 2 0,7 2 0,7 3 0,7 4 US-Dolla r/yen Quelle: Bloomberg, HSH Nordbank Die Prognosen der HSH Nordbank werden monatlich überprüft und gegebenenfalls angepasst. Eine ausführliche Darstellung der Prognosen und der Prognoseveränderung ist in der monatlich erscheinenden Publikation Rententrends enthalten. Aus Sicht eines Euro-Investors können die Renditen ausländischer Anleihen wie US-Staatsanleihen infolge von Währungsschwankungen steigen oder fallen. Hinweis: Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 5

6 Glossar ABS Asset- Backed- Securities (ABS) sind forderungsbesicherte Wertpapiere. Annualisierte Rate Annualisierte Rate bezieht sich auf die Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP). In Europa wird das Wirtschaft s- wachstum gegenüber dem Vorquartal gemessen, in dem das BIP eines Quartals mit dem BIP des Vorquartals verglichen. In den USA geschieht dies ebenfalls, die Rate wird dann aber annualisiert. D.h. es wird so getan, als ob das Wirtschaft s- wachstum vier Quartale hintereinander mit dieser Rate wächst. Rechnerisch geschieht dies mit der folgenden Formel: (1+Wachstumsrate) 4 Basispunkt Zinssatz-Einheit, 100 Basispunkte entsprechen einem Prozentpunkt. D.h. 25 Basispunkte sind 0,25 %. Basispunkte wird mit bp abgekürzt Beigebook Ein Konjunkturbericht der 12 Zentralbankbezirke der USA. Benchmarkanleihe Benchmarkanleihen sind Anleihen deren Emissionsvolumen größer als 500 Milliarden Euro ist. BIP Das Bruttoinlandsprodukt (BIP; im Englischen gross domestic product (GDP)) ist eine wichtige Kennzahl der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Sie gibt den Gesamtwert der innerhalb eines Jahres in einem Land hergestellten Güter, Waren und Dienstleistungen für den Endverbrauch an. Covered Bond Spread ist der Zinsaufschlag auf ein Referenzzinssatz (Midswap) Spread / Mindswap Covered Bonds Covered Bonds sind gedeckte Schuldverschreibungen. Besondere Eigenschaft ist der zweifache Schutz der Anleger durch einerseits Haftung des ausgebenden Finanzinstituts (meist eine Bank) und andererseits Deckung durch einen speziellen Sicherheitenpool, häufig bestehend aus erstklassigen Hypotheken oder Anleihen des öffentlichen Sektors, auf die die Anleger bevorrechtigt zugreifen können. Deutsche Pfandbriefe (siehe Pfandbriefe) sind in diesem Sinne Covered Bonds. Jedoch sind Covered Bonds, die nicht aus Deutschland stammen und daher nicht unter das Pfandbriefgesetz fallen, keine Pfandbriefe. Der Begriff Covered Bond ist kein geschützter Begriff. CPI "Consumer price Index" (CPI) entspricht der Preissteigerung eines repräsentativen Warenkorbs von Konsumgütern und Dienstleistungen. Credit Default Swap Ein Credit Default Swap (CDS) ist ein Finanzkontrakt, den zwei Vertragspartner miteinander abschließen und mit dem (CDS) Ausfallrisiken gehandelt werden. Der eine Vertragspartner, der sogenannte Sicherungsgeber, sichert die Auszahlung einer Versicherungssumme zu, wenn der dem Kontrakt zugrundeliegende Anleiheschuldner ausfällt. Für diese Absicherung zahlt der Sicherungsnehmer dem Sicherungsgeber eine Prämie. Denominierte Wertpapiere Emmissionswährung in der das Wertpapier begeben wird. Euribor Die Euro Interbank Offered Rate ist der Zinssatz für Termingelder in Euro im Interbankengeschäft. Der EURIBOR ist für kurzfristige Kredite Verhandlungsbasis (Banken verlangen den jeweiligen EURIBOR + x Basispunkte) und gibt wichtige Informationen für die Anlage von Festgeldern, da er als Referenz für die Festsetzung des Festgeldzinses benutzt wird. EONIA Der Euro Overnight Index Average ist der Zinssatz, für den sich Banken auf dem Interbankenmarkt im Euroraum über Nacht gegenseitig Geld leihen können (kurzfristige unbesicherte Geldmarktkredite). Exportquote Ausfuhren von Gütern und Diensten im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. EZB Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Notenbank der Europäischen Währungsunion. FED Die Federal Reserve Bank (Fed) ist die Notenbank der USA. FOMC Das "Federal Open Market Commitee" (dt. Offenmarktausschuss) ist das Gremium der US-Notenbank, das die geld- und währungspolitischen Entscheidungen trifft. Forward Guidance Forward Guidance ist die Bezeichnung der US-Notenbank Fed, um ihre zukünftige Geldpolitik zu kommunizieren. Futures Futures sind börslich handelbare Terminkontrakte zwischen zwei Parteien. Im Gegensatz zu Optionen sind sie nicht nur halbseitig sondern sowohl für den Verkäufer (Verpflichtung zur Lieferung) als auch den Käufer (Verpflichtung zur Abnahme) verbindlich. Durch den Kontrakt wird das Underlying, die Menge, der Termin (fixer Zeitpunkt in der Zukunft) und der konkrete, bei Vertragsabschluss festgelegte, Preis geregelt. GFK- Index der die Konsumneigung der privaten Haushalte wiederspiegelt. Konsumklimaindex Greenback Greenback ist eine alternative Bezeichnung für die US-Währung Dollar. Grexit Grexit ist ein Wortspiel ( englisch für Greece und Exit), das das mögliche Ausscheiden Griechenlands aus dem Euroraum behandelt. HVPI Die Inflationsrate gemessen am HVPI (Harmonisierter Verbraucherpreisindex) ist die offizielle Inflationsgröße der EZB. ifo- Geschäftsklimaindex Ein monatlich veröffentlichter Indikator der die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland widerspiegelt. Ifo-Index Der Ifo-Geschäftsklimaindex (kurz: Ifo-Index) ist ein Konjunkturindikator für Deutschland, der auf der Basis von rund 7000 Unternehmen vom ifo Insitut für Wirtschaftsforschung monatlich ermittelt wird und ein Frühindikator für die wirtschaftliche Ermittlung darstellt. Es gibt zahlreiche Unterindizes für einzelne Branchen. Importquote Importe von Gütern und Dienstleistungen im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt. Index der Universität Der Index der Universität of Michigan ist ein Indikator für das Konsumklima der privaten Haushalte. of Michigan ISIN Jedes am Markt gehandelte Wertpapier hat eine ISIN (International Securities identification Number oder Wertpapierkennnummer). ISM-Index Der ISM-Index ist ein Konjunkturindikator bzw. Geschäftsklimaindex für die USA, der auf der Basis einer Umfrage unter US-Unternehmen monatlich ermittelt wird. Er wird als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung angesehen. Es gibt den ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe und den ISM-Index für den Dienstleistungssektor. Der ISM wird vom Institute for Supply Management erstellt. IWF Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist eine Organisation zur weltweiten wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Jumbo- Anleihe Eine Jumboanleihe hat ein Emissionsvolumen von mindestens einer Milliarde Euro. Kerninflationsrate Bei der Kerninflationsrate werden die Preisentwicklungen des Lebensmittel- und Energiesektor nicht berücksichtigt. KOF- Konjunkturbarometer Ein Indikator der angibt, wie sich die schweizer Konjunktur in der nahen Zukunft entwickeln dürfte. Konsumentenpreisinderenkorbs von Konsumgütern und Der Konsumentenpreisindex ("Consumer price Index", CPI) entspricht der Preissteigerung eines repräsentativen Wa- Dienstleistungen. Langfristtender (LTRO/TLTRO) Leitzins Leveraged Loan Libor Minutes mom Mortgage REITS Der Langfristtender ist ein geldpolitisches Intrument der EZB bei dem die Notenbank den Geschäftsbanken Zentralbankgeld mit einer Laufzeit von drei oder mehr Monaten zur Verfügung stellt. Targeted- LTRO sind einen bestimmten Zweck zugeschrieben. Der Leitzins ist der Zinssatz, der von einer Zentralbank festgelegt und gesteuert wird. Je nach Zentralbank werden Zinssätze mit unterschiedlichen Laufzeiten gesteuert. Die US-Notenbank zielt beispielsweise auf den Übernachtzinssatz (Laufzeit: 1 Tag), die Europäische Zentralbank auf einen Geldmarktsatz mit einer Laufzeit von zwei Wochen und die Schweitzer Notenbank auf den Libor für Schweizer Franken mit einer Laufzeit von drei Monaten. Besonders riskante Kredite, die beispielsweise im Zusammenhang mit Unternehmensübernahmen vergeben werden. Die London Interbank Offered Rate (Libor) ist ein täglich festgelegter Referenzzinssatz im Interbankengeschäft, zu dem sich Banken gegenseitig Geld leihen. Der 3-Monats-Libor ist z.b. der Zinssatz heute für ein über drei Monate laufendes Geldmarktgeschäft. Der Libor gilt bei vielen Finanzmarktgeschäften als Referenzgröße für die Zielrendite. Man spricht dann z.b. von dem 3-Monats-LIBOR Basispunkten. Sitzungsprotokoll von Notenbanken, z.b. der Bank of England oder der Federal Reserve Bank Veränderung von Finanz- und Konjunkturdaten gegenüber dem Vormonat (mom = month-on-month) Mortgage REITS sind ein handelbares Finanzierungsvehikel aus den USA, das anders als klassische Immobilien-REITS nicht in Immobilien-Aktien, sondern in Hypothekenverbriefungen investiert. HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 6

7 Nonfarm Payrolls Zeigen die Veränderung der saisonbereinigten Anzahl von neuen Stellen ausserhalb des landwirtschaftlichen Sektors innerhalb eines Monats in den USA. Partizipationsrate Die Partizipationsrate ist ein Arbeitsmarktindikator. Sie ergibt sich aus dem Anteil der Erwerbstätigen aus der Woh n- bevölkerung im erwerbsfähigen Alter. Peripheriesprads Peripheriespreads sind die Risikoaufschläge der Peripheriestaatsanleiherenditen gegenüber den Renditen deutscher Staatsanleihen mit der gleichen Laufzeit. Im Rahmen der Finanzmarktkrise innerhalb der Eurozone wird unterschieden zwischen der Peripherie (das sind die Länder, die von der Staatsschuldenkrise erfasst waren, wozu in der Regel Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien gezählt werden) und den Kernländern (das sind in der Regel Deutschland, Finnland, Niederlande und Österreich). Pfandbrief Von einer Bank begebene Anleihe, die durch eine Realsicherheit besichert ist. Dem Investor bietet neben der Bonität der emittierenden Bank im Fall einer Insolvenz eine sogenannte Deckungsmasse größere Sicherheit. Gemäß dem deutschen Pfandbriefgesetz kann man unterscheiden in Hypothekenpfandbrief (Deckung durch hypothekarisch besicherte Immobilienkredite), Öffentlicher Pfandbrief (Deckung durch Kredite und Anleihen an die öffentliche Hand), Schiffspfandbrief (Deckung durch hypothekarisch besicherte Schiffskredite) und Flugzeugpfandbrief (Deckung durch hypothekarisch besicherte Flugzeugkredite). Das deutsche Pfandbriefgesetz legt bestimmte Bedingungen fest, durch die die Qualität der Deckungs-Vermögenswerte sichergestellt werden soll. Pfandbriefähnliche Anleihen aus anderen Ländern werden im Allgemeinen Covered Bonds genannt. Siehe dazu auch Covered Bonds. PMI-Index Der PMI-Index ist ein Konjunkturindikator bzw. ein Geschäftsklimaindex. PMI steht für Purchasing Manager Index und wird von dem Unternehmen Markit für zahlreiche Länder und Regionen insbesondere für die beiden Sektoren Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungssektor auf der Basis einer Umfrage unter Einkaufsmanagern erstellt. Die PMI-Indizes werden als wichtige Frühindikatoren für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes oder einer Region angesehen. QE-Programm Quantitative Easing (QE) ist eine extreme Form der expansiven Geldpolitik. Die Zentralbank kauft dabei direkt Wertpapiere wie beispielsweise Staatsanleihen um Zentralbankgeld zur Verfügung zu stellen und Zinsen niedrig zu halten. qoq Veränderung von Finanz- und Konjunkturdaten gegenüber dem Vorquartal (qoq = quarter-on-quarter) Rendite Ganz allgemein gibt die Rendite das Verhältnis von Auszahlungen zu den Einzahlungen einer Kapitalanlage an und wird meist in Prozent und pro Jahr angegeben. In der Regel beziehen sich die Research-Publikationen auf Anleiherenditen, die sich laufend ändern können und vom Kupon und vom Wertpapierkurs abhängen. Die Rendite und der Kurs einer Anleihe bewegen sich bei einer Anleihe mit einem festen Kupon umgekehrt zueinander. Renditekurve (Zinsstrukturkurve) Rezession Staatsanleiherendite Staatsanleiheauktionen Sterling Swap Tapering Die Renditekurve (auch: Zinsstrukturkurve) zeigt an, welche Renditen für Anleihen verschiedener (Rest-)Laufzeiten eines Emittenten (z. B. der Bundesrepublik Deutschland) gezahlt werden. Eine Renditekurve wird steiler, wenn ein Anstieg der Zinssätze erwartet wird. Investoren werden sich für kürzere Laufzeiten entscheiden und nicht Wertpapiere mit einer längeren Laufzeit kaufen, die daraufhin eher unattraktive Zinssätze aufweisen. Eine Rezession ist ein wirtschaftlicher Abschwung. Ein Land befindet sich in einer Rezession, wenn deren Bruttoinlandsprodukt zwei aufeinanderfolgende Quartale gesunken ist. Rendite einer Staatsanleihe (siehe Rendite). Staaten wie die USA und Deutschland versteigern Staatsanleihen im Rahmen von Staatsanleiheauktionen. Die Termine für diese Auktionen stehen im Regelfall bereits mehrere Monate vorher fest. Sterling ist eine verkürzte Schreibweise der britischen Währung Pfund Sterling. Ein Austausch zukünftiger Zahlungsströme, bei der jede Partei die Zahlung sverbindlichkeiten der anderen übernimmt. Zielsetzung ist die Ausnutzung von relativen komparativen Vorteilen. (Arbitrage). Häufige Formen sind Zins- und Währungsswaps. Ein Zins-Swapsatz ist ein Zinssatz, der sich im Rahmen eines derartigen Tauschgeschäftes ergibt. Der fünfjährige Euro-Swapsatz ergibt sich aus dem Tausch des zukünftigen variablen Zahlungsstroms, der in der Regel auf der Basis des Drei-Monats-Euribors festgestellt wird, gegen einen festen Zinssatz. Letzterer ist der Euro Zins-Swapsatz. Tapering bezeichnet die Reduktion von Anleiheankäufen durch die Notenbank über einen längeren Zeitraum. Troika US-Treasuries yoy ytd ZEW- Index Zinsstrukturkurve Quelle: HSH Nordbank Institution aus Europäischer Kommission, EZB, IWF zur Überwachung der Hilfsprogramme Programmländer. Staatsanleihen, die von der US-Zentralregierung emittiert werden und eine Laufzeit von mehr als einem Jahr bis zu zehn Jahren Laufzeit haben. US-Bills haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr und US-Notes von mehr als zehn Jahren. Veränderung gegenüber dem gleichen Tag/Monat/Zeitraum vom Vorjahr (yoy = year-on-year) Veränderung vom Jahresanfang bis zum aktuellen Zeitpunkt Der ZEW-Index ist ein Konjunkturindex des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung. Der Indikator gibt die Differenz zwischen positiven und negativen Konjunkturerwartungen auf Sicht von sechs Monaten in Deutschland wieder. Siehe Renditestrukturkurve HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 7

8 IMPRESSUM HSH NORDBANK AG HAMBURG: Gerhart-Hauptmann-Platz 50, Hamburg, Telefon , Fax KIEL: Martensdamm 6, Kiel, Telefon , Fax REDAKTION UND VERSAND Volkswirtschaft Dr. Cyrus de la Rubia Sintje Boie Stefan Gäde Chefvolkswirt Analystin Analyst Tel.: Tel.: Tel.: Redaktionsschuss dieser Ausgabe: 11. Juni 2015 WEITERE ANSPRECHPARTNER DER HSH NORDBANK Sparkassen, Banken und öffentliche Kunden Nord Florian Böge Tel.: Jörg Fangmeier Tel.: Nico Hamm Tel.: Ingo Kiesler Tel.: Brigitte Kiesling Tel.: Philipp Morszeck Tel.: Thomas Schmidt Tel.: Helge Strack Tel.: Jan Vassel Tel.: Christian Wiedner Tel.: Sparkassen, Banken und öffentliche Kunden Süd Thorsten Aberle Tel.: Thomas Benthien Tel.: Nicole Chatenay Tel.: Sebastian Evers Tel.: Frank Jesse Tel.: Sebastian Lang Tel.: Thorsten Rieper Tel.: Bodo Stadler Tel.: Steffen Wildner Tel.: Versicherungen, Versorgungswerke und Fonds Philipp Andrews Tel.: Dr. Julka Deimling Tel.: Dr. Bernd Kemmler Tel.: Anja Kunze Tel.: Tobias Linde Tel.: Dr. Bernd Nolte Tel.: Holger Pudimat Tel.: Corporate Sales Kristin Ehrhorn Tel.: Stefan Masannek Tel.: Debt Solutions Maik Laske Tel.: Klaus-Timm Voss Tel.: Jan Eibich Tel.: Christian Schanze Tel.: Claas Behrens Tel.: Disclaimer Die in dieser Publikation enthaltenen Marktinformationen sind zu allgemeinen Informationszwecken erstellt worden und ausschließlich zur Information bestimmt. Sie ersetzen weder eigene Marktrecherchen noch sonstige rechtliche, steuerliche oder finanzielle Information oder Beratung. Es handelt sich hierbei nicht um eine Kauf- oder Verkaufsaufforderung. Die HSH Nordbank AG weist darauf hin, dass die dargestellten Marktinformationen nur für Anleger mit eigener wirtschaftlicher Erfahrung, die die Risiken und Chancen des/der hier dargestellten Marktes/Märkte abschätzen können und sich umfassend aus verschiedenen Quellen informieren, bestimmt sind. Die in dieser Publikation enthaltenen Aussagen und Angaben basieren auf Informationen, die die HSH Nordbank AG gründlich recherchiert bzw. aus allgemein zugänglichen, von der HSH Nordbank AG nicht überprüfbaren Quellen, die sie für verlässlich erachtet, bezogen hat: Die HSH Nordbank AG hält die verwendeten Quellen zwar für verlässlich, kann deren Zuverlässigkeit jedoch nicht mit letzter Gewissheit überprüfen. Die einzelnen Informationen aus diesen Quellen konnten nur auf Plausibilität überprüft werden, eine Kontrolle der sachlichen Richtigkeit fand nicht statt. Zudem enthält diese Publikation Schätzungen und Prognosen, die auf zahlreichen Annahmen und subjektiven Bewertungen sowohl der HSH Nordbank AG als auch anderer Quellen beruhen und lediglich unverbindliche Auffassungen über Märkte und Produkte zum Zeitpunkt der Herausgabe darstellen. T rotz sorgfältiger Bearbeitung übernehmen die HSH Nordbank AG und ihre Mitarbeiter und Organe keine Gewähr für Vollständigkeit, Aktualität und Richtigkeit der bereitgestellten Informationen und Prognosen. Dieses Dokument kann nur gemäß den gesetzlichen Bestimmungen in den jeweiligen Ländern verteilt werden, und Personen, die im Besitz dieses Dokuments sind, sollten sich über die anwendbaren lokalen Bestimmungen informieren. Diese Unterlagen enthalten nicht alle für wirtschaftlich bedeutende Entscheidungen wesentliche Angaben und können von Informationen und Einschätzungen anderer Quellen/Marktteilnehmer abweichen. Weder die HSH Nordbank AG noch ihre Organe oder Mitarbeiter können für Verluste haftbar gemacht werden, die durch die Nutzung dieser Publikation oder ihrer Inhalte oder sonst im Zusammenhang mit dieser Publikation entstanden sind. Die HSH Nordbank AG weist darauf hin, dass eine Weitergabe der vorliegenden Materialien an Dritte nicht zulässig ist. Schäden, die der HSH Nordbank AG aus der unerlaubten Weitergabe dieser Materialien an Dritte entstehen, hat der Weitergebende in voller Höhe zu ersetzen. Von Ansprüchen Dritter, die auf der unerlaubten Weitergabe dieser Materialien beruhen, und damit im Zusammenhang stehenden Rechtsverteidigungskosten hat er die HSH Nordbank AG freizuhalten. Dies gilt insbesondere auch für eine Weitergabe dieser Publikation oder von Informationen daraus an U.S. Personen oder Personen in Großbritannien. Es handelt sich hierbei um eine Werbemitteilung. Diese Werbemitteilung genügt nicht allen gesetzlichen Anforderungen zur Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen und unterliegt nicht einem Verbot des Handels vor der Veröffentlichung von Finanzanalysen Die HSH Nordbank unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Marie-Curie-Str , Frankfurt am Main. HSH NORDBANK.DE WOCHENBAROMETER 11. Juni 2015 SEITE 8

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