Die neue *BFI-Botschaft und mögliche Auswirkungen des Systems CH

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1 Die neue *BFI-Botschaft und mögliche Auswirkungen des Systems CH Abkürzungen: BFI = Bildung, Forschung und Innovation. BG = Bundesgesetz. ERC = European Research Council (europäischer SNF ). ERIAB = EU Research & Innovation Area Board der Europäischen Kommission. ETH = Eidgenössisch Technische Hochschulen (umfasst: ETH Zürich; EPFL Lausanne; PSI Paul Scherrer Institut Atomforschung; EAWAG Wasser-, Abwasser- und Gewässerforsch.; WSL Wald, Schnee, Lawinen, Landschaft; EMPA, usw). FH = Fachhochschulen. FP = Framework Programms (EU- Förderprogramme für Forschung & Innovation). GSKW = Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. HFKG = Botschaft / Bundesgesetzt über die Förderung und Koordination der Hochschulen in der Schweiz. KTI = Kommission für Technologie und Innovation (neben dem SNF eine wichtige Förderagentur auch für GSKW). MINT = Medizin, Ingenieur-, Natur- und Technikwissenschaft. SVEB = Schweizerischer Verband für Weiterbildung 1 * Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation in den Jahren ; vom Bundesrat verabschiedet zuhanden der Eidg. Räte am 22. Februar Umfasst 17 Bundesbeschlüsse und Gesetzesänderungen. Beantwortet zudem 14 parlamentarische Vorstösse Umfassende Sicht der Bildungs- Forschungs- und Innovationspolitik des Bundes für die nächsten Jahre das System CH. Aber: umgesetzt in jährlichen Voranschlägen! Ziele des Bundes bzw. des System CH : Daraus begründen sich Relevanzkriterien für die Forschung der GSKW! Dies sind: 1.Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts; 2.Verstärkte Förderung des Nachwuchses für Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere MINT- Bereich. 3. Förderung der Chancengleichheit (hier z.b. gerade MINT-Bereich) und 4. der nachhaltigen Entwicklung.

2 Finanzielle Eckwerte und Tendenzen Bundesrat von der politischen Priorität des BFI-Bereichs überzeugt (überdurchschnittliche Wachstumsrate): insgesamt Millionen Franken, davon Millionen für CH-Beiträge an EU. Für die BFI-Kredite ist ein nominales jährliches Wachstum von durchschnittlich 3,7 Prozent geplant. Bei durchschnittlichem Wachstum 2008/16 von nominal 5,1 Prozent und unter Berücksichtigung einer prognostizierten Jahresteuerung 2008/16 von durchschnittlich 0,9 Prozent ergibt sich ein reales Wachstum von 4,2 Prozent pro Jahr (2008 bis 2016). Zusätzlich: Sonderbotschaft Energieforschung. 2 Aber: Konsolidierungs- und Armeefinanzierungsprogramm (KAP) in Vorbereitung! Kredite der BFI-Botschaft beinhalten viele Bereiche: Finanzierung der Berufsbildung, Zahlungsrahmen ETH-Bereich, Kredite nach Universitätsförderungsgesetz; Finanzierung der Fachhochschulen, Kredite für die Institutionen (u.a. SNF) der Forschungsförderung; Finanzierung der Kommission Technologie und Innovation (KTI), Kredite für Forschungseinrichtungen von nationaler Bedeutung, Beiträge an die Kantone für Ausbildungsbeiträge, Beiträge an Dachverbände der Weiterbildung, Finanzierung gemeinsamer Projekte von Bund und Kantone, Kredite für die internationale Zusammenarbeit Zur Beachtung: Einzelne Bereiche mit Bundesquoten versehen, andere Bereiche mit flexiblen Manövriermassen! Tendenzen der Mittelverteilung: Berufsbildung als Gewinnerin: Aufstockung um 100 Millionen Franken; gesetzlicher Bundesbeitrag von 25%. Hochschulen stabil: Wachstum ca. 4%. Dies gilt auch für die FH, die in der letzten BFI-Botschaft die Gewinnerinnen waren (gesetzlicher Bundesbeitrag von 33% noch nicht erreicht). Bis 30% in 2015 angestrebt. Forschung und Innovation: Leichter Ausbau der kompetitiven Fördermittel von SNF und KTI.

3 EU: Horizon 2020 Horizon 2020 ist Nachfolgeprogramm von Cordis / Rsearch Framework programm 7. Start vorgesehen: Beginn Budgetrahmen: 80 Milliarden Euro. Ausgerichtet auf Hochschulen, Industrien, Einzelforscher in Zusammenarbeit. Genaueres ist wenig greifbar! Derzeit: Übergangsangebote von FP7 mit Letzt-Call bis Mitte Themen: Klima, Mobilität, Nahrung, Energie, Alterung, Generationen, usw. nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit und Sicherheit. Förderungsagentur - vgl. ERC. GSKW sind in FP7 und in Horizon 2020 einbezogen! Politisches: Lissabon wird es zweigleisige Politiken geben: für EU-Mitglieder und für EU mit assoziierten Partnerländern? Politischer Prozess und strategische Dimensionen - vgl. ERIAB Horizon 2020 und System CH wird zu reden geben! BFI-System: Übergreifende Ziele und Gesetzesänderungen in der BFI-Botschaft Die nachfolgenden Angaben betreffen zwar den GSKW-Bereich nicht direkt, haben aber indikatorische Auswirkungen für GSKW ETH-Gesetz: Zulassungsbeschränkung bei ausländischen Vorbildungsausweisen FH-Gesetz: Aufhebung, neu in HFKG integriert BG über Beiträge / Geltungsdauer an gemeinsame Projekte von Bund & Kantonen zur Steuerung des Bildungsraums CH BG über Stipendien an ausländische Studierende und Kunstschaffende in der Schweiz: Anpassung an Bologna BG über die internationale Zusammenarbeit im Bereich der Bildung, der Berufsbildung, der Jugend und der Mobilitätsförderung

4 Neues Gesetz (Erfolg von SVEB): BG über die Unterstützung von Dachverbänden der Weiterbildung (das heisst Fach- und Weiterbildunbildung im Berufs- bzw. Nichthochschulbereich)! 4 Übergreifende Ziele: In der Bildung: Deckung des Bedarfs an allgemein gebildeten und berufsbezogen qualifizierten Personen; in der Forschung und Innovation: Konsolidierung der kompetitiven Förderung auf hohem Niveau und Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz; und für das BFI-System: Ausgestaltung der Schweiz als Denk- und Werkplatz nach den Prinzipien der Chancengleichheit, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Ziele in der Bildung: 1.Breites, vielfältiges und durchlässiges Bildungsangebots; 2.Sicherung der hohen Qualität und des international guten Rufes des schweizerischen Hochschulsystems; 3.Nationale und internationale Positionierung der Berufsbildung; 4.Verbesserung der Bildungs- und Arbeitsmarktfähigkeit der Jugendlichen; 5.Sicherung eines weltoffenen Bildungssystem durch Förderung der internationalen Mobilität; 6.Sicherstellung der Qualität der Maturitäten (gymnasiale und berufsbezogene Matura); 7.Umsetzung des neuen Hochschulförderungs- und Koordinationsgesetzes; und verstärkt: 8.Sicherung der Rahmenbedingungen für die Weiterbildung. Ziele in der Forschung: 1.Positionierung der Schweiz als international anerkannter wettbewerbsfähiger Denk- und Werkplatz; 2.Sicherung der Spitzenstellung in zukunftsträchtigen Themenbereichen; 3.Investitionen in strategisch notwendige Forschungsinfrastrukturen; 4.Strategische Weiterführung der internationalen Zusammenarbeit und Vernetzung; 5.Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

5 Aktuelle und teils strittige Diskussionspunkte Internationale Wissenschaftspolitik der Schweiz: «Beyond EU»: Strategien? Prioritäten? Akteure? Gebundene Mittel durch EU-Beteiligungen? Horizon 2020? Euratom-Beteiligung? Nationale Wissenschaftspolitik: o Integration von zwei Bundesämtern (SBF und BBT) unter einem einzigen Departement ( EVD) o Umsetzung HFKG: Ausmass der nationalen Koordination o Finanzierung grosser Forschungsinfrastrukturen o Wachstum der Studierenden bis 2016 o Durchlässigkeit FH/Unis/ETH o «Anwendungsorientierte Grundlagenforschung»: FH im Sandwich zwischen Unis/ETH einerseits und Höherer Berufsbildung / Fachausbildung andererseits! o Ressortforschung (umstritten): Transparenz, Mittel, Prioritäten 5 ETH-Bereich: Grösstes Studierendenwachstum (2012: +4.6%); Leistungsorientierte Mittelverteilung ( ); Finanzierung von Matching-Funds bei einem möglichen Grosserfolg bzgl. der EU-FET-Projekte (Flagship Projects for Emerging Technologies; und Finanzierung von Forschungs- und Lehrinfrastrukturen FH-Bereich: Schwerpunktbildungen; Eindämmung von Inflation und Konsolidierung der Bildungsangebote (Bachelor, Master; MAS); Joint-Master und Joint-Doktorate mit ETH/Unis versus Bereitstellung von Fachausbildungen und Fachweiterbildungen. Universitäten: Harmonisierung von Studienfach- und Studiengangstrukturen samt Kreditpunkten und Kreditpunktformaten; nationales Management bei Studierendenwachstum in GSKW; und Professionalisierung der Führungsstrukturen (Trennung von Management und Disziplineninteresse). 26. März 2012 / Zusammengestellt von Jacques Picard und Barbara Haering

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