Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel IV. Quartal 2013

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1 Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel IV. Quartal 2013 Wien, Jänner

2 Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel Das IV. Quartal 2013 im Überblick Umsatzentwicklung im IV. Quartal 2013 o +0,8 % nominell o % real Verkaufspreiserhöhungen im Einzelhandel: 1,8 % Weihnachtsgeschäft 2013: +1 % nominell Der stationäre Einzelhandel in Österreich erwirtschaftet im IV. Quartal 2013 ein nominelles Umsatzwachstum von +0,8 %. Real (unter Berücksichtigung der Preissteigerung im Einzelhandel) sind die Umsätze um % gesunken. Absolut betrug der Umsatz im stationären Einzelhandel im IV. Quartal 2013 rd. 14,9 Mrd (netto exkl. Ust, vorläufiger Wert). Die Verkaufspreise im Einzelhandel sind im IV. Quartal 2013 analog zum III. Quartal im Durchschnitt um 1,8 % gestiegen. Die Inflationsrate war mit 1,6 % etwas geringer. Das Weihnachtsgeschäft 2013 liegt nominell um knapp +1 % über dem Niveau von Der stationäre Einzelhandel hat 2013 Brutto-Weihnachtsumsätze in Höhe von 1,53 Mrd erzielt (brutto inkl. Ust). Der österreichische Einzelhandel entwickelte sich im Oktober und November 2013 (deflationiert und arbeitstägig bereinigt) schwächer als der Durchschnitt der EU-28. Für 2014 rechnet das WIFO mit einer leichten Erholung der österreichischen Konjunktur. Das BIP dürfte nominell um +3,5 % und real um +1,7 % zunehmen. Die EinzelhändlerInnen sind für die nächsten Monate zuversichtlicher als im Vorjahr. 1

3 Konjunkturentwicklung im stationären Einzelhandel Das IV. Quartal 2013 im Detail Nominelles Umsatzwachstum im IV. Quartal 2013 Im IV. Quartal 2013 hat der stationäre Einzelhandel (exkl. Tankstellen und exkl. nicht-stationärer Einzelhandel) ein nominelles Umsatzplus von +0,8 % erzielt. Real, d. h. unter Berücksichtigung des Preiseffekts, sind die Umsätze um % zurückgegangen. 1 Damit ist die konjunkturelle Entwicklung zwar schwächer als im III. Quartal 2013, jedoch weiterhin besser als in den Quartalen davor. Umsatzentwicklung: nominell: +0,8 % real: % Absolut betrug der stationäre Einzelhandelsumsatz im IV. Quartal 2013 netto rd. 14,9 Mrd (netto exkl. Ust; rd Mio gegenüber dem IV. Quartal 2012) 2. Grafik 1 Umsatzentwicklung im stationären Einzelhandel IV. Quartal 2012 bis IV. Quartal 2013 Veränderungen nominell und real in Prozent gegenüber dem Vorjahr % 3,0 2,4 1,0 0,0-0,2 0,3 - -1,7 0,2-1,9 0,6 0,8-3,0 IV. Quartal 2012 I. Quartal 2013 II. Quartal 2013 III. Quartal 2013 IV. Quartal 2013 Umsatzentwicklung nominell Umsatzentwicklung real Der Lebensmitteleinzelhandel ist auf Basis Nielsen Umsatzbarometer inkl. Hofer und Lidl enthalten. Die Preisbereinigung erfolgt auf Basis eines Deflators auf Branchenebene (Quelle: Statistik Austria). Quelle: KMU Forschung Austria 1 2 Dies geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor, welche auf den Daten von mehr als Geschäften basiert. Der Lebensmitteleinzelhandel ist auf Basis Nielsen Umsatzbarometer inkl. Hofer und Lidl enthalten. Die Berechnung des Umsatzes erfolgt auf der aktuellen Datenbasis von Statistik Austria für das Jahr Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Wert exkl. nicht-stationärer Einzelhandel und exkl. Tankstellen. (Quelle: Statistik Austria, 2013). 2

4 Preisauftrieb im Einzelhandel bleibt konstant Im IV. Quartal 2013 sind die Verkaufspreise im Einzelhandel wie schon im III. Quartal im Durchschnitt um 1,8 % gestiegen. Die Inflationsrate ist im IV. Quartal mit 1,6 % etwas geringer ausgefallen. Dies ist auf Preisrückgänge bei Treibstoffen zurückzuführen. Grafik 2 % 4,0 Entwicklung der Inflationsrate sowie der Verkaufspreise im Einzelhandel, IV. Quartal 2012 IV. Quartal ,0 1,0 2,8 2,2 2,5 2,2 2,1 1,8 1,8 1,8 1,6 0,0 IV. Quartal 2012 I. Quartal 2013 II. Quartal 2013 III. Quartal 2013 IV. Quartal 2013 Inflationsrate Preissteigerung im Einzelhandel Die Preisbereinigung im Einzelhandel erfolgt auf Basis eines Deflators auf Branchenebene (Quelle: Statistik Austria). Quellen: Statistik Austria (Inflationsrate), KMU Forschung Austria (Einzelhandelspreise) Im letzten Quartal 2013 sind die durchschnittlichen Verkaufspreiserhöhungen im Sportartikeleinzelhandel (3,7 %) und im sonstigen Einzelhandel (u. a. Trafiken, Blumen; 3,5 %) am höchsten. Im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computer und Fotoartikeln ist es demgegenüber weiterhin zu Preisrückgängen (-3,3 %) gekommen. Zudem sind die Verkaufspreise im Einzelhandel mit Schuhen ausgehend vom hohen Niveau des Vorjahres um -0,8 % zurückgegangen. 3

5 Weiterhin starke Polarisierung In Hinblick auf die nominelle Umsatzentwicklung ist auch im IV. Quartal 2013 eine große Bandbreite zwischen den Einzelhandelsgeschäften festzustellen: 41 % erzielen ein Umsatzplus (17 % sogar von mehr als +10 %), 17 % können das Vorjahresniveau erreichen, bei 43 % kommt es zu Umsatzrückgängen. 41 % aller Geschäfte erzielen Umsatzplus Grafik 3 Anteil der Einzelhandelsgeschäfte nach nomineller Umsatzentwicklung IV. Quartal % 43% der EH-Geschäfte mit nominellem Umsatzminus 41% der EH-Geschäfte mit nominellem Umsatzplus > -10% bis -10% konstant bis +10% > +10% nominelle Umsatzentw icklung in % in Kategorien Anmerkung: gerundete Werte; Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen Quelle: KMU Forschung Austria Drogerien/Parfümerien mit höchstem Umsatzplus im IV. Quartal 2013 Der Einzelhandel mit kosmetischen Erzeugnissen erzielt im letzten Quartal 2013 das höchste nominelle Umsatzwachstum (+3,1 %). Im sonstigen Einzelhandel (z. B. Trafiken, Einzelhandel mit Waren aller Art, Blumeneinzelhandel, +2,7 %), im Einzelhandel mit Lebensmitteln (+ %) und im Einzelhandel mit Sportartikeln (+ %) fällt das nominelle Plus ebenfalls höher aus als im Einzelhandel insgesamt (+0,8 %). Im Einzelhandel mit Büchern und Schreibwaren liegen die Umsätze knapp über dem Vorjahresniveau (+0,3 %). Nominelles und reales Umsatzplus bei den Drogerien/Parfümerien Alle anderen betrachteten Branchen müssen zwischen Oktober und Dezember 2013 nominelle Umsatzrückgänge hinnehmen, die im Einzelhandel mit Spielwaren (-3,2 %) und im Einzelhandel mit Schuhen (-2,3 %) am höchsten ausfallen. 4

6 Real sind nur bei den Drogerien und Parfümerien (+2,8 %) und beim Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computer und Fotoartikeln (+1,9 %) nennenswerte Umsatzzuwächse zu beobachten. Das reale Plus im Elektroeinzelhandel bei gleichzeitigem nominellem Minus ist auf Preissenkungen zurückzuführen. Grafik 4 Umsatzentwicklung im Einzelhandel IV. Quartal 2013 nach Branchen Veränderungen nominell und real in Prozent gegenüber dem Vorjahr EH mit kosmetischen Erzeugnissen Sonstiger Einzelhandel (1) 3,1 2,8 2,7-0,8 EH mit Lebensmitteln (2) -0,4 EH mit Sportartikeln -1,7 Stationärer Einzelhandel 0,8 EH mit Büchern und Schreibwaren 0,3 0,1 EH mit Möbeln -0,4-2,9 EH mit Bau- u. Heimwerkerbedarf -0,9-3,7 EH mit Lederwaren EH mit Bekleidung -1,2-3,7 nominell -1,3 real -3,1 EH mit Elektrogeräten, Computer, Foto -1,4 1,9 EH mit Schuhen -2,3-1,5 EH mit Spielwaren -3,2-6,2 % -8,0-6,0-4,0-0,0 4,0 6,0 (1) Einzelhandel mit Waren aller Art, Trafiken, Einzelhandel mit medizinischen und orthopädischen Artikeln, Einzelhandel mit Textilien, Blumeneinzelhandel, etc. (2) Berechnung auf Basis Nielsen Umsatzbarometer inkl. Hofer und Lidl (mittels Saisonkurve) Die Preisbereinigung erfolgt auf Basis eines Deflators auf Branchenebene (Quelle: Statistik Austria). Quelle: KMU Forschung Austria 5

7 Umsätze liegen im November 2013 nominell und real über dem Vorjahresniveau Nach Monaten betrachtet ist im Oktober und Dezember ein ähnlicher Konjunkturverlauf zu beobachten. Nominell liegen die Umsätze knapp über dem Vorjahresniveau. Real sind die Umsätze zurückgegangen. Beste Umsatzentw. im November Zu einer deutlich besseren Umsatzentwicklung ist es im November gekommen. Die EinzelhändlerInnen können ihre Umsätze in diesem Monat nominell um +1,7 % steigern. Auch real werden die Vorjahresumsätze knapp übertroffen (+0,1 %). Im November 2013 haben sich u. a. die modischen Branchen (Bekleidung, Schuhe, Sport) deutlich besser entwickelt als im Oktober und Dezember. Dies kann darauf zurückgeführt werden, dass sich der Verkaufsstart der Winterkollektionen in Folge der lang anhaltenden warmen Temperaturen im Oktober in den November verschoben hat. Grafik 5 Umsatzentwicklung im stationären Einzelhandel Oktober - Dezember 2013 Veränderungen nominell und real in Prozent gegenüber dem Vorjahr 3,0 % 1,0 0,0 0,2 1,7 0,1 0,2 - -1,7-1,6-3,0 Oktober November Dezember Umsatzentwicklung nominell Umsatzentwicklung real Auf Grund der laufenden Aktualisierung der Datengrundlage kann es zu geringfügigen Änderungen gegenüber bereits veröffentlichten Ergebnissen kommen. Der Lebensmitteleinzelhandel ist auf Basis Nielsen Umsatzbarometer exkl. Hofer und Lidl enthalten. Die Preisbereinigung erfolgt auf Basis eines Deflators auf Branchenebene (Quelle: Statistik Austria). Quelle: KMU Forschung Austria Das Weihnachtsgeschäft 2013 im stationären Einzelhandel hat sich nach einer konstanten Zwischenbilanz (+/-0 % bis zum 3. Einkaufssamstag) bis zum 31. Dezember verbessert. Die Weihnachtsumsätze sind gegenüber 2012 nominell um knapp 1 % bzw. 10 Mio (brutto) auf 1,53 Mrd (2013, brutto inkl. Ust) gestiegen. Weihnachtsgeschäft 2013 über Vorjahresniveau: 6

8 Der Unterschied zur Konjunkturentwicklung im Dezember liegt darin, dass unter dem Weihnachtsgeschäft nur jener Brutto-Mehrumsatz im Dezember verstanden wird, der das Normalmaß Jänner - November übersteigt. Zudem haben einzelne Branchen eine unterschiedliche Bedeutung für das Weihnachtsgeschäft im Vergleich zum gesamten Monatsumsatz. Blick in den EU-Raum: Umsatzentwicklung im Oktober und November in Österreich schwächer als in den EU-28 Laut den aktuellen Konjunkturdaten von Eurostat sind die Einzelhandelsumsätze (inkl. Tankstellen und inkl. nicht stationärer Einzelhandel) in Österreich arbeitstätig bereinigt im Oktober real um 1,0 % zurückgegangen. In Deutschland liegen die Erlöse in diesem Monat nur knapp unter dem Vorjahresniveau (-0,1 %). In den EU- 28 kommt es zu einem leichten Wachstum (+0,3 %). Im November sind die Umsätze in Österreich (+1,7 %) und in Deutschland (+1,6 %) in einem ähnlichen Ausmaß gestiegen. In den EU-28 fällt das Plus mit % etwas höher aus. Grafik 6 % 3,0 Umsatzentwicklung (deflationiert, arbeitstätig bereinigt) im Einzelhandel (inkl. Tankstellen, nicht-stationärer Einzelhandel), in Österreich, Deutschland und in den EU-28; Oktober und November 2013 EH inkl. Tankstellen & inkl. nicht-stationärer EH (1) 1,0 1,7 1,6 0,0-0,1 0,3 - -3,0 Oktober Österreich Deutschland EU-28 November Anmerkung: Im Unterschied zur Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria bezieht Eurostat auch die Tankstellen, sowie den nicht stationären Einzelhandel in die Berechnungen mit ein und bereinigt diese arbeitstätig. Somit weichen diese Daten von der Konjunkturbeobachtung (real) der KMU Forschung Austria (siehe oben) ab. (1) Deflationierter Umsatz, arbeitstägig bereinigt, noch keine Daten für Dezember verfügbar Quelle: Eurostat, vorläufige Daten 7

9 Ausblick 2014: Leichte Konjunkturerholung Das WIFO rechnet für die österreichische Wirtschaft für das Jahr 2014 mit einer verhaltenen Konjunkturbelebung. Das BIP dürfte nominell um +3,5 % bzw. real um +1,7 % wachsen. Der Aufschwung wird vor allem durch Nachholinvestitionen und einer höheren Exportnachfrage getragen. Demgegenüber wird die Konjunktur von der schwachen Dynamik des privaten Konsums gedämpft. Die privaten Konsumausgaben werden im Jahr 2014 nominell um +2,7 % bzw. real um +0,9 % steigen. Sowohl bei den dauerhaften als auch bei den nicht-dauerhaften Konsumgütern werden Steigerungen erwartet. Die Inflation lässt im Jahr 2014 in Folge der nur mäßigen Steigerung der Energiepreise und des geringeren Anstiegs der Lebensmittelpreise nach und dürfte bei 1,8 % liegen (gegenüber % im Jahr 2013). 3 Die EinzelhändlerInnen sind lt. KMU Forschung Austria für die nächsten Monate zuversichtlicher als im Vorjahr. 23 % der Unternehmen erwarten eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung. Im Vorjahr traf dies lediglich auf 17 % zu. Der Anteil der Betriebe, die mit einem stabilen Geschäftsverlauf rechnet liegt unverändert bei 70 %. Jener, der eine Verschlechterung erwartet, ist von 13 % auf 7 % zurückgegangen. BIP 2014: nom: +3,5 % Konsumausgaben 2014: nom: +2,7 % Inflation 2014: 1,8 % EinzelhändlerInnen für 2014 zuversichtlicher als im Vorjahr KMU Forschung Austria Karin Gavac/Ernst Gittenberger Jänner Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung: Prognose für 2014 und 2015: Aufschwung bleibt wegen Konsumschwäche flach. WIFO, Dezember

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