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2 antwortete der Mann, der sie untersucht hatte. Auch er sah sehr ernst aus.»ich komme mit«, sagte Daddy und wandte sich dann Pete zu.»ich rufe Grandma an, sie kommt zu dir. Und du rührst dich nicht von der Stelle, bis sie da ist!«er fuhr Pete mit der Hand durch die Haare, während er schon zum Telefon griff. Wie versteinert blieb Pete stehen und beobachtete, wie die Männer eine Bahre neben Mami abstellten und sie ganz vorsichtig darauflegten. Dann trugen sie sie zu dem Krankenwagen und schoben sie hinein. Daddy und einer der Männer stiegen hinten zu ihr ein, die anderen beiden setzten sich nach vorn, und schon fuhren sie los. Als sie auf die Straße einbogen, schalteten sie wieder die Sirene und das Blaulicht ein. Pete setzte sich auf den Rasen. Diesmal wollte er Daddy wirklich gehorchen und sich

3 nicht von der Stelle rühren, bis Granny kam. Vielleicht half das. Vielleicht wurde dann alles wieder gut. Er versuchte, an gar nichts zu denken, und trank langsam, in ganz kleinen Schlucken das Wasser, von dem nicht mehr viel übrig geblieben war, das aber tröstlich süß schmeckte. Endlich hörte er ein Auto auf der Einfahrt. Es war sehr schnell, und der Kies spritzte. Dann wurde scharf gebremst, die Räder rutschten noch ein Stück, und die Türen öffneten sich. Auf der Beifahrerseite stieg Grandpa aus, hielt sich am Autodach fest und wischte sich die Stirn mit einem der riesigen Taschentücher, die er immer bei sich trug. Sein wuchtiger grauer Schnurrbart zitterte etwas, und seine weißen Haare, die immer zu lang waren, klebten ihm im Nacken.»Martha, musst du immer so rasen?«, sagte er vorwurfsvoll und richtete sich zu

4 eindrucksvoller Größe auf. Aber Granny, die sich inzwischen aus dem Fahrersitz gewuchtet hatte, winkte nur ab.»das hier ist ein Notfall«, erklärte sie knapp und breitete schon die Arme aus, um Pete aufzufangen, der auf sie zugelaufen kam. Granny war ziemlich dick und sie wollte immer schmusen, was Pete normalerweise ätzend fand. Aber jetzt war es doch irgendwie gut, dass sie da war und dass sie so breit und weich war. Pete kuschelte sich so dicht an sie, dass er fast verschwand, und weinte ein bisschen.»nun komm mal her, wir gehen erst mal rein«, sagte Granny schließlich. Sie richtete sich ächzend auf und nahm Pete bei der Hand. Im Haus ließ Grandpa sich Petes Geburtstagsgeschenke zeigen, während Granny Tee kochte. Dann setzten sie sich zusammen ins Wohnzimmer, und Pete musste

5 den beiden ganz genau erzählen, was passiert war. Das war nicht ganz einfach, denn er war ja schließlich an allem schuld, oder? Als er fertig erzählt hatte, schüttelte Grandpa den Kopf.»Dieses dumme Mädchen, auf so einen Baum zu klettern. Sie sollte eigentlich ein bisschen mehr Verstand haben in ihrem Alter!«Pete sah ihn überrascht an. Von dieser Seite hatte er das Ganze noch gar nicht betrachtet. War es vielleicht doch Mamis eigene Schuld? Wenn er es recht bedachte, war da was dran. Trotzdem wenn sie nun starb? Pete hatte eine Cousine in Deutschland, Caro, deren Mami war vor zwei Jahren gestorben. Bei einem Autounfall, an dem sie ganz bestimmt keine Schuld hatte, aber das machte jetzt auch keinen Unterschied mehr. Jedenfalls waren Caro und ihr Daddy, Onkel Eric, danach zu der deutschen Gran Marie gezogen, damit die

6 sich um Caro kümmern konnte, während Onkel Eric seine Küchen verkaufte. Die deutsche Granny hatte ein riesiges, altes Haus mit ganz viel Platz, da hatte sie ganz allein gelebt, nur mit Auntie Tina, weil die noch keinen Mann hatte. Mami hatte gesagt, die beiden klapperten in dem großen Haus herum wie zwei Erbsen in einem Schuhkarton, und es sei doch gut, dass Eric und Caro da nun auch wohnten. Ob er und Jamie und Daddy wohl zu Granny und Grandpa ziehen mussten, wenn Mami starb? Aber die hatten nur ein ganz kleines Haus, Pete konnte sich nicht vorstellen, dass sie da alle Platz hätten. Doch vielleicht starb Mami ja auch gar nicht, so etwas passierte ja schließlich nicht allen Kindern in einer Familie, oder? Pete wachte auf, weil ihm jemand die Haare

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