Betriebswirtschaftslehre II

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1 Betriebswirtschaftslehre II Norddeutsche Akademie für Marketing + Kommunikation e.v. Dipl.Ök. Oliver Wruck Dievision Agentur für Kommunikation GmbH Sommersemester 004 Der betriebliche Transformationsprozess Geld Geld Leitung Technologieentwicklung Personalentwicklung Geld Input Beschaffung Betrieb Lagerung Erzeugung Lagerung Absatz Geld Output

2 Investition und Wie lässt sich die Vorteilhaftigkeit einer Investition bestimmen? Wie kann aus einer Reihe von Investitionsmöglichkeiten die günstigste herausgefunden werden? Wie lässt sich die Unsicherheit einer Investition berücksichtigen? Welche Arten der Unternehmensfinanzierung gibt es? Begrifflichkeiten Unter einer Investition versteht man die Anlage eines vorhandenen oder noch zu entleihenden Geldbetrages. Jede Art von Investitionen lässt sich durch Zahlungsreihen während der Nutzungszeit charakterisieren: A 0 : die Anschaffungsauszahlung a t : die laufenden jährlichen Auszahlungen im tten Jahr e t : die laufenden jährlichen Einzahlungen im tten Jahr R: der Liquidationserlös (Restwert) n: die Anzahl der Nutzungsjahre

3 Investitionsarten Sachinvestitionen (Grundstücke, Gebäude, Maschinen, Antiquitäten, Bilder etc.) Finanzinvestitionen Wertpapiere, Sparbücher, etc. Immaterielle Investitionen Forschung und Entwicklung, Weiterbildung, Lizenzen etc. Dynamische Investitionsplanung Ausgangspunkt der dynamischen Investitionsplanung ist die Annahme, dass ein Geldbetrag, der heute fällig wird, anders zu beurteilen ist, als ein gleicher Geldbetrag, der morgen fällig wird. Allgemein gilt: Ein heute fälliger Betrag K 0 hat nach n Jahren den Wert (Aufzinsung): K n =K 0 (1+i) n Ein nach n Jahren verfügbarer Betrag Kn hat heute den Wert (Abzinsung): Kn K0 = (1 + i) n

4 Dynamische Investitionsplanung Beispiel: Ein Schuldner bietet seinem Gläubiger an, eine Zahlung von 100 EUR, die in einem Jahr fällig wird, schon jetzt zu leisten, allerdings bei einem Abschlag von 4 EUR. Der Gläubiger erhält von seiner Bank 6% Zinsen für ein Jahr Festgeld (i=0,06). Ist der Vorschlag seines Schuldners für ihn empfehlenswert? 96 (1 + 0,06) 1 = 101,76 Aus Sicht des Gläubigers sind 96 EUR heute mehr wert als 100 EUR in einem Jahr. Die Kapitalwertmethode +900, +700, 1000, 0 1 Voraussetzung für die Beurteilung: Investor weiß, welchen Zinsgewinn er aus einem Investitionsobjekt mindestens erwirtschaften will (Kalkulationszinssatz i) e1 a1 e a E = + 1 (1+ i) (1 + i) K = E A 0 en a (1+ i) n n Die Investition ist vorteilhaft (= erwirtschaftet die Mindestrendite), wenn der Kapitalwert K > 0 ist. Bspl.: Ist die Investition lohnend, wenn der Investor einen Kalkulationszins von 8% (i=0,08) hat? = + = 1 (1 + 0,08) (1 + 0,08) E K = = 40 > , ,1664 = = 140

5 Die Kostenvergleichsmethode Kosten M1 Kapazitätsgrenze M x* Produktionsmenge (x) Vergleich zweier Investitionsobjekte Ausgangspunkt: Kostenverlauf in einer Periode (Fixkosten + variable Kosten) Es wird die kritische Produktionsmenge x* ermittelt Übungsaufgabe Einem Kostenvergleich liegen folgende Daten zugrunde: Anlage A: Fixkosten 1.00 EUR variable Stückkosten 1,50 EUR Anlage B: Fixkosten: 800 EUR variable Stückkosten:,50 EUR Ermitteln Sie die kritische Menge x*. Welche Anlage wird bei x > x* eingesetzt? Was sind die Schwächen des Kostenvergleichs?

6 Nachteile des Kapitalvergleichs Die Kostenverläufe der beiden Maschinen können sich in den späteren Perioden so verschieben, dass sich die kritische Menge x* verändert und bei einer festgelegten Produktionsmenge die andere Maschine vorteilhafter wird. Infolge von Absatzänderungen können sich in den weiteren Perioden die Produktionsmenge ändern, sodass bei unveränderter kritischer Menge x* die andere Maschine vorteilhaft wird. Die entscheidende Schwäche der Kostenvergleichmethode besteht darin, dass sie statisch ist. Für die Zukunft kalkuliert sie keine Änderungen der Rahmenbedingungen ein. Unsicherheit in der Investitionsplanung Die Unsicherheit über die Erfolgsträchtigkeit einer Investition muss nicht unbedingt aus dieser selbst resultieren (z.b. Goldsuche in Alaska); sie kann auch darin begründet sein, dass die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ( Konjunktur ) ungewiss ist Rahmenbedingung z.b. Konjunkturentwicklung Verbesserung W 1 =0, Eintrittswahrscheinlichkeit keine Veränderung W =0,6 Verschlechterun W =0, I I Erwartungswertmethode E 1 = 400 * 0, * 0, * 0, = = 500 E = 0 * 0, * 0, * 0, = = 500

7 Begrifflichkeiten Grundlage der Finanzplanung ist die Ermittlung des Kapitalbedarfs. Ein Kapitalbedarf entsteht dadurch, dass die Einzahlungs und Auszahlungsströme in einem Unternehmen im Zeitablauf normalerweise nicht deckungsgleich sind. Ein positiver Kapitalbedarf entsteht in solchen Perioden, die einen Auszahlungsüberschuss aufweisen, hingegen ist der Kapitalbedarf in einer Periode negativ, wenn es dort einen Einzahlungsüberschuss gibt. Es sit für ein Unternehmen von allergrößter Wichtigkeit, für die Deckung seines positiven Kapitalbedarfs zu sorgen, um so die Wahrung des finanziellen Gleichgewichts sicherzustellen. smittel Eigenkapital wird durch die Eigentümer in das Unternehmen eingebracht Fremdkapital wird durch Dritte dem Unternehmen leihweise zur Verfügung gestellt Einzahlungsüberschüsse die sich aus dem laufenden Betrieb des Unternehmens ergeben

8 Anlässe der Kapitalbereitstellung Leistungsbezogene Anlässe Aufbau von Kapazität Erweiterung der Kapazität (quantitativ/qualitativ) Erhaltung der Kapazität Anpassung der Kapazität an technischen Fortschritt Nutzung der Kapazität Ausgleich von Beschäftigungsschwankungen Finanzwirtschaftliche Anlässe Substitution von Kapital Verlust von Kapital Verschmelzung von Firmen (Fusion) Erwerb von Beteiligungen Arten der Unternehmensfinanzierung Außenfinanzierung Innenfinanzierung Vermögenszuwachs Vermögenszuwachs Vermögensumschichtung Kreditfinanzierung Einlagen bzw. Beteiligungsfinanzierung aus Gewinn (Selbstfinanzierung) aus Pensionsrücksstellungen von Reinvestitionen aus Umsatzerlösen von Nettoinvestitionen aus Umsatzerlösen

9 Die Rückflussfinanzierung aus Abschreibungsgegenwerten Produktionsanlagen befinden sich über einen längeren Zeitraum hinweg im Einsatz, sodass die Abschreibungsrückflüsse zunächst nicht zur Ersatzbeschaffung benötigt werden. Mit diesem negativen Kapitalbedarf lassen sich smaßnahmen durchführen. Die Rückflüsse können zur Kapazitätserweiterung eingesetzt werden: Dabei wird die Periodenkapazität erhöht, die Totalkapazität bleibt jedoch gleich. aus Abschreibungen Jahr Neuanschaffung Maschinenzahl jährliche Abschreibung Verschrottung Restbetrag usw Anschaffungswert: 1000 EUR, Laufzeit: 5 Jahre, lineare Abschreibung: 00 EUR/Jahr (0%)

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