Die dunkle Seite der Persönlichkeit ans Licht bringen Erfassung der dunklen Tetrade in der Personalselektion

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1 Angewandte Psychologie Masterarbeit Die dunkle Seite der Persönlichkeit ans Licht bringen Erfassung der dunklen Tetrade in der Personalselektion Alexander Burkhard Vertiefungsrichtung Klinische Psychologie Referent: Prof. Dr. Patrick Boss Zürich, Mai 2019 Zürcher Fachhochschule

2 Diese Arbeit wurde im Rahmen des Bachelorstudienganges am Departement P der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW verfasst. Eine Publikation bedarf der vorgängigen schriftlichen Bewilligung durch das Departement Angewandte Psychologie. ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Departement Angewandte Psychologie, Pfingstweidstrasse 96, Postfach 707, CH-8037 Zürich.

3 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE Danksagung An dieser Stelle möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mich bei der Entstehung dieser Masterarbeit unterstützt und motiviert haben. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Herrn Prof. Dr. Patrick Boss vom Zentrum Diagnostik, Verkehrs- und Sicherheitspsychologie des Instituts für Angewandte Psychologie an der ZHAW für die Ermöglichung der Wahl dieses spannenden Themas und seine stets hilfreiche und kompetente Unterstützung. Besonders bedanken möchte ich mich zudem bei allen Verantwortlichen der teilnehmenden Justizvollzugsanstalten, die mit ihrem Einsatz massgeblich am Zustandekommen dieser Arbeit beteiligt waren.

4 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE Zusammenfassung Jahr für Jahr sehen sich Organisationen mit kontraproduktivem Arbeitsverhalten konfrontiert, welches von Absentismus über Mobbing und Machtmissbrauch bis hin zu Wirtschaftsdelikten im grossen Stil reicht. Um solch unerwünschtem Verhalten und den damit einhergehenden negativen Folgen für die Mitarbeitenden und die Organisation zu begegnen, bietet sich im Rahmen der Personaldiagnostik die Erfassung von sogenannt dunklen Persönlichkeitseigenschaften an. Die dunkle Tetrade, bestehend aus den (subklinischen) Persönlichkeitseigenschaften Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie und Sadismus, hat sich in jüngster Forschung als besonders geeignet erwiesen, um sozial unerwünschtes Verhalten vorauszusagen. Da bisher kein Instrument zur Erfassung der dunklen Tetrade im Arbeitskontext vorliegt, wurde am Zentrum Diagnostik, Verkehrs- und Sicherheitspsychologie der Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur (FBP) entwickelt. Anhand einer Stichprobe aus Gefängnisinsassen (n = 107) und einer überwiegend studentischen Vergleichsstichprobe (n = 843) kann in dieser Studie ein erster Beitrag zur Validierung des FBP geleistet werden. Die Fünf-Faktoren-Struktur des FBP mit den latenten Faktoren Narzissmus, Machiavellismus, Sadismus und den beiden Psychopathie-Subskalen kann mittels einer explorativen Faktorenanalyse bestätigt werden. Wie erwartet, weisen Gefängnisinsassen in allen vier Tetrade-Eigenschaften signifikant höhere Werte auf als die Vergleichsstichprobe. Zudem kann die prognostische Validität des FBP anhand der Voraussagekraft bezüglich der Inhaftierung bestätigt werden. Somit dürfte mit dem FBP zukünftig ein ökonomisches Instrument vorliegen, welches im Rahmen der Personaldiagnostik zur Vermeidung von kontraproduktivem Arbeitsverhalten beitragen kann. Basierend auf den Analysen und inhaltlichen Überlegungen werden Empfehlungen zur Revision von acht der insgesamt 40 Items abgegeben. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse werden Implikationen für die Anwendung in der Praxis diskutiert. Schlagwörter: Dunkle Tetrade, Dunkle Triade, Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie, Sadismus, Personaldiagnostik, Gefängnisinsassen

5 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE I Inhalt Einleitung...1 Ausgangslage und Ziel der Arbeit...1 Aufbau der Arbeit...2 Theoretischer Hintergrund...3 Bisherige Forschung Fazit und Forschungslücke Fragestellungen und Hypothesen Methode Das Erhebungsinstrument Rekrutierung und Durchführung Beschreibung der Stichproben Ergebnisse Datenaufbereitung Darstellung der Ergebnisse Diskussion Interpretation der Ergebnisse Methodenkritik Implikationen für die Praxis und weitere Forschung Literatur Anhang... 68

6 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE II Abbildungen Abbildung 1. Anzahl Publikationen auf PsycINFO zur dunklen Triade bzw. dunklen Tetrade zwischen 2002 und Abbildung 2. Hauptmerkmale der vier Tetrade-Mitglieder und ihr gemeinsamer dunkler Kern mit postulierten und empirisch bestätigten (Book et al., 2016) Merkmalen Abbildung 3. Rekrutierung der Insassenstichprobe... 28

7 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE III Tabellen Tabelle 1 Gegenüberstellung der Diagnosekriterien des DSM-5 für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit den Subskalen des NPI nach Raskin und Terry. (1988)... 4 Tabelle 2 Zuordnung des PPI-R (Lilienfeld & Widows, 2005) und des SRP (Williams et al., 2007) zu den Faktoren und Facetten der Psychopathie nach Hare et al. (1990)... 7 Tabelle 3 Standardmessinstrumente zur Erfassung der verschiedenen Konstrukte Tabelle 4 Stichprobenzusammensetzung der Insassenstichprobe Tabelle 5 Stichprobenzusammensetzung der Vergleichsstichprobe Tabelle 6 Item- und Skalenkennwerte der Narzissmus-Skala Tabelle 7 Item- und Skalenkennwerte der Machiavellismus-Skala Tabelle 8 Item- und Skalenkennwerte der Sadismus-Skala Tabelle 9 Item- und Skalenkennwerte der Psychopathie-Subskalen Tabelle 10 Rotierte Ladungsmatrix der Fünf-Faktoren-Lösung Tabelle 11 Deskriptive Statistik der Tetrade-Eigenschaften der Insassenstichprobe nach der Itemreduktion Tabelle 12 Reliabilitäten und Korrelationen der Tetrade-Eigenschaften der Insassenstichprobe nach der Itemreduktion Tabelle 13 Deskriptive Statistik der Vergleichsstichprobe nach der Itemreduktion Tabelle 14 Reliabilitäten und Korrelationen der Tetrade-Eigenschaften der Vergleichsstichprobe nach der Itemreduktion Tabelle 15 Gegenüberstellung der deskriptiven Statistik der beiden Stichproben Tabelle 16 Geschätzte Randmittel für Geschlecht, Führungsposition und Inhaftierung Tabelle 17 Klassifizierungsergebnisse der Diskriminanzanalyse an der Lernstichprobe Tabelle 18 Kreuztabelle zur Überprüfung der Klassifikationsgüte anhand der Kontrollstichprobe Tabelle 19 Klassifizierungsergebnisse der Diskriminanzanalyse an der Gesamtstichprobe.. 46

8 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE IV Abkürzungen AuG BetmG CAST DD DSM FBP IAP ICD JVA NPI OR PCL-R PPI SD3 SD4 SRP SSIS SVG VAST ZHAW Ausländergesetz Betäubungsmittelgesetz Comprehensive Assessment of Sadistic Tendencies Dirty Dozen Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur Institut für Angewandte Psychologie Internationalen Klassifikation psychischer Störungen Justizvollzugsanstalt Narcissistic Personality Inventory Odds Ratio Psychopathy Checklist-Revised Psychopathic Personality Inventory Short Dark Triad Short Dark Tetrad Self Report Psychopathy Short Sadistic Impulse Scale Strassenverkehrsgesetz Varieties of Sadistic Tendencies Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

9 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 1 Einleitung Ein Narzisst, ein Psychopath, ein Machiavellist und ein Sadist kommen in eine Bar. Der Barkeeper fragt: Wer hat die dunkelste Persönlichkeit von euch vieren? Der Narzisst sagt: Ich, der Psychopath sagt: Das ist mir egal, der Machiavellist sagt: Es ist, wer auch immer ich will und der Sadist sagt: Es wird mir Freude bereiten, ihm Schaden zuzufügen. (Abgeändert nach Raj Chopra, 2013) Ausgangslage und Ziel der Arbeit Wirtschaftsdelikte im grossen Stil sorgen immer wieder für Schlagzeilen und verschaffen den betroffenen Unternehmen ungewollte Medienpräsenz. Laut einer aktuellen Studie des Wirtschaftsprüfers PWC (2018) sind wohl weit mehr als 40% der Schweizer Unternehmen von Wirtschaftsdelikten betroffen. Es ist daher davon auszugehen, dass auch kleinere und mittlere Unternehmen mit kontraproduktivem Arbeitsverhalten in Form von Betrug, Korruption, Insiderhandel, Bestechung, Unterschlagung, Veruntreuung, Machtmissbrauch und ähnlichem konfrontiert sind. Gemäss aktuellem Forensic Fraud Barometer der Unternehmensberatung KPMG (2018) erlitten Schweizer Firmen 2017 dadurch direkte Verluste von rund 400 Millionen Franken, wobei es sich hierbei lediglich um die gerichtlich behandelten Fälle handelt und die Dunkelziffer deutlich höher sein dürfte (Fine, 2012). Neben den oft beträchtlichen finanziellen Einbussen sind die Vertrauensschädigungen unternehmensintern wie -extern mindestens genauso gravierend für die Unternehmen und können sich auf Arbeitsmoral, Geschäftsbeziehungen, Reputation und andere bedeutsame Erfolgsfaktoren beeinträchtigend auswirken (Bowling & Gruys, 2010). Die Täter finden sich dabei zu einem grossen Teil unter den eigenen Angestellten und im Management (KPMG, 2018). Um diesem Problem zu begegnen, setzen Unternehmen auf interne Kontrollen, welche jedoch lediglich ein Teil der Lösung sein können (Leibfried, Schuchter, Ederer & Zuber, 2012). Zudem reicht das sozial unerwünschte Verhalten am Arbeitsplatz weit über direkt sichtbare finanzielle Schädigungen hinaus und beinhaltet auch Verhaltensweisen wie Lügen, Absentismus, Mobbing oder sexuelle Belästigung. Neben einem klaren Verhaltenskodex und einer entsprechenden Unternehmenskultur bietet sich ein Ansetzten bei der Person selbst anstelle der Situation an, um solch mehr oder weniger gravierendem Fehlverhalten zu begegnen. Im Sinne des Schutzes der Mitarbeitenden und der Organisation vor negativen Konsequenzen scheint eine Erweiterung des personaldiagnostischen Fokus auf sogenannt

10 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 2 dunkle Persönlichkeitseigenschaften durchaus gerechtfertigt. Die insbesondere in der letzten Dekade aufgenommene Forschung zur dunklen Triade und jüngst auch zur dunklen Tetrade zeigt vielfältige Zusammenhänge zwischen den subklinischen Persönlichkeitseigenschaften Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie und Sadismus mit sozial unerwünschten Verhaltensweisen in unterschiedlichen Kontexten auf. Aus diesen empirischen Ergebnissen lässt sich schliessen, dass die dunkle Tetrade ebenso geeignet sein dürfte, um unerwünschtes Verhalten am Arbeitsplatz vorauszusagen und somit dem Bedürfnis nach einem diesbezüglichen Erhebungsinstrument für den Einsatz in der Personaldiagnostik Rechnung zu tragen. Da bisher kein veröffentlichtes Erhebungsinstrument zur dunklen Tetrade im berufsspezifischen Kontext vorliegt, hat das Zentrum Diagnostik, Verkehrs- & Sicherheitspsychologie des Instituts für angewandte Psychologie (IAP) der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) ein entsprechendes Erhebungsinstrument entwickelt (Burkhard-Rentsch, 2017). In der vorliegenden Arbeit soll das entwickelte Selbsterhebungsinstrument der Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur (FBP) weiter validiert werden. Es werden hierzu zwei Stichproben hinzugezogen, eine vom Autoren selbst erhobene Stichprobe von Gefängnisinsassen (n = 107) sowie eine Vergleichsstichprobe (n = 843) die von zwei weiteren Studierenden der Angewandten Psychologie im Rahmen derer Bachelorarbeiten erhoben wurde und sich aus Studierenden (n = 702) und Arbeitstätigen (n = 141) zusammensetzt. Aufbau der Arbeit Einleitend soll ein Überblick über die theoretischen Hintergründe und die wichtigsten Erhebungsinstrumente der vier Eigenschaften Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie und Sadismus sowie deren Kombination zur dunklen Tetrade gegeben werden. Im Anschluss daran erfolgt anhand eines Reviews eine Übersicht über den aktuellen Forschungsstand bezüglich der dunklen Tetrade. Vor diesem Hintergrund werden die zu untersuchenden Fragestellungen und die daraus abgeleiteten Hypothesen erörtert. In einem zweiten Teil wird auf die angewandten Methoden respektive die Rekrutierung und Zusammensetzung der Stichprobe und das zu validierende Erhebungsinstrument eingegangen. Nach einer kurzen Beschreibung der angewandten Verfahren und der Datenaufbereitung werden die Ergebnisse der Datenauswertung, hinsichtlich Fragestellungen und Hypothesen, dargestellt. Die Interpretation der Ergebnisse in Bezug auf die Theorie erfolgt unter Einordnung in die bisherige Forschung und geht einer abschliessenden kritischen Würdigung der Methoden und einer Diskussion möglicher Theorie- und Praxisimplikationen voraus.

11 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 3 Theoretischer Hintergrund Die in der Persönlichkeitspsychologie verankerten Eigenschaftstheorien gehen davon aus, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen anhand der Ausprägungen seiner Eigenschaften abbilden lässt. Solche Eigenschaften (engl.: traits) sind Merkmale des Erlebens und Verhaltens welche über Zeit und Situationen hinweg relativ stabil und konstant gezeigt werden (Rammsayer & Weber, 2010). Klassischerweise werden dabei sozial weniger bedenkliche Eigenschaften wie Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Verträglichkeit, Gewissenhaftigkeit und Neurotizismus erfasst, welche das als Big Five bekannte Fünf- Faktoren-Modell der Persönlichkeit von Costa & McCrae (1997) bilden, das als Standardmodell in der Persönlichkeitsforschung gilt. Im neueren HEXACO-Modell (Lee & Ashton, 2004) wurde noch der Faktor Ehrlichkeit-Bescheidenheit hinzugefügt. Bereits das Hinzufügen dieses Faktors, welcher die Facetten Aufrichtigkeit, Fairness, materielle Genügsamkeit und Bescheidenheit beinhaltet, weist auf das Bedürfnis der Erfassung von Persönlichkeitseigenschaften hin, welche im sozialen Kontext zu (un-)erwünschtem Verhalten führen können. Einen alternativen Ansatz um sozial aversives Verhalten differenziert vorauszusagen, bietet die explizite Erfassung sogenannter dunkler Persönlichkeitseigenschaften, wie z.b. Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie und Sadismus, welche zusammen die dunkle Tetrade bilden. Wurde Machiavellismus von Beginn an als subklinisches und dimensional ausgeprägtes Konstrukt konzeptualisiert, so weisen Narzissmus, Psychopathie und Sadismus eine lange klinische und insbesondere im Falle der beiden Letzteren auch forensische Tradition auf. Dabei ist im Sinne einer kategorialen Diagnostik bei Erfüllung der entsprechenden Kriterien eine klinische Störung vorliegend oder eben nicht, das heisst, entweder die Person hat z.b. eine narzisstische Persönlichkeitsstörung oder sie hat keine. Die Überführung dieser Konstrukte in die Persönlichkeitspsychologie geht mit der Annahme einer Normalverteilung der entsprechenden Persönlichkeitseigenschaften in der Allgemeinbevölkerung einher; jeder Mensch kann also mehr oder weniger stark ausgeprägte narzisstische, psychopathische, sadistische oder machiavellistische Eigenschaften besitzen, ohne dass diese dadurch als pathologisch zu qualifizieren wären. Narzissmus. Der Begriff Narzissmus hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie und lässt sich zurückführen auf die Sage des Jünglings Narziss, welcher sich, von den Göttern mit unendlicher Selbstliebe bestraft, in sein Spiegelbild verliebt und

12 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 4 schliesslich daran zugrunde geht. Dem Tetrade-Mitglied Narzissmus als subklinische Persönlichkeitseigenschaft liegt mit der narzisstischen Persönlichkeitsstörung ein klinisch relevantes und bereits länger angewandtes Konstrukt im Sinne einer psychischen Störung zugrunde, welches auch in den aktuellen Diagnosesystemen geführt wird. Die narzisstische Persönlichkeitsstörung zeichnet sich nach DSM-5 (diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen) durch ein tiefgreifendes Muster von Grossartigkeit in Fantasie oder Verhalten, dem Bedürfnis nach übermässiger Bewunderung und einen Mangel an Empathie aus (Falkai & Wittchen, 2015). In Tabelle 1 finden sich die störungsspezifischen diagnostischen Kriterien nach DSM-5. Tabelle 1 Gegenüberstellung der Diagnosekriterien des DSM-5 für eine narzisstische Persönlichkeitsstörung mit den Subskalen des NPI nach Raskin und Terry. (1988) DSM-5-Kriterien 1. Grandioses Gefühl der eigenen Wichtigkeit 2. Stark eingenommen von Fantasien grenzenlosen Erfolgs, Macht, Glanz, Schönheit oder idealer Liebe NPI Subskalen Autoritätsanspruch, Überheblichkeit, Selbstfälligkeit Angeberei 3. Glaubt von sich, besonders und einzigartig zu sein Überlegenheitsgefühl, Einzigartigkeit 4. Verlangt nach übermässiger Bewunderung Eitelkeit 5. Anspruchsdenken Anspruchshaltung 6. Ist ausbeuterisch in zwischenmenschlichen Beziehungen Manipulationsneigung, Ausbeutung 7. Mangel an Empathie 8. Ist häufig neidisch auf andere oder glaubt, andere seien neidisch auf ihn/sie. 9. Zeigt arrogante, überhebliche Verhaltensweisen oder Haltungen. Anmerkung. NPI: Narcissistic Personality Inventory. Obwohl bereits Freud (1924) den Narzissmusbegriff in die Psychologie einführte, fand dieser in seiner subklinischen Ausprägung erst mit der Entwicklung des Narcissistic Personality Inventory (NPI; Raskin & Hall, 1979) Einzug in die breite Forschung und Literatur (Campbell & Foster, 2007). Das NPI wurde in inhaltlicher Anlehnung an das damalige DSM-III entwickelt und in der Folge verschiedentlich abgeändert, wobei die meist verwendete Version die 40-Item umfassende von Raskin und Terry (1988) ist. Eine deutsche Version des NPI liegt vor (Schütz, Marcus & Sellin 2004), wobei die Autoren eine von der

13 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 5 ursprünglichen amerikanischen Version abweichende Faktorenstruktur ermittelten, welche deutliche Überlappungen mit verwandten Konstrukten wie Autoritatismus oder Leadership aufweist. Verschiedene gekürzte Versionen versuchen solche Überlappungen zu vermeiden indem sie sich auf die Kernaspekte des Konstrukts Narzissmus konzentrieren, so etwa die deutsche Version NPI-d-17 (Collani, 2014), welche sich an die von Raskin und Terry (1988) vorgeschlagenen Subskalen anlehnt. In Tabelle 1 werden die vorgeschlagenen Subskalen den DSM-5-Kriterien gegenübergestellt. Trotz der nicht immer eindeutigen Faktorenstruktur gelang mit dem NPI und den verschiedenen (Kurz-)Versionen davon eine relativ elegante Transformation des kategorialen, klinisch relevanten Konzepts der narzisstischen Persönlichkeitsstörung in ein dimensional verstandenes Persönlichkeitsmerkmal des subklinischen Narzissmus (Paulhus & Williams, 2002). Machiavellismus. Anders als Narzissmus lässt sich Machiavellismus als Persönlichkeitseigenschaft nicht auf eine klinische Störung zurückführen, sondern findet seinen Ursprung im Hauptwerk seines Namensgebers Niccolò Machiavelli Il Principe (dt. der Fürst ; 2009/1532). Darin befasst sich der Staatsphilosoph mit Fragen des Machterwerbs bzw. -erhalts und positioniert sich als Realpolitiker nach dessen Ansicht der Einsatz rücksichtsloser, unmoralischer oder trügerischer Methoden legitim ist, sofern sie dem politischen Führer zur Erreichung seiner Ziele und zum Machterhalt verhelfen (Externbrink & Keil, 2018). Das Prinzip der Zweck heiligt die Mittel prägt die ebenfalls darauf zurückzuführende politische Theorie des Machiavellismus. Christie und Geis (1970) beschäftigten sich mit den Werken Machiavellis und überführten seine Überlegungen in die Psychologie, woraus das, bis heute meistgenutzte, Messinstrument zur Erfassung der Persönlichkeitseigenschaft Machiavellismus, der Mach IV, entstand. Faktoranalytisch konnten tactics (manipulative Verhaltensweisen) und views (kühle, zynische Haltung) bestätigt werden (Christie und Geis, 1970). Gestützt auf die Schriften des vorchristlichen chinesischen Militärstrategen und Philosophen Sunzi, welcher einen ähnlichen Ansatz verfolgte wie später Machiavelli, betonten Jones und Paulhus (2010) ausserdem die Wichtigkeit der strategischen Planung. Dies auch in Abgrenzung von anderen dunklen Eigenschaften. So planen Machiavellisten voraus, bilden Allianzen und sind hierfür darauf bedacht, ihren guten Ruf zu pflegen, während Psychopathen ihrem Ruf kaum Beachtung schenken (Paulhus & Jones, 2016). Machiavellisten lassen sich also als kühle Taktiker beschreiben, die zur Erreichung ihrer Ziele nicht davor zurückschrecken, andere zu instrumentalisieren oder zu belügen und zu betrügen. Ein deutschsprachiges Instrument zur

14 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 6 Erfassung von Machiavellismus ist die Skala Machiavellismus von Henning und Six (2014), welche ebenfalls auf der Arbeit von Christie und Geis (1970) basiert. Psychopathie. Das wohl prominenteste und gleichwohl am häufigsten missverstandene Konstrukt der dunklen Tetrade dürfte die Psychopathie sein. Ähnlich wie der Narzissmus findet die (subklinische) Psychopathie als Persönlichkeitseigenschaft ihren Ursprung in der klinischen Psychologie, wo Hervey Cleckleys Monographie The Mask of Sanity (1941) den Grundstein für die Konzeptualisierung und Messung der Psychopathie legte. Als Gründervater der modernen Psychopathieforschung gilt der kanadische Kriminalpsychologe Robert D. Hare, welcher die Psychopathy Checklist-Revised (PCL-R; Hare et al., 1990) entwickelte. Psychopathie nach Hare (1990) setzt sich zusammen aus den vier Facetten (a) betrügerischer, manipulativer interpersoneller Stil, (b) affektive Defizite und emotionale Kälte, (c) impulsiver, verantwortungsloser Lebensstil und (d) antisoziale Verhaltensweisen wie Delinquenz und Kriminalität, wobei die beiden ersteren die Kerndimensionen der interpersonell-affektiven Defizite erfassen und dem Faktor 1 zuzuordnen sind, während die beiden letzteren die antisozial-devianten Verhaltensdimensionen und damit den Faktor 2 abbilden. Trotz Überschneidungen mit der dissozialen Persönlichkeitsstörung aus dem ICD-10 (internationale Klassifikation psychischer Störungen) bzw. antisozialen Persönlichkeitsstörung aus dem DSM-5 lässt sich die Psychopathie nicht mit dieser gleichsetzen, sondern geht als Konstrukt über diese hinaus. So haben viele Psychopathen gleichzeitig eine antisoziale Persönlichkeitsstörung, während nur ein kleiner Teil der Personen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung eine Psychopathie aufweist. In der forensischen Psychiatrie und Psychotherapie hat sich die PCL-R nicht nur als Diagnoseinstrument, sondern auch zur Risikoeinschätzung, insbesondere für Gewaltstraftaten, etabliert. So ist die Prävalenzrate bei Delinquenten deutlich höher im Vergleich zur Normalbevölkerung (Ullrich, Paelecke, Kahle & Marneros, 2003), was jedoch nicht bedeutet, dass alle Psychopathen kriminell werden. Anders als bei einer Persönlichkeitsstörung handelt es sich auch bei der klinisch relevanten Form der Psychopathie grundsätzlich um ein dimensionales Konstrukt, es wird jedoch mit nach Kulturkreis variierenden Cut-Off Werten gearbeitet um Psychopathie im forensischen Kontext mittels PCL-R zu diagnostizieren (Mokros & Habermeyer, 2012). Ein Instrument zur Erfassung der Psychopathie im Sinne einer subklinischen Persönlichkeitseigenschaft stellt das Psychopathic Personality Inventory (PPI; Lilienfeld & Andrews, 1996) dar. Eine revidierte Version liegt seit 2005 vor (PPI-R; Lilienfeld &

15 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 7 Widows, 2005). Das PPI-R basiert auf verschiedenen Modellen der Psychopathie, unter anderem jenem von Cleckley, wie auch jenem von Hare. Faktoranalytisch konnten sich acht Subskalen extrahieren lassen, welche sich, wie Tabelle 2 zu entnehmen ist, inhaltlich grösstenteils den vier Facetten und den beiden Faktoren des Psychopathiekonzepts nach Hare et al. (1990) zuordnen lassen. Mit einem Umfang von 154 Items scheint das PPI-R im Rahmen der Triade- bzw. Tetradeforschung allerdings eher ungeeignet. Ein ökonomischeres, im Rahmen der Forschung rund um die dunkle Triade entstandenes, Instrument ist die Self Report Psychopathy (SRP; Williams, Paulhus & Hare, 2007) Skala, welche ebenfalls die vier Facetten nach Hare wiederspiegelt (Tabelle 2). Tabelle 2 Zuordnung des PPI-R (Lilienfeld & Widows, 2005) und des SRP (Williams et al., 2007) zu den Faktoren und Facetten der Psychopathie nach Hare et al. (1990) Psychopathie nach Hare et al. (1990) Faktoren Facetten Subskalen des PPI-R (Lilienfeld & Widows, 2005) SRP (Williams et al., 2007) Faktor 1 interpersonellaffektiv betrügerischer, manipulativer interpersoneller Stil affektive Defizite und emotionale Kälte sozialer Einfluss; machiavellistischer Egoismus Schuldexternalisierung; Kaltherzigkeit interpersonelle Manipulation Kaltherzigkeit Faktor 2 antisozialdeviant impulsiver, verantwortungsloser Lebensstil antisoziale Verhaltensweisen (Delinquenz) rebellische Risikofreude; sorglose Planlosigkeit Stressimmunität; Furchtlosigkeit unsteter Lebensstil kriminelle Tendenzen Anmerkungen. PPI-R: Psychopathic Personality Inventory Revised. SRP: Self Report Psychopathy. Sadismus. Das jüngste der vier Mitglieder der dunklen Tetrade ist der Sadismus, welcher ebenfalls eine längere klinische Tradition zu verzeichnen hat und in Abgrenzung dazu im Kontext der Persönlichkeitsforschung rund um die dunkle Tetrade auch alltäglicher Sadismus (engl.: everyday sadism) genannt wird (z.b. Buckels, Jones & Paulhus, 2013; Paulhus, 2014). Der französische Adlige Marquis de Sade sorgte im 18. Jahrhundert mit seinen Kurzromanen, in denen er pornografische Inhalte mit Gewaltritualen vermischte, für Skandale und wurde somit zum Namensgeber der Freude am Quälen und Demütigen anderer Menschen. Die einstmals im DSM geführte sadistische Persönlichkeitsstörung verschwand mit Erscheinen des DSM-IV. Heute findet sich der Sadismus im DSM-5 in der sexuell

16 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 8 sadistischen Störung und im ICD-10 in der Diagnose des Sadomasochismus, welche beide im klinischen und insbesondere im forensischen Bereich Anwendung finden. Gemeint ist dabei ein sexueller Lustgewinn des Sadisten durch das physische oder psychische Leiden einer anderen Person. Dieser sexuell motivierte Sadismus wird oftmals mit sexuellen Gewaltakten (Marneros, 1997) oder Serienmördern (Pinker, 2011) in Verbindung gebracht. Sadismus wird dabei als sexualisierte Destruktivität betrachtet, das heisst, als Zerstörung durch und über die Sexualität. Die zerstörerische Dynamik ist auf einen anderen gerichtet, und ihre Entladung ist für den Aktiven lustvoll (Marneros, 1997, S. 40). Dass jedoch auch nichtsexuell motiviertes sadistisches Verhalten und das stellvertretende vergnügliche Verfolgen solches Verhaltens eine lange Geschichte hat, illustrieren verschiedene Autoren an der Inquisition, an Folterungen, öffentlichen Hinrichtungen, blutigen Sportarten oder am Kolosseum in Rom (Fromm, 1997; Pinker, 2011). Nach Paulhus und Jones (2016) lassen sich auch in der heutigen Gesellschaft Hinweise auf sadistisches Verhalten finden. Dies einerseits in terroristischen Gruppierungen, militärischen Konflikten und ähnlichem sowie andererseits im weitverbreiteten Genuss extremer Gewalt in Sport, Film und Videospielen. Das späte Hinzufügen zur dunklen Tetrade dürfte auch in Zusammenhang mit der erst jüngst erfolgten Überführung des klinisch relevanten, sexuellen Sadismus in die nichtklinische Forschung zu sehen sein. So wurde erst nach Veröffentlichung der ersten Arbeit, welche die Inklusion des Sadismus in die dunkle Tetrade diskutierte (Chabrol, Van Leeuwen, Rodgers & Séjourné, 2009), die Short Sadistic Impulse Scale (SSIS; O Meara, Davies & Hammond, 2011) als erstes eigenständiges Instrument zur Erfassung des nichtsexuell motivierten, nichtklinischen Sadismus entwickelt. Ein weiteres Instrument wurde von der Arbeitsgruppe um Delroy L. Paulhus entwickelt, die Varieties of Sadistic Tendencies (VAST; Buckels, 2012), welche zwischen dem direkten Sadismus (core sadism) und dem stellvertretenden Sadismus als Zuschauer von Sport und Medien (vicarious sadism) unterscheidet, wobei beide Faktoren in Untersuchungen stark korrelieren (Paulhus & Jones, 2015). Eine Weiterentwicklung des VAST stellt das Comprehensive Assessment of Sadistic Tendencies (CAST; Buckels & Paulhus, 2014) dar. Zusätzlich zur Unterscheidung des direkten und des stellvertretenden Sadismus wird hierbei bezüglich des direkten Sadismus noch zwischen verbalem und physischem Sadismus differenziert. Dunkle Triade. Auf der Suche nach sozial unverträglichen jedoch nicht im pathologischen Bereich anzusiedelnden Persönlichkeitseigenschaften identifizierten

17 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 9 Paulhus und Williams 2002 drei besonders prominente Vertreter in der Literatur: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Bereits in dieser ersten Studie der Geburtsstunde der dunklen Triade kamen die Autoren zum Schluss, dass es sich dabei um overlapping but distinct constructs (Paulhus & Williams, 2002, S. 556) handelt, womit sie den Anstoss zu einer neuen Forschungsreihe gaben, welche insbesondere in den letzten zehn Jahren einen stetigen Zuwachs erfuhr. Der starke Anstieg an Publikationen zur dunklen Triade lässt sich Abbildung 1 entnehmen. So konnten auf der englischsprachigen Datenbank PsycINFO im Zeitraum zwischen Erscheinen der initialen Studie 2002 und 2018 insgesamt 441 Studien, die den Begriff dark triad im Abstract beinhalten, identifiziert werden, wovon 179 alleine in den Jahren 2017 und 2018 veröffentlicht wurden N Publikationen Dark Triad Dark Tetrad Publikationsjahr Abbildung 1. Anzahl Publikationen auf PsycINFO zur dunklen Triade bzw. dunklen Tetrade zwischen 2002 und 2018 Ziel der Forschergruppe um den kanadischen Persönlichkeitspsychologen Delroy L. Paulhus war in erster Linie die Untersuchung der empirischen und theoretischen Abgrenzbarkeit der drei Triade-Mitglieder (Furnham, Richards & Paulhus, 2013; Paulhus & Williams, 2002). Sie argumentieren, dass die jahrzehntelange isolierte Erforschung der drei Konstrukte zu einem construct creep (Furnham et al., 2013, S. 199) geführt habe. Einem wuchernden Wachstum der Literatur, welches sich, im Bemühen möglichst umfassend zu sein, auch in den entsprechenden Erhebungsinstrumenten niederschlägt, sodass diese auch Teile anderer Konstrukte miteinschliessen. Die bereits in der ersten Studie von Paulhus und Williams (2002) gemessenen, und danach in verschiedensten Studien replizierten, Korrelationen zwischen den drei Triade-Mitgliedern mit Effektstärken zwischen.20 und.60

18 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 10 (z.b. Muris, Merckelbach, Otgaar & Meijer, 2017; Paulhus, 2014; Vize, Lynam, Collison & Miller, 2016), lassen einen gemeinsamen Kern vermuten, welcher may have psychological significance in its own right (Paulhus, 2014, S.422). Einige Forscher gingen dabei soweit, dass sie die drei Eigenschaften zu einem einzelnen globalen Index zusammenfassten und darin die dunkle Seite am besten repräsentiert sehen (z.b. Jonason, Li & Teicher, 2010; Bertl, Pietschnig, Tran, Stieger & Voracek, 2017), andere vertreten weiterhin die Meinung der theoretisch und empirisch abgrenzbaren Konstrukte mit einem gemeinsamen dunkeln Kern (z.b. Paulhus, 2014). Aufgrund der negativen Korrelationen aller drei Triade- Mitglieder mit dem Big Five-Faktor Verträglichkeit, die bereits in der initialen Studie gefunden worden waren (Paulhus und Williams, 2002) und des mehrfach bestätigten negativen Zusammenhangs mit dem Faktor Ehrlichkeit-Bescheidenheit des HEXACO- Modells (Furnham et al., 2013; Muris et al., 2017), wird als gemeinsamer dunkler Kern der Triade Kaltherzigkeit (callousness) im Sinne eines Mangels an Empathie gegenüber andern diskutiert (Paulhus, 2014). Einige Forscher sehen daher den dunklen Kern der Triade durch den Faktor 1 von Hare s Psychopathiekonzept (vgl. Tabelle 2), welcher Kaltherzigkeit und einen manipulativen Stil beinhaltet, am besten repräsentiert (Jones & Figueredo, 2013; Marcus, Preszler & Zeigler-Hill, 2018). Einen eher evolutionstheoretischen Zugang diskutieren Jonason, Webster, Schmitt, Li und Crysel (2012) anhand der Life-history- Theorie, indem sie auch die adaptiven Seiten der dunklen Persönlichkeitseigenschaften hervorheben und als gemeinsamen Kern eine schnelle und ausbeuterische Lebenszyklusstrategie postulieren. In einer Studie untersuchten Book, Visser und Volk (2015) den dunklen Kern der Triade näher anhand der oben genannten Modelle und konnten diese alle bestätigen, wobei der Faktor Ehrlichkeit-Bescheidenheit des HEXACO-Modells die empirische Überlappung der Triade am besten erklären konnte. Ebenfalls eine starke Erklärungskraft wurde für das Modell der alternativen Lebenszyklusstrategie mit ausbeuterischem und auf kurzfristige Beziehungen angelegtem Stil gefunden. Zu den am häufigsten eingesetzten Messinstrumenten in der empirischen Forschung rund um die dunkle Triade zählen die Standardinstrumente Mach IV, NPI und SRP. Da jedoch jedes der drei Instrumente eine gewisse Länge für sich beansprucht und selbst die kürzesten Versionen der drei Instrumente insgesamt auf eine Itemanzahl von 65 aufsummieren (Paulhus & Jones, 2015), wurden verschiedene Messinstrumente zur gemeinsamen Erfassung der drei Eigenschaften der dunklen Triade entwickelt. Die prominentesten Vertreter dieser kombinierten Messinstrumente sind die Dirty Dozen (DD;

19 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 11 Jonason & Webster, 2010) und die Short Dark Triad (SD3; Jones & Paulhus, 2014). Eine deutsche Version des DD, das Dreckige Dutzend, wurde validiert und in der gleichen Studie eine noch kürzere Version mit lediglich drei Items pro Skala, die Niederträchtigen Neun, entwickelt (Küfner, Dufner & Back, 2014). Ziel dieser äusserst ökonomischen Instrumente ist nicht die möglichst breite Abdeckung der einzelnen Konstrukte, wie dies mit den Standardinstrumenten (Mach IV, NPI, SRP) der Fall ist, sondern die Erfassung des jeweiligen prototypischen Kerns der drei Eigenschaften. Für den deutschsprachigen Raum existiert zudem ein berufsbezogenes Instrument, die 60 Items umfassende Dark Triad of Personality at Work (TOP; Schwarzinger & Schuler, 2016). Dunkle Tetrade. Chabrol et al. (2009) untersuchten den Zusammenhang zwischen den Mitgliedern der dunklen Triade, der Persönlichkeitseigenschaft Sadismus und delinquentem Verhalten. Sie fanden dabei einerseits positive Korrelationen zwischen den vier Persönlichkeitseigenschaften, andererseits diente Sadismus, unabhängig von dessen Überschneidungen mit der dunklen Triade, als Prädiktor für delinquentes Verhalten. Aufgrund dieser Ergebnisse empfahlen die Autoren die Erweiterung der dunklen Triade um die Eigenschaft Sadismus zur dunklen Tetrade. Weitere Studien konnten die positiven Zusammenhänge der Triade-Mitglieder mit der Persönlichkeitseigenschaft Sadismus bestätigen, wobei für Sadismus sogar deutlich stärkere Korrelationen mit Machiavellismus und Psychopathie gefunden wurden als für Narzissmus (Book et al., 2016; Johnson, Plouffe & Saklofske, 2019; Mededović & Petrović, 2015). Die vierfaktorielle Struktur konnte auch anhand explorativer (Plouffe, Saklofske & Smith, 2017) und konfirmatorischer (Plouffe, Smith & Saklofske, 2018; Yousefi & Imanzad, 2018) Faktorenanalysen bestätigt werden. Wie bereits für die dunkle Triade (Book et al., 2015) befasste sich eine Studie mit dem Kern der dunklen Tetrade anhand der Modelle des Big Five, HEXACO, Faktor 1 und Faktor 2 von Hare s Psychopathiekonzept, Kaltherzigkeit (callousness) sowie einer schnellen und ausbeuterischen Lebenszyklusstrategie (Book et al., 2016). Alle getesteten Modelle hatten prädiktiven Charakter bezüglich der dunklen Tetrade und erklärten zwischen 69% (Big Five) und 84% (HEXACO) der Varianz. Wie bereits für die dunkle Triade zeigte das HEXACO- Modell die grösste Erklärungskraft, wobei sich wiederum durchgängig negative Zusammenhänge mit dem Faktor Ehrlichkeit-Bescheidenheit für alle vier Tetrade-Mitglieder aufzeigen liessen. Ebenfalls durchgängig negative, wenn auch weniger starke, Zusammenhänge fanden sich mit dem Faktor Verträglichkeit (Book et al., 2016). Eine taxometrische Analyse des dunklen Kerns ergab, dass dieser bei Männern in einer

20 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 12 kategorialen Form vorliegt, für Frauen allerdings dimensional ausgeprägt zu sein scheint (Tran et al., 2018). Abbildung 2 soll den dunklen Kern und die vier Tetrade-Mitglieder mit deren jeweiligen Hauptmerkmalen veranschaulichen. Abbildung 2. Hauptmerkmale der vier Tetrade-Mitglieder und ihr gemeinsamer dunkler Kern mit postulierten und empirisch bestätigten (Book et al., 2016) Merkmalen Wenn sich auch ein grosser Teil der Forschung in diesem Gebiet weiterhin mit dem Konstrukt der dunklen Triade befasst, so nimmt die Anzahl veröffentlichter Artikel zur dunklen Tetrade in den letzten Jahren kontinuierlich zu, wie in Abbildung 1 ersichtlich ist. Dies insbesondere nachdem sich auch die Forschergruppe um Delroy L. Paulhus für eine Integration der Persönlichkeitseigenschaft Sadismus zur dunklen Tetrade ausgesprochen hat (Buckels, Jones & Paulhus, 2013). So konnten in der Datenbank PsycINFO 33 Studien, welche den Begriff dark tetrad oder dark triad und sadism im Abstract führen, für den Zeitraum von 2009 bis 2018 identifiziert werden, wovon 22 in den Jahren 2017 und 2018 publiziert wurden. Ein markanter Anstieg der Forschungstätigkeit zur dunklen Triade setzte erst einige Jahre nach Einführung des Konstrukts ein. Bis jetzt scheint bei der dunklen Tetrade zumindest im Ansatz ein vergleichbarer Trend erkennbar zu sein (vgl. Abbildung 1). Ob sich das Konstrukt jedoch in demselben Umfang durchzusetzen vermag, wird sich noch zeigen müssen. Zur gemeinsamen Erfassung der dunklen Tetrade als Konstrukt ist bisher

21 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 13 kein Instrument verfügbar. In Studien zur dunklen Tetrade wird meist ein Instrument zur Erfassung der dunklen Triade (SD3, DD) in Kombination mit einer Sadismusskala (SSIS, CAST, VAST) angewendet. Die Arbeitsgruppe um Delroy L. Paulhus soll analog zur SD3 an der Entwicklung der Short Dark Tetrad (SD4) sein (Buckels, Trapnell, Andjelovic & Paulhus, 2018; Paulhus, Curtis & Jones, 2018), bisher wurde dieses Instrument jedoch weder veröffentlicht noch in einer der gesichteten Studien angewendet. Tabelle 3 soll noch einmal einen Überblick über die wichtigsten eingesetzten Instrumente zur Messung der verschiedenen Konstrukte im Rahmen der Forschung zur dunklen Triade bzw. Tetrade geben. Tabelle 3 Standardmessinstrumente zur Erfassung der verschiedenen Konstrukte Konstrukt Messinstrumente Items (n) Autoren Narzissmus NPI (Narcissistic Personality Inventory) NPI-d Raskin & Hall, 1979 Collani, 2014 Machiavellismus Mach IV Machiavellismus Christie & Geis, 1970 Henning & Six 2014 Psychopathie SRP (Self Report Psychopathy) 64 Williams et al., 2007 Sadismus Dunkle Triade Dunkle Tetrade SSIS (Short Sadistic Impulse Scale) VAST (Varieties of Sadistic Tendencies) CAST (Comprehensive Assessment of Sadistic Tendencies) DD (Dirty Dozen) SD3 (Short Dark Triad) TOP (Dark Triad of Personality at Work) SD4 (Short Dark Tetrad) FBP (Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur) ? a 40 O Meara et al., 2011 Buckels, 2012 Buckels & Paulhus, 2014 Jonason & Webster, 2010 Jones & Paulhus, 2014 Schwarzinger & Schuler, 2016 Unveröffentlicht a In Bearbeitung Anmerkung. a Instrument wurde bisher weder veröffentlicht noch verwendet (siehe Buckels, Trapnell, Andjelovic & Paulhus, 2018; Paulhus, Curtis & Jones, 2018). Bisherige Forschung Jeder der vier Persönlichkeitseigenschaften der dunklen Tetrade geht eine lange individuelle Forschungstradition voraus. Um jedoch allfällig auftretende Effekte bei der gemeinsamen Erfassung mitzuberücksichtigen, werden hier möglichst nur Ergebnisse aus der Forschung zur dunklen Tetrade bzw. Triade miteinbezogen. Da die Forschung zur dunklen Tetrade, wie weiter oben ausgeführt, gerade erst an Fahrt aufnimmt und der Umfang

22 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 14 der Forschungsliteratur zur dunklen Triade derzeit noch ungleich grösser ist (Abbildung 1), wird im Folgenden sowohl auf die oft vielfach replizierten und besser gesicherten, teilweise metaanalytisch bestätigten, Erkenntnisse aus der Triade-Forschung eingegangen und, wo vorhanden, durch die Forschungsergebnisse zur dunklen Tetrade ergänzt. Geschlechtsunterschiede. In einer Meta-Analyse zur dunklen Triade wurden anhand von 50 Einzelstudien Geschlechtsunterschiede in den drei Triade-Eigenschaften gefunden. Männer zeigten dabei signifikant höhere Werte bezüglich Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie, wobei die mittlere Effektstärke für die Geschlechtsunterschiede betreffend Psychopathie signifikant grösser war als die kleinen Effektstärken für Narzissmus und Machiavellismus. Wurde für die gemeinsame Varianz der Triade-Eigenschaften kontrolliert, verblieb lediglich betreffend Psychopathie ein signifikanter Geschlechtsunterschied bestehen, während die Geschlechtsunterschiede betreffend Narzissmus und Machiavellismus keine Signifikanz mehr erreichten. Die Autoren kamen daher zum Schluss, dass zwar jede der drei Triade-Eigenschaften in Männern etwas stärker ausgeprägt ist als in Frauen, Psychopathie jedoch am deutlichsten an das männliche Geschlecht gebunden scheint (Muris et al., 2017). Auch bezüglich der dunklen Tetrade wurden in verschiedenen Studien Geschlechtsunterschiede mit höheren Werten für Männer in allen vier Eigenschaften gefunden (z.b. Chabrol et al., 2009; Craker & March, 2016; Jonason, Zeigler-Hill & Okan, 2017). Zusammenhänge mit traditionellen, hellen Persönlichkeitseigenschaften. Wie bereits erwähnt, untersuchten schon Paulhus und Williams (2002) den Zusammenhang der dunklen Triade mit den Big Five-Persönlichkeitseigenschaften. Die dabei gefundene Gemeinsamkeit der Triade-Eigenschaften war die negative Korrelation mit dem Faktor Verträglichkeit. Dieser Befund konnte in zahlreichen Einzelstudien (für eine Übersicht siehe Furnham et. al, 2013) und auch metaanalytisch (Muris et. al, 2017; O Boyle, Forsyth, Banks, Story & White, 2014; Vize et al., 2016) bestätigt werden, wobei Narzissmus hierbei den schwächsten und zum Teil auch keinen (z.b. Lee & Ashton, 2005) Zusammenhang aufwies. Der negative Zusammenhang mit dem Big Five-Faktor Verträglichkeit konnte auch für die dunkle Tetrade bzw. den Sadismus bestätigt werden, wobei dieser hierbei für den Narzissmus keine Signifikanz erreichte (Book et al., 2016). Narzissmus hebt sich weiter durch den mehrfach bestätigten positiven Zusammenhang mit Extraversion (Book et al., 2016; Muris et. al, 2017 O Boyle et al., 2014) von den anderen Tetrade-Mitgliedern ab.

23 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 15 Deutlich konsistentere Ergebnisse liegen für die Zusammenhänge mit dem HEXACO- Modell vor. Hier konnten sowohl für die dunkle Triade (Furnham et. al, 2013; Muris et. al, 2017) als auch für die dunkle Tetrade (Book et al., 2016; Johnson et al., 2019; Mededović & Petrović, 2015; Meere & Egan, 2017; Plouffe et al., 2018) starke Zusammenhänge mit dem neu hinzugefügten HEXACO-Faktor Ehrlichkeit-Bescheidenheit aufgezeigt werden. Entgegen der vorherrschenden Meinung innerhalb der Triade-Forschung, welche von einem Mehrwert gegenüber dem HEXACO-Modell ausgeht (z.b. Spain, Harms & Wood, 2016; Johnson et al., 2019), sehen daher einige Forscher, darunter auch die Entwickler des HEXACO-Modells (Lee & Ashton, 2014), die dunkle Triade komplett durch den Faktor Ehrlichkeit-Bescheidenheit abgedeckt, so dass diese quasi lediglich die negative Ausprägung des Faktors Ehrlichkeit-Bescheidenheit erfassen würde (Hodson et al., 2018). Abgesehen von den diesbezüglich divergierenden Meinungen betreffend die dunkle Triade sind solche Überlegungen bezüglich der dunklen Tetrade bisher lediglich betreffend spezifischen Kontexten angestellt worden (Pfattheicher, Schindler & Nockur, 2018). Wie bei den Big Five zeigt Narzissmus auch bezüglich des HEXACO-Modells einen positiven Zusammenhang mit dem Faktor Extraversion (Muris et. al, 2017; Johnson et al., 2019). Die beiden Merkmale Psychopathie und Sadismus zeigten zudem jeweils negative Zusammenhänge mit den Faktoren Emotionalität und Gewissenhaftigkeit (Book et al., 2016). Intrapsychische Faktoren. Vize et al. (2016) fanden in ihrer Meta-Analyse kleine bis mittlere negative Zusammenhänge zwischen Psychopathie bzw. Machiavellismus und emotionaler Intelligenz bzw. Altruismus/Empathie. Narzissmus hingegen hing positiv mit emotionaler Intelligenz zusammen und zeigte einen deutlich schwächeren negativen Zusammenhang mit Altruismus/Empathie. Während der individuelle Zusammenhang der einzelnen Triade-Mitglieder mit Empathie bereits mehrfach untersucht wurde, sind diesbezügliche Studien mit dem gemeinsam erfassten Konstrukt der dunklen Triade erst in jüngerer Zeit durchgeführt worden. In einer ersten Studie konnten negative Zusammenhänge aller Triade-Mitglieder mit affektiver Empathie gefunden werden, wobei sich die primäre Psychopathie (Faktor 1) als bester Prädiktor erwies. Keine negativen Zusammenhänge konnten mit der kognitiven Empathie gefunden werden. Vielmehr erwies sich Narzissmus diesbezüglich gar als positiver Prädiktor (Wai & Tiliopoulos, 2012). In einer anderen Studie konnten negative Zusammenhänge aller Triade-Mitglieder mit kognitiver und affektiver Empathie gefunden werden, mit Ausnahme von Narzissmus als positivem Prädiktor von

24 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 16 affektiver Empathie. Psychopathie erwies sich erneut als bester Prädiktor beider Empahietypen (Jonason & Krause, 2013). In einer Studie, die den Zusammenhang zwischen der dunklen Tetrade und Empathie untersuchte, vermochten lediglich die Triade-Mitglieder die affektive Empathie negativ vorauszusagen, während für den Sadismus kein Zusammenhang gefunden werden konnte. Machiavellismus konnte als einziger negativer Prädiktor für kognitive Empathie identifiziert werden, während Narzissmus diesbezüglich erneut einen positiven Zusammenhang aufwies. In derselben Studie erwies sich Sadismus als einziger signifikant negativer Prädiktor der Emotionserkennung (Pajevic, Vukosavljevic- Gvozden, Stevanovic & Neumann, 2018). Zeigler-Hill und Vonk (2015) untersuchten den Zusammenhang zwischen Emotionsregulationsstrategien und dunklen Persönlichkeitseigenschaften auf der Subskalenebene. Bezüglich Narzissmus fanden sie dabei positive Zusammenhänge zwischen den Subskalen Ausbeutung und Anspruch mit Impulskontrollschwierigkeiten und beschränktem Zugang zu Emotionsregulationsstrategien, während gleichzeitig für andere Facetten des Narzissmuskonstrukts (Autoritätsanspruch, Angeberei) negative Zusammenhänge mit verschiedenen Aspekten der emotionalen Dysregulation gefunden wurden. Die Psychopathie-Subskala Kaltherzigkeit zeigte positive Zusammenhänge mit einem Mangel an emotionalem Bewusstsein und emotionaler Klarheit, ebenso wie Machiavellismus, welcher zusätzlich noch positive Zusammenhänge mit einem eingeschränkten Zugang zu Emotionsregulationsstrategien aufwies. Sadismus war mit keinem der untersuchten Aspekte der emotionalen Dysregulation in Zusammenhang zu bringen. Anhand zweier Korrelationsstudien fanden Womick, Foltz und King (2019) einen moderierenden Effekt der dunklen Tetrade auf die Beziehung zwischen Authentizität und Wohlbefinden (Lebenssinn, Lebenszufriedenheit, positiver Affekt, Selbstwert). So fanden sie einen abgeschwächten Zusammenhang zwischen Authentizität und Wohlbefinden in Personen mit stark ausgeprägten Tetrade-Werten. Zudem zeigte sich in der Gruppe die wenig authentisch war ein positiver Zusammenhang zwischen der dunklen Tetrade und Wohlbefinden, was darauf hinweist, dass für Personen mit stark ausgeprägten Tetrade- Eigenschaften ein Mangel an Authentizität weniger problematisch für das persönliche Wohlbefinden sein dürfte als für solche mit weniger dunklen Eigenschaften. Verhaltensbezogene Faktoren. Ein wichtiger Aspekt bei der Erforschung von Persönlichkeitseigenschaften ist deren Voraussagekraft bezüglich bestimmten Erlebens und

25 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 17 Verhaltens in einem mehr oder weniger spezifischen Kontext. So wurde auch für die dunklen Persönlichkeitseigenschaften eine Vielzahl an Studien durchgeführt, welche sich konsequenterweise insbesondere mit der Voraussagekraft sozial unerwünschten Verhaltens und dem damit einhergehenden Erleben in verschiedenen Kontexten beschäftigen. In diesem Kapitel sollen die wichtigsten Erkenntnisse daraus vorgestellt werden, wozu sie in die Bereiche Arbeitsplatzverhalten, interpersonelles Verhalten, antisoziales Verhalten und Onlineverhalten eingeteilt wurden. Arbeitsplatzverhalten. Dass bereits die Studienwahl mit dunklen Persönlichkeitseigenschaften in Verbindung gebracht werden kann, zeigten Vedel und Thomsen (2017) indem sie Studenten verschiedener Hauptfächer bezüglich ihrer Ausprägungen in der dunklen Triade untersuchten, wobei der grösste Unterschied zwischen Psychologiestudenten (mit tiefer Ausprägung) und Wirtschaftsstudenten (mit hoher Ausprägung) gefunden wurde. Verschiedene Studien legen nahe, dass Personen mit einer oder mehreren erhöhten Triade-Eigenschaften unterschiedliche Berufs- und Karrierepräferenzen haben und sich dementsprechend ihr Umfeld wählen bzw. strukturieren (Kowalski, Vernon & Schermer, 2017; Jonason, Wee, Li & Jackson, 2014). Bereits im Rekrutierungsprozess können die Auswirkungen dunkler Persönlichkeitseigenschaften identifizierbar sein. So nutzten Bewerber mit erhöhten Triadewerten in Bewerbungsgesprächen öfter bewusst trügerisches Impression-Management und adaptierten dies über verschiedene Interviewsituationen hinweg auch öfter als Bewerber mit tieferen Werten der dunklen Triade, wobei sich Personen mit hohen Psychopathiewerten diesbezüglich als besonders anpassungsfähig erwiesen (Roulin & Bourdage, 2017). Während Machiavellisten und Psychopathen ihren Arbeitsplatz als kompetitiv erleben, nehmen Narzissten ihren Arbeitsplatz als prestigeträchtiger und autonomer wahr. Zusätzlich wirken sich diese Zusammenhänge auf die höhere Arbeitszufriedenheit von Narzissten und die tiefere Arbeitszufriedenheit von Machiavellisten und Psychopathen aus (Jonason, Wee & Li, 2015). Während zwischen Narzissmus und der Höhe des Salärs, als auch zwischen Machiavellismus und Führungsposition sowie Karrierezufriedenheit jeweils positive Zusammenhänge gefunden wurden, zeigten sich negative Zusammenhänge für Psychopathie mit allen drei Outcomes (Spurk, Keller & Hirschi, 2016). Beim sogenannten Corner-Cutting werden ein oder mehrere wichtige Schritte ausgelassen um eine Aufgabe schneller erledigt zu haben, wofür Abkürzungen genommen und Vorschriften umgangen werden (Jonason & O Connor, 2017). In einer Studie von

26 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 18 Jonason und O Connor (2017) erwiesen sich Machiavellismus und insbesondere Psychopathie als Prädiktoren von Corner-Cutting, auch wenn für die Big Five kontrolliert wurde. O'Boyle, Forsyth, Banks und McDaniel (2012) untersuchten den Zusammenhang zwischen der dunklen Triade und der Arbeitsleistung (job performance) sowie kontraproduktivem Arbeitsverhalten (counterproductive work behaviour) anhand einer Meta-Analyse. Sie fanden positive Zusammenhänge aller drei Triade-Mitglieder mit kontraproduktivem Arbeitsverhalten sowie schwache negative Zusammenhänge zwischen Machiavellismus bzw. Psychopathie und Arbeitsleistung. Aus der Tatsache, dass die Zusammenhänge mit der Arbeitsleistung lediglich kleine Effektgrössen aufwiesen, schlossen sie, dass die dunkle Triade wohl besser für die Vorhersage negativen Verhaltens als positiver Outputs geeignet ist. Der zwischen den Triade-Mitgliedern stark variierende, moderierende Effekt von Kontextvariabeln wie Führungsposition oder Unternehmenskultur bestätigte ein weiteres Mal die Distinktheit der drei Konstrukte. Dieser Effekt zeigte sich beispielsweise darin, dass der schwache negative Zusammenhang zwischen Narzissmus und Arbeitsleistung zunimmt bei Personen in Führungspositionen und in Unternehmen mit einer Kultur des gelebten Kollektivismus in der Gruppe (ingroup collectivism), während der Zusammenhang zwischen Machiavellismus und Arbeitsleistung bzw. kontraproduktivem Arbeitsverhalten weder von der Führungsposition noch von der Unternehmenskultur beeinflusst wird. Im Gegensatz dazu wird der Zusammenhang zwischen Psychopathie und kontraproduktivem Arbeitsverhalten durch die Führungsposition geschwächt. Dies interpretieren die Autoren dahingehend, dass Personen mit erhöhten Psychopathiewerten, deren Aufstiegsmöglichkeiten in der Organisation gegeben sind, ihre Impulsivität und antisozialen Tendenzen besser zu kontrollieren im Stande sind oder alternativ in ihrer Führungsrolle andere Wege gefunden haben, ihre dunklen Verhaltensweisen auszudrücken als sie klassischerweise mit kontraproduktivem Arbeitsverhalten erfasst werden (O'Boyle, Forsyth, Banks & McDaniel, 2012). Palmer, Komarraju, Carter und Karau (2017) zeigten in ihrer Studie, dass auch die wahrgenommene organisationale Unterstützung (perceived organisazional support) einen moderierenden Einfluss haben kann. So zeigten Personen mit hohen Narzissmus- bzw. Psychopathiewerten weniger kontraproduktives Arbeitsverhalten, wenn sie die Organisation als unterstützend wahrnahmen. In einer der wenigen Längsschnittstudien zu dem Thema wurde der Zusammenhang zwischen Führungskräften mit dunklen Eigenschaften und dem objektiven (Gehalt, Beförderungen) und subjektiven Karriereerfolg (Karrierezufriedenheit) der Angestellten und

27 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 19 deren Wohlbefinden (emotionale Erschöpfung, Arbeitszufriedenheit) untersucht (Volmer, Koch & Göritz, 2016). Einmal mehr erwies sich Narzissmus dabei als hellste Eigenschaft der dunklen Triade. So fanden sich nicht nur keine negativen Effekte narzisstischer Vorgesetzter auf das Wohlbefinden der Angestellten, sondern sogar positive Zusammenhänge mit objektivem und subjektivem Karriereerfolg. Machiavellistische Vorgesetzte wiesen einen schwachen negativen Zusammenhang mit dem Gehalt und einen positiven mit der emotionalen Erschöpfung ihrer Angestellten auf. Psychopathiewerte von Vorgesetzten waren negativ mit der Karriere- und Arbeitszufriedenheit der Angestellten verbunden (Volmer et al., 2016). Das Zusammenspiel dunkler Persönlichkeitseigenschaften von Vorgesetzten und Angestellten untersuchten Wisse, Barelds und Rietzschel (2015) anhand des von den Vorgesetzten bewerteten innovativen Verhaltens (generieren, vertreten und umsetzen von Ideen). Während für Machiavellismus der Angestellten ein negativer und für Psychopathie kein Zusammenhang mit der Bewertung des innovativen Verhaltens durch den Vorgesetzten gefunden wurde, zeigte sich diesbezüglich ein positiver Zusammenhang für Narzissmus. Allerdings wurde dieser Zusammenhang durch den Narzissmus bei den Vorgesetzten beeinflusst. So schätzten Vorgesetzte das Verhalten der Angestellten mit hohen Narzissmuswerten lediglich dann als innovativer ein, wenn sie selbst keine hohen Narzissmuswerte hatten. Studien welche sich mit der dunklen Tetrade im Arbeitskontext befassen, konnten zum Zeitpunkt der Literaturrecherche keine gefunden werden. Interpersonelles Verhalten. Muris et al. (2017) fanden in ihrer Metaanalyse, nach Kontrolle der jeweils anderen Mitglieder, positive Zusammenhänge aller drei Triade- Mitglieder mit interpersonellen Problemen (z.b. Dominanz, Anspruchsgefühle, Selbstexpansion). Mit dem interpersonellen Zirkumplex (Wiggins, Trapnell & Phillips, 1988) lassen sich interpersonelle Stile anhand der Dimensionen Dominanz, Extraversion, Liebe und Bescheidenheit einordnen. Mit Ausnahme der Subskala Autoritätsanspruch des NPI fielen in einer Studie von Southard, Noser, Pollock, Mercer & Zeigler-Hill (2015) alle vier Tetrade-Mitglieder in Felder des interpersonellen Zirkumplex, welche arrogante, manipulative, kaltherzige und feindliche interpersonelle Stile repräsentieren. In einer naturalistischen Studie schätzten Personen mit hohen Werten bezüglich der dunklen Tetrade mit Ausnahme des Narzissmus andere weniger akkurat und als weniger positiv ein und wurden von anderen ebenso wenig treffend und weniger positiv eingeschätzt im Vergleich zu Personen mit tieferen Ausprägungen dieser Eigenschaften (Rogers, Le, Buckels, Kim & Biesanz, 2018).

28 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 20 Die dunkle Triade wurde verschiedentlich mit einer Orientierung an kurzfristigen Sexualbeziehungen (short-term mating orientation) in Verbindung gebracht (z.b. Jonason & Buss, 2012; Jonason, Li, Webster & Schmitt, 2009), wobei dieser positive Zusammenhang auch metaanalytisch für alle drei Eigenschaften bestätigt werden konnte (Vize et al., 2016). So wenden Personen mit hohen Triade-Werten bestimmte Taktiken, wie Inaktivität (z.b. Ignorieren des kurzfristigen Partners) oder Vermeidung von emotionaler Intimität (z.b. Kuscheln) an, um langfristige Beziehungscommitments zu vermeiden (Jonason & Buss, 2012). In einer Studie, die sich mit der dunklen Tetrade in diesem Kontext befasste, zeigten sich Psychopathie und Sadismus als positive Prädiktoren einer kurzfristigen Beziehungsorientierung und negative Prädiktoren einer langfristigen Beziehungsorientierung. Narzissmus hingegen wies einen positiven Zusammenhang mit einer langfristigen Beziehungsorientierung auf und für Machiavellismus konnten keine signifikanten Zusammenhänge mit lang- oder kurzfristiger Beziehungsorientierung gefunden werden (Tsoukas & March, 2018). Personen mit hohen Werten in dunklen Persönlichkeitseigenschaften scheinen im sozialen Kontext zu grossen Teilen vom Streben nach Status und Sexualpartnersuche motiviert zu sein, während insbesondere für Machiavellismus und Psychopathie negative Zusammenhänge mit Gruppenzugehörigkeit und Verwandtschaftspflege als soziale Motive gefunden wurden, was die Autoren im Rahmen einer schnellen Lebenszyklusstrategie interpretieren (Jonason & Zeigler-Hill, 2018). Eine erst kürzlich durchgeführte Studie untersuchte die emotionalen Reaktionen von Studenten, welche diese in Gesprächen mit Trauernden über deren Verlust empfanden (Lee, 2019). Alle untersuchten negativen Reaktionen Ärger, Langeweile, Anspruchshaltung (für die geopferte Zeit), Schadenfreude und Humor konnten von der dunklen Tetrade vorausgesagt werden. Die stärksten Zusammenhänge fanden sich für Sadismus, welcher individuelle Voraussagekraft für Anspruchshaltung, Schadenfreude und Humor besass. Während Psychopathie sich ebenfalls als individueller Prädiktor für Schadenfreude erwies, konnte in Abgrenzung zum Sadismus kein prädiktiver Zusammenhang mit Humor gefunden werden. Sowohl Machiavellismus als auch Narzissmus vermochten Ärger individuell vorauszusagen, wobei Narzissmus im Gegensatz zum Machiavellismus einen negativen Zusammenhang aufwies (Lee, 2019). Im Rahmen der Österreichischen Präsidentschaftswahlen von 2016 wurde der Zusammenhang zwischen der dunklen Tetrade und der politischen Orientierung bzw. politischem Extremismus untersucht. Alle vier Tetrade-Eigenschaften zeigten einen

29 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 21 positiven Zusammenhang mit der Wahl des politisch rechtsstehenden Kandidaten, wobei sich Machiavellismus als stärkster Prädiktor erwies. Unabhängig davon zeigten lediglich Narzissmus und Psychopathie positive Zusammenhänge mit politischem Extremismus (Duspara & Greitemeyer, 2017). In einer anderen Studie vermochte die dunkle Tetrade die Einstellung gegenüber Immigranten vorauszusagen, wobei insbesondere Personen mit hohen Psychopathiewerten in diesen eine realistische und solche mit hohen Narzissmuswerten eine symbolische Bedrohung sahen. In derselben Studie konnte auch ein positiver Zusammenhang zwischen der dunklen Tetrade und Zynismus bzw. aggressivem Humor gefunden werden. Während für Zynismus insbesondere Machiavellismus, Narzissmus und Sadismus als Prädiktoren dienten, konnte die dunkle Tetrade als Gesamtkonstrukt am meisten Varianzaufklärung bezüglich des aggressiven Humors leisten, mit Psychopathie und Sadismus als stärksten Prädiktoren (Mededović & Bulut, 2017). Antisoziales Verhalten. In der Metaanalyse von Muris et al. (2017) fanden sich positive Zusammenhänge zwischen allen drei Triade-Mitgliedern und aggressivem bzw. delinquentem Verhalten, wobei jener mit Psychopathie der deutlich stärkste aller Zusammenhänge zwischen den Triade-Mitgliedern und den untersuchten negativen psychosozialen Konsequenzen war. In einer anderen Meta-Analyse wurden signifikant positive Korrelationen aller drei Triade-Mitglieder mit aggressivem Verhalten, Impulsivität und Sensation-Seeking/Risikobereitschaft bestätigt, wobei Narzissmus die schwächsten Zusammenhänge aufwies (Vize et al., 2016). Bezüglich der dunklen Tetrade vermochten Psychopathie und Sadismus delinquentes Verhalten bei männlichen Jugendlichen vorauszusagen, während Machiavellismus und Narzissmus diesbezüglich keine prädiktive Kraft besassen (Chabrol et al., 2009). Vergleichbare Ergebnisse wurden in einer Studentenstichprobe gefunden, wo sich wiederum Sadismus und Psychopathie als alleinige Prädiktoren von antisozialem Verhalten, diesmal geschlechtsunabhängig, erwiesen (Chabrol et al., 2017). Eine weitere Studie identifizierte mittels Cluster-Analyse vier verschiedene Gruppen innerhalb einer Studentenstichprobe: eine Gruppe mit niedrig ausgeprägten Tetrade-Eigenschaften, eine sadistisch-machiavellistische Gruppe, eine psychopathischnarzisstische Gruppe und eine Gruppe mit hohen Ausprägungen aller vier Tetrade- Eigenschaften. Die Gruppe mit den stark ausgeprägten Tetrade-Eigenschaften zeigte dabei die höchsten Werte bezüglich antisozialem Verhalten und Suizidgedanken (Chabrol, Melioli, Van Leeuwen, Rodgers & Goutaudier, 2015). In einer Studie, welche Vandalenakte aus Freude am Zerstören von Dingen untersuchte, konnten alle vier Tetrade-Eigenschaften als

30 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 22 positive Prädiktoren identifiziert werden, wobei sich Sadismus als stärkster Prädiktor herausstellte (Pfattheicher, Keller & Knezevic, 2018). Da bei Gefängnisinsassen ein positiver Zusammenhang zwischen Psychopathie und der Genauigkeit bei der Beurteilung der Verletzlichkeit von Opfern gefunden worden war (z.b. Book, Costello & Camilleri, 2013), wurde ebendieser Zusammenhang auch für die dunkle Tetrade an einer nichtforensischen, nichtklinischen Studentenstichprobe untersucht (Ritchie, Blais & Forth, 2019). Dabei konnte ein positiver Zusammenhang für Psychopathie, Machiavellismus und Sadismus mit der Genauigkeit in der Wahrnehmung der Vulnerabilität von Opfern anhand des Gangbildes gefunden werden, wobei sich der Faktor 2 der Psychopathie als stärkster Prädiktor erwies und Sadismus und Machiavellismus keine über die Psychopathie hinausgehende Erklärungskraft beisteuern konnten. Für Narzissmus konnte kein Zusammenhang gefunden werden (Ritchie et al., 2019). Buckels et al. (2013) untersuchten in zwei Laborstudien das Verhalten von Personen mit hohen Sadismuswerten. In einer ersten Studie wurden die Teilnehmenden vor die Wahl gestellt, ihre Hände in Eiswasser zu halten, eine schmutzige Toilette zu reinigen oder drei lebende Käfer, denen Namen gegeben wurden, durch ein Mahlwerk (vermeintlich) zu töten. Wie erwartet bevorzugten Personen mit hohen Sadismuswerten die Käfer zu töten. Dieser Zusammenhang zeigte sich unabhängig von den Überschneidungen mit der dunklen Triade. Im Gegensatz dazu verlor die dunkle Triade jegliche Voraussagekraft, wenn für Sadismus kontrolliert wurde. Dass sich das aggressive Verhalten von Personen mit hohen Sadismuswerten nicht nur auf Käfer beschränkt, zeigten die Autoren anhand der zweiten Studie, wo die Probanden die Möglichkeit bekamen, einen (real nicht vorhandenen) Gegenspieler im Rahmen eines Reaktionstest mit lauten Geräuschen zu bestrafen, während dieser jeweils auf die Bestrafung verzichtete. In einer zusätzlichen Kondition mussten die Probanden zuerst eine langweilige Aufgabe ausführen, um den Gegenspieler bestrafen zu können. Während Narzissmus, Psychopathie und Sadismus das aggressive Verhalten voraussagten, waren Personen mit hohen Sadismuswerten die einzigen, welche die Intensität der Bestrafung noch erhöhten, nachdem sie gemerkt hatten, dass der Gegenspieler Bestrafungen unterliess. Ausserdem zeigte Sadismus als einzige dunkle Persönlichkeitseigenschaft prädiktiven Charakter bezüglich der Bereitschaft, Zeit und Energie aufzuwenden, um den Gegenspieler zu bestrafen (Buckels et al., 2013). Eine Studie untersuchte unter anderem den Zusammenhang zwischen der dunklen Tetrade und Bullying, ein aggressives Verhalten, welches weitgehend mit Mobbing

31 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 23 gleichzusetzten ist, wobei der Täter das schwächere Opfer wiederholt physisch oder verbal belästigt (van Geel, Goemans, Toprak & Vedder, 2017). Sadismus, Machiavellismus und Psychopathie erwiesen sich als Prädiktoren von Bullying, während Narzissmus diesbezüglich keine Voraussagekraft besass. Sadismus erwies sich dabei als alleiniger Prädiktor, wenn für die dunkle Triade und die Big Five kontrolliert wurde, was einmal mehr die Voraussagekraft von Sadismus bezüglich unerwünschten zwischenmenschlichen Verhaltens, über die dunkle Triade hinaus, bekräftigt (van Geel et al., 2017). Onlineverhalten. Ein eben erst erschienenes Review befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen antisozialem Onlineverhalten und dunklen Persönlichkeitseigenschaften anhand von 24 Studien wovon jeweils 12 die dunkle Tetrade bzw. Triade untersuchten (Moor & Anderson, 2019). Die Autoren kommen zum Schluss, dass Psychopathie den stärksten und konsistentesten Zusammenhang mit der Mehrheit der Untersuchten antisozialen Onlineverhaltensweisen aufzeigt, gefolgt von Sadismus und Machiavellismus, wohingegen Narzissmus die schwächsten und unregelmässigsten Zusammenhänge aufweist. Psychopathie und Sadismus erwiesen sich als die stärksten Korrelate von Onlineverhalten, welches einerseits durch eine besondere interpersonelle Aggressivität gekennzeichnet ist und es dem Täter andererseits besonders leicht macht, anonym zu bleiben, (z.b. Cybertrolling, Cyberbullying, Cyberaggression oder technologiebegünstigte sexuelle Gewalt). Cybertrolling ist ein oft beobachtetes Phänomen, bei welchem bestimmte Individuen, sogenannte Trolls, sich in Online-Communities einschleichen und dort trügerisches, destruktives oder störendes Verhalten zeigen, ohne einen offensichtlichen instrumentellen Zweck zu verfolgen, sondern oftmals aus reiner Freude und dem Wunsch der Community möglichst grossen Schaden zuzufügen (Buckels, Trapnell & Paulhus, 2014; Shachaf & Hara, 2010). In einer Studie mit dem bezeichnenden Namen Trolls just want to have fun untersuchten Buckels et al. (2014) erstmals die Auswirkungen der dunklen Tetrade auf problematisches bzw. antisoziales Onlineverhalten. Nicht nur in Bezug auf die dunkle Tetrade, sondern auch unter Berücksichtigung der Big Five fand sich die robusteste Beziehung zwischen Sadismus und Cybertrolling. Der Effekt wurde zudem zu einem beträchtlichen Teil durch das Vergnügen am Trolling indirekt erklärt. In einer weiteren Studie konnte die starke Beziehung zwischen Cybertrolling und Sadismus bestätigt werden (Buckels et al., 2018). Ausserdem konnte der zugrunde liegende Rationalisierungsprozess anhand zweier Pfade identifiziert werden. Zum einen neigten sowohl Sadisten als auch

32 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 24 Cybertrolls dazu, die Leidensintensität von Geschädigten zu unterschätzen, während sie gleichzeitig Vergnügen an ebendiesem Leid empfanden. Zum anderen konnte ein bereits früher gefundener Effekt von Sadismus auf das moralische Urteilen (Trémolière & Djeriouat, 2016) repliziert werden. So zeigten Personen mit hohen sadistischen Werten eine Tendenz, die Schuld des Täters bei der Beurteilung schädlichen Verhaltens zu minimieren, was darauf schliessen lässt, dass dieser Rationalisierungsprozess auch in der eigenen Täterrolle zur Anwendung kommt (Buckels et al., 2018). Sadismus und auch Psychopathie stellten sich in weiteren Studien als Prädiktoren für Trolling-Verhalten auf Facebook (Craker & March, 2016) und auf Online-Dating-Seiten wie Tinder (March, Grieve, Marrington & Jonason, 2017) heraus. In einer Studie von Smoker und March (2017) vermochten alle vier Tetrade-Mitglieder Cyberstalking von Intimpartnern positiv vorauszusagen. Kircaburun, Jonason und Griffiths, (2018b) untersuchten den Einfluss von antisozialem Onlineverhalten (Cyberbullying, Cyberstalking, Cybertrolling) bezüglich des Zusammenhangs zwischen der dunklen Tetrade und problematischer Social-Media-Nutzung im Sinne einer Beeinträchtigung des sozialen, persönlichen und/oder beruflichen Lebens sowie des psychischen Wohlbefindens. Während der Zusammenhang von Sadismus bzw. Machiavellismus mit problematischer Social-Media- Nutzung jeweils von Cyberbullying und Cyberstalking mediiert wurde, konnte ein indirekter Zusammenhang zwischen Narzissmus und problematischer Social-Media-Nutzung via Cyberstalking gefunden werden. Positive Zusammenhänge konnten zwischen Cybertrolling und Sadismus, Psychopathie und Machiavellismus gefunden werden, während diesbezüglich kein Zusammenhang mit problematischer Social-Media-Nutzung vorlag. Während Narzissmus und Psychopathie lediglich marginale Signifikanz erreichten, stellte sich als einziges Tetrade-Mitglied Sadismus als individueller Prädiktor von Cyberbullying heraus. Wurde diesbezüglich nur die dunkle Triade ohne Sadismus untersucht, erlangte Psychopathie ebenfalls eine gewisse prädiktive Kraft, was die Autoren dahingehend interpretieren, dass Sadismus wohl der geeignetere Prädiktor für antisoziales Onlineverhalten sein dürfte als die dunkle Triade (van Geel, Goemans, Toprak & Vedder, 2017). Ebenso erwies Sadismus sich als starker Prädiktor vom Spielen gewalttätiger Videospiele. Dies auch wenn für die dunkle Triade Aggression und die Big Five kontrolliert wurde (Greitemeyer, 2015). In einer weiteren Studie wurden diese Befunde repliziert und zudem die Faszination an Waffen als mediierender Faktor identifiziert, was darauf schliessen lassen könnte, dass Personen mit hohen Sadismuswerten die virtuellen Waffen in

33 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 25 gewalttätigen Videospielen benutzen, um ihre Faszination an Waffen zu befriedigen (Gonzalez & Greitemeyer, 2018). Konsistent dazu zeigte sich Sadismus in einer anderen Studie als direkter Prädiktor von problematischem Online-Gaming unter First-Person- Shooter-Spielern, während dieser Zusammenhang in der Gesamtstichprobe (Rollenspiele, First-Person-Shooter und Echtzeit-Strategiespiele) durch die Online-Gaming-Motive Flucht, Kompetition und Fantasie mediiert wurde. Ausserdem konnte ein indirekter Zusammenhang zwischen Narzissmus und problematischem Online-Gaming via das Motiv Flucht gefunden werden (Kircaburun, Jonason & Griffiths, 2018a). Fazit und Forschungslücke Diese kurze Übersicht über den aktuellen Forschungsstand zeigt ein breites Spektrum an Zusammenhängen der dunklen Tetrade mit sozial unerwünschtem Verhalten in verschiedensten Kontexten. Die wiederholt nachgewiesene, und oftmals über die dunkle Triade hinausgehende, prädiktive Kraft des alltäglichen Sadismus bezüglich sozial unerwünschtem Verhalten (z.b. Buckels et al., 2013, 2014, 2018; Chabrol et al., 2009, 2017; Gonzalez & Greitemeyer, 2018; Lee, 2019; Mededović & Bulut, 2017; Pfattheicher et al., 2018; van Geel et al., 2017) lässt seine Inklusion zur dunklen Tetrade als sinnvoll und mit einem Mehrwert verbunden erscheinen. Auch wenn die Auswirkungen der dunklen Tetrade bisher nicht im spezifischen Kontext des Arbeitsplatzes untersucht wurden, ist davon auszugehen, dass sich die andernorts gefundene zusätzliche Voraussagekraft des alltäglichen Sadismus auch in bestimmten sozial unerwünschten bzw. kontraproduktiven Verhaltensweisen am Arbeitsplatz wiederfinden lassen dürfte. Bis zum heutigen Zeitpunkt liegt kein veröffentlichtes Instrument zur gemeinsamen Erfassung der dunklen Tetrade vor. Insbesondere fehlt ein solches Instrument, das spezifisch auf den Einsatz in der Personalselektion und -entwicklung abgestimmt wäre. Der FBP könnte diese Lücke schliessen und dem Bedürfnis nach einem komprehensiven Instrument zur Erfassung der dunklen Tetrade im Rahmen der Personalselektion gerecht werden. Ausserdem wurde weder die dunkle Triade noch die dunkle Tetrade bisher an forensischen Populationen untersucht (Muris et al., 2017). Dies erscheint doch erstaunlich, da ja gerade diese erwiesenermassen bereits sozial unerwünschtes Verhalten gezeigt und damit die dunkle Seite ihrer Persönlichkeit offenbart haben. Vor dem Hintergrund der Theorie kann davon ausgegangen werden, dass die Delinquenz bzw. Inhaftierung ein geeignetes Ausssenkriterium zur Prüfung der prognostischen Validität darstellen sollte.

34 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 26 Fragestellungen und Hypothesen Vor dem Hintergrund der Forschungslage und der eben dargelegten Forschungslücken stellen sich folgende Fragen, welchen in dieser Arbeit nachgegangen werden soll: (1) Lässt sich die Fünf-Faktoren-Lösung mit den latenten Faktoren Narzissmus, Machiavellismus, Sadismus und den Psychopathie-Subskalen Faktor 1 und 2 des FBP anhand einer Faktorenanalyse bestätigen? (2) Unterscheiden sich Gefängnisinsassen bezüglich ihrer Ausprägung in der dunklen Tetrade von der Vergleichsstichprobe? (3) Lässt sich delinquentes Verhalten von der dunklen Tetrade voraussagen? Aus diesen Fragen wiederum lassen sich folgende Hypothesen ableiten: Hypothese 1: Die Daten zeigen eine gute Anpassungsgüte an das Fünf-Faktoren-Modell des FBP mit den latenten Faktoren Narzissmus, Machiavellismus, Sadismus und den beiden Psychopathie Subskalen. Hypothese 2: Gefängnisinsassen zeigen signifikant höhere Werte in allen vier Eigenschaften der dunklen Tetrade als die Teilnehmenden der Vergleichsstichprobe. Hypothese 3: Die dunkle Tetrade verfügt über prädiktive Kraft bezüglich der Frage, ob sich eine Person im Gefängnis befindet oder nicht. Methode Das Erhebungsinstrument Es handelt sich bei der vorliegenden Studie um eine quantitative Untersuchung, die zu einer weiteren Validierung des FBP beitragen soll. Im Rahmen einer Bachelorarbeit wurde der FBP basierend auf der theoretischen Herleitung der Tetrade-Konstrukte sowie bestehenden Erhebungsinstrumenten entwickelt (Burkhard-Rentsch, 2017) und in der Folge am Zentrum Diagnostik, Verkehrs- & Sicherheitspsychologie der ZHAW nach einer erneuten Analyse leicht adaptiert. Die Items sind inhaltlich spezifisch auf den Arbeitskontext angepasst. Der Fragebogen findet sich in Anhang B und die entsprechende Skalenzuordnung der Items in Anhang C. Der Fragebogen besteht aus insgesamt 40 Items welche sich den vier Skalen der Tetrade-Eigenschaften zuordnen lassen. Die Narzissmus-Skala umfasst 10 Items, Beispielitems sind: Im Beruf strebe ich nach Status und Ansehen. oder Ich bezeichne mich als überdurchschnittlich in vielen Bereichen.. Die Machiavellismus-Skala besteht ebenfalls aus 10 Items, Beispiele dafür sind: Es gibt Situationen bei der Arbeit, bei welchen eine Lüge gerechtfertigt ist oder Bei der Arbeit muss man manchmal seine wahren

35 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 27 Absichten für sich behalten. Die Sadismus-Skala umfasst sieben Items. Beispielitems sind: Ich muss schmunzeln, wenn jemand bei einem Vortrag den Faden verliert oder Ich habe bereits absichtlich eine Person hereingelegt und mich dann darüber amüsiert. Die Psychopathie-Skala umfasst 13 Items, welche sich unterteilen lassen in Faktor 1 (8 Items) und Faktor 2 (5 Items). Ein Beispielitem für Faktor 1 ist: Gerät ein guter Arbeitskollege in Schwierigkeiten, berührt mich das sehr" (invertiert). Ein Beispielitem für Faktor 2 ist: Wenn ich bei der Arbeit genervt bin, kann ich auch mal laut werden. Die Items wurden anhand einer sechsstufigen Skala (0 = trifft gar nicht zu, 1 = trifft nicht zu, 2 = trifft eher nicht zu, 3 = trifft eher zu, 4 = trifft zu, 5 = trifft voll zu) abgefragt. Standardmässig wurden soziodemografische Daten wie Alter, Geschlecht, höchster Schulabschluss und Status bezüglich Führungsposition erhoben. Zusätzlich wurden bei der Insassenstichprobe die Delikte erfragt, aufgrund welcher die Personen ihre aktuelle Strafe verbüssten. Die Delikte wurden folgenden Kategorien zugeordnet: 1 = Gewalt (Körperverletzung, Tötung, Raub, Menschenhandel), 2 = Vermögen (Betrug, Diebstahl, Veruntreuung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch), 3 = Betäubungsmittelgesetz (BetmG), 4 = Sonstige (Ausländergesetz, Strassenverkehrsgesetz, Bussenverhaft). Obwohl es in der Kriminalitätsforschung keine einheitlichen Klassifikationen bezüglich Delikte gibt, sind sich viele Autoren einig, dass eine zu starke Orientierung an den gesetzlichen Deliktskategorien zu heterogenen Deliktseinteilungen bei der Klassifikation führen kann (Pollich, 2014). Die Klassifikation in der vorliegenden Arbeit wurde daher in Abweichung von der Kategorisierung des StGB so vorgenommen, dass der Handlung mehr Relevanz zugemessen wurde als dem verletzten Rechtsgut. So wurde z.b. Raub nicht den Vermögensdelikten, sondern den Gewaltdelikten zugeordnet, da die Gewaltkomponente eine diesbezügliche Bereitschaft voraussetzt. Versuchte Delikte wurden wie vollendete behandelt. Wurden mehrere Delikte aus verschiedenen Kategorien angegeben, so wurde jeweils das strafrechtlich schwerwiegendere bezüglich der möglichen Sanktion zur Klassifizierung hinzugezogen. Rekrutierung und Durchführung Für die Rekrutierung einer Stichprobe aus Gefängnisinsassen wurden verschiedene Justizvollzugsanstalten (JVA; n = 9) schriftlich für eine Teilnahme an der Studie angefragt. Wie in Abbildung 3 ersichtlich, erteilten zwei JVAs eine Absage aus Ressourcengründen. Eine Anstalt reagierte nicht auf die Anfrage. Sechs JVAs erklärten sich zu einer Teilnahme bereit. Die Insassen wurden von der Institution jeweils vorgängig schriftlich über die

36 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 28 Möglichkeit zur Teilnahme an einer Befragung informiert, ein Beispiel eines Aushangs findet sich in Anhang D. In diesem Schreiben wurde neben dem Kontext der Studie sowie Datum und Ort der Durchführung auch auf die Freiwilligkeit und Anonymität der Teilnahme hingewiesen sowie auf den Anreiz im Wert von fünf Franken aufmerksam gemacht, welcher je nach Institution variierte (Telefonkarte, Kioskgutschein, Gutschrift auf Freikonto). Am jeweiligen Datum hatten die Insassen je nach Institution in einem bestimmten Zeitrahmen die Möglichkeit, bei der Studienleitung in einem Aufenthaltsraum vorbeizukommen oder wurden derselben in Gruppen zugeführt, um die Fragebögen parallel auszufüllen. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten innerhalb der JVAs fand die Befragung mittels Stift und Papier statt. Die Befragung wurde durch die Studienleitung in dem Sinne überwacht, dass diese zu kleineren Verständnisfragen klärend Auskunft gab und die Fragebögen bei Abgabe jeweils kurz auf deren Vollständigkeit überprüfte und um das Nachführen allfälliger Auslassungen bat. Der Erhebungszeitraum erstreckte sich von Dezember 2018 bis März Abbildung 3. Rekrutierung der Insassenstichprobe

37 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 29 Die Daten der Vergleichsstichprobe wurden von zwei Psychologiestudierenden der ZHAW im Rahmen derer Bachelorarbeiten mittels Onlinebefragung auf der akademischen Plattform Unipark der Questback GmbH erhoben und der Studienleitung via Zentrum Diagnostik, Verkehrs- & Sicherheitspsychologie der ZHAW im Mai 2019 zur Verfügung gestellt. Beschreibung der Stichproben Insassenstichprobe. Einschlusskriterien für eine Studienteilnahme waren eine Inhaftierung in einer der untersuchten Anstalten zum Zeitpunkt der Befragung aufgrund einer Verurteilung sowie ausreichend Deutschkenntnisse, um den Fragebogen lesen, verstehen und beantworten zu können. Da der Ausländeranteil im Sanktionenvollzug bei rund 70% liegt (Bundesamt für Statistik, 2018), konnte unter der Annahme, dass ein grosser Teil der ausländischen Inhaftierten über ungenügende Deutschkenntnisse verfügt davon ausgegangen werden, dass das Kriterium der deutschen Sprachkenntnis sich als erschwerender Umstand bei der Rekrutierung erweisen würde, was auch von den Institutionsverantwortlichen so bestätigt wurde. Bei einer Gesamtkapazität unter der Annahme einer Vollbelegung der befragten Institutionen von N = 596 Insassen (Abbildung 3) ist die Teilnehmerzahl mit n = 107 mit knapp 20% jedoch durchaus zufriedenstellend. Tabelle 4 Stichprobenzusammensetzung der Insassenstichprobe Führungsposition Schulabschluss Höchster n % Obligatorische Ja Schule n % Delikt n % Gewaltdelikt Nein Berufsschule Vermögensdelikt (Berufs-)Maturität BetmG Höhere Berufsbildung Hochschule Sonstige Delikte Total Total Total Anmerkungen. BetmG: Betäubungsmittelgesetz. Die Prozentwerte addieren sich teilweise nicht zu 100% aufgrund von Rundungsdifferenzen. Es handelt sich um eine rein männliche Insassenstichprobe aus dem schweizerischen Strafvollzug. Das durchschnittliche Alter liegt bei (SD = 11.83) Jahren, der jüngste Teilnehmende ist 19 Jahre alt und der älteste 68 Jahre. Wie in Tabelle 4 ersichtlich, hatte rund ein Drittel der Teilnehmer (34.6%) vor der Inhaftierung oder aktuell bei der Arbeit im

38 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 30 Vollzug eine Führungsposition inne. Ebenfalls etwas weniger als ein Drittel (29.0%) hat als höchsten Schulabschluss die obligatorische Schule angegeben. Rund die Hälfte hat die Berufsschule (39.3%) oder (Berufs-)Maturität (12.1%) abgeschlossen. Das restliche Fünftel verteilt sich auf eine höhere Berufsbildung (11.2%) und einen Hochschulabschluss (8.4%). Knapp ein Fünftel der Befragten (18.7%) befindet sich wegen eines Gewaltdelikts im Vollzug. Ein Viertel aufgrund eines Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz (25.2%) und je etwas mehr als ein Viertel wegen eines Vermögensdeliktes (28%) oder sonstiger Delikte ( 28%; Ausländergesetz [AuG], Strassenverkehrsgesetz [SVG], Bussenverhaft). Vergleichsstichprobe. Diese Stichprobe setzt sich zusammen aus einer Studentenstichprobe der ZHAW (n = 702) aus den Studienrichtungen Management and Law (n = 608) respektive Angewandte Psychologie (n = 94) sowie einer Stichprobe aus berufstätigen (n = 141). Insgesamt haben n = 843 Personen an der Befragung teilgenommen. Das durchschnittliche Alter liegt bei (SD = 12.32) Jahren. Der jüngste Teilnehmende ist 20 Jahre und der älteste 75 Jahre alt. Tabelle 5 Stichprobenzusammensetzung der Vergleichsstichprobe Geschlecht n % Führungsposition Schulabschluss Höchster n % n % Männlich Ja Obligatorische Schule Weiblich Nein Berufsschule Keine Angaben Keine Angaben (Berufs-)Maturität Höhere Berufsbildung Hochschule Keine Angaben Total Total Total Anmerkung. Die Prozentwerte addieren sich teilweise nicht zu 100% aufgrund von Rundungsdifferenzen. Wie sich Tabelle 5 entnehmen lässt, sind etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmenden männlich (57.4%) und etwas weniger als die Hälfte weiblich (42.0%). Gut ein Sechstel der Stichprobe (16.4%) hat eine Führungsposition inne. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmenden (53.4%) hat als höchsten Schulabschluss die (Berufs-)Maturität angegeben und gut ein Drittel (33.7%) einen Hochschulabschluss. Der Rest verteilt sich auf höhere Berufsbildung (8.5%), Berufsschule (3.2%) und obligatorische Schule (0.2%). Verglichen mit der Allgemeinbevölkerung in der Schweiz sind in dieser Stichprobe Personen mit einer

39 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 31 Berufsbildung deutlich untervertreten. So lag der Anteil an der ständigen Wohnbevölkerung zwischen 20 und 65 Jahren 2018 für Personen mit einem Berufsschulabschluss bei 36.4% bzw. bei 14.9% für Personen mit einer höheren Berufsbildung. Eine Maturität gaben hingegen lediglich 8.2% als höchsten Abschluss an (Bundesamt für Statistik, 2019). So wiederspiegelt sich in der Stichprobe ganz offensichtlich die Zusammensetzung aus studentischem bzw. Hochschulabgänger-Umfeld. Ergebnisse Datenaufbereitung Den Antwortskalen der Tetrade-Items wurden die Werte 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu) zugewiesen. Für den Vergleich der beiden Stichproben wurde eine neue Variable Gefängnis definiert, welcher in der Vergleichsstichprobe der Wert 1 = Nein zugewiesen wurde und in der Insassenstichprobe der Wert 2 = Ja. Die mit der Paper-Pencil- Methode erhobenen Daten der Insassenstichprobe wurden in ein Excel Dokument übertragen und anschliessend in das Programm IBM SPSS Statistics Version 25 eingelesen. Die Daten der Vergleichsstichprobe wurden der Studienleitung im.sav Format zur Verfügung gestellt und waren somit in SPSS verfügbar. Die invertierten Items der einzelnen Skalen wurden umgepolt. Für jede der vier Skalen und die beiden Subskalen der Psychopathie wurden die Skalenmittelwerte berechnet. Darstellung der Ergebnisse Item- und Skalenanalysen. Als erstes wurde eine Analyse auf Item- und Skalenebene vorgenommen. Aufgrund der besonderen Spezifität der Insassenstichprobe wurde die Itemund Skalenanalyse anhand der Vergleichsstichprobe durchgeführt, während die Insassenstichprobe hierbei lediglich prüfend konsultiert wurde. Inhaltliche Überlegungen bezüglich der Beibehaltung oder Entfernung einzelner Items werden im Kapitel Interpretation der Ergebnisse diskutiert. Wie bei Intervallskalen üblich dient als Mass der psychometrischen Schwierigkeit der Itemmittelwert. Die Prüfung der Histogramme ergab keine besonderen Auffälligkeiten wie zweigipflige Verteilungen. Ein relativ grosser Teil der Items war annähernd normalverteilt, einige Items waren tendenziell rechtsschief und deutlich mehr waren linksschief. Bei allen Items wurde die gesamte Spannweite der Antwortskalen von 0 bis 5 ausgenutzt. Wie sich Tabelle 6 entnehmen lässt, liegen die Schwierigkeitsgrade der Items der Narzissmus-Skala, bei einem möglichen Wertebereich von 0 bis 5, relativ nahe beim

40 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 32 mittleren Bereich verteilt. Die Trennschärfen liegen zwischen.33 und.58 und können als gut bezeichnet werden. Einzige Ausnahme bildet das Item N2 mit der deutlich tiefsten Trennschärfe (.33), was wohl der klar grössten Itemschwierigkeit geschuldet sein dürfte (M = 3.36). Da die Trennschärfe dennoch innerhalb des akzeptablen Bereichs von.3 bis.7 liegt und Cronbachs Alpha bei weglassen des Items unverändert bleibt, wird dieses beibehalten. Tabelle 6 Item- und Skalenkennwerte der Narzissmus-Skala Narzissmus-Items Gefängnis (n = 107) Vergleich (n = 822) M SD r it a-i a M SD r it a-i a N-Skala N N N N N N N N N N Anmerkung. Skalen von 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). Reliabilitätsmass Cronbachs a. Wie sich Tabelle 7 entnehmen lässt, liegen auch die Schwierigkeitsgrade der Machiavellismus-Items gut innerhalb der mittleren 60 % der als günstig zu beurteilenden Ausprägungen. Die Trennschärfen liegen zwischen.21 und.58. Insbesondere problematisch erscheint hier Item M1 mit einer Trennschärfe von.21. Zudem weist das Item mit 2.88 die grösste Itemschwierigkeit und innerhalb der Insassenstichprobe eine negative Trennschärfe auf. Vor dem Hintergrund dieser Tatsachen und inhaltlicher Überlegungen wird das Item M1 für die nachfolgenden Berechnungen weggelassen. Wie in Tabelle 7 ersichtlich, bleibt Cronabachs Alpha mit a =.779 dabei nahezu unverändert.

41 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 33 Tabelle 7 Item- und Skalenkennwerte der Machiavellismus-Skala Machiavellismus-Items Gefängnis (n = 107) Vergleich (n = 833) M SD r it a-i a M SD r it a-i a M-Skala M-Skala ohne M M M M M M M M M8_u M M Anmerkung. Skalen von 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). u: invertierte Items. Reliabilitätsmass Cronbachs a. Die Angaben zu den Item- und Skalenwerten der Sadismus-Skala finden sich in Tabelle 8. Hier finden sich gleich zwei Items (S4, S7) deren Schwierigkeitsgrade unterhalb der als günstig zu beurteilenden mittleren 60% der möglichen Ausprägung liegen. Aufgrund inhaltlicher Überlegungen und da eine Weglassung die Verringerung von Cronbachs Alpha bewirken würde, werden die beiden Items für die weiteren Berechnungen beibehalten. Die Trennschärfen bewegen sich zwischen.17 und.48. Das Item S1 stellt sich dabei mit einer Trennschärfe von.17 als besonders problematisch heraus. Da auch Inhaltliche Überlegungen für einen Ausschluss sprechen, wird das Item S1 für die weiteren Berechnungen weggelassen. Die Reliabilität der Sadismus-Skala kann damit von a =.638 auf a =.664 verbessert werden.

42 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 34 Tabelle 8 Item- und Skalenkennwerte der Sadismus-Skala Sadismus-Items Gefängnis (n = 107) Vergleich (n = 832) M SD r it a-i a M SD r it a-i a S-Skala S-Skala ohne S S S S3_u S S S S Anmerkung. Skalen von 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). u: invertierte Items. Reliabilitätsmass Cronbachs a. Wie sich Tabelle 9 entnehmen lässt, wurden die Items der Psychopathie-Skala anhand der beiden Subskalen Faktor 1 und Faktor 2 analysiert. Die Itemschwierigkeiten von Faktor 1 liegen grösstenteils im unteren Bereich der als günstig zu beurteilenden mittleren 60% des möglichen Wertebereichs. Item Pe8 liegt mit 0.96 knapp unterhalb dieses Bereichs. Aus inhaltlicher Sicht und da die Weglassung mit einer Verringerung von Cronbachs Alpha einhergeht, macht es jedoch Sinn das Item dennoch beizubehalten. Die Trennschärfen liegen zwischen.11 und.43. Das invertierte Item Pe4_u mit einer Trennschärfe von.11 erweist sich als besonders problematisch. Zudem weist es in beiden Stichproben die deutlich grösste Itemschwierigkeit auf. Da auch inhaltliche Überlegungen dafür sprechen, wird das Item Pe4_u für die nachfolgenden Berechnungen entfernt. Die Reliabilität der Psychopathie- Subskala Faktor 1 kann damit von a =.655 auf a =.686 erhöht werden. Auch die Reliabilität der Psychopathie Skala wird von a =.682 auf a =.709 verbessert.

43 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 35 Tabelle 9 Item- und Skalenkennwerte der Psychopathie-Subskalen Psychopathie-Items Gefängnis (n = 107) Vergleich (n = 828) M SD r it a-i a M SD r it a-i a P-Skala P-Skala ohne Pe Pe- Skala (Faktor 1) Pe-Skala ohne Pe Pe1_u Pe2_u Pe3_u Pe4_u Pe5_u Pe6_u Pe7_u Pe Pa-Skala (Faktor 2) Pa Pa Pa Pa Pa Anmerkung. Skalen von 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). u: invertierte Items. Reliabilitätsmass Cronbachs a. Weiter ist in Tabelle 9 ersichtlich, dass die Itemschwierigkeiten von Faktor 2 ebenfalls tendenziell im unteren Bereich der als günstig zu erachtenden mittleren 60% der möglichen Ausprägung liegen. Das Item Pa3 liegt mit einer Itemschwierigkeit von 0.89 unterhalb dieses Bereichs. Da das Item inhaltlich jedoch sinnvoll erscheint und eine Entfernung des Items die Verringerung von Cronbachs Alpha bedeuten würde, wird es in der Skala belassen. Die Trennschärfen liegen zwischen.36 und.55 und können als gut bezeichnet werden.

44 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 36 Faktorenanalyse. Als nächstes wurde an den verbleibenden 37 Items eine explorative Faktorenanalyse mit Varimax-Rotation durchgeführt. Um eine Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die Population zu gewährleisten, wurde die Methode der Maximum- Likelihood-Faktorenanalyse gewählt. Die Überprüfung der Stichprobenangemessenheit ergab einen Kaiser-Meyer-Olkin-Wert von KMO =.85, was einem recht guten Wert entspricht (Hutcheson & Sofroniou, 1999, zit. nach Field, 2013, S. 685). Der Bartlett-Test auf Sphärizität fällt mit p <.001 (c 2 = , df = 666) signifikant aus. Die MSA-Werte (Measure of Sampling Adequacy) der einzelnen Items reichen von.73 bis.92 was gut über dem akzeptablen Limit von.5 liegt (Field, 2013). Nach der Varimax-Rotation haben neun Faktoren einen Eigenwert grösser als 1.0, allerdings liegen die letzten vier Faktoren nur knapp über diesem Kaiser-Kriterium und können zusammen lediglich einen Zuwachs von 8.70% an Varianzaufklärung beitragen, während die ersten fünf Faktoren jeweils über 4.00% und insgesamt 30.32% der Gesamtvarianz erklären. Der Screeplot spricht mit dem letzten Knick (Elbow) im Eigenwerteverlauf beim sechsten Punkt für eine Fünf-Faktoren-Lösung. Es wurde daher eine zweite Analyse mit der Vorgabe von fünf Faktoren gerechnet. Die fünf Faktoren entsprechen inhaltlich den jeweiligen Items aus den Skalen Narzissmus, Machiavellismus, Sadismus und den Psychopathie-Subskalen Faktor 1 und Faktor 2. Bei Betrachtung der Ladungsstruktur in Tabelle 10 weisen insgesamt sechs Items eine relevante Querladung von r >.3 auf. Bei einem dieser Items (Pa3) ist die Differenz der Ladungen grösser als.2, bei den restlichen fünf ist sie kleiner und es muss von einer unklaren Ladung ausgegangen werden. Item N8 hat neben der Ladung auf die Narzissmus- Skala (r =.49) eine relevante negative Ladung auf die Psychopathie-Subskala Faktor 1 (r = -.40). Item S7 weist neben der Ladung auf die Sadismus-Skala (r =.42) eine relevante Ladung auf die Psychopathie-Subskala Faktor 2 auf (r =.31). Item Pa5 lädt sowohl auf den Faktor 2 der Psychopathie-Subskala mit r =.35 als auch auf die Machiavellismus-Skala mit r =.33. Das invertierte Item Pe2_u lädt sowohl auf Faktor 1 der Psychopathie (r =.43) als auch auf die Sadismus-Skala (r =.36). Item Pe8 lädt sowohl auf die Psychopathie-Subskala Faktor 1 (r =.39) als auch auf die Psychopathie-Subskala Faktor 2 (r =.34). Aufgrund der inhaltlichen Plausibilität der Querladungen und da bei den meisten Items eine sprachliche bzw. inhaltliche Überarbeitung einer Entfernung vorzuziehen ist, werden die Items für die weiteren Analysen beibehalten. Eine ausführliche Diskussion diesbezüglich erfolgt im Kapitel Interpretation der Ergebnisse. Vorschläge der überarbeiteten Skalen finden sich in Anhang A.

45 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 37 Tabelle 10 Rotierte Ladungsmatrix der Fünf-Faktoren-Lösung Item Faktor 1 (Narzissmus) 2 (Machiavellismus) 3 (Sadismus) N3.635 N6.634 N7.633 N N (Psychopathie Faktor 2) 5 (Psychopathie Faktor 1) N N5.486 N9.445 N4.443 N2.359 M M8_u.589 M5.580 M2.542 M4.533 M7.506 M3.438 M9.435 M6.340 S5.557 S6.529 S4.506 S3_u.422 S S2.345 PA4.707 PA PA1.524 PA2.455 PA PE5_u.557 PE6_u.460 PE1_u.441 PE2_u PE7_u.398 PE3_u.392 PE Anmerkung. n = 801. Es werden lediglich Ladungen ³.300 aufgeführt. u: invertierte Items.

46 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 38 Insassenstichprobe. Tabelle 11 beinhaltet die deskriptive Statistik der verschiedenen Skalen innerhalb der Insassenstichprobe. Der höchste Skalenmittelwert findet sich für die Narzissmus-Skala (M = 3.11, SD = 0.93), der tiefste für die Sadismus-Skala, welche gleichzeitig die höchste Standardabweichung aufweist (M = 1.75, SD = 1.03). Die Skalenmittelwerte der Psychopathie-Skala (M = 2.02, SD = 0.70) und der Machiavellismus- Skala (M = 2.45, SD = 0.76) liegen dazwischen, wobei letzterer ziemlich genau dem theoretischen Skalenmittelwert entspricht. Bei Personen mit Führungsposition liegt der Mittelwert von Machiavellismus (M = 2.36, SD = 0.71) tiefer als bei solchen ohne (M = 2.50, SD = 0.79). Bei den anderen drei Eigenschaften sind die Mittelwerte bei Personen mit Führungserfahrung jeweils höher als bei solchen ohne Führungserfahrung. Bezüglich der Deliktskategorien finden sich bei den Gewaltdelikten die höchsten Narzissmus- und tiefsten Machiavellismuswerte. Die tiefsten Narzissmuswerte finden sich bei den Vermögensdelikten. Sowohl die Sadismus- als auch die Psychopathiewerte sind bei den Betäubungsmitteldelikten am höchsten und bei den sonstigen Delikten am tiefsten ausgeprägt. Tabelle 11 Deskriptive Statistik der Tetrade-Eigenschaften der Insassenstichprobe nach der Itemreduktion Gesamt (n = 107) Führungsposition Ja (n = 37) Nein (n = 70) Gewalt (n = 20) Vermögen (n = 30) Delikt BetmG (n = 27) Sonstige (n = 30) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) N 3.11 (0.93) 3.28 (1.04) 3.01 (0.86) 3.20 (1.05) 3.03 (0.88) 3.09 (1.06) 3.14 (0.81) M 2.45 (0.77) 2.36 (0.71) 2.50 (0.79) 2.25 (0.71) 2.74 (0.77) 2.61 (0.65) 2.38 (0.52) S 1.75 (1.03) 1.90 (1.14) 1.67 (0.96) 1.70 (1.05) 1.82 (1.17) 2.03 (0.85) 1.54 (0.92) P 2.02 (0.70) 2.09 (0.76) 1.98 (0.67) 1.99 (0.40) 2.13 (0.73) 2.46 (0.69) 1.84 (0.60) Anmerkung. Skalen von 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). N: Narzissmus, M: Machiavellismus, S: Sadismus, P: Psychopathie. Tabelle 12 zeigt die Korrelationen der vier Tetrade-Eigenschaften untereinander. Die Effektstärken r werden nach Cohen (1988, zit. nach Field, 2013, S. 82) wie folgt klassifiziert: Werte von r =.1 beschreiben einen schwachen, solche von r =.3 einen mittleren und solche von r =.5 einen starken Zusammenhang. Die Korrelationsanalyse ergab einen signifikant positiven Zusammenhang mittlerer Stärke zwischen den Skalen Machiavellismus und Sadismus (r =.388). Stark positive Zusammenhänge wurden zwischen Machiavellismus und Psychopathie (r =.506) sowie zwischen Sadismus und Psychopathie (r

47 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 39 =.543) gefunden. Die Narzissmus-Skala weist mit keiner der drei anderen Skalen einen signifikanten Zusammenhang auf, mit der Psychopathie-Skala weist der Zusammenhang gar in eine negative Richtung. Schaut man sich die beiden Subskalen der Psychopathie-Skala an, so fällt auf, dass die beiden nicht signifikant miteinander korrelieren. Faktor 1 korreliert signifikant negativ mit knapp mittlerer Stärke (r = -.274) und Faktor 2 schwach positiv (r =.211) mit der Narzissmus-Skala. Sowohl Faktor 1 (r =.438) als auch Faktor 2 (r =.302) weisen einen signifikant positiven Zusammenhang mittlerer Stärke mit der Machiavellismus- Skala auf. Während Faktor 2 einen starken positiven Zusammenhang (r =.548) mit der Sadismus-Skala aufweist, korreliert Faktor 1 mit dieser mit knapp mittlerer Stärke (r =.297). Die Reliabilitäten sind mit Werten von Cronach Alpha zwischen a =.61 und a =.67 in Anbetracht der speziellen Stichprobe akzeptabel. Tabelle 12 Reliabilitäten und Korrelationen der Tetrade-Eigenschaften der Insassenstichprobe nach der Itemreduktion Skalen Narzissmus Machiavellismus Sadismus ** Psychopathie **.543** Faktor **.438**.297**.813** Faktor 2.211*.302**.548**.664** Anmerkungen. Pearson Korrelationen. Reliabilitäten (Cronbachs a) kursiv in der Diagonalen. * p <.05, ** p <.01. n = 107. Um die Mittelwerte der Tetrade-Eigenschaften zwischen den verschiedenen Deliktskategorien zu vergleichen, wurde eine MANOVA mit den Deliktskategorien als unabhängige und den Tetrade-Eigenschaften als abhängige Variablen gerechnet. Das Gesamtmodell war signifikant, Wilks λ = 0.81, F(12, 265) = 1.869, p =.038. Die Überprüfung der Varianzhomogenität erfolgte mit dem Levene-Test, gemäss welchem von Varianzgleichheit für alle vier Abhängigen Variablen ausgegangen werden kann. Die nachfolgenden ANOVAs mit den Deliktskategorien als unabhängige und den Tetrade- Eigenschaften als abhängige Variablen zeigten signifikante Unterschiede für Psychopathie, F(3, 103) = 5.62, p =.001, η 2 p =.141 und Machiavellismus, F(3, 103) = 2.77, p =.045, η 2 p =.075 bezüglich der verschiedenen Deliktskategorien. Narzissmus und Sadismus erreichten diesbezüglich keine Signifikanz. Die Zugehörigkeit zu einer Deliktskategorie konnte 14.1%

48 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 40 (R 2 =.141) der Gesamtvarianz der Psychopathie und 7.5% (R 2 =.075) des Machiavellismus aufklären. Betreffend Psychopathie zeigte ein Bonferroni-korrigierter post-hoc Test einen signifikanten Unterschied (p =.001) zwischen den Betäubungsmitteldelikten (M = 2.42, SD = 0.71) und den sonstigen Delikten (M = 1.72, SD = 0.64) sowie zwischen den Betäubungsmitteldelikten und Gewaltdelikten (M = 1.88, SD = 0.41). Für Machiavellismus konnte ein Bonferroni-korrigierter post-hoc Test keine signifikanten Unterschiede der Deliktskategorien aufzeigen. Vergleichsstichprobe. Wie in Tabelle 13 ersichtlich, weist in der Vergleichsstichprobe, gleich wie bei der Insassenstichprobe, Narzissmus den höchsten (M = 2.60, SD = 0.67) und Sadismus den tiefsten (M = 1.28, SD = 0.76) Mittelwert auf, wobei für Letzteren die grösste Standardabweichung vorliegt. Dazwischen liegen Machiavellismus (M = 2.16, SD = 0.70) und Psychopathie (M = 1.55, SD = 0.56). Die Mittelwerte aller vier Eigenschaften sind bei Männern jeweils höher ausgeprägt als bei Frauen. Der Mittelwert von Machiavellismus liegt bei Personen mit Führungsposition (M = 2.08, SD = 0.74) tiefer als bei solchen ohne (M = 2.18, SD = 0.70). Bei allen anderen drei Eigenschaften sind die Mittelwerte bei Personen mit Führungserfahrung jeweils höher als bei solchen ohne. Tabelle 13 Deskriptive Statistik der Vergleichsstichprobe nach der Itemreduktion Gesamt (n = 843) Männlich (n = 300) Geschlecht Weiblich (n = 538) Führungsposition Ja (n = 138) Nein (n = 701) Skalen M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) Narzissmus 2.60 (0.67) 2.75 (0.67) 2.52 (0.65) 2.83 (0.64) 2.56 (0.66) Machiavellismus 2.16 (0.70) 2.29 (0.72) 2.09 (0.69) 2.08 (0.74) 2.18 (0.70) Sadismus 1.28 (0.76) 1.60 (0.81) 1.10 (0.67) 1.32 (0.74) 1.27 (0.77) Psychopathie 1.55 (0.56) 1.78 (0.59) 1.43 (0.51) 1.79 (0.61) 1.51 (0.54) Anmerkung. Skalen von 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). In Tabelle 14 finden sich die Reliabilitäten der Skalen und deren Korrelationen untereinander. Alle vier Skalen korrelieren signifikant miteinander. Es liegen schwache Korrelationen zwischen Narzissmus und Sadismus (r =.155), Narzissmus und Psychopathie (r =.250) und zwischen Machiavellismus und Sadismus (r =.271) vor. Korrelationen mittlerer Stärke ergeben sich für Narzissmus und Machiavellismus (r =.310), Psychopathie und Machiavellismus (r =.387) sowie Psychopathie und Sadismus (r =.413). Die

49 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 41 Reliabilitäten sind als akzeptabel bis gut zu beurteilen, wobei Sadismus mit a =.664 das tiefste und Narzissmus mit a =.801 das höchste Cronbachs Alpha aufweist. Machiavellismus (a =.779) und Psychopathie (a =.709) weisen ebenfalls gute Werte auf. Tabelle 14 Reliabilitäten und Korrelationen der Tetrade-Eigenschaften der Vergleichsstichprobe nach der Itemreduktion Skalen Narzissmus Machiavellismus.310** Sadismus.155**.271** Psychopathie.250**.387**.413** Faktor 1.087*.256**.346**.818** Faktor 2.322**.358**.299**.748**.230**.681 Anmerkungen. Pearson Korrelationen. Reliabilitäten (Cronbachs a) kursiv in der Diagonalen. ** p <.01, * p <.05. n = 843. Vergleich der beiden Stichproben. Wie sich Tabelle 15 entnehmen lässt, sind die Mittelwerte aller vier Tetrade-Eigenschaften der Insassenstichprobe rein deskriptiv höher als jene der Vergleichsstichprobe. Dies sowohl gesamthaft betrachtet als auch jeweils innerhalb der Gruppen mit bzw. ohne Führungsposition. Tabelle 15 Gegenüberstellung der deskriptiven Statistik der beiden Stichproben Insassenstichprobe Vergleichsstichprobe Gesamt (n = 107) Führungsposition Ja (n = 37) Nein (n = 70) Gesamt (n = 843) Führungsposition Ja (n = 138) Nein (n = 701) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) M (SD) N 3.11 (0.93) 3.28 (1.04) 3.01 (0.86) 2.60 (0.67) 2.83 (0.64) 2.56 (0.66) M 2.45 (0.77) 2.36 (0.71) 2.50 (0.79) 2.16 (0.70) 2.08 (0.74) 2.18 (0.70) S 1.75 (1.03) 1.90 (1.14) 1.67 (0.96) 1.28 (0.76) 1.32 (0.74) 1.27 (0.77) P 2.02 (0.70) 2.09 (0.76) 1.98 (0.67) 1.55 (0.56) 1.79 (0.61) 1.51 (0.54) Anmerkung. Skalen von 0 (trifft gar nicht zu) bis 5 (trifft voll zu). N: Narzissmus, M: Machiavellismus, S: Sadismus, P: Psychopathie. Um die Unterschiede in der Ausprägung der vier Tetrade-Eigenschaften in den beiden Stichproben auf deren Signifikanz zu überprüfen, wurde eine MANOVA durchgeführt. Aufgrund des Levene-Tests kann nicht für alle Variablen von Varianzhomogenität

50 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 42 ausgegangen werden. Basierend auf der Robustheit des Tests bei dieser Grösse der Stichprobe wurde dennoch weitergerechnet. Es zeigte sich ein signifikanter Einfluss der Inhaftierung über alle Tetrade-Eigenschaften hinweg, Wilks λ = 0.91, F(4, 945) = 24.41, p <.001. Die anschliessend durchgeführten ANOVAs zeigten einen signifikanten Einfluss der Inhaftierung auf die Ausprägung von Narzissmus, F(1, 949) = 48.68, p <.001, η 2 p =.049, Machiavellismus, F(1, 949) = 16.19, p <.001, η 2 p =.017, Sadismus, F(1, 949) = 33.98, p <.001, η 2 p =.035 und Psychopathie F(1, 949) = 60.87, p <.001, η 2 p =.060. Da die Insassenstichprobe sich auf männliche Teilnehmende beschränkt, wurde in einem nächsten Schritt das Geschlecht in die Berechnung miteinbezogen. Es zeigte sich ein signifikanter Einfluss sowohl des Geschlechts, Wilks λ = 0.885, F(4, 939) = 30.38, p <.001 als auch der Inhaftierung, Wilks λ = 0.97, F(4, 939) = 7.71, p <.001 über alle Tetrade- Eigenschaften hinweg. Die anschliessend durchgeführten ANOVAs zeigten einen signifikanten Einfluss des Geschlechts auf die Ausprägung von Narzissmus, F(1, 942) = 20.75, p <.001, η 2 p =.022, Machiavellismus, F(1, 942) = 14.90, p <.001, η 2 p =.016, Sadismus, F(1, 942) = 82.95, p <.001, η 2 p =.081 und Psychopathie, F(1, 942) = 72.97, p <.001, η 2 p =.072. Die Inhaftierung zeigte einen signifikanten Einfluss auf die Ausprägung von Narzissmus, F(1, 942) = 20.87, p <.001, η 2 p =.022, Machiavellismus, F(1, 942) = 4.36, p =.037, η 2 p =.005 und Psychopathie, F(1, 942) = 14.71, p <.001, η 2 p =.015, nicht jedoch auf Sadismus. In einem weiteren Schritt wurde zusätzlich die Führungsposition in die Analyse miteinbezogen. Es zeigten sich signifikante Einflüsse des Geschlechts, Wilks λ = 0.948, F(4, 936) = 12.87, p <.001, der Führungsposition, Wilks λ = 0.957, F(4, 936) = 10.43, p <.001 und der Inhaftierung, Wilks λ = 0.98, F(4, 936) = 5.90, p <.001 über alle vier Tetrade- Eigenschaften hinweg. Von den möglichen Interaktionen erreichte keine das Signifikanzniveau. Die anschliessend durchgeführten ANOVAs zeigten einen signifikanten Einfluss des Geschlechts auf die Ausprägung von Narzissmus, F(1, 939) = 12.95, p <.001, η 2 p =.014, Machiavellismus, F(1, 939) = 10.37, p =.001, η 2 p =.011, Sadismus, F(1, 939) = 33.23, p <.001, η 2 p =.034 und Psychopathie, F(1, 939) = 29.04, p <.001, η 2 p =.030. Die Führungsposition hatte einen signifikanten Einfluss auf die Ausprägung von Narzissmus, F(1, 939) = 12.06, p =.001, η 2 p =.013, Machiavellismus, F(1, 939) = 4.13, p =.042, η 2 p =.004 und Psychopathie, F(1, 939) = 11.29, p =.001, η 2 p =.012, nicht jedoch auf Sadismus. Die Inhaftierung zeigte einen signifikanten Einfluss auf die Ausprägung von Narzissmus, F(1, 939) = 14.92, p <.001, η 2 p =.016, Machiavellismus, F(1, 939) = 4.44, p =.035, η 2 p =

51 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE , Sadismus, F(1, 939) = 6.68, p =.010, η 2 p =.007 und Psychopathie, F(1, 939) = 10.29, p =.001, η 2 p =.011. In Tabelle 16 finden sich die signifikanten Vergleiche der verschiedenen Gruppen anhand der geschätzten Randmittel. Alle signifikanten Unterschiede sind jeweils höher für das männliche Geschlecht, Personen mit Führungsposition und Gefängnisinsassen. Lediglich Machiavellismus weist bezüglich Führungsposition in die entgegengesetzte Richtung. Tabelle 16 Geschätzte Randmittel für Geschlecht, Führungsposition und Inhaftierung Narzissmus Machiavellismus Sadismus Psychopathie Männlich Weiblich Führungsposition Keine Führungsposition Inhaftiert Nicht inhaftiert Männlich Weiblich Führungsposition Keine Führungsposition Inhaftiert Nicht inhaftiert Männlich Weiblich Inhaftiert Nicht inhaftiert Männlich Weiblich Führungsposition Keine Führungsposition D SE p >.001 >.001 >.001 > >.001 >.001 >.001 Inhaftiert Nicht inhaftiert >.001 Anmerkungen. Männlich: n = 407, weiblich: n = 538, Führungsposition: n = 175, keine Führungsposition: n = 770, inhaftiert: n = 107, nicht inhaftiert: n = 838. Bonferroni-korrigiert. Um die Voraussagekraft der dunklen Tetrade bezüglich einer Inhaftierung zu prüfen, >.001 >.001 wurde im Anschluss an die MANOVA eine Diskriminanzanalyse durchgeführt. Um eine zu starke Anpassung des Modells an die Daten (overfitting) zu vermeiden und die Güte des klassifizierten Modells zu testen, wurde der gesamte Datensatz per Zufallsgenerator in zwei disjunkte Teildatensätze aufgeteilt. Der erste Datensatz besteht aus 70% der Gesamtstichprobe (n = 665; Vergleichsstichprobe n = 588; Insassenstichprobe n = 77) und bildet die Lernstichprobe. Diese dient der Schätzung der Modellparameter. Anhand der Lernstichprobe wurde eine Diskriminanzanalyse durchgeführt, welche eine Diskriminanzfunktion ergab mit kanonischem R 2 =.092. Die Diskriminanzfunktion vermochte innerhalb der Lernstichprobe signifikant zwischen Inhaftierung und Nichtinhaftierung unterscheiden, wenn auch mit einer eher geringen Trennfähigkeit, Wilks λ = 0.91, c 2 (4) = , p <.001. Die Korrelationen zwischen den abhängigen Variablen und

52 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 44 der Diskriminanzfunktion zeigten hohe Ladungen für Narzissmus (r =.80), Psychopathie (r =.66) und Sadismus (r =.61) sowie eine mittlere für Machiavellismus (r =.39). Die relative Bedeutung jeder Tetrade-Eigenschaft an der Diskriminierung wurde anhand des standardisierten Diskriminanzkoeffizienten berechnet, indem dieser durch die Summe der standardisierten Diskriminanzkoeffizienten aller Eigenschaften geteilt und mit 100 multipliziert wurde. Es ergaben sich somit Anteile von 45.2% für Narzissmus, 25.9% für Psychopathie, 23.6% für Sadismus und 5.3% für Machiavellismus. Es wurden 89.3% der Fälle korrekt klassifiziert. Wie sich Tabelle 17 entnehmen lässt, wurden von der Gruppe der Vergleichsstichprobe (n = 588) dabei 99.8% (n = 587) korrekt zugeordnet werden. Von der Gruppe der Insassen (n = 77) wurden n = 7 korrekt als solche erkannt, was 9.1% entspricht. Die Chance, dass ein Insasse als solcher erkannt wird, ist 1 zu 10. Die Chance, dass ein Nichtinsasse als Insasse klassifiziert wird, ist 1 zu 587. Das Chancenverhältnis, dass ein Insasse als solcher erkannt wird, ist ca. sechzigmal grösser, als dass ein Nicht-Insasse als Insasse klassifiziert wird (OR = 58.7). Tabelle 17 Klassifizierungsergebnisse der Diskriminanzanalyse an der Lernstichprobe Vorhergesagte Gruppenzugehörigkeit (n) 1 2 Total (n) Vergleichsstichprobe (1) Gefängnisinsassen (2) Total (n) Anmerkung. 89.3% der ursprünglich gruppierten Fälle wurden korrekt klassifiziert. Um die Güte des klassifizierten Modells zu testen, wurde nun die Kontrollstichprobe (n = 285; Vergleichsstichprobe n = 255; Insassenstichprobe n = 30) herangezogen. In einem ersten Schritt wurde eine neue Variable gebildet, indem anhand der nicht-standardisierten Koeffizienten die Diskriminanzwerte wie folgt errechnet wurden: Diskriminanzwert = (0.955*N_m) + (-0.111*M_m) + (0.445*S_m) + (0.688*P_m). Der Mittelwert der beiden Gruppenzentroiden legt den Grenzwert für die Zuweisungsentscheidung zur jeweiligen Gruppe fest. Dieser betrug im vorliegenden Fall ( ) / 2 = In einem nächsten Schritt wurde die neue Variable Diskriminanzwert in eine weitere Variable umcodiert, welche die Gruppenzuordnung anhand des zuvor errechneten Grenzwerts von vornahm. Die so gebildete Variable sagt die Zuordnung zu einer der beiden Gruppen anhand des zuvor an der Lernstichprobe spezifizierten Modells voraus. Mit dieser neuen

53 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 45 Variable und der Variable Gefängnis wird nun ein Chi-Quadrat-Test gerechnet und die zugehörige Kreuztabelle (Tabelle 18) konsultiert, um die vorhergesagte mit der tatsächlichen Gruppenzuordnung zu überprüfen. Es besteht ein signifikanter Zusammenhang, c 2 (1) = , p <.001. Wie in Tabelle 18 ersichtlich, klassifizierte das Modell 195 von 285 Gruppenzugehörigkeiten korrekt, das entspricht 68.4%. Von der Gruppe der Vergleichsstichprobe (n = 255) konnten n = 173 korrekt als Nicht-Insassen erkannt werden, das entspricht 67.8%. Von der Gruppe der Insassen (n = 30) konnten n = 22 als solche erkannt werden, was 73.3% entspricht. Die Chance, dass ein Insasse als solcher erkannt wird, ist 2.75 zu 1. Die Chance, dass ein Nichtinsasse als Insasse klassifiziert wird, ist 1 zu Das Chancenverhältnis (Odds Ratio [OR]), dass ein Insasse als solcher erkannt wird, ist ca. fünfmal grösser, als dass ein Nicht-Insasse als Insasse klassifiziert wird (OR = 5.24). Tabelle 18 Kreuztabelle zur Überprüfung der Klassifikationsgüte anhand der Kontrollstichprobe Vorhergesagte Gruppenzugehörigkeit (n) 1 2 Total (n) 1 Vergleichsstichprobe (1) Gefängnisinsassen (2) Total (n) Anmerkung. 68.4% der ursprünglich gruppierten Fälle wurden korrekt klassifiziert. Um eine Diskriminanzfunktion anhand des Gesamtdatensatzes zu bestimmen, wurde zu guter Letzt mit der Gesamtstichprobe ebenfalls eine Diskriminanzanalyse durchgeführt. Diese ergab eine Diskriminanzfunktion mit kanonischem R 2 =.094. Die Diskriminanzfunktion vermochte innerhalb der Gesamtstichprobe signifikant zwischen Inhaftierung und Nichtinhaftierung unterscheiden, Wilks λ = 0.91, c 2 (4) = , p <.001. Die Korrelationen zwischen den abhängigen Variablen und der Diskriminanzfunktion waren stark für Psychopathie (r =.79), Narzissmus (r =.71) und Sadismus (r =.59) sowie mittlerer Stärke für Machiavellismus (r =.41). Die relative Bedeutung jeder Tetrade-Eigenschaft an der Diskriminierung wurde analog zur Lernstichprobe berechnet. Es ergaben sich somit Anteile von 43.4% für Psychopathie, 42.1% für Narzissmus, 19.7% für Sadismus und 5.2% für Machiavellismus. Diese Anteile spiegeln sich auch an dem in der Folge berechneten Diskriminanzwert wider. Diskriminanzwert = (0.818*N_m) + (-0.101*M_m) + (0.337*S_m) + (1.018*P_m). Der Grenzwert für die Zuweisungsentscheidung zur jeweiligen Gruppe beträgt in diesem Fall ( ) / 2 = Wie in Tabelle 19 zu sehen ist,

54 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 46 wurden 88.8% der Fälle korrekt klassifiziert. Von der Gruppe der Vergleichsstichprobe (n = 843) konnten n = 836 korrekt als Nicht-Insassen erkannt werden, das entspricht 99.2%. Von der Gruppe der Insassen (n = 107) konnten n = 8 als solche erkannt werden, was 7.5% entspricht. Die Chance, dass ein Insasse als solcher erkannt wird, ist 1 zu Die Chance, dass ein Nichtinsasse als Insasse klassifiziert wird, ist 1 zu Das Chancenverhältnis, dass ein Insasse als solcher erkannt wird, ist ca. zehnmal grösser, als dass ein Nicht-Insasse als Insasse klassifiziert wird (OR = 9.65). Tabelle 19 Klassifizierungsergebnisse der Diskriminanzanalyse an der Gesamtstichprobe Vorhergesagte Gruppenzugehörigkeit (n) 1 2 Total (n) Vergleichsstichprobe (1) Gefängnisinsassen (2) Total (n) Anmerkung. 88.8% der ursprünglich gruppierten Fälle wurden korrekt klassifiziert. Diskussion Interpretation der Ergebnisse Ziel dieser Studie war es, den Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur weiter zu validieren. Nach einer Item- und Skalenanalyse wurde hierzu eine Faktorenanalyse durchgeführt. Die Zusammenhänge zwischen den Items des FBP konnten sich für die untersuchte Stichprobe auf die erwarteten latenten Variablen zurückführen lassen. Die Struktur mit den fünf Faktoren Narzissmus, Machiavellismus, Sadismus und den beiden Psychopathie-Subskalen Faktor 1 und 2 konnte bestätigt werden, womit Hypothese 1, welche ebendiese Fünf-Faktoren-Struktur postulierte, angenommen werden kann. Hypothese 2 geht davon aus, dass Gefängnisinsassen signifikant höhere Tetrade-Werte aufweisen als Teilnehmende der Vergleichsstichprobe. Die Ergebnisse der Varianzanalysen ergaben signifikant höhere Werte aller vier Persönlichkeitseigenschaften der dunklen Tetrade bei Gefängnisinsassen als bei der Vergleichsstichprobe, somit kann Hypothese 2 auch bestätigt werden. Anhand der Diskriminanzanalyse konnte der dunklen Tetrade prädiktive Kraft bezüglich der Frage, ob sich eine Person im Gefängnis befindet oder nicht, bescheinigt werden. Hypothese 3 lässt sich somit ebenfalls bestätigen.

55 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 47 Item- und Skalenanalysen. Im Rahmen der Item- und Skalenanalysen erwiesen sich sieben Items aufgrund ihrer psychometrischen Eigenschaften als problematisch, wovon nach näherer Betrachtung drei ausgeschlossen wurden. Hierauf soll im Folgenden näher eingegangen werden. Das Item N2 ( Aufgrund meiner Leistung würde ich am Ende des Jahres eine Bonuszahlung verdienen ), welches das Anspruchsdenken erfassen soll, scheint von vielen Personen Zustimmung zu erhalten, unabhängig von deren Narzissmus-Werten. In dieser Stichprobe liegen die Werte jedoch dennoch in den akzeptablen Bereichen weshalb das Item vorerst beibehalten wird. Da Bonuszahlungen bei weitem nicht in jedem Beruf üblich sind, was möglicherweise das diesbezügliche Anspruchsdenken beeinflusst, wäre aufgrund der Unterrepräsentation von Personen mit einer Berufsausbildung eine Überprüfung an einer diesbezüglich repräsentativeren Stichprobe interessant. Danach könnte über einen definitiven Verbleib entschieden werden. Innerhalb der Machiavellismus-Skala erwies sich das Item M1 ("Ich vermeide Konflikte mit Arbeitskollegen, man weiss nie, wann man in Zukunft auf sie angewiesen ist ) als wenig mit der Skala zusammenhängend. Eine mögliche Begründung hierfür könnte sein, dass der zweite Teil des Items, welcher sich auf die strategischen Überlegungen als Begründung bezieht, zu wenig Berücksichtigung fand und mehr auf den ersten Teil des Konflikte- Vermeidens fokussiert wurde. Aufgrund dieser Überlegungen und der auffälligen Kennwerte wird die Entfernung des Items M1 empfohlen. Von den Items der Sadismus-Skala fanden sich gleich drei mit problematischen Kennwerten. Die Items S4 ( Ich habe bereits absichtlich eine Person hereingelegt und mich dann darüber amüsiert ) und S7 ( Es hat bereits eine Situation gegeben, wo ich einen Menschen absichtlich geschädigt habe ) wurden nur sehr selten in positiver Richtung beantwortet. Die Begründung hierfür dürfte wohl mit der deutlichen Rechtsschiefe der gesamten Skala zusammenhängen. Die Sadismus-Skala weist am meisten Items auf, welche sozial unerwünschtes Verhalten relativ direkt ausdrücken, zu welchen auch die beiden Items S4 und S7 zählen. Dies führt auch dazu, dass die Sadismus-Skala in beiden untersuchten Stichproben die jeweils tiefsten Mittelwerte aufweist. Ein Weglassen der beiden Items würde jedoch inhaltlich keinen Sinn machen, da zumindest Item S4 genau das gesuchte Verhalten erfasst und somit einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung leistet. Item S7 hingegen scheint auch inhaltlich nicht unbedenklich, da es neben Item S1 das einzige Item der Sadismus-Skala ist, welches die lust- bzw. freudvolle Komponente des Sadismus unberücksichtigt lässt. Zugunsten der Skalenreliabilität wurde das Item dennoch vorerst

56 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 48 belassen. Item S1 ( Mich faszinieren Geschichten über Menschen, welche auf Grund ihrer Taten das Böse verkörpern ) scheint keinen grossen Zusammenhang mit der Sadismus-Skala aufzuweisen. Wie bereits angetönt, könnte der Grund hierfür inhaltlicher Natur sein, da eine Faszination am Bösen wohl noch keine Freude daran begründet. So kann eine Faszination am Bösen z.b. auch beruflicher Natur sein. So könnte beispielsweise ein forensischer Psychologe fasziniert von solchen Geschichten sein, ohne dass er in anderen Sadismus-Items hohe Ausprägungen erzielen würde. Zumindest im alltäglichen Sprachgebrauch meint Faszination zunächst einmal eine, von einem besonderen Objekt ausgehende, starke Anziehungskraft, ohne dass diese mit Freude oder Lust verbunden sein muss. Aufgrund dieser inhaltlichen Überlegungen und der unzureichenden psychometrischen Eigenschaften wird die Entfernung des Items S1 empfohlen. In der Psychopathie-Subskala Faktor 1 erwiesen sich zwei Items hinsichtlich ihrer psychometrischen Eigenschaften als problematisch. Item Pe8 ( Es macht mir wenig aus, wenn ich Arbeitskollegen mit meinem Verhalten unabsichtlich verletze ) wurde von den Teilnehmenden kaum positiv beantwortet, was wohl wieder ähnlich wie bei der Sadismus- Skala auf die explizite Formulierung des sozial unerwünschten Verhaltens zurückzuführen sein könnte. Dies umso mehr, da es als einziges Item dieser Skala dieses Verhalten in Schlüsselrichtung formuliert abfragt und somit deutlichere Ablehnung provozieren dürfte als die invertierten Items. Da jedoch diese explizite Formulierung in den äusseren Bereichen zu einer besseren Differenzierung beitragen könnte, wurde das Item vorerst beibehalten. Das invertierte Item Pe4_u ( Bei der Arbeit habe ich manchmal Gewissensbisse ) fand ebenso kaum Zustimmung und dies weitgehend unabhängig vom Rest der Skala. Eine mögliche inhaltliche Erklärung hierfür könnte sein, dass das Fehlen von Gewissensbissen auf der Arbeit nicht zwangsläufig auf interpersonelle oder affektive Defizite zurückzuführen ist, sondern auch von entsprechend verträglichem Verhalten am Arbeitsplatz herrühren könnte. Vor diesem Hintergrund empfiehlt sich die Entfernung von Item Pe4_u. Das Item Pa3 ( Es kann vorkommen, dass ich einen Arbeitskollegen absichtlich verbal verletze ) der Psychopathie-Subskala Faktor 2 wurde ebenfalls kaum positiv beantwortet, was sich wohl wiederum mit der expliziten Formulierung des sozial unerwünschten Verhaltens erklären lassen dürfte. Da das Item jedoch einen hohen inhaltlichen Bezug zur Skala aufweist und einen wichtigen Beitrag zur Differenzierung von Extremfällen leisten könnte, wurde es in der Skala belassen.

57 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 49 Faktorenanalyse. Auch wenn die Fünf-Faktoren-Struktur anhand der explorativen Faktorenanalyse bestätigt werden konnte, erwies sich bei einigen Items die Zuordnung als zu wenig klar, so dass auf die geplante konfirmatorische Faktorenanalyse vorerst verzichtet wurde. Diese Unklarheiten sollen im Folgenden diskutiert werden. Die negative Querladung von Item N8 ( Mir ist es wichtig, dass meine Arbeitskollegen mich bewundern ) ist inhaltlich nachvollziehbar, da die affektiven Defizite der Psychopathie-Subskala Faktor 1 sich auch in einem mangelnden Interesse an der Meinung anderer über die eigene Person äussern können, da Psychopathen kaum Wert auf einen guten Ruf legen (Paulhus & Jones, 2016). Da Item N8 jedoch als einziges Item der Narzissmus-Skala das Bedürfnis nach Bewunderung erfasst, sollte es aus inhaltlichen Überlegungen belassen werden. Um die interpersonell-affektive Komponente welche zu dieser Querladung geführt haben könnte, abzuschwächen, empfiehlt sich jedoch eine Neuformulierung. Diese könnte z.b. so aussehen: Die meisten meiner Arbeitskollegen sehen zu mir auf. Item S7 ( Es hat bereits eine Situation gegeben, wo ich einen Menschen absichtlich geschädigt habe ) lädt neben der Sadismusskala auch auf die Psychopathie Subskala Faktor 2. Wie weiter oben ausgeführt, fehlt Item S7 die Lust- bzw. Freudekomponente des Sadismus, womit die Motivation hinter dem schädigenden Verhalten unklar bleibt und ebenso gut z.b. auf die Impulsivität und Rücksichtslosigkeit, welche der Faktor 2 der Psychopathie reflektiert, zurückzuführen sein könnte. Aufgrund der sowohl analytisch als insbesondere auch inhaltlich unklaren Zuordenbarkeit empfiehlt sich die Entfernung des Items S7. Die Querladung des invertierten Items Pe2_u ( Wenn in einem Film oder einem Artikel über einen Unfall berichtet wird, empfinde ich Mitleid mit den Opfern ) der Psychopathie- Subskala 1 auf die Sadismus-Skala scheint auf den ersten Blick inhaltlich nicht sofort nachvollziehbar. Insbesondere da in der einzigen Studie, welche den Zusammenhang zwischen der dunklen Tetrade und Empathie untersuchte, einzig Sadismus diesbezüglich keinen Zusammenhang aufwies (Pajevic et al., 2018). Eine mögliche Begründung könnte sich im Wording finden lassen. Dies in dem Sinne, dass das Wort Film mutmasslich insbesondere mit fiktiven Geschichten assoziiert sein dürfte, was wiederum den Zugang zur Freudekomponente im Sinne eines stellvertretenden Sadismus nach Paulhus und Jones (2016) erleichtern dürfte. Die Empathie hingegen bezieht sich wohl eher auf reale Berichte, wie sie mit dem Begriff Artikel impliziert werden. Eine mögliche Umformulierung zur

58 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 50 Vermeidung dieser Zweideutigkeit wäre: Wenn in einem Zeitungsartikel oder in den Nachrichten über einen Unfall berichtet wird, empfinde ich Mitleid mit den Opfern. Ein weiteres Item der Psychopathie-Subskala Faktor 1 mit einer Querladung ist Item Pe8 ( Es macht mir wenig aus, wenn ich Arbeitskollegen mit meinem Verhalten unabsichtlich verletze ), welches auch auf den Faktor 2 der Psychopathie lädt. Inhaltlich könnte diese unklare Trennung dadurch erklärt werden, dass die Formulierung nicht nur den Mangel an Empathie beinhaltet (Faktor 1), sondern auch auf das entsprechende Verhalten schliessen lässt (Faktor 2), auch wenn dieses als unabsichtlich deklariert wird. Um diesem Umstand zu begegnen, könnte eine Umformulierung unter Relativierung der aktiven Komponente z.b. so aussehen: Es macht mir wenig aus, wenn sich Arbeitskollegen durch mein Verhalten verletzt fühlen. Item Pa5 ( Wenn ich versagen würde, hätten gewisse Leute bestimmt Freude daran ) der Psychopathie-Subskala Faktor 2 lädt daneben auch auf die Machiavellismus-Skala. Eine denkbare inhaltliche Erklärung hierfür wäre, dass sich das Item nicht nur im Sinne der Schuldexternalisierung (Faktor 2) interpretieren lässt, sondern sich daraus auch ein, für Machiavellisten typisches, strategisch berechnendes Vorgehen ableiten lassen könnte. Dies im Sinne davon, dass das Versagen verhindert werden soll, um den anderen die Freude daran nicht zu ermöglichen. Dies wiederum würde voraussetzen, dass die entsprechende Person von einer tendenziell zynischen Haltung des Gegenübers ausgeht, was die eigene Machiavellismus-typische Sichtweise widerspiegeln würde. Die sowohl inhaltlich als auch faktoranalytisch unklare Zuordenbarkeit sprechen für die Entfernung des Items. Da es jedoch das einzige Item zur Erfassung der Schuldexternalisierung ist, sollte eine Neuformulierung bzw. Ersetzung von Item Pa5 in Betracht gezogen werden. Denkbar wäre etwa eine Formulierung wie: Wenn Projekte nicht vorangehen, liegt das meist an meinen Arbeitskollegen oder Vorgesetzten. Insgesamt wird basierend auf den durchgeführten Analysen und den eben ausgeführten inhaltlichen Überlegungen die Entfernung von vier Items und die Umformulierung von vier weiteren Items der ursprünglich 40 Items empfohlen. Die Vorschläge der revidierten Skalen finden sich in den Tabellen A1 bis A4 in Anhang A. Die dunkle Tetrade im Gefängnis. Der Unterschied zwischen der Insassen- und der Vergleichsstichprobe mit jeweils höheren Werten in allen vier Tetrade-Eigenschaften bei den Gefängnisinsassen blieb auch unter Miteinbezug der Führungsposition und des Geschlechts für alle vier Eigenschaften signifikant. Bei Miteinbezug lediglich des Geschlechts, ohne

59 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 51 Führungsposition, verlor die Inhaftierung ihren signifikanten Einfluss auf den Sadismus. Wurden die drei Faktoren gemeinsam untersucht, so hatte lediglich die Führungsposition keinen signifikanten Einfluss auf Sadismus. Die gefundenen Geschlechtsunterschiede mit höheren Werten für Männer in allen vier Tetrade-Eigenschaften bestätigen die diesbezüglichen bisherigen Befunde (z.b. Chabrol et al., 2009; Craker & March, 2016; Jonason, Zeigler-Hill & Okan, 2017), ebenso wie der Umstand, dass Psychopathie von allen vier Eigenschaften am stärksten durch das Geschlecht beeinflusst wird (Muris et al., 2017). Den grössten Einfluss auf Sadismus, Psychopathie und Machiavellismus hat das Geschlecht, auf Narzissmus die Inhaftierung. Obwohl kaum zu erwarten ist, dass ein grosser Teil der Personen welche im FBP im Rahmen eines Assessments hohe Werte erzielen, delinquieren und im Gefängnis landen werden, kann die Inhaftierung, welche deutlich sozial unerwünschtes Verhalten voraussetzt, dennoch als geeignetes Aussenkriterium im Sinne einer prognostischen Validierung gesehen werden. Die Diskriminanzanalyse ergab eine signifikante Voraussagekraft der dunklen Tetrade bezüglich der Inhaftierung. Hierbei gilt es zu berücksichtigen, dass bei der Vergleichsstichprobe nicht nach allfälliger Delinquenz gefragt wurde. Es könnte daher durchaus sein, dass einige Teilnehmende aus dieser Gruppe bezüglich delinquenten Verhaltens und der Tetrade-Ausprägungen näher bei der Insassenstichprobe wären. Umgekehrt dürften einige Teilnehmende der Insassenstichprobe nicht unbedingt repräsentativ für diese sein, so z.b. Personen welche gegen das Ausländergesetz verstossen haben oder sich in Bussenverhaft befinden. Dies zeigt sich auch daran, dass Personen aus der Gruppe der sonstigen Delikte, welchen auch diese beiden zuzuordnen sind, unter Miteinbezug aller Deliktskategorien und der vier Tetrade-Eigenschaften, signifikant tiefere Psychopathie-Werte aufweisen als Personen die ein Betäubungsmitteldelikt begangen haben. Einen besonders grossen Anteil an der Diskriminierungsfähigkeit bezüglich der Inhaftierung wiesen Narzissmus und Psychopathie auf. Die grosse Voraussagekraft von Psychopathie verwundert kaum, hat sich doch das (klinische) Instrument PCL-R (Hare et al., 1990) im forensischen Kontext als Prognoseinstrument bezüglich delinquenten Verhaltens bewährt (z.b. Mokros & Habermeyer, 2012). Aber auch in der Tetrade- bzw. Triade-Forschung erwies sich Psychopathie wiederholt als Indikator für antisoziales Verhalten (z.b. Chabrol et al., 2009, 2017; Muris et al., 2017). Narzissmus hingegen zeigte diesbezüglich wiederholt keine Zusammenhänge (z.b. Chabrol et al., 2009, 2017; Vize et al., 2016) und wird daher auch als die hellste der dunklen

60 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 52 Eigenschaften bezeichnet (z.b. Moor & Anderson, 2019). In der in dieser Studie untersuchten Insassenstichprobe scheint der Narzissmus jedoch eine Sonderstellung einzunehmen. So hat Narzissmus zusammen mit der Psychopathie einen besonders grossen Anteil an der Diskriminierung betreffend Inhaftierung und ist als einzige Tetrade- Eigenschaft unkorreliert mit den anderen drei Eigenschaften. Zudem ist Narzissmus auch die einzige Tetrade-Eigenschaft die stärker von der Inhaftierung beeinflusst wird als vom Geschlecht. Weshalb Narzissmus unabhängig von den anderen drei Tetrade-Eigenschaften über alle Deliktskategorien hinweg so stark ausgeprägt ist, lässt sich anhand der Theorie und der Tetrade-Forschung nicht so einfach erklären. Studien welche sich mit Narzissmus isoliert befassten, fanden jedoch bei Gefängnisinsassen ebenso deutlich erhöhte Narzissmuswerte sowohl klinisch (Bushman & Baumeister, 2002) als auch subklinisch (Hart, Cisek, Sedikides, Meek & Hepper, 2013) verglichen mit der Normalbevölkerung. Eine mögliche Erklärung hierfür wäre ein Selbstwertschutz bzw. eine Selbstwerterhöhung als Reaktion auf die gesellschaftlich geächtete und potenziell selbstwertbedrohliche Situation des Gefängnisaufenthalts. So konnte in Studien an jungen männlichen Insassen ein wachsender Selbstwert im Laufe ihres Gefängnisaufenthaltes festgestellt werden, was auf akkommodative Prozesse zurückgeführt wurde (Greve & Enzmann, 2003). Während die Items der anderen drei Skalen persönliche Einstellungen sowie emotionale und behaviorale Reaktionen in bestimmten Situationen erfragen, enthält die Narzissmus-Skala einige Items, welche eine direkte Selbstbeschreibung verlangen. Es ist durchaus denkbar, dass solche Items wie beispielsweise Item N5 ( Ich bezeichne mich als überdurchschnittlich in vielen Bereichen ) oder Item N7 ( Ich habe ein natürliches Talent, andere Menschen zu führen ) aufgrund ihrer selbstzuschreibenden Natur von Fähigkeiten und Fertigkeiten dem Ausdruck einer solchen Selbstwerterhöhung im Sinne einer Konsistenzregulation nach Grawe (2004) gerecht werden. Wieso Narzissmus innerhalb der Insassenstichprobe einen signifikant negativen Zusammenhang mit Faktor 1 der Psychopathie aufweist, bleibt jedoch vor dem Hintergrund der Theorie nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Im Rahmen der vorangegangenen Ausführungen könnte eine mögliche Erklärung die Anpassung der subjektiven Wahrnehmung der eigenen affektiven und interpersonellen Defizite im Sinne einer Akkommodation sein. Innerhalb der Insassenstichprobe wiesen Personen, welche gegen das Betäubungsmittelgesetz verstossen haben, signifikant höhere Psychopathie-Werte auf als solche, welche Gewaltdelikte (Körperverletzung, Tötung, Raub, Menschenhandel) oder

61 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 53 sonstige Delikte (Verstoss gegen Ausländer-, oder Strassenverkehrsgesetz, Bussenverhaft) begangen haben. Vor dem Hintergrund der Theorie erscheinen diese Unterschiede bezüglich der Gewaltdelikte zunächst kontraintuitiv. Für die hohen Werte der Betäubungsmittel- Gruppe lassen sich verschiedene Erklärungen finden. Für die (klinische) Psychopathie existiert seit einigen Jahren die Dopamin-Hypothese. So wurde in Studien bei Psychopathen anhand funktioneller Bildgebung eine stark erhöhte Dopaminausschüttung bei Einnahme von Amphetaminen gemessen gegenüber der Vergleichsgruppe (Buckholtz, Treadway, Cowan, Woodward, Benning, Li et al., 2010). Dieses hyperaktive Belohnungssystem könnte Grund für eine erhöhte Anfälligkeit für den Drogenkonsum von Psychopathen sein. Ebenso wäre jedoch eine Persönlichkeitsänderung durch den Drogenkonsum denkbar, welche sich in affektiven und zwischenmenschlichen Defiziten äussert und so ein der Psychopathie ähnliches Bild abgibt. Weshalb jedoch die Werte höher liegen als bei der Gruppe der Gewaltdelikte, lässt sich aus theoretischer Perspektive nicht schlüssig nachvollziehen. Weitere Befunde. Als einzige Tetrade-Eigenschaft war Machiavellismus in der vorliegenden Studie bei Personen mit Führungsposition tiefer ausgeprägt als bei solchen ohne Führungsposition. Bei den anderen drei Tetrade-Mitgliedern war dies jeweils umgekehrt. Dies steht im Gegensatz zu den Befunden der einzigen diesbezüglich gefundenen Studie, in welcher Machiavellismus und Narzissmus positive und Psychopathie negative Zusammenhänge mit der Führungsposition aufwiesen (Spurk et al., 2016). Die zwischen den Tetrade-Mitgliedern gefundenen Korrelationen schwacher bis mittlerer Stärke lassen sich sehr gut mit der bisherigen Forschungslage vereinbaren. Der schwächste Zusammenhang wurde zwischen Sadismus und Narzissmus gefunden. Andererseits korreliert Narzissmus nur wenig stärker als Sadismus und deutlich schwächer als Psychopathie mit Machiavellismus. Die stärkste Korrelation liegt indes zwischen Psychopathie und Sadismus vor. Zudem vermochte Sadismus einen deutlich grösseren Beitrag zur Vorhersage der Inhaftierung beisteuern als Machiavellismus. Die Resultate dieser Studie unterstützen also durchaus eine Inklusion des Sadismus zur dunklen Tetrade mit dem damit einhergehenden Mehrwert. Die über die verschiedenen Tetrade-Eigenschaften hinweg variierenden Zusammenhänge mit dem Geschlecht, der Führungsposition und der Inhaftierung weisen zudem darauf hin, dass es sich trotz der Korrelationen untereinander dennoch um weitgehend voneinander unabhängige Konstrukte im Sinne von Paulhus & Williams (2002) handelt.

62 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 54 Methodenkritik Um die Teilnahmebereitschaft zu erhöhen, wurde bei der Insassenstichprobe mit Anreizen gearbeitet. Auch wenn die Anreize mit einem Wert von fünf Franken objektiv betrachtet eher niedrig erscheinen, kann dies für gewisse Gruppen inhaftierter Personen (z.b. Verstoss gegen Ausländer- oder Betäubungsmittelgesetz, Bussenverhaft), welche erfahrungsgemäss oftmals kaum über finanzielle Mittel verfügen, ein relativ grosser Anreiz sein. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass einige Insassen lediglich dieses Anreizes wegen an der Studie teilnahmen und den Fragebogen nur wenig gewissenhaft ausfüllten. Dies zeigte sich z.b. konkret daran, dass verschiedene Insassen an der Studie teilnehmen wollten, welche der deutschen Sprache nicht mächtig waren. Da die Studienleitung jedoch vor Ort und mit den Teilnehmenden in direktem Kontakt war, konnte dies in besagten Fällen verhindert werden. Beim Vergleich der beiden Stichproben war lediglich bekannt, dass die Gefängnisinsassen delinquiert hatten. Diesbezügliche Angaben waren bei der Vergleichsstichprobe nicht erhoben worden. Es wäre eine Möglichkeit gewesen innerhalb der Vergleichsstichprobe zusätzlich delinquentes Verhalten zu erfragen und die diesbezüglichen Zusammenhänge zu untersuchen. Gemäss diversen Untersuchungen ist die Prävalenzrate von Persönlichkeitsstörungen im Gefängnis deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung (z.b. Ullrich et al., 2003). Obwohl explizit Insassen aus dem Strafvollzug und nicht solche aus dem Massnahmenvollzug adressiert wurden, ist nicht auszuschliessen, dass sich unter den Insassen Personen befanden, welche sich im ambulanten Massnahmenvollzug befinden, da diese ihre Strafe im allgemeinen Strafvollzug verbüssen. Zudem wird längst nicht allen Delinquenten mit einer diagnostizierten Persönlichkeitsstörung eine Massnahme auferlegt, sondern lediglich in jenen Fällen, in welchen diese in direktem Zusammenhang mit dem Delikt steht. Es ist daher durchaus möglich, dass ein gewisser Teil der Teilnehmenden aus der Insassenstichprobe z.b. eine diagnostizierte Narzisstische oder Antisoziale Persönlichkeitsstörung hat. Diese allfälligen Diagnosen wurden in dieser Untersuchung nicht erhoben, was bei der Betrachtung der Resultate berücksichtigt werden sollte. Aufgrund der Stichprobenzusammensetzung der Vergleichsstichprobe sind die Ergebnisse nicht über die studentische Population bzw. die Population von Hochschulabgängern hinaus übertragbar.

63 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 55 Implikationen für die Praxis und weitere Forschung Die vorliegende Arbeit liefert weitere Hinweise zur faktoriellen Validität des Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur. Die gemachten Vorschläge zur Überarbeitung bzw. Entfernung der diskutierten Items sollten in einem nächsten Schritt geprüft und nach einer allfälligen Anpassung umgesetzt werden. Um die faktorielle Validität zu überprüfen, empfiehlt sich in einem weiteren Schritt die Durchführung einer konfirmatorischen Faktorenanalyse. Weiter ist, um den vollständigen Nachweis der Konstruktvalidität zu erbringen, die Prüfung der konvergenten und der diskriminanten Validität notwendig. Diese könnten z.b. anhand der Standardinstrumente zur Erfassung der dunklen Tetrade sowie der Big Five überprüft werden. Mit der Bestätigung der prädiktiven Kraft bezüglich der Inhaftierung wurde ein erster Beitrag zur Vorhersagevalidität des FBP bezüglich sozial unerwünschten Verhaltens geleistet. In einem nächsten Schritt wären etwas enger gefasste Aussenkriterien sinnvoll, welche sich direkt auf das spezifische Verhalten am Arbeitsplatz beziehen. Hierzu wäre der Einsatz einer Skala zur Erfassung von kontraproduktivem Arbeitsverhalten denkbar. Die gefundenen Geschlechtsunterschiede in allen vier Tetrade-Eigenschaften sollten bei einer späteren Normierung des Fragebogens unbedingt berücksichtigt werden. Um die in der untersuchten Insassenstichprobe gefundene Sonderstellung des Narzissmus zu klären, wäre weitere Forschung innerhalb der Gefängnispopulation wünschenswert. Diesbezüglich wäre auch die weitere Untersuchung der Zusammenhänge der Tetrade-Eigenschaften mit den verschiedenen Deliktskategorien interessant. Dies würde exaktere Rückschlüsse auf die potenziellen Risiken ermöglichen. Dazu wären allerdings grössere Insassenstichproben nötig. Im Hinblick auf die Kaderselektion und -entwicklung würde sich weitere diesbezügliche Forschung anhand des FBP anbieten, insbesondere auch um die diesbezüglich unklare Rolle des Machiavellismus besser einordnen zu können. Vor dem Hintergrund der bisherigen Forschung und den Ergebnissen dieser Arbeit erscheint die dunkle Tetrade, wie sie mit dem FBP erfasst wird, durchaus geeignet, um sozial unerwünschtes Verhalten vorauszusagen. Ob bei der Anwendung in der Praxis ein Gesamtscore oder einzelne Skalenindizes zu verwenden sind, ist zu diskutieren. Denkbar wären auch dem jeweiligen Anwendungskontext angepasste Auswertungsmethoden. So könnte beispielsweise im Personalauswahlverfahren ein Gesamtscore angewandt werden, um jene Bewerber auszuschliessen, welche eine Kombination aller vier Eigenschaften auf hohem Niveau mitbringen. Dies könnte beispielsweise auch anhand einer

64 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 56 Diskriminanzfunktion, wie sie in dieser Arbeit berechnet wurde, geschehen, da diese zur Erkennung von Extremfällen geeignet scheint. Dabei sollte jedoch die zuvor diskutierte Sonderstellung des Narzissmus in der vorliegenden Insassenstichprobe und eine allfällige diesbezügliche Verzerrung berücksichtigt werden. Um ein individuelles und besser zuordenbares Gesamtbild des Probanden zu erhalten, scheint, in Anbetracht der Ergebnisse der vorliegenden Studie und der bisherigen Forschung, die auf Skalenindizes basierende Auswertung sinnvoll. Ein solches individuelles Risikoprofil könnte sich im Rahmen von Personalentwicklungs- und Teambildungsmassnahmen als hilfreich erweisen, da es adressatengerechte Interventionen erlaubt und frühzeitig auf mögliche Schwierigkeiten auf der interpersonellen Ebene aufmerksam macht. Unabhängig vom Anwendungsbereich sollte im Sinne eines multimethodalen Vorgehens immer berücksichtigt werden, dass ein Selbstbeurteilungsinstrument wie der FBP niemals isoliert betrachtet werden sollte, sondern immer als ergänzendes Diagnoseinstrument zu sehen ist. Zudem besteht bei einem Selbstbeurteilungsinstrument, welches gesellschaftlich aversiv wahrgenommene Konstrukte erfasst, immer auch die Gefahr einer motivationalen Verzerrung der Antworten in Richtung sozialer Erwünschtheit. Dies sollte bei einer späteren Anwendung des Fragebogens auf jeden Fall mitberücksichtigt werden. Zur diesbezüglichen Kontrolle könnte der Einsatz einer Sozialen-Erwünschtheitsskala in Betracht gezogen werden. Ausserdem könnte u.a. der Miteinbezug von Verhaltensbeurteilungen und biografischen Angaben hilfreich sein. Ebenso wäre der zusätzliche Einsatz eines Fremdbeurteilungsinstruments zur Erfassung der dunklen Tetrade denkbar. Ein solches müsste allerdings erst entwickelt werden. Eine wichtige Rolle bei der Anwendung eines Selbstbeurteilungsinstruments zur Erfassung sozial unverträglicher Eigenschaften spielt auch die Bewerberakzeptanz. Aufgrund der spezifisch auf den Arbeitsplatz bezogenen, alltagsnahen Formulierungen scheint diese beim FBP jedoch nach den ersten Anwendungserfahrungen durchaus in genügendem Masse gegeben zu sein. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit dem Fragebogen Berufsbezogene Persönlichkeitsstruktur zukünftig ein ökonomisches Instrument vorliegen dürfte, welches im Rahmen der Personaldiagnostik zur Vermeidung sozial unerwünschten bzw. kontraproduktiven Verhaltens am Arbeitsplatz beitragen kann.

65 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 57 Literatur Bertl, B., Pietschnig, J., Tran, U. S., Stieger, S. & Voracek, M. (2017). More or less than the sum of its parts? Mapping the Dark Triad of personality onto a single Dark Core. Personality and Individual Differences, 114, doi: /j.paid Book, A., Costello, K. & Camilleri, J. A. (2013). Psychopathy and victim selection: The use of gait as a cue to vulnerability. Journal of interpersonal violence, 28(11), doi: / Book, A., Visser, B. A., Blais, J., Hosker-Field, A., Methot-Jones, T., Gauthier, N. Y., et al. (2016). Unpacking more evil : What is at the core of the Dark Tetrad? Personality and Individual Differences, 90, doi: /j.paid Book, A., Visser, B. A. & Volk, A. A. (2015). Unpacking evil : Claiming the core of the Dark Triad. Personality and Individual Differences, 73, doi: /j.paid Bowling, N. A. & Gruys, M. L. (2010). Overlooked issues in the conceptualization and measurement of counterproductive work behavior. Human Resource Management Review, 20(1), doi: /j.hrmr Buckels, E. E. (2012). The pleasures of hurting others: Behavioral evidence for everyday sadism. Unveröffentlichte Masterarbeit, University of British Columbia. Verfügbar unter: Buckels, E. E., Jones, D. N. & Paulhus, D. L. (2013). Behavioral confirmation of everyday sadism. Psychological Science, 24(11), doi: / Buckels, E. E. & Paulhus, D. L. (2014). Comprehensive Assessment of Sadistic Tendencies (CAST). Unveröffentlichtes Instrument, University of British Columbia. Buckels, E. E., Trapnell, P. D., Andjelovic, T. & Paulhus, D. L. (2018). Internet trolling and everyday sadism: Parallel effects on pain perception and moral judgment. Journal of Personality, 1, doi: /jopy Buckels, E. E., Trapnell, P. D. & Paulhus, D. L. (2014). Trolls just want to have fun. Personality and Individual Differences, 67, doi: /j.paid Buckholtz, J. W., Treadway, M. T., Cowan, R. L., Woodward, N. D., Benning, S. D., Li, R. et al. (2010). Mesolimbic dopamine reward system hypersensitivity in individuals with psychopathic traits. Nature Neuroscience, 13(4), doi: /nn.2510

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75 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 67 Vedel, A. & Thomsen, D. K. (2017). The Dark Triad across academic majors. Personality and Individual Differences, 116, doi: /j.paid Vize, C. E., Lynam, D. R., Collison, K. L. & Miller, J. D. (2016). Differences among Dark Triad components: A meta-analytic investigation. Personality Disorders: Theory, Research, and Treatment. doi: /tpc Volmer, J., Koch, I. K. &Göritz, A. S. (2016). The bright and dark sides of leaders Dark Triad traits: Effects on subordinates career success and well-being. Personality and Individual Differences, 101, doi: /j.paid Wai, M. & Tiliopoulos, N. (2012). The affective and cognitive empathic nature of the Dark Triad of personality. Personality and Individual Differences, 52(7), doi: /j.paid Wiggins, J. S., Trapnell, P. & Phillips, N. (1988). Psychometric and geometric characteristics of the Revised Interpersonal Adjective Scales (IAS-R). Multivariate Behavioral Research, 23(4), doi: /s mbr2304_8. Williams, K. M., Paulhus, D. L. & Hare, R. D. (2007). Capturing the four-factor structure of psychopathy in college students via self-report. Journal of Personality Assessment, 88(2), doi: / Wisse, B., Barelds, D. P. H. & Rietzschel, E. F. (2015). How innovative is your employee? The role of employee and supervisor Dark Triad personality traits in supervisor perceptions of employee innovative behavior. Personality and Individual Differences, 82, doi: /j.paid Womick, J., Foltz, R. M. & King, L. A. (2019). Releasing the beast within? Authenticity, well-being, and the Dark Tetrad. Personality and Individual Differences, 137, doi: /j.paid Yousefi, R. & Imanzad, A. (2018). Validating the Dark Tetrad personality model. Iranian Journal of Psychiatry & Clinical Psychology, 24(2), Zeigler-Hill, V. & Vonk, J. (2015). Dark personality features and emotion dysregulation. Journal of Social and Clinical Psychology, 34(8), doi: /jscp

76 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 68 Anhang Anhang A Anhang B: Anhang C: Anhang D: Vorschläge zu den revidierten Skalen Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur adaptiert für die Insassenstichprobe Skalenzuordnung Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur Beispiel eines Informationsaushangs für die Insassen

77 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 69 Anhang A Vorschläge der revidierten Skalen Tabelle A 1 Vorschlag zur revidierten Narzissmus-Skala Narzissmus-Items N1 N2 N3 N4 N5 N6 N7 N8 N9 Im Beruf strebe ich nach Status und Ansehen. Aufgrund meiner Leistung würde ich am Ende des Jahres eine Bonuszahlung verdienen. Ich gebe anderen gerne Anweisungen. Ich schätze es ausserordentlich, dass ich im Berufsleben mit wichtigen Leuten zu tun habe. Ich bezeichne mich als überdurchschnittlich in vielen Bereichen. Ich verfüge über einen grossen Machtwillen. Ich habe ein natürliches Talent, andere Menschen zu führen. Mir ist es wichtig, dass meine Arbeitskollegen mich bewundern. è Neu: Die meisten meiner Arbeitskollegen sehen zu mir auf. Bei Teamarbeiten ist es meistens so, dass ich den entscheidenden Beitrag zum Erfolg leiste. N10 Bei der Arbeit stehe ich gerne im Mittelpunkt. Anmerkung. Vorschläge zur Veränderung sind kursiv geschrieben. Tabelle A 2 Vorschlag zur revidierten Machiavellismus-Skala Machiavellismus- Items M1 M2 M3 M4 M5 M6 M7 Ich vermeide Konflikte mit Arbeitskollegen, man weiss nie, wann man in Zukunft auf sie angewiesen ist. Es ist klug, im Job ein paar Informationen für sich zu behalten, um zu einem späteren Zeitpunkt einen Vorteil daraus zu ziehen. Im Job ist es klug, gewissen Menschen zu schmeicheln. Es gibt Situationen bei der Arbeit, bei welchen eine Lüge gerechtfertigt ist. Wer in der Arbeitswelt immer den anderen vertraut, handelt sich früher oder später Ärger ein. Bescheidenheit im Job ist für die Karriere immer schädlich. Am besten sagt man dem Chef das, was er hören will. M8 Ehrlichkeit ist im Arbeitsleben immer die beste Strategie. (-) M9 Empfänglich für die Gefühle anderer zu sein, schadet der Karriere. M10 Bei der Arbeit muss man manchmal seine wahren Absichten für sich behalten. Anmerkung. Vorschläge zur Veränderung sind kursiv geschrieben. Items die entfernt werden sollen sind durchgestrichen. (-): invertiertes Item.

78 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 70 Tabelle A 3 Vorschlag zur revidierten Sadismus-Skala Sadismus-Items S1 Mich faszinieren Geschichten über Menschen, welche auf Grund ihrer Taten das Böse verkörpern. S2 Ich muss schmunzeln, wenn jemand bei einem Vortrag den Faden verliert. S3 Ich könnte mich nie am Leid anderer erfreuen. (-) S4 Ich habe bereits absichtlich eine Person hereingelegt und mich dann darüber amüsiert. S5 Wenn jemandem ein Missgeschick passiert, finde ich das meistens amüsant. S6 Filme, welche Unfälle und Missgeschicke von Menschen zeigen, finde ich höchst amüsant. S7 Es hat bereits eine Situation gegeben, wo ich einen Menschen absichtlich geschädigt habe. Anmerkung. Vorschläge zur Veränderung sind kursiv geschrieben. Items die entfernt werden sollen sind durchgestrichen. (-): invertiertes Item. Tabelle A 4 Vorschlag zur revidierten Psychopathie-Skala Psychopathie-Items Faktor 1 Pe1 Gerät ein guter Arbeitskollege in Schwierigkeiten, berührt mich das sehr. (-) Pe2 Wenn in einem Film oder einem Artikel über einen Unfall berichtet wird, empfinde ich Mitleid mit den Opfern. (-) è Neu: Wenn in einem Zeitungsartikel oder in den Nachrichten über einen Unfall berichtet wird, empfinde ich Mitleid mit den Opfern (-) Pe3 Ich gelte grundsätzlich als sensibel bei der Arbeit. (-) Pe4 Bei der Arbeit habe ich manchmal Gewissensbisse. (-) Pe5 Jemanden auf der Arbeit zu enttäuschen, belastet mich sehr. (-) Pe6 Ich wäre peinlich berührt, wenn ich miterleben würde, dass mein Chef einen Arbeitskollegen anschreit. (-) Pe7 Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt machen mich wütend. (-) Pe8 Faktor 2 Pa1 Pa2 Pa3 Es macht mir wenig aus, wenn ich Arbeitskollegen mit meinem Verhalten unabsichtlich verletze. è Neu: Es macht mir wenig aus, wenn sich Arbeitskollegen durch mein Verhalten verletzt fühlen (-) Wenn ich bei der Arbeit genervt bin, kann ich auch mal laut werden. Manche mögen meine Einstellungen als radikal bezeichnen. Es kann vorkommen, dass ich einen Arbeitskollegen absichtlich verbal verletze. Es gab auch schon mal Situationen, wo meine Arbeitskollegen wahrscheinlich dachten, ich Pa4 sei ausser Kontrolle. Wenn ich versagen würde, hätten gewisse Leute bestimmt Freude daran. Pa5 è Neu: Wenn Projekte nicht vorangehen, liegt das meist an meinen Arbeitskollegen oder Vorgesetzten Anmerkung. Vorschläge zur Veränderung sind kursiv geschrieben. Items die entfernt werden sollen sind durchgestrichen. (-): invertiertes Item.

79 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 71 Anhang B Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur adaptiert für die Insassenstichprobe IAP Institut für Angewandte Psychologie Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur Nachfolgend finden Sie 40 Aussagen zu Ihren persönlichen Einstellungen und Verhaltensweisen im Berufsleben. Stufen Sie bei jeder Aussage jeweils ein, wie stark diese auf Sie persönlich zutrifft. Bearbeiten Sie den Fragebogen zügig, aber sorgfältig. Halten Sie sich nicht zu lange an einzelnen Aussagen auf.

80 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 72 Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur trifft gar nicht zu trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft voll zu Im Beruf strebe ich nach Status und Ansehen. c c c c c c Gerät ein guter Arbeitskollege in Schwierigkeiten, berührt mich das sehr. c c c c c c Wenn in einem Film oder einem Artikel über einen Unfall berichtet wird, empfinde ich Mitleid mit den Opfern. Mich faszinieren Geschichten über Menschen, welche auf Grund ihrer Taten das Böse verkörpern. Aufgrund meiner Leistung würde ich am Ende des Jahres eine Bonuszahlung verdienen. Wenn ich bei der Arbeit genervt bin, kann ich auch mal laut werden. c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c Ich muss schmunzeln, wenn jemand bei einem Vortrag den Faden verliert. Ich könnte mich nie am Leid anderer erfreuen. c c c c c c c c c c c c Ich gelte grundsätzlich als sensibel bei der Arbeit. c c c c c c Ich vermeide Konflikte mit Arbeitskollegen, man weiss nie, wann man in Zukunft auf sie angewiesen ist. Ich gebe anderen gerne Anweisungen. c c c c c c c c c c c c Es ist klug, im Job ein paar Informationen für sich zu behalten, um zu einem späteren Zeit-punkt einen Vorteil daraus zu ziehen. Manche mögen meine Einstellungen als radikal bezeichnen. c c c c c c c c c c c c Im Job ist es klug, gewissen Menschen zu schmeicheln. c c c c c c Ich habe bereits absichtlich eine Person hereingelegt und mich dann darüber amüsiert. Bei der Arbeit habe ich manchmal Gewissensbisse. c c c c c c c c c c c c IAP Seite 2/4

81 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 73 Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur trifft gar nicht zu trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft voll zu Es gibt Situationen bei der Arbeit, bei welchen eine Lüge gerechtfertigt ist. Wer in der Arbeitswelt immer den anderen vertraut, handelt sich früher oder später Ärger ein. Bescheidenheit im Job ist für die Karriere immer schädlich. c c c c c c c c c c c c c c c c c c Ich schätze es ausserordentlich, dass ich im Berufsleben mit wichtigen Leuten zu tun habe. Jemanden auf der Arbeit zu enttäuschen, belastet mich sehr. c c c c c c c c c c c c Ich bezeichne mich als überdurchschnittlich in vielen Bereichen. c c c c c c Am besten sagt man dem Chef das, was er hören will. c c c c c c Ich verfüge über einen grossen Machtwillen. c c c c c c Ich wäre peinlich berührt, wenn ich miterleben würde, dass mein Chef einen Arbeitskollegen anschreit. Es kann vorkommen, dass ich einen Arbeitskollegen absichtlich verbal verletze. Es gab auch schon mal Situationen, wo meine Arbeitskollegen wahrscheinlich dachten, ich sei ausser Kontrolle. Wenn jemandem ein Missgeschick passiert, finde ich das meistens amüsant. Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt machen mich wütend. c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c Ich habe ein natürliches Talent, andere Menschen zu führen. c c c c c c Wenn ich versagen würde, hätten gewisse Leute bestimmt Freude daran. Ehrlichkeit ist im Arbeitsleben immer die beste Strategie. c c c c c c c c c c c c IAP Seite 3/4

82 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 74 Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur trifft gar nicht zu trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft voll zu Mir ist es wichtig, dass meine Arbeitskollegen mich bewundern. c c c c c c Empfänglich für die Gefühle anderer zu sein, schadet der Karriere. c c c c c c Filme, welche Unfälle und Missgeschicke von Menschen zeigen, finde ich höchst amüsant. Bei Teamarbeiten ist es meistens so, dass ich den entscheidenden Beitrag zum Erfolg leiste. Bei der Arbeit muss man manchmal seine wahren Absichten für sich behalten. Es macht mir wenig aus, wenn ich Arbeitskollegen mit meinem Verhalten unabsichtlich verletze. Es hat bereits eine Situation gegeben, wo ich einen Menschen absichtlich geschädigt habe. Bei der Arbeit stehe ich gerne im Mittelpunkt. c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c c Alter (Jahre) Geschlecht männlich weiblich c c Haben Sie aktuell eine Führungsposition inne? ja nein c c Höchster Schulabschluss Obligatorische Schule c Berufsschule c Maturität / Berufsmaturität c Höhere Berufsbildung c Hochschule (FH/Uni) c Delikt... IAP Seite 4/4

83 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 75 Anhang C Skalenzuordnung Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur IAP Institut für Angewandte Psychologie Skalenzuordnung Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur Im Beruf strebe ich nach Status und Ansehen. Gerät ein guter Arbeitskollege in Schwierigkeiten, berührt mich das sehr. (-) Wenn in einem Film oder einem Artikel über einen Unfall berichtet wird, empfinde ich Mitleid mit den Opfern. (-) Mich faszinieren Geschichten über Menschen, welche auf Grund ihrer Taten das Böse verkörpern. Aufgrund meiner Leistung würde ich am Ende des Jahres eine Bonuszahlung verdienen. Wenn ich bei der Arbeit genervt bin, kann ich auch mal laut werden. Ich muss schmunzeln, wenn jemand bei einem Vortrag den Faden verliert. Ich könnte mich nie am Leid anderer erfreuen. (-) Ich gelte grundsätzlich als sensibel bei der Arbeit. (-) Ich vermeide Konflikte mit Arbeitskollegen, man weiss nie, wann man in Zukunft auf sie angewiesen ist. Ich gebe anderen gerne Anweisungen. Es ist klug, im Job ein paar Informationen für sich zu behalten, um zu einem späteren Zeit-punkt einen Vorteil daraus zu ziehen. Manche mögen meine Einstellungen als radikal bezeichnen. Im Job ist es klug, gewissen Menschen zu schmeicheln. Ich habe bereits absichtlich eine Person hereingelegt und mich dann darüber amüsiert. Bei der Arbeit habe ich manchmal Gewissensbisse. (-) Es gibt Situationen bei der Arbeit, bei welchen eine Lüge gerechtfertigt ist. Wer in der Arbeitswelt immer den anderen vertraut, handelt sich früher oder später Ärger N1 Pe1 Pe2 S1 N2 Pa1 S2 S3 Pe3 M1 N3 M2 Pa2 M3 S4 Pe4 M4 M5

84 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 76 Fragebogen Berufsspezifische Persönlichkeitsstruktur ein. Bescheidenheit im Job ist für die Karriere immer schädlich. Ich schätze es ausserordentlich, dass ich im Berufsleben mit wichtigen Leuten zu tun habe. Jemanden auf der Arbeit zu enttäuschen, belastet mich sehr. (-) Ich bezeichne mich als überdurchschnittlich in vielen Bereichen. Am besten sagt man dem Chef das, was er hören will. Ich verfüge über einen grossen Machtwillen. Ich wäre peinlich berührt, wenn ich miterleben würde, dass mein Chef einen Arbeitskollegen anschreit. (-) Es kann vorkommen, dass ich einen Arbeitskollegen absichtlich verbal verletze. Es gab auch schon mal Situationen, wo meine Arbeitskollegen wahrscheinlich dachten, ich sei ausser Kontrolle. Wenn jemandem ein Missgeschick passiert, finde ich das meistens amüsant. Ungerechtigkeiten in der Arbeitswelt machen mich wütend. (-) Ich habe ein natürliches Talent, andere Menschen zu führen. Wenn ich versagen würde, hätten gewisse Leute bestimmt Freude daran. Ehrlichkeit ist im Arbeitsleben immer die beste Strategie. (-) Mir ist es wichtig, dass meine Arbeitskollegen mich bewundern. Empfänglich für die Gefühle anderer zu sein, schadet der Karriere. Filme, welche Unfälle und Missgeschicke von Menschen zeigen, finde ich höchst amüsant. Bei Teamarbeiten ist es meistens so, dass ich den entscheidenden Beitrag zum Erfolg leiste. Bei der Arbeit muss man manchmal seine wahren Absichten für sich behalten. Es macht mir wenig aus, wenn ich Arbeitskollegen mit meinem Verhalten unabsichtlich verletze. Es hat bereits eine Situation gegeben, wo ich einen Menschen absichtlich geschädigt habe. Bei der Arbeit stehe ich gerne im Mittelpunkt. M6 N4 Pe5 N5 M7 N6 Pe6 Pa3 Pa4 S5 Pe7 N7 Pa5 M8 N8 M9 S6 N9 M10 Pe8 S7 N10 Anmerkung zur P-Skala: PCL-R (Hare). Factor 1 (Pe) captures traits dealing with the interpersonal and affective deficits of psychopathy (e.g., shallow affect, superficial charm, manipulativeness, lack of empathy) whereas factor 2 (Pa) dealt with symptoms relating to antisocial behavior (e.g., criminal versatility, impulsiveness, irresponsibility, poor behavior). IAP Seite 2/2

85 ERFASSUNG DER DUNKLEN TETRADE 77 Anhang D Beispiel eines Informationsaushangs für die Insassen

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