ABSCHLUSSPRÜFUNG SOMMER 2011



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Transkript:

Gemeinsame Prüfungsaufgaben der Steuerberaterkammern im Lande Nordrhein-Westfalen Name: ABSCHLUSSPRÜFUNG SOMMER 2011 Ausbildungsberuf: Steuerfachangestellte/r Prüfungsort: Termin: Donnerstag, 07. April 2011 Prüfungsfach: Rechnungswesen Bearbeitungszeit: 120 Minuten Bitte deutlich schreiben und Füllhalter, Kugelschreiber oder Filzstift benutzen. Gesamtpunktzahl: 100,0 Erzielte Punkte: 1. Aufgabenteil: 73,0 2. Aufgabenteil: 27,0 Note: Unterschrift Erstzensor: Unterschrift Zweitzensor:

1. Aufgabenteil (73,0 Punkte) Allgemeine Angaben Tim Lorenz (T. L.) betreibt seit dem Jahr 2000 in Köln eine Elektroinstallationsgroßhandlung. Er ermittelt seinen Gewinn gem. 5 EStG und versteuert seine Umsätze nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes, ist uneingeschränkt zum Vorsteuerabzug berechtigt und erstellt monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen. Die Einzelunternehmung stellt jeweils zum 31.12. eines Kalenderjahres (Wirtschaftsjahr = Kalenderjahr) den Jahresabschluss nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) unter Beachtung der steuerrechtlichen Vorschriften auf und legt den Jahresabschluss unverändert der steuerlichen Gewinnermittlung zu Grunde. Sachverhalt 1 (8,0 Punkte) T. L. bietet in seinem Sortiment unter anderem auch Schaltschränke an. Der Listeneinkaufspreis eines Schaltschrankes beträgt 6.300,00 netto. T. L. kalkuliert mit einem Kalkulationszuschlag in Höhe von 25 %. Der Hersteller gewährt T. L. beim Einkauf 5 % Rabatt und 2 % Skonto. Die Bezugskosten sind mit 10 % vom Bareinkaufspreis anzusetzen. Der Handlungskostenaufschlag beträgt 8 %. T. L. gewährt seinen Kunden 3 % Skonto. Ermitteln Sie den Gewinn in und Prozent (2 Dezimalstellen) bei Verkauf eines Schaltschrankes!

Sachverhalt 2 (22,0 Punkte) Zur kurzfristigen Geldanlage hat T. L. am 08.03.2010 Aktien der inländischen Alltrans- Logistik-AG erworben (vgl. beigefügte Anlage 1) und dem Umlaufvermögen seines Einzelunternehmens zugeordnet. Aufgaben 1. Nehmen Sie die zum Kauf erforderliche Buchung vor! Am 10.06.2010 ist auf dem betrieblichen Bankkonto (vgl. beigefügte Anlage 1) des T. L. ein Betrag von 1.178,00 gutgeschrieben worden. 2. Nehmen Sie die erforderliche handelsrechtliche Buchung vor! 3. Nennen Sie die Höhe ( -Angabe) der handelsrechtlichen Gewinnauswirkung (gewinnerhöhend, gewinnmindernd oder gewinnneutral), die sich aus der Buchung zu 2. ergibt!

Anlage 1 Sparkasse KölnBonn WERTPAPIER-ABRECHNUNG KAUF vom 8. März 2010 Firma Tim Lorenz e. K. Kennnummer Wertpapierbezeichnung 777 108 Alltrans-Logistik AG Anzahl Kurs 1000 Stück 32,00 komplette Stücke Sammeldepot 32.000,00 - Kurswert 25,60 - Maklergebühr 320,00 - Provision 32.345,60 - Belastung Verrechnungskonto 123 321 45 BLZ 300 500 00 Wertstellung 8. März 2010 Sparkasse KölnBonn Kontoauszug zum 10. Juni 2010 Dividendengutschrift Kontonummer Erstellungsdatum Beträge 123 321 45 10.06.2010 Buchungstag Vorgang 10.06.2010 Dividendengutschrift Alltrans-Logistik AG 1.600,00 25 % Kapitalertragsteuer 400,00 5,5 % Solidaritätszuschlag 22,00 1.178,00 H Firma Tim Lorenz e. K. Alter Kontostand Neuer Kontostand 950,00 H 2.128,00 H

4. Zum 30.09.2010 wurde ein Teil der Wertpapiere veräußert. Nehmen Sie unter Angabe des Rechenweges die auf die Verkaufsabrechnung vom 30.09.2010 zu beziehende handelsrechtliche Buchung (vgl. beigefügte Anlage 2) vor!

Anlage 2 Sparkasse KölnBonn WERTPAPIER-ABRECHNUNG VERKAUF vom 30. September 2010 Firma Tim Lorenz e. K. Kennnummer Wertpapierbezeichnung 777 108 Alltrans-Logistik AG Anzahl Kurs 400 Stück 44,00 komplette Stücke Sammeldepot 17.600,00 + Kurswert 14,08 - Maklergebühr 176,00 - Provision 17.409,92 + Gutschrift Verrechnungskonto 123 321 45 BLZ 300 500 00 Wertstellung 30. September 2010 Hinweis zur Wertpapier-Abrechnung Verkauf: Ein Steuerabzug wurde nicht vorgenommen, da die Kapitalerträge Betriebseinnahmen eines inländischen Betriebs sind und der Gläubiger der Kapitalerträge (Tim Lorenz e. K.) dies gegenüber der auszahlenden Stelle nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck gem. 43 (2) S. 3 Nr. 2 EStG erklärt hat.

5. a) Nennen Sie die Höhe ( -Angabe) der handelsrechtlichen Gewinnauswirkung (gewinnerhöhend, gewinnmindernd oder gewinnneutral), die sich aus der Dividendenzahlung und dem Verkaufsvorgang ergibt! b) Nennen Sie die Höhe ( -Angabe) der steuerlichen Gewinnauswirkung (gewinnerhöhend, gewinnmindernd oder gewinnneutral), die sich aus der Dividendenzahlung und dem Verkaufsvorgang ergibt! c) Begründen Sie Ihre Entscheidung zu b) und erläutern Sie, wie der steuerrechtliche Gewinn zu bestimmen ist Lösungen: zu a) zu b) zu c) 6. Seit dem Erwerb am 08.03.2010 ist der Kurswert kontinuierlich gestiegen. Folgende Kurswerte (auszugsweise) wurden an der Börse notiert: Datum Kurswert pro Stück in 08.03.2010 32,00 30.06.2010 38,00 30.09.2010 44,00 31.12.2010 49,00 31.01.2011 52,00 31.03.2011 56,00 Die Bilanzerstellung für das Wirtschaftsjahr 2010 wird am 31.03.2011 vorgenommen. Ermitteln Sie den Bilanzansatz für die noch im Umlaufvermögen befindlichen Aktien der Alltrans-Logistik AG und geben Sie den Betrag in an. Begründen Sie den von Ihnen in der Bilanz gewählten Wertansatz und geben Sie die handelsrechtliche und steuerrechtliche Rechtsgrundlage an. Lösungen: Bilanzansatz in : Begründung: Rechtsgrundlagen:

Sachverhalt 3 (22,0 Punkte) Tim Lorenz hat im März 2011 einen kaufmännischen Mitarbeiter eingestellt (Frank Wesseling, 28 Jahre alt / ledig / Konfession: evangelisch), der sich verstärkt um den Außendienst der Elektrogroßhandlung kümmern soll. Im Arbeitsvertrag wurden folgende Vereinbarungen getroffen: Vertragsbeginn 1. März 2011 Auszug aus dem Arbeitsvertrag Barvergütung monatliches Grundgehalt 2.500,00 vermögenswirksame Sparleistung (Arbeitgeberzuschuss) 20,00 Sachleistung / Der Arbeitnehmer darf das folgende Firmenfahrzeug auch geldwerter Vorteil für Privatfahrten und für tägliche Arbeitsplatzfahrten (einfache Entfernung Wohnung Arbeitsstätte: 20 km) nutzen: VW-Golf Variant, Baujahr 2010, amtliches Kennzeichen BN - TL 5000 Bruttolistenpreis zum Zeitpunkt der Erstzulassung 30.000,00 Der Arbeitgeber wendet die 1%-Methode an. Von der Pauschalierungsmöglichkeit im Sinne des 40 (2) S. 2 EStG macht der Arbeitgeber keinen Gebrauch. Frank Wesseling hat seinen Arbeitgeber angewiesen, monatlich 40,00 auf einen von ihm abgeschlossenen Bausparvertrag als vermögenswirksame Sparanlage einzuzahlen. Aufgabe 1. Ermitteln Sie übersichtlich das steuer- und sozialversicherungspflichtige Bruttogehalt für den Arbeitnehmer Frank Wesseling.

2. Erstellen Sie die beigefügte Gehaltsabrechnung für den Monat März 2011! (Hinweis: die Lohnsteuer der Steuerklasse 1 sowie die Umlagen U1/U2 sind bereits vereinfachend vorgegeben und sind nicht zu überprüfen!) Bitte die beigefügte Anlage 3 benutzen und ausfüllen! 3. Am 29. März wurden die Sozialversicherungsbeiträge (einschließlich der Umlagen) für März 2011 elektronisch angemeldet und durch Banküberweisung beglichen! Buchen Sie sachgerecht. 4. Nehmen Sie alle erforderlichen Buchungen zum 31. März 2011 vor (Bruttobuchung der Personalkosten). Die Banküberweisung des Nettogehaltes sowie die Zahlungen an die Bausparkasse erfolgen erst am 8. April 2011. 5. Bestimmen Sie übersichtlich die Höhe ( -Angabe) der Gewinnauswirkung (gewinnerhöhend, gewinnmindernd oder gewinnneutral), die sich aus allen zuvor vorgenommenen Buchungen ergibt.

Name: Anlage 3 vereinfachte Gehaltsabrechnung - Arbeitnehmer Frank Wesseling Gehaltsabrechnung für März 2011 Personalnummer 0815 / 001 Lohnsteuerkmale StKl / Kinder: I / 0 Pflichtversichert RV / AV / KV / PV Bruttogehalt mtl. Betrag / mtl. Betrag / Gesetzliche Abzüge: Steuerabzüge Lohnsteuer 473,58 Solidaritätszuschlag Kirchensteuer (9 %) Summe Steuerabzüge Sozialvers.-abzüge *) Sozialversicherungsbeitrag AG-Anteil *) AN-Beitrag RV AN-Beitrag AV AN-Beitrag KV AN-Beitrag PV Summe SV-Abzüge AG-Beitrag RV AG-Beitrag AV AG-Beitrag KV AG-Beitrag PV Summe SV-Beitrag Umlage U1/U2 Sonstige Abzüge U1 45,00 U2 8,40 Auszahlungsbetrag AG-Anteil insgesamt *) Hinweis zur Sozialversicherung Rentenversicherung /Gesamtbeitrag 19,9 % AG + AN je 9,95 % Arbeitslosenversicherung / Gesamtbeitrag 3,0 % AG + AN je 1,5 % Krankenversicherung / Gesamtbeitrag 15,5 % AG + AN je 7,30 % + AN Sonderzuschlag 0,9 % Pflegeversicherung / Gesamtbeitrag 2,2 % AG + AN je 0,975 % + AN Kinderloszuschlag 0,25 % Umlage U1/U2 Entgeltfortzahlung bei Krankheit/Mutterschaft BBMG 5.500,00 monatlich BBMG 5.500,00 monatlich BBMG 3.712,50 monatlich BBMG 3.712,50 monatlich krankenkassenabhängig

Sachverhalt 4 (21,0 Punkte) T. L. kauft mit Wirkung vom 01.11.2010 ein Grundstück. Er beabsichtigt das Grundstück zu bebauen. Das geplante Gebäude soll wie folgt genutzt werden: 80 % Lager-, Verkaufs- und Bürofläche 20 % zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung Für die Abwicklung des Kaufs und des geplanten Baus richtete er ein neues Bankkonto ein, welches in der bisherigen Buchführung noch nicht erfasst wurde. Aufgaben Nehmen Sie die erforderlichen Buchungen vor: 1. Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 700.000,00 bei der Sparkasse Köln. Das Darlehen wurde unter Abzug von 3 % Disagio am 31.10.2010 dem neuen Bankkonto gutgeschrieben. 2. Er begleicht folgende Rechnungen per Banküberweisung: a) Kaufpreis des Grundstücks 300.000,00 b) Notarrechnungen: 1. für die Beurkundung des Kaufvertrags 1.000,00 2. für die Beurkundung der Grundschuldbestellung 300,00 1.300,00 zuzüglich 19 % USt 247,00 Gesamtbetrag 1.547,00 3. Er begleicht folgende Rechnung ebenfalls per Banküberweisung: Gebühr des Amtsgerichts für die a) Eintragung des Eigentumswechsels 1.500,00 b) Beurkundung der Grundschuldbestellung 150,00 4. Die Bank bucht die erste vierteljährliche Zins- und Tilgungsrate am 31.12.2010 ab. Zinsen 5.833,34 + Tilgung 2.333,34 = Gesamtbelastung 8.166,68

Lösungen: zu 1) zu 2a) zu 2b) zu 3) zu 4)

2. Aufgabenteil (27,0 Punkte) Allgemeine Angaben Die Ärztin Lilly Fee, geboren am 03.07.1944, war bis zum 30.09.2010 in gemieteten Räumen in Aachen als Kinderärztin selbständig tätig. Danach wurde die Praxis veräußert. 1. Aufgabe (15,5 Punkte) Ermitteln Sie für den Zeitraum vom 01.01. 30.09.2010 unter Berücksichtigung der folgenden Sachverhalte den niedrigstmöglichen laufenden Gewinn nach 4 Abs. 3 EStG. Begründen Sie jeweils Ihre Entscheidungen. Nichtansätze sind ebenfalls zu begründen. Bearbeitungshinweise: Die Voraussetzungen des 7g EStG sind nicht erfüllt. Bei der Ermittlung des laufenden Gewinns zum 30.09.2010 (Hinweis auf das Lösungsblatt I) sind die folgenden Sachverhalte noch nicht berücksichtigt worden: Zusatzaufgabe: Ermitteln Sie zum Sachverhalt 1 auch den Buchwert. Sachverhalt 1 (4,5 Punkte) Am 01.02.2010 hat Frau Fee noch ein neues Sonographiegerät für 16.000,00 zzgl. 19 % USt erworben. (Nutzungsdauer: 8 Jahre) Sachverhalt 2 (3,0 Punkte) Frau Fee erwarb zu Ostern 2010 eine Flasche Sekt für 40,00 zzgl. 19 % USt und 1 Karton mit 3 Flaschen Wein für insgesamt 28,00 zzgl. 19 % USt. Die Flasche Sekt schenkte sie ihrer Apothekerin und den Karton mit Wein einem Pharmareferenten. [Hinweis: Auf die Pauschalierung nach 37b EStG ist nicht einzugehen, weitere Geschenke erfolgten nicht.] Sachverhalt 3 (2,5 Punkte) Für die Bewirtung einiger Kollegen, mit denen sie regelmäßig zusammenarbeitet, bezahlte Frau Fee im April 2010 450,00 zzgl. 19 % USt = 85,50, davon waren 300,00 zzgl. 19 % USt = 57,00 angemessen. Sachverhalt 4 (3,0 Punkte) Vom 01.01. bis 30.09.2010 fuhr Frau Fee an 140 Tagen mit ihrem privaten Pkw von ihrer Wohnung zu ihrer Praxis, die einfache Entfernung betrug 35 km, die tatsächlichen Kosten pro gefahrenen Kilometer betrugen 0,70. Die Kfz-Kosten wurden privat getragen. Sachverhalt 5 (2,5 Punkte) Von ihrem betrieblichen Bankkonto überwies Frau Fee am 01.04.2010 an den Kinderschutzbund e. V. 500,00 sowie an die Stadt Aachen einen Betrag von 50,00 für eine Geschwindigkeitsüberschreitung auf dem Weg zu einer kleinen Patientin.

Weitere Angaben Mit Ablauf des 30.09.2010 verkaufte Lilly Fee ihre Arztpraxis an den Kinderarzt Hans Räuber. 2. Aufgabe (4,0 Punkte) Ermitteln Sie zum 30.09.2010 den tatsächlichen laufenden Gewinn unter Berücksichtigung des Übergangsgewinns nach 4 Abs. 1 EStG und unter Beachtung der folgenden Positionen: (Siehe hierzu Lösungsblatt II.) 1) Forderungen aus ärztlicher Tätigkeit: 45.000,00 2) Anspruch an die Krankenkasse aus der Lohnfortzahlung an eine erkrankte Mitarbeiterin: 1.500,00 3) allgemeine Verbindlichkeiten : 8.000,00 4) Rechnung des Steuerberaters für die Erstellung des Jahresabschlusses 2010: 1.500,00 + 19 % USt 285,00 = 1.785,00 5) Rückständige Kammerbeiträge: 450,00 Hinweis: Für die folgenden Aufgaben wird auf das Lösungsblatt III verwiesen. 3. Aufgabe (3,5 Punkte) Ermitteln Sie zum 30.09.2010 den Veräußerungsgewinn unter Berücksichtigung folgender ergänzender Sachverhalte: Der Verkaufspreis für die Arztpraxis betrug 120.000,00 einschließlich aller Geräte. Das weitere Anlagevermögen ist vollständig abgeschrieben (auf 0,00 ). 4. Aufgabe (4,0 Punkte) Ermitteln Sie den nach 18 Abs. 3 i. V. mit 16 Abs. 4 EStG steuerpflichtigen Teil des Veräußerungsgewinns.

Name: Lösungsblatt I zum 2. Aufgabenteil (EÜR), Seite 1 Begründungen/Berechnungen: Auswirkungen in : Vorläufiger Gewinn zum 30.09.2010: 125.000,00 Zu Sachverhalt 1: Abschreibung Sonographiegerät: Ermittlung des Buchwertes zum 30.09.2010: Zu Sachverhalt 2: Übertrag:

Name: Lösungsblatt I zum 2. Aufgabenteil (EÜR), Seite 2 Begründungen/Berechnungen: Übertrag: Auswirkungen in : Zu Sachverhalt 3: Zu Sachverhalt 4: Zu Sachverhalt 5: Endgültiger Gewinn:

Name: Lösungsblatt II zum 2. Aufgabenteil Begründungen/Berechnungen: Auswirkungen in : Endgültiger Gewinn zum 30.09.2010 gemäß Lösungsblatt I: + Forderungen./. Verbindlichkeiten

Name: Lösungsblatt III zum 2. Aufgabenteil Begründungen/Berechnungen: Lösung zu Aufgabe 3: Auswirkungen in : Lösung zu Aufgabe 4: