Theoretische Physik: Mechanik

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Theoretische Mechanik

Transkript:

Ferienkurs Theoretische Physik: Mechanik Sommer 213 Übung 1 - Lösung Technische Universität München 1 Fakultät für Physik

1 Relaxation Geben Sie die Lösung der Differentialgleichung für die Relaxation mit zeitabhängigem Paramater γ(t) an: Φ(t) = γ(t)φ(t) (1) Die Differentialgleichung kann durch Trennung der Variablen gelöst werden. dφ = γ(t)φ(t) (2) 1 dφ = γ(t) (3) Φ 1 Φ dφ = γ(t ) (4) lnφ = Φ = exp( γ(t ) (5) γ(t ) ) (6) Dabei haben wir nur den Fall betrachtet, dass Φ > ist. Konkret ergibt sich für den Fall konstanten Paramters γ (t) = γ : t γ(t ) = γ lnφ = γt lnφ (7) wobei wir die Integrationskonstante lnφ genannt haben. Technische Universität München 2 Fakultät für Physik

2 Konservative Kraftfelder 1. Untersuchen Sie, ob die folgenden Kraftfelder konservativ sind: (i) F 1 ( r) = ( y, x, ) T (ii) F 2 ( r) = 1 r 2 r = ( x, x 2 +y 2 +z 2 (iii) F 3 ( r) = ( y x,, ) T x 2 +y 2 x 2 +y 2 y x 2 +y 2 +z 2, z x 2 +y 2 +z 2 ) T 2. Berechnen Sie das Linienintegral in der x-y-ebene über den Kreis mit Radius R um den Koordinatenursprung: K R (O) F 3 d r (8) 1. Ein Kraftfeld, welches in einem einfach-zusammenhängenden Gebiet definiert ist, ist konservativ, wenn die Rotation in jedem Punkt des Gebiets verschwindet. Wir untersuchen daher für die Felder F 1, F 2, F 3 die Rotation. (i) Der Definitionsbereich von F 1 ist ganz R 3 und damit einfach-zusammenhängend. Für die Rotation von F 1 gilt: F 2 ( r) = ( y, x, ) T = (,, 2) T (9) Daraus schließen wir, dass F 1 nicht konservativ ist. (ii) Der Definitionsbereich von F 2 ist R 3 ohne den Ursprung (,, ) T und damit einfachzusammenhängend. Für die Rotation von F 2 gilt: x F 1 ( r) = ( x 2 + y 2 + z, y 2 x 2 + y 2 + z, z 2 x 2 + y 2 + z 2 )T x k = ɛ i jk j = 1 ɛ i jk x k j j,k = j,k r 2 ɛ i jk x k 2x j r 4 = 2 r 4 r r = j,k = 2 r 4 r 2 ɛ i jk x k x j j,k (1) Daraus schließen wir, dass F 2 konservativ ist. (iii) F 3 ist nur für Punkte außerhalb der z-achse (x = y = ) definiert, dort gilt: F 3 ( r) = x y z y x 2 +y 2 x x 2 +y 2 = x 2 +y 2 2x 2 x 2 +y 2 2y 2 (x 2 +y 2 ) 2 (x 2 +y 2 ) 2 = (11) Technische Universität München 3 Fakultät für Physik

Da die Rotation F 3 für jeden Punkt außerhalb der z-achse verschwindet, ist damit gezeigt, dass F 3 in jedem einfach-zusammenhängenden Teilgebiet R 3, das die z-achse nicht enthält konservativ ist. Im gesamten Definitionsbereich ist F 3 aber nicht konservativ, wie in 2. explizit gezeigt wird. In einem einfach-zusammenhängenden Teilgebiet wie G = R 3 \{(x, y, z) T : y =, x } (12) kann jedoch ein Potential angegeben werden. Das Potential erhält man durch Integration. Wir führen die Integration in Zylinderkoordinaten aus. Wir wählen den Weg von (ρ = 1, ϕ =, z = ) zunächst gerade in z-richtung bis (1,, z) und anschließend gerade in x-richtung bis (ρ,, z) - in beiden Fällen steht die Kraft senkrecht auf dem Weg, sodass das Integral verschwindet. Anließend integrieren wir längs einer Kreislinie um die z-achse und erhalten: V( r) = γ F 3 d r = ϕ 1 ρ ρ e ϕ e ϕ dϕ (13) arctan x + iy = ϕ = iln ( ) x y, wenn x > = atan2(x, y) = arctan ( ) x x2 + y 2 y + sgn(y)π, wenn x < (14) sgn(y) π 2, wenn x = Die Skizze zeigt das Potential für festes z als Funktion von x und y. In der Skizze ist der Sprung längs der negativen y-achse zu sehen, der eine stetige Fortsetzung auf den gesamten R 3 verhindert. 2. Wir parametrisieren den Kreis durch den Winkel ϕ und damit: r(ϕ) = (Rcosϕ, Rsinϕ, ) T (15) Technische Universität München 4 Fakultät für Physik

Das Integral ergibt sich damit zu: d r = ( Rsinϕ, Rcosϕ, ) T d ϕ (16) K R (O) F 3 d r = 2π 1dϕ (17) Aus dem Satz von Stokes: A ( F) d a = A F d r (18) schließen wir daher, dass F 3 = 2πδ(x)δ(y) e z. 3 Kreisbewegung Die Bahnkurve eines Massenpunktes lautet: mit Konstanten R R > und x, ω R. r(t) = (x, Rcos(ωt), Rsin(ωt)) T (19) 1. Bestimmen Sie Geschwindigkeit v(t) und Beschleunigung a(t) des Massenpunktes. 2. Zeigen Sie, dass mit ω = ω e x gilt: r(t) = ω r(t) (2) 3. Zeigen Sie, dass Geschwindigkeit v(t), Winkelgeschwindigkeit ω und Beschleunigung a(t) zu jedem Zeitpunkt ein orthogonales Dreibein bilden. 1. Geschwindigkeit: Beschleunigung: v(t) = d r(t) = (, Rωsin(ωt), Rωcos(ωt)) T (21) a(t) = d v(t) = d2 r(t) 2 = (, Rω 2 cos(ωt), Rω 2 sin(ωt)) T (22) Technische Universität München 5 Fakultät für Physik

2. ω x ω r(t) = Rcos(ωt) = Rωsin(ωt) = r(t) = v(t) (23) Rsin(ωt) Rωcos(ωt) 3. Dass ω senkrecht auf v steht, folgt aus 2. Ferner ist ω offensichtlich senkrecht auf a und es gilt: v(t) a(t) = R 2 ω 2 sin(ωt)cos(ωt) R 2 ω 2 cos(ωt)sin(ωt) + = (24) Analog erhalten wir darüber hinaus: ω r v (25) 4 Spiralbahn Ein Massepunkt bewege sich auf einer Schraubenlinie mit Radius R und Ganghöhe h. Der Betrag der Geschwindigkeit v = v sei konstant. 1. Geben Sie den Ortsvektor zu Zeit t an und berechnen Sie Geschwindigkeit und Beschleunigung des Massepunktes in kartesischen Koordinaten. 2. Berechnen Sie Ortsvektor, Geschwindigkeit und Beschleunigung in Zylinderkoordinaten im begleitenden Dreibein. 1. In kartesischen Koordinaten ist die Bahnkurve gegeben durch: r(t) = ( Rcosϕ(t), Rsinϕ(t), hϕ(t) ) T ( = Rcosωt, Rsinωt, hωt ) T (26) 2π ( e x, e y, e z ) 2π ( e x, e y, e z ) wobei wir ω als die noch zu bestimmende, konstante Winkelgeschwindigkeit gesetzt haben. Damit ergibt sich die Geschwindigkeit zu: v(t) = r(t) = Und die Beschleunigung zu: ( Rωsinωt, Rωcosωt, hω ) T 2π ( e x, e y, e z ) (27) a(t) = r(t) = ( Rω 2 cosωt, Rω 2 sinωt, ) T Wir erhalten für den Betrag der Geschwindigkeit: ( e x, e y, e z ) (28) sodas ω = v. R 2 + h2 4π 2 v 2 = R 2 ω 2 + h2 ω 2 4π 2 (29) Technische Universität München 6 Fakultät für Physik

2. In Zylinderkoordinaten ist die Bahnkurve: r(t) = R e ρ + hωt ( 2π e z = R,, hωt ) T (3) 2π ( e ρ ( r(t)), e ϕ ( r(t)), e z ) Wir werden aber die Tupeldarstellung im Folgenden nicht verwenden, um Verwechslungen mit kartesischen Koordinaten zu vermeiden. Daraus ergibt sich die Geschwindigkeit: und der Tangentenvektor: v(t) = r(t) = R e ρ + hω 2π e z = Rω e ϕ + hω 2π e z (31) T = v v = R h e ϕ + R 2 + h2 4π2 R 2 + h 2 e z (32) 4π 2 Die Ableitung des Tangentenvektors ist: woraus wir den Krümmungsradius R = Normalenvektor zu: R Rv T = ω e ρ = e ρ (33) R 2 + h2 R 2 + h2 4π 2 4π 2 v T = R + h2 4π 2 R ablesen. Daraus ergibt sich der T N = T = e ρ (34) Das Dreibein wird vervollständigt durch den Binormalvektor: B = T N = R h e z R 2 + h2 4π2 R 2 + h 2 e ϕ (35) 4π 2 Die Beschleunigung im begleitenden Dreibein ist: a = v = v T + v T = v2 R N (36) was sich mit dem obigen Ergebnis in kartesischen Koordinaten deckt. Technische Universität München 7 Fakultät für Physik

5 Zweikörperproblem Zwei Massepunkte m 1 und m 2 bewegen sich unter dem Einfluss des Potentials V(r), dass nur vom Relativabstand r = r 2 r 1 der beiden Massepunkte abhängt. 1. Formulieren Sie die Bewegungsgleichungen für den Relativvektor r(t) = r 2 r 1 und den Schwerpunktsvektor R(t) = m 1 r 1 + m 2 r 2 m 1 + m 2 (37) 2. Zeigen Sie, welche Erhaltungssätze für Impuls und Energie in der Relativ- und Schwerpunktsbewegung gelten. 3. Zeigen Sie, dass der Drehimpuls eine Erhaltungsgröße ist und dass die Relativbewegung in der durch die Vektoren r(t) und r(t) aufgespannten Ebene verläuft. 4. Drücken Sie die Energie und den Drehimpuls der Relativbewegung in ebenen Polarkoordinaten r und ϕ aus. 1. Es gilt Actio gegengleich Reactio, also: m 1 r1 = 1 V( r 1 r 2 ) = + V(r) r r r m 2 r2 = 2 V( r 2 r 1 ) = V(r) r r r (38) Aus der Summe dieser beiden Gleichungen folgt für den Schwerpunktsvektor R: R = m 1 r 1 + m 2 r2 m 1 + m 2 = (39) Aus der Differenz der beiden Bewegungsgleichungen erhalten wir unter Verwendung von r 1 = R + m 2 m 1 +m 2 r und r 2 = R m 1 m 1 +m 2 r: m 2 r2 m 1 r1 = 2 V(r) r ( ) ( ) r r m 1 m 2 m 2 R r + m 1 R r = 2 V(r) r m 1 + m 2 m 1 + m 2 r r Unter Verwendung von R = und Einführung der reduzierten Masse µ = m 1m 2 1 µ = 1 m 1 + 1 m 2 erhalten wir: µ r = V(r) r r r m 1 +m 2 (4) mit (41) Technische Universität München 8 Fakultät für Physik

Zusammenfassend zerfällt das Zweikörperproblem also in eine kräftefreie Bewegung des Massenschwerpunktes R und eine Einkörperbewegung der Relativkoordinate r mit der reduzierten Masse µ im gegebenen Potential V(r). 2. Es gilt R = und damit ist der Gesamtdrehimpuls: P = M R = const. (42) erhalten. Ebenso erhalten ist die Energie der Schwerpunktsbewegung: E R = 1 2 M R 2 de R und die Energie der Relativbewegung: = 1 2 M d R 2 = M R R = (43) E r = 1 2 µ r 2 + V(r) de r = 1 2 µd r 2 + dv(r) = µ r r + ( V) r = (44) Damit ist auch die Gesamtenergie erhalten. 3. Für den Drehimpuls der Relativbewegung: gilt: l = r p = µ r r (45) l = µ }{{} r r +µ r = }{{} r r = (46) Damit ist gezeigt, dass der Drehimpuls l = µ r r erhalten ist und damit r und r stets in derselben Ebene senkrecht dazu liegen. 4. In Polarkoordinaten gilt: Damit erhalten wir: ( ) rcosϕ r = r e r = rsinϕ (ṙcosϕ ) (47) r ϕsinϕ r = = ṙ e ṙsinϕ + r ϕcosϕ r + r ϕ e ϕ E r = µ 2 r 2 + V(r) = µ 2 (ṙ2 + r 2 ϕ 2 ) + V(r) (48) Technische Universität München 9 Fakultät für Physik

und: l = µ r r = µr 2 e r e } {{ } r + ϕ e r e ϕ = µr2 ϕ (49) = 6 Energieerhaltung Ein Skispringer gleitet aus dem Stand reibungslos auf der Schanze der Anfangshöhe H bis auf die Absprunghöhe h. Der Absprung sei horizontal. Bestimmen Sie die Höhe h, bei der die Sprungweite l maximal ist. Geben Sie den maximalen Wert l max an. Die Absprunggeschwindigkeit v a ergibt sich aus dem Energieerhaltungssatz. Legt man den Potentialnullpunkt für das Schwerefeld auf Höhe des Landepunkts, so lautet die Energiebilanz am Start und beim Absprung: Damit erhalten wir für den Betrag der Absprunggeschwindigkeit: mgh = mgh + 1 2 mv2 a (5) v a = 2g(H h) (51) Der Absprung erfolgt waagrecht. Die Flugdauer t f steht daher mit der Höhe h entsprechend des freien Falls aus der Ruhe in Verbindung, während sich die Flugweite l aus der Bewegung mit konstanter Geschwindigkeit v a ergibt: h = gt2 f 2 (52) Technische Universität München 1 Fakultät für Physik

l = v a t f (53) 2h Durch Auflösen von (52) nach t f = g und Einsetzen in (53) erhalten wir die Sprungweite l als Funktion der Höhe des Absprungs: l(h) = v a 2h g = 2 h)(h h) (54) Lokale Extreme sind bei Nullstellen der Ableitung. Am Rand des Definitionsbereichs h {, H} sind offensichtlich Minima mit l() = l(h) =, sodass ein einzelnes, lokales Extremum ein Maximum sein muss. Zur Vereinfachung der Rechnung benutzen wir, dass Extremwerte von l auch Extremwerte von l 2 sind. Wir berechnen also die Ableitung von l 2 : d dh l2 (h) = 4(H 2h) (55) Diese verschwindet für h = H 2, sodass wir als maximale Sprungweite erhalten: ( H ) l max = l = H (56) 2 7 Lenzscher Vektor Ein Teilchen der Masse m bewege sich in einem radialsymmetrischen Potential der Form: V(r) = α r (57) mit konstantem α. Der Lenzsche Vektor Λ entlang der Bahn r(t) des Teilchens ist definiert durch: Λ r L α r r (58) wobei L = m r r der Drehimpuls des Teilchens ist. Zeigen Sie, dass Λ eine Erhaltungsgröße ist. Die Bewegungsgleichung in einem radialsymmetrischen Potential V (r) ergibt sich zu: m r(t) = V(r) = dv r(r) dr r(t) = dv dr e r(t) (59) Der Drehimpuls L = r(t) p(t) = m r r ist erhalten, wie man durch direktes Nachrechnen und Anwenden der Bewegungsgleichung leicht zeigt: Technische Universität München 11 Fakultät für Physik

1 L = r m }{{} r + }{{} r r = (6) r e r = = Die Bewegung verläuft daher in der Ebene senkrecht zu L. Wir wählen an das Problem angepasste Koordinaten, in denen gilt L = L e z, dann liegen die Vektoren r(t), p(t) L in der x-y-ebene. Für den Betrag des Drehimpulses gilt L = mr 2 ϕ. In Polarkoordinaten gilt: Λ = 1 α ( a L + r L) e r (t) = 1 dv mα dr e r(t) L + ϕ e z e r (t) ( = 1 dv mα dr + 1 ) ( ( e mr 2 r (t) L) V - α r = 1 mr + 1 ) ( e 2 mr 2 r (t) L) = (61) Bemerkung: Zeitliche Änderung des Einheitsvektors e r (t) ist eine Rotation um die z-achse mit der Winkelgeschwindigkeit ϕ(t). Alternativ kann die Zeitableitung von Λ auch unter Verwendung der folgenden Relationen berechnet werden: ( 1 V mα L = r r 1 ) ( V α r r 1 ) V α e r (t) = r ( r + r r 1 ) r (62) (63) Technische Universität München 12 Fakultät für Physik