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1 Aktuelle Entwicklungen am Kapitalmarkt Banken, Unternehmen und Staaten GD Mag. Markus Mair Graz, 27. September 2011

2 Chronologie der Finanzkrise ff. Die Krise beginnt am US-Immobilienmarkt 2008 ff. wird zur globalen Vertrauens- und Liquiditätskrise 2011 Neue Krise? Wir müssen in jedem Fall die Staatsschulden-Krise lösen 2008/09 führt zu massiven realwirtschaftlichen Auswirkungen 2009 ff. Die Staatsschulden-Problematik entflammt 2

3 3 Die Krise und ihre Auswirkungen 3

4 4 Investorensituation in/durch die Krise Investoren meiden das Risiko (Schuldenproblematik, Vertrauenskrise) Flucht in den sicheren Hafen Anleihen (Deutsche Bund), Gold, Immobilien, CHF Renditen auf Rekordtief Kurse auf Rekordhoch Hohe Volatilität Behaltedauer bei Aktien zur Zeit sehr kurzfristig Volumina bei Börsenumsätzen sehr hoch 4

5 Internationale Zins- und Finanzmärkte 5 Bund Future nahe der Rekordstände 5

6 Internationale Zins- und Finanzmärkte 6 Deutsche Bundesbank Umlaufrendite 6

7 Internationale Zins- und Finanzmärkte 7 Geld-, Kapitalmarkt

8 Internationale Zins- und Finanzmärkte 8 Geld-, Kapitalmarkt lang 8

9 9 Internationale Zins- und Finanzmärkte Risikoaufschläge EU Staatsanleihen Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen? 9

10 10 Internationale Zins- und Finanzmärkte Risikoaufschläge EU Staatsanleihen Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen? Risikoaufschläge für Griechenland sehr hoch Eigenfinanzierung am Kapitalmarkt 2012 unrealistisch, 2013 unwahrscheinlich Rettungsmaßnahmen beruhigen den Markt nur kurzzeitig Langfristig ist hier ein Plan B notwendig Risikoaufschläge für Italien aktuell angestiegen Vertrauen in Schuldenmanagement unbegründeter Weise gesunken Stark steigende Finanzierungskosten Marktstimmung ins Negative gekippt Risikoaufschläge der Nettozahler durch Rettungsmaßnahmen gestiegen Zahl der Geberländer schrumpft Deutschland und Österreich als sicherer Hafen Renditen sinken wieder 10

11 11 Internationale Zins- und Finanzmärkte Risikoaufschläge EU Staatsanleihen Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen? Ratingagenturen senken Portugal und Irland auf Ramsch -Niveau Obwohl: Bisher prinzipiell alle Ziele erreicht Aber: Ratingagenturen sehen Zwangs-Beteiligungen privater Kreditgeber als Zahlungsausfall Lösungsvarianten zur nachhaltigen Bewältigung der Staatsschuldenkrise Einführung gemeinschaftlicher Bonds Bereitstellung von Kapital für den Ankauf von Peripherie-Staatsanleihen Gemeinsame zentrale fiskalpolitische Integration und Koordination Abwertung des EURO zur Stärkung des Wirtschaftswachstums 11

12 12 Internationale Zins- und Finanzmärkte EU - Zinsprognosen Risikoaversion dominiert zunächst weiter Euroraum Leitzins aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 1,50 1,55 1,55 1,55 RBI 1,50 1,50 1,50 BayernLB 1,75 1,75 1,75 Commerzbank 1,50 1,50 1,50 HypoVereinsbank 1,50 1,50 1,50 Bloomberg Umfrage 1,50 1,50 1,50 3M aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 1,53 1,58 1,64 1,74 RBI 1,50 1,60 1,60 BayernLB 1,70 1,80 2,00 Commerzbank 1,65 1,65 1,80 HypoVereinsbank 1,55 1,55 1,55 Bloomberg Umfrage 1,49 1,59 1,73 5J aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 0,89 1,75 1,94 2,23 RBI 1,70 2,00 2,40 BayernLB 1,80 2,10 2,40 Commerzbank 1,75 1,70 1,80 HypoVereinsbank 1,75 1,95 2,30 Bloomberg Umfrage 10J aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 1,81 2,57 2,71 2,98 RBI 2,50 2,70 3,30 BayernLB 2,40 2,70 2,80 Commerzbank 2,80 2,60 2,80 HypoVereinsbank 2,60 2,80 3,10 Bloomberg Umfrage 2,54 2,75 2,90 1,56 1,54 1,52 1,55 1,55 1,55 1,50 1,48 1,46 aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 1,80 1,70 1,60 1,50 1,40 1,58 1,64 1,74 aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 2,50 2,00 1,50 2,23 1,75 1,94 1,00 0,50 0,00 aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 4,00 3,00 2,00 1,00 2,57 2,71 2,98 0,00 aktuell Dez.11 Mär.12 Jun.12 12

13 13 Internationale Zins- und Finanzmärkte Entwicklung der Leitzinsen 13

14 Internationale Zins- und Finanzmärkte 14 Y10 US-Treasuries 14

15 15 Internationale Zins- und Finanzmärkte Rückblick Indizes für 2010 Risikoreiche Anlageformen profitieren von Niedrigzinspolitik 15

16 16 Internationale Zins- und Finanzmärkte Index-Vergleich 2011 Nasdaq Dow Jones Nikkei225 DAX: - 21,46 % Dow Jones: - 0,59 % Nikkei 225: - 10,00 % Nasdaq: - 1,15 % ATX: - 30,41 % DAX ATX 16

17 Internationale Zins- und Finanzmärkte 17 Aktienmärkte Indizes seit Jahresanfang 17

18 Internationale Zins- und Finanzmärkte 18 Prognose Indizes für

19 Internationale Zins- und Finanzmärkte 19 USA 19

20 Internationale Zins- und Finanzmärkte 20 Wirtschaftswachstum USA / Euroraum/Japan Quelle: Bloomberg Euroland USA Japan 20

21 Internationale Zins- und Finanzmärkte 21 Euro 21

22 Internationale Zins- und Finanzmärkte 22 EU Industrie neue Aufträge 22

23 Internationale Zins- und Finanzmärkte 23 DE ifo Geschäftsklima ifo Geschäftsklima vom Höchststand schon entfernt 23

24 Internationale Zins- und Finanzmärkte 24 BIP Wachstum Euroraum Zwei-Klassen-Konjunktur 20,00 15,00 10,00 5,00 0,00-5,00-10, Quelle: Eurostat Euroraum Portugal Italien Irland Griechenland Spanien 24

25 Internationale Zins- und Finanzmärkte 25 FX - EUR/USD 25

26 Internationale Zins- und Finanzmärkte 26 FX - EUR/CHF 26

27 27 Internationale Zins- und Finanzmärkte EUR/CHF aktuelle Situation SNB legt einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro fest Bereitschaft zu unbeschränkten Devisenkäufen Überbewertung des Franken stellt eine akute Gefahr für die Wirtschaft dar Risiko einer deflationären Entwicklung Ausblick Franken wird auf kurze Sicht nahe bei 1,20 CHF/EUR notieren erst bei existenziellen Turbulenzen der Eurozone dürfte die SNB die CHF- Bindung nicht mehr aufrechterhalten Risiko massive Aufblähung der Geldmenge Gefahr einer merklich ansteigenden Inflation auf lange Sicht 27

28 Internationale Zins- und Finanzmärkte 28 Risikoauschläge bei österreichischen Banken 28

29 Internationale Zins- und Finanzmärkte 29 Eine Welt voller Schulden 29

30 30 Vertrag von Maastricht - Konvergenzkriterien Preisstabilität Anstieg der Verbraucherpreise nicht mehr als 1,5 % über der Inflationsrate der drei preisstabilsten Länder Haushaltsdefizit Neuverschuldung darf 3 Prozent des BIP nicht übersteigen Staatsschulden der gesamte Schuldenstand darf nicht mehr als 60 Prozent betragen Zinsniveau die langfristigen Zinsen dürfen höchstens 2 Prozent höher ausfallen als in den drei stabilsten EU-Ländern Wechselkursstabilität (vor der Euroeinführung) 30

31 31 Staatsverschuldung (Daten 2011) 50,6 6,1 36,5 48,2 45,3 40,7 112,0 84,2 63,9 55,4 malta68,0 97,0 17,2 82,4 41,3 44,8 84,7 73,8 42,8 75,2 33,7 120,3 18,0 101,7 68,1 157,7 Quelle: EU-Kommission, OECD 31

32 32 Öffentliches Defizit in % des BIP (2011) Deutschland Estland Frankreich 0,6 2,0 5,8 Griechenland 9,5 Irland 10,5 Italien 4,0 Luxemburg 1,0 Österreich 3,7 Portugal 5,9 Maastrichtgrenze: 3 % Slowakei Slowenien 5,1 5,8 Spanien 6,3 Eurozone (17) 4,3 Bulgarien 2,7 Lettland 4,5 Litauen 5,5 Polen 5,8 Rumänien 4,7 Ungarn -1,6 Kroatien 6,0 Quelle: EU-Kommission, OECD USA 32 10,0

33 33 Staatsschulden in % des BIP (2011) Deutschland Estland Frankreich 6,1 82,4 84,7 Griechenland 157,7 Irland 112,0 Italien 120,3 Luxemburg 17,2 Österreich 73,8 Portugal 101,7 Maastrichtgrenze: 60 % Slowakei Slowenien 44,8 42,8 Spanien 68,1 Eurozone (17) 87,7 Bulgarien 18,0 Lettland 48,2 Litauen 40,7 Quelle: EU-Kommission, OECD Polen Rumänien Ungarn Kroatien USA 33 33,7 45,2 55,4 75,2 98,3

34 34 APA

35 35 Inflation 2011 Deutschland Estland Frankreich 2,2 2,6 4,7 Griechenland 2,4 Irland 1,0 Italien 2,6 Luxemburg 3,5 Österreich 2,9 Portugal 3,4 Slowakei 3,6 Slowenien 2,6 Spanien 3,0 Eurozone (17) 2,6 Bulgarien 4,3 Lettland 3,4 Litauen 3,2 Polen 3,8 Rumänien 6,7 Ungarn 4,0 Kroatien 2,8 Quelle: EU-Kommission, OECD, nationale Statistikämter. EUROSTAT USA 35 2,5

36 Resümee Thesen für die Diskussion 1. Prime Rate Probleme noch akut (Import nach EU) 2. EU Vorgaben für Euro nicht umgesetzt 3. Verständnis in der Politik für den Umgang mit wirtschaftlichen Problemen 4. Mangelnder Leadership 5. Europa lässt sich von den USA treiben 36

37 Resümee Thesen für die Diskussion 6. Sanierungsmanagement ist viel zu träge 7. Furcht vor Haircut-Lösungen (à la Ausgleichsverfahren) 8. Neue Gesetze (Basel III, CRD, Rücknahme von Förderungen, etc.) verstärken den Trend nach unten 9. Haushaltssanierungen schleppend 10. Hörigkeit den Ratingagenturen gegenüber schafft zu große Abhängigkeiten 37

38 38 Disclaimer Die Inhalte dieser Präsentation dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Die in dieser Präsentation enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung zum Zeitpunkt der Erstellung. Trotz sorgfältiger Recherche kann die Raiffeisen- Landesbank Steiermark AG bzw. Raiffeisen RESEARCH daher keinerlei Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der in der Präsentation enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der gestellten Prognosen übernehmen. Die in dieser Präsentation gegebenen Informationen stellen weder ein Angebot zum Kauf oder Verkauf noch generell eine Anlageempfehlung dar. Im Wesentlichen wurden folgende Quellen verwendet: Thomson Financial Datastream, Reuters, Factiva, Bloomberg, Value Line, Hoppenstedt, Hoovers Handbook, RCM, Wiener Börse AG. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung der Präsentation bzw. von Auszügen daraus ist nur mit Zustimmung von der Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG gestattet. Raiffeisen-Landesbank Steiermark AG Kaiserfeldgasse Graz 38

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