Gemeinsam zwischen HR und GBR abgestimmter Leitfaden vom 11. Oktober Arbeitszeit

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1 Arbeitszeit - Begriffsbestimmungen und Handlungsanleitung für die praktische Zuordnung und Abgrenzung - 1

2 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung, wie zum Beispiel Mitarbeiter und Mitarbeiterin, verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes für beide Geschlechter. Das vorliegende Schriftstück dient als zusätzliche Beihilfe zur praktischen Umsetzung der GBV Diskonti-Einsätze und Rufbereitschaften vom Die nachfolgend genannten Quellen behalten weiterhin ihre Gültigkeit. Die Betriebsparteien stimmen darüber überein, dass die Verbuchung der Arbeitszeit in Bezug auf die Pauschale von 60 EURO über das Arbeitszeit-/AGS-Konto nach zwölf Monaten ausgewertet und überprüft werden, um sicherzustellen, dass keine zusätzlichen Mehrarbeitszuschläge vergütet werden. Zur ständigen Anpassung auf die praktischen Belange, soll die Handlungsanleitung in regelmäßigen Abständen überprüft, angeglichen und bei Bedarf inhaltlich erweitert werden. In begründeten Einzelfällen kann es abweichende Regelungen geben, die zeitnah mit der Personalabteilung und dem Betriebsrat abgestimmt sein müssen. 2

3 Inhaltsverzeichnis 1. Diskonti Definition Quelle Beispiel(e) Zeiterfassung / Schlüssel Fragen und Antworten Rufbereitschaft Definition Quelle Zeiterfassung / Schlüssel Pauschale von 60 EURO Definition Quelle Beispiel(e) Zeiterfassung / Schlüssel Ausgleichsschicht (AGS) Definition Quelle Einteilung, Verteilung Verrechnung mit noch nicht verplanten Ausgleichszeiten Verfall von Ausgleichschichten (Saldokappung) Mehrarbeit Definitionen Quelle Beispiel(e) Überarbeit Definition Beispiel(e) Schichttausch / Schichtverlegung / Verlegte Arbeitszeit Schichttausch Definition Beispiel(e) Fragen und Antworten Schichtverlegung Definition Beispiel(e) Verlegte Arbeitszeit Definition Beispiel(e) Zeitgutschrift für Spontan-Einsätze Definition Beispiel(e) Zeiterfassung / Schlüssel Fragen und Antworten

4 1. Diskonti 1.1. Definition Diskonti-Einsätze liegen dann vor, wenn Mitarbeiter nach Beendigung ihrer normalen Arbeitszeit und vor Ablauf der 11-stündigen Ruhezeit nochmals bzw. an arbeitsfreien Tagen auch nach Ablauf der 11-stündigen Ruhezeit unvorhergesehen gerufen werden, um Arbeiten in besonderen betrieblichen Situationen (Notfällen / außergewöhnlichen Fällen) durchzuführen. Hierzu zählen auch die Einsatzdienste, in denen von zu Hause aus (online / telefonisch) eine Störungsbeseitigung vorgenommen wird. Eine Verlängerung der täglichen Arbeitszeit oder das geplante Hereinholen ist kein Diskonti-Einsatz. Der Diskonti-Einsatz mit Durcharbeiten ist keine Mehrarbeit, sondern eine besondere, nicht vorhersehbare Anwesenheit, die innerhalb einer aufgrund des Diskonti-Einsatzes verlegten Sollarbeitszeit liegt. Demgegenüber ist der Diskonti- Einsatz ohne Durcharbeiten als eine besondere, nicht vorhersehbare Arbeit zu betrachten, die auch außerhalb der Sollarbeitszeit liegt Quelle GBV Diskonti-Einsätze und Rufbereitschaften v GBV Diskonti-Einsätze und Rufbereitschaften v Geltungsbereich Aliseca GmbH LXS AG, LXS Deutschland GmbH, LXS Accounting und Saltigo GmbH 1.3. Beispiel(e) Mitarbeiter in Tagschicht beendet seine Arbeitszeit um 15 Uhr. Um 17 Uhr bekommt der Mitarbeiter einen Anruf, um eine Störungsbeseitigung vorzunehmen. Diese Störungsbeseitigung muss vor Ort vorgenommen werden. Der Entstördiensteinsatz geht von 18 Uhr bis 20 Uhr. Es werden 2 Stunden Diskonti-Einsatz gezahlt. Nach seinem Diskonti-Einsatz um 20 Uhr muss die 11 stündige Ruhezeit eingehalten werden. Diskonti mit Durcharbeiten aufgeben Wenn der Diskonti-Einsatz nach 11-stündiger Ruhezeit erfolgt und dieser nach 3:00 Uhr endet, schließt sich - sofern ein Arbeitstag folgt - an den Diskonti-Einsatz die normale Arbeitszeit an, so dass zusammen mit dem Diskonti-Einsatz durch Verlegen des Tagesmodells (der Schichtzeiten) die Sollarbeitszeit vom Mitarbeiter erbracht wird. 4

5 In diesem Fall muss der Beginn der Sollarbeitszeit des Mitarbeiters auf den Beginn des Diskonti-Einsatzes gelegt werden. Diskonti mit Durcharbeiten (ohne anschließende Ruhezeit) Infotyp Anwesenheiten (2002) mit der Anwesenheitsart 4500 (Telefondiskonti 4505)/ Infotyp Vertretungen (2003), in der Folge evtl. Infotyp Abwesenheiten (2001). Diskonti ohne Durcharbeiten aufgeben Beginnt der Diskonti-Einsatz vor Beendigung der 11-stündigen Ruhezeit, so ist die Ruhezeit nach dem Diskonti-Einsatz erneut einzuhalten. Endet der vor Erreichen der 11-stündigen Ruhezeit begonnene Diskonti- Einsatz für Mitarbeiter mit einer Normalarbeitszeit von 6.45 bis Uhr so, dass zwischen Ende der folgenden 11-stündigen Ruhezeit und normalem täglichen Arbeitsende eine Zeitdifferenz von max. 1,75 Std. liegt (in diesem Fall Ruhezeit bis 14 Uhr), dann braucht die Arbeit nicht nochmals aufgenommen zu werden. Diese Zeit ist über die Abwesenheitsart "3500" (Ruhezeit) zu erfassen. Erfolgt der Diskonti-Einsatz während der Rufbereitschaft (Infotyp Entgeltbelege (2010)), so ist je Einsatztag die Rufbereitschaft über den gleichen Infotyp mit 10 in Abzug zu bringen. Diskonti ohne Durcharbeiten (mit anschließender Ruhezeit) Infotyp Anwesenheiten (2002) mit der Anwesenheitsart 4510 oder 4520 (Telefondiskonti 4515 oder 4525)/ Infotyp Abwesenheiten (2001). Diskonti-Einsatz in Verbindung mit Rufbereitschaft Fällt ein Diskonti-Einsatz auf einen Tag, der mit Rufbereitschaft belegt ist, so ist über den Entgeltbeleg (Infotyp Entgeltbelege (2010)) eine Kürzung von 10 je Diskonti- Einsatztag und Rufbereitschaft vorzunehmen Zeiterfassung / Schlüssel Anwesenheiten (2002): 4500 Diskonti mit Durcharbeit 4505 Telefondienst mit Durcharb Diskonti/Ruhezeit/Entgelt 4515 Telefondienst/Ruhez/Entg Diskonti/Ruhezeit/Freiz Telefondienst/Ruhez/Freiz. Vertretungen (2003) Abwesenheit (2001) Entgeltbelege (2010) 5

6 1.5. Fragen und Antworten 1. Frage: Wer ordnet Diskonti-Einsätze an? Antwort: Der entsprechende verantwortliche Meister oder übergeordnete Vorgesetzte ordnet die Diskonti-Einsätze an. Bei Tagschicht wäre das der Tagschichtmeister und ansonsten der jeweilige Schichtvorgesetzte. 2. Frage: Wer protokolliert den Diskonti-Einsatz? Antwort: Der entsprechende verantwortliche Meister, der die Diskonti- Einsätze angeordnet hat. Er leitet die Information weiter an den HR- Datenverantwortlichen. 3. Frage: Zählt eine Störungsbeseitigung, die von zuhause vorgenommen wird, als Diskonti-Einsatz? Antwort: Ja. Einsatzdienste, in denen von zu Hause aus sowohl online als auch telefonisch, eine Störungsbeseitigung vorgenommen wird, ist nach den neuen GBVen ein Diskonti-Einsatz. 4. Frage: Wie hat die Meldung zu erfolgen und wer muss informiert werden? Antwort: Die Meldung erfolgt zeitnah durch den Betrieb per an den Betriebsrat und Personalbetreuung (in Kopie) am nächsten Arbeitstag. 5. Frage: Wie werden die Fahrzeiten vergütet? Antwort: Bei zusätzlichen Fahrten werden Fahrtkosten in Anlehnung an die jeweils geltende Reiserichtlinie erstattet. 2. Rufbereitschaft 2.1. Definition Rufbereitschaft ist die betrieblich angeordnete mitarbeiterbezogene Verfügbarkeit für einen im Voraus festgelegten Zeitraum. Die anzuordnenden Rufbereitschaften werden mit dem zuständigen Betriebsrat abgestimmt Quelle GBV Diskonti-Einsätze und Rufbereitschaften v Geltungsbereich LXS AG, LXS Deutschland GmbH, LXS Accounting und Saltigo GmbH 6

7 2.3. Beispiel(e) Der Mitarbeiter übernimmt für das Wochenende eine Rufbereitschaft, um bei Bedarf jederzeit in den Arbeitsprozess einzugreifen. Für die Rufbereitschaft erfolgt keine Festlegung des Aufenthaltsortes des Mitarbeiters während der Bereitschaft Zeiterfassung / Schlüssel Bei den Lohnarten zur Rufbereitschaft handelt es sich um Zulagearten mit Tagesbezug, d.h. zu dieser Lohnart sind Tage aufzugeben. Die Aufgabe wird beispielhaft für alle Lohnarten mit Tagesbezug erläutert. Die monetäre Bewertung dieser Lohnarten erfolgt in der Regel über Bewertungsgrundlagen in der Entgeltabrechnung. Werden z.b. bei den Lanxess Gesellschaften Rufbereitschaften aufgegeben, so werden folgende Euro-Beträge/Tag dem Mitarbeiter maschinell vergütet: Lohnart Vergütung (maschinell) Bezeichnung: LANXESS Deutschland GmbH, LANXESS AG, LANXESS Accounting GmbH und die Saltigo GmbH: 7A10-33,50 / Tag Rufbereitschaft Wochentag Arbeit 7A11-56,50 / Tag Rufbereitschaft Wochentag arbeitsfrei 7A12-69,50 / Tag Rufbereitschaft Sonntag 7A13-92,50 / Tag Rufbereitschaft Feiertag Aliseca GmbH: 7A00-33,50 / Tag Rufbereitschaft Wochentag Arbeit 7A01-56,50 / Tag Rufbereitschaft Wochentag arbeitsfrei 7A02-69,50 / Tag Rufbereitschaft Sonntag 7A03-92,50 / Tag Rufbereitschaft Feiertag Achtung: für den 24. und werden Rufbereitschaften mit dem Schlüssel 7A10 (Aliseca 7A00) erfasst. Fallen diese Tage auf einen Sonntag sind die Rufbereitschaften mit dem Schlüssel 7A12 (Aliseca: 7A02) zu erfassen. Rufbereitschaft ist nur über den Infotyp Entgeltbelege (2010) zu erfassen. Es erfolgt keine zusätzliche Erfassung von Uhrzeiten, da durch die pauschale Verrechnung alles abgegolten wird. Kürzung der Rufbereitschaftspauschale beim Diskonti-Einsatz: Wird ein Mitarbeiter während der Rufbereitschaft zu einem Diskonti-Einsatz hereingerufen, so ist die Rufbereitschaftspauschale um 10,00 je Einsatztag zu kürzen. Hierzu ist die Lohnart Kürz.Rufber. bei Diskonti "7A16" (Aliseca 7A06) aufzugeben. Auch bei dieser Lohnart handelt es sich um eine Zulageart mit Tagesbezug. Die monetäre Bewertung dieser Lohnart erfolgt über Bewertungsgrundlagen in der Entgeltabrechnung. 7

8 Über den Infotyp Entgeltbelege (2010) wird bei dem Mitarbeiter die Rufbereitschaft mit Anzahl und mit Einheit "Tage" aufgegeben. Hierdurch wird eine vergütete Rufbereitschaftspauschale um 10,00 je Aufgabetag gekürzt. 3. Pauschale von 60 EURO 3.1. Definition Sollte ein Mitarbeiter in vollkontinuierlicher Wechselschicht in seiner Freischicht kurzfristig (nicht mehr als 48 Stunden = zwei Tage) zur Übernahme eines Arbeitseinsatzes herangezogen werden, wird hierfür eine einmalige Pauschale von 60 EURO gewährt. Es werden keine zusätzlichen Mehrarbeitszuschläge gezahlt Quelle Begleitnotiz zum Abschluss der GBV Diskonti- Einsätze und Rufbereitschaften v Geltungsbereich LXS AG, LXS Deutschland GmbH, LXS Accounting und Saltigo GmbH 3.3. Beispiel(e) Mitarbeiter hat Freitag und Samstag frei. Am Donnerstag um 10:30 Uhr wird er darüber informiert, dass er am Samstag 14:00 Uhr zur Übernahme eines Arbeitseinsatzes herangezogen wird. Zahlung der 60 EURO Pauschale, da zwischen der Benachrichtigung und dem geplanten Arbeitseinsatz die zwei Tagefrist nicht eingehalten wurde Zeiterfassung / Schlüssel Die Erfassung der zusätzlichen Arbeit mit 60 EURO Pauschale erfolgt über den Infotyp Vertretung (2003) und die Vertretungsart 02 (Zusatzschicht). Damit anschließend die 60 Euro zur Auszahlung kommen, muss eine mit folgenden Informationen vom HR-Datenverantwortlichen an die zuständige Personalbetreuung und den Vorgesetzten (in Kopie) gesendet werden. Personalnummer Name Datum und Uhrzeit der Einsatzinformation an den Mitarbeiter Datum und Uhrzeit des Einsatzes Grund für den Einsatz Die Personalabteilung wird nach anschließender Prüfung die Pauschale steuerpflichtig über den Infotyp 0015 (Ergänzende Zahlung) und der Lohnart 5005 (Einmalige Zahlung stpfl.) zur nächsten Abschlagsabrechnung anweisen (Text pflegen). 8

9 3.5. Fragen und Antworten 1. Frage: Woran bemisst sich die Zwei Tagesfrist? Antwort: Gemessen wird in Tagen und nicht in Stunden. Wenn also ein Mitarbeiter am Dienstag die Mitteilung über einen geplanten Arbeitseinsatz in seiner Freizeit am Mittwoch oder Donnerstag erhält, fällt die 60 EURO Pauschale an. 2. Frage: Wie oft werden die 60 EURO gezahlt, wenn derselbe Mitarbeiter innerhalb von 48 Stunden mehrmals zur Übernahme eines Arbeitseinsatzes herangezogen wird? Antwort: Wenn bereits bei der ersten Benachrichtigung des Mitarbeiters bekannt ist, dass der Mitarbeiter innerhalb der 48 Stunden mehrere Arbeitseinsätze übernehmen muss, wird die 60 EURO Pauschale nur einmal gezahlt. 1. Am Freitag wird der Mitarbeiter darüber informiert, dass er am Samstag und am Sonntag (innerhalb der nächsten 48 Stunden) zwei Arbeitseinsätze hat. In dem Fall wird die 60 EURO Pauschale nur einmal gezahlt. 2. Am Freitag wird der Mitarbeiter darüber informiert, dass er am Samstag (innerhalb der nächsten 48 Stunden) einen Arbeitseinsatz hat. Am Samstag wird er erneut darüber informiert, dass er am Sonntag einen weiteren Arbeitseinsatz hat. Grundsätzlich sollte vor jeder Benachrichtigung des Mitarbeiters geprüft werden, ob dieser zu mehreren Arbeitseinsätzen innerhalb der nächsten zwei Tage herangezogen werden sollte. In diesem Fall erhält der Mitarbeiter zweimal die 60 EURO Pauschale. 3. Frage: Wie lässt sich ein Diskonti-Einsatz vom Fall der 60 EURO Pauschale abgrenzen? Antwort: Anders als im Falle der 60 EURO Pauschale ist ein Diskonti-Einsatz nicht vorhersehbar und planbar. Der Diskonti-Einsatz gilt nur für Störungsbeseitigungen in besonderen betrieblichen Situationen (Notfällen/außergewöhnlichen Fällen). 1. Mitarbeiter wird zur Störungsbeseitigung (nicht Normaltätigkeit) hereingeholt. Für die notwendige Zeit wird Diskontipauschale bezahlt. 2. Mitarbeiter hat Freitag und Samstag frei. Am Donnerstag um 10:30 Uhr wird er darüber informiert, dass er am Samstag 14:00 Uhr zur Übernahme eines Arbeitseinsatzes herangezogen wird. Zahlung der 60 EURO Pauschale, da zwischen der Benachrichtigung und dem geplanten Arbeitseinsatz die zwei Tagefrist nicht eingehalten wurde. 9

10 4. Frage: Welche Zuschläge sind mit der Gewährung der 60 EURO Pauschale abgegolten? Antwort: Mit der 60 EURO Pauschale sind alle Mehrarbeitszuschläge abgegolten. Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeitszuschläge bleiben hiervon unberührt. Die Berechnung der Zuschläge gem. 4 II MTV muss berücksichtigt werden: Auszug MTV ( 4 II): 4. Ausgleichsschicht (AGS) 4.1. Definition Ausgleichsschichten ermitteln sich aus der Differenz zwischen Basis-Arbeitszeit und vereinbarter durchschnittlicher Arbeitszeit. Ausgleichszeiten sind Normalarbeitszeiten und sind im Laufe eines Kalenderjahres zu erbringen. Bei Nichterfüllung erfolgt eine Aufstockung der Ausgleichzeiten im Folgejahr. Diese sind dann bis zum 31. März zu leisten. Nicht geleistete Ausgleichszeiten können in beiderseitigem Einvernehmen auch mit Resturlaubsansprüchen verrechnet werden. Die folgende Berechnung basiert auf einer tariflich vereinbarten Arbeitszeit von 37,5 Stunden / Woche unter Berücksichtigung der zurzeit gültigen betrieblichen Vereinbarungen zum 5-Schichtsystem: Die Arbeitsplätze in vollkontinuierlichen Betrieben müssen sieben Tage in der Woche rund um die Uhr besetzt sein. Das sind 168 Arbeitsstunden, verteilt auf fünf Schichtgruppen. Wöchentlich leisten die Mitarbeiter damit durchschnittlich nur 33,6 Stunden Basisarbeitszeit. Sie weicht von der betrieblichen Wochenarbeitszeit ab. 10

11 Berechnung der Betrieblich vereinbarte Wochenarbeitszeit 35,90 Std. wöchentlichen Durchschnittliche wöchentliche betriebliche - 0,15 Std. Schulungszeit Arbeitszeitdifferenz Betriebliche Wochenarbeitszeit 35,75 Std. Basisarbeitszeit pro Woche - 33,60 Std. Wöchentliche Arbeitszeitdifferenz 2,15 Std. Daher müssen durchschnittlich pro Woche 2 Stunden und 9 Minuten (= 2,15 Stunden) zusätzlich gearbeitet werden Quelle GBV Zeitwirtschaft v GBV Neues 5-Schichtsystem v in der ab gültigen Fassung 1 Geltungsbereich LXS AG, LXS Deutschland GmbH, LXS Accounting GmbH, Saltigo GmbH, Aliseca GmbH LXS Deutschland GmbH, Saltigo GmbH 4.3. Einteilung, Verteilung Ausgleichszeiten sollen vom Betrieb langfristig - in der Regel bei der Erstellung der Urlaubspläne - eingeplant werden. Betriebliche Notwendigkeit und persönliche Belange sind bei Einsatzplanung zu berücksichtigen. Ausgleichszeiten können - unter Berücksichtigung der gesetzlichen Arbeitszeitbestimmungen auf alle arbeitsfreien Schichten gelegt werden (auch kummuliert). Dringende betriebliche oder persönliche Gründe können zu Änderungen bereits eingeteilter Ausgleichszeiten führen. Hierbei ist von beiden Seiten eine angemessene Ankündigungsfrist, die in der Regel eine Woche betragen soll, einzuhalten Verrechnung mit noch nicht verplanten Ausgleichszeiten (das folgende Beispiel basiert auf der 37,5 Stunden / Woche) Voraussetzung: Berechnung der individuell zu erbringenden AGS-Stunden pro Mitarbeiter mit Stichtag zum eines Jahres. Im Jahr sind 96 Stunden zu leisten. Langfristig verplant (zum Beispiel für Urlaubvertretungen) sind 60 Stunden. Damit sind noch 36 Stunden zu leisten. Diese stehen als Ausgleichszeiten im Jahr noch zur Verfügung mit einer Ankündigungsfrist von mindestens einer Woche. 11

12 4.5. Verfall von Ausgleichschichten (Saldokappung) Grundsätzlich erfolgt die jährliche Saldokappung auf -30 Stunden zum 31. März. Die Saldokappung wird nicht angewendet, wenn Zeitschulden nachweislich aus besonderem Einfluss (zum Beispiel Zeitschuldenübertragung aus einem anderen Arbeitszeitsystem, Effekte der Arbeitszeitkontoführung bei Schichttausch) entstanden sind. Krankheitsbedingte Abwesenheiten stellen keinen besonderen Einfluss in dem Sinne dar. Bei Abwesenheiten im ersten Quartal von mehr als 6 Wochen infolge von Krankheit erfolgt im Einzelfall anstelle der oben beschriebenen Kappung eine Zeitgutschrift in Höhe der nicht geleisteten Ausgleichsstunden des Vorjahres (Saldo des Vorjahres). 5. Mehrarbeit 5.1. Definitionen Mehrarbeit ist die über die tarifliche wöchentliche oder über die in diesem Rahmen betrieblich festgelegte regelmäßige tägliche Arbeitszeit hinausgehende Arbeitszeit ausschließlich der Pausen, soweit sie angeordnet war. Dies gilt nicht für Teilzeitbeschäftigte und Arbeitnehmer, die gem. 2 a Anspruch auf Altersfreizeiten haben, solange nicht die regelmäßige tarifliche wöchentliche Arbeitszeit gem. 2 I Nr. 1 überschritten wird Quelle Manteltarifvertrag v in der Fassung vom Geltungsbereich LXS AG, LXS Deutschland GmbH, LXS Accounting GmbH, Saltigo GmbH, Aliseca GmbH 5.3. Beispiel(e) Die tarifliche Normalarbeitszeit beträgt 37,5 Stunden / Woche. Auf ausdrückliche Anordnung arbeitet der Mitarbeiter in dieser Woche 39 Stunden 1,5 Stunden an einem Tag länger arbeiten wären somit als Mehrarbeit zu verzeichnen. Bei einer anderen kollektiv vereinbarten tariflichen Arbeitszeit setzt die Mehrarbeit an diesem Punkt auf (z. B. Challenge 09/12). 6. Überarbeit 6.1. Definition Überarbeit ist eine zusätzliche genehmigte Arbeitszeit, die gemäß dem Manteltarifvertrag nicht Mehrarbeit ist (z. B. bis zum Erreichen der 37,5 Stundenwoche bei Teilzeitmitarbeiter). 12

13 6.2. Beispiel(e) Ein Teilzeitmitarbeiter hat eine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit von 30 Stunden / Woche. Er arbeitet in dieser Woche 37,5 Stunden. Die 7,5 Stunden gelten als Überarbeit. Arbeitszeit darüber hinaus gelten als Mehrarbeit, sofern diese ausdrücklich betrieblich angeordnet sind. Überarbeit wird ohne Mehrarbeitszuschläge vergütet oder durch Freizeit ausgeglichen. 7. Schichttausch / Schichtverlegung / Verlegte Arbeitszeit 7.1. Schichttausch Definition Der Schichttausch ist ein Wechsel von einzelnen Tagesarbeitszeitplänen Beispiel(e) 1. Mitarbeiter hätte laut Schichtplan Frühschicht und wechselt auf Nachtschicht. Zuschläge für Nachtarbeit werden steuerfrei vergütet. 2. Mitarbeiter wechselt von Nachtschicht auf Spätschicht. Zuschläge für entfallene Nachtarbeit werden steuerpflichtig vergütet Fragen und Antworten 1. Frage: Werden Mehrarbeitszuschläge beim betriebsbedingten Schichttausch ausgelöst? Antwort: Nein. 2. Frage: Was geschieht mit den durch betriebsbedingten Schichttausch entfallenen Zuschlägen? Antwort: Zahlung der Zuschläge an Mitarbeiter, der zum Beispiel betriebsbedingt von Nacht- auf Frühschicht wechselt. Mitarbeiter erhält die Nachtarbeitszuschläge steuerpflichtig angewiesen. 3. Frage: Wie wird ein Schichttausch unter Kollegen auf freiwilliger Basis behandelt? Antwort: Wie ein Schichttausch betriebsbedingter Art. Allerdings werden hier keine Zuschläge für nicht geleistete Arbeit angewiesen. 13

14 4. Frage: Wie wird ein Mitarbeiter behandelt, der vorübergehend kurzfristig betriebsbedingt von WS auf TS wechselt? Antwort: Die anfallenden Schichtzuschläge werden steuerpflichtig angewiesen Schichtverlegung Definition Mitarbeiter wechselt innerhalb seines Schichtplans den Schichtrythmus und wechselt so für einen begrenzten Zeitraum auf eine andere Schicht Beispiel(e) Mitarbeiter wechselt für z.b. einen Schichtturnus von Schicht 4 auf Schicht 5. Dadurch können positive oder negative Arbeitszeitsalden entstehen Verlegte Arbeitszeit Definition Mitarbeiter auf Tagschicht arbeitet an einem arbeitsfreien Tag Beispiel(e) Ein Tagschichtmitarbeiter in Teilzeit arbeitet regulär Montag bis Donnerstag und hat freitags grundsätzlich frei. Er tauscht seine Arbeitszeit am Montag gegen Freitag. 8. Zeitgutschrift für Spontan-Einsätze 8.1. Definition Spontaneinsätze sind Einsätze, die ohne Ankündigungsfrist erfolgen: Mitarbeiter wird in eine schon laufende Schicht gerufen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten und erhält dafür neben der normalen Vergütung für die Arbeitszeit zusätzlich eine einmalige Zeitgutschrift von pauschal vier Stunden Beispiel(e) Mitarbeiter wird nach Schichtbeginn über notwendigen Arbeitseinsatz informiert. Zusätzlich zu den geleisteten Stunden wird eine Zeitgutschrift von vier Stunden gewährt. 14

15 8.3. Zeiterfassung / Schlüssel Die Erfassung der Zeitgutschrift für Spontan-Einsätze erfolgt über den Infotyp Zeitumbuchungsvorgaben (2012) und der Zeitumbuchungsart Arb.zeit-Saldo Korrektur (AZKO) Fragen und Antworten 1. Frage: Wie lässt sich die Zeitgutschrift für Spontan-Einsätze von der Pauschale von 60 EURO abgrenzen? Antwort: Die Zeitgutschrift für Spontan-Einsätze wird nur dann gewährt, wenn der Mitarbeiter in eine laufende Schicht gerufen wird. Für die Gewährung der Pauschale von 60 EURO ist eine Ankündigungsfrist bis zu zwei Tagen maßgeblich. 15

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