Neue Wachstumstheorie

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1 vorgestellt von Gliederung 1. Neoklassische Wachstumstheorie 2. Modelle der Neuen Wachstumstheorie 2.1 AK Modell 2.2 Learning- by- doing 2.3 Humankapital im Zwei-Sektoren-Modell 3. Wirtschaftspolitische Konsequenzen 4. Diskussionsansätze

2 1. Neoklassische Wachstumstheorie Wachstumsdeterminanten: - Sparquote - Bevölkerungswachstum - Kapitalakkumulation (Goldene Regel) - Technischer Fortschritt 1. Neoklassische Wachstumstheorie Zur Sparquote: Die volkswirtschaftliche Sparquote steht im Zentrum der Solow schen Wachstumstheorie. Nur was gespart wurde, kann auch investiert werden und die Kapitalausstattung der Arbeitsplätze und damit die Produktivität steigern. Aufgrund der abnehmenden Grenzrentabilität des Kapitals und der Zinsforderung der Sparer endet die Kapitalakkumulation wenn gilt: K = Marktzins. Nur wenn technischer Fortschritt die Grenzproduktivität von Kapital erhöht, ist langfristig Wachstum möglich.

3 1. Neoklassische Wachstumstheorie Zu Bevölkerungswachstum: Im Solow schen Modell wirkt ein starkes Bevölkerungswachstum kontraproduktiv auf das Wirtschaftswachstum, da ein immer größer werdender Teil der knappen Ressource Kapital dazu verwendet wird, die hinzukommenden Arbeitskräfte mit der dem status quo entsprechenden Menge an Kapital auszustatten. Der für Investitionen freie Teil wird immer geringer. 1. Neoklassische Wachstumstheorie Zu Kapitalakkumulation (Goldene Regel): Aus dem Zusammenhang von Sparquote und Kapitalausstattung der Volkswirtschaft ergibt sich die Frage welcher Kapitalstock für eine Volkswirtschaft optimal ist, wieviel sie sparen oder konsumieren sollte. Nach Phelps (1961) gilt es also, den Konsum pro Kopf über die Zeit zu maximieren. Phelps errechnet, dass der Konsum maximal wird, wenn stets alle Zinseinkommen investiert und alle Löhne konsumiert werden (Goldene Regel der Kapitalakkumulation).

4 1. Neoklassische Wachstumstheorie Zu technischem Fortschritt: In der klassischen Theorie herrscht zum Thema Fortschritt noch die Schumpeter sche Sichtweise vor, nach der technischer Fortschritt schubweise zyklisch erfolgt (z.b. Dampfmaschine, Eisenbahn usw.). Das erklärt, dass in der Solow schen Theorie der technische Fortschritt noch als ein Phänomen gesehen wird, welches man nur schwer beeinflussen kann und das nach Kaldor gleichsam wie Manna vom Himmel fällt, also exogen vorgeben ist. 1. Neoklassische Wachstumstheorie Fazit: Dauerhaftes Wachstum ist nur durch technologischen Fortschritt möglich. Dieser wird im neoklassichen Modell von Solow als exogen gegeben angenommen. Um den Prozeß des Wirtschaftswachstum umfassend zu verstehen, müssen wir über das Solow-Modell hinausgehen und Modelle entwickeln, die den technologischen Fortschritt erklären können. 1 1 Mankiw, N.G. (2003): S.261.

5 AK Modell Produktionsfunktion: (1) Y = AK mit: Y = Output, A = konstanter Effizienzparameter, K = Kapitalstock als einziger Produktionsfaktor keine sinkenden Grenzerträge von K AK Modell K Produktion Y = AK C

6 AK Modell Nehmen wir nun an, dass ein Teil des Einkommens (s) gespart und investiert wird, so ergibt sich für die Kapitalakkumulation: (2)?K = sy dk mit:?k = Veränderung des Kapitalstocks sy = Investitionen dk = Abschreibungen AK Modell Einsetzen von in ergibt: (1) Y = AK (2)?K = sy dk (3)?Y/Y =?K/K = sa d Diese Gleichung zeigt, dass das Einkommen dieser Volkswirtschaft auch ohne exogenen technologischen Fortschritt steigt, solange sa > d.

7 AK Modell Fazit: Die Annahme nicht abnehmender Grenzerträge des Produktionsfaktors K erscheint nur sinnvoll, wenn man K in einem breiteren Sinne interpretiert. So wird nicht nur physisches, sondern auch geistiges Kapital in Form von Wissen in K akkumuliert. 2. Exkurs Einkommensanteil des Humankapitals Welcher Teil des gesamten Arbeitseinkommens ist durch Humankapitalakkumulation bestimmt? Antwort 2 : Arbeitslohn = Mindestlohn + Lohn für Humankapital Für USA gilt: Mindestlohn im Ø =? bis ½ des Ø-Lohns Einkommensanteil des Humankapitals beträgt =? 2 Vgl. Gundlach, E. (1998)

8 Learning-by-doing-Modell Im Modell von Romer (1986) wird auf Ansätze von Arrow (1962) zurückgegriffen. Nach Arrow schaffen Unternehmen durch neue Aktivitäten nicht-exkludierbares Wissen, dass somit den Charakter eines öffentlichen Gutes hat. Aus der einzelwirtschaftlichen Produktionsfunktion mit abnehmender Grenzproduktivität (4) Y i = AK 1-a L i 1-a K i a wird aufgrund von spill-over-effekten und der vereinfachenden Annahme der produktionstheoretischen Gleichheit der Unternehmen die gesamtwirtschaftliche Produktionsfunktion ohne abnehmende Grenzproduktivität: (5) Y = AKL 1-a Learning-by-doing Learning-by-doing-Modell K i Wissen K = SK i Firmen Produktion Y i = AK 1-a L i 1-a K i a C L i Quelle: Ströbele et al. (1998): S.141 und eigene Angaben

9 Learning-by-doing-Modell Fazit: Der technische Fortschritt in Form von Humankapital ist hier fest mit der Akkumulation des Kapitals verbunden und wirkt als positiver externer Effekt arbeitsvermehrend. Dadurch ist die tatsächliche Grenzproduktivität größer als im Fall ohne diesen externen Effekt, so dass ein Verschwinden der Grenzproduktivität gegen Null verhindert werden kann und endogenes Wachstum entsteht. 3 3 Ströbele, W./ Meyer, E./ Müller-Sievers, K.-W. (1998): S Humankapital im Zwei-Sektoren-Modell Als Humankapital wird das an Personen gebundene Wissen bezeichnet, das sowohl rival als auch ausschließbar ist und sich hierdurch vom als öffentlichen Gut verstandenem technischen Wissen unterscheidet. 4 4 Vgl. Homburg, S. (1995): S.345

10 Humankapital im Zwei-Sektoren-Modell Lucas (1988): Modell zur Erklärung der Humankapitalbildung und deren Einfluss auf das Wirtschaftswachstum In diesem Modell produziert ein Sektor Sachgüter, die entweder investiert oder konsumiert werden können. Simultan wird im zweiten Sektor Humankapital entweder zur Bildung weiteres Humankapitals oder zur Produktion eingesetzt Humankapital im Zwei-Sektoren-Modell (6) Y = AK a (uh) 1-a mit: 0<u<1 H = Humankapital u = Arbeitszeit im Produktionssektor (7)?H = B(1-u)H - dh mit: d = Abschreibungsrate B = Technologieparameter des Bildungssektor

11 Humankapital im Zwei-Sektoren-Modell Investition K. K Produktiver Einsatz von Arbeit uh Produktion Y = AK a (uh) 1-a C. H = B(1-u)H - dh (1-u)H Learning-by-schooling H SOZ Quelle: Ströbele et al. (1998): S.141 und eigene Angaben Humankapital im Zwei-Sektoren-Modell Die Wachstumsrate von Humankapital ergibt sich zu (8)?H/H = B(1-u) - d Sofern B(1-u) > d gilt, ist?h um so größer je höher die Produktivität B des Bildungssektors ist mehr Zeit (1-u) für Bildungszwecke verwendet wird niedriger der Abschreibungssatz d ist höher der Anfangsbestand an Humankapital H ist

12 Fazit: Humankapital im Zwei-Sektoren-Modell Im Wachstumsgleichgewicht von Human- und Sachkapital sind die Ertragsraten der beiden alternativen Anlageformen identisch, d.h. Output, Konsum, Humanund Sachkapital wachsen mit der gleichen Rate. Endogenes Wachstum entsteht durch die kontinuierliche Erhöhung sowohl der Sach- als auch der Humankapitalausstattung pro Kopf der Bevölkerung. 5 Die Humankapitalbildung ist somit im Modell von Lucas letztlich der Motor des Wachstums. 5 Frenkel,M./Hemmer,H.-R. (1999): S Wirtschaftspolitische Konsequenzen (1) Eine reine Zufuhr von Sachkapital reicht nicht aus, um Entwicklungsländer aus der Armut zu befreien. Langfristig ist Wirtschaftswachstum nur durch die wechselseitige Förderung technologischen Fortschritts und der Akkumulation von Humankapital möglich. Humankapital bezieht sich dabei nicht auf das abstrakt vorhandene Wissen, sondern auf konkrete Fähigkeiten, die an Menschen gebunden sind. In vielen Entwicklungsländern ist das Werkzeug zur Humankapitalakkumulation (Lesen, Schreiben) nicht vorhanden, sodass nachhaltige und weiträumige Investitionen in diese Grundlagen notwendig sind.

13 3. Wirtschaftspolitische Konsequenzen (2) In vielen Entwicklungsländern ist jedoch nicht einmal die Versorgung der Bevölkerung mit der zum Überleben wichtigen täglichen Energiezufuhr gesichert. Ebenso kann eine medizinische Infrastruktur als Grundvoraussetzung gesehen werden. Besonders in Entwicklungsländern erscheint der Gesundheits- und Ernährungsstand als wichtige Komponente des Humankapitals. Bevor Bildungsinvestitionen überhaupt möglich sind muss eine Sachkapitalausstattung gewährleistet sein, die das Überleben sichert. 3. Wirtschaftspolitische Konsequenzen (3) Eine hohe Lebenserwartung fördert das Lernen am Arbeitsplatz, welches neben der schulischen Ausbildung auch positiv auf den Humankapitalstock wirkt. Problematisch ist das in Entwicklungsländern die Bevölkerung zumeist stark wächst. Die ohnehin schon knappen Ressourcen werden so - ohne für Investitionen zur Verfügung zu stehen - verbraucht, um dem Bevölkerungswachstum Rechnung zu tragen. Länder, die sich in einer solchen Armutsfalle befinden, können sich nicht selbstständig aus ihrer Situation befreien.

14 4. Diskussionsansätze Humankapital und Wirtschaftswachstum absolut oder konditionell konvergent? Ist eine Humankapitalinvestition in Entwicklungsländern nach Ricardo s Theorie überhaupt sinnvoll? Führen Externalitäten zu zu niedrigen Wachstumsraten? Wenn ja, was kann dagegen unternommen werden?

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