To mob (engl.) = herfallen über, anpöbeln, attackieren. - Über mehrere Wochen, Monate, Jahre andauernd

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1 Mobbing To mob (engl.) = herfallen über, anpöbeln, attackieren. Schikanieren, bedrohen, plagen, heruntermachen, piesacken, bedrängen, quälen, beleidigen, belästigen, schlagen, ausgrenzen, fertig machen, beschimpfen ignorieren, zerstören, kneifen, beschimpfen.. Das alle geschieht und geschah schon immer im Alltag von Kindern und Jugendlichen, ist aber noch kein Mobbing Mobbing - Über mehrere Wochen, Monate, Jahre andauernd - Wiederholung, Regelmässigkeit, Systematik - Immer dieselben Kinder/Jugendliche, sich wiederholende Konstellation Kein Mobbing Partner/innen oder Gruppen - Ein- Konflikte zwischen gleich starken malige Auseinandersetzung - Wechselnde Streitpartner/innen - Kritik, Vorwürfe Direkte Formen negativer Handlungen - Verbal: auslachen, beschimpfen, bedrohen - Physisch: kneifen, schlagen, Bein stellen - Gegenständlich: Sachen verstecken, wegnehmen, kaputt machen - Direkte Formen sind beobachtbar 1

2 Indirekte Formen negativer Handlungen - Ausgrenzen/ausschliessen, nicht mitmachen lassen - Ignorieren, übersehen, als Luft behandelt - Gerüchte verbreiten Indirekte Formen sind nur durch Empathie und Zuhören erfahrbar! Struktur des Mobbings Drei Pole: 1 Täter/innen oder Tätergruppen 2 Opfer 3 Mitläufer/innen, Zuschauende - Jedes Kind kann Täter/in sein. - Jedes Kind kann Opfer werden. - Ein Kind kann zugleich Täter und Opfer sein. - Jede Altersstufe kennt das Phänomen von Mobbing. Täter/in - Typ Anführer/in - Will beliebt sein und bewundert werden - Ist in der Regel beliebt, immer beliebter als Opfer - Gibt Ton an, hat Verbündete - Gute soziale Wahrnehmung, kann Kinder gut (auch auf Schwäche hin) beurteilen Seine Machtposition und die damit verbundenen positiven Gefühle benutzt der Täter, um sich mit unpassenden Mitteln noch mehr an die Spitze zu stellen, sich selbst zu erhöhen. Seine Taten bringen ihm Egoverstärkung (vielleicht ist er auch eher unsicher). 2

3 - Oft berechnend, geplant, will Opfer schaden - Nimmt in der Regel nicht wahr, was er/sie damit anrichtet - Schliesst aus der fehlenden Gegenwehr des Opfers (und der Umgebung) auf Akzeptanz seines Benehmen Passives Opfer - irgendwie anders, von Gruppe abweichend - passt nicht ins allgemeine Bild (Bosse bestimmen, was richtig ist) - Bedrohung für Bosse /Chefinnen durch ihr Anderssein - Häufig unsicheres Auftreten, tiefes Selbstwertgefühl, schlechtes Durchsetzungsvermögen - Ängste vor Wiederholungen - Nicht fähig, sich geschickt zu wehren - Eher unbeliebt, finden keine Freunde - Grosses Leiden Aktives Opfer - Geben zurück, wehren sich, schlagen zu - Versuchen, sich zu rächen - Hilflos gewaltorientiert - In der Schule unruhig, stören, fallen negativ auf - Sehr unbeliebt - Ausserordentlich grosses Leiden - Werden häufig zu Tätern (jüngere Kinder, Pausenplatz) 3

4 Mitläufer/innen, Zuschauende, Unbeteiligte - Grosse Ressource (in der Regel mehr als 50 %) - Hohe soziale Kompetenz (lassen sich von Bossen nicht einspannen) - Eher angepasste Kinder - Verstärken ungewollt Verhalten der Tätergruppe - Wollen sich nicht einmischen, umso mehr als das Opfer unpopulär ist - Angst, selbst dran zu kommen - Aber eigentlich gegen Plagen, gegen Opfer ausgrenzen 6 Prinzipien Was tun? - Gut beobachten, Veränderungen beim Kind notieren - Vorab zuhören, nachfragen, nicht kommentieren, nur Anteilnahme zeigen - Keine Meinungen formulieren, vor allem keine Schuldzuweisungen machen, keine Beurteilungen abgeben - Ich lasse das nicht zu!! - V- Menschen (vertraut, verlässlich, verfügbar) - Darüber viel reden, Vorgehen besprechen Kind über alle Schritte informieren, nichts gegen den Willen des Kindes unternehmen, aber ihm immer wieder Vorschläge machen - Frist bis zur Problemlösung festlegen (mind. 2, max. 6 Monate) Handeln auf der Ebene der Täter/innen, Tätergruppen - Klar mitteilen, dass es so nicht geht. - Sachebene (Verstehen) spiegeln: Prinzip Mobbing erklären, Täterrolle aufzeigen - Personenebene (Empfinden) darstellen: Wie fühlt sich Opfer? Was bewirken Attacken? - Frage: Was willst du erreichen (nicht warum machst du das)? 4 - Show stehlen (Chefrolle kleiner machen)

5 - Positive Seiten fördern Gesprächsrunde über den Aggressor: nie mit dessen Eltern.!immer in Gesprächsrunden, z.b. mit Eltern, Lehrperson, Schulsozialarbeitenden, Fachleuten Handeln auf der Ebene der Mitläufer/innen - Rollen, Verhalten thematisieren, Mobbing als Phänomen erklären - Versuchen, zu Verbündeten zu machen (Einladung) - Regeln für Reaktionen erarbeiten, Ideen zur Zivilcourage geben - Zeigen, wie man gemeinsam als Gruppe Verantwortung übernehmen kann - Sichtweise und Erfahrungen des Opfers thematisieren Wichtig ist die Erkenntnis, dass Mobbing eine soziales Phänomen und Problem ist, bei welchem es keine Unbeteiligten gibt Zuschauende sind ebenso beteiligt und mit verantwortlich, weil sie eben nur zuschauen! Handeln auf der Ebene des Opfers - Die Rolle als Opfer kann eigentlich nur durch das Opfer selbst verändert werden. - Ungeschminkte Konfrontation mit der Situation - Schweigen brechen, Personen benennen, an welche sich das Opfer jederzeit wenden kann (V- Personen) - Grundsätzlich Ressourcen statt Defizitorientierung - Tipps zu Reaktionen, anderem Verhalten geben - Tabusätze vermeiden, wie: Du packst das schon. Das kommt schon wieder gut. Du musst dich halt wehren. Ignorier es doch einfach. Ichstärke/ Selbstwertgefühl in den allen, besonders den defizitären Bereichen stärken: > körperliche Sicherheit durch Erlernen eine Verteidigungs- oder Kampfsportes (vor allem auch bei Mädchen), spezielle Sportart etc, 5

6 >seelische Sicherheit durch alles, was gemäss Kind der Seele gut tut. Mut fängt im Kopf an. Wege zu guten Reaktionen, neuem Verhalten eintrainieren (langes Üben, bevor man es anwendet), Verhaltenstraining ( aber nöd mit mir ) > Stoppsagen lernen (körperliches und sprachliches Verhalten einüben) November 2012/ Dorothea Meili- Lehner 6

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