Treasury Management der Politischen Gemeinde Birmensdorf

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1 Treasury Management der Politischen Gemeinde Birmensdorf Inhaltsverzeichnis: Seite 1. Allgemeine Grundsätze 2 2. Zuständigkeiten und Reporting 2 3. Richtlinien zur Finanzierung Richtlinien zum Zinsmanagement 4 5. Richtlinien zur Liquiditätsplanung und zum Cash Management Richtlinien zu Finanzanlagen 5 Seite 1

2 1. Allgemeine Grundsätze Mit einem optimalen Treasury soll ein positiver Beitrag zum Finanzhaushalt der Gemeinde geleistet werden, indem die Kosten der Finanzierung gesenkt, die Finanzerträge erhöht und die finanziellen Risiken in Grenzen gehalten werden. 2. Zuständigkeiten und Reporting für die Umsetzung der Finanzierungs- und Zinspolitik ist grundsätzlich der Finanzvorstand zuständig. Er entscheidet zusammen mit dem Finanzsekretär über Kreditaufnahmen, über Finanzanlagen und über den Einsatz von Zinssicherungsinstrumenten. Dem Gemeinderat wird schriftlich Bericht erstattet: Einmal jährlich über die Finanzierungsstruktur und die Zinsrisiken (Januar) Vierteljährlich über neue Kreditaufnahmen und Finanzanlagen (März/Juni/September/Dezember) Vierteljährlich über eingegangene Zinsabsicherungskontrakte (März/Juni/September/Dezember) 3. Richtlinien zur Finanzierung Finanzierungsentscheide: Finanzierungsentscheide basieren auf einer sorgfältigen Analyse: Des Finanzbedarfs, der sich auf aktuellen Finanzplänen abstützt Der aktuellen Finanzierungsstruktur der Gemeinde Der Zinssituation auf den Finanzmärkten Finanzierungspartner: Die Gemeinde finanziert sich grundsätzlich über Kredite von Banken der Post und institutionellen Anlegern (z.b. Pensionskassen, Versicherungen, staatliche Institutionen, Gemeinden) aus dem In- und Ausland. Der Einsatz eines Vermittlers ist möglich. Auf die Aufnahme von Mitteln von Kreditgebern mit zweifelhaftem Ruf ist zu verzichten Seite 2

3 Es sollen Kredite von mindestens drei verschiedenen Kreditgebern aufgenommen werden.. Die Zahl der Nichtbanken als Kreditnehmer soll sich auf maximal 5 beschränken. Finanzierungskonditionen: Bei langfristigen Finanzierungen werden von mindestens 3 Kreditgebern Offerten eingeholt. Grundsätzlich wird die vorteilhafteste der Offerten berücksichtigt. Bei gleichwertigen Offerten bekommt jener Kreditgeber den Vorrang, der den direkteren Bezug zur Gemeinde hat. Bei kurzfristigen Finanzierungen (max. 1 Monat) genügen 2 Offerten von Kreditgebern. Bei der Beurteilung der Finanzierungskosten werden grundsätzlich die Gesamtkosten der Finanzierung betrachtet (Zinskosten, Kommissionen, Kosten von Zinsabsicherungen, Umsatzsteuern, Gebühren und anderen Transaktionskosten). Bei Entscheiden über die Laufzeit von festverzinslichen Krediten werden auch externe Meinungen über die künftige Zinsentwicklung einbezogen. Finanzierungsinstrumente: Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich: - mit Krediten und Darlehen, die bezüglich Laufzeit, Konditionen und weiteren Kriterien unterschiedlich ausgestaltet sein können. - in Schweizer Franken Die Entwicklung auf den Finanzmärkten wird verfolgt und die Einatzmöglichkeiten von neuen Finanzierungsinstrumenten wird geprüft. Finanzpublizität: Durch eine transparente Finanzpolitik und eine aktive Kommunikation soll sichergestellt werden, dass die Gemeinde von Kreditgebern positiv eingeschätzt wird. Nach Möglichkeit ist ein neutrales Rating zu erstellen, um den Zugang für Finanzierungen durch Nichtbanken zu erleichtern. Seite 3

4 4. Richtlinien zum Zinsmanagement Fälligkeitsstruktur und Zinsbindungsfristen: Die kurzfristigen Schulden (bis 3 Jahre) dürfen maximal 30% der gesamten verzinslichen Fremdverschuldung betragen. Langfristige Kreditaufnahmen erfolgen mit einer Laufzeit von mindestens 3 Jahren. Kreditaufnahmen sind so zu staffeln, dass maximal 20% der langfristigen Schulden im gleichen Jahr fällig werden. Zinsabsicherungsinstrumente: Der Finanzsekretär kann in Einzelfällen nach Rücksprache mit dem Finanzvorstand die folgenden Absicherungsinstrumente einsetzen: - Kauf von Caps ( Versicherung mit Zinsobergrenze) - Kauf von Floors ( Versicherung mit Zinsuntergrenze) - Kauf von Collars (Festlegen eines Preiskorridors) Die Kosten der Zinsabsicherung dürfen im Einzelfall 1% der entsprechenden Kreditposition nicht übersteigen. Der Finanzsekretär kann in Einzelfällen nach Rücksprache mit dem Finanzvorstand die folgenden Arten von Zinsbegrenzungsverträgen abschliessen: - Forward Rate Agreements FRA - Zinssatzswaps 5. Richtlinien zur Liquiditätsplanung und zum Cash Management Liquiditätsplanung und überwachung: Die Gesamtliquidität soll so überwacht werden und gesteuert werden, dass der Nettozinsaufwand minimiert werden kann. Die Finanzabteilung überprüft die Liquiditätssituation wöchentlich und führt eine rollende monatliche Liquiditätsplanung. Seite 4

5 Debitoren Management: Auf den ausgehenden Rechnungen wird eine Zahlungsfrist festgesetzt. Beim Inkasso ist zu achten, dass die Zahlungen termingerecht eingehen Die Rechnungsläufe werden wenn möglich optimal zur Abdeckung des Liquiditätsbedarfs terminiert Kreditoren Management: Allfällige Skonti auf erhaltenen Rechnungen werden genützt. In der Regel werden die Rechnungen nach Fälligkeit bezahlt. 6. Richtlinien zu Finanzanlagen Finanzanlagen: Überschüssige Mittel werden in erster Priorität zur Reduktion von verzinslichen Schulden verwendet. In zweiter Linie werden sie in Festgelder bei Banken oder auf dem Postkonto zu Vorzugszins-Konditionen angelegt. Anlagen beim Kanton oder anderen Gemeinden müssen den Konditionen einer Bank entsprechen. Die Anlagen dürfen im Einzelfall Fr. 200' nicht übersteigen Finanzabteilung Th. Graf Seite 5

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