train the trainer - Konfliktmanagement in der Ganztagsschule - Thema: Konflikttheorie Referenten: - Dipl. Mediatorin Monika Schuster - Dipl. Mediator Gunter Grünenthal
Gliederung Konfliktdefinition Grundmuster der Konfliktlösung Konfliktarten Konfliktunterscheidungen - nach Erscheinungsform - nach Subsystemen - nach Aporie Konflikte und Konflikt als Panne Eisbergmodell Stufen der Eskalation Interventionsmöglichkeiten Grundmodelle der Konfliktlösung
Konfliktdefinition nach F. Glasl Ein sozialer Konflikt ist eine Interaktion zwischen Aktoren (Individuen, Gruppen, Organisationen usw.), wobei wenigstens ein Aktor Unvereinbarkeiten -im Denken/ Vorstellen/ Wahrnehmen -und/ oder Fühlen -und/ oder Wollen mit dem anderen Aktor (den anderen Aktoren)in der Art erlebt, dass im Realisieren eine Beeinträchtigung durch einen anderen Aktor (die anderen Aktoren) erfolgt.
Grundmuster der Konfliktlösung nach Gerhard Schwarz, Konfliktmanagement 1999 Höherentwicklung
Konfliktarten Zielkonflikte Ressourcenkonflikte Werte-Konflikt Kommunikations-Konflikte (Sprache und Stil) Loyalitäts-Konflikte (Liebe zu Vater und Mutter) Wegekonflikte Organisatorische Konflikte Seelische Konflikte Rollen-Konflikte (Mann Frau)
Konfliktarten nach ihrer Erscheinungsform latenter Konflikt Ein verdeckter, verdrängter Konflikt, der aber jederzeit wieder offen ausbrechen kann manifester Konflikt Ein offen ausgetragener Konflikt jeglicher Art
Konfliktarten nach Subsystemen oder Wirklichkeitsebenen Sach-Ebene Sachkonflikt Personale Ebene Beziehungs- und innere Konflikte Organisatorisch strukturelle Ebene Wertkonflikte
Graphik aus Vortrag von M. Hemery u.a. zum Thema: Konfliktmanagement, Fachhochschule Giessen
Konfliktunterscheidung nach Aporie Konflikte und Konflikt als Panne Konflikt als Panne - keine verschiedenen Wahrheiten - eine Person hat Recht, die andere nicht - z.b. Fehler in Verwaltungs- und Verfahrensvorgängen - Lösung durch Mittel der Organisation Aporetische Konflikte - beide Seiten haben Recht (Aporie) - bei der Lösungssuche Betroffene mit einbeziehen Konsens herstellen
Eisbergmodell Modell nach Christoph Besemer
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 1. Die Standpunkte verhärten sich und prallen aufeinander, aber es besteht noch die Überzeugung, dass die Spannungen durch Gespräche lösbar sind.
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 2. Debatte 2. Polarisation im Denken, Fühlen und Wollen, Schwarz- Weiß-Denken, Sichtweise von Überlegenheit und Unterlegenheit.
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 2. Debatte 3. Reden hilft nichts mehr Strategie der vollendeten Tatsachen. Die Empathie geht Verloren, Gefahr von Fehlinterpretationen. 1. Wendepunkt 3. Tatsachen
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 2. Debatte 1. Wendepunkt 3. Tatsachen 4. Koalition 4. Die Parteien manövrieren sich gegenseitig in negative Rollen und bekämpfen sich. Werbung um Anhänger. Erweiterung des sozialen Konfliktrahmens
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 5. Öffentliche und direkte Angriffe, die auf den Gesichtsverlust des Gegners zielen. 2. Debatte 1. Wendepunkt 3. Tatsachen 4. Koalition 5. Demaskierung Erweiterung des sozialen Konfliktrahmens
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 6. Drohung und Gegendrohung. 1. Verhärtung 2. Debatte Konfliktbeschleunigung durch Ultimatum 1. Wendepunkt 3. Tatsachen Erweiterung des sozialen 4. Koalition Konfliktrahmens 5. Demaskierung 2. Wendepunkt 6. Bedrohung
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 1. Wendepunkt 2. Wendepunkt 2. Debatte 3. Tatsachen 4. Koalition 5. Demaskierung 6. Bedrohung 7. Der Gegner wird nicht mehr als Mensch gesehen. Begrenzte Vernichtungsschläge als passende Antwort. Umkehrung der Werte. Ein kleinerer eigener Schaden gilt als Gewinn. 7. Begrenzte Schläge Erweiterung des sozialen Konfliktrahmens Realisierung des Angedrohten
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 8. Zerstörung und Auflösung des feindlichen Systems als Ziel. 2. Debatte 1. Wendepunkt 3. Tatsachen 4. Koalition 5. Demaskierung 2. Wendepunkt 6. Bedrohung 7. Begrenzte Schläge Erweiterung des sozialen Konfliktrahmens 8. Zersplitterung Realisierung des Angedrohten
Stufen der Eskalation nach F. Glasl 1. Verhärtung 2. Debatte 9. Totale Konfrontation ohne einen Weg zurück. Die Vernichtung des Gegners zum Preis der Selbstvernichtung wird in Kauf genommen. 1. Wendepunkt 3. Tatsachen 4. Koalition 5. Demaskierung 2. Wendepunkt 6. Bedrohung 7. Begrenzte Schläge Erweiterung des sozialen Konfliktrahmens Realisierung des Angedrohten 8. Zersplitterung 9. Totale Vernichtung
Interventionsmöglichkeiten * Moderation Prozessbegleitung Mediation 1. Verhärtung 2. Debatte Machteingriff durch Vorgesetzte 3. Tatsachen 4. Koalition Moderation (intern) 5. Demaskierung 7. Begrenzte Schläge 6. Bedrohung 8. Zersplitterung Externe Konfliktberater * 9. Totale Vernichtung
Graphik aus Vortrag von M. Hemery u.a. zum Thema: Konfliktmanagement, Fachhochschule Giessen