Kooperatives Qualitätsmanagement Ansätze und Ergebnisse eines Modellprojektes

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1 Kollegiale Fremdevaluation eine geeignete Perspektive zur externen Evaluation in der Kinder- u. Jugendhilfe? DJI-Fachtagung, Heinz Müller Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.v. Kaiserstraße Mainz Tel.: 06131/

2 Das QMF als Beispiel für ein fachlich orientiertes Qualitätsmanagementsystem im Bereich der Hilfen zur Erziehung Die Qualität des Qualitätsmanagements als Umgang mit ambivalenten Anforderungen Strukturierung/ Standardisierung Machbarkeit von Qualität Komplexität sozialer Systeme Aufwand (Zeit, Geld, Ideen) Innovation und Verbesserungen Interessen, Macht, Konkurrenz prof. Definition von Qualität Wirtschaftlichkeit Transparenz professionelle Autonomie in sozialen Bezügen sinnhafte Erschließung prof. Handlungsvollzüge Selektivität und Schwerpunktlegung Ertrag, Wirksamkeit Nützlichkeit Routine und Fehlerfreundlichkeit partnerschaftliche Kooperation NutzerInnenzufriedenheit Wirksamkeit,... Fachlichkeit, jugendhilfepolit. Wirkungsabsicht

3 Das komplexe Bedingungsgefüge kommunaler Jugendhilfe Jugendhilfepol itik Jugendhilfeplanung leistungsgewäh rende Dienste/ öffentl. Träger (Professionelle Kompetenzen, Organisation, Kultur, Ressourcen etc.) Hilfeplanung leistungserbring ende Dienste u. freie Träger (Professionelle Kompetenzen, Organisation, Kultur, Ressourcen etc.) AdressatInne n Lebensweltliche Rahmenbedingungen (z.b. Sozial- u. Infrastruktur)

4 Wissenschaftlich, fachlich und erfahrungsbezogen lassen sich zentrale Faktoren generieren, die die Qualität einer Hilfe begünstigen aus der Perspektive der Eltern-(teile), junger Mensch (Entlastung, vertrauensvolle Beziehung, geschützter Ort, Zeit, Erfahrung von Selbstwert, Verbesserung der Lebens-/ Handlungskompetenz, Umgang g mit Lebensthemen, soziale Netze... ) auf der Strukturebene (fachlich qualifiziertes Personal, Ausstattung, Organisationsstruktur/ - kultur (Team), Räume, Fortbildung,... auf der Prozessebene (Beteiligung, Hilfeplanung, Kooperation,... ) fachlich (öffentliche, freie Träger) (fachliche und methodische Kompetenzen, Reflexion, Ressourcenorientierung, Netzwerkarbeit... t

5 Zur Ausgangslage des QMF-Modells in der Region Heilbronn-Franken Es war einmal eine Region, die es sich gegen viele Widerstände zur Aufgabe gemacht hat, ein Qualitätssystem für erzieherische Hilfen zu erfinden (Zitat: Jürgen Link, Sozialdezernent Landkreis Heilbronn) 1983 Gründung eines Gesprächskreises zur Diskussion, Abstimmung und Erarbeitung von Empfehlungen für den Bereich der Hilfen zur Erziehung 4 Jugendämter, 12 freie Träger der Jugendhilfe 1994 Verbesserung der Qualität durch Hilfeplanung Erarbeitung von Empfehlungen 1995 Steuerung durch Hilfeplanung und Erziehungsplanung Erarbeitung von Empfehlungen 1996 Bildung Arbeitskreis Steuerung Themen Struktur-/ Ergebnisqualität 1998/1999 Qualitätsmanagement Erstellung von Leitlinien, Handbuch 2001/2003 Start des Modellprojektes und der wissenschaftlichen Begleitung

6 Zentrale Merkmale und Ziele des Qualitätsmanagement-Modells der Region Heilbronn-Franken Qualifizierung von Schlüsselprozessen (Hilfeplanung/ Erziehungsplanung) Lebenswelt-/bedarfsorientierte Hilfesysteme (Infrastrukturentwicklung) Qualitätsmanagement Jugendam mt Instrumente Verfahren Standards Jugendhilfe wirkt nur als Ganze gut Qualifizierung der Kooperation AdressatInnen Beteiligung und Wirkungsorientierung Die Perspektive der AdressatInnen

7 Das Qualitätsmanagement-Modell der Region Heilbronn-Franken Qualitätsentwicklung t i als dialogorientierter i t Praxisentwicklungsprozess Struktur-Dimension öffentliche Träger Standardisierung Instrumente, t Verfahren Qualifizierung Fortbildung Prozess-Dimension (Weiter-)Entwicklung Konzept/Organisation Evaluation Selbstevaluation, Benchmarking AdressatInnen Ergebnis-Dimension

8 Das Qualitätsmanagement-Modell der Region Heilbronn-Franken Qualitätsentwicklung t i als dialogorientierter i t Praxisentwicklungsprozess OE Prozessq qualität Strukturqualität Planungs- und Steuerungsinstrumente des QMF Definition von Schnittstellen Ablaufraster einer Hilfe im Einzel- fall Arbeitsund Dokumentations- hilfen Strukturqualitätsüberpr üfung durch kollegiale Visitationen PE JHP Evaluationsinstrumente des QMF Er rgebnisqualität Befragung Eltern, junger Menschen, Lehrer Befrag ung JA / Einrich -tung Bögen zur Selbst- Evalua -tion OE PE JH P

9 Kollegiale Visitationen als zentraler Bestandteil des QMF-Modells Gegenstand und Zielsetzungen der kollegialen Visitationen Überprüfung ausgewählter Merkmale von Strukturqualität in Jugendämtern und Einrichtungen in einem geregelten Verfahren Überprüfung der Umsetzung der vereinbarten Verfahren und Methoden kooperativer Qualitätsentwicklung Herstellung von Transparenz und Verbindlichkeit in einem dialogorientierten Verfahren Lernen aus Erfahrung durch Selbstreflexion Generierung von Entwicklungsaufgaben Unterstützung der Veränderungsbereitschaft von Jugendämtern und Einrichtungen Generierung von Entwicklungsaufgaben Unterstützung der Veränderungsbereitschaft von Jugendämtern und Einrichtungen Erhöhung der jugendhilfepolitischen Akzeptanz für das Handlungsfeld der Hilfen zur Erziehung im überregionalen Verbund von Jugendämtern und Einrichtungen

10 Kollegiale Visitationen als zentraler Bestandteil des QMF-Modells Das Verfahren der kollegialen Visitationen alle 2 bis 3 erfolgt eine kollegiale Visitation aller Einrichtungen und Jugendämter Überprüfung der Jugendämter: zwei Leitungskräfte anderer Ämter, eine Einrichtungsleitung Überprüfung der Einrichtungen: zwei Leitungskräfte anderer Einrichtungen, eine Jugendamtsleitung die Zusammensetzung der Visitationsgruppe erfolgt im Losverfahren, -d.h. alle Leitungskräfte bilden in unterschiedlicher Zusammensetzung eine Visitationsgruppe die Moderation, Dokumentation u. Zusammenstellung anonymer Benchmarkingergebnisse durch externes Institut die thematische Schwerpunktlegung für die Visitationen erfolgt in der Gesprächsrunde der Region, vorbereitet durch paritätisch besetzte Arbeitsgruppen vor der Visitation erfolgt eine Schulung aller Leitungskräfte

11 Kollegiale Visitationen als zentraler Bestandteil des QMF-Modells - Ablauf Zeit Inhalt TeilnehmerInnen 30 min Vorstellung der Institution 60 min Gespräch mit zwei MitarbeiterInnen (Organisationsstruktur, Konzept, PE, QE etc.) 120 min Gespräch mit Leitung (Organisationsstruktur, Konzept, PE, QE etc.) Visitationsgruppe, Leitungen der Einrichtung Visitationsgruppe, MitarbeiterInnen der Einrichtung Visitationsgruppe, Leitungen der Einrichtung 30 min Auswertung Visitationsgruppe 30 min Auswertungsgespräch, Identifizierung von Entwicklungsaufgaben Protokoll Visitationsgruppe, Leitung, ggf. MitarbeiterInnen

12 Kollegiale Fremdevaluation als geeignete Entwicklungsperspektive? Die Chancen: ein professionelles Verfahren zur Qualifizierung und Weiterentwicklung: von Alltagsroutinen in und zwischen Jugendämtern und Einrichtungen des fachpolitischen und fachlichen Dialogs zwischen öffentlichen und freien Trägern der Selbstreflexivität in Einrichtungen und Jugendämtern sowie der Kooperation (Einzelfall, Infrastruktur) Das diffuse Alltagswissen verändert seine Form bewusste Selektivität entlang politischer, rechtlicher, fachlicher und praktischer Fragestellungen hohe Anschlussfähigkeit an die Praxis (Nützlichkeit) Unterstützt die Veränderungsbereitschaft der Beteiligten strategische Nützlichkeit, Herstellung von Transparenz u. Verbindlichkeit Beförderung eines fachlichen Wettbewerbs Identifizierung von Entwicklungsaufgaben Gegenstandsbezug u. jugendhilfepolitische Transparenz

13 Kollegiale Fremdevaluation als geeignete Entwicklungsperspektive? Die Grenzen: Kein vermeintlich objektives Bewertungsverfahren: Anzweifelbar durch Politik und Öffentlichkeit Gruppendynamische Effekte lenken den Blick Konsensbildung, Maß an Offenheit, Art der Kommunikation,... Blinde Flecken bleiben blinde Flecken ExpertInnen in eigener Sache identifizieren Entwicklungsaufgaben es entsteht nur wenig neues Wissen Art der Komplexitätsreduktion Umsetzung der Entwicklungsaufgaben abhängig von vielfältigen Einflussfaktoren (z.b. Politik, PE,...) Nützlichkeitserfahrung Maßstab für Motivation, Ernsthaftigkeit,...

14 Kollegiale Fremdevaluation als geeignete Entwicklungsperspektive? Voraussetzungen: Verständigung auf Merkmale guter Hilfen und jugendhilfepolitische Ziele Beteiligungsorientierte Erarbeitung transparenter, nachvollziehbarer und akzeptierter Indikatoren für Qualität Vertrauen in das Verfahren, Kultur der Anerkennung, Bereitschaft zur Veränderung prozesshafte Anpassung des Verfahrens (Fehlerfreundlichkeit, Nützlichkeit, Umsetzbarkeit) Qualifizierung aller Beteiligten im Umgang mit dem Verfahren jugendhilfepolitische Einbettung externe Moderation, Verfahrensbegleitung, Beratung, Moderation

15 Das QMF als Beispiel für ein fachlich orientiertes Qualitätsmanagementsystem im Bereich der Hilfen zur Erziehung Die Qualität des Qualitätsmanagements als Umgang mit ambivalenten Anforderungen Strukturierung/ Standardisierung Machbarkeit von Qualität Komplexität sozialer Systeme Aufwand (Zeit, Geld, Ideen) Innovation und Verbesserungen Interessen, Macht, Konkurrenz prof. Definition von Qualität Wirtschaftlichkeit Transparenz professionelle Autonomie in sozialen Bezügen sinnhafte Erschließung prof. Handlungsvollzüge Selektivität und Schwerpunktlegung Ertrag, Wirksamkeit Nützlichkeit Routine und Fehlerfreundlichkeit partnerschaftliche Kooperation NutzerInnenzufriedenheit Wirksamkeit,... Fachlichkeit, jugendhilfepolit. Wirkungsabsicht

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