5. Radiologentag, 16. November 2013

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1 5. Radiologentag, 16. November 2013 Deutschland hat gewählt. Was hat die niedergelassene Radiologie zu erwarten? Alfried Krupp von Bohlen und Halbach- Stiftungslehrstuhl für Medizinmanagement Universität Duisburg-Essen 1

2 Die schon traditionelle persönliche Vorbemerkung 2

3 Überblick: 1. Die aktuelle Finanzsituation der GKV und die Ertragssituation der Ärzte als Rahmenbedingungen 2. Weiterentwicklung der Finanzierung des Gesundheitssystems in der 18. Wahlperiode 3. Weiterentwicklung in der ambulanten ärztlichen Versorgung 4. Schlussbemerkungen 3

4 1. Die aktuelle Finanzsituation der GKV und die Ertragssituation der Ärzte als Rahmenbedingungen 4

5 Prognosen der GKV-Finanzsituation Finanzieller Saldo des Gesundheitsfonds BVA/BMG GKV Wasem BVA/BMG GKV Wasem Wasem Einnahmen d. Gesundheitsfonds 192,2 191,5 196,4 199,8 196,9 202,2 Zuweisungen an die Krankenkassen 192,0 192,2 199,6 201,1 199,2 206,2 Saldo des Gesundheitsfonds 0,2-0,7-3,2-1,3-2,3-4,0 nachrichtlich: Nettoreinvermögen des Fonds 10,9 10,0 7,7 9,6 7,7 3,7 nachrichtlich: Nettoreinvermögen d. Fonds o. Startdefizit 13,3 12,4 10,1 12,0 10,1 6,1 Finanzieller Saldo der Krankenkassen (ohne Landwirtschaftliche Krankenversicherung) Einnahmen der Krankenkassen 192,2 192,4 199,8 201,3 199,4 206,4 Ausgaben der Krankenkassen 189,1 190,0 190,1 199,6 201,1 199,2 206,2 Saldo 3,1 2,2 2,3 0,2 0,2 0,2 0,2 nachrichtlich: Rücklagen der Krankenkassen 17,9 17,0 17,1 18,1 17,2 17,3 17,5 Der Gesundheitsfonds kann bis einschl bei stabilem Beitragssatz 100% der zu erwartenden Ausgaben der Kassen (ohne LKK) ausschütten Die Rücklage des Gesundheitsfonds liegt auch Ende 2015 immer noch (knapp) oberhalb der gesetzlichen Mindestquote Unter diesen Annahmen verändern sich die Rücklagen der Kassen insgesamt bis Ende 2015 nur marginal Einzelne Kassen werden dabei ggfs. schon 2014, spätestens aber 2015 wiedeer einen Zusatzbeitrag benötigen 5

6 Index Die langfristige strukturelle Einnahmenproblematik der GKV GKV-Leistungsausgaben, Beitragspflichtige Einnahmen und Bruttoinlandsprodukt 1991 bis GKV-Leistungsausg. je M. BIP je Einwohner BPE je Mitglied Quelle: BMG, Statistisches Bundesamt, verschiedene Jahrgänge Jahr 6

7 Ertragssituation der niedergelassenen Ärzte alle Arztgruppen Einnahmen von...bis unter...eur Praxen Praxisinhaber Einnahmen aus selbständiger ärztlicher Tätigkeit je Praxis Aufwendungen insgesamt je Praxis Reinertrag je Praxis Reinertrag je Praxisinhaber Anzahl EUR Arztpraxen einschließlich Medizinische Versorgungszentren Insgesamt davon und mehr Entwicklung des Reinertrags (in T ) je Praxis je Praxisinhaber

8 Ertragssituation der niedergelassenen Ärzte Radiologen/Nuklearmediziner Einnahmen von...bis unter...eur Praxen Reinertrag je Praxisinhaber Praxisinhaber Einnahmen aus selbständiger ärztlicher Tätigkeit je Praxis Aufwendungen insgesamt je Praxis Reinertrag je Praxis Anzahl EUR Arztpraxen einschließlich Medizinische Versorgungszentren Insgesamt / / 303 davon (15) (15) (126) (83) (43) (43) (133) (200) und mehr / (315) Entwicklung des Reinertrags (in T ) je Praxis ((1030)) je Praxisinhaber 209/ / / 8

9 2. Weiterentwicklung der Finanzierung des Gesundheitswesens in der 18. Wahlperiode 9

10 Kleinere Reformen der GKV-Finanzierung zu erwarten Es besteht kein Grund zu Hektik wegen der Finanzlage der GKV aber: Will man das Konstrukt der Zusatzbeiträge behalten? Insbesondere: Weniger merkliche, vermutlich einkommensabhängige Zusatzbeiträge Dass am grundlegenden Problem der strukturellen Einnahmeschwäche der GKV etwas getan wird, ist eher nicht zu erwarten: Erweiterung der Beitragsbemessungsgrundlagen oder stärkerer Übergang zu Pauschalprämien und/oder stärkere Steuerfinanzierung sind politisch eher unwahrscheinlich) 10

11 Veränderungen in der PKV-Finanzierung plausibel, wohl eher nicht an der Schnittstelle zur GKV Rechnungszins und mangelnde Portabilität der Alterungsrückstellungen als PKV-interne Themen Modelle (des Einstiegs in) eine(r) Bürgerversicherung ziemlich unwahrscheinlich auch wenn die SPD-Mitglieder der AG sie heute und morgen engagiert fordern werden In der Diskussion: Wahlrecht der Beamten zwischen Beihilfe und Arbeitgeberzuschuss für die GKV wenig vernünftig 11

12 12

13 3. Weiterentwicklung in der ambulanten ärztlichen Versorgung 13

14 Radiologie nicht auf dem Bildschirm der Systemgestaltung Von einigen Kreisen in der SPD (AFG) abgesehen, beabsichtigt niemand umfassende Reformen des Steuerungssystems Auch hinsichtlich des Vergütungsmodelles dominiert die Einschätzung, keine großen Veränderungen vorzunehmen Evtl. Vergütungsprobleme einzelner Arzt(sub)gruppen in der GKV werden als Verteilungsprobleme perzipiert, die die Selbstverwaltung (in erster Linie die KVen, in zweiter Linie der Bewertungsausschuss) lösen muss Dass etwaig die GKV-Radiologie unterfinanziert sei, wird in der Politik nicht so perzipiert in der Radiologie sieht die Politik bestimmt kein Versorgungssondern allenfalls ein Überversorgungs- und eventuell ein (eher undifferenziertes) Qualitäts-Problem Überlegung aus Radiologen-Kreisen, sie sollten aus den Budgetregelungen herausgenommen werden, wird wohl eher nicht entsprochen werden. Das von Ihnen entwickelte Konzept Cura-Sequenz, mit dem sie u.a. an die Teil- Radiologie wollen, ist in Berlin noch nicht sichtbar angekommen 14

15 Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung hat derzeit Priorität KBV und GKV-SV wollen neben den Hausärzten insbesondere die fachärztlichen Grundversorger stärken und verwenden u.a. Mittel, die denklogisch eher dem Punktwert zugerechnet werden könnten, für eine solche Stärkung Regionale Unterversorgung ist auf der Agenda, es wird geprüft, inwieweit Politik auf der Bundesebene noch Gestaltungsspielräume bei ihrer Setzung der Rahmenbedingungen hat Es bestehen Sympathien für eine weitere behutsame Öffnung der Krankenhäuser für die ambulante Versorgung (s. Termin-Thema) Das Konzept der ASV wird weiter verfolgt und wohl ausgeweitet werden darin sind partiell radiologische Behandlungssegmente eingeschlossen 15

16 Vergütung ambulanter Leistungen im Spannungsverhältnis GKV-PKV Die Einführung eines PKV-GKV-einheitlichen Vergütungssystems hat teilweise in der Politik Sympathien gilt aber überwiegend als nicht finanzierbar, da dem ambulanten System dabei kein Geld entzogen werden soll Die GOÄ-Reform macht deutliche Fortschritte Ziele sind u.a. die raschere Integration des medizinisch-technischen Fortschritts und eine stärkere Berücksichtigung betriebswirtschaftlicher Kalkulationen bei der Bewertung der Positionen Aus Sicht der PKV geht es darüber hinaus darum, Bereiche mit einer hohen Quersubventionierung zugunsten der GKV kritisch zu betrachten 16

17 4. Schlussbemerkungen Insgesamt sind im ambulanten Versorgungssystem keine großen Änderungen durch den Gesetzgeber in der 18. Wahlperiode zu erwarten Eher bilden Krankenhaus und wahrscheinlich Pflege Schwerpunkte der Reform auf der Versorgungsseite Auf der anderen Seite bleiben Ihnen auch Belastungen, wie sie bei dem Einstieg in die Bürgerversicherung zu vermuten wären, erspart Einen besonderen Handlungsbedarf mit Blick auf die Radiologie vermag ich bei der Gesundheitspolitik nicht zu erkennen Im Bezug auf die GOÄ-Reform gilt es aus Sicht der Radiologie sicherlich wachsam zu sein 17

18 Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf eine anregende Diskussion Kontakt: Tel.: /4537 Fax:

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