Entwicklungstheorie und politik Friedrich-Schiller-Universität Jena. Fragen zur ersten Übung

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1 Übung Entwicklungstheorie und politik Friedrich-Schiller-Universität Jena 08. November 2010 Dipl. Vw. Leo Wangler Fragen zur ersten Übung Frage 1: Was ist Entwicklungsökonomie? Frage 2: Was ist ein Entwicklungsland? Welche Differenzierungen zwischen Entwicklungsländern kennen Sie? Frage 3: Häufig wird der Entwicklungsstand eines Landes anhand des Indikators Pro-Kopf-Einkommen gemessen. Beurteilen Sie diese Vorgehensweise kritisch! Frage 4: Erläutern Sie, warum sich eine Umrechnung des BIP zu Wechselkursen nicht für internationale Vergleiche eignet! Frage 5: Beschreiben Sie kurz Ziel und Methode der Umrechnung des BIP in Kaufkraftparitäten! Frage 6: Erläutern Sie, warum die Ermittlung von Armutsgrenzen bzw. Armutsniveaus mittels Kaufkraftparitäten methodologisch durchaus als problematisch einzuschätzen ist! Frage 7: Veranschaulichen Sie Zusammensetzung und Berechnung des Human Development Index (HDI)! Frage 8: Nennen Sie mögliche Kritikpunkte am HDI zur Messung von (Unter-) Entwicklung! 1

2 Frage 9: Erläutern Sie, wie die Einkommensverteilung mit Hilfe des Gini-Koeffizienten ermittelt werden kann! Unterstützen Sie Ihre Antwort mit einer geeigneten Graphik! Frage 10: Wie setzt sich der Physical Quality Life Index zusammen? Frage 11: Welchen Index veröffentlicht Transparency International und was misst dieser Index genau? 2

3 Übung Entwicklungstheorie und politik Friedrich-Schiller-Universität Jena Dipl. Vw. Leo Wangler Fragen zu Wachstum und Entwicklung 22. November 2010 Frage 12: Stellen Sie die wichtigsten Prämissen und Ansätze der Modernisierungstheorien dar! Frage 13: Welche zentralen Kritikpunkte sind allgemein gegen die Modernisierungstheorien vorzubringen? Frage 14: Erläutern Sie das Entwicklungsstufenmodell von Rostow! Gehen Sie dabei detailliert auf die einzelnen Stufen ein! Frage 15: Erläutern Sie die Annahmen und Implikationen des Harrod Domar Modells! Frage 16: Erläutern Sie die Prämissen und wichtigsten Aussagen des Solow-Modells! Frage 17: Erläutern Sie das von H. Giersch entwickelte Thünen- Schumpeter-Modell! Frage 18: Nehmen Sie kritisch zur Theorie über die Grenzen des Wachstums Stellung! Frage 19: Erläutern Sie das 2 Sektoren Modell von Lewis! Unterstützen Sie Ihre Argumentation mit geeigneten Grafiken! Frage 20: (a) Welche Erklärungsansätze für Unterentwicklung liefert die Dependenztheorie? (b) Warum konnte sich diese Strömung in der entwicklungstheoretischen Diskussion durchsetzen und vergleichsweise lange behaupten? Frage 21: Gehen Sie kurz auf wesentliche Kritikpunkte an der Dependenztheorie ein! 1

4 Übung Entwicklungstheorie und politik Friedrich-Schiller-Universität Jena Dipl. Vw. Leo Wangler Fragen zu Außenhandel 06. Dezember 2010 Frage 22: Erläutern Sie, warum sich internationaler Handel prinzipiell positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirkt. Gehen Sie dabei auch auf ausgewählte theoretische Grundlagen ein. Frage 23: Diskutieren Sie, warum die von der neoklassischen Außenhandelstheorie prognostizierte Stimulierung der wirtschaftlichen Entwicklung in vielen LDCs nicht eingetroffen ist. Frage 24: Stellen Sie die Prebisch-Singer These anschaulich dar. 1

5 Übung Entwicklungstheorie und politik Friedrich-Schiller-Universität Jena Dipl. Vw. Leo Wangler Fragen zur Weltbank 22. Dezember 2010 Frage 25: Was ist gemeint, wenn vom Washington Consensus die Rede ist? Frage 26: Beschreiben Sie die wichtigsten wirtschaftspolitischen Forderungen des Washington Consensus. Frage 27: Beurteilen Sie, in welcher wirtschaftstheoretischen Tradition sich der Ansatz des Washington Consensus bewegt Frage 28: Skizzieren Sie die Kritik, die an der Strukturanpassungspolitik (SAP) des Washington Consensus geübt wurde. Frage 29: Erläutern Sie die Kernelemente des Post-Washington- Consensus! Frage 30: Die entwicklungspolitische Strategie der Weltbank kann nicht als konsistent bezeichnet werden. Begründen Sie diese Aussage anhand einer Darstellung der unterschiedlichen Phasen der entwicklungspolitischen Konzeption der Weltbank. Frage 31: Veranschaulichen Sie die wichtigsten Prinzipien und Elemente der Poverty Reduction Strategy Papers. Frage 32: Stellen Sie die entwicklungspolitische Strategie der Weltbank zu Beginn des 21. Jhd. dar Frage 33: Wie würden Sie argumentieren, wenn in einer entwicklungspolitischen Diskussion folgende Punkte zur Sprache kämen? 1

6 Übung Entwicklungstheorie und politik Friedrich-Schiller-Universität Jena Dipl. Vw. Leo Wangler Jena, Januar 2011 Leap-Frogging Frage 34: (a) Welche Entwicklungsstrategie wird mit dem Begriff Leap-Frogging umschrieben? (b) Welche Vorteile können LDCs durch den Zugang zu modernen Informationstechnologien erwachsen? Frage 35: Was ist mit nachhaltiger Entwicklung gemeint? Gehen Sie bei der Beantwortung der Frage konkret auf unterschiedliche Dimensionen der Nachhaltigkeit ein. Frage 36: Beurteilen Sie die Forderung vieler OECD-Länder, dass der entwicklungspolitische Fokus auf nachhaltiger Entwicklung und Ressourcenschonung liegen sollte. Frage 37: Stellen Sie die von Ronald Coase vorgeschlagene Lösung zur Internalisierung externer Effekte anschaulich dar. 1

7 Übung Entwicklungstheorie und politik Friedrich-Schiller-Universität Jena Dipl. Vw. Leo Wangler Jena, Januar 2011 Frage 38: (a) Welche Grundaussage über die Entwicklung der Einkommensverteilung ist als Kuznets Kurve bekannt geworden? (b) Welche Erklärungsansätze gibt es für diesen Zusammenhang? Frage 39: Diskutieren Sie die These, dass ein hohes Bevölkerungswachstum mit gravierenden Entwicklungsproblemen einher geht kritisch. Frage 40: Stellen Sie das von T. Malthus formulierte Bevölkerungsgesetz anschaulich dar. Frage 41: Beurteilen Sie vor dem Hintergrund der Entwicklung der letzten 200 Jahre die Gültigkeit des von Malthus postulieren Bevölkerungsgesetzes. Frage 42: Stellen Sie kurz die Theorie des demographischen Übergangs dar. Frage 43: Illustrieren Sie einen mikroökonomisch fundierten Ansatz zur Erklärung der Fertilität von Haushalten in LDCs. Frage 44: Wie erklären Sie sich, dass die Arbeitslosenquote für Menschen ohne Schulbildung in vielen LDCs offiziell geringer ist als die Arbeitslosenquote für Menschen mit Schulabschluss oder gar Hochschulstudium? Frage 45: Diskutieren Sie, inwieweit der limitationale Charakter der Produktionsfunktionen bzw. begrenzte Möglichkeiten zur Faktorsubstitution eine Ursache der hohen Arbeitslosigkeit in LDCs sein könnten. 1

8 Frage 46: Über welchen Mechanismus trägt eine hohe Inflation zur Erosion der realen Steuereinnahmen, einer Vergrößerung des Staatsdefizits und letztlich zu einer Anheizung der Inflation bei? Frage 47: Grenzen Sie (a) unzureichende Sparfähigkeit von (b) unzureichender Sparbereitschaft als mögliche Ursache für den Kapitalmangel in vielen LDCs ab. Frage 48: Welche Maßnahmen sind generell erforderlich, um in LD- Cs eine marktwirtschaftliche Ordnung zu schaffen bzw. diese zu stärken? Frage 49: Einige Autoren vertreten die These, dass ordnungspolitische Reformen in LDCs auch auf Grund falschen Timings gescheitert sind. Diskutieren Sie vor diesem Hintergrund die Vor- und Nachteile der alternaiven Reformstrategien (a) Schocktherapie und (b) Gradualismus. Frage 50: Ordnungspolitische Reformbestrebungen in LDCs waren bisher nur selten erfolgreich. Analysieren Sie das Scheitern der Reformen aus politökonomischer Perspektive. Frage 51: Stellen Sie dar, welche Handlungsfelder für eine zielgruppenorientierte Armutsbekämpfung als Ergänzung strukturpolitischer Reformen relevant sind. Gehen Sie dabei auch auf mögliche Maßnahmen ein. 2

9 Friedrich-Schiller-Universität Jena Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät Prof. Dr. Andreas Freytag Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik Übung Entwicklungstheorie und politik WS 2010/2011 Dipl. Volkswirt Leo Wangler

10 INHALTSVERZEICHNIS i Inhaltsverzeichnis List of Figures iv 1 Einführung in die Entwicklungsökonomie Inhaltliche Fragen dieser Veranstaltung Literaturempfehlungen Untersuchungsgegenstand Entwicklungsländer Definitionen und Differenzierungen Messung von Unterentwicklung Entwicklung eine Bestandsaufnahme Wirtschaftshistorische und wachstumstheoretische Ansätze Modernisierungstheorien Stufentheorie/Rostow Modell /stages of growth Harrod-Domar Wachstumsmodell (Postkeynesianische Wachstumstheorie) Das Solow Modell (neoklassische Wachstumstheorie) Das Thünen Schumpeter Paradigma (von H. Giersch) Grenzen des Wachstums Strukturwandel/Dualismusmodell Das Lewis Modlell (Grafik und Kritik) Dependenztheorie: Diskussion der Dependenztheorie Theoretische Grundlagen des Außenhandels Absolute Kostenvorteile (Adam Smith) Theorie der komparativen Kostenvorteile (David Ricardo) Allgemeine Version Ricardo-Modell Faktorproportionentheorem (Heckscher-Ohlin) Fazit aus den hergeleiteten Ergebnissen nach den Modellen von Ricardo und Heckscher Ohlin: Außenhandel als Wachstumshemmnis? Allgemeine Kritik: Prebisch Singer These Die Weltbank Washington Consensus Post-Washington-Consensus Die entwicklungspolitische Strategie der Weltbank Historie Poverty Reduction Strategy Papers (PRSP) Aktuelle entwicklungspolitische Strategie der Weltbank

11 INHALTSVERZEICHNIS ii 6 Leap-Frogging Begriffsklärung Entwicklungspotential moderner Informationstechnologien Nachhaltige Entwicklung Definition und Dimensionen Politökonomische Dimension der Forderung nach Nachhaltigkeit Externe Effekte Internalisierung externer Effekte nach Coase Verhandlungslösung bei Vorliegen von Transaktionskosten Spezifische Entwicklungsprobleme in LDCs I Einkommensverteilung Form und Aussage der Kuznets Kurve Erklärungsansätze für die Kuznets Kurve (Empirische) Probleme beim Nachweis der Kuznets Kurve Bevölkerungsentwicklung Bevölkerungswachstum als Entwicklungshemmnis? Bevölkerungsgesetz nach Malthus Kritik am Bevölkerungsgesetz nach Malthus Theorie des demographischen Übergangs Mikroökonomischer Ansatz zur Erklärung der Fertilität Spezifische Entwicklungsprobleme in LDCs II Arbeitsmärkte / Arbeitslosigkeit Arbeitslosigkeit bei Hochqualifizierten Arbeitslosigkeit aufgrund begrenzter Möglichkeiten zur Faktorsubstitution Inflation Mangelnde Kapitalausstattung Unzureichende Sparfähigkeit Unzureichende Sparbereitschaft Ansätze praktischer Entwicklungspolitik Schaffung einer funktionsfähigen marktwirtschaftlichen Ordnung Generelle Maßnahmen zur Schaffung einer marktwirtschaftlichen Ordnung Richtiges Timing ordnungspolitischer Reformen

12 INHALTSVERZEICHNIS iii Politökonomische Gründe für das Scheitern von Reformbestrebungen Zielgruppenorientierte Entwicklungspolitik

13 TABELLENVERZEICHNIS iv Abbildungsverzeichnis 1 Big Mac Index Lorenzkurve Auswahl CPI Weltkarte CPI Demographische Entwicklung Human Development Index Geschlossene Volkswirtschaft (kein Außenhandel), limitationale Produktionsfunktion Steady State des Solow Modells Lewis Modell Produktionsmöglichkeiten pro Arbeitskraft im Jahr Kostenvorteile und Spezialisierung Produktionsmöglichkeiten pro Arbeitskraft im Jahr Auswirkung der Verlagerung der Arbeitskräfte Land A und Land B bei Autarkie (Ricardo bei Autarkie) Land A und Land B bei Freihandel (Ricardo unter Freihandel) HO-Modell unter Autarkie HO-Modell bei Freihandel Soziale Kosten Grenzvermeidungskosten Verschmutzungsrecht beim Produzenten Recht auf saubere Umwelt Die Kutznets Kurve Das Malthusische Dilemma Stadien des Bevölkerungswachstums Fertilitätsmodell Zeichnung Limitationale Produktionsfunktion Tabellenverzeichnis 1 Cuba Deutschland

14 Einführung in die Entwicklungsökonomie 1 1 Einführung in die Entwicklungsökonomie 1.1 Inhaltliche Fragen dieser Veranstaltung Wie wird Entwicklung definiert? Was ist ein Entwicklungsland? Wie können Entwicklungsprozesse durch ökonomische Theorie erklärt werden? Was sind die Voraussetzungen für Wachstum und Entwicklung und was sind die Ursachen für Unterentwicklung? Was sind die Gründe für unterschiedliches Wirtschaftswachstum bzw. die unterschiedliche Entwicklung einzelner Länder? Wie sind spezifische Probleme von Entwicklungsländern (z.b. hohe Arbeitslosigkeit, enorm starkes Bevölkerungswachstum, Inflation, Korruption etc.) zu erklären und welchen Einfluss haben sie auf die Entwicklung dieser Staaten? Welche Wege können beschritten werden um der Armut zu entkommen? Was zeichnet geeignete Entwicklungspolitik aus und welche Rolle spielen dabei Institutionen, makroökonomische Stabilität, internationaler Handel, Entwicklungshilfe, NGOs etc.? 1.2 Literaturempfehlungen Easterly, W. (2001): The Elusive Quest for Growth (London). Hemmer, H.-R. (2002): Wirtschaftsprobleme der Entwicklungsländer, 3. Auflage (München). Todaro, Michael P. (2003): Economic Development, 8. Edition (Boston). Lynn, Stuart R. (2003): Economic development. Upper Saddle River, NJ: Prentice Hall. 550 pages. Sämtliche Working Paper des IMF oder der Weltbank die in der Vorlesung oder der Übung vorgestellt werden können unter bzw. (oder kostenlos herunter geladen werden.

15 Einführung in die Entwicklungsökonomie Untersuchungsgegenstand Frage 1: Was ist Entwicklungsökonomie? Antwort: Auch: Entwicklungstheorie, Entwicklungspolitik oder Development Economics Geprägt von traditioneller ökonomischer Theorie (z.b. neoklassischer Wachstumstheorie, Außenhandelstheorie oder Keynesianistischer Theorie... ) sowie Neuer Politischer Ökonomie (Public Choice) Aber: äußerst komplex und vielfach beeinflusst von anderen Wissenschaften (z.b. Geographie, Psychologie, Geschichte etc.) Demnach kein abgeschlossenes und klar einzugrenzendes Fachgebiet Häufige Vorgehensweise: Theorien und Modelle aus ökonomischen Fachgebieten werden übernommen und auf den Entwicklungskontext übertragen Entwicklungsökonomische Forschung ist in jüngster Zeit vor allem durch empirische Methoden geprägt (auch als trial and error ) Entwicklungsökonomie beschäftigt sich mit... der Erklärung des ökonomischen, kulturellen und politischen Wandels spezifischer Volkswirtschaften bzw. Regionen Hauptaugenmerk liegt auf der Identifizierung bestimmter Zusammenhänge verschiedener Art (kulturell, politisch, sozial, institutionell, ökonomisch... ), die in der Lage sein können, die Situation unterentwickelter Länder/Regionen und vor allem der dort lebenden Menschen möglichst rasch aber auch nachhaltig zu verbessern Große Heterogenität der Untersuchungsobjekte kaum allgemeingültige Gesetze, die sich auf alle Entwicklungsländer anwenden lassen Dennoch kann Entwicklungstheorie wichtige Erkenntnisse liefern, um im Dialog mit anderen Wissenschaftsbereichen adäquate Ansätze für erfolgreiche Entwicklungspolitik zu liefern.

16 Einführung in die Entwicklungsökonomie Entwicklungsländer Definitionen und Differenzierungen Frage 2: Was ist ein Entwicklungsland? Welche Differenzierungen zwischen Entwicklungsländern kennen Sie? Antwort: Anm. 1: Alle Länder entwickeln sich (struktureller, politischer und kultureller Wandel etc; wirtschaftliches Wachstum nicht unbedingt). Anm. 2: Differenzierung nach Erster, Zweiter und Dritter Welt wird so nicht mehr gebraucht (Abgrenzung zu wage, da teilweise schon 4. und 5. Welt) Folgende Differenzierung ist demnach aktueller: Least Developed Countries (LLDCs) Less Developed Countries (LDCs) Newly Industrializing Countries (NICs)/ Schwellenland More (Most) Developed Countries (MDCs) Definitionen: 1. Pro Kopf Einkommen/World Bank 2004: Low-Income Countries (735 $ or less) Lower Middle-Income Countries ( $) Upper Middle-Income Countries ( $) High-Income Countries (9.076 $ or more) 2. Human Development Index (HDI)/UNDP 2005: Low Human Development (with an HDI of less than 0,5) Medium Human Development (HDI 0,5 0,799) High Human Development (HDI 0,8 or above) 3. Severely Indebted Low-/Middle-Income Countries (SILIC/SIMIC) (Schuldenstand > 80% des BIP oder > 220% der Exporte) 4. Heavily Indebted Poor Countries (HIPC) (Schuldenstand > 150% der Exporte)

17 Einführung in die Entwicklungsökonomie 4 Anm. 3: Die Messung von Entwicklung bzw. Unterentwicklung ist mitunter mit erheblichen Problemen verbunden. Folgende Merkmale gelten als Kennzeichen für Unterentwicklung: Große Teile der Bevölkerung leiden an Unter- bzw. Mangelernährung sowie unzureichender Gesundheitsversorgung. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist gering und die Kindersterblichkeit auf einem sehr hohen Niveau. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Das durchschnittliche Pro Kopf Einkommen ist niedrig (in vielen Fällen unter 1 $ pro Tag). Es gibt eine hohe Analphabetenquote. Das allgemeine Bildungsniveau und die Arbeitsproduktivität sind gering. Der Agrarsektor ist dominant. Der informelle Sektor (Barter Trade, Schwarzmarkt, Subsistenzwirtschaft) ist stark ausgeprägt. Der Anteil am Welthandel ist gering. Das Bevölkerungswachstum ist in der Regel sehr hoch. Anm. 4: Der Begriff Unterentwicklung ist im allgemeinen Sprachgebrauch immer auch mit einem Werturteil verbunden. Ein höherer Entwicklungsstand wird als besser interpretiert. Ob dem wirklich so ist, wird von einigen Strömungen der philosophischen Schule jedoch bezweifelt (Glücksbegriff, Fortschrittsskepsis). Auch impliziert der Terminus Entwicklungsland i. d. R. einen Prozess des Fortschritts. Im Falle einiger Entwicklungsländer kann für die vergangenen Jahrzehnte bedauerlicherweise ein solcher Fortschritt jedoch nicht bestätigt werden.

18 Einführung in die Entwicklungsökonomie Messung von Unterentwicklung 1. Pro Kopf Einkommen 2. Kaufkraftparitäten 3. Human Development Index 4. Lorenzkurve und Gini-Koeffizient 5. Physical Quality Life Index 6. Corruption Perception Index (CPI) (1) Pro Kopf Einkommen Frage 3: Häufig wird der Entwicklungsstand eines Landes anhand des Indikators Pro-Kopf-Einkommen gemessen. Beurteilen Sie diese Vorgehensweise kritisch! Antwort: Prinzipiell können anhand des (durchschnittlichen) Pro Kopf-Einkommens Rückschlüsse über den Entwicklungsstand bzw. den relativen Wohlstand einer Volkswirtschaft gezogen werden. Es existieren jedoch eine Reihe konzeptioneller und praktischer Probleme: Keine Berücksichtigung der Einkommensverteilung Eigenverbrauch bzw. produktion werden durch VGR nicht erfasst. Statistisch werden in der Regel nur über Märkte vermittelte und monetär bewertete Einkommen erfasst. Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung der Haushalte) wird dabei nicht berücksichtigt oder allenfalls geschätzt. Strukturelle Verzerrung des gemessenen Pro-Kopf-Einkommens, da Subsistenzwirtschaft in LDCs wesentlich ausgeprägter (in Teilen Afrikas und Südostasiens > 75%) als in Industrienationen. Im Allgemeinen gilt: Je höher der Grad der wirtschaftlichen Entwicklung, desto höher auch der Grad der Kommerzialisierung (Anteil der Subsistenzwirtschaft nimmt ab).

19 Einführung in die Entwicklungsökonomie 6 Beispiel: 2 Länder (Land A und Land B) weisen einen realen Pro Kopf- Verbrauch von $ pro Jahr aus. In Land B wird jedoch die Hälfte dieses Konsums in Subsistenzwirtschaft erzeugt. In Land A hingegen existiert keinerlei Subsistenzwirtschaft. Frage: Wie wird der relative Wohlstand beider Länder durch den Indikator Pro-Kopf-Einkommen beurteilt? Antwort: Das statistisch nachgewiesene Pro Kopf Einkommen von Land A ist doppelt so hoch wie das von Land B. Die Schlussfolgerung, dass der Wohlstand/Entwicklungsstand in Land A doppelt so hoch ist wie in Land B wäre falsch. Aufgrund des deutlich höheren Anteils der Subsistenzwirtschaft in Land B ist jedoch davon auszugehen, dass Land A in der Tat weiter entwickelt ist. Barter Trade ist statistisch nicht präzise zu ermitteln. Dieser Naturaltausch ist jedoch in LDCs besonders ausgeprägt, da... Fehlen einer funktionierenden Währung (Hyperinflation) Traditionelle Tauschwirtschaft insbesondere in ländlichen Räumen Schwarzarbeit als weiteres Nicht Markteinkommen kaum zu erfassen Ausmaß der Schwarzarbeit/Steuerhinterziehung wird nicht durch das Pro Kopf-Einkommen erfasst. Steuerehrlichkeit in MDCs womöglich nicht naturgemäß stärker ausgeprägt als in LDCs; jedoch aufgrund funktionierender Institutionen und effektiverer Steuerbehörden Annahme eines geringeren Anteils grauer und schwarzer Märkte plausibel. Die bisher präsentierten Probleme bei der Messung des Pro Kopf- Einkommens resultieren tendenziell in einer systematischen Überbewertung des Entwicklungsgefälles zwischen LDCs und MDCs. Der Indikator Pro Kopf Einkommen unterschätzt den relativen Wohlstand bzw. Entwicklungsstand eines Landes umso stärker, je ärmer dieses Land ist.

20 Einführung in die Entwicklungsökonomie 7 Frage 4: Erläutern Sie, warum sich eine Umrechnung des BIP zu Wechselkursen nicht für internationale Vergleiche eignet! Antwort: Umrechnung monetärer Größen für internationale Vergleiche zu aktuellen Wechselkursen können zu erheblichen Verzerrungen führen, da die Wechselkurse nicht die tatsächlichen Austauschverhältnisse widerspiegeln (keine Gültigkeit des law of one price). Gründe dafür sind... Hoher Anteil nicht-handelbarer Güter (z.b. Dienstleistungen) Angleichung der relativen Preise entfällt. Spekulationen gegen eine/zu Gunsten einer Währung Staatliche Eingriffe zur Stützung/ künstlichen Abwertung einer Währung Politische Entwicklungen haben großen Einfluss auf Wechselkurs (Boykottaufrufe, (Bürger-)Krieg etc.) Tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse sowie staatliche Eingriffe in Handelsströme verzerren relative Preise. Wechselkurse werden durch weitere Faktoren, wie z. B. Zinsdifferenzen oder unterschiedlich antizipiertes Wirtschaftswachstum beeinflusst Wechselkurse Indikator für das zukünftige ökonomische Potential von Ländern, nicht das heutige Fazit: Die Umrechnung monetärer Größen (z.b. Pro-Kopf-Einkommen) anhand der am Devisenmarkt üblichen Wechselkurse ist für internationale Vergleiche des Wohlstands bzw. Entwicklungsniveaus nicht geeignet. Anm.: Preisniveauunterschiede können den Vergleich von Pro-Kopf-Einkommen selbst dann verzerren, wenn die Preise der Länder in einer einheitlichen Währung ausgedrückt werden. Um diesem Problem zu begegnen, werden die Pro-Kopf-Einkommen meist in Kaufkraftparitäten umgerechnet.

21 Einführung in die Entwicklungsökonomie 8 (2) Kaufkraftparitäten Frage 5: Beschreiben Sie kurz Ziel und Methode der Umrechnung des BIP in Kaufkraftparitäten! Antwort: Kaufkraftparitäten: purchasing power parity (PPP) Ziel: Umrechnung des BIP in eine kaufkraftbereinigte, gemeinsame Währung (US$), um internationale Vergleiche zu ermöglichen Bereinigung um internationale Preisunterschiede, die nicht über den Wechselkurs kommuniziert werden Grundlage: Bestimmung von Preisverhältnissen bestimmter Güter, die zu Warenkörben zusammengefasst werden Um diese Warenkörbe möglichst repräsentativ zu gestalten, werden die einzelnen Güter und Dienstleistungen entsprechend ihres Anteils an den Gesamtausgaben im jeweiligen Land gewichtet. Durch Aggregation wird eine Kaufkraftparität für das gesamte Bruttoinlandsprodukt ermittelt. Ein mit Kaufkraftparitäten zwischen mehreren Ländern umgerechnetes Pro Kopf Einkommen bedeutet (theoretisch), dass für das ausgewiesene Einkommen in sämtlichen betrachteten Ländern jeweils genau die gleiche Gütermenge gekauft werden kann. Anm.: einfachstes, jedoch durchaus beachtetes Beispiel: Big Mac Index der Zeitschrift The Economist (Warenkorb besteht lediglich aus einem Produkt dem BigMac von McDonalds) Billigster Burger in China (umgerechnet $ 1,30), der durchschnittliche US amerikanische Preis beträgt $ 3,15. (Bedeutet das, dass der Yuan zu 59% unterbewertet ist?)

22 Einführung in die Entwicklungsökonomie 9 Abbildung 1: Big Mac Index Quelle: The Economist.

23 Einführung in die Entwicklungsökonomie 10 Frage 6: Erläutern Sie, warum die Ermittlung von Armutsgrenzen bzw. Armutsniveaus mittels Kaufkraftparitäten methodologisch durchaus als problematisch einzuschätzen ist! Antwort: Definition von Armutsgrenzen anhand der Kaufkraft, die ein bestimmter Dollarbetrag in einem definierten Basisjahr im betreffenden Land hatte; Extrapolation dieser Werte für die Folgejahre Internationale Poverty Line der Weltbank: 1 US$ PPP pro Tag (1 US$ in lokaler Kaufkraft pro Tag) Ermittlung der PPP anhand des nationalen Warenkorbes, bei dem die berücksichtigten Güter annähernd gemäß ihrem relativen Anteil am nationalen Gesamtkonsum gewichtet werden Ergebnis: In vielen Entwicklungsländern sind Kaufkraftparitäten um Faktor 5 oder mehr über den entsprechenden Wechselkursen (sind Einwohner eines LDC mit 50 US$/Monat genauso wohlhabend sind, wie ein Amerikaner mit 250 Dollar/Monat?) Probleme: Preisunterschiede zwischen Nationen je nach Ware bzw. Dienstleistung höchst unterschiedlich (Dienstleistungen in LDCs wesentlich günstiger als in MDCs; Differenzen bei anderen Gütern bei weitem nicht so groß) Gesamtkonsum spiegelt nicht den Konsum der Armen wider (Konzentration auf Grundnahrungsmittel, elementare Bedürfnisse... ; geringer Anteil von Dienstleistungen im Warenkorb der Armen) Extrapolation des CPI ebenfalls problematisch ( Was nützt es dem armen Inder, wenn sein Einkommen relativ zum Preis von Computern und Haushaltshilfen steigt, relativ zum Reispreis jedoch fällt?! ) Armut bei singulärer Betrachtung dieser Probleme tendenziell unterschätzt.

24 Einführung in die Entwicklungsökonomie 11 (3) HumannDevelopment Index Frage 7: Veranschaulichen Sie Zusammensetzung und Berechnung des Human Development Index (HDI)! Antwort: Anm.: Der HDI wird seit 1990 verwendet und basiert auf Vorschlägen des indischen Nobelpreisträgers A. Sen. Zusammensetzung: 1. Lebenserwartung bei der Geburt 2. Bildung 3. Reales Pro-Kopf-Einkommen (in PPP) Li f eexpectancyindex = Lebenserwartung i Min LE Max LE Min LE (1.1) (Min LE = 25Jahre, Max LE = 85Jahre) EducIndex = 2 3 (Index AdultLiteracy) (Index GrossEnrolment) (1.2) Index AdultLiteracy = Alph.Rate(Erw.) Min AL Max AL Min AL (Min AL = 0%, Max AL = 100%)

25 Einführung in die Entwicklungsökonomie 12 Index GrossEnrolment = Einschul.Rate Min GE Max GE Min GE (Min GE = 0%, Max GE = 100%) GDP(percapita)Index = (y min = 1000PPP$, y max = PPP$) Der HDI wird durch folgende Formel berechnet: logy logy min logy max logy min (1.3) HDI = 1 3 (Li f eexpectencyindex) (EducationIndex) (GDPIndex) (1.4) Frage 8: Nennen Sie mögliche Kritikpunkte am HDI zur Messung von (Unter-) Entwicklung! Antwort: Willkürliche Festlegung der Minimum- bzw. Maximumwerte Ermittlung und Qualität der Bildungsdaten problematisch (Pisa-Studie als schlechtes Beispiel) Aussagen über die wahre Lebensqualität nur bedingt mögl., da wichtige Faktoren wie die Menschenrechtssituation, politische Freiheit, Sicherheit, Gleichberechtigung, Entfaltungsmöglichkeiten etc. zu kurz kommen Keine Berücksichtigung der Einkommensverteilung (4) Lorenzkurve und Gini Koeffizient Frage 9: Erläutern Sie, wie die Einkommensverteilung mit Hilfe des Gini- Koeffizienten ermittelt werden kann! Unterstützen Sie Ihre Antwort mit einer geeigneten Graphik! Antwort: Gini-Koeffizient (G): statistisches Maß zur Ermittlung von Ungleichheit Der Gini-Koeffizient wird aus der Lorenzkurve berechnet

26 Einführung in die Entwicklungsökonomie 13 Gegeben seien x 1, x 2,..., x n als geordnete kumulierte Anteile einer zu betrachtenden Population, wobei 0 x 1,, x n 1 (aufsteigende Kumulation). Die kumulierten relativen Häufigkeiten des betrachteten Merkmals (z.b. des Vermögens) seien Y 1, Y 2,..., Y n. Der Polygonzug, der die Punkte (x i, Y i )(i = 1, 2,..., n) verbindet, wird als Lorenzkurve bezeichnet. Bei völliger Gleichverteilung fällt die Lorenzkurve mit der Diagonalen zusammen. Kumulierter Anteil der jeweiligen Gruppe am Gesamteinkommen Y = 10%, 12%, 18%,..., 12%. Kumulierter Anteil der betrachteten Population X (aufsteigend nach der Höhe ihres Einkommens)Lorenzkurve V Je stärker die Lorenzkurve nach rechts unten hängt (größerer Bauch ), desto größer ist die Fläche zwischen der Diagonalen und der Lorenzkurve (d.h. desto ungleicher ist das Merkmal verteilt). Interpretation des Punktes V: 50 Prozent der Bevölkerung haben lediglich einen Anteil von 20 Prozent am Gesamteinkommen. Analog: Die reiche Hälfte der Bevölkerung verdient 80 Prozent des gesamten Einkommens. G=Gini-Koeffizient G = Fläche zwischen Lorenzkurve und der Diagonalen (A) Fläche unterhalb der Diagonalen Der Gini-Koeffizient kann Werte zwischen 0 und 1 annehmen. Je größer der Gini Koeffizient ist, desto stärker ist die Einkommenskonzentration, d. h. desto ungleicher die Einkommensverteilung. Bei völliger Gleichverteilung hat der Gini-Koeffizient den Wert Null. Anm.: Identische Gini-Koeffizienten durch unterschiedliche Verteilungsstrukturen zu erreichen (Nachteil dieses Verteilungsverfahrens).

27 Einführung in die Entwicklungsökonomie 14 Abbildung 2: Lorenzkurve 100% Kumulierter Anteil der jeweiligen Gruppe am Gesamteinkommen Y 5 0% 20% 8 0% A V Lorenzkurve 1 0% % 5 0% Kumulierter Anteil der betrachteten Population X (aufsteigend nach der Höhe ihres Einkommens) Quelle: Eigene Darstellung.

28 Einführung in die Entwicklungsökonomie 15 (5) Physical Quality Life Index Frage 10: Wie setzt sich der Physical Quality Life Index zusammen? Antwort: Physical Quality Life Index (PQLI): von D. Morris 1979 entwickelter Indikator zur Messung der (Unter-)Entwicklung Zusammensetzung: Durchschnitt aus folgenden zu gleichen Teilen gewichteten Indikatoren auf einer Skala von 1 ( schlecht ) bis 100: Lebenserwartung nach Vollendung des 1. Lebensjahres (28 Jahre 1 Punkt = 77 Jahre 100 Punkte) Säuglingssterblichkeit pro Geburten (229 1 Punkt = Punkte) Alphabetisierungsrate der Bevölkerung über 15 Jahren (1 Prozent 1 Punkt 100 Prozent 100 Punkte) Implizit berücksichtigt der PQLI also Kriterien wie hygienische Bedingungen, Zugang zu sauberem Wasser, elementarer medizinischer Versorgung und Bildung, Ernährung etc. Ermittlung und Qualität der Bildungsdaten wie beim HDI schwierig Direkte Aussagen über die wirtschaftliche Entwicklung können hingegen nicht getroffen werden, da das Einkommen nicht explizit berücksichtigt wird. Pro-Kopf- Einkommen und PQLI tendieren zwar in die selbe Richtung, es ist aber keine enge Korrelation zwischen beiden erkennbar : Bsp. Kuba Deutschland Tabelle 1: Cuba vs. Deutschland Kuba Deutschland Lebenserwartung 77,4 Jahre 78,8 Jahre Säuglingssterblichkeit 6,22 pro Geburten 4,12 pro Geburten Alphabetisierungsrate 97 % 99 % GDP/Kopf(PPP) US $ US $ Quelle: Weltbank.

29 Einführung in die Entwicklungsökonomie 16 (6) Corruption Perceptions Index (CPI) Frage 11: Welchen Index veröffentlicht Transparency International und was misst dieser Index genau? Antwort: Anm.: Der CPI wurde erstmals 1995 von Transparency International veröffentlicht und fasst eine Reihe von Erhebungen zusammen, die die Wahrnehmung (perception) von Geschäftsleuten und Länderanalysten im In- und Ausland widerspiegeln. Der TI Corruption Perceptions Index 2003 erfasst 133 Länder. Der CPI-Score liegt zwischen 10 (frei von Korruption) und 0 (extrem von Korruption befallen). Probleme... Sehr intransparente Messung Beruht auf Befragungen, mit allen damit verbundenen Problemen Es müssen mindestens 3 unabhängige Untersuchungen für ein Land vorliegen, damit es aufgenommen wird. Gerade für die korruptesten Länder gibt es keine 3 Messungen, so dass für diese kein CPI berechnet werden kann. Was ist wahrgenommene Korruption? Achtung: Die Abkürzung CPI wird üblicherweise für den Konsumentenpreisindex (Consumer Price Index) verwendet.

30 Einführung in die Entwicklungsökonomie 17 Abbildung 3: Auswahl CPI 2007 Quelle: Transparency International.

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