Multimomentaufnahme. Fachhochschule Köln Campus Gummersbach Arbeitsorganisation Dr. Kopp. Multimomentaufnahme. Arbeitsorganisation

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2 Gliederung der Präsentation - Definition - Zeitstudien Einordnung - Prinzip und Verfahrensformen - Genereller Ablauf - Planung von MM-Studien 2

3 Definition multum momentum viel Augenblick Die besteht in dem Erfassen der Häufigkeit zuvor festgelegter Ablaufarten (Tätigkeiten) an einem oder mehreren gleichartigen Arbeitssystemen mit Hilfe stichprobenmäßig durchgeführter Kurzzeitbetrachtungen. 3

4 Sinn von Zeitstudien Soll Zeiten: Zeiten, mit denen der Arbeitsvollzug und die Auftragsabwicklung geplant und gesteuert wird Ist Zeiten: Zeiten, die für den Arbeitsvollzug und die Auftragsabwicklung tatsächlich beansprucht werden Z I E L: Differenzen zwischen beiden Zeiten klären und abstellen 4

5 Zeitermittlungsverfahren 5

6 Zeitaufnahme und 6

7 Ermittlung von Zeitdaten mittels MMA -Rundgänge in zufälligen Zeitabständen -Beobachtungen und Notierung, welche Ablaufart gerade vorliegt -Ergebnis sind Häufigkeiten für die einzelnen Ablaufarten -Damit Rückschluss auf den entsprechenden Zeitanteil 7

8 Prinzip einer 8

9 Ablauf einer MMA 9

10 Verwendung von Zeitdaten 10

11 Wann wird die MMA angewendet? - Bei der Untersuchung über Arbeitsabläufe im Zusammenhang mit der Fertigungsplanung und Fertigungssteuerung - Bei der Ermittlung von betrieblichen Kennzahlen, wie z. B. Auslastungsgrad und Arbeitskräftebedarf - Für die Ermittlung von Verteilzeitzuschlägen 11

12 Was passiert bei der n? -Der Anwender dieses Verfahrens beobachtet zu vorher festgesetzten Zeitpunkten auf Betriebsrundgängen die Art des Ablaufes bestimmter Arbeitssysteme (z. B. ob eine Maschine läuft oder still steht) -Aufgrund vieler solcher Moment-Beobachtungen kann ein für verschiedene Zwecke aussagefähiges Abbild von Ist- Abläufen gewonnen werden. 12

13 Angewandte Verfahren Was ist interessant? MM Häufigkeitszählverfahren: Bestimmt die relative Häufigkeit von Ablaufarten. Das Ergebnis ist die Auskunft über absolute oder prozentuale Häufigkeiten von Vorgängen. MM Zeitmessverfahren: erlaubt zusätzlich den Schluss auf die Dauer eines Ereignisses 13

14 Übersicht MMV 14

15 Genereller Ablauf Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 15

16 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 16

17 Ziel festlegen Als erstes muss man das Ziel und die zu beobachtenden Arbeitssysteme festlegen: Festlegung der zugrundeliegenden Arbeitsplätze und der zu erfassenden Menschen und Betriebsmittel Beispielhafte Ziele sind: die Ermittlung von (Zeit-)Anteilen für bestimmte Ablaufarten am Gesamtablauf oder die Beschäftigungsgrade von Mitarbeitern und Betriebsmitteln 17

18 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 18

19 Ablaufarten festlegen Bedingung ist, dass diese Ablaufarten durch kurzzeitiges Beobachten eindeutig identifizierbar sind man sich auf wenige Ablaufarten beschränken jede zusätzliche Ablaufart erhöht den Beobachtungsumfang enorm 19

20 Ablaufarten festlegen Haupttätigkeit Tätigkeit Nebentätigkeit Im Einsatz Zusätzliche Tätigkeit Mensch Außer Einsatz Betriebsruhe Unterbrech -ungder Tätigkeit ablaufbedingt störungsbedingt erholungsbedingt persönlich bedingt nicht erkennbar 20

21 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 21

22 Rundgangs-Plan und Zeiten festlegen Rundgangsplan: Skizzenmäßige Darstellung der Beobachtungsstandpunkte und Beobachtungsfolge Die Beobachtungsfolge gibt an welchen Weg der Beobachter nehmen soll Hier sollen wenn möglich auch Variationen der Folge angegeben werden um das Zufallsprinzip zu wahren 22

23 Rundgangs-Plan und Zeiten festlegen 23

24 Rundgangszeitpunkte: Rundgangs-Plan und Zeiten festlegen Damit die statistischen Bedingungen erfüllt werden und auch eine unbewusste Beeinflussung der Ergebnisse durch den Beobachter ausgeschlossen wird, müssen die Zeitpunkte für die einzelnen Rundgänge zufällig gewählt werden Zunächst wird hierzu festgelegt, wie viele Beobachtungen pro Tag durchgeführt werden sollen Weitere Einflussgrößen auf die Rundgangshäufigkeit sind dessen Dauer, die geplante Dauer der Multimomentstudie an sich sowie die Anzahl der einsetzbaren Beobachter 24

25 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 25

26 Beobachtungsumfang bestimmen Die Anzahl der erforderlichen Beobachtungen (Stichprobenumfang) ist abhängig von dem geforderten absoluten Vertrauensbereich f' der Ergebnisse dieser Wert gibt ein Intervall (in % vom erhaltenen numerischen Wert) an, in dem der tatsächliche Wert vom Wert der (bei einer zusätzlich gegebenen Aussagewahrscheinlichkeit, üblicherweise 0,95) entfernt sein kann Also: Bei einer Aussagewahrscheinlichkeit von 0,95 und einem f' von 2 % liegt der tatsächliche Wert mit einer Wahrscheinlichkeit 0,95 nicht weiter als ±2 % von dem in der Multimomentstudie ermittelten Wert entfernt Die vermutlich erforderliche Zahl der Beobachtungen n' hängt - bei gegebener Aussagewahrscheinlichkeit - von der gewünschten Genauigkeit f' und dem Anteilswert p der einzelnen Ablaufarten ab 26

27 Beobachtungsumfang bestimmen Formel zur Berechnung der erforderlichen Beobachtungen n`: n` erforderliche Zahl der Beobachtungen p = geschätzter Anteil an der Zahl der Beobachtungen f = erforderlicher absoluter Vertrauensbereich 1,96 = Statistischer Sicherheitsfaktor bei Aussagewahrscheinlichkeit S= 95% 27

28 Als praktisches Hilfsmittel zur Bildung der Stichprobe ist bei REFA ein Nomogramm veröffentlicht 28

29 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 29

30 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 30

31 Zwischenauswertung Erste Zwischenauswertung nach 500 Rundgängen Mit zunehmender Anzahl an Beobachtungen ergibt sich eine Verteilung der Häufigkeiten der beobachteten Ablaufarten, die sich zunehmend der wirklichen Verteilung annähert, der Vertrauensbereich wird immer kleiner Ursprünglich geschätzte Verteilung f wird durch näherungsweise ermittelte f ersetzt Prüfen ob die ursprünglich vorgesehene Anzahl von erforderlichen Beobachtungen ausreicht, um die gewünschte Genauigkeit zu erreichen oder ob sich gar die Studie verkürzen lässt: ist f < als f? Ja Endauswertung ; Nein n neu ermitteln Auch die neuen Werte lassen sich - in umgekehrter Ablesefolge - aus dem Nomogramm entnehmen 31

32 Zwischenauswertung 32

33 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 33

34 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 34

35 Ziel festlegen Ablaufart festlegen Rundgangsplanund Zeiten festlegen Beobachtungsumfang bestimmen Ablauf der Beobachtung durchführen Zwischenauswertung Ist der erzielbare Vertrauensbereich f kleiner als der erforderliche f Endauswertung NEIN JA Erforderlichen Beobachtungsumfang n berechnen und weitere Beobachtungen durchführen 35

36 Endauswertung Die Endauswertung folgt im Wesentlichen der Vorgehensweise der Zwischenauswertung Bei Einsatz einer leistungsfähigen Tabellenkalkulation kann eine kontinuierlich erweiterte Zwischenauswertung am Ende der Studie unmittelbar die Endauswertung sein 36

37 Beispiel 37

38 Beispiel 38

39 Vorteile Nachteile Keine Messgeräte Kurze Bindung der Erhebungsperson an dem beobachteten Arbeitsplatz Beobachtung beliebig vieler Arbeitsplätze möglich Schnelle Auswertung Problematische Prüfung auf sachliche Richtigkeit einzelner Notierungen keine Auskünfte über Leistungsgrade bei störungsbedingten Ausfällen ist eine Ursachenfeststellung schwierig Abwesenheitsgründe vom Arbeitsplatz können idrnicht weiter untersuch werden 39

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