Pflegefachtagung Pädiatrie 2014

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1 Pflegefachtagung Pädiatrie 2014 Soziokulturelle Vielfalt & Verständigung Ursachen für Missverständnisse Dr. Ali El Hashash Luzern, 9. September

2 Programm: 1. Einleitung Hinweise; Bedeutung der Thematik 2. Grundlagen- die Fundamente Bedürfnisse, Soziokultur und Interaktion 3. Interaktionsprozess in der soziokulturellen Vielfalt Kanäle und Informationsträger Soziokulturelle Schemata 4. Zusammenfassung, Abschluss 2

3 Kommunikationsmedium: Deutsch als Fremdsprache Hinweise Kommunikationsart: Para- verbal, Nonverbal etc. Methodik: Praxis- und Ressourcenorientiert; theoretische Modelle sind nur hypothetische Klärungsversuche bzw. Konstrukte von lebendigen Gesellschaftsverhältnissen Inhalt: Auswahl der Aspekte; meist unbewusste Faktoren; Erweiterung der Erkenntnisse/ Perspektive um die interkulturelle Dimension 3

4 Menschliche Bedürfnisse - Das Bedürfnis - = nach Orientierung & Kontrolle - = nach intakten sozialen Beziehungen - = nach Selbstwerterhöhung & Selbstwertschutz - = nach Lustgewinn & Unlustvermeidung - = nach Sexualität/Nahrung/ Flüssigkeit - = nach Kohärenz (Grawe - Konsistenzprinzip: Vereinbarkeit der gleichzeitig ablaufenden neuronalen/psychischen Prozesse) 4

5 Bedürfnisse- Grundcharakteristika (Auswahl) - B. lassen sich grundsätzlich nur in der Interaktion mit unseren Mitmenschen befriedigen - B. sind dynamisch und hinsichtlich Priorität können sich in derselben Situation ändern. - B. können gleichzeitig in Konkurrenz zueinander treten - Die Befriedigung der B. kann kooperativ oder in Konkurrenz, auf Kosten anderer Mitmenschen erfolgen

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11 Voraussetzungen 1. Verständigungsmedium 1. Regelsysteme, die gesellschaftlich/ gemeinschaftlich tauglich sind

12 Soziokultur Soziokultur ist die historisch gewachsene und sich stets verändernde Art und Weise der Gestaltung zwischenmenschlicher und sozialer Beziehungen, mit dem grundlegenden Ziel, Bedürfnisse zu befriedigen. Dies beinhaltet sowohl kommunikative Fähigkeiten und Fertigkeiten als auch die ihnen zugrundeliegenden Orientierungsschemata wie Denk- und Informationsvermittlungsstruktur, Umgang mit Konflikten etc.

13 Zusammenfassung In jeder zwischenmenschlichen Interaktion geht es um Bedürfnisbefriedigung Ohne Verständigung keine Bedürfnis -befriedigung In der Sozialisierung eignen wir uns Fertigkeiten und Fähigkeiten an, um diese zu befriedigen Diese soziokulturelle Fähigkeiten und Fertigkeiten sind historisch gewachsen und gelten nur im jeweiligen Umfeld

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24 Verständigung in der soziokulturellen Vielfalt - Fähigkeit, an der eigenen soziokulturellen Prägung zu arbeiten (Selbstanalyse) - Fähigkeit, Widersprüchlichkeiten und Mehrdeutigkeiten aushalten zu können (Ambiguitätstoleranz) - Fähigkeit, Missverständnisse in der interkulturellen Begegnung auszuhalten (Frustrationstoleranz) - Fähigkeit, sich bewusst auf ungewohnte bzw. fremde Situation einzustellen und die Bereitschaft, eigene soziokulturelle Schemata zu modifizieren, ergänzen bzw. neue zu erlernen (Flexibilität) - Fähigkeit, Interesse an der Vielfalt menschlicher Soziokulturen zu entwickeln (Neugierde) - Fähigkeit, mit Störungen und Irritationen konstruktiv umzugehen (Metakommunikation) 24

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26 Zusammenfassung 1. Veränderte Lage im Gesundheitssektor: Patienten sind Kunden 2. Bedürfnisse: Orientierung & Kontrolle; Selbstwert und intakte Beziehungen 3. Kommunikationsprozess: Soziokulturelle Unterschiede sind absolut. Missverständnisse sind normal. Thema gehört in Grundausbildung

27 Ausgewählte Literatur Bochner, S. (1982): Cultures in Contact. Oxford. Bergmann, N./ Sourisseaux, A. L. J. (1996): Interkulturelles Management. Heidelberg El Hashash, A. (2013): Interkulturelle Kommunikation. Missverständnisse, Klärungen & Umgangsformen. IKM- Institut. Dietikon. El Hashash, A. (2012): Exkursion: Migrationsdasein. In: Barandun, K. (Hrsg): Partizipation in interkulturellen Siedlungen. Zürich Grawe, K. (2004): Neuropsychotherapie. Göttingen/Bern. Gontovos, K. (2000): Psychologie der Migration. Hamburg/ Berlin. Maalouf, A. (2000): Mörderische Identitäten. Frankfurt a. M. Mead, G.H. (1968): Geist, Identität und Gesellschaft. Frankfurt a. M. Marks, S. (2010): Die Würde des Menschen. München. Oksaar, E. (1988): Kulturemtheorie. Hamburg. Roth, G. (2001): Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert. Frankfurt a. M. Thomas, A. (2003): Psychologie interkulturellen Handelns. Göttingen. Voigt, C. (2009): Interkulturell führen. Zürich. 27

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