Agenda Softwareentwicklung nach der ISO9001? von Robert Woll Motivation Einige aktuelle Herausforderungen für Unternehmen heutzutage: zunehmende Konkurrenz höhere Kundenanforderungen stärkere Integration der Produktionsketten Verbraucherschutz- und Produkthaftungsgesetze Motivation Die ISO 9000/9001 fordert organisatorische Regelungen für die Erfüllung von Kundenwünschen, effiziente Prozesse innerhalb des Unternehmens, Fehlervermeidung und das Schaffen von Vertrauen. Motivation Ein unabhängiger Nachweis, diese Regelungen eingeführt und umgesetzt zu haben, ist eine offizielle ISO 9001 Zertifizierung! Agenda
Begriffsklärung: Die ISO9000/9001 Die ISO9000/9001 Die Familie der Qualitätsnormen: Deutsches Institut für Normung DIN EN ISO 9000:2000 Europäische Norm International Standard Organization Erscheinungsjahr ISO9000 stellt Grundlagen und Begriffsdefinitionen für ISO9001 erweitert ISO9004 Fokus: die ISO9000 Definition: Qualität Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale [ ] Anforderungen erfüllt? Fokus: die ISO9000 Bezugseinheiten für den Qualitätsbegriff: System Prozess Erforderungen oder Erwartungen, das oder die festgelegt, üblicherweise vorausgesetzt oder verpflichtend sind. Produkt Fokus: die ISO9000 Wer stellt die Anforderungen an eine Einheit? Produkt Endkunde bzw. Anwender System Auftraggeber Prozess Produktmerkmale Fokus: die ISO9000 System ist ein Managementsystem Qualitätsmanagementsystem Qualitätsmanagement Qualität ist Teil von bestimmt bestimmt und sichert
Fokus: die ISO9000 Qualitätsmanagement besteht aus: Die ISO9000/9001 Die Familie der Qualitätsnormen: Qualitätspolitik, Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätsdarlegung und Qualitätsverbesserung. ISO9000 stellt Grundlagen und Begriffsdefinitionen für ISO9001 erweitert ISO9004 Fokus: die ISO9001 Die Anforderungen der ISO9001 betreffen: Verantwortung der Leitung, Management der Mittel, Messung, Analyse und Verbesserung und Produktrealisierung. Fazit: ISO9000/9001 Die ISO9000 beschreibt, was ein Qualitätsmanagementsystem ist. Die ISO9001 legt die Anforderungen an ein solches QM-System fest. Agenda Allgemeine Anforderungen: Ein Produkt wird auf dem Markt durch mehrere Prozesse realisiert. Diese Prozesse müssen ermittelt, geplant und eingeführt werden. Ihre Ausführung muss unter beherrschten Bedingungen stattfinden.
Betrachtung aus der Qualitätssicht: Die Konformität des Produktes mit den Kundenanforderungen muss verifizierbar sein. Die Produktionsprozesse messbar, überwachbar und reproduzierbar sein. Die Anforderungen der ISO9001 an die Produktrealisierung beziehen sich auf: kundenbezogene Prozesse, Design und Entwicklung, Beschaffung, Prüfmittelüberwachung und die tatsächliche Produktion. Kundenbezogene Prozesse: Kundenbezogene Prozesse - Fazit: Ermittlung und Überprüfung von Kundenanforderungen (Vollständigkeit, Konsistenz, Legalität, Erfüllbarkeit, etc.) Feste Regelungen zur Kommunikation mit dem Kunden (Informationsbereitsstellung, Reklamation, Befragungen, etc.) Der Kunde ist König. oder auch Am Anfang steht der Kunde. Design und Entwicklung: Design und Entwicklung - Fazit: Erstellung von Anforderungsspezifikationen Dokumentation der Prozessergebnisse Verifizierung der Ergebnisse Überprüfung der Prozessfähigkeit Lenkung von Änderungen Es geht um: Regelung, Dokumentation, Verifizierung und Validierung.
Beschaffung: Beschaffung - Fazit: Anforderungsbeschreibungen für Beschaffungen Bewertung und Auswahl von geeigneten Lieferanten Verifizierung von beschafften Produkten Nur wer Qualität kauft, kann auch Qualität weitergeben. oder auch Verhalten sich die Lieferanten ISO 9000/9001 konform?! Prüfmittelüberwachung: Prüfmittelüberwachung - Fazit: Validierung der Prüfmittel Instandhaltung der Prüfmittel (Dokumentation des Zustandes, festgelegt Kalibrierverfahren) Korrekter Einsatz der Prüfmittel Der Fehler darf nicht in der Annahme liegen. Produktion: Fazit: Anf. Produktrealisierung ISO 9001 = Kennzeichnung des Produktstatus Pfleglicher Umgang mit Kundeneigentum (Kennzeichnung, Lagerung, Instandhaltung, etc.) Pfleglicher Umgang mit Produkt (Handhabung, Verpackung, Lagerung, Versand) Validierung der Prozesse Dokumentation + Prüfung + Selbstverständlichkeiten in Worte gefasst Das Schöne dabei: Die ISO9000/9001 ist sehr allgemein formuliert und lässt sich somit auf die meisten Unternehmen abbilden.
Fazit: Anf. Produktrealisierung Das Problem: Die ISO 9001 sagt nur WAS zu tun ist, Aber nicht WIE! Agenda Die Zertifizierung Voraussetzungen für eine Zertifizierung sind: ein ISO 9001 konformes QM-System, eine vollständige QM-Dokumentation (anweisend und protokollierend) ein erfolgreiches durch einen externen Prüfer vorgenommenes Audit. ISO 9001 Die Zertifizierung Ablauf einer ISO 9001 Zertifizierung: 1. Einführendes Projektgespräch 2. Prüfung der Unterlagen 3. Audit (Planvorstellung, Stichproben, Abweichungsberichte, Schlussgespräche, Abschlussbericht) Die Zertifizierung Nach einer erfolgreichen ISO 9001 Zertifizierung: Die Zertifizierung Vorbereitungen für ein ISO 9001 Audit: 1. Ausstellung des Zertifikates 2. Jährliche Überwachungsaudits 3. 3-jährliche Re-Audits Q Auswahl einer Zertifizierungsstelle (Preise, Neutralität, etc.) Interne Audits Zertifikate von Kooperationspartnern anfordern
Fazit: Die Zertifizierung Eine Zertifizierung interne (90%) und externe (10%) Kosten. Nur eine Zertifizierung zwingt ein Unternehmen, die ISO 9001 konsequent zu befolgen. Eine Zertifikat mindert die Kommunikationskosten (Aussendarstellung). Agenda Die Anwendung für die SE Ansätze des QM in SW-Unternehmen: Vorgehen nach dem V-Modell Gängige Testwerkzeuge (JUnit, HttpUnit, etc.) Verifikationsmethoden (z.b. Model Checking) Genaue Qualitätsmetriken Standardisierte Dokumentenformate (z.b. UML) Die Anwendung für die SE Was noch hinzu kommen müsste: eine unternehmensweite Qualitätspolitik (Bewusstsein, Schulungen, etc.) unternehmensweite Evaluation aller Prozesse Prüfung aller verwendeten Tools und Produkte jede Menge Dokumente (QM-Handbuch, Verfahrenansweisungen, Protokolle, etc.) Die Anwendung für die SE Wichtig: Spezielle zu beachtende Merkmale in Softwareunternehmen: einmalige Produktionsrealisierung Theoretische Beweisbarkeit des Produktverhaltens unveränderliches Prüfmittelverhalten Systemabhängigkeit Die Anwendung für die SE Andere Qualitätsnormen der SW-Branche: CMM V-Modell SPICE
Die Anwendung für die SE Fokus: Das Capability Maturity Modell Optimizing Managed Defined Die Anwendung für die SE CMM VS ISO 9000/9001: ISO 9001 Konformität CMM Stufe 3-4! Menge(ISO 9001)? Menge(CCM) ISO 9001 < (ISO 9001 U CMM) > CMM Repeating Initial Fazit: Die Anwendung für die SE Die Einhaltung mind. eines dieser Ansätze wird von vielen Auftraggebern vorausgesetzt. CMM und V-Modell sind mögliche Alternativen Zur ISO 9001, sind aber weniger umfassend! Eine Kombination verschiedener Modelle kann zu mehr Qualität führen. Agenda Was wir heute kennengelernt haben: Die ISO 9000/9001 (Grundlagen, Zusammenhänge, Zertifizierung) Ansätze zur Softwarequalitätssicherung eine Menge Gute Gründe sich als Unternehmer dieses Thema einmal näher anzusehen Interessante Links: Allgemein: www.qm-infocenter.de ISO: www.iso.org V-Modell: www.v-modell.iabg.de CMM: www.sei.cmu.edu/cmm/cmm.html DGQ: www.dgq.de DQS: www.dqs.de TÜV-Cert: www.tuev-cert.de
Anhang Die folgenden Folien stehen zur freien Verfügung. Noch Fragen? Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Zuverlässigkeit Einmalige Produktrealisierung Effekte: materielle Faktoren Kontaktqualität Einfühlungsvermögen - geringe Wiederverwendbarkeit von gesammelten Erfahrungen - Wegfall statistischer Methoden zur Beurteilung der Prozessfähigkeit Freundlichkeit Vertrauen Quelle: Kristin Anderson, Umwerfender Service Theoretische Beweisbarkeit des Produktverhaltens Effekte: + Beweis der Anforderungserfüllung (Korrektheit) ist möglich + Neue Entwicklungsansätze (Test-driven Development) + Ressourcenschonende Messverfahren Unveränderliches Prüfmittelverhalten Effekte: - keine wiederholte Kalibrierung nötig - keine spezielle Lagerung nötig
Systemabhängigkeit Effekte: - Viele verschiedene Konstellationen für Testumgebungen - Schlecht vorausschaubare Hardware- oder Softwarekonflikte In CMM 1? Out In Process 1 Process n... In... Out CMM 2 CMM 3 Quelle: http://www.wibas.de/download/cmm_ueberblick.pdf Out In In...... Out Out CMM 4 CMM 5 Quelle: http://www.wibas.de/download/cmm_ueberblick.pdf