AWMF nline Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Orthpädie und Orthpädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthpädie (BVO) AWMF-Leitlinien-Register Nr. 033/017 Entwicklungsstufe: 1 nicht aktualisiert Zitierbare Quelle: Dt. Ges. f. Orthpädie und rthpäd. Chirurgie + BV d. Ärzte f. Orthpädie (Hrsg.) Leitlinien der Orthpädie, Dt. Ärzte-Verlag, 2. Auflage, Köln 2002 Synnyme: Lumbale Spinalkanalstense Spinalstense, Spinalkanalstense, Spinale Stense, Claudicati spinalis (Symptm), Enger Spinalkanal Schlüsselwörter: Spinalstense, Spinalkanalstense, Spinale Stense, Claudicati spinalis, Enger Spinalkanal, Claudicati intermittens spinalis Definitin Die lumbale Spinalkanalstense ist eine relative der abslute Enge des Spinalkanals. Symptme einer Claudicati spinalis (neurlgische Symptme) treten belastungsund haltungsabhängig auf. Ätilgie, Pathgenese, Pathphysilgie Ätilgie Primär enger Spinalkanal (angebrene Knchenaufbaustörungen, kngenitale Fehlbildungen wie Achndrplasie/Chndrdystrphie), idipathische Frmen Knchenerkrankungen und Verletzungen Pathgenese Der lumbale Spinalkanal hat eine genetisch determinierte Weite mit geringster Ausdehnung in Höhe L3/L4. Mögliche Entstehung der Einengung:
Degenerative Veränderungen der Wirbelsäule und/der der Ligamenta flava, Spndylphyten Diskusprtrusinen Pseudspndyllisthesis Die typischen Symptme sind Flge der belastungs- und haltungsabhängigen mechanischen Nervenwurzelirritatin. Klassifikatin Für den wissenschaftlichen Vergleich empfehlen wir die Verwendung flgender Klassifikatin in der Originalfassung: Arnldi 1976: Klassifikatin der Ursachen einer Spinalkanalstense Medizinische Schlüsselsysteme ICD-10 M48.0 Spinalstense, lumbale Spinalstense Anamnese Spezielle Anamnese Schmerzen: Lkalisatin (Kreuz und/der Gesäß, Beinschmerz), Schmerzausstrahlung, Verlauf, Belastungs- und Psitinsabhängigkeit, Besserung bei Vrnüberbeugen (Entlrdsieren), Sitzen, Liegen Funktinseinschränkung: Gehstrecke eingeschränkt, Belastbarkeit, belastungsabhängige Kraftminderung der Beine Frühere Verletzungen, Erkrankungen, knservative und perative Therapien an der Wirbelsäule; Kxarthrse mit Kntrakturen Allgemeinerkrankungen und Risikfaktren Familienanamnese Szialanamnese Diagnstik Klinische Diagnstik Inspektin Beurteilung der Wirbelsäule Beurteilung des Gangbildes Palpatin
Lkaler Druckschmerz Spezifische Funktins- und Schmerztests Prvkatinstest: Passive Reklinatin Vrbeugetest: Bei Inklinatin Besserung der Beschwerden Beurteilung evtl. Kntrakturen der Hüftgelenke Überprüfen der schmerzfreien Gehstrecke Neurlgische Untersuchung Pulsstatus untere Extremität Apparative Diagnstik Ntwendige apparative Untersuchungen Röntgen LWS in 2 Ebenen Im Einzelfall nützliche apparative Untersuchungen Röntgen: Funktinsaufnahmen und Spezialprjektinen LWS Röntgen: Beckenübersichtsaufnahme CT MRT EMG, NLG Myelgraphie, Myel-CT, Funktinsmyelgraphie Dppler-Sngraphie Häufige Differentialdiagnsen Arterielle Verschlusskrankheit Raumeinengende Przesse (Tumre, Tumrmetastasen, Bandscheibenvrfall, Bandscheibenprtrusin) bei fehlender anatmischer (knöcherner) Enge Traumatische und steprtische Veränderungen Pseudradikuläre Syndrme, Affektinen des Ilisakralgelenkes Pelvine und inguinale Angipathien Neurgene Inguinalsyndrme Artenaneurysma Klinische Scres Für den wissenschaftlichen Vergleich empfehlen wir die Verwendung des flgenden Schemas in der Originalfassung: Therapie Oswestry Lw Back Pain Disability Questinnaire nach Fairbank et al. 1980 Ziel sind die Verminderung vn Schmerz und die Verbesserung vn Gehleistung und Lebensqualität.
Knservative Therapie Beratung Aufklärung über die Erkrankung, deren natürlichen Verlauf und dessen Beeinflussbarkeit durch knservative bzw. perative Therapie. Die Beratung ist individuell zu gestalten und umfasst u.a.: Verhalten im Alltag, körperliche Belastung in Beruf und Sprt, Körpergewicht, Rückenschulung. Medikamentöse Therapie Die medikamentöse Behandlung dient der Reduktin vn Schmerzen und möglicher Schwellung im Spinalkanal. Wirksame Maßnahmen sind z.b.: Antiphlgistika (NSAR) Epi-/peridurale Injektinen, ggf. CT-gesteuert Physikalische Therapie Krankengymnastik: Muskelaufbautraining der Bauch- und Rückenmuskulatur; Entlrdsieren Hydr- und Balnetherapie Orthpädietechnik Stck bzw. Unterarmgehstützen Entlrdsierendes Mieder/Krsett Operative Therapie Allgemeine Indikatinskriterien Beschwerdepersistenz trtz knservativer Therapie Schmerzen, Leidensdruck, Belastungsbegrenzung Neurlgische Symtme Ausdehnung der Stensestrecke Aktivitätsgrad des Patienten Allgemeinzustand und Begleitkrankheiten Häufige Operatinsverfahren Ziel vn Operatinen ist eine gezielte Dekmpressin, ggf. mit instrumenteller Stabilisierung. Verfahren: Dekmpressin durch Lamintmien unterschiedlicher Ausdehnung und Lkalisatin (z.b. Hemilaminektmie, Laminektmie, Unterschneidung der Wirbelbögen) Ggf. zusätzlich instrumentelle stabilisierende Verfahren bei bestehender der zu erwartender Instabilität Planung und Vrbereitung Durch apparative Verfahren ist die Lkalisatin und Ausdehnung der Stensestrecke zu identifizieren
Implantate, Instrumente Fremdblutsparende Maßnahmen Möglichkeit der intraperativen Höhenlkalisatin (Durchleuchtung) und Dekmpressinskntrlle (z.b. intraperative Myelgraphie) Mögliche Flgen und Kmplikatinen Allgemeine Risiken und Kmplikatinen: Hämatm, Wundheilungsstörung, Wundinfekt, tiefe Beinvenenthrmbse, Emblie, Gefäßverletzung, Nervenverletzung Spezielle Flgen: Instabilität, durch Vernarbung verursachte Beschwerden, Restensierung Kmplikatinen: Verletzung der Dura, Liqurfistel; bei stabilisierenden Operatinen Pseudarthrse, Implantatversagen Pstperative Maßnahmen Pstperative Röntgenkntrlle Spezielle Lagerung, Thrmbseprphylaxe Individuelle pstperative Physitherapie, frühzeitige Mbilisierung, individueller Belastungsaufbau, ggf. zeitlich limitiert Rumpfrthese Stufenschema Therapeutisches Vrgehen Orientierungskriterien Schmerz, Ausmaß der Stense, Gehstrecke, Therapieresistenz vn Maßnahmen, Leidensdruck, Begleiterkrankung Stufe 1 ambulant Beratung, Physitherapie, analgetische und/der antiphlgistische Medikamente, Injektinsbehandlung, entlrdsierendes Mieder/Krsett Stufe 2 ambulant/ggf. statinär Maßnahmen der Stufe 1, zusätzlich epi-/peridurale Injektinsbehandlung Stufe 3 statinär Operatin Prgnse Häufig ist die Rekmpensatin der klinischen Symptmatik durch knservative Behandlung möglich. Eine günstige Prgnse besteht bei perativer Dekmpressin. Perspektiven Durch Verbesserung der bildgebenden Diagnstik und der instrumentellen Verfahren ist eine gezieltere Dekmpressin zu erwarten.
Literatur: Arnldi CC: Lumbar Spinal Stensis and Nerve Rt Entrapment Syndrmes: Definitin and Classificatin. Clin Orthp 115: 4, 1976 Benini A: Die lumbale Wirbelkanalstense. Ein Überblick 50 Jahre nach den ersten Beschreibungen. Orthpäde 22: 257-266, 1993 Fairbank JCT, Davies JB, O'Brien JP: The Oswestry Lw Back Pain Questinnaire. Physitherapy 66: 271-273, 1980 Verfahren zur Knsensbildung: Expertengruppe der Dt. Ges. f. Orthpädie und rthpädische Chirurgie und des Berufsverbandes der Ärzte für Orthpädie Autren: K. A. Matzen Kautren: W. Siebert B. Gndlph-Zink H. Blümlein W. Nack Erstellungsdatum: August 1998 Überarbeitung: 01. April 2002 Überprüfung geplant: Zurück zum Index Leitlinien Orthpädie Zurück zur Liste der Leitlinien Zurück zur AWMF-Leitseite
Stand der letzten Aktualisierung: 01. April 2002 Deutsche Gesellschaft für Orthpädie und Orthpädische Chirurgie Autrisiert für elektrnische Publikatin: AWMF nline HTML-Cde ptimiert: 09.07.2003 11:18:16