Prozess- und Projektmanagement

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Transkript:

Prozess- und Projektmanagement Mehrprojektmanagement Projektportfolio 2011 Manfred Bauer

Inhalt 1. Definition Portfolio 2. Historie 3. Portfoliotechnik BCG- Matrix Vorteile Nachteile 4. Projektportfolio 1. Ziele und Nutzen 2. Vorgehen 3. Unterteilung 4. Beispiel 5. Ergebnis 5. Projektportfoliomanagement 1. Fragestellung 2. Aufgaben 3. Ergebnis

Definition Portfolio Französische Übersetzung potrefeuille Brieftasche, Mappe Anwendung in der Wirtschaft: Einteilung und Bewertung von Geschäftsbereichen nach ausgewählten Kriterien Unternehmensportfolio: Marktanteil, Wachstum Produktportfolio: Gewinn, Anteil am Umsatz, Zuwachsraten Projektportfolio

Historie 50er Jahre: Erstes Wertpapierportfolio nach Markowitz Finanzbereich 60er Jahre: Boston Consulting Group oder McKinsey entwickelte in den Sechzigern Wachstums-/ Marktanteilsmatrix 70er Jahre: Geschäftsfeld- Portfolio: Entscheidungen über Ressourceneinsatz => Übergang zur Produktstrategie 90er Jahre: Projektportfolio: Analyse und Planungsinstrumente für das PM zur Optimierung der Ressourcen oder nach Gewinn, Qualität, Terminen

Portfoliotechnik BCG- Matrix Bsp.: Produktportfolio Auftragen Marktwachstum gegenüber Umsatz sog. BCG- Matrix (Boston Consulting Group) Marktwachstum hoch Nach wuchs? Stars niedrig Poor dogs niedrig Cash cows hoch Umsatz

Portfoliotechnik BCG- Matrix Marktwachstum? Umsatz Poor Dogs Eindeutige Strategieansätze -Produkt eliminieren, vom Markt nehmen. - ggf. ohne Investitionen mit geringen Budgets am Markt belassen bis Ergebnis negativ ist. Desinvestition Negativer oder ausgeglichener Cash-Flow, bzw. Ergebnis

Portfoliotechnik BCG- Matrix Marktwachstum? Umsatz Chance Selektive Strategieansätze Bei Entscheidung für Förderung: -Investieren, um Marktführerschaft zu erreichen. Bei Entscheidung für Rückzug: -Produkt vom Markt nehmen, keine Förderung Hoher Investitions-/Mitteleinsatz Negativer Cash-Flow, negatives Produkt- Ergebnis

Portfoliotechnik BCG- Matrix Marktwachstum? Stars Eindeutige Strategieansätze - Position als Marktführer halten und ausbauen. - Aggressive Expansion Umsatz Hoher Investitions-/Mitteleinsatz Ausgeglichener bzw. positiver Cash-Flow und Ergebnis

Portfoliotechnik BCG- Matrix Marktwachstum? Umsatz Cash-Cows Eindeutiger Strategieansatz - Produkt melken, hohe Gewinne und Cash-Flow erreichen - Mittelrückfluss für Förderung der Chance/Stars verwenden - Produkt so lange wie möglich am Markt halten Rationalisierungsinvestitionen Deutlich positiver Cash-Flow bzw. Ergebnis

Portfoliotechnik - Vorteile Grafische Darstellung komplexer Zusammenhänge Bestmöglicher Einsatz von Ressourcen Transparenz des Ressourcenverbrauchs Unterstützung der Entscheidungsträger bei Ausrichtung von Unternehmungen, Entscheidungsfindung Steigerung der Qualität und Planung Zielorientierte Problemlösung in Bezug auf unrentable Unternehmungen Erhöhung der Wirksamkeit der Kommunikation zwischen der Abwicklung und der Unternehmensleitung

Portfoliotechnik - Nachteile Nichtberücksichtigung weiterer unternehmensentscheidender Faktoren Manipulation bei der Gewichtung subjektiver Kriterien Nichtberücksichtigung von synergetischen Wechselwirkungen verschiedener Unternehmungen starke Vereinfachung der Daten

Projektportfolio Ziele und Nutzen Def.: Gesamtheit aller zu koordinierenden Projekte Ziele und Nutzen: Überblick über alle Projekte Nachweis der strategischen Entwicklung der Projekte regelmäßige Koordination von Zielen, Terminen und Kosten der einzelnen Projekte Kommunikation über die Auswirkungen auf andere Projekte (Projekterfahrungen) Entwickeln von Steuerungsmaßnahmen Nutzung vorhandener Synergien Abbruch von nicht erfolgsversprechenden Projekten

Projektportfolio - Vorgehen Vorgehen a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung a.) Vorbereitung Auswählen des Bewertungskatalogs nach der Unternehmensstrategie Definition der wirtschaftlichen Ziele durch das Management zur Messung des Erfolgs Sammlung aller notwendigen Projektdaten

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung b.) Bewertung Bewertung durch Projektverantwortliche Bei bereits laufenden Projekten: Festlegung der Notwendigkeit für einen Abbruch und der Abbruchsfähigkeit (point of no return) Zur Bewertung wird das Portfolio verwendet

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung Übertragung der Portfoliotechnik auf Projekte durch die Änderung der Kriterien der Achsen Matrixachsen einteilbar nach Einzelkriterien Leistungsindizes aus earned value Analyse Return on Invest (Rentabilität) Projektrisiko Projektbudget Laufzeit Thematische Ausrichtung Organisatorische Zuordnung Ertragsaussichten Kriteriengruppen Wirtschaftliche Bedeutung: Entwicklungsaufwand Personalreduzierung Kostenersparnis Rentabilität Amortisationsdauer Strategische Bedeutung: Kundenorientierung Wettbewerbsvorsprung Reaktionsfähigkeit Entwicklungsfähigkeit

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung Kriterien Gewichtung Bewertungsfaktoren Punkte Max. (1-5) 1 2 3 4 5 Punkte Amortisationsdauer 2 P1 10 10 Kostenersparnis 5 P1 10 25 Rentabilität 3 P1 9 15 Wirtschaftl. Bedeutung 29 50 Entwicklungsfähigkeit 1 P1 1 5 Kundenorientierung 4 P1 20 20 Wettbewerbsvorsprung Strategische Bedeutung 3 P1 6 27 15 40

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung c.) Priorisierung Darstellung der Bewertung in BCG- Matrix Entscheiden und Festlegen der Prioritätsstufen der einzelnen Projekte Vorraussetzung: klare Erkennbarkeit der Abhängigkeiten unter den Projekten Abgrenzung sog. Muss- Projekte

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung Strategische Bedeutung 40 P5 27 P1 20 P4 P3 P2 25 29 50 Wirtschaftliche Bedeutung

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung d.) Planung Zeitliche Einordnung der Projekte Berücksichtigung der Abhängigkeiten der Projekte Kapazitätsabgleich Gesamtprojektplan Abgleich des Finanzplanes mit den definierten Projektzielen Erfolg des Projekts Priorisierung und Planung sind iterativ zu durchlaufen bis optimales Projektportfolio gefunden ist Entscheidung über Auswahl, Fortgang des Projekts

a.) Vorbereitung b.) Bewertung c.) Priorisierung d.) Planung Vergleich der Vorteile Portfoliotechnik Projektportfolio: Unterstützung der Entscheidungsträger bei Ausrichtung von Unternehmungen, Entscheidungsfindung Erhöhung der Wirksamkeit der Kommunikation zw. der Abwicklung und der Unternehmensleitung Grafische Darstellung komplexer Zusammenhänge Vergleich von Projekten Beschränkung der Projekte nach Anzahl und Umfang auf das notwendige Maß Konzentration und Investition in wichtige Projekte Vermeidung von Überschneidungen von Projekten

Projektportfoliomanagement - Fragestellung Anderer häufig verwendeter Begriff: Multiprojektmanagement Fragestellungen: Welche Projekte? Wichtigkeit der Projekte? Kapazitäten (Mensch und Material)? Stand der Projekte?

Projektportfoliomanagement - Aufgaben Bewertung der Projekte Analyse und Abhängigkeiten zw. laufenden Projekten Priorisierung Genehmigung, Ablehnung ggf. Abbruch von Projekten Überwachung von Projekten Koordination der Ressourcen Prüfung der Zielrichtung des Projektportfolios Sicherung der Projekterfahrungen Initiierung neuer Projekte Lenkungskreis

Projektportfoliomanagement - Ergebnis richtige Projekte, zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Umfeld Hilfestellung, Transparenz für Projektmitglieder Einzelne Projekte wie Geschäftsbereiche bzw. wie Produkte des Unternehmens Projektübersicht für das Management Frühzeitige Steuerung durch das Management Ziel: Ableitung strategischer Vorgaben für die Projekt- und Geschäftsleitung

Lenkungskreis

Arbeitshilfen zur Vorlesung Prozess- und Projektmanagement Die zur Verfügung gestellten Dokumente/ Präsentationen lehnen sich weitgehend an das entsprechende Kapitel des PMF an. Es handelt sich um eine Arbeitshilfe für Studierende und nicht um ein zitierfähiges Werk mit entsprechendem Copyright. Büdingen 12.05.2011 Manfred Bauer