Vorlesung Geldpolitik 2. Das Geldangebot. Enzo Rossi FS Das Geldangebot

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2 2 Struktur der Vorlesung. Geldmengen 2. Definitionen 3. Geldmultiplikator 4. Monetäre Basis 5. Bargeld-/Reserven-Einlagen-Relationen 6. Bankkredite

3 3. Geldmengen M 0 M M2 M3 Notenumlauf Noten + Münzen Bankreserven Sichtguthaben M M2 Transaktionskonten Spareinlagen Termineinlagen

4 4 Monetäre Aggregate g

5 5 Monetäre Aggregate g

6 6 2. Definitionen Geldmenge: M CU + D Wechselwirkungen zwischen Publikum, Banken und Zentralbank bestimmen Geldangebot. Publikum: Bargeld-Einlagen-Relation (Bargeldkoeffizient): i CU/D cu () () Banken: Reserven-Einlagen-Relation: RE/D re< (2) Zentralbank: Monetäre Basis (M 0 /Geldbasis/ High-powered money /ZB-Geldmenge): H (3)

7 7 3. Der Geldmultiplikator H d CU RE Nachfrage nach Basisgeld (4) H H d CU RE Gleichgewicht (5) cu CU M cu (6) re RE M cu (7)

8 8 Das Geldangebot H d cu re M (8) cu H M cu re M cu (9) cu H cu re Geldangebot (0)

9 9 Intuition Publikum und Banken haben Präferenzen bezüglich Bilanz- Zusammensetzung. Sowohl die Nachfrage nach Bargeld als auch nach Reserven bedeuten Nachfrage nach H. Anstieg von re oder cu erhöht Nachfrage nach H. Zunahme der Nachfrage nach H verringert Gleichgewichts- Geldmenge. Erhöhung von H < Erhöhung der Gleichgewichts-Geldmenge Geldmenge High-powered money Ganaue Beziehung zwischen Erhöhung von H und Erhöhung g g g von Gleichgewichts-Geldmenge abhängig von H d -Steigung.

10 0 Der Geldmultiplikator M cu H cu re Geldmultiplikator (0a) cu m cu re M mh m M H (0b) ()

11 Der Geldmultiplikator Zwei Faktoren determinieren Geldangebot: Monetäre Basis ( high-powered money ) Geldmultiplikator Je kleiner cu und re, umso grösser der Multiplikator. Geldmultiplikator >. Beruht letztlich darauf, dass Banken weniger Bargeld in der Kasse halten müssen als Abzugsmöglichkeiten ihrer Einleger. Zentralbank hat Geldangebot nur dann genau unter Kontrolle, wenn m konstant.

12 2 Geldmultiplikatoren

13 3 4. Monetäre Basis Zentralbank schafft M 0 (H), wenn sie Aktiven kauft und über Schaffung von Verpflichtungen bezahlt. Hauptgeschäft: hf Offenmarktoperationen Staatsanleihen: Kauf erhöht Sichtguthaben bei Zentralbank und somit M 0. Verkauf senkt Sichtguthaben bei Zentralbank und somit M 0. Schaffung von M 0 durch Federstricht oder Notendruck. In beiden Fällen Schaffung von M 0 nach Belieben.

14 4 Devisenmarkt-Interventionen Kauf von Devisen erhöht M 0. Verkauf von Devisen senkt M 0. Sterilisierung: Neutralisierung der Wirkungen einer Intervention auf M 0

15 5 Devisenmarkt-Interventionen

16 6 Monetäre Basis

17 7 Beziehung Zentralbank Schatzamt Staatskäufe von Gütern und Dienstleistungen erhöhen M 0. Halten von Konti bei Geschäftsbanken zur Minimierung des Einflusses auf M 0 Finanzierung von Defiziten beim Publikum lässt M 0 unverändert. Finanzierung von Defiziten über Zentralbank erhöht M 0. Finanzierung mithilfe der Notenpresse

18 8 5. Bargeld-/Reserven-Einlagen-Relationen g Bargeld-Einlagen-Relation g (cu) Widerspiegelt Verhalten des Publikums Hauptsächlich durch Zahlungsgewohnheiten bestimmt Reserven-Einlagen-Relation Relation (re) Bankensystem beeinflusst Geldangebot über re. Zwei Faktoren beeinflussen re: Mindestreserve-Bestimmungen Halten von Überschuss-Reserven

19 9 Vorlesung Geldpolitik Bargeld-/Reserven-Einlagen-Relation M g / g c r

20 20 Mindestreserven Art. 8 NBG Art 8 NBG legt Satz für MR fest, welche Banken im Durchschnitt h eines Zeitraums halten müssen. Auf CHF lautenden, von Banken gehaltene Münzen, Banknoten und Giroguthaben bei der SNB %-Satz der kurzfristigen, auf CHF lautenden Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in Spar- oder Anlageform.

21 2 Mindestreserven Art. 8 NBG Technisches Ziel: Reibungslose Funktionieren des Geldmarktes Geldpolitische Bedeutung: Überschuss vermindert Zinsschwankungen am Geldmarkt. Geldpolitisches Ziel: Schaffung minimaler, stetiger Nachfrage nach Basisgeld

22 22 Überschuss-Reserven Annahme Sichtguthaben des Publikums, wenn betreffende Bank vertrauenswürdig Vertrauenswürdig, wenn jederzeit Barauszahlung von Sichtguthaben Basisgeld der Banken Vertrauensbasis für Akzeptanz der Sichtguthaben als Zahlungsmittel. Normalerweise nicht alle Sichtguthaben abgezogen. Kassenhaltung der Banken kann kleiner sein als Sichtguthaben des Publikums.

23 23 Überschuss-Reserven Gewährleistung von Bargeldabhebungen und Zahlungen an andere Banken Andernfalls Kreditaufnahme bei Zentralbank oder am Interbankenmarkt Interbankenmarkt nicht immer liquide Kosten beider Finanzierungsarten von Zentralbank abhängig (Unverzinste) Reservehaltung ebenfalls mit Kosten verbunden Trade off

24 24 Determinanten von re Mindestreserven-Quote re R Unsicherheit über Zufluss und Abfluss von Depositen () Kreditkosten (i D ) Entgangener Zins beim Halten von Reserven (i) re re i, i, re D R, (2) re ist eine Funktion von Marktzinsen, so dass Geldangebot ebenfalls eine Funktion von Marktzinsen

25 25 6. Bankkredite CC RE D Bankkredite CC (3) CC D RE (3a) CC M H (4)

26 26 Bankkredite Wenn Banken Kredit gewähren direkt oder Wertschriftenkauf, bezahlen sie in Form von Depots. Kreditschaffung führt also automatisch zu Geldschaffung Auch wenn Kunde Kredit in Bargeld einzieht, ist Geldangebot gestiegen. Erhöhung von H (M 0 ) sowie Verringerung von cu oder re erhöhen Kreditvolumen. Je grösser re, umso grösser der Anteil der monetären Basis am Geldangebot und desto kleiner der Anteil, der Bankkredite zum Gegenpart hat.

27 27 Beispiel Ein OM-Kauf erhöht M 0 um Fr. Verkäufer hat eine cu = 0,38 Bargeld 27,5 Rp. und Einzahlung 72,5 Rp. Bank hat Reserven um 72,5 Rp. erhöht. Sie will nur re davon halten und den Rest (-re) in anderer Form. Bei re = 0,4 hält sie,4 Rp. jedes zusätzlichen Fr. als Reserve und 88,6 Rp. möchte sie in Kreditform halten. Somit verleiht sie 64,24 Rp. Ann. Entleiher bezieht Kredit von 64,24 in Bargeld.

28 28 Ein Bankkredit a) Bankbilanz A P Reserven 72,5 Einlagen 72,5 A b) Bankbilanz Reserven 8,26 Kredit 64,24 P Einlagen 72,5

29 29 Beispiel Kreditgewährung hat Geldmenge um mehr als Vermehrung von M 0 erhöht. Kreditnehmer gibt Kredit (64,24) aus. Empfänger hält einen Teil cu/(+cu) als Bankeinlage und Bank verleiht einen Teil (-re) davon...prozess setzt sich fort. Summe der Erhöhungen von Bargeldumlauf, Einlagen, Reserven und Bankkrediten gibt jeweils (+cu)/(cu+re) = m.

30 30 c) Multiple Ausweitung + H + Bargeld + Einlagen + Reserven + Kredite Runde cu/(+cu) /(+cu) re/(+cu) (-re)/(+cu) cu/(+cu) /(+cu) re/(+cu) (-re)/(+cu) 2 cu/(+cu) 2 /(+cu) 2 re/(+cu) 2 (-re)/(+cu) ) 2 3 cu/(+cu) n /(+cu) n re/(+cu) n (-re)/(+cu) n n + cu/(+cu) /(+cu) re/(+cu) (-re)/(+cu) ) Total = (-re)/(+cu) = cu/(cu+re) = /(cu+re) = re/(cu+re) = (-re)/(cu+re) =+A+A A n = (+cu)/(cu+re)

31 3 Bankkredite und M3

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