Einführung in die Berufliche Vorsorge. vpod Bern, 17. Januar 2013 Jorge Serra, Zentralsekretär vpod

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1 Einführung in die Berufliche Vorsorge vpod Bern, 17. Januar 2013 Jorge Serra, Zentralsekretär vpod

2 INHALT 1. Überblick Sozialversicherungen in der Schweiz 2. Grundbegriffe und Funktionsweise der beruflichen Vorsorge 3. Beitrags- und Leistungsprimat 4. Technischer Zinssatz 5. Aktuelle Fragen

3 Sozialgesetzgebung Deutschland gründet innert sechs Jahren die drei wichtigsten Sozialwerke ( ). Umfassende Sozialgesetzgebung in der Schweiz nicht möglich. (Föderalismus und Referendumsdemokratie). 1900: KUVG scheitert an der Urne. 1972: Volkspension wird abgelehnt. Aus dem Gegenvorschlag entsteht das BVG

4 Sozialversicherungen in Kraft seit: MVG 1902 UVG 1912/1984 (SUVA: 1918) AHV 1948 (schon 1918 beim Landesstreik gefordert!) AVIG 1953/1984 IV 1960 ELG 1966/2006 BVG 1985 (1972 scheitert Volkspension an der Urne!) KVG 1912/1996 MSE 2005 (Verfassungsauftrag seit 1945!) FamZG

5 Kreis der Versicherten, Finanzierungsform Beveridge für gesamte Bevölkerung steuerfinanziert einheitliche Pauschalleistungen Bismarck nur Arbeitnehmer beitragsfinanziert Bemessung der Leistungen aufgrund des ausgefallenen Lohns Volkswirtschaftliche Tragbarkeit? Gruppeninteressen?

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9 INHALT 1. Überblick Sozialversicherungen in der Schweiz 2. Grundbegriffe und Funktionsweise der beruflichen Vorsorge 3. Beitrags- und Leistungsprimat 4. Technischer Zinssatz 5. Aktuelle Fragen

10 Vergleich Kapitalisierungsquote Netherlands Iceland Switzerland (1) Australia (2) United Kingdom (3) Finland Weighted average United States Canada Chile Denmark Israel Ireland (4) Simple average Japan (5) New Zealand (2) Poland Mexico Slovak Republic Spain Portugal Norway Czech Republic Germany Estonia Austria Italy Korea Belgium Hungary Slovenia (6) Turkey (7) Luxembourg France (8) Greece Quelle: OECD,

11 Berufliche Vorsorge bisheriger Lohn PK AHV ca Renteneinkommen: AHV+PK: ca

12 Koordination / Versicherter Lohn Lohn = 3 x AHV ab hier: überobligatorisch BVG BVG Obligatorium /8 AHV AHV Koordinationsabzug bis hier: nicht versichert

13 Koordination und Teilzeit Lohn 100% Lohn 50% BVG Obligatorium BVG Koordinationsabzug bis hier: nicht versichert

14 Koordination und Teilzeit Lohn 100% Lohn 50% BVG Obligatorium BVG Koordinationsabzug überobligatorisch unterobligatorisch

15 Spargutschriften BVG Jahre 7% Jahre 10% Jahre 15% Jahre 18% Summe 500%

16 Spargutschriften Publica Jahre 11.70% Jahre 14.90% Jahre 21.75% Jahre 28.70% Summe %

17 Verzinsung der Altersguthaben 14.00% 12.00% 10.00% 8.00% 6.00% BVG PKZH 4.00% 2.00% 0.00%

18 Umwandlungssatz Schluss- kapital 6,8% Rechnungsvorschrift Rente

19 Umwandlungssatz Schluss- kapital 5,9% Rechnungsvorschrift Rente

20 Obligatorisch - Überobligatorisch Bei folgenden vier Parametern gibt das Gesetz Minimalwerte vor: Koordination / Versicherter Lohn Altersgutschriften / Sparbeiträge Verzinsung der Altersguthaben Umwandlungssatz Die meisten Pensionskassen bieten überobligatorische Leistungen an, sind also umhüllende Kassen. In einer Schattenrechnung wird aber der gesetzliche Mindestteil geführt

21 Vergleich BVG PKZH im 2013 Frau, 40jährig, Pensum: 100%, AHV-Lohn: , AGH: BVG PKZH versicherter Lohn 59'670 71'920 Spargutschrift 5'967 14'384 Verzinsung AGH 3'750 6'250 Mann, 40jährig, Pensum: 50%, AHV-Lohn: , AGH: BVG PKZH versicherter Lohn 25'430 35'960 Spargutschrift 2'543 7'192 Verzinsung AGH 1'500 2'

22 Anrechnungsprinzip Bsp. / p. ex.: PUBLICA 6.8% 6.15% Überoblig. Teil BVG-Minimum BVG-Minimalkasse Umhüllende Kasse

23 Die Pensionskasse als Wasserkessel

24 Berechnung Deckungsgrad Aktiven Vermögen: Passiven Verpflichtungen: -Liquidität -Obligationen -Aktien -Immobilien -alternative Anlagen -etc. VK Aktive VK Rentner WSR

25 Berechnung Deckungsgrad Aktiven Vermögen: Passiven Verpflichtungen: -Liquidität -Obligationen -Aktien -Immobilien -alternative Anlagen -etc. VK Aktive VK Rentner WSR Deckungsgrad = Vv/Vk = 106%

26 Berechnung Deckungsgrad Aktiven Vermögen: Passiven Verpflichtungen: -Liquidität -Obligationen -Aktien -Immobilien -alternative Anlagen -etc. VK Aktive VK Rentner Unterdeckung

27 Berechnung Deckungsgrad Aktiven Vermögen: Passiven Verpflichtungen: -Liquidität -Obligationen -Aktien -Immobilien -alternative Anlagen -etc. VK Aktive VK Rentner Unterdeckung Deckungsgrad = Vv/Vk = 96%

28 INHALT 1. Überblick Sozialversicherungen in der Schweiz 2. Grundbegriffe und Funktionsweise der beruflichen Vorsorge 3. Beitrags- und Leistungsprimat 4. Technischer Zinssatz 5. Aktuelle Fragen

29 Vorsorge Beiträge AN Beiträge AG Zins Rente

30 Leistungsprimat Kollektive Finanzierung?????? Beiträge AN Beiträge AG Zins 60% Rente

31 Beitragsprimat Individuelle Finanzierung z.b. 8% z.b. 12% Beiträge AN Beiträge AG Zins??? Rente

32 Individuelle Finanzierung Beiträge AN Beiträge AG Zins Rente

33 Individuelle Finanzierung Beiträge AN Beiträge AG Zins Rente

34 Vorteile - Nachteile Leistungsniveau hängt NICHT vom Primat ab. Kosten hängen NICHT vom Primat ab. 1 Franken Rente kostet in beiden Primaten gleich viel.

35 Leistungsprimat Ich kann mir meine Rente vorstellen. Das Leistungsniveau kann einfacher verteidigt werden. Die PK trägt das Risiko.

36 Beitragsprimat Ich kann mir meine Freizügigkeitsleistung vorstellen. Bei Ertragseinbussen wird das Rentenziel nicht mehr erreicht. Das Risiko wird damit teilweise auf die Versicherten abgewälzt.

37 Leistungsprimat Beitragsprimat Rente klar wenn ungenügende Erträge Beitragserhöhung Freizügigkeit klar wenn ungenügende Erträge weniger Zins (=Leistungsabbau) Alternativ: Leistungsabbau Alternativ: Beitragserhöhung

38 INHALT 1. Überblick Sozialversicherungen in der Schweiz 2. Grundbegriffe und Funktionsweise der beruflichen Vorsorge 3. Beitrags- und Leistungsprimat 4. Technischer Zinssatz 5. Aktuelle Fragen

39 Technischer Zinssatz Mit dem Technischen Zinssatz werden die Rentenkapitalien verzinst. Je tiefer der Technische Zinssatz, desto höher muss das Deckungskapital für die gleiche Leistung sein. Beispiel: x 3.5% = x 3.0% =

40 Technischer Zinssatz Wie hoch kann das für die lebenslangen Rentenzahlungen zurückgestellte Kapital während des Vermögensverzehrs (laufende Rentenzahlungen) verzinst werden? Die Höhe des Zinssatzes hängt von der erwarteten Entwicklung der Finanzmärkte und der Lebenserwartung ab

41 Wir werden älter

42 Fachrichtlinie FRP 4 Berechnung Referenzzinssatz: = 2/3 x durchschnittliche Performance der letzten 20 Jahre in % (Pictet BVG-Index 25) + 1/3 x Rendite für 10-jährige Bundesanleihen in % - 0,5 % Das so erhaltene Ergebnis wird auf 0.25% abgerundet

43 Fachrichtlinie FRP 4 Aktueller Referenzzinssatz: Wert des Referenzzinssatzes vor Rundung per : 3.54% Aktueller Referenzzinssatz (gültig bis ): 3.50%

44 Technischer Zins

45 Technischer Zins

46 Beispiele Aktuell beschlossen oder geplant Publica (Bundespersonal) 3.50% 2.75% BVK (Kt. ZH) 4.00% 3.25% PK Stadt Zürich 3.00% 3.00% (mit G-Tafeln) PK Stadt St. Gallen 4.00% 3.00% PK Stadt Winterthur 4.00% 3.25% PK Schaffhausen 3.50% 3.00% BLVK (Berner Lehrer) 3.50% 3.00% (->2.50%) PK Walliser Staatspers. 4.50% 3.50% APK (Kt. Aargau) 3.50% 3.00% PK Energie 3.50% 3.00% Migros Pensionskasse 4.00% 3.25% Post Pensionskasse 3.50% 3.00% SBB Pensionskasse 3.00%?

47 INHALT 1. Überblick Sozialversicherungen in der Schweiz 2. Grundbegriffe und Funktionsweise der beruflichen Vorsorge 3. Beitrags- und Leistungsprimat 4. Technischer Zinssatz 5. Aktuelle Fragen

48 Ausfinanzierung öffentl.-rechtl. Vorsorgeeinrichtungen Wahl Voll- oder Teilkapitalisierung. Innert 40 Jahren Deckungsgrad von 80%. Ausfinanzierung Rentnerbestand. Verbot Ausgangsdeckungsgrad zu unterschreiten. Hohe Kosten für öffentliche Hand!

49 Zukunft 2. Säule Bericht Bundesrat vom Dezember 2011 Senkung Umwandlungssatz? Sanierungsmassnahmen auch für Rentner? Einschränkung Kapitalbezug? Rolle der Privatassekuranz? etc. Gross-Projekt auf 2019/20 terminiert, zusammen mit AHV

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