Zukunft der Wirtschaftsförderung im Landkreis Osnabrück

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1 NIEDERSÄCHSISCHES INSTITUT FÜR WIRTSCHAFTSFORSCHUNG Zukunft der Wirtschaftsförderung im Landkreis Osnabrück Künftige Herausforderungen für die WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land mbh Entwurf 30. Januar 2004 Königstraße Hannover 0511 / Telefax 0511 / Vorstand: Prof. Dr. Ludwig Schätzl (Vorsitz), Prof. Dr. Lothar Hübl (Stellvertr.) Geschäftsführer: Dr. Rainer Ertel

2 Entwurf: 30. Januar Zukunft der Wirtschaftsförderung 1. Herausforderungen vor dem Hintergrund der Entwicklung von Arbeitskräfteangebot und nachfrage 1 1 vgl. Arbeitsmarkbilanzen für das Osnabrücker Land 2002 bis 2020 (2003) Gutachten im Auftrag der WIGOS Wirtschaftsförderungsgesellschaft Osnabrücker Land mbh.

3 Entwurf: 30. Januar Landkreis Osnabrück 2. Herausforderungen vor dem Hintergrund der Perspektiven in den wirtschaftlichen Schwerpunktbranchen des Landkreises Osnabrück 2 Produzierendes Gewerbe Gemessen an der bundesdurchschnittlichen Struktur hat das Produzierende Gewerbe im Landkreis Osnabrück eine vergleichsweise breite Branchenstreuung Die Betriebsgrößenstruktur des Verarbeitenden Gewerbes im Landkreis Osnabrück ist in besonderem Maße durch mittlere Betriebe gekennzeichnet. Von dem großbetrieblichen Segment abgesehen ist die Industrie im Landkreis damit durch einen hohen Anteil eigenständiger mittelständischer Unternehmen gekennzeichnet. Der Autonomiegrad der Industrie ist damit im Landkreis Osnabrück ausgesprochen hoch. Insgesamt ist die Fertigungsintensität des Produzierenden Gewerbes im Landkreis Osnabrück überdurchschnittlich. Die geringe Bedeutung von großen Unternehmenszentralen und höherwertigen Dienstleistungsfunktionen innerhalb des Produzierenden Gewerbes wird auch daran deutlich, dass im Landkreis sowohl der Leitende Verwaltungsbereich als auch die anderen Unternehmensdienste ausgesprochen unterrepräsentiert sind. Die Exportorientierung des Verarbeitenden Gewerbes im Landkreis Osnabrück ist vergleichsweise gering. Die Beschäftigtenentwicklung im Produzierenden Gewerbe des Landkreises Osnabrück war in den 90er Jahren und in der jüngeren Vergangenheit rückläufig. Der Rückgang war allerdings deutlich geringer als im Bundestrend. Insgesamt ist also seit dem Auslaufen des Wiedervereinigungsbooms im Jahr 1992 eine relativ günstige Entwicklung über alle Branchen festzustellen, wenn man einmal von der Krise im Straßenfahrzeugbau absieht. Allerdings scheint der Wettbewerbsdruck auf einige Branchen in den letzten Jahren zuzunehmen, so z.b. im Maschinenbau, in der Elektrotechnik und im Ernährungsgewerbe. 2 vgl. PROGNOS (2003) Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse für Landkreis Osnabrück sowie Jung; Krawczyk; Weber (2003) Gesundheitswirtschaft im Landkreis Osnabrück - Positionierung, Spezialisierung und Perspektiven im überregionalen Wettbewerb.

4 Entwurf: 30. Januar Zukunft der Wirtschaftsförderung Ernährungswirtschaft Nach Auslaufen des Wiedervereinigungsbooms ist die Zahl der Beschäftigten in der Ernährungswirtschaft des Landkreises Osnabrück um auf heute zurückgegangen. Das ist ein Beschäftigungsverlust von fast 16 % in zehn Jahren. Bis zum Jahr 2020 ist mit einem Verlust von weiteren 16 %, d.h Arbeitsplätzen zu rechnen. Der Wettbewerbsdruck in der Ernährungswirtschaft nimmt aufgrund der Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels sowie der (Niedrigpreis-)Konkurrenz aus den neuen Bundesländern und Osteuropa (insb. bei Fleischproduktion und verarbeitung) zu. Dies wird das Produktivitätswachstum und die Konzentration auf wenige konkurrenzfähige Großanbieter 3 beschleunigen. Dadurch dürfte insb. in der durch eine hohe Fertigungsintensität geprägte Ernährungswirtschaft im Landkreis Osnabrück weiterhin Beschäftigung abgebaut werden. Der Markt für Lebensmittel ist grundsätzlich gesättigt. Zusätzliche Umsatzpotenziale bestehen noch bei höherwertigen und unbedenklichen Lebensmitteln, Discountwaren sowie Tiefkühl- und Fertigprodukten. In anderen Marktsegmenten sind weitere Umsatzeinbußen zu erwarten. regionale Kooperationen und Zusammenschüsse fördern (z.b. FuE-Kooperationen) Unternehmenszentralen (und damit die Unternehmenskontrolle) im Landkreis Osnabrück halten Innovationsfähigkeit und Innovationstätigkeiten der Betriebe weiter fördern (Einführung von neuen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen) FuE-Förderung und Förderung des Technologietransfers Produktsortimente überprüfen auf wachstumsträchtige Teilmärkte (z.b. Tiefkühl-, Fertig- und Convenience-Produkte) und marktneue Produkte setzen zusätzliche Absatzpotenziale erschließen - bei Discountern (v.a. für große Produzenten) und - in Nischenmärkten (v.a. für kleine Anbieter von z.b. hochwertigen Lebensmitteln und Öko-Produkten) Initiierung einer Imagekampagne für regionale Produkte (mit Herkunftsnachweis und Qualitätssiegel) Wachstum in der Ernährungswirtschaft wird überwiegend nur noch auf ausländischen Märkten erzielt. Das Exportgeschäft trägt die leicht höheren realen Umsatzzuwächse. Die geringe Exportquote der Ernährungswirtschaft im Landkreis Osnabrück, d.h. die Fokussierung der Branche auf den inländischen Markt ist ein erhebliches Risiko. verstärkt auch ausländische Märkte besetzen Auf- bzw. Ausbau von Exporten fördern Unterstützung beim Aufbau von Kontakten ins Ausland neue logistische Konzepte entwickeln, um die Transportmöglichkeiten für verderbliche Ware zu verbessern 3 plus Nischenanbieter

5 Entwurf: 30. Januar Landkreis Osnabrück Auch von den Unternehmen der Ernährungswirtschaft wird von mittelfristig ein Mangel an qualifizierten Mitarbeitern (Facharbeiter und Ingenieure) prognostiziert. Dies stellt für die Weiterentwicklung der Branche ein erhebliches Risiko dar. Qualifizierungsförderung Aus- und Weiterbildbildungskooperationen - zwischenbetrieblich und - zwischen Betrieben und Ausbildungseinrichtungen (Hochschulen, Berufsschulen etc.) Qualitätsmanagement Regionale Verbundsysteme / vertikale Integration (Zulieferer, Produzenten, Handel etc.) Holzbe- und verarbeitung Maschinenbau Fahrzeugbau und Zulieferer (Automotive)

6 Entwurf: 30. Januar Zukunft der Wirtschaftsförderung Dienstleistungen Der Dienstleistungssektor ist in der Wirtschaftsstruktur des Landkreises Osnabrück deutlich unterrepräsentiert. Überdurchschnittlich spezialisiert ist die Wirtschaft des Landkreises Osnabrück auf das Gesundheitswesen, auf den Straßenverkehr, den Einzelhandel sowie Gastgewerbe / Heime. Der große Dienstleistungsstandort im Umfeld ist naturgemäß die Stadt Osnabrück, auf die 56 % der Dienstleistungsarbeitsplätze der Region Osnabrück entfallen. Noch Anfang der 80er Jahre waren dies aber mehr als 65 % gewesen, was auch im Dienstleistungssektor die Stadt-Umland-Verschiebungen von Betrieben und Arbeitsplätzen belegt. Die Entwicklung des Dienstleistungssektors im Landkreis Osnabrück ist seit langem überwiegend günstiger als im Bundestrend. Diese positive Entwicklung war vor allem in der überdurchschnittlichen Expansion des Handels, des Verkehrssektors, des Gesundheitswesens sowie bei den unternehmensbezogenen Diensten zu suchen. Insgesamt sind seit 1989 im Landkreis Osnabrück fast Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor entstanden. Gesundheitswirtschaft Unternehmensorientierte Dienstleistungen Verkehr / Logistik

7 Entwurf: 30. Januar Landkreis Osnabrück Querschnittshandlungsfelder Qualifikation der Beschäftigten Existenzgründungen Innovationsförderung

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