Management von Clustern - zwischen Steuerung und Selbstorganisation

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1 4. MST-Regionalkonferenz NRW Workshop 4 Nationale und internationale Cluster / Netzwerke Management von Clustern - zwischen Steuerung und Selbstorganisation Michael Astor Prognos AG Berlin,

2 Inhaltsübersicht Das Clusterkonzept: Definition und Kriterien Handlungsfelder des Clustermanagements Erfolgsfaktoren Zur Diskussion Agenda 2

3 Clusterkonzept 3

4 Die Definition von Clustern verknüpft folgende Merkmale (nach M.E.Porter) Geographische Konzentrationen von Unternehmen und Institutionen in einem speziellen Branchen-, Technologie- oder Anwendungsfeld Abbildung einer großen Zahl von Akteuren entlang der Wertschöpfungskette Kommunikations- und Kooperationsformen, die komplementäre Produkte und Dienstleistungen verknüpfen Wettbewerb zwischen den Clusterakteuren Infrastruktur, die eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung, Informationsgewinnung und technische Unterstützung ermöglicht Integration öffentlicher, halb-öffentlicher und wissenschaftlicher Einrichtungen (Universitäten, think tanks, ggf. Standardisierungs- und Zulassungsbehörden etc.) Das Clusterkonzept 4

5 Kriterien zur Beurteilung von Clustern Regionale Konzentration von Unternehmen Cluster A Schlüsselakteure: Champions und Institutionen 10 Innovations- und Wertschöpfungskette Internationale Wahrnehmbarkeit Clusterspezifische Infrastrukturen 0 Kooperationsintensität Dynamik / Wettbewerb im Cluster Das Clusterkonzept 5

6 Clustermanagement 6

7 Aufgaben des Clustermanagements aus der Sicht von Theorie und Praxis 5 Handlungsfelder laut Europäischer Kommission (Innovationg Regions in Europe Secretariat): Information und Kommunikation (Cluster intern) Training / Entwicklung des Humankapitals Kooperationen Marketing und PR Internationalisierung Aus Sicht der Clustermanager (Konferenz Cluster in der Umsetzung, Berlin 2006): auf Dauer angelegte Strategie dient der Entwicklung des Clusters in Abhängigkeit von Typus und Position im Lebenszyklus umfasst Entwicklungs-, Steuerungsund Organisationsfunktionen versteht sich als Service and Support für Clusterakteure fördert Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen schafft langfristige Wettbewerbsvorteile Beschreibung der Handlungsfelder 7

8 Handlungsfelder des Managements im Cluster-Lebenszyklus Umsatz und Beschäftigung Ansiedlung von Schlüsselakteuren Internationalisierung Ausbildung und Qualifizierung Vermarktung Strategieentwicklung Identifikation kritischer Massen Selbstorganisation des Clusters Identifikation zukünftiger Potentiale Phasen Einführung Wachstum Reife Stagnation Verfall Relaunch 8

9 Wie passen die Ansätze des Clustermanagements zu den Erfolgskriterien Michael Porters? Was kann das Management beitragen zur: Geographische Konzentrationen von Unternehmen und Institutionen Vervollständigung der Wertschöpfungskette Integration von Produkten und Dienstleistungen in neuen Leistungsangeboten Wettbewerb zwischen den Clusterakteuren Differenzierung der Infrastruktur Integration von Unternehmen, halb-öffentlichen, öffentlichen und wissenschaftlichen Einrichtungen? 9

10 Geographische Konzentration und Wertschöpfungskette Leistungen des Clustermanagements Analyseebene Potenzialanalyse: Identifikation kritischer Massen Identifikation von Schlüsselakteuren Analyse von strategischen Lücken der Wertschöpfung Definition von Entwicklungszielen Umsetzungsebene Entwicklung eines Ansiedlungs- / Gründungskonzepts Zusammenarbeit mit den regionalwirtschaftlich verantwortlichen Stellen Verbesserung der Wahrnehmbarkeit Grenzen des Clustermanagements Kritische Massen lassen sich nicht schaffen politischer Handlungsdruck initiiert allgemeine Netzwerkprozesse ohne Clusterperspektive Überschneidung der Verantwortlichkeiten erfordert hohen Kommunikationsaufwand Standortwettbewerb erhöht Handlungs- und Investitionsdruck bei öffentlicher Hand 10

11 Verknüpfung komplementärer Produkte und Dienstleistungen Leistungen des Clustermanagements Grenzen des Clustermanagements Transparenz der Leistungsanbieter / Clusterakteure Schaffung einer Kommunikationsund Vertrauensbasis Stimulierung und ggf. Begleitung von Pilotprojekten ggf. Erschließung von Fördermitteln (Verbundforschung) Vermarktung von Good Practice potenzielle Kooperationspartner müssen gemeinsame Basis finden (geförderte) Pilotprojekte verändern nicht Kooperationskultur Frage: Warum wird ein externer Stimulus benötigt, wenn die Partner gemeinsam ökonomische Erfolge erzielen können? 11

12 Wettbewerb zwischen Clusterakteuren Leistungen des Clustermanagements Grenzen des Clustermanagements Ausgleich zwischen widerstreitenden Interessen Vertretung der Interessen schwacher Clusterakteure Definition von gemeinsamen Handlungsfeldern Schlichtungsfunktion? Clusterakteure sind aktuell und bleiben perspektivisch Konkurrenten Orientierung an eigenständigen Handlungsrationalitäten und Strategien Clusteraktivitäten beinhalten nur Bereiche von geringer strategischer Bedeutung Kooperationen mit Alibifunktion Starke Clusterakteure dominieren Gesamtstrategie Akzeptanz des Clustermanagements bei dominanten Akteuren 12

13 Differenzierung der Infrastruktur und Integration weiterer Einrichtungen Leistungen des Clustermanagements Grenzen des Clustermanagements Analyseebene Identifikation der Handlungsfelder (Aus- und Weiterbildung, Regionalmarketing, ) Handlungsautonomie der einzelnen Akteure konkurrierende Interessen regionaler Schlüsselakteure (nicht im Cluster aktiv) Umsetzungsebene Initiierung des Abstimmungsprozesses Definition gemeinsamer Zielsetzungen Initiierung von Pilotprojekten Vernetzung der Akteure 13

14 Welche Perspektive hat das langfristige Clustermanagement? Information und Kommunikation: Geschaffen werden Plattformen des Wissensaustauschs (www, newsletter, Veranstaltungen, Jour Fixe), die sowohl den Clusterakteuren als auch Externen zur Verfügung stehen. Training: Konzepte und Projekte werden entwickelt und realisiert, die eine bedarfsorientierte Ausbildung und Qualifizierung ermöglichen. Kooperationen: Auf allen Ebenen (FuE, Qualifizierung, Produktion, Marketing u.a.m.) werden gemeinsame Projekte initiiert und realisiert. Marketing und PR: Entwicklung einer Strategie und konkrete Umsetzung von Maßnahmen die zur Verbesserung der Bekanntheit des Clusters beitragen. Internationalisierung: Beteiligung einzelner Clusterakteure an internationalen Projekten und Einbindung des Clustermanagements in koordinierte internationale Clusteraktivitäten. 14

15 Diskussion 15

16 Haben Clustermanager eine Zukunft?! Clusteraktivitäten zielen darauf, Strukturen zu schaffen, Kommunikation und Kooperation zu intensivieren und die Leistungsfähigkeit des Clusters besser zu vermarkten: Wenn das Ziel selbst tragender Entwicklungsprozesse angestrebt wird, dann ist von folgender Zukunftsvision auszugehen: Die Akteure sind besser vernetzt. Die Akteure kooperieren auf unterschiedlichen Handlungsebenen zu Marktbedingungen und ziehen konkreten Nutzen aus dieser Zusammenarbeit. Die Infrastruktur für Aus- und Weiterbildung, Forschung und Entwicklung, des Regionalmarketings usw. hat sich nachhaltig verbessert. Gemeinsame Prozesse der Strategieentwicklung sind etabliert. Ergo: Das Aufgabenportfolio des Clustermanagements nimmt tendenziell ab. 16

17 Michael Astor Prognos AG Goethestr Berlin Telefon (0) Telefax (0)

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