Kapitel 13: Öffentliche Güter

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1 Kapitel 13: Öffentliche Güter Hauptidee: Öffentliche Güter sind nicht ausschließbar und nicht rivalisierend im Konsum. Wettbewerbsmärkte bieten zuwenig öffentliche Güter an.

2 Ein öffentliches Gut ist 13.1 Definition 1. Nichtrivalisierend: Bei jedem beliebigen Produktionsniveau sind die Grenzkosten der Bereitstellung des Gutes für einen zusätzlichen Konsumenten null 2. Nichtausschließbar: Konsumenten können nicht vom Konsum des Gutes ausgeschlossen werden 2

3 Beispiele Ausschließbar Nicht ausschließbar Rivalisierend Kleidung, Autos, Schulbildung Bank in öffentlichem Park, Hochseefischerei Nichtrivalisierend Fernsehsender Nationale Verteidigung, Klimaschutz, Leuchttürme 3

4 Effiziente Bereitstellung Unteilbares Gut (Kauf oder nicht): Summe der privaten Nutzen Kosten der Bereitstellung Teilbares Gut: Grenznutzen einer zusätzlichen Einheit des öffentlichen Gutes (= Summe der Grenznutzen aller Verbraucher, die das Gut nutzen) = Grenzkosten einer zusätzlichen Einheit des öffentlichen Gutes 4

5 Beispiel unteilbares Gut Zwei Mitbewohner Jeder hat ein Einkommen von und ist bereit für die Anschaffung eines Fernsehers zu bezahlen Fernseher kostet 150 Anschaffung eines Fernsehers effizient, da 5

6 Beispiel teilbares Gut Nutzen (Euro) Gesellschaftliche Grenznutzen des Konsums = Grenzn. Kons. 1 + Grenzn. Kons. 2 Grenzkosten D 2 D D Output 6 6

7 13.2 Bereitstellung durch den Markt: Trittbrettfahrerproblem Bei der Bereitstellung des öffentlichen Gutes durch den Markt kommt es zum Trittbrettfahrerproblem: Alle Konsumenten profitieren vom öffentlichen Gut (Gut ist nicht ausschließbar & nicht rivalisierend) Jeder Einzelne hat keinen Anreiz, tatsächlich den Betrag zu zahlen, den er/sie bereit wäre beizusteuern Dies kann dazu führen, dass das öffentliche Gut nur unzureichend bereitgestellt wird Trittbrettfahrer bezahlen wenig oder nichts für die Bereitstellung und profitieren von der Bereitstellung durch Andere 7

8 Beispiel unteilbares Gut Problem: jeder Mitbewohner hat einen Anreiz, den anderen davon zu überzeugen, dass seine Zahlungsbereitschaft niedrig ist, so dass er nur einen kleinen Anteil des Gesamtpreises bezahlen muss Wenn ich glaubhaft versichern kann, dass meine maximale Zahlungsbereitschaft nur ist, wird mein Mitbewohner beisteuern, und mein Nutzen ist 8

9 Beispiel teilbares Gut Preis einer Einheit = Grenzkosten = Grenznutzen/inverse Nachfrage von Konsument 1: Grenznutzen/inverse Nachfrage von Konsument 2: Grenznutzen/inverse Nachfrage (für ) Effizientes Niveau: Konsument kann freiwillig zum Kauf des öffentlichen Gutes beisteuern Menge des öffentlichen Gutes = 1 2 /5,5 Um 2zu erreichen, wäre nötig 9

10 Freiwillige Beiträge Wie viel ist Konsument 1 bereit beizusteuern, gegeben? 1 2, egal wie hoch ist Wie viel ist Konsument 2 bereit beizusteuern, gegeben? 1 2 Fazit: Nur Konsument 2 trägt etwas bei und es wird nur eine halbe Einheit des öffentlichen Gutes gekauft 10

11 13.3 Bereitstellung durch den Staat Der Staat kann Steuern erheben und damit die effiziente Menge des öffentlichen Gutes bereitstellen (im Beispiel: 1 2 um zu finanzieren) Wie soll die Verteilung der Gesamtkosten auf die verschiedenen Verbraucher bestimmt werden? Informationsasymmetrien: Staat kennt Zahlungsbereitschaften oft nicht Konsumenten haben Anreiz niedrige Zahlungsbereitschaften anzugeben Staat kann effizientes Niveau schwer bestimmen 11

12 Zusammenfassung Öffentliches Gut = nicht ausschließbares und nicht rivalisierendes Gut Bereitstellung eines teilbaren öffentlichen Gutes effizient wenn die Summe der Grenznutzen aller Verbraucher gleich den Grenzkosten ist Trittbrettfahrerprobleme private Bereitstellung eines öffentlichen Gutes meist nicht effizient Staatliche Bereitstellung des öffentlichen Gutes wird durch Informationsasymmetrien erschwert 12

13 Aufgabe 13.1 (Ü) Es gibt Verbraucher mit identischer inverser Nachfrage (=Grenznutzen) von Der Preis des öffentlichen Gutes ist Wie hoch ist die effiziente Menge? Wie hoch ist die durch einen Markt (freiwillige Beiträge) bereitgestellte Menge? 13

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