Extrakorporale Photopherese. Dr. med. Carolin Bouveret Klinik für Dermatologie und Allergologie HELIOS Klinikum Berlin-Buch

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1 Extrakorporale Photopherese Dr. med. Carolin Bouveret Klinik für Dermatologie und Allergologie HELIOS Klinikum Berlin-Buch

2 Extrakorporale Photopherese Erstbeschreibung 1987 in der Behandlung kutaner T-Zell- Lymphome (Edelson et al. N Eng J Med 1987; 316: ) Verbindung von Leukapherese + Photochemotherapie PUVA für das Blut 2

3 Prinzip der extrakorporalen Photopherese 3

4 UVAR XTS Photopherese-System Centrifuge Interac(ve display Photoac(va(on module 4

5 Wirkmechanismus Apoptose lymphoider Zellen (NK und T Zellen) durch DNAcrosslinking (Bladon J, Taylor PC; Br J Haematol 1999, 107: ) Monozyten hingegen durchlaufen einen Differenzierungsprozess zu unreifen dendritischen Zellen (Berger CL; Int J Cancer 2001, 91: ) Phagozytose der reinfundierten apoptotischen Lymphozyten durch unreife dendritische Zellen Reifungsprozess und Präsentation antigener Peptide Veränderungen des Zytokinprofils 5

6 Wirkmechanismus Autoimmunerkrankungen/GVHD Immunsuppressiver Effekt Induktion von IL-10 bei GVHD Induktion von regulatorischen T-Zellen (Treg) Supprimierung von CD4-pos.Tumorzellen bei Sezary Syndrom autoimmun-reagierenden T-Zellen bei GVHD 6

7 Wirkmechanismus-Zusammenfassung Immunmodulation: 1. Modulation dendritischer Zellen 2. Veränderung der Zytokinprofile 3. Induktion bestimmter T-Zell-Subpopulationen 7

8 Mögliche unerwünschte Wirkungen Transiente Hypotonien 5% Mäßige Temperaturanstiege 10% Gesteigerte Erythemausbildung 13% Müdigkeit / Lethargie 24-48h nach der Behandlung Reversible Hypertonie (selten) Infekte (selten) Thrombopenien (selten) Anämie v.a. bei Langzeit ECP 8

9 Schutzmaßnahmen Konsequenter Lichtschutz Haut und Augen über 8-10 Stunden! Gefahr der Chorioretinitis! (Vagace JM et al., Arch Dermatol; 2007; 143: ) Kataraktbildung Nichtmelanozytäre Hauttumoren 9

10 Indikationen Kutane T-Zell Lymphome (erythrodermische Formen der Mycosis fungoides) Sezary-Syndrom Systemische Sklerodermie Akute/chronische GVHD 10

11 Weitere Indikationen Allograft-Abstoßung, v.a. Herz und Lunge Morbus Crohn Pemphigus vulgaris Atopisches Ekzem Erosiver oraler Lichen ruber 11

12 Chronische GVHD 1994 erstmaliger Einsatz der ECP bei cgvhd (Owsianowski et al, Bone Marrow Transplant 1994; 14: ) Ansprechen abhängig vom betroffenen Organ Haut 68%, Leber 63%, Orale Schleimhaut 63% (n: 633) (Scarisbrick JJ et al; Br J Dermatol, 2008; 158: ) Auge 67%, Bronchiolitis obliterans 54% (n:71) (Couriel et al, Blood 2006, 107: ) Limitierte Erfahrungen bei pulmonaler Beteiligung (n: 100, Ansprechrate 51%) (Knobler R et al, JEADV; 2014, 28 (Suppl 1):1-37) Steroidsparender Effekt (Flowers ME et al, Bood 2008; 112: ) 12

13 Chronische GVHD Empfohlenes Therapieschema: Zyklus alle 1-2 Wochen über 12 Wochen, ab Woche 13: Intervallverlängerung um 1 Woche alle 3 Monate Kein Unterschied im Ansprechen bei wöchentlich versus alle 2 Wochen (Foss et al, Bone Marrow Transplant 2005; 35: ) Therapiefortführung bis zum max. klinischen Ansprechen Evaluation alle 6 Monate Progression: Absetzen der ECP 13

14 Chronische GVHD Therapiedauer? Größte retrospektive Studie (n:71): Median 32 Zyklen über 14,5 Wochen (Couriel et al, Blood 2006, 107: ) Hinweise dass längere Therapiedauer (Median 9/12 Monate) mit höherer Ansprechrate einhergeht (Foss FM Bone Marrow Transplant 2005, 35: ; Greinix HT et al. Blood, 1998; 92: )) Pat mit langer Krankheitsdauer scheinen von Therapieverlängerung über 24 Wochen zu profitieren (Knobler R et al, JEADV; 2014, 28 (Suppl 1):1-37) 14

15 Akute GVHD Prospektive Studie (n: 59): organabhängiges Ansprechen CR: Haut 82%, Leber 61%, GIT 61% Haut 87% vs. Haut und Leber 62% vs Haut und GIT 40% Haut und Leber und GIT 25% Ende der Steroidtherapie nach 55 Tagen (Median) Maximales Ansprechen nach 1,3 Monaten (Median) Signifikante Verlängerung der Überlebenszeit (CR 59% vs 11% ohne CR) (Greinix et al, Haematologica 2006; 16: ) 15

16 Akute GVHD Therapieschema: Woche 1: 3 Behandlungen, Woche 2-12: 2 Behandlungen, danach 2 Behandlungen alle 4 Wochen (Empfehlung der American Society of Blood and Marrow Transplantation; Martin PJ et al. Biol Blood Marrow Transplant 18: ) Ansprechen nach 1 Monat Therapie Evaluation des Ansprechens alle 7 Tage 16

17 Zusammenfassung Keine generalisierte Immunsuppression Kein Anstieg von Infektionen Steroidsparender Effekt verhindert Komplikationen im Rahmen der Immunsuppression Exzellentes Sicherheitsprofil 17

18 Vielen Dank! HELIOS Klinikum Berlin-Buch HELIOS Klinikum Berlin-Buch

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