Krebs gemeinsam bewältigen

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1 Dipl.-Psych. Dr. Katja Geuenich Krebs gemeinsam bewältigen Wie Angehörige durch Achtsamkeit Ressourcen stärken Mit einem Geleitwort von Monika Keller Zusätzlich online: Ausdruckbare Übungsbögen

2 Die Übungsbögen auf einen Blick Die Übungsbögen zum Selbstausfüllen finden Sie zum bequemen Download unter Übungsbogen 1: Ideensammlung zur Ablenkung und Entspannung bei akuten Krisen Übungsbogen 2: Bisherige und neue Lösungsstrategien für ein Problem gegeneinander abwägen Übungsbogen 3: Übungsbogen 4: Umgang mit Gefühlen; Reiz-Reaktions-Kette Gefühlsprotokoll Übungsbogen 5: Umgang mit Gefühlen, Bewertungen und alternative Bewertungen Übungsbogen 6: Übungsbogen 7: Übungsbogen 8: Übungsbogen 9: Emotionale Stabilität fördern in unterschiedlichen Phasen der Belastung bzw. Anspannung Benennen persönlicher Ziele Umgang mit Prioritäten Akzeptanz als Lösungsstrategie nutzen Übungsbogen 10: Checkliste der Grundhaltungen des Helfens Übungsbogen 11: Pro und Contra von Akzeptanz als Strategie Übungsbogen 12: Positive Erfahrungen schaffen Übungsbogen 13: Gewohnheiten und neue Rituale Übungsbogen 14: Plan B für unsichere Situationen Übungsbogen 15: Ängste, die ein ausbalanciertes Helfen behindern Übungsbogen 16: Beziehungsförderliches Verhalten Übungsbogen 17: Gesprächskiller in der eigenen Kommunikation

3 Die Übungsbögen auf einen Blick Übungsbogen 18: Positive Erfahrungen im Miteinander Übungsbogen 19: Ansprechen von Störungen in konkreten Situationen Übungsbogen 20: Störungen in Handlungsmustern ansprechen Übungsbogen 21: Verhaltensgewohnheiten als Gegensatzpaare Übungsbogen 22: Interessen und potenzielle Interessengegensätze Übungsbogen 23: Über die Erkrankung sprechen Übungsbogen 24: Vor- und Nachteile sozialer Rollen Übungsbogen 25: Scham- und Kränkungsfallen in der Sexualität Übungsbogen 26: Persönlichkeitsveränderungen des Patienten beschreiben Übungsbogen 27: Über Tabuthemen sprechen

4 Betroffen ist nicht allein der Patient ein Ratgeber für Angehörige Die Diagnose Krebs erschüttert. Sie trifft den Patienten, aber auch dessen Angehörige bis ins Mark. Auf einmal ist alles oder sehr vieles anders. Ungewissheit und Angst beunruhigen den Patienten ebenso wie die Angehörigen. Die Abfolge von Diagnostik, medizinischer Behandlung, Rehabilitation etc. bringt zusätzlich Unruhe in den Tagesablauf. Der Alltag ist nicht mehr das, was er war. Betroffen hiervon ist nicht allein der Patient, sondern auch dessen Partner, Familie, Kinder und Freunde seine Helfer. Erst nach und nach kehren Orientierung und Ruhe wieder ein. Je nach Verlauf der Erkrankung wiederholt sich dieser Zyklus mehrere Male. Die Hoffnung auf Heilung gibt Kraft. Patient und Helfer leisten in vielen Fällen schier Unmögliches, wachsen über sich hinaus und als Team zusammen. Ist eine Heilung dagegen nicht möglich, so ist dies eine massive Belastungssituation anderer Art. Lebensmut, Lebenssinn und die Lebensqualität müssen sich dann aus anderen Quellen als aus der Hoffnung auf Heilung speisen. Sie richten sich etwa auf Werte der Nähe, der Würde, der größtmöglichen Autonomie und der geteilten Trauer Werte, die Halt geben in Zeiten, in denen so vieles haltlos geworden ist. Je länger die Erkrankung dauert und je stärker die Einschränkungen an Lebenszeit und/oder Lebensqualität sind, desto mehr sind alle Beteiligten körperlich, mental und seelisch gefordert. Es ist eine emotionale Ausnahmesituation, in der die Helfer des Patienten oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit kommen. Leider wird die Belastung der Helfer nicht immer und bei weitem nicht immer rechtzeitig erkannt. Viele Helfer motivieren sich selbst zum Durchhalten, engagieren sich dabei über die eigenen Kräfte hinaus, laugen sich aus und verausgaben sich. Grenzen zu setzen empfinden sie oft als Versagen oder Hartherzigkeit, als unzulässigen Egoismus. So halten Scham und Schuldgefühle viele Helfer in dieser Verausgabungsfalle gefangen. Das bedroht die Stabilität und die seelische Gesundheit, die körperlichen und mentalen Kräfte der Helfer.

5 Betroffen ist nicht allein der Patient ein Ratgeber für Angehörige Hilfe für die Helfer tut in vielen Fällen not. Die Hilfe, die dieses Buch geben möchte, richtet sich in erster Linie an die Helfer als Einzelpersonen. Sie richtet sich aber auch an das Paar aus Helfer und Patient. Mit welchen konkreten Hilfsmaßnahmen ein Helfer einen Krebspatienten unterstützen kann, ist von Person zu Person verschieden. Auch die Selbsthilfe muss individuell zugeschnitten sein. Daher wird das vorliegende Buch immer wieder Wege aufzeigen, wie Sie als Helfer 1 in Kontakt mit sich selbst und mit dem Patienten kommen. Merke Die Selbsthilfe für Helfer soll persönliche Bedürfnisse befriedigen. Sie soll den Helfer in seinen Gefühlen und Gedanken, Werten und Zielen berühren und widerspiegeln. Damit wird innere Achtsamkeit eine wichtige Grundlage der Hilfe für Helfer. Innere Achtsamkeit bedeutet, die eigenen Körperempfindungen, Gedanken, Gefühle, Impulse und Bedürfnisse wahrzunehmen. Es heißt auch, sich eigene Werte und Ziele, persönliche Grenzen und Verhaltensmuster bewusst zu machen und sie aufeinander abzustimmen. Helfen im Rahmen einer Krebserkrankung ist keine einmalige Tat, es ist eine Reihe von Taten, Gesten und Angeboten des Helfers an den Patienten. Merke Helfen ist ein Prozess. In diesem Prozess führen gleiche Taten nicht immer zu gleichen Ergebnissen, denn diese sind abhängig von Merkmalen der jeweiligen aktuellen Situation, der Person des Helfers und der Person des Patienten. Helfen hat zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Ziele und Erfolgsaussichten. Dem Helfen sind zudem Grenzen gesetzt. Auch diese Grenzen unterliegen dem Wandel der Zeit sowie den Merkmalen von Situation und Person. 1 Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in diesem Buch die männliche Schreibweise verwendet, die selbstverständlich immer beide Geschlechter einschließt.

6 Betroffen ist nicht allein der Patient ein Ratgeber für Angehörige Kapitel 6 Kapitel 2 Schritt 1 Gefühle verstehen und regulieren lernen Kapitel 3 Schritt 2 Das Helfen im eigenen Leben verankern Kapitel 4 Schritt 3 Stabile Grundpositionen sichern Kapitel 5 Schritt 4 Helfen als Beziehung im Dialog Schritt 5 Lebensqualität fördern, gemeinsam die Krankheit bewältigen Kapitel 1 Richtig helfen: Grundlagen und Basiswissen Abb. 1 Übersicht über die in den einzelnen Kapiteln des Buches besprochenen Schritte und das darauf basierende Hilfsprogramm für Helfer. Das Kapitel 1 des Buches widmet sich diesen und weiteren Merkmalen des Helfens. Es ist die Grundlage für die partnerschaftliche Unterstützung des an Krebs erkrankten Angehörigen, die Grundlage für das Hilfsprogramm der Helfer von Krebspatienten, das sich in den Kapiteln 2 bis 6 anschließt. Dieses Programm setzt sich aus fünf Schritten bzw. Modulen zusammen, die aufeinander aufbauen (Abb. 1). Für jeden Programmschritt werden Beispiele und Übungen vorgestellt, sodass Sie von Anfang an Anregungen zum Anwenden der Programminhalte erhalten. Praxistipp Es ist sinnvoll, sich die fünf Schritte des Hilfsprogramms nacheinander zu erarbeiten, auch wenn die ersten Module etwas theorielastiger ausfallen als die späteren Schritte. Das Hilfsprogramm besteht aus den folgenden fünf Abschnitten: Schritt 1: Gefühle verstehen und regulieren lernen, Schritt 2: das Helfen im eigenen Leben verankern, Schritt 3: stabile Grundpositionen sichern,

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