Stellenwert der Strahlentherapie in der Behandlung des Lungenkarzinoms

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1 Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie Direktor: Prof. Dr.med. C. Belka Stellenwert der Strahlentherapie in der Behandlung des Lungenkarzinoms Dr. med. F. Manapov 05/2014 Lernziele Lernziele: Die Studierenden sollen eine Vorstellung bekommen über Strahlentherapeutische Indikationen in der Behandlung des Lungenkarzinoms in kurativer und palliativer Intention Grundsätze des Planungsprozesses Bedeutung und Vorteile einer stereotactic ablative body radiation (SABR) 1

2 Bestrahlungsindikationen SABR SABR: Stereotactic Ablative Body Radiation Hypofraktionierte Ablative Stereotaktische Strahlen - therapie des lokalisierten Lungenkarzinoms in kurativer Intention 2

3 SABR Indikationen: Internistisch inoperables NSCLC (ct1a ct2b : max. 6cm) cn0-befund im FDG-PET-CT Bei peripheren T3-N0-Tumoren unter Abwägung bei medizinisch operablen Tumoren, jedoch bei Ablehnung durch den Patienten SABR Vorbereitung: PET CT zum Staging ( N0, M0?) Lungenfunktionsprüfung Atemgetriggerte Bestrahlungsplanung mittels 4 D CT Durchführung: 3 Fraktionen (alle 2 Tage) oder 8 Fraktionen (täglich)--> Ziel hohe BED (>105 Gy)!! Dauer einer Bestrahlungssitzung: max 20Min. Ambulante Therapie 3

4 SABR Ergebnisse: 2010: Timmermann et al: SABRT im Stadium I/II, N0 lokale Kontrolle von 97,6% 2013: Guckenberger et al: SBRT: retrospektive Auswertung von 582 Patienten lokale Kontrolle 93,5% 2013: Shenan et al: SABR: stereotaktische RT Bestrahlungsplanung: Darstellung des Tumors im Lungenfenster, PET CT und im Weichteilfenster 4

5 SABR: stereotaktische RT Tumorbewegung im Atemzyklus Pat. 3: 4D-CT Lunge IMRT Bestrahlungsplan SABR: stereotaktische RT Planung von Strahlenbeams 5

6 SABR: stereotaktische RT Verifikation am Gerät Am Gerät: Cone-Beam CT Fusionierung Cone-Beam CT mit Planungs CT SABR: stereotaktische RT Ergebnisse Nachsorge nach SABRT: Follow-up 6

7 Definitive Radiochemotherapie Definitive Radio- bzw. Radio(chemo)therapie (RCT): SCLC und NSCLC Stadium III A/B: Indikationen: inoperabler Tumor nach inkompletter Resektion Sequenziell (bei gutem Therapieansprechen auf die Systemtherapie) Definitive Radiochemotherapie Metaanalyse of concomitant vs. sequential Radiochemotherapy (RCT) in locally advanced Non small cell - Lung Cancer ( Auperin et al.; JCO, March 29/2010) 6 randomisierte Studien mit 1205 Patienten Medianer Follow-up: 6 Jahre 5/6 Studien mit Platin RT-Dosis: 48,5 66 Gy 7

8 Definitive Radiochemotherapie Ergebnisse: Verbesserung des Gesamtüberlebens durch die simultane RCT gegenüber der sequentiellen RCT. (HR 0,84, p =0,004) Absoluter Benefit nach 3 Jahren: 5,7 % Lokale Progression: HR 0,77, p = 0, % vs 28,9 % in 5 Jahren. Distante Kontrolle war nicht unterschiedlich. Schleimhauttoxizität erhöht, akute pulmonale Toxizität nicht Definitive Radiochemotherapie Klinische Studie aus dem Hause: Simultaneous chemoradiotherapie compared with radiotherapie alone after induction chemotherapie in inoperable Stage III A or III B NSCLC: Study CTRT 99/97 (Huber et al, J Clin Oncol 24: (2006)) Induktions Chemotherapie 2 x Taxol 200 mg/m² Carboplatin AUC 6 1,2 1,0 Time to progression,8 alleinige RT Gy Medianes Überleben 14.5 Monate vs 18.3 Monate RT/Chx Taxol 60 mg/m² weeky Progression,6,4,2 0, Monate THERAPIE sim.radio/chemo 1-censored all.radiatio 0-censored 8

9 Definitive Radiochemotherapie Durchführung: Aktuelles Staging inclusive cmrt und PET/CT --> Indikationsstellung Aktuelle Lungenfunktionsprüfung/Echokardiographie Planungs CT nativ, ggf. 4 D CT Planungsprozess (5-7 Tage) PÖ 04/05 Definitive Radiochemotherapie: Planungsprozess Fusion der Bildgebung Ort, Name Lorem Ipsum 9

10 Definitive Radiochemotherapie: Planungsprozess PET-CT fusioniert mit Planungs-CT Ort, Name Lorem Ipsum Definitive Radiochemotherapie: Planungsprozess RT Plan: NSCLC (AdenoCa) ct4 cn3 M0--> Definitive RCT mit Cisplatin/Alimta (analog PROCLAIM) 3D-konformale Radiotherapie bis 66Gy 08-10/

11 Definitive Radiochemotherapie: Planungsprozess Toleranzwerte des normalen Gewebes Lunge: Mean Lung Dose18-20 Gy. V20: möglichst < als 30% Myelon: TD 5/5 45Gy Herz: TD 5/5 40Gy Ösophagus: TD 5/5 55Gy. Volumen i.d. 95%-Isodose Nachsorge: Nebenwirkung Bedeutendste Nebenwirkung: Pneumonitis: Milchglasartige Infiltrationen, die dem Bestrahlungsbereich gut entsprechen Klinisch: Ggf. Fieber, Trockener Husten Abgeschlagenheit 11

12 Nebenwirkung CT-Kontrolle nach 6 Wochen Steroidtherapie Cave: Die Die klinisch manifeste Pneumonitis muss frühzeitig mit Steroiden behandelt werden Ort, Name Lorem Ipsum Palliative Indikationen Palliation (metastasierte Erkrankung): symptomatische Metastasierung oberere Einflussstauung Verschluss der zentralen Atemwege 12

13 Palliative Indikationen Bestrahlung bei endoluminalem Tumorbefall: Therapieoptionen: Laserrekanalisation, Kryotherapie, Stentimplantation Endobronchiale Brachytherapie 2 x 10 Gy (Ir-192) bezogen auf 5 mm Entfernung von der Quellenachse in 3 wöchigem Abstand. Bestrahlungsplanung mit Isodosen (Gy) -15,0-10,0-8,0-5,0-2,5-1,0 Ort, Name Lorem Ipsum Palliative Indikationen Palliativsituation Perkutane Bestrahlung Ort, Name Lorem Ipsum 13

14 Zerebrale Metastasierung Zerebrale Bestrahlung Zerebrale Bestrahlung Indikationen zur Ganzhirnbestrahlung: Disseminierte zerebrale Filiae Prophylaktische Ganzhirnbestrahlung beim SCLC Indikationen zur Radiochirurgie: Bei Progress einzelner Herde nach erfolgter Radiotherapie (Cave: Symptomatik? Erkrankungsstatus peripher?) 1 4 Metastasen 14

15 Ganzhirnbestrahlung Laterale Gegenfelder Fraktionierung: 2, 0 Gy ED - 30Gy GD (bei prophylakt. RT) 2,5 Gy ED 35,0 Gy GD 3,0 Gy ED 30,0Gy GD Dienststelle Name des Präsentierenden Dr Manapov Zerebrale Bestrahlung Z. n Ganzhirnbestrahlung 09/2013 Gleichzeitige stereotaktische Bestrahlung von 4 Hirnfiliae, davon eine im Hirnstamm

16 Notfall in der Radioonkologie Indikationen zur Notfallradiotherapie: Querschnittsymtomatik durch Myelonkompression bei ossärer Metastasierung/ Weichteilmetastasierung oder Meningeosis carcinomatosa Obere Einflusstauung bei NSCLC/SCLC Notfall in der Radioonkologie Fallbeispiel: Diagnose: Zentrales NSCLC ct4 cn3 cm1 (hep. + ossär) : Erstdiagnose mittels Biopsie : Einleitung der Systemtherapie: : zunehmende Dyspnoe mit Armschwellung, Lidödemen beidseits, Zyanose und gestauten Halsvenen Bildgebend zeigt sich eine obere Einflussstauung Name Lorem Ipsum 16

17 Notfall in der Radioonkologie Notfall in der Radioonkologie Sofortige Therapieeinleitung bei vital bedrohlicher Situation: Beginn der Notfallbestrahlung am gleichen Tag mit 4,0Gy Einzeldosis Abschwellende Therapie mit SDH i.v. Rasche Besserung der Symptomatik nach 48 Stunden Stenteinlage innerhalb 96 Stunden Name Ort, Lorem Ipsum 17

18 Notfall in der Radioonkologie Bestrahlungsfeld einer Notfallbestrahlung mit 4,0Gy Einzeldosis Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie LOREM Direktor: IPSUM Prof. Dr.med. C. Belka Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 18

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