der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe über die Kollision von Zug 218 der WSB mit einem vom Dienstag, 02. November 2010

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1 Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe UUS Service d enquête sur les accidents des transports publics SEA Servizio d inchiesta sugli infortuni dei trasporti pubblici SII Reg. Nr Schlussbericht der Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe über die Kollision von Zug 218 der WSB mit einem Auto vom Dienstag, 02. November 2010 in Oberkulm, Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe UUS Monbijoustrasse 51A 3003 Bern Tel , Fax

2 Allgemeine Hinweise zu diesem Bericht Dieser Bericht wurde ausschliesslich zum Zweck der Verhütung von Unfällen beim Betrieb von Eisenbahnen, Seilbahnen und Schiffen erstellt. Die rechtliche Würdigung der Umstände und Ursachen von Unfällen ist nicht Gegenstand der vorliegenden Untersuchung gemäss Art. 25 der Verordnung über die Meldung und Untersuchung von Unfällen und schweren Vorfällen beim Betrieb öffentlicher Verkehrsmittel (VUU, SR ). Es ist daher auch nicht Zweck dieses Berichts, Schuld- oder Haftungsfragen zu klären. 0. ALLGEMEINES 0.1 Kurzdarstellung Am Dienstag, 02. November 2010 um ca Uhr kollidierte Zug 218 der WSB auf dem mit einer Blinklichtanlage gesicherten Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse in Oberkulm mit einem Auto. Der Fahrer erlitt schwere Verletzungen, das Auto Totalschaden. Auch am Rollmaterial der WSB entstand Sachschaden. 0.2 Untersuchung Unfallstelle beim Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse Die Unfalluntersuchungsstelle UUS wurde um Uhr durch die Meldestelle REGA über das Ereignis informiert. Der unterzeichnende Untersuchungsleiter rückte unverzüglich an den Unfallort aus. Der Untersuchungsbericht der UUS fasst die Ergebnisse der durchgeführten Untersuchungen zusammen. 2/9

3 1. FESTGESTELLTE TATSACHEN 1.1 Vorgeschichte Zugsfahrt Zug 218: Zug 218 der WSB hat den Ausgangsbahnhof Menziken pünktlich um Uhr verlassen. Die vorgeschriebenen Zugsvorbereitungsarbeiten wurden durchgeführt. Die Fahrt bis zum Bahnhof Oberkulm Post verlief ohne besondere Vorkommnisse. Autofahrer: Der Autofahrer war in der Rekrutenschule und hatte an diesem Tag Urlaub, um sich bei einem neuen Arbeitgeber in Gränichen vorzustellen. Da er zeitlich zu früh war, fuhr er noch in der Gegend umher. 1.2 Verlauf der Fahrt Der Autofahrer fuhr auf der Hauptstrasse Richtung Oberkulm. Er musste vor dem Baustellensignal Höhe Restaurant Rustico warten. Als er realisierte, dass es bereits Uhr war, beschloss er zu wenden. Er legte den Rückwärtsgang ein und fuhr trotz eingeschalteten Blinklichtsignalen (Wechselblinker) rückwärts über den Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse. Auf dem Bahnübergang wurde das Auto von Zug 218 erfasst und ca. 35 m Richtung Unterkulm geschoben. Der Fahrer wurde schwer verletzt, das Auto erlitt Totalschaden. An den Infrastrukturanlagen und am Rollmaterial der WSB entstand Sachschaden. Foto Personenschäden Unfallstelle in Oberkulm. Bahnpersonal Reisende Drittpersonen Schwer verletzt: Sachschäden am Rollmaterial und an der Infrastruktur des Bahnunternehmens Infrastrukturanlagen: An den Infrastrukturanlagen der WSB entstanden Schäden in der Höhe von ca. Fr /9

4 Rollmaterial: Am Rollmaterial der WSB entstand Sachschaden von ca. Fr Sachschäden Dritter Das Auto erlitt bei der Kollision Totalschaden. 1.6 Beteiligte Personen Lokpersonal Ausbildungslokführer:, Ausbildungslokführer AAR. Lokführer in Ausbildung:, Lokführer in Ausbildung AAR. Zug 218 der WSB wurde durch den Lokführer in Ausbildung geführt. Zugbegleiter Zug 218 der WSB verkehrte ohne Zugpersonal. Dritte 1.7 Schienenfahrzeuge, Autolenker. Eigentümer: AAR bus+bahn, Wynental- und Suhrentalbahn, Hintere Bahnhofstrasse 85, Postfach 4331, 5001 Aarau Zugskomposition: Triebwagen Be 4/4 Nr. 22 und Steuerwagen ABt Nr. 61 Bremsverhältnis: 100% Ausgeschaltete Bremsapparate: Keine 1.8 Strassenfahrzeuge Folgende Strassenfahrzeuge waren am Ereignis beteiligt: Amtliches Kennzeichen, Mini Cooper 1300 Jahrgang 1995, grün. Halter:. 1.9 Wetter, Schienenzustand Tag, Hochnebel. Schienen trocken. Normale Sicht Bahnsicherungssysteme Die Strecken und die Triebfahrzeuge der WSB sind mit dem Zugsicherungssystem ZSL 90 ausgerüstet. Die Bahnsicherungssysteme haben normal funktioniert. Sie sind für den Verlauf des Ereignisses nicht relevant Zug- und Rangierfunk Die Fahrzeuge der WSB sind mit dem Zugfunk der WSB ausgerüstet. Die Funkgespräche werden aufgezeichnet. Die Funkgespräche sind für den Unfallablauf nicht relevant Bahnanlagen Das Streckengleis Oberkulm Unterkulm ist einspurig und verläuft zum Teil entlang der Hauptstrasse. Situation am Bahnübergang siehe Anlage 1. 4/9

5 1.13 Fahrdatenschreiber Der Triebwagen ist mit einer elektronischen Geschwindigkeitsmessanlage Hasler Teloc 1000 ausgerüstet. Die Fahrdaten werden elektronisch aufgezeichnet. Sie wurden durch die Verkehrsunternehmung im Beisein der UUS ausgelesen und durch die UUS ausgewertet (Anlage 2). Die Auswertung der Fahrdaten ergab, dass der Lf unmittelbar vor dem Ereignis mit einer Geschwindigkeit von 57 km/h gefahren ist und somit die für diesen Streckenabschnitt vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h geringfügig (innerhalb Messtoleranz) überschritten hat. Die Abgabe des Achtungssignals wurde aufgezeichnet. Der Lokführer hat zuerst ein Achtungssignal abgegeben und danach die Schnellbremsung eingeleitet, der Anhalteweg betrug ca. 63 m Befunde an den Bahnfahrzeugen Die visuelle Kontrolle der am Ereignis beteiligten Schienenfahrzeuge durch den Untersuchungsleiter ergab keine Beanstandungen Befunde an Strassenfahrzeugen Das am Ereignis beteiligte Auto wurde durch die UUS nicht näher untersucht Medizinische Feststellungen In Bezug auf medizinische Beschwerden der am Unfall beteiligten Personen ist nichts bekannt. Die beiden Lokführer fühlten sich bei Dienstantritt fit. Durch die Polizei wurde bei den beiden Lokführern ein Atemlufttest durchgeführt. Der Befund ergab bei beiden einen Wert von 0, Feuer Beim Ereignis trat kein Feuer auf Informationen über Organisation und Verfahren Bei Zug 218 der WSB handelt es sich um einen regelmässig verkehrenden, im offiziellen Kursbuch aufgeführten, Reisezug von Menziken (ab Uhr) via Unterkulm nach Aarau (an Uhr) Verschiedenes - Das Ereignis wird seitens der Strafverfolgungsbehörden durch die Kantonspolizei Aargau untersucht. - Bei der Untersuchung des Ereignisses durch die UUS sind bei den Mitarbeitern der Verkehrs- und Infrastrukturunternehmungen keine Verstösse gegen arbeitsrechtliche Bestimmungen festgestellt worden. 2. BEURTEILUNG 2.1 Technisches - Die visuelle Kontrolle der am Ereignis beteiligten Schienenfahrzeuge durch den Untersuchungsleiter ergab keine Beanstandungen. - Die Bahnsicherungsanlagen funktionierten einwandfrei. 5/9

6 2.2 Betriebliches - Zug 218 der WSB verkehrte fahrplanmässig. - Zug 218 der WSB wurde durch einen Lokführer in Ausbildung geführt. Der Ausbildungslokführer befand sich neben ihm auf dem Führerstand. - Die beiden Lokführer wurden durch das rückwärts auf den Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse fahrende Auto völlig überrascht. Der Lokführer in Ausbildung leitete sofort eine Schnellbremsung ein, konnte die Kollision mit dem Auto aber nicht verhindern. - Die vorgeschriebene Fahrgeschwindigkeit von 55 km/h für diesen Streckenabschnitt wurde durch Zug 218 geringfügig (2 km/h) überschritten. Dieser Wert liegt innerhalb der Toleranz der Mess- und Anzeigesysteme. 2.3 Strassenseitig Der Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse ist korrekt mit Blinklichtsignalen (Wechselblinker und einfaches Blinklicht) sowie einem Andreaskreuz gemäss Signalisationsverordnung SSV (SR ) Bild 3.20 und 3.22 signalisiert. Foto 2 Gelb: Fahrrichtung Zug 218 Pfeil: Fahrrichtung Auto (rückwärts) Foto 3 Sicht des Lokführers auf den Bahnübergang 3. SCHLUSSFOLGERUNGEN 3.1 Befunde - Die visuelle Kontrolle der am Ereignis beteiligten Schienenfahrzeuge ergab keine Beanstandungen. - Die Bahnsicherungsanlagen funktionierten einwandfrei. - Beim Erkennen der Gefahrensituation hat der Lokführer unverzüglich eine Schnellbremsung eingeleitet. 6/9

7 3.2 Ursache Der Unfall ist darauf zurückzuführen, dass das Auto von der Hauptstrasse her kommend unverhofft (bei eingeschalteten Blinklichtsignalen) rückwärts zum Wenden auf den Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse gefahren ist. 4. SICHERHEITSEMPFEHLUNGEN Keine. Schlieren, 14. April 2011 Unfalluntersuchungsstelle Bahnen und Schiffe Fotos: Nr. 1 WSB Nr. 2, 3 UUS 7/9

8 Anlage 1 Planausschnitt Bahnübergang Kreuzbündtenstrasse Gelber Pfeil = Fahrrichtung Zug 218 Roter Pfeil = Fahrrichtung Auto Plan: WSB 8/9

9 Anlage 2 Fahrdaten Zug 218 Achtungssignal Schnellbremsung 9/9

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