Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin Herausgeber: Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung

Save this PDF as:
 WORD  PNG  TXT  JPG

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Gesetz- und Verordnungsblatt für Berlin Herausgeber: Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung"

Transkript

1 Art.-Nr Gstz- und Vrordnungsblatt Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin Hrausgbr: Snatsvrwaltung für Justiz, Vrbrauchrschutz und Antidiskriminirung 75. Jahrgang Nr. 16 Brlin, dn 29. Juni Vrordnung übr dn Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR) Abkürzungn: GVBl. = Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin, VOBl. = Vrordnungsblatt Brlin Til I bzw. Til II, BGBl. = Bundsgstzblatt Til I, II bzw. III, GVABl. = Gstz-, Vrordnungs- und Amtsblatt für Brlin, GBl. = Gstzblatt dr DDR Til I bzw. Til II, ABl. = Amtsblatt für Brlin

2 294 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Vrordnung übr dn Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR) *) Vom 29. April 2019 Auf Grund ds Artikls 8 Absatz 4 in Vrbindung mit Absatz 3 ds Landsplanungsvrtrags in dr Fassung dr Bkanntmachung vom 16. Dzmbr 2011 (GVBl S. 2) vrordnt dr Snat: 1 Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR) Dr Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR), dr als Anlag zu disr Vrordnung vröffntlicht wird, ist Bstandtil disr Vrordnung. Er bstht aus txtlichn und zichnrischn Fstlgungn (Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR) inschlißlich Fstlgungskart im Maßstab 1 : ). 2 Nidrlgung Dr Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR) wird mit dr Bgründung, dr zusammnfassndn Erklärung nach 10 Absatz 3 ds Raumordnungsgstzs und inr Rchtsbhlfsblhrung bim Landsarchiv zur kostnfrin Einsicht für jdrmann nidrglgt. Darübr hinaus sind dis Dokumnt auf dr Intrntsit dr Gminsamn Landsplanungsabtilung untr dr Adrss abrufbar. 3 Inkrafttrtn Dis Vrordnung tritt am 1. Juli 2019 in Kraft. Brlin, dn 29. April 2019 Dr Snat von Brlin Michal M ü l l r Rgirndr Bürgrmistr Katrin L o m p s c h r Snatorin für Stadtntwicklung und Wohnn *) Hinwis nach 11 Absatz 5 Satz 2 ds Raumordnungsgstzs: Folgnd Mängl wrdn unbachtlich, wnn si nicht innrhalb ins Jahrs sit Bkanntmachung dr Vrordnung übr dn Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR) ggnübr dr Gminsamn Landsplanungsabtilung untr Darlgung ds di Vrltzung bgründndn Sachvrhalts gltnd gmacht wordn sind: 1. in nach 11 Absatz 1 Nummr 1 und 2 ds Raumordnungsgstzs bachtlich Vrltzung dr dort bzichntn Vrfahrns- und Formvorschriftn, 2. nach 11 Absatz 3 ds Raumordnungsgstzs bachtlich Mängl ds Abwägungsvorgangs, 3. in nach 11 Absatz 4 ds Raumordnungsgstzs bachtlich Vrltzung dr Vorschriftn übr di Umwltprüfung.

3 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Anlag zur Vrordnung übr dn Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR)

4 296 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Inhaltsvrzichnis I II III Rchtsgrundlagn und Vrhältnis ds LEP HR zu andrn Programmn und Plänn dr Raumordnung Rahmnbdingungn Txtlich Fstlgungn 1 Hauptstadtrgion 2 Wirtschaftlich Entwicklung, Gwrb und großflächigr Einzlhandl 3 Zntral Ort, Grundvrsorgung und Grundfunktional Schwrpunkt 4 Kulturlandschaftn und ländlich Räum 5 Sidlungsntwicklung 6 Friraumntwicklung 7 Vrkhrs- und Infrastrukturntwicklung 8 Klima, Hochwassr und Enrgi 9 Intrkommunal und rgional Koopration IV Bgründungn V Zusammnfassnd Erklärung zur Stratgischn Umwltprüfung VI Fstlgungskart Abbildungsvrzichnis Tabllnvrzichnis

5 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni I Rchtsgrundlagn und Vrhältnis ds LEP HR zu andrn Programmn und Plänn dr Raumordnung Mit dm Landsntwicklungsplan Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (LEP HR) rfüllt di gminsam Landsplanung dr Ländr Brlin und Brandnburg dn Planungs- und Koordinirungsauftrag ds Bunds- und ds Landsrchts. Das Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) 1 und dr Landsplanungsvrtrag nthaltn di Rchtsgrundlagn für di Aufstllung dr gminsamn Landsntwicklungsplän. Für di aus dn Ländrn Brlin und Brandnburg gbildt Hauptstadtrgion wird di gminsam Landsplanung durch di Gsamthit dr hochstufign Programm und Plän vollzogn. Nbn dm LEP HR habn folgnd Planungsdokumnt Gültigkit: das Landsntwicklungsprogramm 2007 (LEPro 2007), dr 19 Absatz 11 ds Landsntwicklungsprogramms von 2003 (LEPro 2003) sowi dr Landsntwicklungsplan Flughafnstandortntwicklung (LEP FS) von Dr LEP FS übrlagrt als sachlichr und räumlichr Tilplan di Fstlgungn ds LEP HR. Mit dm LEP HR wird dr Landsntwicklungsplan Brlin-Brandnburg (LEP B-B) abglöst. Dr LEP HR trifft Fstlgungn zur Entwicklung, Ordnung und Sichrung dr Hauptstadtrgion, insbsondr zu dn Raumnutzungn und -funktionn und wird als Rchtsvrordnung dr Landsrgirungn mit Wirkung für das jwilig Landsgbit rlassn. Di Adrssatn ds von alln Rssorts dr Landsrgirungn gtragnn Landsntwicklungsplans sind di kommunaln Gbitskörprschaftn, di Rgionalplanung, di Braunkohlnplanung und di Sanirungsplanung, di Fachplanungn, di sonstign öffntlichn Stlln und di Prsonn ds Privatrchts gmäß 4 Absatz 1 ds ROG Aufgrund ds hirarchischn Vrhältnisss zwischn dn hochstufign Raumordnungsplänn und dn Rgionalplänn vrdrängn Zil und Grundsätz ds höhrrangign Plans ntggnsthnd Zil und Grundsätz in Rgionalplänn, sowit dis noch nicht an inn inzwischn gändrtn odr spätr rlassnn landswitn Raumordnungsplan angpasst sind. Di Rglungn ds Plans sind dahinghnd diffrnzirt, dass si als bachtnspflichtig Zil dr Raumordnung vrbindlich Vorgabn in Form von räumlich und sachlich bstimmtn odr bstimmbarn, vom Trägr dr Raumordnung abschlißnd abgwognn Fstlgungn, di inr Übrwindung im Rahmn dr Abwägung nicht mhr zugänglich sind, odr als brücksichtigungspflichtig Grundsätz dr Raumordnung Aussagn zur Entwicklung, Ordnung und Sichrung ds Raums als Vorgabn für nachfolgnd Abwägungs- odr Ermssnsntschidungn zum Ggnstand habn. Dis landsplanrischn Fstlgungn wrdn mit Z für Zil dr Raumordnung und mit G für Grundsatz dr Raumordnung bzichnt. 1 Raumordnungsgstz vom 22. Dzmbr 2008 (BGBl. I S. 2986), zultzt gändrt durch Artikl 124 dr Vrordnung vom 31. August 2015 (BGBl. I S. 1474), das nach 27 Absatz 1 Satz 1 ds Raumordnungsgstzs vom 22. Dzmbr 2008, das zultzt durch Artikl 2 Absatz 15 ds Gstzs vom 10. Juli 2017 (BGBI. I S. 2808) gändrt wordn ist, auf das vorlignd Vrfahrn anwndbar ist

6 298 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 II Rahmnbdingungn Landsntwicklung und Raumordnungsplanung Entwicklung wird in inr frihitlich-dmokratischn Gsllschaft durch individull Standortntschidungn von Mnschn und Untrnhmn, abr auch durch öffntlich Händ gprägt. Dis bringn untrschidlich Nutzungsansprüch an dn Raum mit sich, di oftmals auch in Konkurrnz zuinandr sthn. Einrsits ghört s zu dn Krnaufgabn dr Raumordnungsplanung, frühzitig dis untrschidlichn Raumnutzungsansprüch mitinandr abzuglichn und Raumnutzungskonflikt ordnnd zu bgrnzn. Andrrsits ist s glichrmaßn Zil, aus großräumlich intgrirndr Sicht Wachstums- und Entwicklungschancn zu idntifizirn und drn Umstzung stratgisch vorzubritn. Maßstab für di Abwägung zwischn disn bidn Poln ist das Gminwohl. Di in 1 Absatz 2 ROG 2009 formulirt Litvorstllung inr nachhaltign Raumntwicklung, di di sozialn und wirtschaftlichn Ansprüch an dn Raum mit sinn ökologischn Funktionn in Einklang bringt und zu inr daurhaftn, großräumig ausgwognn Ordnung mit glichwrtign (nicht glichn) Lbnsvrhältnissn in dn Tilräumn führt, bildt das obrst Handlungszil dr Raumntwicklung in Dutschland. Diss Handlungszil sowi di unmittlbar wirkndn Grundsätz ds ROG 2009 bildn gminsam wi di Grundsätz ds LEPro 2007 in ihrr Gsamthit di Lit- und Entwicklungsvorstllungn und di wsntlich Grundlag für dn Landsntwicklungsplan. Di Landsplanung in Brlin-Brandnburg trägt somit dazu bi, dass di sozialn und wirtschaftlichn Anfordrungn mit dr notwndign Sichrung dr natürlichn Lbnsgrundlagn in Übrinstimmung gbracht wrdn und so in daurhaft nachhaltig Entwicklung dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg gwährlistt wird. Brlin und Brandnburg wrdn dabi gminsam gdacht und s wrdn gminsam stratgisch lang Linin vrbindlich fstglgt. Grglt wird, was im Maßstab 1 : grglt wrdn kann und muss. Di Landsplanung grift ordnnd in, wnn s das Wohl ds Ganzn rfordrt, stllt dn Rahmn für di Entwicklung brit und untrstützt di Umstzung rfordrlichr Planungn und Maßnahmn dr Fachpolitikn. Di Hauptstadtrgion: Entwicklungsprspktivn für Brlin und all Til Brandnburgs Gminsam bildn di Ländr Brlin und Brandnburg untr dm Labl Hauptstadtrgion in inhitlich Mtropolrgion. Untr dism gminsamn Dach rgänzn sich di Stärkn und Chancn ihrr Tilräum. In dism Sinn ist s in wichtig stratgisch Funktion ds LEP HR, di Entwicklungsprspktivn ds Gsamtraums und sinr Tilräum nach innn und außn zu vrdutlichn. In dr Diskussion hat sich hirfür in Rih von Ansatzpunktn hrauskristallisirt, di inrsits an di spzifischn Chancn dr Tilräum anknüpfn, andrrsits abr auch synrgtisch zusammn wirkn. In kurzr bildhaftr Form lassn sich dis wi folgt bnnnn:

7 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Europäisch Korridor: Hauptstadtrgion in Position bringn und vrntzn Stark Nachbarn: Vrflchtungn übr di Außngrnzn hinwg nutzn

8 300 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Zntral Ort: Ankr für zukunftsfst Dasinsvorsorg in alln Landstiln stärkn Wachsnd Mtropol: Sidlungsstrn rhaltn und witrntwickln

9 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Städt dr 2. Rih : Mtropolnwachstum für di gsamt Hauptstadtrgion nutzn Synrgin: Entwicklungsprspktivn im Zusammnhang nutzn Dis Entwicklungsprspktivn sind di Grundfoli, auf di dr LEP HR mit sinn konkrtn Rglungn Bzug nimmt unabhängig davon, ob dis ordnnd, Handlungsspilräum öffnnd odr dzidirt ntwicklungsorintirt sind.

10 302 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Brlin und ganz Brandnburg als Hauptstadtrgion in Europa Di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg ligt im Zntrum ds zusammnwachsndn Europas. Das bdutt Chanc, abr auch Vrantwortung im uropäischn Maßstab. Si bfindt sich dabi in Konkurrnz zu andrn Europäischn Mtropolrgionn. In Brlin kruzn sich dri Europäisch Vrkhrskorridor: Dr Nords-Osts Korridor, dr Orint-Östlichs Mittlmr Korridor und dr Skandinavin-Mittlmr Korridor. Durch dn sich damit rgbndn Knotn wrdn di uropäischn Wirtschaftszntrn in Ost-Wst- und in Nord-Süd-Richtung zwischn Ost- und Wsturopa vrknüpft. Hiraus rgbn sich hrausragnd Chancn für Brlin und das Brlinr Umland als zntralr Knotn und für di Brandnburgr Kommunn, di funktional mit dism Knotn (Urban Nod) vrbundn sind. Di gostratgisch Laggunst dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg bitt somit wirtschaftlich Entwicklungspotnzial, di s zu nutzn gilt. So hat sich di Hauptstadtrgion vrstärkt zu inr Drhschib im uropäischn und intrnationaln Warn- und Prsonnvrkhr ntwicklt und sich dabi als Logistikstandort und als Vorritr für innovativ und nachhaltig Vrkhrslösungn innrhalb Europas positionirt. Es habn sich nu Wg dr rgionaln und uropäischn Koopration röffnt. Hir stzn dr modrn Hauptbahnhof in Brlin und künftig auch dr Flughafn Brlin-Brandnburg in Schönfld wichtig Impuls. Wichtig Entwicklungsimpuls ghn auch von dr Zusammnarbit mit andrn Mtropolrgionn aus. Bispilhaft sin hir di Mtropoln Lipzig und Drsdn für dn Südn dr Hauptstadtrgion, für dn Ostn di polnischn Ballungsräum Stttin, Posn und Brslau, für dn Wstn Hannovr und für dn Nordwstn di Mtropolrgion Hamburg gnannt. Di ländrübrgrifnd Zusammnarbit dr Hauptstadtrgion im Brich dr Wirtschafts- und Innovationspolitik und di hoh Wissnschaftsdicht im Vrbund mit listungsfähign Untrnhmn warn wichtig Vorausstzung für di rfolgrich Etablirung als Europäisch Innovationsrgion. Di gminsam Vrmarktung untr dm Labl Hauptstadtrgion führt dabi zu inr wsntlich größrn Wahrnhmbarkit in Europa, als s di Tilräum für sich allin hättn. Wichtig Anknüpfungspunkt für dn Wttbwrb dr Rgionn sind das historisch Erb bidr Ländr, di bsondr Ausstrahlung und Anzihungskraft, di kulturll Vilfalt mit dn Ggnsätzn von Urbanität und ländlich gprägtm Raum, di ausgzichnt Forschungs- und Wissnslandschaft, in flxibl und innovativ Wirtschaft sowi nicht zultzt di Hauptstadtfunktion als Allinstllungsmrkmal in Dutschland. Ein intnsiv Zusammnarbit auf Ländrbn wi auf kommunalr Ebn trägt dazu bi, Standortqualitätn gminsam zu ntwickln. Untr dm Litbild Stärkn stärkn ist Brlin dr Krn dr Hauptstadtrgion und in wichtigr Motor für di Entwicklung im Wttbwrb mit andrn Mtropolnräumn. Di Roll Brlins als intrnational Mtropol, ihr intrnational Vrntzung, Mssn, Kongrss und groß Sportrigniss schaffn inn Ort ds intrnationaln Austauschs. Di Attraktivität dr Stadt für krativ und für gut qualifizirt Mnschn aus alln Tiln dr Wlt ist in wichtigr Standortvortil und in Chanc für di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg insgsamt. Aufgrund ds bdutndn Gfügs an Forschungs-, Entwicklungs- und Ausbildungsinrichtungn an Institutn, Univrsitätn und Fachhochschuln sind für disn Tilraum hrvorragnd Vorausstzungn für di Nutablirung von Hadquartr-Funktionn im uropäischn Maßstab und damit Lagvortil vor allm für Untrnhmn insbsondr im Brich dr Dinstlistungn ggbn. Di Hauptstadtrgion hat sich als wachstumsstarkr Wirtschaftsstandort tablirt. Di Konzntration in dr Fördrpolitik auf ländrübrgrifnd Clustr und rgänznd für Brandnburg auf landsspzifisch Clustr bringt bsondr sktoral Stärkn zum Ausdruck, di di Attraktivität dr Hauptstadtrgion für Ansidlungn, Untrnhmnsrwitrungn und Nugründungn rhöhn. Ein wichtig Roll, auch als Motorn dr Rgionalntwicklung, kommt hirbi dn Rgionaln Wachstumskrnn (RWK) im Land Brandnburg zu. Di diffrnzirtn und attraktivn Lbns- und Wohnangbot in Brlin, im Umland und im ländlichn Raum, di Vrflchtungn dr wissnschaftlichn Einrichtungn bidr Ländr und das groß gut ausgbildt Arbitskräftpotnzial sind wichtig Standortfaktorn dr Hauptstadtrgion. Brlin und Brandnburg vrfügn übr sich rgänznd attraktiv wich Standortfaktorn als Gwrb-, Dinstlistungs-, Industri- Kultur-, Erholungs- und Wohnstandort. Di Dicht dr Kultur- und Wissnschaftslandschaft bitt hirfür hrausragnd Anknüpfungspunkt. Di landschaftlich Vilfalt, di rizvolln Ggnsätz, di gutn vrkhrlichn Anbindungn und Errichbarkitn sowi in brits Angbot an Sport- und Frizitmöglichkitn in

11 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni dr Rgion sind wichtig Standortfaktorn für di Brlinr und Brandnburgr Bvölkrung gnauso wi für di viln Millionn Touristinnn und Touristn, di sich jährlich und in zunhmndn Maß bsondrs von disn Vorzügn anzihn lassn. Diffrnzirt Raumstruktur und CO 2 -rduzirnd Sidlungsstrukturn Di Hauptstadtrgion mit dr hochvrdichttn Mtropol Brlin in dr Mitt, dm sidlungsstrukturll klar axial gglidrtn Umland mit sinn boomndn Städtn und dm Ntz dr daran anschlißndn übrwignd klinrn und mittlrn Städtn ist zwar shr htrogn, glichwohl abr klar gglidrt. Brlin und das Brlinr Umland lign in dr Mitt dr Hauptstadtrgion. Hir habn sich mit dr Bundshauptstadt Brlin, dr Brandnburgr Landshauptstadt Potsdam und dn Städtn und Gmindn ntlang dr radialn Schinnvrkhrsvrbindungn vrdichtt Strukturn mit urbanr und suburbanr Prägung ausgbildt ( Sidlungsstrn ). Dr Witr Mtropolnraum wird gprägt von dn dri Obrzntrn Cottbus/Chóśbuz, Brandnburg an dr Havl und Frankfurt (Odr), vrdichttn Räumn in dr altn Industri- und Brgbaurgion dr Lausitz, klinn und mittlrn Städtn und ländlichn Gbitn. Hir findn sich attraktiv Standort für Ansidlungn grad auch für industrill Produktions- und Logistikuntrnhmn, di durch in Ntz von Forschungs- und Ausbildungsinrichtungn an Univrsitätn und Fachhochschuln dn qualifizirtn prsonlln Hintrgrund rhaltn. Es gilt auch witrhin, spzifisch agrarisch und touristisch Komptnzn ds ländlichn Raums als Dinstlistungsangbot für di urban Nachfrag zu sichrn, abr glichzitig auch dn ländlichn Raum als Wohnstandort attraktiv zu machn. Dis diffrnzirt Raumstruktur wird durch dn LEP HR mit strukturgrchtn Instrumntn adrssirt. Wsntlichs Motiv ist hirbi dr Erhalt und Ausbau ds Sidlungsstrns. Dis Struktur, di sich durch di Brlinr Maur witghnd konsrvirt hat, ist fast idaltypisch vrkhrs- und CO 2 -rduzirnd. Si wird maßgblich durch di grünn Friräum in dn Achsnzwischnräumn rgänzt, di untr dn Bdingungn ds Klimawandls höchst Bdutung für di Durchlüftung, dn Wassrhaushalt und für di Nahrholung ds Ballungsraums habn. Ebnfalls vrkhrsrduzirnd wirkt di Konzntration dr Sidlung auf das Ntz dr Zntraln Ort. Dis in ihrr Funktion und Struktur historisch gwachsnn Städt klinr und mittlrr Größ sind hrvorragnd in das großräumig, abr auch lokal Vrkhrsntz ingbundn, wisn in Konzntration von Einrichtungn dr übrgmindlichn Dasinsvorsorg auf und sind traditionll Bvölkrungsschwrpunkt. Dis grbtn Strukturn gilt s zu rhaltn und zu stärkn. Drn Auflösung durch Zrsidlung außrhalb disr Strukturn wär auch untr ökonomischn Gsichtspunktn wgn dr damit vrbundnn Folgkostn für Infrastruktur und Vrkhr nicht zu vrantwortn. Ergänznd röffnt dr LEP HR Möglichkitn für in Stratgi ds Sprung in di zwit Rih. Di Stratgi orintirt darauf, di Obr- und Mittlzntrn im Witrn Mtropolnraum, di aus Brlin übr Schinnvrbindungn in inr Fahrtzit von bis zu 60 Minutn rrichbar sind, stärkr in di positiv Entwicklung dr Hauptstadtrgion inzubzihn. Dmografisch Rahmnbdingungn Di Hauptstadtrgion hatt bis vor wnign Jahrn in dr Summ rhblich Bvölkrungsvrlust zu vrzichnn. Di Ursachn disr Entwicklung warn inrsits hoh Strbübrschüss, zum andrn Wandrungsvrlust ggnübr dn altn Bundsländrn. Di Tatsach, dass s sich bi dn Abwandrndn übrwignd um jung Mnschn handlt, hat Konsqunzn. Zum Bispil sthn vilr Orts wnigr jung Mnschn für dn Arbitsmarkt brit und infolg ds sognanntn dmografischn Echos wird di Gburtnrat witr zurückghn. Di Zunahm dr Bvölkrung durch Zuwandrung vollziht sich innrhalb dr Hauptstadtrgion tilräumlich shr diffrnzirt. Im Witrn Mtropolnraum hattn di größrn Städt in dr Vrgangnhit übrdurchschnittlich Bvölkrungsvrlust zu vrkraftn. Hauptursachn warn das Gburtndfizit, in Abwandrung aus dn Städtn in das Umland, bdingt vor allm durch di Nachfrag nach Einfamilinhäusrn, di innrhalb dr Städt nicht bfridigt wrdn konnt, sowi unzurichnd Arbitsplatzangbot. Gmindn mit positivr Bvölkrungsntwicklung profitirn bis hut häufig von ihrr Lag im Umland dr größrn Städt innrhalb dr Hauptstadtrgion, abr auch von Wachstumsimpulsn ausghnd von Städtn bnachbartr Bundsländr. Dr Bvölkrungszuwachs ist insofrn auch als Raktion auf di stigndn Lbnshaltungskostn in dn Krnn dr Ballungsräum zu intrprtirn.

12 304 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 In andrn klinrn Gmindn dr ländlichn Räum ist dr hut wahrnhmbar Bvölkrungszuwachs durch Standort von Einrichtungn dr Altnpflg odr von Einrichtungn für di Untrbringung von Schutzsuchndn bdingt. Andr ländlich Gmindn profitirn von inr Zuwandrung, di durch das Intrss an inm Lbn und (krativm) Arbitn im ländlichn Raum und ökonomischn Vortiln bi Mitprisn odr dr Eigntumsbildung bdingt ist. Hirin lign Chancn. Insgsamt habn sich di Bvölkrungsgwicht im Gsamtraum Brlin-Brandnburg sit Jahrn zu Gunstn ds Krns dr Hauptstadtrgion (Brlin und Brlinr Umland) vrschobn. In dn nächstn Jahrn wird s dahr darauf ankommn, di Attraktivität und das Wachstum dr Hauptstadtrgion so zu gstaltn, dass möglichst groß Ausstrahlungsffkt in alln Tilräumn spürbar wrdn. Hir grift dr Stadtumbau. Di von Bvölkrungsvrlustn bsondrs btroffnn Stadtumbaustädt konntn ihr Stadt bhutsam zurückbaun, auf di Innnbrich konzntrirn und so di Attraktivität für Zuzüglr rhöhn. Auch in andrn Städtn hat di rfolgrich Städtbaufördrung dazu bigtragn, di Städt zu attraktivn Wohn- und Lbnsstandortn zu ntwickln, di für Zuzüglr wi Invstorn widr intrssant gwordn sind. Dasinsvorsorg und Tilhab am gsllschaftlichn Lbn Dr dmografisch Wandl prägt sich sowohl als Bvölkrungsrückgang in viln ländlichn Rgionn als auch als Bvölkrungswachstum im Vrdichtungsraum aus. Dis macht in diffrnzirt Diskussion um di Organisation und Finanzirung dr öffntlichn Dasinsvorsorg rfordrlich. Als öffntlich Dasinsvorsorg wrdn Tätigkitn dr öffntlichn Händ bzichnt, wlch inr grundlgndn Vrsorgung dr Bvölkrung mit wsntlichn Gütrn und Dinstlistungn dinn. Als klassisch Brich dr öffntlichn Dasinsvorsorg gltn dabi tchnisch Infrastrukturaufgabn wi di Abfallbsitigung, di Vrsorgung mit Wassr, Gas und Strom sowi dr Btrib ds öffntlichn Prsonnnahvrkhrs. Zur öffntlichn Dasinsvorsorg im sozialn Brich ghörn Bildungsinrichtungn, Gsundhits- und Btruungsinrichtungn (wi Kranknhäusr, Kindrtagsstättn odr Pflginrichtungn) odr auch di Britstllung von kulturlln Angbotn. Di Bantwortung dr Frag, wlch Gütr und Dinstlistungn von öffntlichr Sit britgstllt wrdn müssn, ist durchaus umstrittn und untrligt wi damit auch di Dfinition ds Bgriffs öffntlich Dasinsvorsorg slbst dm gsllschaftlichn Wandl. Von großr Bdutung ist in dism Zusammnhang dr Zugang zu modrnn Informations- und Kommunikationsstrukturn. Disr kann auch inn Bitrag dazu listn, Folgn ds dmografischn Wandls hinsichtlich dr Ausstattung mit stationärn Infrastrukturn auszuglichn. Di stignd Zahl und dr wachsnd Antil von ältrn und altn Mnschn in viln Tiln dr Hauptstadtrgion stlln hoh Anfordrungn an di bdarfsgrcht Britstllung, di räumlich Vrtilung und di Diffrnzirung dr sozialn Infrastrukturangbot dr Dasinsvorsorg. Für di Hrausfordrungn ds sich vrändrndn Bdarfs sind innovativ Lösungsansätz zu ntwickln. Wttbwrbsfähigkit und Wachstum All Rgionn und Tilräum dr Hauptstadtrgion habn di Chanc, sich daurhaft wttbwrbs- und zukunftsfähig zu ntwickln. Ansätz hirfür sind u. a. di Stärkung dr wissnsbasirtn wirtschaftlichn Brich und di Erschlißung zusätzlichr Potnzial durch großräumig Vrntzungn und Kooprationn. Di Entwicklung zu inr Dinstlistungs- und Wissnsgsllschaft stzt sich unvrändrt witr fort. Hut arbitn in dr Hauptstadtrgion circa 81 Proznt dr Erwrbstätign im Dinstlistungsbrich, währnd s im produzirndn Gwrb inschlißlich Bauwirtschaft twa 18 Proznt sind. In dr Landwirtschaft ist 1 Proznt dr Bschäftigtn tätig. Brlin ist in intrnational stark bachttr Standort für Start-ups und für di Kultur- und Krativwirtschaft. Als wsntlichr Imagfaktor für Brlin rhöhn si di Attraktivität dr Stadt für Jung und Krativ aus allr Wlt und übn zuglich in stark Strahlkraft für di Gwinnung qualifizirtr Arbitskräft aus. Hirvon profitirn auch andr Branchn in Brlin und Brandnburg. Di industrill Frtigung, insbsondr im hochinnovativn Brich, blibt unvrzichtbarr Ankr inr tchnologiund wissnsbasirtn wirtschaftlichn Entwicklung. Di wltwit Vrntzung wirtschaftlichr Austauschprozss sowi di damit inhrghnd Intrnationalisirung und zunhmnd Arbitstilung insbsondr im gintn Europa ist in Chanc für di Entwicklung dr Hauptstadtrgion. Si lässt nu Märkt, nu Bruf und nu

13 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Arbitsplätz ntsthn. Di Nutzung disr Chancn stzt sowohl in rhöht Mobilitätsbritschaft als auch in kontinuirlich bruflich Witrqualifizirung und di Britschaft zur bruflichn Nuorintirung währnd ds gsamtn Erwrbslbns voraus. Di Hauptstadtrgion zählt aufgrund ihrr zntraln Lag in Europa mit dr Anbindung an dri Transuropäisch Krnntzkorridor, übr di nahzu all uropäischn Wachstumsmärkt innrhalb inr LKW-Tagsfahrt rricht wrdn könnn, zu Dutschlands führndn Logistikstandortn. Zur Koordinirung dr Vrkhrs- und Warnström sind di Vrntzung vrschidnr Vrkhrsträgr wi Schin und Straß zu nutzn, Logistikfunktionn an gigntn Standortn zu bündln und für di sognannt ltzt Mil innovativ Lösungn dr Vrtilung und Zustllung zu ntwickln. Unvrzichtbar für di Modrnisirung von Wirtschaft und Gsllschaft sind dr nachhaltig Ausbau dr wirtschaftlichn Basis und Maßnahmn zur Ansidlung von tchnologiorintirtm Gwrb und Dinstlistrn in funktionalr und räumlichr Vrknüpfung mit dn Standortn von Wissnschaft und Kultur. Für di Nutzung und Witrntwicklung ds vorhandnn wirtschaftlichn Potnzials solln zukunftsorintirt Rahmnbdingungn für in umfassnd Vrbssrung dr Standortvorausstzungn gschaffn wrdn. Um das vorhandn Wissnschafts- und Forschungspotnzial für di rgionaln Wrtschöpfungsprozss nutzbar zu machn, sind vorhandn tilräumlich Dfizit durch Nuansidlungn, auch im Vrbund mit dr Schaffung ntsprchndr Aus- und Witrbildungsmöglichkitn im btriblichn, übrbtriblichn und im Hochschulsktor, auch durch Angbot im dualn Studium abzubaun. Als wich Standortfaktorn solln attraktiv Angbot dr sozialn Infrastruktur, insbsondr für Bildung, Kultur, Sport, Frizit, Gsundhit, Erholung und Tourismus gschaffn und landschaftlich rizvoll Umgbungn gsichrt und witrntwicklt wrdn. Ein bsondr Hrausfordrung ligt in dm Umgang mit dm rgionaln Strukturwandl. In dr Lausitz wird disr u. a. durch di bundswit inglitt Enrgiwnd und di damit inhrghnd schrittwis Rückführung ds Braunkohlabbaus vrstärkt. Städtisch Entwicklung Di Hauptstadt Brlin und Brandnburgs Städt sind Kristallisationspunkt für Entwicklung. Si wrdn auch zukünftig di Schwrpunkt von Wohnn und Arbitn, Wrtschöpfung, Forschung und Bildung sowi von Infrastruktur und Dasinsvorsorg sin. Si sind wichtig Standort, in dnn sich Gwrb, Handl und Dinstlistungn bvorzugt ansidln und bildn damit auch di Vrsorgungsschwrpunkt für di umgbndn ländlichn Räum. Als Idntitätsort für di Bürgrinnn und Bürgr und als Anzihungspunkt für dn Tourismus sind di Städt wichtig Ankr im Raum. Durch Maßnahmn dr Stadtrnurung, dn Ausbau dr Infrastruktur, di Gstaltung dr öffntlichn Räum, di Schaffung nur Parkanlagn und Grünflächn sowi durch Maßnahmn dr Umwltntlastung habn auch innrstädtisch Lagn in hoh Wohnqualität gwonnn. Durch di Stärkung von Möglichkitn zur Partizipation könnn di Idntifikation dr Bürgrinnn und Bürgr mit ihrm unmittlbarn städtischn Lbnsumfld und di Akzptanz für wichtig Projkt dr Stadtntwicklung rhöht wrdn. Das Wohnn in dn Innnstädtn rlbt in Rnaissanc. Ein ausrichnds Wohnraumangbot für all Einkommnsgruppn gwinnt dabi immr mhr an Gwicht. Dabi habn klintilig Vorhabn in innrstädtischn Lagn Vorrang vor dr Entwicklung großflächigr Nubausidlungn. Disr Trnd soll durch nachfraggrcht Wohnungsangbot untrstützt wrdn, für Familin, für ältr Mnschn, abr auch für krativ Mnschn jdn Altrs, di in urbans Umfld suchn. Dafür sind familingrcht, für vrschidn Lbnsphasn gignt, städtisch gprägt Wohnangbot notwndig. Gfragt sind insbsondr klintilig Vorhabn dr Bstandsntwicklung und ds Wohnungsnubaus, di sich in in kompakts und nutzungsgmischts, historisch gwachsns Umfld infügn. Durch Nutzung von Baulückn sowi durch Umnutzungs- und Stadtumbauflächn in attraktivn Lagn tragn dis zur Stabilisirung ihrr Quartir bi. Andrrsits kann sich di Stadtntwicklung nicht dr anhaltndn Nachfrag nach aufglockrtn Wohnformn vrschlißn. Das künftig Wohnungsangbot muss di vilfältign Anfordrungn brücksichtign, di sich aus dm dmografischn Wandl rgbn. Bdingt durch in höhr Lbnsrwartung und di anhaltnd Zuwandrung wird di Gsllschaft ältr und intrnationalr. Paralll dazu nimmt di Anzahl dr Einprsonnhaushalt zu. Zunhmnd wrdn dahr klinr Wohnungn und altrsgrcht Wohnkonzpt nachgfragt. Dr Landsntwicklungsplan sturt di räumlich Vrknüpfung von Nutzungsansprüchn für Wohnn, Arbitn und Vrkhr für di künftig Entwicklung in städtischn Räumn.

14 306 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Ländlich Entwicklung Ländlich Räum sind ignständig und htrogn Lbns,- Erwrbs- und Handlungsräum untr Wahrung dr ländlichn und landschaftstypischn Eignartn. Di Politik dr ländlichn Entwicklung in bidn Ländrn stllt dabi di durch dörflich Sidlungn gprägtn Til ds ländlichn Raums in dn Mittlpunkt dr Entwicklungsaktivitätn. Di rgionaln Entwicklungspotnzial sind für di Entwicklung dr ländlichn Räum zu mobilisirn, lokal und rgional Wirtschaftskrisläuf zur Erschlißung und Nutzung rgionalr Rssourcn auszubaun. Di vrstärkt Einbindung dr zivilgsllschaftlich vrntztn Aktur und Akturinnn in Partizipationsprozss ist bi dr Erarbitung tragfähigr Lösungsansätz von bsondrr Bdutung. Di ländlichn Räum sind in ihrn Funktionn als Wirtschafts-, Natur-, Erholungs- und Sozialraum daurhaft zu sichrn. Nbn dr Sichrung von Einkommn aus dr Land- und Forstwirtschaft ist auch durch di Schaffung von Erwrbsmöglichkitn im Handwrk, im produzirndn Gwrb und im Dinstlistungsbrich in Stabilisirung dr ländlichn Räum anzustrbn. Insbsondr di Mittlzntrn im ländlichn Raum habn hirbi in hrausghobn Bdutung. Dazu ist in ländlich Entwicklungsplanung zu btribn, in drn Mittlpunkt di Schaffung daurhaftr Erwrbsgrundlagn, in bdarfsgrcht Vrkhrsanbindung sowi in ausrichnd ärztlich Vrsorgung für di ländlich Bvölkrung sthn. Di Gstaltung und Erhaltung dr Kulturlandschaft und di Sichrung inr bdarfsgrchtn Infrastruktur sind zur Untrstützung dr Vrflchtung mit dn Vrdichtungsräumn daurhaft zu sichrn. Rgional Gstaltung durch rgional und kommunal Akturinnn und Aktur fördrt di rgional Idntität. Damit wird in Bitrag glistt für di soziokulturll Stabilität und Intgration vor Ort und zur Stabilisirung dr dmografischn Situation und Lbnsqualität. Di ländlich Entwicklungspolitik stärkt di ökologischn und ökonomischn Funktionn dr ländlichn Räum in ihrr Bdutung für dn Gsamtraum. Di Bvölkrung in dn Städtn und Dörfrn dr ländlichn Räum findt in wirtschaftlich Existnz und vilfältig Chancn zur prsönlichn Entfaltung. Für di ländlichn Räum wird di Sichrung und Schaffung von Arbitsplätzn, di aktiv Stadt- und Dorfntwicklung als Til dr rgionaln Strukturpolitik, di Erschlißung und Entwicklung rgionalr Märkt und dr Aufbau rgionaltypischr Tourismusformn vorangtribn. Einr Vilzahl von Lbnsmodlln kommt di Vilfalt ds ländlichn Raums ntggn. Familin mit Kindrn suchn prisgünstign Wohnraum odr möchtn ihrn Traum vom ignn Haus vrwirklichn. Si zihn di Bschaulichkit und dörflich Gminschaft im ländlichn Raum dr städtischn Hktik vor. Bsondrs wichtig ist glichwohl in gut Errichbarkit dr Städt ds ländlichn Raums übr das öffntlich Vrkhrsntz, das nicht nur von Arbitspndlrinnn und -pndlrn gnutzt wird. Touristisch Angbot wrdn bsondrs gut angnommn, wnn di Vrknüpfung von vrschidnn Vrkhrsmittln glingt, zum Bispil di Fahrradmitnahm in Zügn odr dn Bdürfnissn angpasst individull zugschnittn Srvic- und Übrnachtungsangbot vorhandn sind. In disn Zusammnhängn habn di Mittlzntrn mit ihrn Schnittstlln zwischn Rgionalvrkhr und dm übrign öffntlichn Prsonnnahvrkhr (ÖPNV) in dr Fläch in hrausragnd Bdutung für di Erschlißung und Stabilisirung dr ländlichn Räum. Durch drn Einbindung in das funktional Vrkhrsntz wrdn di Rahmnbdingungn für in bdarfsgrcht Erschlißung allr Til dr Hauptstadtrgion gschaffn. Bzüglich dr Grundvrsorgung dr Bvölkrung im ländlichn Raum gibt dr Landsntwicklungsplan dr Rgionalplanung auf, Grundfunktional Schwrpunkt (GSP) fstzulgn. Hir soll in bdarfsorintirt Bündlung von Wohnn und Angbotn dr Dasinsvrsorg untrhalb dr Ebn dr Mittlzntrn stattfindn. Als GSP fstglgt Ortstil wrdn inn wichtign Bitrag zu listn habn, di dörflich Ebn zu stabilisirn. Einzlhandl, Nahvrsorgung und stark Stadtzntrn Dr Einzlhandl ist von ganz rhblichr Bdutung für di Substanz und Witrntwicklung dr Strukturn von Städtn, Gmindn und Ortstiln. Dabi ist di Errichbarkit von Einkaufsglgnhitn im Einzlhandl für all Mnschn wichtig, unabhängig davon, ob si in dr Stadt lbn odr auf dm Land. Nbn sinr ursprünglichn Vrsorgungsfunktion hat dr Einzlhandl zumindst für inn Til dr Bvölkrung auch sozial und kommunikativ Funktionn. Attraktiv Zntrn und in flächndcknd Nahvrsorgung durch Einzlhandlsgschäft sind dahr von großr Bdutung für di Lbnsqualität in dr gsamtn Hauptstadtrgion.

15 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Einzlhandlsgroßprojkt könnn jdoch Stadtzntrn und klinr, für di Nahvrsorgung wichtig Lädn in Ortstiln gfährdn. Einzlhandlsstandort auf dr grünn Wis habn zwar di Angbotsvilfalt rwitrt, bitn abr nur für automobil Konsumntngruppn vortilhaft Glgnhitn. Si könnn das Gfüg wohnortnahr, städtbaulichr intgrirtr und auch fußläufig zu rrichndr Vrsorgungsangbot störn. Damit inhrghn kann di Vrödung dr städtischn Zntrn Brlins und dr zntraln Lagn dr lbndign Obr- und Mittlzntrn. Dis sind abr insbsondr für mobilitätsingschränkt Konsumntngruppn von wachsndr Bdutung. Ganz rhblich Vrändrungn ghn auch von dr Vrschibung von Tiln ds Einzlhandls aus dm stationärn Brich in dn Brich ds Onlin-Handls aus, dssn Schwrpunkt grad nicht darin ligt, ntsthnd Vrsorgungslückn im Brich dr Nahvrsorgung zu kompnsirn. Insbsondr für klin Stadttil-, Orts- und Nbnzntrn sowi dn Fachinzlhandl wrdn sich di Hrausfordrungn vrstärkn, durch qualifizirt Bratungsangbot vor Ort odr auch durch di Etablirung ignr digitalr Vrtribswg dn brits tablirtn Großanbitrn offnsiv ntggn zu trtn. Flächninanspruchnahm, Flächnvorsorg und Friraumvrbünd Wgn ds rwarttn Bvölkrungszuwachss im Krn dr Hauptstadtrgion wird trotz ds summarisch zu rwartndn Bvölkrungsrückgangs im Witrn Mtropolnraum witrhin von inm Anstig dr Flächninanspruchnahm dr Bvölkrung, zum Bispil für Wohnn, Dinstlistungn und Frizit auszughn sin. Hinzu kommn Flächnansprüch, di sich aus wirtschaftlichr Btätigung (gwrblich Erwitrungs- und Errichtungsinvstitionn inschlißlich infrastrukturllr Invstitionn) rgbn. Bundswit bträgt dr Flächnvrbrauch für Sidlungs- und Vrkhrsflächn immr noch 66 Hktar pro Tag (2015). In Anspruch gnommn wrdn dadurch vilfach wrtvoll Ackrbödn, unzrschnittn Landschaftsräum ghn vrlorn. Dazu sinkt mit zunhmndr Zrsidlung di Auslastung dr Sidlungsstrukturn, insbsondr bi schrumpfndn Bvölkrungszahln. Dis Entwicklungn sthn in inm Zilkonflikt mit dn Notwndigkitn ds Flächn- und Bodnschutzs, ds Friraumschutzs und dn Notwndigkitn dr Klimaanpassung. Di Bundsrgirung hat in dr Dutschn Nachhaltigkitsstratgi Nuauflag 2016 dahr fstglgt, dn Flächnvrbrauch bis zum Jahr 2030 auf untr 30 Hktar pro Tag zu vrringrn. In dism Spannungsfld soll dr Landsntwicklungsplan strukturll Lösungn für Raumnutzungskonflikt anbitn. Gnau hir stzn in Rih von Rglungsansätzn ds LEP HR im Sinn inr nachhaltign Raumntwicklung an. Dnnoch wrdn in alln Tilräumn ausrichnd Entwicklungsmöglichkitn sowohl für Gwrb als auch für Wohnn rmöglicht. All Kommunn habn inn angmssnn Spilraum für Eignntwicklung. Währnd s für di Entwicklung von Gwrbgbitn kinrli quantitativ Bgrnzungn gibt, wird di Wohnsidlungsntwicklung für di Aufnahm ds Bvölkrungswachstums auf bsondrs gignt Räum glnkt. Um inr übrmäßign Flächninanspruchnahm und Zrsidlung dr Landschaftn ntggn zu wirkn, wrdn nbn dn Sturungsansätzn für in nachhaltig Sidlungsntwicklung bsondrs hochwrtig Friräum im Sinn inr Grünn Infrastruktur in inm übrgrifndn Friraumvrbund gsichrt. Raumordnung und Fachpolitikn Zur Gwährlistung glichwrtigr Lbnsvrhältniss ist di Vrsorgung mit Dinstlistungn und Infrastrukturn dr Dasinsvorsorg in alln Tilräumn anzustrbn. Dazu ghört auch di Errichbarkit von ntsprchndn Einrichtungn und Angbotn für all Bvölkrungsgruppn. Grundlag dafür ist in kompakt Raum- und Sidlungsstruktur, di in sichr, ffizint und kostngünstig infrastrukturll Vrsorgung rmöglicht. Dr Landsntwicklungsplan zichnt inn strukturlln räumlichn Rahmn vor, dr di Erschlißung ds Raums durch in ngmaschigs Ntz Zntralr Ort innrhalb zumutbarr Errichbarkitn für übrgmindlich wirknd Vrsorgungsangbot absichrt. Dm ggnübr hat di Landsplanung kin Mandat, für Tilräum, Landkris odr Gmindn Finanzirungs-, Ausstattungs- odr Prsonalstandards fstzulgn. Di Umstzung konkrtr Maßnahmn zur Britstllung von Listungsangbotn dr Dasinsvorsorg durch di öffntlichn Händ von Bund, Ländrn und Kommunn obligt dn jwilign Trägrn dr Fachplanung mit ihrn zahlrichn Instrumntn und Programmn. Di Städt und Gmindn slbst sichrn di Grundvrsorgung im Rahmn ihrs grundgstzlich gschütztn Wirkungskriss und ntwickln di dafür gigntn Vrwaltungsstrukturn kontinuirlich fort.

16 308 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 III Txtlich Fstlgungn Das Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) lgt Grundsätz dr Raumordnung fst, di im Sinn dr Litvorstllung inr nachhaltign Raumntwicklung anzuwndn und durch Fstlgungn in Raumordnungsplänn zu konkrtisirn sind, sowit dis rfordrlich ist ( 2 Absatz 1 ROG 2009). Litvorstllung ist in nachhaltig Raumntwicklung, di di sozialn und wirtschaftlichn Ansprüch an dn Raum mit sinn ökologischn Funktionn in Einklang bringt und zu inr daurhaftn, großräumig ausgwognn Ordnung mit glichwrtign Lbnsvrhältnissn in dn Tilräumn führt ( 1 Absatz 2 ROG 2009). Di unmittlbar wirkndn Grundsätz ds ROG 2009 findn ihr Konkrtisirung im zwistufign Systm dr gminsamn Raumordnungsplanung dr Ländr Brlin und Brandnburg. Di Grundsätz dr Raumordnung aus dm gminsamn Landsntwicklungsprogramm 2007 (LEPro 2007) sowi 19 Absatz 11 ds Landsntwicklungsprogramms von 2003 (LEPro 2003) bildn di rst Stuf dr landsrchtlichn Konkrtisirung. Dis Grundsätz dr Raumordnung wrdn nachrichtlich übrnommn und als N dn Fstlgungn ds LEP HR vorangstllt. Si wrdn durch di Fstlgungn ds LEP HR konkrtisirt.

17 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Hauptstadtrgion N LEPro Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg (Hauptstadtrgion) ist in uropäisch Mtropolrgion und umfasst das Gsamtgbit dr Ländr Brlin und Brandnburg. (2) Di Hauptstadtrgion soll im Sinn ds Nachhaltigkitsprinzips im Ausglich wirtschaftlichr, sozialr und ökologischr Zil räumlich polyzntral ntwicklt wrdn. Vorhandn Stärkn solln vorrangig gnutzt und ausgbaut wrdn. (3) Di Mtropol und Bundshauptstadt Brlin soll bi dr Wahrnhmung ihrr Aufgabn, dr Nutzung ihrr Potnzial im Intrss ds Gsamtraums und in ihrr nationaln und intrnationaln Bdutung gstärkt wrdn. (4) Di Hauptstadtrgion soll als Wirtschafts-, Wissns- und Kulturstandort gstärkt wrdn. Di Potnzial dr untrschidlich gprägtn Tilräum dr Hauptstadtrgion solln ntwicklt und gnutzt wrdn. Di Vorausstzungn für grnzübrgrifnd Kooprationn solln vrbssrt wrdn. Z 1.1 Strukturräum dr Hauptstadtrgion Di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg stzt sich aus dn folgndn, sich rgänzndn Strukturräumn zusammn: Brlin (BE) Das Brlinr Umland (BU), bsthnd aus dr Landshauptstadt Potsdam und dn folgndn Städtn und Gmindn in dn Landkrisn: Landkris Barnim: Gmind Ahrnsfld, Stadt Brnau bi Brlin, Gmind Panktal, Gmind Wandlitz, Stadt Wrnuchn Landkris Dahm-Sprwald: Gmind Eichwald, Stadt Königs Wustrhausn, Stadt Mittnwald, Gmind Schönfld, Gmind Schulzndorf, Stadt Wildau, Gmind Zuthn Landkris Havlland: Gmind Brislang, Gmind Dallgow-Döbritz, Stadt Falkns, Gmind Schönwald-Glin, Gmind Wustrmark Landkris Märkisch-Odrland: Stadt Altlandsbrg, Gmind Frdrsdorf-Voglsdorf, Gmind Hoppgartn, Gmind Nunhagn bi Brlin, Gmind Ptrshagn/Eggrsdorf, Gmind Rüdrsdorf bi Brlin, Stadt Strausbrg Landkris Obrhavl: Gmind Birknwrdr, Gmind Glinick/Nordbahn, Stadt Hnnigsdorf, Stadt Hohn Nundorf, Gmind Lgbruch, Gmind Mühlnbckr Land, Gmind Obrkrämr, Stadt Oraninburg, Stadt Vltn Landkris Odr-Spr: Stadt Erknr, Gmind Gosn-Nu Zittau, Gmind Grünhid (Mark), Gmind Schönich bi Brlin, Gmind Woltrsdorf Landkris Potsdam-Mittlmark: Gmind Klinmachnow, Gmind Michndorf, Gmind Nuthtal, Gmind Schwilows, Gmind Sddinr S, Gmind Stahnsdorf, Stadt Tltow, Stadt Wrdr (Havl)

18 310 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Landkris Tltow-Fläming: Gmind Blanknfld-Mahlow, Gmind Großbrn, Stadt Ludwigsfld, Gmind Rangsdorf Dr Witr Mtropolnraum (WMR), bsthnd aus dr Stadt Brandnburg an dr Havl, Stadt Cottbus/Chóśbuz, Stadt Frankfurt (Odr) und dn folgndn Städtn und Gmindn in dn Landkrisn: Landkris Barnim: Gmind Althüttndorf, Stadt Bisnthal, Gmind Brydin, Gmind Britz, Gmind Chorin, Stadt Ebrswald, Gmind Fridrichswald, Gmind Hohnfinow, Stadt Joachimsthal, Gmind Lip, Gmind Lunow-Stolznhagn, Gmind Marinwrdr, Gmind Mlchow, Gmind Nidrfinow, Stadt Odrbrg, Gmind Parstins, Gmind Rüdnitz, Gmind Schorfhid, Gmind Sydowr Fliß, Gmind Zithn Landkris Dahm-Sprwald: Gmind Alt Zauch-Wußwrk, Gmind Brstland, Gmind Bstns, Gmind Byhlguhr- Byhln/Běła Góra-Bělin, Gmind Drahnsdorf, Stadt Golßn, Gmind Groß Köris, Gmind Halb, Gmind Hidblick, Gmind Hids, Gmind Jamlitz, Gmind Kasl-Golzig, Gmind Krausnick-Groß Wassrburg, Stadt Libros, Stadt Lübbn (Sprwald)/Lubin (Błota), Stadt Luckau, Stadt Märkisch Buchholz, Gmind Märkisch Hid/Markojska Góla, Gmind Münchhof, Gmind Nu Zauch/Nowa Niwa, Gmind Ritznundorf-Staakow, Gmind Schlpzig/Słopišća, Gmind Schönwald, Gmind Schwrin, Gmind Schwilochs, Gmind Sprwaldhid/Błośańska Góla, Gmind Stinrich, Gmind Straupitz (Sprwald)/Tšupc (Błota), Stadt Tupitz, Gmind Untrsprwald Landkris Elb-Elstr: Stadt Bad Libnwrda, Gmind Crinitz, Stadt Dobrlug-Kirchhain, Stadt Elstrwrda, Stadt Falknbrg/Elstr, Gmind Fichtwald, Stadt Finstrwald, Gmind Gordn-Staupitz, Gmind Grödn, Gmind Großthimig, Gmind Hidland, Stadt Hrzbrg (Elstr), Gmind Hirschfld, Gmind Hohnbucko, Gmind Hohnlipisch, Gmind Krmitzau, Gmind Lbusa, Gmind Lichtrfld-Schacksdorf, Gmind Massn-Nidrlausitz, Gmind Mrzdorf, Stadt Mühlbrg/Elb, Gmind Plssa, Gmind Rödrland, Gmind Rückrsdorf, Gmind Sallgast, Gmind Schilda, Stadt Schlibn, Gmind Schönborn, Stadt Schönwald, Gmind Schradn, Stadt Sonnwald, Gmind Tröbitz, Stadt Ubigau-Wahrnbrück Landkris Havlland: Stadt Frisack, Gmind Gollnbrg, Gmind Großdrschau, Gmind Havlau, Stadt Ktzin/Havl, Gmind Klßn-Görn, Gmind Kotzn, Gmind Märkisch Luch, Gmind Milowr Land, Gmind Mühlnbrg, Stadt Naun, Gmind Nnnhausn, Gmind Paulinnau, Gmind Pssin, Stadt Prmnitz, Stadt Rathnow, Gmind Rtzow, Stadt Rhinow, Gmind Sblick, Gmind Stchow-Frchsar, Gmind Wisnau Landkris Märkisch-Odrland: Gmind Alt Tuchband, Stadt Bad Frinwald (Odr), Gmind Birsdorf-Frudnbrg, Gmind Blyn-Gnschmar, Gmind Blisdorf, Stadt Buckow (Märkisch Schwiz), Gmind Falknbrg, Gmind Falknhagn (Mark), Gmind Fichtnhöh, Gmind Garzau-Garzin, Gmind Golzow, Gmind Gusow-Platkow, Gmind Hcklbrg-Brunow, Gmind Höhnland, Gmind Küstrinr Vorland, Stadt Lbus, Gmind Ltschin, Gmind Litzn, Gmind Lindndorf, Gmind Märkisch Höh, Stadt Münchbrg, Gmind Nuhardnbrg, Gmind Nulwin, Gmind Nutrbbin, Gmind Obrbarnim, Gmind Odrau, Gmind Podlzig, Gmind Prötzl, Gmind Rhfld, Gmind Richnow-Möglin, Gmind Ritwin, Stadt Slow, Gmind Trplin, Gmind Virlindn, Gmind Waldsivrsdorf, Stadt Wrizn, Gmind Zchin, Gmind Zschdorf Landkris Obrhavl: Stadt Fürstnbrg/Havl, Stadt Grans, Gmind Großwoltrsdorf, Stadt Krmmn, Stadt Libnwald, Gmind Löwnbrgr Land, Gmind Schönrmark, Gmind Sonnnbrg, Gmind Stchlin, Stadt Zhdnick Landkris Obrsprwald-Lausitz: Gmind Altdöbrn, Gmind Bronkow, Stadt Calau/Kalawa, Gmind Fraundorf, Gmind Großkmhln, Stadt Großräschn, Gmind Grünwald, Gmind Gutborn, Gmind Hrmsdorf, Gmind Hohnbocka, Gmind Kroppn, Stadt Lauchhammr, Gmind Lindnau, Stadt Lübbnau/Sprwald/Lubnjow/Błota, Gmind Luckaitztal, Gmind Nuptrshain/Now Wiki,

19 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Gmind Nu-Sland/Nowa Jazorina, Stadt Ortrand, Stadt Ruhland, Gmind Schipkau, Gmind Schwarzbach, Stadt Schwarzhid, Stadt Snftnbrg/Zły Komorow, Gmind Tttau, Stadt Vtschau/Sprwald/Wětošow/Błota Landkris Odr-Spr: Gmind Bad Saarow, Stadt Bskow, Gmind Brknbrück, Gmind Brisn (Mark), Gmind Briskow-Finknhrd, Gmind Dinsdorf-Radlow, Stadt Eisnhüttnstadt, Stadt Fridland, Stadt Fürstnwald/Spr, Gmind Groß Lindow, Gmind Grunow-Dammndorf, Gmind Jacobsdorf, Gmind Langwahl, Gmind Lawitz, Gmind Mixdorf, Stadt Müllros, Gmind Nißmünd, Gmind Nuzll, Gmind Ragow-Mrz, Gmind Raun, Gmind Richnwald, Gmind Ritz-Nundorf, Gmind Schlaubtal, Gmind Sihdichum, Gmind Sprnhagn, Gmind Stinhöfl, Stadt Storkow (Mark), Gmind Tauch, Gmind Voglsang, Gmind Wndisch Ritz, Gmind Wisnau, Gmind Ziltndorf Landkris Ostprignitz-Ruppin: Gmind Brddin, Gmind Dabrgotz, Gmind Drtz, Gmind Fhrbllin, Gmind Hiligngrab, Gmind Hrzbrg (Mark), Stadt Kyritz, Stadt Lindow (Mark), Gmind Märkisch Lindn, Stadt Nuruppin, Stadt Nustadt (Doss), Stadt Rhinsbrg, Gmind Rüthnick, Gmind Sivrsdorf- Hohnofn, Gmind Storbck-Frankndorf, Gmind Stüdnitz-Schönrmark, Gmind Tmnitzqull, Gmind Tmnitztal, Gmind Vilitzs, Gmind Walslbn, Stadt Wittstock/Doss, Gmind Wustrhausn/Doss, Gmind Zrnitz-Lohm Landkris Potsdam-Mittlmark: Stadt Bad Blzig, Stadt Blitz, Gmind Btzs, Gmind Btzshid, Gmind Bnsdorf, Gmind Borkhid, Gmind Borkwald, Stadt Brück, Gmind Buckautal, Gmind Golzow, Gmind Görzk, Gmind Gräbn, Gmind Groß Krutz (Havl), Stadt Havls, Gmind Klostr Lhnin, Gmind Linth, Gmind Mühlnfliß, Stadt Nimgk, Gmind Päwsin, Gmind Planbruch, Gmind Plantal, Gmind Rabnstin/Fläming, Gmind Rosnau, Gmind Roskow, Stadt Trunbritzn, Gmind Wnzlow, Gmind Wisnburg/Mark, Gmind Wollin, Gmind Wustrwitz, Stadt Zisar Landkris Prignitz: Stadt Bad Wilsnack, Gmind Brg, Gmind Brs, Gmind Cumlosn, Gmind Grdshagn, Gmind Groß Pankow (Prignitz), Gmind Gülitz-Rtz, Gmind Gumtow, Gmind Halnbck- Rohlsdorf, Gmind Karstädt, Gmind Kümmrnitztal, Gmind Lanz, Gmind Lgd/Quitzöbl, Stadt Lnzn (Elb), Gmind Lnzrwisch, Gmind Marinfliß, Stadt Mynburg, Stadt Prlbrg, Gmind Pirow, Gmind Plattnburg, Stadt Pritzwalk, Stadt Putlitz, Gmind Rühstädt, Gmind Triglitz, Gmind Wisn, Stadt Wittnbrg Landkris Spr-Niß: Gmind Brisn/Brjazyna, Gmind Burg (Sprwald)/Bórkowy (Błota), Gmind Dissn-Strisow/ Dšno-Strjažow, Stadt Döbrn, Gmind Drachhausn/Hochoza, Stadt Drbkau/Drjowk, Gmind Drhnow/Drjnow, Gmind Flixs/Fliksowy Jazor, Stadt Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca), Gmind Groß Schacksdorf-Simmrsdorf, Stadt Gubn, Gmind Guhrow/Góry, Gmind Hinrsbrück/Móst, Gmind Jämlitz-Klin Dübn, Gmind Jänschwald/Janšojc, Gmind Kolkwitz/Gołkojc, Gmind Niß-Malxtal, Gmind Nuhausn/Spr/Kopańc/Sprjwja, Stadt Pitz/Picnjo, Gmind Schnkndöbrn/Drbno, Gmind Schmogrow-Fhrow/Smogorjow-Prjawoz, Stadt Sprmbrg/Grodk, Gmind Taur/Turjj, Gmind Tichland/Gatojc, Gmind Tschrnitz, Gmind Turnow- Prilack/Turnow-Pśiłuk, Stadt Wlzow/Wjlcj, Gmind Wrbn/Wjrbno, Gmind Wisngrund/Łukojc Landkris Tltow-Fläming: Gmind Am Mllns, Stadt Baruth/Mark, Stadt Dahm/Mark, Gmind Dahmtal, Gmind Ihlow, Stadt Jütrbog, Stadt Lucknwald, Gmind Nidrr Fläming, Gmind Nidrgörsdorf, Gmind Nuth-Urstromtal, Stadt Trbbin, Stadt Zossn Landkris Uckrmark: Stadt Angrmünd, Gmind Brkholz-Mynburg, Gmind Boitznburgr Land, Stadt Brüssow, Gmind Carmzow-Wallmow, Gmind Caskow, Gmind Flith-Stglitz, Stadt Gartz (Odr), Gmind Grswald, Gmind Göritz, Gmind Gramzow, Gmind Grünow, Gmind Hohnslchow-Groß Pinnow, Stadt Lychn, Gmind Mark Landin, Gmind Mschrin, Gmind Milmrsdorf, Gmind Mittnwald, Gmind Nordwstuckrmark, Gmind Obruckrs,

20 312 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Gmind Passow, Gmind Pinnow, Stadt Prnzlau, Gmind Randowtal, Gmind Schnknbrg, Gmind Schönbrg, Gmind Schönfld, Stadt Schwdt/Odr, Gmind Tantow, Gmind Tmmn-Ringnwald, Stadt Tmplin, Gmind Uckrfld, Gmind Uckrland, Gmind Zichow 2 Wirtschaftlich Entwicklung, Gwrb und großflächigr Einzlhandl N LEPro Wirtschaftlich Entwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Di Wachstumschancn dr Hauptstadtrgion lign insbsondr in dr Mtropol Brlin, dn räumlichn und sktoraln Schwrpunktn Brandnburgs mit bsondrm wirtschaftlichn odr wissnschaftlichn Potnzial und dm Flughafn Brlin Brandnburg Intrnational mit sinm Umfld. (2) Zur bstmöglichn Nutzung dr Chancn und Stärkung dr Wirtschaftskraft dr Hauptstadtrgion soll dr Einsatz von öffntlichn Mittln räumlich und sktoral konzntrirt wrdn. (3) In dn ländlichn Räumn solln in Ergänzung zu dn traditionlln Erwrbsgrundlagn nu Wirtschaftsfldr rschlossn und witrntwicklt wrdn. 5 Sidlungsntwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Di Sidlungsntwicklung soll auf Zntral Ort und raumordnrisch fstglgt Sidlungsbrich ausgrichtt wrdn. Dr Gwrbflächnntwicklung soll danbn auch in räumlichn Schwrpunktn mit bsondrm wirtschaftlichm odr wissnschaftlichm Potnzial angmssn Rchnung gtragn wrdn. (4) Dr innrstädtisch Einzlhandl soll gstärkt und in vrbrauchrnah Vrsorgung dr Bvölkrung mit Gütrn und Dinstlistungn ds täglichn Bdarfs (Grundvrsorgung) gsichrt wrdn. Großflächig Einzlhandlsinrichtungn solln dn Zntraln Ortn ntsprchnd dr jwilign Funktionszuwisung zugordnt wrdn. 6 Friraumntwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (6) Für di Gwinnung von standortgbundnn Rohstoffn solln di raumordnrischn Vorausstzungn rhaltn odr gschaffn wrdn. G 2.1 Strukturwandl In Räumn mit starkm wirtschaftlichm Strukturwandl solln nu Wirtschaftsfldr rschlossn und ntwicklt wrdn. Hirzu solln intgrirt rgional Entwicklungskonzpt rarbitt wrdn. G 2.2 Gwrbflächnntwicklung Di Entwicklung von gwrblichn Bauflächn ist untr Brücksichtigung bzw. Bachtung dr qualitativn Fstlgungn zur Sidlungs- und Friraumntwicklung in dr gsamtn Hauptstadtrgion möglich. Gwrblich Bauflächn solln bdarfsgrcht und untr Minimirung von Nutzungskonfliktn an gigntn Standortn ntwicklt wrdn. Z 2.3 Großflächig gwrblich-industrill Vorsorgstandort Fstlgung durch di Rgionalplanung Für großflächig gwrblich-industrill Vorhabn sind im Land Brandnburg in dn Rgionalplänn gignt Standort fstzulgn.

21 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni G 2.4 Logistikstandort Logistikfunktionn solln an gigntn Standortn gbündlt und bsthnd Standort bdarfsgrcht witrntwicklt wrdn. Dabi solln di Potnzial, di sich durch di transuropäischn Entwicklungsachsn rgbn, brücksichtigt wrdn. G 2.5 Informations- und Kommunikationsinfrastruktur In alln Tiln dr Hauptstadtrgion soll flächndcknd di Nutzung inr modrnn und listungsfähign Informations- und Kommunikationsinfrastruktur rmöglicht wrdn. Z 2.6 Bindung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn an Zntral Ort Großflächig Einzlhandlsinrichtungn im Sinn von 11 Absatz 3 dr Baunutzungsvrordnung (BauNVO) sind nur in Zntraln Ortn zulässig (Konzntrationsgbot). Z 2.7 Schutz bnachbartr Zntrn Großflächig Einzlhandlsinrichtungn dürfn nach Art, Lag und Umfang di Entwicklung und Funktionsfähigkit bsthndr odr gplantr zntralr Vrsorgungsbrich bnachbartr Zntralr Ort sowi di vrbrauchrnah Vrsorgung dr Bvölkrung in bnachbartn Gmindn nicht wsntlich binträchtign (raumordnrischs Binträchtigungsvrbot). G 2.8 Angmssn Dimnsionirung Nu odr zu rwitrnd großflächig Einzlhandlsinrichtungn in dn Zntraln Ortn solln dr zntralörtlichn Funktion ntsprchn (Kongrunzgbot). Z 2.9 Hrstllr-Dirktvrkaufszntrn Hrstllr-Dirktvrkaufszntrn mit inr Vrkaufsfläch von mhr als Quadratmtrn sind nur in dr Mtropol Brlin und in Obrzntrn zulässig. Z 2.10 Umgang mit Bstandssituationn Vorhandn gnhmigt großflächig Einzlhandlsinrichtungn, di im Widrspruch zu dn Plansätzn Z 2.6, Z 2.7, G 2.8 odr Z 2.9 sthn, könnn vrändrt wrdn, wnn hirdurch di gnhmigt Vrkaufsfläch sowohl insgsamt als auch für nahvrsorgungsrlvant Sortimnt und sonstig zntrnrlvant Sortimnt (Tabll 1 Nummr 1.1 und 1.2) nicht rhöht wird. Durch di Vrändrung darf kin Umwandlung zu inm Hrstllr-Dirktvrkaufszntrum im Sinn von Z 2.9 rfolgn. G 2.11 blibt unbrührt. G 2.11 Strukturvrträglich Kaufkraftbindung Bi dr Entwicklung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn soll dafür Sorg gtragn wrdn, dass nicht mhr als 25 Proznt dr sortimntsspzifischn Kaufkraft im inschlägign Bzugsraum gbundn wrdn. Z 2.12 Errichtung odr Erwitrung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn außrhalb Zntralr Ort (1) Di Errichtung odr di Erwitrung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn ist abwichnd von Z 2.6 auch außrhalb dr Zntraln Ort zulässig, wnn das Vorhabn übrwignd dr Nahvrsorgung dint und sich dr Standort in inm zntraln Vrsorgungsbrich bfindt. Ein Vorhabn dint übrwignd dr Nahvrsorgung, wnn di gsamt vorhabnbzogn Vrkaufsfläch Quadratmtr nicht übrschritt und auf mindstns 75 Proznt dr Vrkaufsfläch nahvrsorgungsrlvant Sortimnt nach Tabll 1

22 314 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Nummr 1.1 angbotn wrdn. Sowit di Kaufkraft in inr Gmind in Nachfrag für größr Vrkaufsflächn im Brich dr Nahvrsorgung schafft, sind dis untr Bachtung ds Kaufkraftpotnzials in dr Gmind mit dr obn gnanntn Sortimntsbschränkung ntwicklbar. (2) In dn gmäß Z 3.3 fstglgtn Grundfunktionaln Schwrpunktn ist di Errichtung odr di Erwitrung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn übr di in Absatz 1 gtroffnn Fstlgungn hinaus zulässig, wnn di zusätzlich vorhabnbzogn Vrkaufsfläch Quadratmtr nicht übrschritt, wobi für dis kin Sortimntsbschränkung zu bachtn ist. Z 2.13 Einordnung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn innrhalb Zntralr Ort (1) Großflächig Einzlhandlsinrichtungn mit sonstign zntrnrlvantn Sortimntn gmäß Tabll 1 Nummr 1.2 sind nur in zntraln Vrsorgungsbrichn zulässig (Intgrationsgbot). (2) Großflächig Einzlhandlsinrichtungn mit nicht-zntrnrlvantm Krnsortimnt gmäß Tabll 1 Nummr 2 sind auch außrhalb dr zntraln Vrsorgungsbrich zulässig, sofrn di vorhabnbzogn Vrkaufsfläch für zntrnrlvant Randsortimnt 10 Proznt nicht übrschritt. Großflächig Einzlhandlsinrichtungn mit zntrnrlvantm Sortimnt für di Nahvrsorgung gmäß Tabll 1 Nummr 1.1 sind auch außrhalb dr zntraln Vrsorgungsbrich zulässig. (3) Vorhandn gnhmigt großflächig Einzlhandlsinrichtungn außrhalb zntralr Vrsorgungsbrich im Sinn von Absatz 1 könnn vrändrt wrdn, wnn hirdurch di gnhmigt Vrkaufsfläch sowohl insgsamt, als auch für nahvrsorgungsrlvant Sortimnt und sonstig zntrnrlvant Sortimnt (Tabll 1 Nummr 1.1 und 1.2) nicht rhöht wird. G 2.11 blibt unbrührt. Durch di Vrändrung darf kin Umwandlung zu inm Hrstllr-Dirktvrkaufszntrum im Sinn von Z 2.9 rfolgn. Z 2.14 Einzlhandlsagglomrationn Dr Bildung von Agglomrationn nicht großflächigr Einzlhandlsbtrib mit zntrnrlvantn Sortimntn außrhalb zntralr Vrsorgungsbrich ist ntggnzuwirkn (Agglomrationsvrbot). Z 2.15 Obrflächnnah Rohstoff (ohn fossil Enrgiträgr) Fstlgung durch di Rgionalplanung Gbit für di Gwinnung obrflächnnahr Rohstoff (ohn fossil Enrgiträgr) sind im Land Brandnburg in dn Rgionalplänn zu sichrn.

23 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Zntral Ort, Grundvrsorgung und Grundfunktional Schwrpunkt N LEPro Zntral Ort Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Di Hauptstadtrgion soll nach dn Prinzipin dr zntralörtlichn Glidrung ntwicklt wrdn. Zntral Ort solln als Sidlungsschwrpunkt und Vrkhrsknotn für ihrn Vrsorgungsbrich räumlich gbündlt Wirtschafts-, Einzlhandls-, Kultur-, Frizit-, Bildungs-, Gsundhits- und sozial Vrsorgungsfunktionn rfülln. (2) Als Zntral Ort solln solch Gmindn bstimmt wrdn, di aufgrund ihrr räumlichn Lag, dr zu vrsorgndn Bvölkrung ihrr Vrflchtungsbrich, ihrr funktionaln Ausstattung und ihrr Potnzial in dr Lag sind, di übrgmindlichn Aufgabn dr Dasinsvorsorg langfristig und flächndcknd zu rfülln. Z 3.1 Zntralörtlich Glidrung Im Rahmn dr zntralörtlichn Glidrung sind di übrgmindlich wirkndn Angbot dr Dasinsvorsorg vorrangig in dn Zntraln Ortn zu konzntrirn, um in vilsitigs und rrichbars Angbot für all Bvölkrungsgruppn im jwilign Vrflchtungsbrich zu rhaltn. In dr zntralörtlichn Glidrung dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg wrdn Zntral Ort dr Stufn Mtropol, Obrzntrum und Mittlzntrum fstglgt. G 3.2 Grundvrsorgung Di Funktionn dr Grundvrsorgung solln in alln Gmindn abgsichrt wrdn. Z 3.3 Grundfunktional Schwrpunkt Fstlgung durch di Rgionalplanung Grundfunktional Schwrpunkt wrdn im Land Brandnburg außrhalb Zntralr Ort in dn Rgionalplänn fstglgt. Di Grundfunktionaln Schwrpunkt sind im Rgionalplan als Zil dr Raumordnung fstzulgn. Als Grundfunktional Schwrpunkt sind di funktionsstarkn Ortstil von gigntn Gmindn fstzulgn. Di Grundfunktionaln Schwrpunkt in dn Achsngmindn ds Brlinr Umlands sind innrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung fstzulgn. Funktionszuwisungn im Rahmn dr zntralörtlichn Glidrung Z 3.4 Mtropol (1) Mtropol ist di Bundshauptstadt Brlin. (2) In dr Mtropol sind di höchstwrtign mtropolitann Funktionn zu sichrn und zu qualifizirn. Di Mtropol Brlin hat zntralörtlich Bdutung. Im uropäischn Maßstab ist si als Wirtschafts-, Wissnschafts-, Kultur-, Bildungs-, Sport-, Handls-, Mss- und politischs Zntrum zu stärkn. Z 3.5 Obrzntrn (1) Obrzntrn sind di Landshauptstadt Potsdam, Brandnburg an dr Havl, Cottbus/Chóśbuz und Frankfurt (Odr). (2) In dn Obrzntrn sind di hochwrtign Funktionn dr Dasinsvorsorg mit übrrgionalr Bdutung räumlich zu konzntrirn. Dazu sind Warn- und Dinstlistungsangbot ds spzialisirtn höhrn Bdarfs zu sichrn und zu qualifizirn.

24 316 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Z 3.6 Mittlzntrn (1) Mittlzntrn im Witrn Mtropolnraum sind Angrmünd, Bad Blzig, Bad Frinwald (Odr), Bskow, Ebrswald, Eisnhüttnstadt, Finstrwald, Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca), Fürstnwald/Spr, Gubn, Hrzbrg (Elstr), Jütrbog, Kyritz, Lübbn (Sprwald)/Lubin (Błota), Lübbnau/Sprwald/Lubnjow/Błota, Luckau, Lucknwald, Naun, Nuruppin, Prnzlau, Rathnow, Schwdt/Odr, Slow, Sprmbrg/Grodk, Tmplin, Zossn und in Funktionstilung Elstrwrda Bad Libnwrda, Lauchhammr Schwarzhid, Prlbrg Wittnbrg, Pritzwalk Wittstock/Doss, Snftnbrg/Zły Komorow Großräschn, Zhdnick Grans sowi Blitz Wrdr (Havl) (im BU). (2) Mittlzntrn im Brlinr Umland sind Brnau bi Brlin, Erknr, Blanknfld-Mahlow, Falkns, Hnnigsdorf, Königs Wustrhausn, Ludwigsfld, Oraninburg, Strausbrg, Tltow und in Funktionstilung Nunhagn bi Brlin Hoppgartn, Schönfld Wildau sowi Wrdr (Havl) Blitz (im WMR). (3) Di als Mittlzntrn in Funktionstilung fstglgtn Gmindn übrnhmn gminsam Vrsorgungsfunktionn für dn gminsamn Vrflchtungsbrich. (4) In dn Mittlzntrn sind di ghobnn Funktionn dr Dasinsvorsorg mit rgionalr Bdutung räumlich zu konzntrirn. Dazu sind Warn- und Dinstlistungsangbot ds ghobnn Bdarfs zu sichrn und zu qualifizirn.

25 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Kulturlandschaftn und ländlich Räum N LEPro Kulturlandschaft Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Di Kulturlandschaft soll in ihrr Vilfalt rhaltn und zur Stärkung dr rgionaln Idntität und Wirtschaftskraft witrntwicklt wrdn. Mtropol, Städt und Dörfr sind wichtig Elmnt dr Kulturlandschaft. Historisch bdutsam Kulturlandschaftn solln bwahrt und ntwicklt wrdn. (2) Durch in nachhaltig und intgrirt ländlich Entwicklung solln di Land-, Forst- und Fischriwirtschaft, di touristischn Potnzial, di Nutzung rgnrativr Enrgin und nachwachsndr Rohstoff in dn ländlichn Räumn als Til dr Kulturlandschaft witrntwicklt wrdn. (3) Kulturlandschaftn mit bsondrm Handlungsbdarf solln durch in kooprativ Rgionalntwicklung auch ländrübrgrifnd gstärkt und witrntwicklt wrdn. 2 Wirtschaftlich Entwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (3) In dn ländlichn Räumn solln in Ergänzung zu dn traditionlln Erwrbsgrundlagn nu Wirtschaftsfldr rschlossn und witrntwicklt wrdn. G 4.1 Kulturlandschaftlich Handlungsräum Kulturlandschaftn solln auf rgionalr Ebn idntifizirt und witrntwicklt wrdn. Ansatzpunkt hirfür gibt s insbsondr in historisch bdutsamn Kulturlandschaftn, von starkm Nutzungswandl btroffnn suburbann und ländlichn Räumn, Gbitn, di aufgrund dr Aufgab von militärischn, brgbaulichn odr sonstign Nutzungn inn außrgwöhnlichn Sanirungs- und Gstaltungsbdarf aufwisn sowi grnzübrgrifndn Kulturlandschaftn. G 4.2 Kulturlandschaftlich Handlungskonzpt Zur Witrntwicklung dr Kulturlandschaftn solln di lokaln und rgionaln Akturinnn und Aktur durch Vrntzung kulturlandschaftsrlvantr Sturungsansätz und untr Einbzihung bürgrschaftlichn Engagmnts Litbildr, Stratgin sowi Entwicklungs- und Handlungskonzpt rarbitn und zu drn Umstzung bitragn. G 4.3 Ländlich Räum Di ländlichn Räum solln so gsichrt und witrntwicklt wrdn, dass si inn attraktivn und ignständign Lbns- und Wirtschaftsraum bildn, ihr typisch Sidlungsstruktur und das in rgionalr kulturlandschaftlichr Diffrnzirung ausgprägt kulturll Erb bwahrn und ihr landschaftlich Vilfalt rhaltn.

26 318 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Sidlungsntwicklung N LEPro Sidlungsntwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Di Sidlungsntwicklung soll auf Zntral Ort und raumordnrisch fstglgt Sidlungsbrich ausgrichtt wrdn. [ ] (2) Di Innnntwicklung soll Vorrang vor dr Außnntwicklung habn. Dabi solln di Erhaltung und Umgstaltung ds baulichn Bstands in vorhandnn Sidlungsbrichn und di Raktivirung von Sidlungsbrachflächn bi dr Sidlungstätigkit Priorität habn. (3) Bi dr Sidlungsntwicklung solln vrkhrssparnd Sidlungsstrukturn angstrbt wrdn. In dn raumordnrisch fstglgtn Sidlungsbrichn, di durch schinngbundnn Prsonnnahvrkhr gut rschlossn sind, soll sich di Sidlungsntwicklung an disr Vrkhrsinfrastruktur orintirn. G 5.1 Innnntwicklung und Funktionsmischung (1) Di Sidlungsntwicklung soll untr Nutzung von Nachvrdichtungspotnzialn innrhalb vorhandnr Sidlungsgbit sowi untr Inanspruchnahm vorhandnr Infrastruktur auf di Innnntwicklung konzntrirt wrdn. Dabi solln di Anfordrungn, di sich durch di klimabdingt Erwärmung insbsondr dr Innnstädt rgbn, brücksichtigt wrdn. (2) Di Funktionn Wohnn, Arbitn, Vrsorgung, Bildung und Erholung solln inandr räumlich zugordnt und ausgwogn ntwicklt wrdn. Z 5.2 Anschluss nur Sidlungsflächn (1) Nu Sidlungsflächn sind an vorhandn Sidlungsgbit anzuschlißn. (2) Für Gwrb- und Industriflächn sind Ausnahmn von Absatz 1 zulässig, wnn bsondr Erfordrniss ds Immissionsschutzs odr dr Vrkhrsrschlißung in unmittlbars Angrnzn nur Flächn an vorhandn Sidlungsgbit ausschlißn. Z 5.3 Umwandlung von Wochnnd- odr Frinhausgbitn und von witrn Sidlungsflächn Di Umwandlung von Wochnnd- odr Frinhausgbitn und von witrn hochbaulich gprägtn Sidlungsflächn im Außnbrich in Wohnsidlungsflächn ist zulässig, wnn si an di vorhandnn Sidlungsgbit angschlossn sind. Z 5.4 Erwitrung von Stru- und Splittrsidlungn Di Erwitrung von Stru- und Splittrsidlungn ist zu vrmidn. Z 5.5 Eignntwicklung für dn örtlichn Bdarf (1) In alln Gmindn odr Gmindtiln, di kin Schwrpunkt für di Wohnsidlungsflächnntwicklung gmäß Z 5.6 sind, ist in Wohnsidlungsntwicklung für dn örtlichn Bdarf im Rahmn dr Eignntwicklung nach Absatz 2 möglich. (2) Di Eignntwicklung ist durch Innnntwicklung und zusätzlich im Rahmn dr Eignntwicklungsoption mit inm Umfang von bis zu 1 Hktar/1 000 Einwohnrinnn und Einwohnr (Stand 31. Dzmbr 2018) für inn Zitraum von zhn Jahrn für Wohnsidlungsflächn möglich. Wohnsidlungsflächn, di in Flächn-

27 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni nutzungsplänn odr in Bbauungsplänn vor dm 15. Mai 2009 dargstllt bzw. fstgstzt wurdn, abr noch nicht rschlossn odr bbaut sind, wrdn auf di Eignntwicklungsoption angrchnt. (3) Auf di Eignntwicklungsoption nach Absatz 2 Satz 1 nicht angrchnt wrdn Wohnsidlungsflächn, di aufgrund bstandskräftigr Entschidungn übr in Zilabwichung von 4.5 (Z) Absatz 2 LEP B-B zulässig warn. Z 5.6 Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung (1) In Brlin und im Brlinr Umland ist dr Gstaltungsraum Sidlung dr Schwrpunkt für di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn. Di Fstlgungn Z 5.2, Z 5.3 und Z 5.4 gltn innrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung nicht. (2) Im Witrn Mtropolnraum sind di Obrzntrn und Mittlzntrn di Schwrpunkt für di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn. (3) In dn Schwrpunktn nach Absatz 1 und Absatz 2 ist in quantitativ uningschränkt Entwicklung von Wohnsidlungsflächn übr di Eignntwicklung hinaus möglich. Z 5.7 Witr Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung Witr Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung sind di gmäß Z 3.3 fstglgtn Grundfunktionaln Schwrpunkt. Für di als Grundfunktional Schwrpunkt fstglgtn Ortstil wird zusätzlich zur Eignntwicklung dr Gmind nach Z 5.5 in Wachstumsrsrv in inm Umfang von bis zu 2 Hktar/ Einwohnrinnn und Einwohnr (Stand 31. Dzmbr 2018) dr jwilign Grundfunktionaln Schwrpunkt für inn Zitraum von zhn Jahrn für zusätzlich Wohnsidlungsflächn fstglgt. G 5.8 Wohnsidlungsflächnntwicklung in dn Städtn dr zwitn Rih In dn Obr- und Mittlzntrn im Witrn Mtropolnraum, di aus dr Mtropol Brlin übr di Schin in wnigr als 60 Fahrminutn rrichbar sind (Städt dr zwitn Rih), solln wachstumsbdingt Bdarf an Wohnsidlungsflächn bsondr Brücksichtigung findn. Hirzu solln Sidlungsflächn für di Wohnungsvrsorgung vorrangig im Umfld dr Schinnhaltpunkt ntwicklt wrdn. G 5.9 Wohnsidlungsflächnntwicklung in Obr- und Mittlzntrn ds Witrn Mtropolnraums im Einwirkungsbrich bnachbartr Mtropoln Di Obr- und Mittlzntrn im Witrn Mtropolnraum solln bi dr Entwicklung von Wohnsidlungsflächn auch Entwicklungsimpuls aus bnachbartn Mtropoln mit inbzihn. G 5.10 Nachnutzung von Konvrsionsflächn (1) Militärisch und zivil Konvrsionsflächn solln nun Nutzungn zugführt wrdn. Konvrsionsflächn im räumlichn Zusammnhang zu vorhandnn Sidlungsgbitn solln bdarfsgrcht für Sidlungszwck ntwicklt wrdn. (2) Auf vrsigltn odr baulich gprägtn Tiln von Konvrsionsflächn außrhalb innrörtlichr Sidlungsgbit solln städtbaulich nicht intgrirbar Vorhabn zuglassn wrdn, wnn in tragfähig Entwicklungskonzption vorligt und in raumvrträglich Vrkhrsanbindung gsichrt ist. Konvrsionsflächn außrhalb innrörtlichr Sidlungsgbit mit hochwrtign Friraumpotnzialn odr ohn wsntlich baulich Vorprägung solln inr Friraumnutzung zugführt wrdn.

28 320 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Friraumntwicklung N LEPro Friraumntwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Di Naturgütr Bodn, Wassr, Luft, Pflanzn- und Tirwlt solln in ihrr Funktions- und Rgnrationsfähigkit sowi ihrm Zusammnwirkn gsichrt und ntwicklt wrdn. Dn Anfordrungn ds Klimaschutzs soll Rchnung gtragn wrdn. (2) Di Inanspruchnahm und di Zrschnidung ds Friraums, insbsondr von großräumig unzrschnittnn Friräumn, solln vrmidn wrdn. Zrschnidungswirkungn durch bandartig Infrastruktur solln durch räumlich Bündlung minimirt wrdn. (3) Di öffntlich Zugänglichkit und Erlbbarkit von Gwässrrändrn und andrn Gbitn, di für di Erholungsnutzung bsondrs gignt sind, solln rhaltn odr hrgstllt wrdn. Sidlungsbzogn Friräum solln für di Erholung gsichrt und ntwicklt wrdn. (4) Friräum mit hochwrtign Schutz-, Nutz- und sozialn Funktionn solln in inm Friraumvrbund ntwicklt wrdn. G 6.1 Friraumntwicklung (1) Dr bsthnd Friraum soll in sinr Multifunktionalität rhaltn und ntwicklt wrdn. Bi Planungn und Maßnahmn, di Friraum in Anspruch nhmn odr nu zrschnidn, ist dn Blangn ds Friraumschutzs bsondrs Gwicht bizumssn. (2) Dr landwirtschaftlichn Bodnnutzung ist bi dr Abwägung mit konkurrirndn Nutzungsansprüchn bsondrs Gwicht bizumssn. Di Witrntwicklung von Möglichkitn dr Erzugung nachhaltigr ökologisch produzirtr Landwirtschaftsprodukt ist in Ergänzung zur konvntionlln Erzugung von bsondrr Bdutung. Z 6.2 Friraumvrbund (1) Dr Friraumvrbund ist räumlich und in sinr Funktionsfähigkit zu sichrn. Raumbdutsam Planungn und Maßnahmn, di dn Friraumvrbund in Anspruch nhmn odr nu zrschnidn, sind ausgschlossn, sofrn si di Funktionn ds Friraumvrbunds odr sin Vrbundstruktur binträchtign. (2) Ausnahmn von Absatz 1 Satz 2 sind untr dr Vorausstzung, dass di raumbdutsam Planung odr Maßnahm nicht auf andrn gigntn Flächn außrhalb ds Friraumvrbunds durchgführt wrdn kann und di Inanspruchnahm minimirt wird, in folgndn Fälln möglich: für übrrgional bdutsam Planungn odr Maßnahmn, insbsondr für in übrrgional bdutsam lininhaft Infrastruktur, sowit in öffntlichs Intrss an dr Ralisirung bstht, für di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn inschlißlich dr unmittlbar dafür rfordrlichn Flächn für dn Gminbdarf, für Vr- und Entsorgungsanlagn und für Vrkhrsflächn.

29 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Vrkhrs- und Infrastrukturntwicklung N LEPro Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg Grundsatz dr Raumordnung (G) (5) Di zntral Lag in Europa soll durch listungsfähig Einbindungn in di intrnationaln Vrkhrskorridor und transuropäischn Ntz sowohl in Nord/Süd- als auch in Ost/Wst-Richtung bssr gnutzt wrdn. 7 Vrkhrsntwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) Zur übrrgionaln Einbindung dr Hauptstadtrgion und zur Errichbarkit Brlins und dr übrign Zntraln Ort solln in listungsfähigs, hirarchisch strukturirts Ntz von Vrkhrswgn sowi ntsprchnd Mobilitätsangbot für Bvölkrung und Wirtschaft untr vorrangigr Nutzung vorhandnr Infrastrukturn gsichrt und bdarfsgrcht ntwicklt wrdn. Di Luftvrkhrsanbindung dr Hauptstadtrgion soll witrntwicklt wrdn. (2) Di Erschlißung dr Hauptstadtrgion mit öffntlichn Vrkhrsmittln soll orintirt auf Brlin und di übrign Zntraln Ort durch vilfältig, ihrr Funktion und dr Nachfrag angpasst Bdinangbot gsichrt und witrntwicklt wrdn. In Räumn mit vrdichttr Sidlungsstruktur soll dr öffntlich Prsonnnahvrkhr ggnübr dm motorisirtn Individualvrkhr vorrangig ntwicklt wrdn. (3) Ein umwlt-, sozial- und gsundhitsvrträglich Vrkhrsntwicklung soll durch intgrirt Vrkhrsplanung untr Einbzihung allr Vrkhrsträgr und -artn sowi drn Vrntzung, durch vrkhrssparnd Sidlungsstrukturn, rssourcnschonnd Bündlung von Infrastrukturn, Vrkhrsvrlagrung auf umwltfrundlich Vrkhrsträgr sowi durch Stigrung dr Attraktivität umwltfrundlichr Vrkhrsangbot rricht wrdn. Für di Mobilität im Nahbrich solln gut Vorausstzungn gschaffn wrdn. LEPro Grundsatz dr Raumordnung (G) (11) Dr im Gsamtraum Brlin-Brandnburg zu rwartnd Bdarf an Luftvrkhrskapazitätn soll durch rchtzitig Britstllung vornhmlich innrhalb ds bsthndn intrnationaln Flughafnsystms, insbsondr untr Vrringrung dr Lärmbtroffnhit, gdckt wrdn. Dabi soll dr national und intrnational Luftvrkhrsanschluss für Brlin und Brandnburg möglichst auf inn Flughafn konzntrirt wrdn. Hirbi soll in ng räumlich Bzihung ds Flughafns zum Aufkommnsschwrpunkt Brlin mit kurzn Zugangswgn und untr Einbindung in das vorhandn Vrkhrssystm, insbsondr zum Schinnntz und zum öffntlichn Prsonnnahvrkhr, angstrbt wrdn. Di für dn Flughafn sowi für sin Funktionsfähigkit notwndign Flächn solln gsichrt wrdn. Für di allgmin Luftfahrt solln rgänznd rgional Flugplätz gschaffn wrdn. Dr Antil ds Kurzstrcknluftvrkhrs soll zugunstn ds Eisnbahnfrnvrkhrs rhblich vrringrt wrdn. Z 7.1 Vrntzung dr Hauptstadtrgion in Dutschland und Europa (1) Di großräumig vrkhrlich Vrntzung dr Hauptstadtrgion in Europa ist übr di transuropäischn Vrkhrskorridor zu ntwickln. (2) Di Vrflchtungn mit dr Rpublik Poln sind zu stärkn und di grnzübrschritndn Vrbindungn im Vrkhrs- und Kommunikationsbrich gminsam witr zu ntwickln. (3) Di Kommunikations- und Vrkhrsntz in dr Hauptstadtrgion sind so zu ntwickln, dass di Position dr Hauptstadtrgion als bdutndr uropäischr Knotn witr gfstigt und di Vrbindungn zwischn dn uropäischn und nationaln Mtropolrgionn und Städtn sowi di Einbindung in di großräumign uropäischn Raumntwicklungskorridor gstärkt wird.

30 322 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Z 7.2 Vrkhrsvrbindungn innrhalb dr Hauptstadtrgion Großräumig und übrrgional Vrkhrsvrbindungn zwischn dn Zntraln Ortn dr Hauptstadtrgion sind vorrangig zu sichrn und nachfraggrcht zu ntwickln. Z 7.3 Singlstandort BER (1) Lininflugvrkhr und Pauschalflugrisvrkhr mit Flugzugn sind in Brlin und Brandnburg nur auf dm Vrkhrsflughafn Brlin Brandnburg (BER) zulässig, ausgnommn Flugvrkhr durch Flugzug mit inr zulässign Höchstabflugmass von bis zu Kilogramm. Bis zur Inbtribnahm dr Kapazitätsrwitrung am Standort Schönfld (BER) ist disr Vrkhr nur auf dn Flughäfn ds Brlinr Flughafnsystms zulässig. (2) Absatz 1 gilt nicht, sowit di bsthnd luftvrkhrsrchtlich Gnhmigung ds Vrkhrslandplatzs Cottbus-Drwitz darübr hinausghndn Vrkhr zulässt. (3) Das Zil dr Raumordnung Z 1 ds Landsntwicklungsplans Flughafnstandortntwicklung (Vrordnung zur Ändrung dr Vrordnung übr dn Landsntwicklungsplan Flughafnstandortntwicklung vom 30. Mai 2006, Brlin: GVBl. Sit 509; Brandnburg: GVBl. II Sit 154) blibt unbrührt. G 7.4 Nachhaltig Infrastrukturntwicklung (1) Litungs- und Vrkhrstrassn solln räumlich gbündlt wrdn, sowit sichrhitsrlvant Blang nicht ntggnsthn. (2) Für Vorhabn dr tchnischn Infrastruktur im Außnbrich solln vorgprägt raumvrträglich Standort mit- odr nachgnutzt wrdn. (3) Bi Infrastruktur- und andrn Vorhabn mit inm nicht nur unwsntlichn Vrkhrsaufkommn soll in funktionsgrcht Anbindung an das Vrkhrsntz inschlißlich öffntlichr Vrkhrsmittl sichrgstllt wrdn.

31 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Klima, Hochwassr und Enrgi N LEPro Friraumntwicklung Grundsatz dr Raumordnung (G) (1) [ ] Dn Anfordrungn ds Klimaschutzs soll Rchnung gtragn wrdn. (5) Zum vorbugndn Hochwassrschutz solln Übrschwmmungsgbit rhaltn und Rückhalträum gschaffn wrdn. Di Wassrrückhaltung in Flussinzugsgbitn soll vrbssrt wrdn. In Gbitn, di aufgrund ihrr topografischn Lag hochwassrgfährdt sind, solln Schadnsrisikn minimirt wrdn. (6) Für di Gwinnung von standortgbundnn Rohstoffn solln di raumordnrischn Vorausstzungn rhaltn odr gschaffn wrdn. G 8.1 Klimaschutz, Ernurbar Enrgin (1) Zur Vrmidung und Vrmindrung ds Ausstoßs klimawirksamr Tribhausgas solln in nrgisparnd, di Vrkhrsblastung vrringrnd und zusätzlichn Vrkhr vrmidnd Sidlungs- und Vrkhrsflächnntwicklung angstrbt wrdn, in räumlich Vorsorg für in klimanutral Enrgivrsorgung, insbsondr durch rnurbar Enrgin, gtroffn wrdn. (2) Ökosystm wi Wäldr, Moor und Fuchtgbit solln als natürlich Kohlnstoffsnkn zur CO 2 -Spichrung rhaltn und ntwicklt wrdn. (3) Di Enrgiübrtragungs- und -vrtilntz sowi Enrgispichrkapazitätn, insbsondr für Strom und Gas, solln raumvrträglich ausgbaut wrdn. Z 8.2 Windnrginutzung Fstlgung durch di Rgionalplanung Gbit für di Windnrginutzung sind im Land Brandnburg in dn Rgionalplänn fstzulgn. G 8.3 Anpassung an dn Klimawandl Bi Planungn und Maßnahmn solln di zu rwartndn Klimavrändrungn und drn Auswirkungn und Wchslwirkungn brücksichtigt wrdn. Hirzu soll durch inn vorbugndn Hochwassrschutz in Flussgbitn, durch dn Schutz vor Hitzfolgn in bioklimatisch blasttn Vrdichtungsräumn und Innnstädtn, durch Maßnahmn zu Wassrrückhalt und -vrsickrung sowi zur Vrbssrung ds Landschaftswassrhaushalts Vorsorg gtroffn wrdn. G 8.4 Vorbugndr Hochwassrschutz Übrschwmmungsgbit In dn Gbitn, di bi inm Hochwassrrignis mit inm statistischn Widrkhrintrvall von 100 Jahrn natürlichrwis übrschwmmt wrdn sowi in Flutungspoldrn sind bi Planungn und Maßnahmn dn Blangn ds vorbugndn Hochwassrschutzs und dr Schadnsvrringrung bsondrs Gwicht bizumssn. Z 8.5 Vorbugndr Hochwassrschutz Fstlgung durch di Rgionalplanung Gbit für dn vorbugndn Hochwassrschutz sind im Land Brandnburg in dn Rgionalplänn fstzulgn. G 8.6 Fossil Enrgiträgr Di Gwinnung und Nutzung inhimischr Bodnschätz und Enrgiträgr soll aufgrund ihrr wirtschaftlichn Bdutung räumlich gsichrt wrdn. Nutzungskonflikt solln hirbi minimirt wrdn.

32 324 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Intrkommunal und rgional Koopration N LEPro Intrkommunal und rgional Koopration Grundsatz dr Raumordnung (G) Di Entwicklungspotnzial dr Hauptstadtrgion und ihrr Tilräum solln durch intrkommunal, rgional und ländrübrgrifnd Zusammnarbit auf Grundlag abgstimmtr Stratgin und intgrirtr Konzpt aktivirt wrdn. Kooprationn zwischn Städtn und Umlandgmindn solln zum Intrssnausglich bitragn. G 9.1 Zusammnarbit in Dutschland und Europa Di Koopration mit dn bnachbartn Bundsländrn sowi dn Staatn Wst-, Nord-, Süd-, Ost- und Südosturopas, insbsondr mit dm Nachbarstaat Poln hat inn bsondrn Stllnwrt für di Hauptstadtrgion. Hirzu solln di vilfältig ntstandnn Abstimmungs- und Kooprationsformn witrntwicklt wrdn. G 9.2 Zusammnarbit zwischn Brlin und dm Brlinr Umland Di ländr- und gmindübrgrifnd intrkommunal Koopration zwischn Brlin und dn Kommunn im Brlinr Umland soll wgn dr zunhmndn Vrflchtungn witrntwicklt wrdn. Di ländrübrgrifnd kooprativ Entwicklung dr Rgionalparks soll witr vrsttigt und ausgbaut wrdn. G 9.3 Zusammnarbit Zntralr Ort mit Gmindn in ihrm Umland Di Mittlzntrn solln gminsam mit dn Gmindn Stadt-Umland-Entwicklungskonzpt rarbitn. Auf disr Basis soll in ng Zusammnarbit zwischn dm Zntraln Ort und dn Gmindn sins Vrflchtungsbrichs angstrbt wrdn.

33 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni IV Bgründungn 1 Hauptstadtrgion Zu Z 1.1 Strukturräum dr Hauptstadtrgion Brits im Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) wird als Aufgab und Litvorstllung dr Raumordnung formulirt, dass innrhalb ds Gsamtraums dn untrschidlichn Anfordrungn für di Entwicklung, Ordnung und Sichrung von Tilräumn Rchnung zu tragn ist. Das gilt auch für di Landsplanung. 1 Absatz 1 ROG 2009: Dr Gsamtraum dr Bundsrpublik Dutschland und sin Tilräum sind durch zusammnfassnd, übrörtlich und fachübrgrifnd Raumordnungsplän, durch raumordnrisch Zusammnarbit und durch Abstimmung raumbdutsamr Planungn und Maßnahmn zu ntwickln, zu ordnn und zu sichrn. Dabi sind 1. untrschidlich Anfordrungn an dn Raum aufinandr abzustimmn und di auf dr jwilign Planungsbn auftrtndn Konflikt auszuglichn, 2. Vorsorg für inzln Nutzungn und Funktionn ds Raums zu trffn. 1 Absatz 3 ROG 2009: Di Entwicklung, Ordnung und Sichrung dr Tilräum soll sich in di Ggbnhitn und Erfordrniss ds Gsamtraums infügn; di Entwicklung, Ordnung und Sichrung ds Gsamtraums soll di Ggbnhitn und Erfordrniss sinr Tilräum brücksichtign (Ggnstromprinzip). Das Gsamtgbit dr Ländr Brlin und Brandnburg bildt zusammn di Hauptstadtrgion. Si ist in im uropäischn und globaln Maßstab lbndig und vilfältig Mtropolrgion und ligt zntral an dr Nahtstll Wsturopas zu dn Wachstumsmärktn in Nord-, Mittl- und Osturopa. Aus disr zntraln Lag in dr Mitt Europas rgbn sich für di gsamt Hauptstadtrgion bsondr Entwicklungschancn. Ihr Bdutung als funktionalr Knotn im Schnittpunkt drir transuropäischr Vrkhrskorridor soll für di wirtschaftlich und rgional Entwicklung gnutzt wrdn. Di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg ist kin homognr Raum, sondrn raum- und sidlungsstrukturll durch dri Räum mit untrschidlichn Strukturmrkmaln und Entwicklungstrnds (vgl. auch Kapitl II), sognannt Strukturräum, gprägt. Daraus rgbn sich untrschidlich Handlungs- und Sturungsbdarf für di Raumordnung. Di Strukturräum wrdn durch Zil 1.1 fstglgt. Brlin mit sinm gsamtn Stadtgbit ist in Mtropol mit knapp 3,6 Millionn Einwohnrinnn und Einwohnrn (Stand: 2016) und bildt dn Krn dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg. Brlin ist mit Einwohnrn und Einwohnrinnn (EW) j Quadratkilomtr (Stand: 2016) di nach Münchn am dichtstn bsidlt dutsch Großstadt, für di in dn kommndn Jahrn in starks Bvölkrungswachstum prognostizirt wird. Di stark Bvölkrungszunahm für Brlin ist ganz übrwignd wandrungsinduzirt. Di Auslandszuwandrung spilt hirbi di Hauptroll, gfolgt von Wandrungsübrschüssn ggnübr dn altn Bundsländrn. Brlin ist ng mit dm Brlinr Umland vrflochtn, das 51 Städt und Gmindn mit Quadratkilomtrn, also circa 10 Proznt dr Fläch ds Lands Brandnburg, umfasst. Im Umland lbn zurzit circa Einwohnrinnn und Einwohnr (Stand: 2016) und damit rund 39 Proznt dr Brandnburgr Bvölkrung. In dn Jahrn 2012 bis 2016 stig di Bvölkrung hir um rund Einwohnr und Einwohnrinnn an, in Plus von circa 6 Proznt. Dis Wandrungsgwinn spisn sich zumist aus Brlin und habn nicht nur inn dirktn Einfluss auf di Wohnungsbautätigkit im Umland, sondrn auch auf di Pndlvrflchtungn. So vrblibt di Mhrhit dr Arbitsplätz dr nach Brandnburg Abwandrndn in Brlin, was auch zu inr witrn Zunahm dr Pndlvrflchtungn führt. Von dn zurzit fast brandnburgischn Pndlrinnn und Pndlrn nach Brlin stammn fast 80 Proznt aus dm Brlinr Umland. Umgkhrt gibt s abr auch inn starkn Bzug dr Brlinr Pndlr und Pndlrinnn auf das Brandnburgr Umland (gut 85 Proznt dr gut Brlinr Auspndlrinnn und Auspndlr nach Brandnburg). Zum Witrn Mtropolnraum ghörn 366 Städt und Gmindn mit Quadratkilomtrn Fläch, also circa 90 Proznt dr Fläch ds Lands Brandnburg. Dr Witr Mtropolnraum schlißt an das Brlinr Umland an. Er wist ausghnd von dn dri Obrzntrn Cottbus/Chóśbuz, Brandnburg an dr Havl und Frankfurt (Odr) Vrdichtungsansätz auf, ist abr in witn Tiln ländlich gprägt. In dn ländlich gprägtn Räumn wirkn di Mittlzntrn mit ihrn multifunktionaln Schwrpunktn als Ankr im Raum. Im Witrn Mtropolnraum lbn rund 1,53 Millionn Einwohnrinnn und Einwohnr (Stand: 2016) mit sinkndr Tndnz. In dism Raum ist trotz

34 326 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 tilräumlichr Diffrnzirungn, di Entwicklung ggnläufig zu dr im Brlinr Umland in dn nächstn Jahrn mit inr witrn Abnahm dr Bvölkrung zu rchnn, di zunhmnd allrdings nicht auf Wandrungsvrlust, sondrn vor allm auf in rhblichs und sich auswitnds Gburtndfizit zurückzuführn ist. Di dri Strukturräum Brlin, Brlinr Umland und dr Witr Mtropolnraum dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg rgänzn sich mit ihrn untrschidlichn Potnzialn und Bsondrhitn. Si wisn vilfältig Vrflchtungn mitinandr auf und ntwickln sich aufinandr bzogn, wobi di räumlich diffrnzirt Vilfalt und Idntität ds Gsamtraums rhaltn blibt. Di raumstrukturlln Bsondrhitn dr dri obn gnanntn Strukturräum wrdn auch in dn nächstn Jahrn fortbsthn. So wird bispilswis das tilräumlich Nbninandr von Wachstum und Rückgang dr Bvölkrung im Land Brandnburg künftig witrhin bsthn. Di untrschidlich Struktur und Entwicklung dr Räum rfordrn inn untrschidlichn raumordnrischn Handlungs- und Sturungsansatz. Di räumlichn Entwicklungsbdingungn und -trnds solln durch angmssn raumordnrisch Planungn und Sturungsinstrumnt untrstützt wrdn. Währnd s im Witrn Mtropolnraum vor allm darum ght, di Zntraln Ort als Rückgrat inr polyzntrischn Raum- und Sidlungsstruktur zu stärkn, di für di Sichrung und Entwicklung ds Gsamtraums von zntralr Bdutung sind, bstht in Brlin und dm Brlinr Umland in rhöhtr ordnndr Handlungs- und Sturungsbdarf (Ordnungsraum). Aufgrund dr hir stattfindndn shr dynamischn Entwicklung ist disr Raum u. a. durch in witr zunhmnd Vrdichtung, in wachsnds Vrkhrsaufkommn und zunhmnd Raumnutzungskonflikt gknnzichnt. Um in nachhaltig Sidlungs- und Friraumstruktur mit dn rfordrlichn Infrastrukturn zu rmöglichn, ist s rfordrlich, in landsplanrischs Sturungsrgim zu ntwickln, das dn bsondrn Anfordrungn grcht wird und Potnzial optimal nutzt. Di Ministrkonfrnz für Raumordnung (MKRO) dfinirt brits sit dn schzigr Jahrn Strukturräum, di nach inhitlichn Abgrnzungskritrin fstglgt wrdn. So gibt s sognannt Ordnungsräum, di aus Vrdichtungsräumn als hoch vrdichttm Zntralbrich (von dr MKRO zultzt im Jahr 1993 abggrnzt) und noch zu dfinirndn Vrdichtungsrandzonn bsthn. Di Abgrnzung basirt dabi jdoch ldiglich auf zwi Mrkmaln, di zusammn Vrdichtung knnzichnn: Sidlungsdicht (Einwohnr/Einwohnrinnn j Quadratkilomtr Sidlungsfläch) und Antil dr Sidlungs- und Vrkhrsfläch an dr Gsamtfläch. Zu dn Vrdichtungsräumn ghörn Gmindn, drn Fläch im Vrglich zum Bundsdurchschnitt übrdurchschnittlich als Sidlungs- und Vrkhrsfläch gnutzt wird und di glichzitig in übr dm Bundsdurchschnitt lignd Sidlungsdicht aufwisn. Da sich dr Ordnungsbdarf, wi obn bschribn, jdoch nicht nur aus inr zunhmndn Vrdichtung rgibt, wurdn für di Abgrnzung dr Strukturräum dr Hauptstadtrgion di folgndn rlvantn Kritrin angwndt: Bvölkrungsntwicklung, Sidlungsdicht (EW/km² Sidlungs- und Vrkhrsfläch), Sidlungs- und Vrkhrsflächnntwicklung in Proznt, Baufrtigstllungsquot (Wohninhitn/1 000 EW), Arbitsplatzsituation (sozialvrsichrungspflichtig Bschäftigt), Pndlr (Ein- und Auspndlr j EW und insgsamt), Wandrung (Zu- und Fortzüg j EW und insgsamt), Lag-Distanz-Paramtr (Luftlininntfrnung in Kilomtr Hauptortstil zu Brlin bzw. Potsdam) und bsondr Anbindungsqualität an dn Schinnprsonnnahvrkhr (SPNV). Di Bwrtung nach dism Indikatornst wurd rgänzt durch di folgndn planrisch-normativn Kritrin: 1 Zuordnung von Gmindn bzw. Tilräumn mit hochwrtign Friraumntwicklungs- und Nahrholungsfunktionn in unmittlbarr Nachbarschaft dr vrdichttn Krn bzw. achsialn Konzntrationszonn ds Stadt-Umland-Raums. 2 Zuordnung von Gmindn mit sidlungsstrukturlln Entwicklungsfunktionn für Brlin und Brlinr Umland (insbsondr solch mit zntralörtlichn Funktionn). 3 Zuordnung von Gmindn mit ngr räumlichr Vrntzung zu dn bidn Krnn Brlin und Potsdam auf dn Gbitn dr Wirtschafts- und Vrkhrsntwicklung (zum Bispil Flughafn BER und sin Umfld, Standort dr Gütrvrkhrszntrn (GVZ), raumbdutsam gwrblich-industrill Standort). 4 Dr abggrnzt Raum für Brlin und das Brlinr Umland muss di ntwicklungsbstimmndn Achsn aufnhmn.

35 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni In dr Rgl solln bi dr Zuordnung von Gmindn zum Raum Brlin und Brlinr Umland drn Sidlungsflächn insgsamt odr drn Hauptortstil auf dn SPNV-Achsn bis zu inr Entfrnungsdistanz von 25 Kilomtrn lign, gmssn vom S-Bahn-Ring Brlins, bzw. im Potsdamr Umland bis zu inr Entfrnung von 15 Kilomtrn lign, gmssn vom Hauptbahnhof Potsdams. Dis räumlich Ausdhnung ntspricht inm Radius von rund 30 Kilomtrn um dn gografischn Mittlpunkt Brlins bzw. von 15 Kilomtrn um dn Hauptbahnhof Potsdam und rschint als solch untr Brücksichtigung raumstrukturll ffizintr und gsllschaftlich vrträglichr Raum-Zit-Distanzn gignt, di angstrbt Konzntration auf inn kompaktn Raum Brlin und Brlinr Umland zu vrwirklichn. Dis Strukturräum, di brits 2009 auf Grundlag ds Landsntwicklungsplans Brlin-Brandnburg (LEP B-B) für di Raumanalys ingführt wurdn und dn ngrn Vrflchtungsraum sowi dn äußrn Entwicklungsraum abglöst habn, dinn auch als Rfrnzkuliss für Fachplanungn und habn als Untrsuchungs- und Analysräum brits Eingang in di Statistik und Fachbrichtrstattung gfundn. Auf dn nachfolgndn Planungsbnn ist in dism Rahmn in Binnndiffrnzirung dr Strukturräum grundsätzlich möglich, sowit hirfür aufgrund rgionalr Erfordrniss in Rglungsbdarf bstht.

36 328 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Wirtschaftlich Entwicklung, Gwrb und großflächigr Einzlhandl Zu G 2.1 Strukturwandl In Gbitn, di stark vom wirtschaftlichn Strukturwandl (zum Bispil durch di Nuausrichtung dr Enrgipolitik) btroffn sind bzw. sin wrdn, ist di Entwicklung und Erschlißung nur, zukunftsfähigr Wirtschaftsfldr von bsondrr Bdutung. Dis würd zum inn nicht nur zu inr Divrsifizirung dr Erwrbsgrundlagn und somit zur Schaffung von Arbitsplätzn bitragn, sondrn wär auch Vorausstzung für in Stabilisirung und Entwicklung dr Räum. Damit dis Entwicklung jdoch auch nachhaltig ist, ist s rfordrlich, nicht nur di Entwicklungsmöglichkitn inzlnr Wirtschaftsfldr, sondrn di Räum und ihr Entwicklungsmöglichkitn als Ganzs zu btrachtn. Dahr solln untr Brücksichtigung dr jwilign Standortfaktorn und Potnzial sowi dr spzifischn Vorausstzungn intgrirt rgional Entwicklungskonzpt ntwicklt wrdn. Dabi gilt s, ndogn Potnzial und bsthnd Kooprationsstrukturn zu nutzn. Di Umstzung dr Innovationsstratgi Brlin- Brandnburg spilt hirbi in zntral Roll. Ein bsondrs prägnants Bispil für in Rgion im Strukturwandl ist di Lausitz, zu drn Untrstützung di Landsrgirungn Brandnburgs und Sachsns im Juni 2017 inn gminsamn Bschluss ( Gminsam für di Zukunft dr Industrirgion Lausitz ) vrabschidt habn. Di Zukunft dr Lausitz hängt maßgblich davon ab, dass dr Strukturwandl gstaltt wird und frühzitig Vorausstzungn für di Sichrung von Arbitsplätzn und Wrtschöpfung in dr Rgion gschaffn wrdn. Dshalb solln untr Brücksichtigung brits bsthndr Ansätz und Instrumnt auf rgionalr Ebn ntsprchnd Konzpt rarbitt wrdn. Dr Zusammnarbit zwischn Land und Rgion kommt hirbi in wichtig Bdutung zu. Zu G 2.2 Gwrbflächnntwicklung Gmäß dm Grundsatz dr Raumordnung in 2 Absatz 2 Nummr 4 ROG 2009 soll dr Raum so ntwicklt wrdn, dass in langfristig wttbwrbsfähig und räumlich ausgwogn Wirtschaftsstruktur und wirtschaftsnah Infrastruktur sowi in ausrichnds und vilfältigs Angbot an Arbits- und Ausbildungsplätzn ntstht. Zur Vrbssrung dr Wttbwrbsfähigkit sind di Standortbdingungn dn wirtschaftlichn Erfordrnissn ntsprchnd flxibl zu gstaltn. Insbsondr gilt s, gwrblichn Btribn vrschidnr Branchn und Größn in Ansidlung und Erwitrung zu rmöglichn, um di Wirtschaftskraft zu vrbssrn und Abwandrungstndnzn ntggnzuwirkn und um im Standortwttbwrb mit Rgionn außrhalb dr Hauptstadtrgion zu bsthn. Aus dism Grund wrdn di notwndign Spilräum für di Entwicklung von Industri- und Gwrbflächn gschaffn. So bzihn sich di Fstlgungn zur Eignntwicklung für dn örtlichn Bdarf (Z 5.5) ausschlißlich auf Wohnsidlungsflächn. Ein standörtlich Bindung dr Nuauswisung von gwrblichn Bauflächn an di zntralörtlich Glidrung ist nicht vorgshn. Jdoch gltn auch bi dr Planung gwrblichr Bauflächn di in G 5.1, Z 5.2, Z 5.4 und Z 6.2 fstglgtn qualitativn Grundsätz und Zil. So solln möglichst auch bi dr gwrblichn Entwicklung vorhandn Nachvrdichtungspotnzial gnutzt und di vrschidnn Funktionn (Arbitn und Wohnn tc.) räumlich inandr zugordnt wrdn. Das Gbot zum Anschluss nur Gwrbflächn an vorhandn Sidlungsflächn ist zu bachtn. Ausnahmn hirvon sind jdoch zulässig, wnn bsondr Erfordrniss ds Immissionsschutzs dis rfordrn (Abstandsgbot). Darübr hinaus sind Ausnahmn zulässig bi bsondrn Erfordrnissn dr Vrkhrsrschlißung, wi dr Vrmidung von großn Vrkhrsmngn odr Schwrlastvrkhr durch Sidlungn odr bi bsondrn vrkhrlichn Standortanfordrungn, wi bsondr Anschlussrfordrniss ds Gwrbs. Di Erwitrung von Stru- und Splittrsidlungn durch di gwrblich Entwicklung ist bnfalls zu vrmidn. Ein Inanspruchnahm ds Friraumvrbunds ist ausgschlossn und nur untr dn in Z 6.2 Absatz 2 gnanntn Ausnahmn möglich. Dm Friraumschutz, dr kostnffizintn Nutzung vorhandnr tchnischr Infrastrukturn sowi dr notwndign Konzntration dr Sidlungsntwicklung wird in dr Rgl am bstn durch in bdarfsgrcht Fstlgung nur gwrblichr Bauflächn unmittlbar angrnznd an vorhandn Sidlungsgbit Rchnung gtragn. Di Planung nur gwrblichr Bauflächn soll bdarfsgrcht und nachhaltig rfolgn. Nbn inr vrkhrlich gutn Anbindung kann in möglichst gring Inanspruchnahm nur Flächn nidrig Infrastrukturfolgkostn nach sich zihn.

37 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Zu Z 2.3 Großflächig gwrblich-industrill Vorsorgstandort Fstlgung durch di Rgionalplanung Übr di Baulitplanung wrdn di kurz- und mittlfristig ntwicklbarn klinn und mittlrn Gwrbflächn gsichrt. Durch Fstlgungn in dn Rgionalplänn könnn in Brandnburg di übrörtlich bdutsamn gwrblichn Sidlungsbrich in ihrr Entwicklung untrstützt wrdn. Darübr hinaus sind für gwrblich-industrill Nutzungn mit hrausghobnr Bdutung für di jwilig Rgion in Brandnburg durch di Rgionalplanung nach Qualität und Größ gignt Flächn vorzuhaltn. Hirbi ght s um di langfristig Flächnvorsorg für gwrblich-industrill Ansidlungn mit großm Flächnbdarf. Dr Vorsorgaspkt bziht sich auf in witghnd Frihaltung von ntggnsthndn, auch klintilign gwrblichn Nutzungn, sofrn kin Ansidlung in Ausbaustufn ins Vorhabns bgründt wird. Hirmit kann im übrrgionaln Standortwttbwrb Ansidlungswillign zitnah in diffrnzirts Angbot von großn gigntn Flächn für gwrblich-industrill Vorhabn untrbritt wrdn. Da dis Flächn langfristig von klintiligr Nutzung frizuhaltn sind, soll sich di Fstlgung pro Rgion auf wnig, bsondrs gignt Standort konzntrirn. Bi dr Standortauswahl und -prüfung sind insbsondr folgnd Kritrin hranzuzihn: hrausragnd Standortgunst und bsondrs günstig Errichbarkit in Bzug auf das großräumig funktional Vrkhrsntz, insbsondr im räumlichn Bzug zur Mtropol Brlin, zu Obr- und Mittlzntrn und Rgionaln Wachstumskrnn im Land Brandnburg, räumlich Näh zu mindstns inm witrn Vrkhrsträgr nbn dr Straßnanbindung, in Fläch von 100 Hktar als Orintirungswrt, konfliktarm Lag in Bzug auf bnachbart Raumnutzungn, rssourcnökonomisch Erschlißungsvortil, ökonomischr Flächnzuschnitt, gignt Bodnbschaffnhit, Vrfügbarkit, Vrkhrsanbindung und Erschlißbarkit mit tchnischr Infrastruktur im Hinblick auf in grundsätzlich gwrblich-industrill Nutzung, attraktiv wich Standortfaktorn (Wohn- und Frizitbdingungn, Bildungsangbot und qualifizirt Arbitskräft). Wirtschaftlich Wachstums- und Innovationspotnzial inr Rgion könnn dadurch räumlich gbündlt wrdn. Ein branchnbzogn Profilirung dr rgional bdutsamn Standort kann Synrgiffkt für di Untrnhmn rzugn und von Vortil für di Vrmarktung sin. In Brlin rfolgt di Flächnvorsorg für gwrblich Bauflächn mit dm Flächnnutzungsplan in Vrbindung mit dn qualitativn Ziln und dr Flächnkuliss ds Stadtntwicklungsplans Industri und Gwrb (inschlißlich Entwicklungskonzpt für dn produktionsgprägtn Brich). Zu G 2.4 Logistikstandort Zur umwltgrchtn Abwicklung ds Gütrvrkhrs und zur Stärkung dr Logistikfunktion in dr Hauptstadtrgion, insbsondr zur Vrsorgung dr Mtropol und im Transitvrkhr, sind listungsfähig Schnittstlln zwischn dn Vrkhrsträgrn Schin, Straß und Wassrstraß rfordrlich. Durch di Konzntration auf dis Schnittstlln und Entwicklung ntsprchndr Logistikkonzpt solln di Vrkhrsvrlagrung auf umwltfrundlich Vrkhrsträgr gfördrt und Umwltblastungn, insbsondr durch dn witr zunhmndn Straßngütrvrkhr, vrmindrt wrdn. Gignt Standort hirfür zichnn sich insbsondr durch Multimodalität und in listungsfähig Anbindung an das übrgordnt Vrkhrswgntz aus. Dr Logistikbranch kommt durch dn wachsndn wltwitn Warnaustausch, dr hirauf basirndn Nachfrag nach logistischn Dinstlistungn und dn damit vrbundnn Möglichkitn ignr Wrtschöpfung für di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg in hoh wirtschaftlich Bdutung zu. Insbsondr di gbündltn Infrastrukturvorausstzungn im Krn dr Hauptstadtrgion bitn witrichnd Entwicklungschancn für di intnsivr Einbindung ds Knotns in di transuropäischn Ntz (Urban Nod, vgl. auch Kapitl II). Für dn dutsch-polnischn Vrflchtungsraum zigt das Gminsam Zukunftskonzpt 2030 Entwicklungspotnzial auf, di sich aus dr dutsch-polnischn Zusammnarbit rgbn.

38 330 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Zum Grundntz für di Organisation ds Gütrvrkhrs und Gütrumschlags in dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg ghörn insbsondr di Gütrvrkhrszntrn Brlin Süd-Großbrn, Brlin Ost-Frinbrink, Brlin Wst-Wustrmark/Brislang, Frankfurt (Odr), di innrstädtischn Gütrvrkhrs- bzw. Logistikzntrn in Brlin wi dr Wsthafn, di öffntlichn und privatn Binnnhäfn dr Rgion mit ihrm zum Til umfangrichn Dinstlistungsangbot sowi rgänznd Standort ds kombinirtn Vrkhrs. Im Zusammnhang mit dm Ausbau ds Intrnationaln Vrkhrsflughafns Brlin-Schönfld zum Vrkhrsflughafn BER kommt hir dr Entwicklung ins witrn Logistikstandorts in groß Bdutung zu. Insbsondr durch di dadurch ntsthnd Bündlung von Gütr- und Prsonntransportn kann sich dr Standort zu inm bdutndn Knotnpunkt ntwickln. Dr Erhaltung und bdarfsgrchtn Erwitrung disr Umschlag- und Logistikstandort kommt in bsondrs Gwicht zu. Gütrvrkhrszntrn (GVZ) bitn durch Umschlagsanlagn insbsondr für dn kombinirtn Vrkhr und di Vrknüpfung logistischr Dinstlistungn günstig Vorausstzungn für di angstrbt stärkr Nutzung CO 2 -armr Vrkhrsmittl. Nbn dr Entwicklung konzntrirtr Logistikstandort ist für di umwltfrundlich Abwicklung spzifischr Gütrvrkhrsbzihungn di Sichrung, Schaffung und Nutzung gigntr Glisanschlüss von rhblichr Bdutung und soll dahr bi ntsprchndn Planungn und Maßnahmn im Zusammnhang mit gwrblichr Entwicklung und (Um-)Nutzung von Bahnflächn brücksichtigt wrdn. Zu G 2.5 Informations- und Kommunikationsinfrastruktur Dr Zugang zu modrnn Informations- und Kommunikationsinfrastrukturn ist in wichtig Vorausstzung zur Schaffung und Wahrung glichwrtigr Lbnsvrhältniss und für in wttbwrbsfähig Wirtschaftsntwicklung. Di flächndcknd Vrfügbarkit listungsfähigr Tlkommunikations-Infrastrukturn zur Britbandvrsorgung gilt als Grundvorausstzung für di Tilhab von Wirtschaft und Bvölkrung an dr Wissns- und Informationsgsllschaft wi auch als Vorausstzung für di Anpassung andrr Infrastrukturlistungn an gändrt Rahmnbdingungn (zum Bispil -Govrnmnt) und ist somit in bdutndr Standortfaktor. Dr Infrastrukturausbau als Vorausstzung für nu Dinst darf sich dahr nicht nur auf vrdichtt Räum bschränkn, r muss vilmhr auch di Fläch mit gringrr Anschlussdicht angmssn brücksichtign. Nu Kommunikationstchnologin könnn inn wichtign Bitrag listn, um rgional Bnachtiligungn abzubaun, indm in Zukunft stofflich Mobilität durch immatrill Intrntkommunikation rstzt wrdn, twa im Zugang zu öffntlichn Dinstn. Di Sichrung und dr Ausbau inr flächndcknd bdarfsgrchtn Vrsorgung, auch untr dn vrändrtn Bdingungn libralisirtr Märkt, sind unrlässlich. Informations- und Kommunikationstchnologin könnn so inn wichtign Bitrag dazu listn, Folgn ds dmografischn Wandls auf di Ausstattung mit stationärn Infrastrukturn auszuglichn. Di Landsrgirungn Brlin und Brandnburg nhmn im Rahmn ihrs jwilign Vrantwortungsbrichs di Aufgab wahr, sowohl dn Ausbau dr Informations- und Kommunikationsinfrastruktur, wi auch di Digitalisirung zu bfördrn und (mit)zu gstaltn. Im Land Brandnburg bnnnt di Zukunftsstratgi Digitals Brandnburg hirfür Zil und bschribt Handlungsfldr, di dm dirktn Einfluss ds Lands untrlign. Für di Zukunftsfähigkit ds Wirtschaftsstandorts Brlin ist in Britbandvrsorgung im Gigabitbrich auf dr Grundlag inr flächndckndn Glasfasrinfrastruktur zwingnd rfordrlich. Um dn ignwirtschaftlichn Ausbau anzurgn und durch gut Rahmnbdingungn abzusichrn, hat di Brlinr Landsrgirung in Britbandkomptnztam mit dr Koordinirung ds Britbandausbaus in Brlin bauftragt. Dr Ausbau dr Britbandvrsorgung zur Erlangung inr flächndckndn Vrsorgung rfolgt durch privatwirtschaftlich Invstitionn von Infrastruktur- und Tlkommunikationsanbitrn. Er kann durch staatlich Rahmnbdingungn (zum Bispil das Gstz zur Erlichtrung ds Ausbaus digitalr Hochgschwindigkitsntz (DigiNtzG) und Fördrprogramm) bschlunigt und insbsondr in dn Gbitn gfördrt wrdn, in dnn kin marktgtribnr Ausbau stattfindt. Di Bundsrgirung hat hirzu im Oktobr 2015 in inzwischn milliardnschwrs Britbandfördrprogramm aufglgt. Mit dr Novllirung zum Juli 2018 ist das Fördrzil inr Britbandvrfügbarkit von mindstns 50 Mbit/s auf in Gigabit/s symmtrisch am Haus anghobn wordn. Di Brandnburgr Landsrgirung untrstützt di antragstllndn Gbitskörprschaftn durch di Kofinanzirung sowi juristisch und tchnisch Britbandkomptnzn, um damit in komptnt Bratung dr Gbitskörprschaftn zu gwährlistn. Im Land Brlin wird das Britbandkomptnztam di Vrntzung zwischn dn Ntzbtribrn und dn am Ausbau btiligtn Akturinnn und Akturn im Rahmn vrschidnr Dialog-Format vorantribn sowi in Britband-Plattform britstlln, um bsthnd Bdarf an hochlistungsfähign Bandbritn zntral zu rfassn und an di Providr witrzulitn. Zil ist s, dn ignwirtschaftlichn Ausbau anzu-

39 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni rgn und mit Hilf dr Plattform inn bdarfsgrchtn, wirtschaftlichn und ffizintn Britbandausbau zu sichrn. Zu Z 2.6 Bindung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn an Zntral Ort Schon im Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) wird di raumordnrisch Sturung von Dinstlistungs-, Vrsorgungs- und Infrastrukturangbotn bnannt. 2 Absatz 2 Nummr 3 Satz 1 ROG 2009: Di Vrsorgung mit Dinstlistungn und Infrastrukturn dr Dasinsvorsorg, insbsondr di Errichbarkit von Einrichtungn und Angbotn dr Grundvrsorgung für all Bvölkrungsgruppn, ist zur Sichrung von Chancngrchtigkit in dn Tilräumn in angmssnr Wis zu gwährlistn; dis gilt auch in dünn bsidltn Rgionn. Di unmittlbar wirkndn Grundsätz ds ROG 2009 findn ihr Konkrtisirung im zwistufign Systm dr gminsamn Raumordnungsplanung dr Ländr Brlin und Brandnburg. Di Vrsorgung mit Dinstlistungn und Infrastrukturn dr Dasinsvorsorg, insbsondr di Errichbarkit von Einrichtungn und Angbotn dr Grundvrsorgung für all Bvölkrungsgruppn ist zur Sichrung von Chancngrchtigkit in dn Tilräumn in angmssnr Wis zu gwährlistn; dis gilt auch in dünn bsidltn Rgionn. Nicht großflächigr Einzlhandl ist als Til dr Nahvrsorgung in jdm bwohntn Ortstil zulässig und wünschnswrt. Di raumordnrisch Sturung bziht sich somit auf Planungn für di Errichtung odr Erwitrung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn, inschlißlich dr Erwitrung vorhandnr klinrr Einzlhandlsbtrib in di Großflächigkit hinin sowi dr Agglomration nicht großflächigr Einzlhandlsbtrib und kombinirtr großflächigr und nicht großflächigr Einzlhandlsbtrib innrhalb ins räumlichn Zusammnhangs. Dr Bgriff dr Einzlhandlsinrichtung umfasst Einkaufszntrn, Einzlhandlsbtrib und vrglichbar Handlsbtrib im Sinn von 11 Absatz 3 Satz 1 dr Baunutzungsvrordnung (BauNVO) untr Einschluss von Hrstllrdirktvrkaufszntrn. Nach dm Urtil ds Bundsvrwaltungsgrichts vom 24. Novmbr 2005 (BVrwG, 4 C = BRS 69 Nummr 71) sind Einzlhandlsbtrib dann großflächig im Sinn von 11 Absatz 3 Satz 1 Nummr 2 BauNVO, wnn si di Vrkaufsfläch von 800 Quadratmtrn übrschritn. Di Vrkaufsfläch ist ntsprchnd dr zu 11 Absatz 3 BauNVO rgangnn Rchtsprchung zu brchnn. Entwicklungsprozss im Einzlhandl sind gprägt durch Konzntration auf großflächig Einrichtungn, di Schlißung klinrr Vrkaufsstlln und inn zunhmndn Rückzug ds Einzlhandls aus dr Fläch. Sit inign Jahrn gwinnt auch dr Onlin-Handl zunhmnd an Bdutung und ntziht dm stationärn Einzlhandl in Stadt und Land immr größr wrdnd Umsatzantil. Dr wohnortnah nicht großflächig Einzlhandl stht dahr in inm Vrdrängungswttbwrb mit sich vrgrößrndn stationärn Angbotsformatn wi auch mit solchn aus dm Intrnt. Dr Onlin-Handl ntziht sich aufgrund sinr virtulln Angbots- und Transaktionsformn und dr nträumlichtn Käufr-Vrkäufr-Bzihungn dr raumordnrischn Sturung. Di Raumwirkung disr Vrtribsstruktur ligt vor allm in dm Entsthn inr Vilzahl nur Logistikstandort als Vrtilzntrn für di virtull vrinbartn Käuf. Di quantitativ Ausstattung (Vrsorgungsdicht) mit Einzlhandlsvrkaufsflächn j Einwohnr/Einwohnrin 2 ligt in dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg bi durchschnittlich 1,45 Quadratmtrn. Disr Wrt ntspricht in twa dm Mittlwrt für Dutschland. Hirbi untrschidt sich di Ausstattung im Land Brlin und im Land Brandnburg rhblich. Im Land Brlin ntfalln auf jd(n) Einwohnr/Einwohnrin 1,24 Quadratmtr Einzlhandlsvrkaufsfläch, im Land Brandnburg hinggn 1,75 Quadratmtr. Di Standortpräfrnzn für großflächig Einzlhandlsinrichtungn orintirtn sich in dr Vrgangnhit häufig an nidrign Grundstücksprisn und günstigr Errichbarkit mit dm PKW und rzugn zusätzlichs Vrkhrsaufkommn. Standort außrhalb dr Zntraln Ort und Grundfunktionalr Schwrpunkt (GSP) gfährdn di angstrbt Sidlungs- und Vrsorgungsstruktur. Dr Einzlhandl hat grad in sinr großflächign Erschinungsform zntrums- und idntitätsbildnd Funktion und bdutnd Wirkungn auf di Erzugung von Vrkhrn. 2 Qull: Gminsam Landsplanungsabtilung Brlin-Brandnburg (Hrsg., 2017): Einzlhandlsstruktur und Vrkaufsflächn in dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg 2015/2016. Potsdam.

40 332 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Durch in Bindung von großflächign Einzlhandlsinrichtungn an Zntral Ort und dr damit vrbundnn räumlichn Bündlungswirkung wird dm Zil dr Vrkhrsrduzirung Rchnung gtragn. Z 2.6 nthält in auf dn Schutz dr zntralörtlich gglidrtn Vrsorgungsstruktur sowi dr vrbrauchrnahn Vrsorgung grichtts Konzntrationsgbot. Di Raumordnungsplanung kann di Standortwahl von großflächign Einzlhandlsinrichtungn und damit di Standortstruktur, di Dimnsionirung dr Standort und ihr Standortrahmnbdingungn sowi di Sortimntsstruktur binflussn. Ebnso kann si Einfluss nhmn auf di Intgration großflächigr Einzlhandlsbtrib in di bsthndn Zntrn und ihr städtbaulich Einbindung sowi di Vrinbarkit dr Nutzungn an nun Standortn mit dm Zil dr wohnungsnahn Grundvrsorgung und dr Zntrnvrträglichkit. Di Raumordnungsplanung kann nicht dn Konzntrations- und Filialisirungsprozss odr di Entwicklung nur großflächigr Btribsformn im Einzlhandl odr dn Onlin-Handl vrhindrn, di Ansidlung bstimmtr Btribsformn odr bstimmtr Btribrinnn und Btribr grundsätzlich untrsagn, di Btribrinnn und Btribr zu inm modrnrn Markting, zu vrbssrtm btribswirtschaftlichn Know-how odr zur Modrnisirung dr Vrkaufsinrichtungn zwingn odr gar di Mitnntwicklung bstimmn. Zu Z 2.7 Schutz bnachbartr Zntrn Z 2.7 nthält in auf dn Schutz bsthndr odr gplantr zntralr Vrsorgungsbrich bnachbartr Zntralr Ort sowi dn Schutz dr vrbrauchrnahn Vrsorgung innrhalb dr jwilign Gmind grichtts raumordnrischs Binträchtigungsvrbot. Währnd sich di ghobnn Vrsorgungsfunktionn Zntralr Ort auf dn mittlzntraln Vrflchtungsbrich bzihn, ist von inr vrbrauchrnahn Nahvrsorgung auszughn, wnn Einzlhandlsinrichtungn dr Nahvrsorgung auf di Nahvrsorgung dr jwilign Standortgmind bzogn sind. Bi dr Planung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn ist zu bachtn, dass di Zuordnung inzlnr Vorhabn ntsprchnd dr fstglgtn raumordnrischn Funktionszuwisung (Mtropol, Obr- bzw. Mittlzntrum) rfolgt. Zudm ist di Funktion ds Vorhabns j nach Art (Krnsortimnt zntrnrlvant odr nahvrsorgungsrlvant), nach Lag (Standort innrhalb ins Zntraln Orts odr außrhalb, in inn zntraln Vrsorgungsbrich intgrirt odr nicht) und nach Umfang (potnzillr Einwohnr-Einzugsbrich dr Vrkaufsfläch sowi di darauf ntfallndn Kaufkraftpotnzial) zu burtiln. Di zntralörtlichn Vrflchtungsbrich könnn als Orintirungsmaßstab hinsichtlich ds Einzugsbrichs ins Vorhabns vrwndt wrdn. Im Ergbnis nur Ansidlungn soll s zu kinr wsntlichn Binträchtigung dr Funktionsfähigkit bsthndr odr gplantr zntralr Vrsorgungsbrich bnachbartr Zntralr Ort, insbsondr mit glichr bzw. höhrr Zntralität kommn. Zur Burtilung von Ansidlungsvorhabn ist di Erstllung handlswissnschaftlichr Gutachtn zur Burtilung dr Auswirkungn auf zntral Vrsorgungsbrich in bnachbartn Gmindn rfordrlich. Dis Gutachtn sind vom Projktträgr zu finanzirn und wrdn nach Vorgabn dr Gminsamn Landsplanungsabtilung vrgbn und gminsam von dr Blgnhitsgmind, dn Nachbargmindn und dr Gminsamn Landsplanungsabtilung fachlich gsturt. Das Gutachtn kann zuglich auch stadtntwicklungspolitisch Fragstllungn bhandln. Währnd s bim kommunaln Binträchtigungsvrbot u. a. um unzumutbar Auswirkungn durch in zu rwartnd Umlnkung von Kaufkraftströmn ght, wird di Einhaltung ds raumordnrischn Binträchtigungsvrbots vor allm an dr Wahrung dr raumstrukturlln und funktionaln Bdutung Zntralr Ort in ihrr Funktion als Handlsstandort gmssn. Zu G 2.8 Angmssn Dimnsionirung G 2.8 nthält in auf dn Schutz dr zntralörtlich gglidrtn Vrsorgungsstruktur sowi dr vrbrauchrnahn Vrsorgung dinnds Kongrunzgbot. In dr Rgl ist in Binträchtigung ds Kongrunzgbots auszuschlißn, wnn bi inm Ansidlungsvorhabn in inm Mittlzntrum dr rwartt sortimntsbzogn Umsatz ds Vorhabns bi zntrnrlvantn, abr nicht nahvrsorgungsrlvantn Sortimntn (zntrnrlvant Sortimnt gmäß Tabll 1 Nummr 1.2), dr ntsprchndn Kaufkraft im zntralörtlichn Vrflchtungsbrich, bi nicht-zntrnrlvantn Sortimntn gmäß Tabll 1 Nummr 2 dr ntsprchndn Kaufkraft im zntralörtlichn Vrflchtungsbrich ntspricht.

41 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Durch di landsplanrisch Sturung ds sortimntsspzifischn Umfangs von Vrkaufsflächn in großflächign Einzlhandlsinrichtungn wird di Funktionsfähigkit dr Zntraln Ort und di vrbrauchrnah Vrsorgung dr Bvölkrung aufrcht rhaltn. Schöpfn großflächig Einzlhandlsvorhabn in zu hohs Maß dr zur Vrfügung sthndn Kaufkraft ab, kann dis zu flächndckndn Gschäftsaufgabn, insbsondr in Stadtzntrn und Ortskrnn, zu inr rhblichn Binträchtigung dr zntralörtlichn Vrsorgungsstrukturn und zur Vrschlchtrung dr vrbrauchrnahn Vrsorgung dr Bvölkrung führn. Dr landsplanrisch Prüfmaßstab ist darauf ausgrichtt, dass nu anzusidlnd odr zu rwitrnd großflächig Einzlhandlsinrichtungn dr Vrsorgungsstruktur kinn zu großn Til dr sortimntsbzognn Kaufkraft ntzihn. Als Grundlag dr Zuordnung dr Sortimnt zu dn gnanntn Gruppn untr Brücksichtigung jwils ortstypischr Ggbnhitn dint di Sortimntslist in dr Tabll 1. Bi dn Sortimntn gmäß Tabll 1 handlt s sich um dn vrbindlichn Krn an Sortimntn, dr stts als zntrnrlvant anzushn ist und hintr dn di Gmindn bi dr Konkrtisirung dr Zilvorgab nicht zurückfalln könnn. Dis Sortimnt gbn damit inn landsplanrischn Mindststandard zum Schutz dr zntraln Vrsorgungsbrich vor. Danbn kann zur Konkrtisirung dr Zntrnrlvanz dr Sortimnt abr auch auf di örtlichn Vrhältniss Bzug gnommn wrdn und zwar insofrn, als nbn dn für di gsamt Hauptstadtrgion gltndn Sortimntn gmäß Tabll 1 auf di vor Ort als zntrnrlvant fstglgtn Sortimnt (ortstypisch Sortimntslistn) zurückggriffn wird. Übr di in Tabll 1 gnanntn Sortimnt hinaus, di ldiglich dn gminsamn Krn an zntrnrlvantn Sortimntn bzichnn, kann s in dn Gmindn witr Sortimnt mit Zntrnrlvanz gbn. Um auch insowit inn angmssnn, auf di örtlichn Vrhältniss bzognn Schutz zu gwährlistn, könnn di Gmindn dis Sortimnt in ortstypisch Sortimntslistn aufnhmn. Dn Trägrn dr kommunaln Baulitplanung stht s insowit fri, di Zuordnung von Gruppn zu dn zntrnrlvantn Sortimntn ortsspzifisch zu rgänzn. Tabll 1 List dr zntrnrlvantn und nicht-zntrnrlvantn Sortimnt 1. Zntrnrlvant Sortimnt 1.1 Zntrnrlvant Sortimnt für di Nahvrsorgung 52.11/ Nahrungsmittl, Gtränk und Tabakwarn Wasch-/Putz- und Rinigungsmittl sowi Organisationsmittl für Bürozwck 52.3 Apothkn, mdizinisch, orthopädisch und kosmtisch Artikl (inschlißlich Drogriartikl) Büchr, Zitschriftn, Zitungn, Schribwarn und Bürobdarf 1.2 Sonstig zntrnrlvant Sortimnt Txtilin Bklidung Schuh und Ldrwarn Bluchtungsartikl Haushaltsggnständ (ohn Gartn- und Campingmöbl, Bdarfsartikl und Grillgrät für dn Gartn) Kramisch Erzugniss und Glaswarn Holz-, Kork-, Flcht- und Korbwarn Himtxtilin Elktrisch Haushaltsgrät, Grät dr Untrhaltungslktronik und Musikinstrumnt Kunstggnständ, Bildr, kunstgwrblich Erzugniss, Brifmarkn, Münzn und Gschnkartikl Uhrn, Edlmtallwarn und Schmuck Spilwarn Blumn, Pflanzn und Saatgut, ausgnommn Btpflanzn, Wurzlstöck und Blumnrd Zoologischr Bdarf und lbnd Tir Augnoptikr Foto- und optisch Erzugniss (ohn Augnoptikr) Computr, Computrtil, priphr Einhitn und Softwar Tlkommunikationsndgrät und Mobiltlfon Fahrrädr, Fahrradtil und -zubhör Sport- und Campingartikl (ohn Campingmöbl), ausgnommn Sport- und Frizitboot und Zubhör Sonstigr Fachinzlhandl, ausgnommn Büromöbl, Organisationsmittl für Bürozwck, Wasch-/ Putz- und Rinigungsmittl und Brnnstoff 52.5 Antiquitätn und Gbrauchtwarn 3 Gruppn/Klassn gmäß Klassifikation dr Wirtschaftszwig, Statistischs Bundsamt, Für dn Umstigschüssl von dr Klassifikation dr Wirtschaftszwig, Ausgab 2003 zur Klassifikation dr Wirtschaftszwig, Ausgab 2008 sih Statistischs Bundsamt (Hrsg., 2008): Klassifikation dr Wirtschaftszwig. Mit Erläutrungn. Wisbadn.

42 334 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Nicht-zntrnrlvant Sortimnt Kraftwagn Kraftwagntil und Zubhör Aus dr Untrklass Eisn-, Mtall- und Kunststoffwarn: Garagn, Gwächshäusr, Gräthäuschn und Baubudn Krafträdr, Kraftradtil und -zubhör Wohnmöbl Bdarfsartikl und Grillgrät für dn Gartn sowi Gartn- und Campingmöbl Eisn-, Mtall- und Kunststoffwarn (inschlißlich Sanitärkramik) Anstrichmittl Bau- und Himwrkrbdarf Taptn- und Bodnbläg (inschlißlich Tppich) Aus dr Untrklass Blumn, Pflanzn und Saatgut: Btpflanzn, Wurzlstöck und Blumnrd Aus dr Untrklass Sport- und Campingartikl: Sport- und Frizitboot und Zubhör Aus dr Untrklass Sonstigr Fachinzlhandl: Büromöbl und Brnnstoff Minralölrzugniss Zu Z 2.9 Hrstllr-Dirktvrkaufszntrn Z 2.9 schränkt di Ansidlung von Hrstllr-Dirktvrkaufszntrn (Factory-Outlt-Cntr odr Dsignr-Outlt- Cntr) als Einkaufszntrn bsondrr Ausprägung auf di Mtropol Brlin und auf Obrzntrn in, da ntsprchnd Vrkaufsformn inn wit übr dn mittlzntraln Einzugsbrich hrausrichndn Kundnkris anzihn solln und sich aufgrund dr spzifischn Sortimntsformn rglmäßig nicht in das Vrsorgungsgfüg ins mittlzntraln Vrsorgungsbrichs inbindn lassn. Mit dr Bindung von Hrstllr-Dirktvrkaufszntrn, drn Vrkaufsfläch Quadratmtr übrschritt, an di Mtropol und Obrzntrn, wird dr witräumig wirkndn Ausrichtung ntsprchndr Vrtribsformn Rchnung gtragn. Di als Mittlzntrn fstglgtn Städt und Gmindn vrfügn übr Bvölkrungszahln zwischn und Das Sortimnt und dr anzusprchnd Kundnkris und di rgional vrfügbar Kaufkraft rlaubn dahr kin Einordnung von größrn Hrstllr-Dirktvrkaufszntrn in raumvrträglich Handlsstrukturn untrhalb dr mtropolitann und dr obrzntraln Bzugsbn. Zu Z 2.10 Umgang mit Bstandssituationn Z 2.10 rglt di maßgblichn Vorausstzungn für in raumordnrisch Bwrtung von Vorhabn an brits bsthndn bauordnungsrchtlich gnhmigtn, jdoch an nicht raumvrträglichn Standortn angsidltn odr adäquat dimnsionirtn großflächign Einzlhandlsinrichtungn. Für dn Fall, dass für dis Standort bauplanungsrchtlich rlvant Ändrungsabsichtn bantragt wrdn, soll s im Intrss ds Schutzs dr Vrsorgungsstruktur sowi dr wohnungsnahn Grundvrsorgung zu kinr Erwitrung dr gnhmigtn Gsamtvrkaufsfläch sowi zu kinr sowohl quantitativn als auch qualitativn Auswitung ds Angbots von nicht-zntrnrlvantn Sortimntn zu zntrnrlvantn Sortimntn und von nahvrsorgungsrlvantn Sortimntn zu sonstign zntrnrlvantn Sortimntn (Tabll 1 Nummr 1.1 und 1.2) kommn. Zu G 2.11 Strukturvrträglich Kaufkraftbindung Grundlag für Fstlgung inr Kaufkraftbindungsquot ist s, di Funktionsfähigkit dr Handlsstrukturn ins Zntraln Orts wi auch di dr bnachbartn Zntraln Ort und di vrbrauchrnah Vrsorgung im Einzugsbrich von großflächign Einzlhandlsvorhabn nicht wsntlich zu binträchtign. Di Kaufkraftbindungsquot ist das Ergbnis inr landsplanrischn Abwägung im Hinblick auf di rwünschtn räumlichn Vrsorgungsstrukturn sowi das Rsultat dr bishrign Erfahrungn. Großflächig Einzlhandlsvorhabn solln nicht mhr als 25 Proznt dr im jwils inschlägign Bzugsraum vorhandnn sortimntsspzifischn Kaufkraft bindn, um in vilfältig Handlsstruktur zu sichrn und rgional sortimntsspzifisch Anbitrmonopol zu vrmidn. Damit sind btribswirtschaftlich sinnvoll und zuglich raumvrträglich Größnordnungn von großflächign Einzlvorhabn möglich. Dr Bzugsraum für di maximal Kaufkraftbindung ist dr für jdn Zntraln Ort anzunhmnd Vrflchtungsbrich ds Zntraln Orts, dr di Vrsorgungsstruktur und Attraktivität ins Zntraln Orts und sin übrgmindlich Vrsorgungsfunktion widrspiglt. Dabi wird di Attraktivität ds in inm Zntraln Ort vorhandnn Einzlhandls anhand dr Zntralitätsknnziffr bwrtt, di di Rlation zwischn dm im Ort rziltn Einzlhandlsumsatz und dr Kaufkraft dr örtlichn Bvölkrung darstllt.

43 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Zu Z 2.12 Errichtung und Erwitrung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn außrhalb Zntralr Ort Zur Sichrung dr Nahvrsorgung nthält Z 2.12 abwichnd von Z 2.6 in Rglung für großflächig Ansidlungsvorhabn außrhalb Zntralr Ort (Rgl-Ausnahm-Bzihung). In inzlnn Gmindn ohn zntralörtlich Funktionszuwisung bsthn ggbnnfalls noch Mängl bi dr Absichrung dr Nahvrsorgung. Di Nahvrsorgung lässt sich in viln Fälln durch Vorhabn absichrn, wlch sich untrhalb dr Großflächigkit bwgn. Im Fall spzifischr und qualitativ hochwrtigr Sortimnt kann s durch di Marktstrukturn zu Angbotsdfizitn in quantitativr und qualitativr Hinsicht kommn. Di Ausstattung mit Vrkaufsflächn im Einzlhandl in dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg ist im bundswitn Vrglich insgsamt gut, tilräumlich sogar übrdurchschnittlich. So ist di Ausstattungssituation insbsondr in dn zntraln Vrsorgungsbrichn dr Mtropol, dr Obrzntrn und dr Mittlzntrn mist günstig. Daggn ist in ländlichn Ortstiln insbsondr in dn nicht als Zntral Ort fstglgtn Gmindn im Witrn Mtropolnraum häufig kin ausrichnds wohnortnahs Einzlhandlsangbot mhr vorhandn. Insbsondr in Ortstiln mit inr gringn Bvölkrungszahl gibt s durch di mit dm Individualvrkhr rrichbarn konkurrirndn Btrib in größrn Nachbarortn für marktwirtschaftlich rntabl Angbotsformn im Einzlhandl häufig kin ausrichnd Tragfähigkit mhr. Hir bdarf s dr Entwicklung altrnativr, bürgrschaftlich-gminwohlorintirtr Btribrkonzpt, di rfahrungsgmäß rglmäßig mit Vrkaufsflächndimnsionn untrhalb dr Großflächigkit auskommn. Andrrsits kann s u. a. in witr wachsndn, nicht als Zntral Ort fstglgtn Gmindn, insbsondr im Brlinr Umland, quantitativ und/odr qualitativ Angbotsdfizit dr Nahvrsorgung gbn, di Angbotsstrukturn im Brich ds großflächign Einzlhandls bnötign. Hirfür ist rglmäßig in vorhabnbzogn Dimnsion von bis zu Quadratmtrn Vrkaufsfläch ausrichnd. Dabi ist auch brücksichtigt, dass für di Sichrung inr vrbrauchrnahn Nahvrsorgung drartig Einrichtungn auf di Nahvrsorgung dr jwilign Standortgmind zu bzihn sind. Sowit di Bvölkrungszahl innrhalb inr Gmind in Kaufkraft gnrirt, wlch in Nachfrag nach größr dimnsionirtn Vorhabn zur Sichrung dr Nahvrsorgung bgründn kann, könnn di Vrkaufsflächn in ntsprchndn Vorhabn im Einzlfall auch dn Grnzwrt von Quadratmtrn übrschritn. Vor dm Hintrgrund ds insgsamt ausgprägtn Einzlhandlsbsatzs in großn Tiln dr Hauptstadtrgion sind ntsprchnd Fallkonstllationn nur in sltnn Fälln zu rwartn. Vor dism Hintrgrund ist spätstns fünf Jahr nach Inkrafttrtn ds LEP HR in Evaluirung durchzuführn, um di witr Erfordrlichkit dr Rglung zu übrprüfn. Dass in Vorhabn nach sinr Größ und Sortimntsstruktur noch auf in vrbrauchrnah Vrsorgung ausgrichtt ist, kann in dr Rgl als gsichrt gltn, wnn 75 Proznt dr Vrkaufsfläch nahvrsorgungsrlvant Sortimnt gmäß Tabll 1 Nummr 1.1 umfassn und di zulässig Vrkaufsfläch ds Einzlvorhabns insgsamt bgrnzt blibt. Zudm sind di sich aus dm Intgrationsgbot rgbndn Anfordrungn zu inm Standort innrhalb zntralr Vrsorgungsbrich zu brücksichtign. Das Kritrium von 75 Proznt nahvrsorgungsrlvantr Sortimnt für di Ausrichtung auf in vrbrauchrnah Vrsorgung ist abglitt aus bundswitn Erfahrungswrtn (vgl. Bricht dr Arbitsgrupp Strukturwandl im Lbnsmittlinzlhandl und 11 Absatz 3 BauNVO vom 30. April 2002). Danach ligt di durchschnittlich Vrkaufsfläch für Suprmärkt zur Nahvrsorgung untr Brücksichtigung dr nun Rchtsprchung zur Vrkaufsflächnrmittlung bi twa Quadratmtr. In dr Rgl wrdn davon übr Quadratmtr Vrkaufsfläch, d. h. rund dri Virtl dr Gsamtvrkaufsfläch, von dn Lbnsmittl-Vollvrsorgrn für di Gwährlistung ds Nahvrsorgungsangbots in Anspruch gnommn. Dm Schwllnwrt von Quadratmtr Vrkaufsfläch für di Größnbgrnzung von Einzlvorhabn lign di obn gnanntn Erfahrungswrt sowi übrschlägig Brchnungn zu durchschnittlichn Einzugsbrichn großflächigr Einzlhandlsinrichtungn untr Brücksichtigung sortimnts- und vrkaufsflächnbzognr Umsatzwrt zugrund. Diss rmöglicht auch in großzügigr Warnpräsntation und vrbssrt di Barrirfrihit. Durch Absatz 2 wird in dn gmäß Z 3.3 fstglgtn Grundfunktionaln Schwrpunktn di Errichtung bzw. Erwitrung von großflächign Einzlhandlsinrichtungn übr di Zulässigkit nach Absatz 1 hinaus mit inr zusätzlichn vorhabnbzognn Vrkaufsfläch von Quadratmtrn, di nicht auf nahvrsorgungsrlvant Sortimnt bgrnzt wird, rmöglicht. Bis zur Fstlgung von Grundfunktionaln Schwrpunktn gltn di Fstlgungn nach Absatz 1, womit dn Gmindn auch bis zur rfolgtn Fstlgung angmssn Ansidlungsmöglichkitn für großflächig Einzlhandlsinrichtungn gwährt wrdn.

44 336 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Zu Z 2.13 Einordnung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn innrhalb Zntralr Ort Schon im Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) wrdn di Sichrung dr Funktionsfähigkit dr Innnstädt und dr örtlichn Zntrn als wichtig Sturungsansätz für di räumlich Planung bnannt: 2 Absatz 2 Nummr 3 Satz 3 ROG 2009: Es sind di räumlichn Vorausstzungn für di Erhaltung dr Innnstädt und örtlichn Zntrn als zntral Vrsorgungsbrich zu schaffn. Di unmittlbar wirkndn Grundsätz ds ROG 2009 findn ihr Konkrtisirung im zwistufign Systm dr gminsamn Raumordnungsplanung dr Ländr Brlin und Brandnburg. Zntral Vrsorgungsbrich sind räumlich abgrnzbar Brich inr Gmind, dnn aufgrund vorhandnr Einzlhandlsnutzungn in Vrsorgungsfunktion übr dn unmittlbarn Nahbrich hinaus zukommt. Si könnn sich sowohl aus planrischn Fstlgungn als auch aus dn tatsächlichn Vrhältnissn rgbn. Dahr sind bi großflächign Einzlhandlsinrichtungn mit sonstign zntrnrlvantn Sortimntn (Tabll 1 Nummr 1.2) di Bindung an zntral Vrsorgungsbrich zu rrichn, um di stadtfunktional prägndn Kräft ds Einzlhandls zur Sichrung und Entwicklung ins zntraln Vrsorgungsbrichs zu nutzn. Di in Absatz 1 grglt Bindung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn an zntral Vrsorgungsbrich zilt darauf ab, di Potnzial ds Einzlhandls für di Ausprägung lbndigr und vilfältig funktionalr Krn wi auch als Idntifikationspunkt für Städt und Gmindn zu nutzn. Aufgrund dr dutlichn Vrgrößrung dr Gmarkungsfläch im Zug von Eingmindungn und Gmindzusammnschlüssn bdarf s hinsichtlich dr standörtlichn Einordnung großflächigr Einzlhandlsinrichtungn inr witrn Präzisirung innrhalb ds Gmindgbits. Vor dm Hintrgrund dr durch bishrig Gmindgbitsrformn rglmäßig rfolgtn räumlichn Ausdhnung dr Gmindn ist babsichtigt, di Zuordnung ntsprchndr Vorhabn auch innrhalb ds jwilign Gmindgbits sidlungsstrukturll zwckmäßig inzuordnn. Entschidnd ist, dass dr Vrsorgungsbrich nach Lag, Art und Zwckbstimmung in für di Vrsorgung dr Bvölkrung in inm bstimmtn Einzugsbrich zntral Funktion hat. Hirbi ist das Wort zntral nicht gografisch im Sinn inr Innnstadtlag odr Ortsmitt, sondrn funktional zu vrsthn. Auch wnn insbsondr größr Gmindn das Erfordrnis dr Idntifizirung rglmäßig durch kommunal Einzlhandlskonzpt umstzn und zntral Vrsorgungsbrich als Eignungsstandort insbsondr auch für dn großflächign Einzlhandl mit zntrnrlvantn Sortimntn dfinirn, ist in solch konzptionll Fstlgung kin zwingnd Vorausstzung zur Anwndung dr Fstlgung. Zntral Vrsorgungsbrich sind nach dr Rchtsprchung ds BVrwG räumlich abgrnzbar Brich, dnn aufgrund vorhandnr Einzlhandlsnutzungn häufig rgänzt durch divrs Dinstlistungn und gastronomisch Angbot in Vrsorgungsfunktion übr dn unmittlbarn Nahbrich hinaus zukommt. Ein zntralr Vrsorgungsbrich stzt in intgrirt Lag voraus. Tatsächlich zntral Vrsorgungsbrich lassn sich rglmäßig bi hinrichnd indutign örtlichn Vrhältnissn fststlln. Insowit hat di plannd Kommun hir qualifizirt Burtilungsmöglichkitn. Planrisch Fstlgungn zntralr Vrsorgungsbrich sind untr zwi Aspktn von bsondrr praktischr Rlvanz: Zum inn könnn durch planrisch Fstlgungn brits bsthnd tatsächlich zntral Vrsorgungsbrich präzisirt wrdn, namntlich hinsichtlich ihrr xaktn räumlichn Abgrnzung sowi hinsichtlich ihrr konkrtn Vrsorgungsfunktion. Zum andrn bdarf s planrischr Fstlgungn insbsondr dann, wnn s twa gstützt auf 1 Absatz 6 Nummr 4 ds Baugstzbuchs (BauGB) um di rstmalig odr witr Entwicklung zntralr Vrsorgungsbrich ght. So kann nach 9 Absatz 2a BauGB in infachr Bbauungsplan im nicht bplantn Innnbrich auch zum Schutz rst noch zu ntwicklndr zntralr Vrsorgungsbrich rlassn wrdn. Sonstig Bbauungsplän zur Sturung von Einzlhandlsnutzungn könnn glichfalls zulässigrwis darauf abziln, zntral Vrsorgungsbrich zu ntwickln bzw. in ihrr Attraktivität zu stigrn. Was dr Entwicklung solchr Vrsorgungsbrich dint, lässt sich dn vorhandnn Ggbnhitn jdoch rglmäßig nicht ntnhmn, wil s insowit um planrisch Zilvorstllungn ght. Dn zntraln Vrsorgungsbrichn kommt bi dr räumlichn Konkrtisirung von Standortn für großflächig Einzlhandlsinrichtungn im Rahmn nachfolgndr Planungsbnn in hohs Gwicht zu. Für di Burtilung konkrtr Ansidlungsvorhabn solln di kommunaln Entwicklungsvorstllungn zum Einzlhandl untr Brücksichtigung dr vorhandnn Vrsorgungssituation zur Bstimmung dr jwilign Vrsorgungszntrn durch in kommunal Entwicklungsplanung (zum Bispil in Einzlhandls- und Zntrnkonzptn, städtbaulichn Entwick-

45 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni lungskonzptn odr in dr vorbritndn Baulitplanung) darglgt wrdn. Großflächig Einzlhandlsinrichtungn mit sonstign zntrnrlvantn Sortimntn sind in städtbaulich intgrirtn Standortn wi Innnstädtn, Stadttil- odr Ortszntrn odr Nahvrsorgungszntrn zu rrichtn, um di vrbrauchrnah Vrsorgung dr Bvölkrung zu gwährlistn und vorhandn Infrastruktur und Errichbarkitsvortil, insbsondr auch in dr fußläufign Errichbarkit und ÖPNV-Anbindung, zu nutzn. In Absatz 2 wrdn di untrschidlichn Erfordrniss zur innrörtlichn Einordnung großflächigr Einzlhandlsstandort mit zntrnrlvantn Sortimntn ggnübr großflächign Einzlhandlsinrichtungn mit nicht-zntrnrlvantn Sortimntn bwrtt. Bi zntrnrlvantn Sortimntn ist dr Standort im bsthndn Sidlungszusammnhang zu suchn und damit auch in hinrichnd öffntlich Vrkhrsanbindung zu rmöglichn. Bi Möbl-, Bau- und Gartnmärktn führt dr dominirnd Transport mit dm PKW zu inm rhblichn Vrkhrsaufkommn und Parkraumbdarf. Zudm habn si sortimntsbdingt inn rhblichn Flächnbdarf, sodass in räumlich Einbindung ntsprchndr Vorhabn in zntral Vrsorgungsbrich häufig nicht städtbaulich vrträglich möglich wär. Allrdings wrdn nbn disn nicht-zntrnrlvantn Krnsortimntn sognannt Randsortimnt, wi zum Bispil Txtilin, Elktroartikl, Gschnkwarn angbotn, di dm zntrnrlvantn Sortimnt zuzurchnn sind. Dis oftmals auf rhblichr Vrkaufsflächndimnsion angbotnn Sortimnt führn an inm priphrn Standort zu inm nicht unwsntlichn Kaufkraftabzug aus dn zntraln Vrsorgungsbrichn und damit zu inr funktionaln Schwächung dr innrstädtischn Einzlhandlsstruktur. Aus dism Grund ist di Bschränkung dr Summ allr zntrnrlvantn Randsortimnt gmäß Tabll 1 Nummr 1 auf 10 Proznt dr Gsamtvrkaufsfläch gbotn. Di Bgrnzung ds Umfangs dr zntrnrlvantn Randsortimnt in inm Sondrgbit für solch Vorhabn auf maximal 10 Proznt dr Vrkaufsfläch lässt sich aus dr Rchtsprchung zum Bgriff Randsortimnt slbst ablitn. Danach habn Randsortimnt ldiglich rgänzndn Charaktr und sthn in Bzihung zum Krnsortimnt. Randsortimntsangbot müssn dm Krnsortimnt in Umfang und Gwichtigkit dutlich untrgordnt sin. Mrkmal disr Untrordnung sind vor allm di jwilign Antil an dr Gsamtvrkaufsfläch sowi am Gsamtumsatz ds jwilign Btribs. Ist dis nicht dr Fall, stlln si in wsntlichs Standbin ds Einzlhandlsbtribs dar. Da zntrnrlvant Randsortimnt nicht sltn in im Vrglich zum Krnsortimnt dopplt so hoh Flächnproduktivität aufwisn, kann mit Randsortimntsangbotn auf 10 Proznt dr Gsamtvrkaufsfläch in Umsatzantil von 20 Proznt am Gsamtumsatz ds jwilign Btribs rwirtschaftt wrdn. Bi höhrn Randsortimntsantiln wärn di durch di Rchtsprchung dfinirtn Kritrin an Randsortimnt nicht mhr rfüllt. Vil (Fach-)Märkt wisn nbn zntrn- und nahvrsorgungsrlvantn Randsortimntn auch nicht-zntrnrlvant Randsortimnt aus. Auch dis rfordrt di Bgrnzung ds Umfangs dr zntrn- und nahvrsorgungsrlvantn Randsortimnt in inm Sondrgbit für solch Vorhabn auf maximal 10 Proznt dr Vrkaufsfläch. Ein Bgrnzung dr zntrnrlvantn Randsortimnt ist als ökonomisch tragfähig anzushn. Auch wnn di maximal Grnz von 10 Proznt dr Vrkaufsfläch für zntrnrlvant Randsortimnt untrschrittn wird, kann insbsondr in klinrn Mittlzntrn das zntrnrlvant Randsortimnt ins großflächign Fachmarkts vom absolutn Angbotsvolumn schnll das vrglichbar Fachangbot innrhalb dr zntraln Vrsorgungsbrich dr ntsprchndn Gmind übrschritn. Außrhalb dr zntraln Vrsorgungsbrich sind großflächig Einzlhandlsinrichtungn mit zntrnrlvantm Sortimnt für di Nahvrsorgung (vgl. Tabll 1 Nummr 1.1) zulässig, da in Zntraln Ortn mhrr Brich für di Nahvrsorgung in Btracht kommn. Dmggnübr sind in Gmindn ohn zntralörtlich Funktion großflächig Nahvrsorgungsinrichtungn nur im zntraln Vrsorgungsbrich zulässig. Als Sondrfall ist dr Trminalbrich sowi dr Brich dr Trminalzufahrt am Flughafn BER zu btrachtn: Luftsitig großflächig Einzlhandlsflächn sind aufgrund ihrr spzifischn Zugangssituation kin Ggnstand dr raumordnrischn Sturung durch disn Plan. Landsitig großflächig Einzlhandlsvrkaufsflächn mit zntrnrlvantm Sortimnt für di Nahvrsorgung sind zur Vrsorgung dr Bschäftigtn und Flugpassagir zulässig. In Absatz 3 rfolgt in raumordnrisch Bwrtung von Vorhabn an brits bsthndn bauordnungsrchtlich gnhmigtn, jdoch an nicht raumvrträglichn Standortn angsidltn großflächign Einzlhandlsinrichtungn außrhalb zntralr Vrsorgungsbrich.

46 338 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Zu Z 2.14 Einzlhandlsagglomrationn Agglomrationn sind Ansammlungn mhrrr, für sich gnommn mist nicht großflächigr Einzlhandlsbtrib, di in ihrr Gsamthit auf di Kundinnn und Kundn wi Einkaufszntrn odr Einzlhandlsgroßprojkt wirkn. Z 2.14 rstrckt di für di Planung von Einzlvorhabn im Sinn ds 11 Absatz 3 BauNVO gltndn Rglungn auch auf Einzlhandlsagglomrationn und trägt damit dr Erknntnis Rchnung, dass auch mhrr slbständig, j für sich nicht großflächig Einzlhandlsbtrib bi inr räumlichn Konzntration zu Auswirkungn wi bi Vorhabn im Sinn ds 11 Absatz 3 BauNVO führn könnn. So gibt s Fäll, in dnn mit dr Zit zum Bispil in Gwrbgbitn hr planrisch ungwollt in solch Agglomration hranwächst. Di Auswirkungn auf zntral Vrsorgungsbrich dr ignn Gmind odr bnachbartr Gmindn sind dann mit dnn ins inzlnn großflächign Einzlhandlsgroßbtribs durchaus zu vrglichn. Von inr Agglomration kann ausggangn wrdn, wnn di Luftlini zwischn dn Eingängn inzlnr Einzlhandlsgbäud untr 150 Mtr ligt. Di Vrmidung ngativr städtbaulichr Auswirkungn von Agglomrationn nicht großflächigr Einzlhandlsbtrib, di nicht di Kritrin ins Einkaufszntrums im Sinn ds 11 Absatz 3 BauNVO rfülln, ist sichrzustlln. Dabi ist auf dn Gsamtumfang dr Vrkaufsflächn, di sich in inm räumlichn und funktionaln Zusammnhang bfindn, Bzug zu nhmn. Auch dn Gmindn sthn vrschidn Möglichkitn zur Vrfügung, um dr Entsthung, ggbnnfalls auch dr Vrfstigung odr Erwitrung solchr Einzlhandlsagglomrationn ntggnzuwirkn: dr Ausschluss dr Nutzungsart Einzlhandl nach 1 Absatz 5 BauNVO, dr Ausschluss sortimntsbzognr Einzlhandlstypn (Anlagtypn) gmäß 1 Absatz 9 BauNVO, di Glidrung ds Plangbits (räumlich nach untrschidlichn Artn/Untrartn ds Einzlhandls, gschoss- und anlagnbzogn Diffrnzirungn), di Fststzung ins Sondrgbits für in Vorhabn im Sinn ds 11 Absatz 3 BauNVO (Fachmarktstandort) und Untrglidrung nach Sortimntn und (Sortimnts-)Vrkaufsflächn. Zu Z 2.15 Obrflächnnah Rohstoff (ohn fossil Enrgiträgr) Fstlgung durch di Rgionalplanung Ein rhblich wirtschaftlich Bdutung hat di Gwinnung und Nutzung dr vom Brgrcht rfasstn inhimischn Bodnschätz. Jnsits fossilr Enrgiträgr btrifft dis in dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg insbsondr di obrflächnnahn Rohstoff, drn Aufsuchung und Gwinnung sichrgstllt wrdn soll. Als wirtschaftlich nutzbar obrflächnnah Rohstoff gltn im Wsntlichn Sand, Kis, Ton, Kalkstin, Grauwack und Badtorf. Dis unntbhrlichn Rohstoff wrdn zunhmnd knappr. Häufig bsthn auf Flächn, untr dnn di vorhandnn, bgrnztn Rohstoffvorrät lagrn, andr Nutzungsintrssn, di inm Abbau ganz odr tilwis im Wg sthn. Andrrsits binträchtigt in Abbau durch di zumindst zitwis Vrändrung ds Gländs andr Nutzungsmöglichkitn auf dr Abbaufläch und in ihrr Umgbung und vrändrt dabi di ökologischn Vrhältniss oftmals für immr. Entsprchnd Nutzungskonflikt mit andrn Raumnutzungn sind im Rahmn dr Rgionalplanung durch di Fstlgung gigntr Raumordnungsgbit für di Gwinnung obrflächnnahr Rohstoff zu lösn. Dabi solln di Standortgbundnhit dr Lagrstättn insbsondr di Bgrnzthit dr Vorkommn sowi konkrt Btribsund Lagrstättnvrhältniss im Rahmn dr Abwägung brücksichtigt wrdn.

47 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Zntral Ort, Grundvrsorgung und Grundfunktional Schwrpunkt Zu Z 3.1 Zntralörtlich Glidrung Schon im Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) wird das Zntral-Ort-Konzpt als wichtigr räumlichr Orintirungsansatz für di Britstllung von Angbotn dr Dasinsvorsorg bnannt. 2 Absatz 2 Nummr 3 Satz 1 und 2 ROG 2009: Di Vrsorgung mit Dinstlistungn und Infrastrukturn dr Dasinsvorsorg, insbsondr di Errichbarkit von Einrichtungn und Angbotn dr Grundvrsorgung für all Bvölkrungsgruppn, ist zur Sichrung von Chancngrchtigkit in dn Tilräumn in angmssnr Wis zu gwährlistn; dis gilt auch in dünn bsidltn Rgionn. Di sozial Infrastruktur ist vorrangig in Zntraln Ortn zu bündln; di Errichbarkits- und Tragfähigkitskritrin ds Zntral-Ort-Konzpts sind flxibl an rgionaln Erfordrnissn auszurichtn. In dr raumordnrischn Praxis wird untr inm Zntraln Ort dr Normadrssat dr zntralörtlichn Funktionszuwisung vrstandn, wobi dr Zntral Ort rglmäßig mit dr politischn Gmind glichgstzt wird. Dahr ist zwischn dr mpirisch-analytisch (bstimmbarn) Ist-Zntralität von Zntraln Ortn im Zntral-Ort-Konzpt (ZOK) und dr normativ-planrisch fstglgtn Soll-Zntralität im Zntral-Ort-Systm (ZOS) zu untrschidn. Dr normativ fstzulgnd zntralörtlich Vrflchtungsbrich ist bnso vom mpirisch rmittltn (multifunktionaln) partill auch diffrirndn Vrflchtungsbrichn (zum Bispil für di Brich Arbit, Bildung, Einkaufn odr Kultur) zu trnnn. Insowit kann das raumordnrisch fstglgt Zntral-Ort-Systm kin 1 : 1-Abbild dr vilschichtign Lbnsralitätn sin, sondrn in Instrumnt zur planrischn Gstaltung von Vrsorgungsbzihungn im Raum. Das Konzpt dr Zntraln Ort prägt sit dn 1960r Jahrn di raumordnrisch Idnwlt zur Entwicklung dr Vrsorgungs- und Sidlungsstruktur in dr Bundsrpublik Dutschland und hat nach 1990 auch di nun Bundsländr rricht. Di zntralörtlich Glidrung ist wichtigs Instrumnt dr Lands- und Rgionalplanung und wird in dn Raumordnungsplänn fstglgt. Zntral Ort solln nbn dr Vrsorgung ihrr Einwohnr und Einwohnrinnn auch Vrsorgungs- und Entwicklungsfunktionn für di Bvölkrung ihrs Vrflchtungsbrichs übrnhmn. Das zntralörtlich Systm ist hirarchisch gglidrt und rglmäßig in Stufn ausgprägt, wlch auf vrschidnn Planbnn in dn Bundsländrn fstglgt wrdn. In inign Bundsländrn gibt s Zwischnstufn in dr Hirarchi, nu hinzugtrtn ist auch in dr Entschlißung dr Ministrkonfrnz für Raumordnung aus dm Jahr 2016 di Stuf dr Mtropol obrhalb dr Obrzntrn. Das Konzpt dr Zntraln Ort bildt auch in dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg das Rückgrat dr polyzntrischn Raum- und Sidlungsstruktur und ist in wichtigs Ordnungs- und Sturungsinstrumnt auch für di künftig räumlich-strukturll Entwicklung in dr Hauptstadtrgion. Ein Zntralr Ort ist dfinirt als di listungsstärkst Gmind, wlch übr di Vrsorgung dr ignn Bvölkrung hinaus übrgmindlich Vrsorgungsaufgabn ntsprchnd dr jwilign funktionaln Einordnung im zntralörtlichn Systm für di Bvölkrung sins Vrflchtungsbrichs wahrnimmt. In Zntraln Ortn solln ntsprchnd ihrr fstglgtn Funktion und Stuf sozial, wirtschaftlich, kulturll und administrativ Einrichtungn räumlich konzntrirt wrdn. Dort bündln sich räumlich Vrsorgungsfunktionn sowohl für di gmindansässig Bvölkrung als auch für di ds Umlands. Di Zntraln Ort habn in bsondr Bdutung als Kristallisationspunkt wirtschaftlichn, sozialn, gsllschaftlichn und kulturlln Lbns inr Rgion. Si solln in ihrn Funktionn gstärkt und gsichrt wrdn, um auf Daur in flächndcknd Vrsorgung dr Bvölkrung in inm zumutbarn Wg- bzw. Zitaufwand zum Wohnort gwährlistn zu könnn. Allin das Vorhandnsin von zntralörtlichn Ausstattungsmrkmaln führt abr nicht zu inm Anspruch von Städtn odr Gmindn auf di Fstlgung als Zntralr Ort. Di Auswahl und Fstlgung Zntralr Ort ist Ergbnis inr Abwägung auf Grundlag ds gsamträumlichn planrischn Konzpts. Basirnd auf inr polyzntrischn Sidlungsstruktur mit Mtropol, Obrzntrn und Mittlzntrn litt sich das raumordnrisch Prinzip dr dzntraln Konzntration ab. Es stht als Synonym für in kontrollirt polyzntrisch Raumntwicklung. Durch di Bündlung von Vrsorgungsinrichtungn und di Konzntration dr Sidlungsntwicklung auf di Zntraln Ort kann di wirtschaftlich Tragfähigkit öffntlichr und privatr Infrastrukturinrichtungn durch Synrgiffkt untrstützt wrdn. Dm Prinzip dr dzntraln Konzntration kommt auch in dn Räumn dr Hauptstadtrgion, di durch Bvölkrungsvrlust und in stark Vrändrung dr Altrsstruktur gprägt sind und in dnn grundlgnd Anpassungn von sozialn Infrastrukturinrichtungn rfordrlich wrdn, bsondr Bdutung zu. Es trägt dazu bi, auch dort flächndcknd öffntlich und privat Einrichtungn und Dinstlistungn sowi drn Errichbarkit für all Bvölkrungsgruppn zu sichrn. Ausgrichtt auf das Systm dr Zntraln Ort mit ihrn Einrichtungn dr

48 340 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Dasinsvorsorg trägt in intgrirt Sidlungs- und Vrkhrsntwicklung zu nachhaltign Raum- und Vrsorgungsstrukturn bi. Di Richtlinin für intgrirt Ntzgstaltung (RIN) dr Forschungsgsllschaft für Straßn- und Vrkhrswsn nthaltn mthodisch Planungshilfn für di intgrirt Vrkhrsntzplanung. Di RIN grifn di Frag dr Errichbarkit dr Zntraln Ort auf und litn di funktional Glidrung dr Vrkhrsntz aus dr zntralörtlichn Glidrung ab. Di RIN rmöglichn in aufinandr abgstimmt Vrkhrsntzntwicklung in dn vrschidnn Ebnn dr Lands-, Rgional- und Stadtplanung. Zntral Ort dr mittlzntraln Stuf solln aus ihrm Vrflchtungsbrich danach rglmäßig mit inm Zitaufwand von nicht mhr als 30 Minutn übr di Straß rrichbar sin. Das Zntral-Ort-Systm wurd in dn dutschn Bundsländrn in dn vrgangnn Jahrzhntn, mist in dr Folg von Gbits- und Vrwaltungsrformn in sinr jwilign rgionaln Ausprägung vilfältig witr ntwicklt, um damit dn jwilign strukturlln und administrativn Ggbnhitn adäquat Rchnung tragn zu könnn. Di Stufn Mtropol, Obrzntrum und Mittlzntrum ignn sich grundsätzlich für spzifisch zntralörtlich Funktionszuwisungn im Landsntwicklungsplan für di Hauptstadtrgion. Di Mtropol übrnimmt zuglich di obr- und mittlzntraln Vrsorgungsfunktionn innrhalb Brlins. Di Obrzntrn übrnhmn zuglich di mittlzntraln Vrsorgungsfunktionn für dn ntsprchndn Vrflchtungsbrich. Di Grundvrsorgung wird in dn Gmindn abgsichrt, währnd di unmittlbar Nahvrsorgung in alln Ortstiln organisirt wird. Zu G 3.2 Grundvrsorgung Di Sichrung allr Anglgnhitn dr örtlichn Gminschaft ghört zur grundgstzlich gschütztn Planungshohit jdr Gmind. Dis gilt untr andrm für di Grundvrsorgung dr ortsansässign Bvölkrung. Kommunal Slbstvrwaltungsaufgabn wrdn in dr Kommunalvrfassung ds Lands Brandnburg in 2 Absatz 2 wi folgt dfinirt: Zu dn Aufgabn dr örtlichn Gminschaft ghörn untr andrm di harmonisch Gstaltung dr Gmindntwicklung inschlißlich dr Standortntschidungn untr Bachtung dr Umwltvrträglichkit und ds Dnkmalschutzs, di Baulitplanung, di Fördrung von Wirtschaft und Gwrb, di Gwährlistung ds öffntlichn Vrkhrs und ins ausrichndn Britbandzugangs, di Vrsorgung mit Enrgi und Wassr, di schadlos Abwassrablitung und -bhandlung, di Vrbssrung dr Wohnungn dr Einwohnrinnn und Einwohnr durch dn sozialn Wohnungsbau und di Fördrung ds privatn und gnossnschaftlichn Bauns sowi durch in sozial grcht Vrtilung dr Wohnungn, di gsundhitlich und sozial Btruung, di Sichrung und Fördrung ins britn Angbots an Bildungs- und Kindrbtruungsinrichtungn und di Entwicklung dr Frizit- und Erholungsbdingungn sowi dr Schutz dr natürlichn Umwlt und di Aufrchtrhaltung dr öffntlichn Rinlichkit. Di Gmind fördrt das kulturll Lbn und di Vrmittlung ds kulturlln Erbs in ihrm Gbit und rmöglicht ihrn Einwohnrinnn und Einwohnrn di Tilnahm am kulturlln Lbn sowi dn Zugang zu dn Kulturgütrn. Di Gmindn im angstammtn Sidlungsgbit dr Sorbn/Wndn fördrn zusätzlich di sorbisch/wndisch Kultur und Sprach im Rahmn ds Sorbn/Wndn-Gstzs; das Nähr rgln si in ihrr Hauptsatzung. Di Gmindn, di kin zntralörtlich Funktionszuwisung rhaltn, bildn untr Brücksichtigung ihrr untrschidlichn vrfassungsrchtlichn und administrativn Vrfassthit di räumlich Kuliss zur Sichrung dr Grundvrsorgung. Di Gmindn im Land Brandnburg ntwickln auf Grundlag dr Bschlüss ds Brandnburgr Landtags gignt Vrwaltungsstrukturn zur Absichrung dr Grundvrsorgung im Gsamtgbit ds Lands. Di kommunaln Aufgabn dr Grundvrsorgung im Sinn dr Raumordnung für das Land Brandnburg sind mit dr gmindlichn Allzuständigkit im Sinn ds Kommunalvrfassungsrchts im Land Brandnburg glichzustzn. Di Ministrkonfrnz für Raumordnung subsumirt untr dm Bgriff dr Grundvrsorgung auch solch Aufgabnfldr und Funktionn, di nicht von dn öffntlichn Händn als Til dr Dasinsvorsorg rbracht wrdn, sondrn von Privatn (zum Bispil Apothkn, Arztpraxn, Hotl, Gaststättn, Nahvrsorgr im Einzlhandl). Da dis hinsichtlich dr Britstllung von Warn odr Dinstlistungsangbotn inr positivn Bindungswirkung durch di Raumordnungsplanung nicht untrlign, sondrn allnfalls mittlbar dn öffntlichn Standortntschidungn folgn, wird hinsichtlich dr intndirtn Bindung dr Gmindn auf dn Aufgabnkanon dr Brandnburgr Kommunalvrfassung vrwisn.

49 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Zu Z 3.3 Grundfunktional Schwrpunkt Fstlgung durch di Rgionalplanung Innrhalb dr Grundfunktionaln Schwrpunkt (GSP) solln durch planrisch Anriz di Grundfunktionn dr Dasinsvorsorg mit Einrichtungn ds täglichn Bdarfs, di übr di örtlich Nahvrsorgung hinausghn, gsichrt wrdn. Si dinn dr räumlichn Bündlung von Grundvrsorgungsinrichtungn außrhalb Zntralr Ort. Dafür bitt dr Landsntwicklungsplan dn Grundfunktionaln Schwrpunktn rwitrt Möglichkitn für zusätzlich abr dnnoch quantitativ bgrnzt übr di Eignntwicklung hinausghnd Flächn für Wohnsidlungn nach Z 5.7 und für dn großflächign Einzlhandl ohn Sortimntsbschränkung Z 2.12 (2). Ein Handlungsauftrag an di Gmindn zur aktivn Konzntration witrr Einrichtungn dr Dasinsvorsorg ist mit dr Auswisung dr Grundfunktionaln Schwrpunkt nicht vrbundn. Di Standortbündlung für di Grundvrsorgung kann in dr Rgl auf traditionlln Vrflchtungn und indutign Orintirungn aufbaun. Di Grundfunktionaln Schwrpunkt sind von dn andrn Ortstiln und bnachbartn Gmindn in dr Rgl mit öffntlichn Vrkhrsmittln gut rrichbar und bitn inm großn Til dr Bvölkrung in Vrsorgung dr kurzn Wg. Daraus rgbn sich für di witr Entwicklung und Sichrung dr Grundvrsorgung Vortil. Di Grundfunktionaln Schwrpunkt habn zudm in wichtig Vrkhrsvrknüpfungsfunktion im Vrkhrsntz, insbsondr in Vrbindung zu dn Mittlzntrn. Di Grundfunktionaln Schwrpunkt sind in dr Rgl di mit Abstand am bstn ausgstatttn Ortstil (Hauptort) in inr Rgion. Di Ausstattung dr Grundvrsorgung muss dn Sitz dr Kommunalvrwaltung, in Schul dr Primarstuf, Angbot für di Jugnd- und Altnbtruung, allgmin- und zahnmdizinisch Vrsorgung, Apothk, stationärn Einzlhandl mit nahvrsorgungsrlvantm Sortimnt, Bank- odr Sparkassnfilial, Postdinstlistr und in Anbindung an dn ÖPNV umfassn. Um di Brücksichtigung von sidlungsstrukturlln Bsondrhitn zu rmöglichn, kann di jwilig Rgion von dm Kritrinkatalog dahinghnd abwichn, dass im Ausnahmfall inzln Einrichtungn dr Dasinsvorsorg nicht im GSP räumlich vrortt sind. Könnn mit dm Kritrinkatalog di Ortstil inr Rgion nicht ausrichnd diffrnzirt wrdn, könnn im Planungskonzpt dr jwilign Rgion zusätzlich Kritrin hrangzogn wrdn. Im Ergbnis wrdn nicht all Gmindn inr Rgion übr inn Ortstil vrfügn, dm di Funktion als Grundfunktionalr Schwrpunkt zugwisn wird. Innrhalb inr Gmind darf nur in Grundfunktionalr Schwrpunkt fstglgt wrdn. Das trägt dm raumordnrischn Grundgdankn Rchnung, di Angbot dr Grundvrsorgung an dafür bsondrs gigntn Standortn zu bündln. Di Entschidung für in Standortbündlung im Brich dr Dasinsvorsorg blässt auch dn andrn, nicht privilgirtn Ortstiln angmssn Entwicklungsspilräum, ght abr inhr mit Entwicklungspräfrnzn für di fstglgtn Grundfunktionaln Schwrpunkt in dn Brichn dr Sidlungsntwicklung und dr Entwicklung ds Einzlhandls. Zu Z 3.4 Mtropol Mtropoln rfülln höchstwrtig Funktionn, di sich in Einrichtungn und Dinstlistungn ds höchstspzialisirtn Bdarfs ausprägn, wi zum Bispil Entschidungs- und Kontrollfunktionn von Rgirung und Parlamnt, Untrnhmn, Bildungs-, Innovations- und Wttbwrbsfunktionn, univrsitärr und außrunivrsitärr Forschung und Entwicklung, hrausragndr Mss-, Kultur- und Sportvranstaltungn mit nationalr und intrnationalr Bdutung, diffrnzirtr Einzlhandlsangbot sowi großräumigr und intrnationalr Vrkhrsvrknüpfungn. Mtropoln übrnhmn dadurch höchstwrtig Wirtschafts-, Wissnschafts-, Kultur-, Bildungs-, Sport-, Handls-, Gsundhits- und sozial Vrsorgungsfunktionn, sodass drn funktional Ausstattung in dutlich intrnational Bdutung hat. Mtropoln sind durch di nachsthndn, auch intrnational ausstrahlndn Funktionn gknnzichnt: Entschidungs- und Kontrollfunktion: Es konzntrirn sich politisch und ökonomisch Machtzntrn, in dnn intrnational Finanz- und Informationsström initiirt und kontrollirt wrdn. Innovations- und Wttbwrbsfunktion: Produkt, Wissn, Einstllungn, Wrt, Kunstwrk und krativ Dinstlistungn wrdn im Wttbwrb nach innn und außn rzugt und vrbritt. Knnzichn hirfür sind in hoh Dicht an Wissnschafts- und Forschungsinrichtungn, wissnsintnsivn Dinstlistrn, kulturlln und sozialn Kommunikationsplattformn und das Vorhandnsin krativr Milius.

50 342 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Zugänglichkit: Für di Bildung und dn Austausch von Wissn, von Finanz-, Warn- und Informationsströmn, Wrtn und Milius ist di intrnational Errichbarkit und Zugänglichkit zu Mnschn, Wissn und Märktn von ntschidndr Bdutung. Ein hoh und intrnational wirksam Qualität von insbsondr Vrkhrs- und Kommunikationsknotn, Mdinanbitrn, intrnationaln Bggnungsstättn und Kontaktmöglichkitn sind dafür rfordrlich. Symbolfunktion: In dr Vrknüpfung und gminsamn Ausstrahlung von Mtropol und Rgion gwinnn immatrill Faktorn zunhmnd an Bdutung. Faktorn wi Gschicht, Stadt- und Landschaftsgstalt, Imag, Kultur, abr auch Tolranz, Milius, Offnhit, Idntifikation und gsllschaftlichs Zusammnlbn prägn di äußr und innr Wahrnhmung inr Mtropolrgion. Di uropäisch Mtropol Brlin ist dr Motor dr Entwicklung für di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg. In dr Mtropol konzntrirn sich wichtig Funktionn dr Rgirung und ds Parlamnts ds Bunds, Untrnhmnsvrwaltungn und Institutionn im Finanzwsn, Wissnschafts- und Forschungsinstitutionn, national und intrnational Institutionn und Vrbänd sowi Angbot im Sport-, Kultur- und Mdinsktor. Brlin ist dr wichtigst intrnational, national und rgional Vrkhrsknotn in dr Hauptstadtrgion. Mit dr zntralörtlichn Einordnung Brlins als Mtropol wird dr Größ, dr intrnationaln und nationaln Bdutung dr Bundshauptstadt Brlin auch im Vrglich zu dn Obrzntrn dr Hauptstadtrgion Rchnung gtragn. Zwischn dr Mtropol Brlin, dm umgbndn Land Brandnburg und witrn Tiln Nordostdutschlands bsthn ausgprägt ökonomisch, kulturll und funktional Vrflchtungn, sodass di Mtropol Brlin dn bdutndstn Bvölkrungs-, Wirtschafts-, Vrwaltungs-, Dinstlistungs- und Arbitsmarktschwrpunkt darstllt. Zu Z 3.5 Obrzntrn Obrzntrn rfülln hochwrtig Funktionn mit übrrgionalr Bdutung, di sich in Einrichtungn und Dinstlistungn ds spzialisirtn höhrn Bdarfs wi zum Bispil Hochschuln, spzialisirtn Einrichtungn dr Gsundhitsvrsorgung, Thatr/Oprnhäusrn mit fstm Ensmbl, Sportstadin und inm vilfältign Einzlhandlsangbot sowi Spzialgschäftn ausprägn. Si habn in bsondr Bdutung als Arbitsmarktstandort und für di übrrgional Vrkhrsvrknüpfung. Di Obrzntrn sind Vrsorgungs-, Wirtschafts- und Arbitsmarktzntrn von übrrgionalr Bdutung. Bi dn Obrzntrn in dr Hauptstadtrgion handlt s sich um di vir größtn Städt im Land Brandnburg. Si sind hinsichtlich ihrs Stllnwrts untr dn Kommunn, ihrr Funktionalität und hinsichtlich ihrr Lag im Raum gignt, di hochwrtign Raumfunktionn auszufülln. Obrzntrn vrsorgn als Schwrpunkt von übrrgionalr Bdutung di Bvölkrung mit Gütrn und Dinstlistungn ds höhrn spzialisirtn Bdarfs. Di Entwicklungsaufgabn dr Obrzntrn ziln ab auf di Sichrung bzw. Stärkung dr Arbitsplatzfunktionn, auf di Britstllung von spzialisirtn und höhrn Vrwaltungsund Dinstlistungsangbotn, auf di Zusammnarbit in Ntzwrkn und auf di Außndarstllung bzw. das Imag ins Zntrums inschlißlich sins Umlands. Obrzntrn wrdn durch bsondr Wissnsclustr, privat und öffntlich Vrwaltungs- und Dinstlistungsfunktionn, inn spzialisirtn Arbitsmarkt mit tilwis witrichndn Vrflchtungn, diffrnzirt Gsundhits-, Kultur- und Frizitangbot sowi Vrkhrsinfrastrukturn mit großräumigr Anbindung charaktrisirt. Obrzntrn übrnhmn damit hochwrtig Wirtschafts-, Einzlhandls-, Kultur-, Frizit-, Bildungs-, Gsundhits- und sozial Vrsorgungsfunktionn. Di Obrzntrn sind nbn dr Mtropol di wichtigstn Wirtschaftsstandort im gminsamn Planungsraum. Durch inn witrn Ausbau dr Infrastruktur, offnsiv Standortvrmarktung, Imagkampagnn, Schaffung spzialisirtr kulturllr, sozialr und Sportangbot solln dis in ihrn Funktionn gstärkt wrdn. Planungn und Maßnahmn dr Trägr dr Fachplanungn solln di Entwicklung dr Obrzntrn im Raum untrstützn. Ein gmind- odr mittlbrichsbzogn Zuordnung zu Vrflchtungsbrichn dr Obrzntrn (sognannt Obrbrich) ist aufgrund dr vilfältign Übrlagrungn zwischn dr Mtropol Brlin und dm Obrzntrum Potsdam mit dn obrzntraln Wirkungn von Brandnburg an dr Havl, Cottbus/Chóśbuz und Frankfurt (Odr) innrhalb dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg nicht zwckmäßig. Zu Z 3.6 Mittlzntrn Mittlzntrn rfülln ghobn Funktionn dr Dasinsvorsorg mit rgionalr Bdutung; hirzu könnn zum Bispil Einrichtungn dr allgminn und bruflichn Aus- und Witrbildung, Einrichtungn im Sozial- und Gsundhitsbrich sowi größr Anlagn im Brich von Frizit und Sport zähln. Darübr hinaus sind Mittlzntrn ggbnnfalls auch Standort witrr Dinstlistungsinrichtungn wi größrr Bhördn, von inm Schulangbot, das zur allgminn Hochschulrif führt (Schuln dr Skundarstuf II), Grichtn, Bankn, Facharztpraxn, hochwrtign Einrichtungn dr Gsundhitsvrsorgung und großflächign Einzlhandlsinrichtungn.

51 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Auch habn si in dr Rgl in hrausghobn Bdutung als Arbitsmarktstandort und für di rgional Vrkhrsvrknüpfung. Mittlzntrn vrsorgn als Vrsorgungs-, Bildungs- und zum Til auch Wirtschaftszntrn di Bvölkrung im mittlzntraln Vrflchtungsbrich mit räumlich gbündlt britgstlltn öffntlichn und privatn Warn- und Dinstlistungsangbotn ds ghobnn Bdarfs. Mittlzntrn übrnhmn damit ghobn Wirtschafts-, Einzlhandls-, Kultur-, Sport-, Frizit-, Bildungs-, Gsundhits- und sozial Vrsorgungsfunktionn. Das Prinzip dr zntralörtlichn Glidrung ist rglmäßig auch auf di räumlich Konzntration dr Sidlungsntwicklung, von Arbitsplatzangbotn, von Dinstlistungsangbotn und von Vrsorgungsglgnhitn anglgt. In Einzlfälln kann s rfordrlich sin, von dism räumlichn Konzntrationsgbot dahinghnd abzuwichn, dass di zntralörtlichn Funktionn von zwi Kommunn gminsam wahrgnommn wrdn. Mit dr Fstlgung dr funktionstilign Mittlzntrn solln tragfähig Vrsorgungsstrukturn gschaffn und damit di Stabilität in dr Raumstruktur durch diss ngmaschigr Ntz dr funktionstragndn Gmindn rricht wrdn. Dis kann zum Bispil darin bgründt sin, dass sich di vrschidnn Vrsorgungsfunktionn aufgrund spzifischr historischr Entwicklungn auf zwi Kommunn vrtiln (zum Bispil Arbitsmarktschwrpunkt und Vrsorgungsschwrpunkt), dass sich untrschidlich Schwrpunkt bi dr Vrsorgung ntwicklt habn (zum Bispil Bildungsschwrpunkt und Gsundhitsschwrpunkt) odr dass sich di Vrsorgung innrhalb dr zumutbarn Errichbarkitszitn aufgrund dr großn räumlichn Ausdhnung ds Vrflchtungsbrichs nur in inr Gmind nicht sichrstlln lässt. Di übrgmindlich wirknd Dasinsvorsorg soll in zumutbarr Entfrnung im Raum gsichrt wrdn. Hirzu soll di vorhandn Ausstattung gnutzt wrdn, solang Tragfähigkitn ggbn sind. Ein Nu- odr Ausbau ntsprchndr Einrichtungn an andrr Stll ist zu vrmidn. Di Tragfähigkit dr Funktionsangbot in Mittlzntrn ist abhängig von dr Anzahl dr potnzill nachfragndn Bvölkrung. Im Mittlzntrum slbst ist rst mit inr Bvölkrungszahl ab Prsonn in ausrichnd Nachfrag für di dort vorzuhaltndn Funktionn sichrzustlln. Dis Schwllnwrt könnn auch in dünn bsidltn Räumn nicht witr untrschrittn wrdn, da andrnfalls mittlzntral Funktionsangbot nur noch mit nicht mhr vrtrtbarm Aufwand vorghaltn wrdn könntn. Dr Abglich zwischn dn Ansprüchn dr Tragfähigkit und dr Errichbarkit führt im Ergbnis zu inr spzifischn Dicht ds Ntzs an Zntraln Ortn in dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg. Di fstglgtn Mittlzntrn sind im Brlinr Umland rglmäßig in 20 Minutn, im Witrn Mtropolnraum in dr Rgl in maximal 30 Minutn, in Ausnahmfälln bi bsondrs gringn Sidlungsdichtn in 45 Minutn übr di Straß aus ihrm Vrflchtungsbrich zu rrichn. Di Ntzdicht dr Mittlzntrn ist insowit das Ergbnis inr Abwägung zwischn dn Ansprüchn dr Tragfähigkit, dr Errichbarkit und dr funktionaln Ausstattung. Dis Abwägung rmöglicht di Standortbündlung übrgmindlich wirkndr Angbot dr Dasinsvorsorg mit inr zumutbarn Errichbarkit untr Inkaufnahm dr Bgrnzung ds Funktionsprofils inzlnr Mittlzntrn in Gbitn mit gringr Bvölkrungsdicht. Auf Grundlag dr Errichbarkitsanfordrungn wurd di Bstimmung dr als Mittlzntrum am bstn gigntn Gmind (vgl. 3 Absatz 2 LEPro 2007) anhand ins durch thmnübrgrifnd Indikatorn gstütztn Analysansatzs btribn, dr di Gmindn in inm landswitn Ranking vrglicht und insowit dn in dr Vorgängrplanung LEP B-B praktizirtn rgionalisirtn Vrglich von Gmindn vrlässt. In dm Vrglich zur Auswahl dr am bstn gigntn Gmind wurdn nur Gmindn mit inr Bvölkrungszahl von mindstns Prsonn als untrstr Tragfähigkitsschwll für inn potnzilln Zntraln Ort slbst inbzogn. Zur analytischn Hrlitung ds zntralörtlichn Systms wurd in zwi Schrittn vorggangn. Zunächst rfolgt in vrglichnd rgionalstatistisch und Lag- und Errichbarkitsanalys dr Städt und Gmindn mit mindstns Einwohnrinnn und Einwohnrn im Land Brandnburg. Dazu wurdn zwi Thmnkomplx mit jwils dri Thmnfldrn idntifizirt, di raumrlvant Anfordrungn ds zntralörtlichn Systms grifbar machn. Di Indikatorn hattn dabi stts di administrativ Einhit dr Gmind als räumlichn Bzug. Es wurdn di ltztvrfügbarn Datn vrwndt.

52 344 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Thmnkomplx I - Raumabdckung/Lag/Anbindung darin Thmnfld Errichbarkit: Errichbarkit innrhalb von 30 Minutn Anzahl Einwohnrinnn und Einwohnr, di übr di Straß in maximal 30 Minutn di jwilig Gmind rrichn könnn Krnvrsorgung Einwohnrinnn und Einwohnr in 15 Minutn Anzahl Einwohnr und Einwohnrinnn, di übr di Straß ausschlißlich di jwilig Gmind und kinn andrn potnzilln Zntraln Ort in maximal 15 Minutn rrichn könnn darin Thmnfld Lag-Distanz-Paramtr: Mindstdistanz Luftlininntfrnung ds Gmindmittlpunkts zu nächstglgnn andrn potnzilln Zntraln Ortn untrschidlichr Einwohnrgrößnstufn (< , , > EW) sowi Distanz zu inwohnrstärkrm Ort (Luftlininntfrnung ds Gmindmittlpunkts zum nächstglgnn inwohnrstärkrn Ort, gwichtt anhand Einwohnrzahl dr Untrsuchungsgmind) darin Thmnfld Ntzknotnqualität: Ntzknotn Straß Anbindungsqualität dr Gmind übr di Straß, d. h. Prüfung, ob Ortsmittlpunkt in maximal 5 Kilomtr-Distanz zu Listungsntz bzw. Bundsstraßn ist; in Abstufung nach BAB/B-Straß ds Blaun Ntzs, B-Straßnkruz/B-Einmündung, B-Straß Ntzknotn Bahn Anbindungsqualität dr Gmind im Prsonnvrkhr in Abstufung nach Bahnkruz/Anschlussknotn, Zugangsstll RE, Zugangstll RB/S-Bahn Thmnkomplx II Raumgwicht/Zntralität darin Thmnfld Bvölkrung: Einwohnrstand darin Thmnfld Bschäftigung/Arbitsmarktzntralität: sozialvrsichrungspflichtig Bschäftigt Bschäftigtndicht sozialvrsichrungspflichtig Bschäftigt j Einwohnr und Einwohnrinnn Pndlrsaldo Saldo aus sozialvrsichrungspflichtig Bschäftigtn, di übr Gmindgrnzn in- bzw. auspndln darin Thmnfld Vrsorgungszntralität: Bildung Anzahl Schülrinnn und Schülr in zur Hochschulrif führndn Schuln und in bruflichn Schuln j 100 Kindr und Jugndlich Gsundhit Bttndicht in Kranknhäusrn j Einwohnrinnn und Einwohnr sowi Facharztdicht j Einwohnr und Einwohnrinnn Einzlhandl Vrkaufsfläch für sonstig zntrnrlvant Sortimnt j Einwohnrin und Einwohnr sowi Einzlhandlszntralität, d. h. Vrhältnis von Umsatz im örtlichn Einzlhandl zu örtlichr Einzlhandlskaufkraft Öffntlich Einrichtungn Erfassung von schs Ausstattungskritrin: Sitz dr Krisvrwaltung, Finanzamt, Arbitsagntur/JobCntr, Amtsgricht, Polizirvir, Brufsfurwhr/Furwhr mit hauptamtlichn Kräftn In jdm Thmnfld konntn bis zu schs Punkt rricht wrdn. Im Ergbnis ds Brandnburg witn Rankings konntn also rchnrisch maximal 36 Punkt (6x6) rzilt wrdn. Es ntstand somit in punktmäßig Bwrtung und somit auch in Rangfolg dr 124 untrsuchtn Gmindn. Das Errichn inr mittlzntraln Vrsorgungsabdckung im Land Brandnburg in dr angstrbtn Errichbarkit innrhalb von 30 Minutn im Witrn Mtropolnraum und innrhalb von 20 Minutn im Brlinr Umland grnzt di Auswahl auf solch Gmindn in, di inn Punktwrt von mhr als zwölf, d. h. mhr als in Drittl dr maximal rrichbarn Punkt, rrichn. Dis führt in inm rstn Auswahlschritt zu inr Eingrnzung dr zu btrachtndn Gmindn auf 63.

53 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Untr Brücksichtigung dr brits sit dm Jahr 2009 tablirtn Funktionstilungn, d. h. dr gminsamn Wahrnhmung mittlzntralr Funktionn durch zwi Kommunn, di fortgführt wrdn solln und dr Absicht dr Etablirung inr nun Funktionstilung zwischn dn Gmindn Nunhagn bi Brlin und Hoppgartn war s in fünf Landkrisn rfordrlich, in Auswahlntschidung zwischn zwi Gmindn zu trffn, di inn Wrt obrhalb von zwölf Punktn rziltn. In disn Fälln wurd di Gmind mit dr jwils höhrn Punktzahl als gigntr zur Fstlgung als Mittlzntrum bwrtt. Im Fall ds funktionstilign Mittlzntrums war im Vrglich di Punktzahl dr höhr bpunkttn Gmind maßgblich. Di in dr Vorgängrplanung LEP B-B zu dn Mittlzntrn vorgshnn Gmindzuordnungn im Vrflchtungsbrich habn sich in dr Rgl bwährt. Nur in Einzlfälln habn Gmindn dn Wunsch gäußrt, andrn Mittlbrichn zugordnt zu wrdn. Di anglaufn Vrändrung dr kommunaln Vrwaltungsstrukturn im Land Brandnburg rlaubt zum jtzign Zitpunkt kin vrwaltungskongrunt Zuordnung, da di rfordrlich Nuordnung dr kommunaln Vrwaltungsstrukturn im Rahmn dr Friwilligkit auch übr Grnzn dr bishrign Mittlbrich hinwg rfolgn wird. Insowit sind di Vrflchtungsbrich künftig bdarfsadäquat fstzustlln. Di Errichbarkit dr Mittlzntrn aus bnachbartn Gmindn innrhalb von 30 Minutn im Witrn Mtropolnraum und innrhalb von 20 Minutn im Brlinr Umland bitt inn rstn Anhaltspunkt für in Zuordnung.

54 346 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Kulturlandschaftn und ländlich Räum Zu G 4.1 Kulturlandschaftlich Handlungsräum Brits im Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) wird dn Kulturlandschaftn in wichtig Bdutung zugwisn. 2 Absatz 2 Nummr 5 ROG 2009: Kulturlandschaftn sind zu rhaltn und zu ntwickln. Historisch gprägt und gwachsn Kulturlandschaftn sind in ihrn prägndn Mrkmaln und mit ihrn Kultur- und Naturdnkmälrn zu rhaltn. Di untrschidlichn Landschaftstypn und Nutzungn dr Tilräum sind mit dn Ziln ins harmonischn Nbninandrs, dr Übrwindung von Strukturproblmn und zur Schaffung nur wirtschaftlichr und kulturllr Konzptionn zu gstaltn und witrzuntwickln. Es sind di räumlichn Vorausstzungn dafür zu schaffn, dass di Land- und Forstwirtschaft ihrn Bitrag dazu listn kann, di natürlichn Lbnsgrundlagn in ländlichn Räumn zu schützn sowi Natur und Landschaft zu pflgn und zu gstaltn. Di vilfältign Kulturlandschaftn mit ihrn prägndn Mrkmaln und Kultur- und Naturdnkmälrn solln bhutsam witrntwicklt wrdn. Zil ist s, in Glichgwicht zwischn dm Erhalt rgionalr Wrt und nun Nutzungs- und Gstaltungsanfordrungn zu findn. Nutzungn im Außnbrich, wi rnurbar Enrgin, Rohstoffabbau, Ntzausbau, Dponin sowi sonstig tchnisch Anlagn, solln vrträglich in di Kulturlandschaftn intgrirt wrdn (aus Litbildr und Handlungsstratgin für di Raumntwicklung in Dutschland, MKRO 2016). Im Landsntwicklungsprogramm von 2007 wird darübr hinaus in Ergänzung dr traditionlln Raumntwicklungspolitik um in aktiv Gstaltung von Kulturlandschaftn angstrbt, di auch zur Mindrung von rgionaln Strukturproblmn bitragn kann. Di kontrastrich Kulturlandschaft dr Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg bruht glichrmaßn auf naturräumlichn Vorausstzungn und jahrhundrtlangr mnschlichr Nutzung. Si richt von dr polyzntraln Stadtlandschaft Brlins bis zur Vilzahl kulturlandschaftlichr Räum in Brandnburg, di insbsondr auch durch di übr Jahrhundrt gwachsnn Brandnburgr Landstädt als Ankrpunkt dr Kulturlandschaft und durch rgional Bsondrhitn dr ländlichn Räum und ihrr Dörfr gprägt sind. Das Mosaik disr kulturlandschaftlichn Räum ist Ausdruck dr gsllschaftlichn und räumlichn Vilfalt. Di kulturlandschaftlichn Handlungsräum orintirn sich dahr stark an dn Aktionsräumn dr vilfältign rgionaln Initiativn und Ntzwrk und solln in Grundlag für in kooprativ Witrntwicklung dr rgionaln Potnzial bitn. Möglich kulturlandschaftlich Handlungsräum sind in dr Abbildung 1 als Anrgungn für drn Idntifizirung, Diffrnzirung und Abgrnzung auf dr rgionaln Ebn dargstllt.

55 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Abbildung 1 Vorschläg für kulturlandschaftlich Handlungsräum in Brlin und Brandnburg

56 348 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 In Kulturlandschaftn mit bsondrs gravirndn Problmlagn odr rhöhtn Schutzanfordrungn bstht in bsondrr Handlungsbdarf. Zu dn Handlungsräumn mit spzifischm Handlungsbdarf zähln insbsondr: Historisch bdutsam Kulturlandschaftn: In disn Kulturlandschaftn mit hohr Dicht an Dnkmaln, di aufgrund ihrr naturräumlichn und kulturhistorischn und militärgschichtlichn Bdutung dn zusammnhängndn Charaktr ds Gbits als Kulturlandschaft prägn, soll das kulturll Erb rhaltn und für di Bvölkrung rlbbar gmacht wrdn. Für historisch Kulturlandschaftn solln Konzpt zur Sichrung und Entwicklung prägndr Dnkmal, Landschaftslmnt und -strukturn sowi zur Fördrung von Traditionn und traditionlln Bwirtschaftungsformn rarbitt wrdn. Dabi sollt bispilswis auch dr bsondr bikulturll Charaktr ds angstammtn Sidlungsgbits dr Sorbn/Wndn brücksichtigt wrdn. Ebnso wird in dism Zusammnhang angstrbt, di historisch Bausubstanz vor allm in Städtn mit historischn Stadtkrnn und Dörfrn mit historischn Dorfkrnn zu rhaltn und krativ Um- und Nachnutzungn zu rmöglichn. Bispil historisch bdutsamr Kulturlandschaftn sind di als UNESCO-Wltkulturrbstätt gschützt Brlin-Potsdamr Kulturlandschaft, das Odrbruch und dr Sprwald. Von starkm Nutzungswandl btroffn suburban odr ländlich Kulturlandschaftn: Dis btrifft Kulturlandschaftn mit dutlichn Zrsidlungstndnzn, starkm Bvölkrungszuwachs odr -rückgang, starkm Strukturwandl dr Landwirtschaft, flächnintnsivr Erzugung rgnrativr Enrgin odr forcirtr touristischr Entwicklung. Entsprchnd informll Raumkatgorin, di di formaln Sturungsinstrumnt zur Sidlungs- und Friraumntwicklung rgänzn, könnn auch in kulturlandschaftlichn Handlungsräumn Impuls für idntitätsstiftnd und intgrirnd Ansätz dr Kulturlandschaftsntwicklung gbn. Dazu ghörn auch Kulturlandschaftsräum in dr Mtropol und dm Brlinr Umland, di durch hohn Entwicklungs-, Sidlungs- und Nutzungsdruck in bsondrm Maß binflusst wrdn. Zu drn intgrirtr Entwicklung kann insbsondr das Instrumnt dr Rgionalparks dinn. Landschaftsräum, di aufgrund dr Aufgab militärischr, brgbaulichr odr sonstigr Nutzungn inn außrgwöhnlichn Sanirungs- und Gstaltungsbdarf aufwisn: Hirzu zähln militärisch Konvrsionsflächn (zum Bispil di Librosr Hid, di hmalig Militärstadt Wünsdorf, di Hrsvrsuchsanstalt Kummrsdorf), altindustrialisirt Stadtlandschaftn (zum Bispil in Forst (Lausitz)/Baršć (Łužyca), Gubn und Ebrswald) sowi insbsondr di Lausitzr bzw. Nidrlausitzr Brgbaufolglandschaft. Brits vorlignd odr in Umstzung bfindlich Stratgin und Konzpt könnn Grundlagn für di witr Entwicklung dr Landschaftsräum untr Einbzihung rfordrlichr Gfahrnabwhrmaßnahmn (zum Bispil zur Kampfmittlbräumung odr in Gbitn ds untrtägign Altbrgbaus) bitn. Insbsondr di Braunkohln- und Sanirungsplän stlln in wichtigs Instrumnt auch zur kulturlandschaftlichn Entwicklung dar. Aus dr Brgbaufolglandschaft Südbrandnburgs sowi Nordsachsns ntstht durch di Rkultivirung und di Flutung dr hmalign Tagbau Europas größt künstlich gschaffn Snlandschaft. Aufbaund auf brits touristisch rschlossn Brgbaufolgsn (zum Bispil dm Snftnbrgr S) soll insbsondr dr Wassrtourismus in Vrbindung mit dm Radtourismus untr Einbzihung dr Industri- und Enrgikultur ntwicklt wrdn. Zudm sind auch Maßnahmn zur Rhabilitirung und Stabilisirung ds Wassrhaushalts rfordrlich. Di Entwicklung ds Lausitzr Snlands und dr sich nördlich und östlich anschlißndn Brgbaufolglandschaftn hin zu inr übrrgional rfolgrichn und wirtschaftlich tragfähign Tourismusrgion ist zntrals Anlign. Grnzübrgrifnd Kulturlandschaftn: Di Abgrnzung von Kulturlandschaftn bruht auf natur- und sidlungsräumlichn Mrkmaln, di unabhängig von administrativn Grnzn xistirn. Dahr rstrckn sich typisch, idntifizirbar kulturlandschaftlich Räum auch übr Landsgrnzn hinwg, wrdn abr j nach ländr- odr rgionsspzifischr Planungssystmatik instrumntll und konzptionll untrschidlich adrssirt. Umso mhr rfordrn solch grnzübrgrifndn Kulturlandschaftn, insbsondr wnn Lands- odr Bundsgrnzn übrschrittn wrdn, in ng Koopration dr btroffnn Gbitskörprschaftn. Bispil für grnzübrgrifnd Kulturlandschaftn innrhalb dr Hauptstadtrgion sind di Brlin-Brandnburgr Rgionalparks. Grnzübrgrifnd Bzüg in Nachbarländr wisn zum Bispil dr Hoh Fläming (nach Sachsn-Anhalt), das Lausitzr Snland (nach Sachsn), das Biosphärnrsrvat Flusslandschaft Elb (nach Nidrsachsn, Sachsn-Anhalt und Mcklnburg-Vorpommrn) sowi das Lbusr Land und dr Dri-Ländr-Gopark Muskaur Faltnbogn (nach Sachsn und Poln) auf.

57 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Zu G 4.2 Kulturlandschaftlich Handlungskonzpt Für di Hrausbildung kulturlandschaftlichr Handlungsräum sind di Initiativn von lokaln und rgionaln Akturinnn und Akturn und Ntzwrk von zntralr Bdutung. Bi dr Formulirung von Litbildrn und Handlungskonzptn im Rahmn friwilligr Kooprationsprozss solltn folgnd Prinzipin brücksichtigt wrdn: aktiv Einbzihung dr Intrssn sowi ds bürgrschaftlichn und ökonomischn Engagmnts dr örtlichn Bvölkrung, Brücksichtigung von Aspktn ds Schutzs, dr Nutzung und dr Gstaltung von Kulturlandschaftn und di damit zusammnhängnd Bündlung untrschidlichr fachplanrischr Blang, Koopration übr administrativ Grnzn hinwg, di sich häufig nicht an dn idntitäts-, kultur- odr naturräumlichn Abgrnzungn von Kulturlandschaftn orintirn, Einbzihung bsthndr Ansätz und Strukturn ds Rgionalmanagmnts und rgionalr Marktingstratgin. Dabi sind brits bsthnd Sturungsansätz und Institutionn (zum Bispil dr Land-, Forst- und Fischriwirtschaft, dr intgrirtn ländlichn Entwicklung, dr Tourismusntwicklung inschlißlich ds Wassrtourismus, dr Nutzung rgnrativr Enrgin und nachwachsndr Rohstoff, dr Großschutzgbitsntwicklung sowi dr Dnkmalpflg) als wsntlich Anknüpfungspunkt zu nutzn und witrzuntwickln, insbsondr wnn si brits Biträg zur Etablirung rgionalr Handlungsräum auf dr Ebn von Kulturlandschaftn im Planungsraum glistt habn. Ein bsondr Bdutung kommt hirbi auch künftig dn Lokaln Aktionsgruppn (LAG im Rahmn ds LEADER-Ansatzs) und drn rgionaln Entwicklungsstratgin mit ihrr rgionaln Vrankrung und fast flächndckndn Präsnz zu. Auf rgionalr Ebn könnn raumordnrisch Fstlgungn zur Konfliktbwältigung und Witrntwicklung von Kulturlandschaftn mit bsondrm Handlungsbdarf gtroffn wrdn. Di Vrknüpfung von formlln und informlln Instrumntn kann in disn Handlungsräumn zu inr forcirtn Bwältigung von Raumnutzungskonfliktn bitragn. An dn Schnittstlln könnn di Trägr dr Rgionalplanung mit Zustimmung dr Landsplanungsbhörd in koordinirnd und modrirnd Roll übrnhmn. Zu G 4.3 Ländlich Räum Im Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) wird dn ländlichn Räumn in wichtig Bdutung zugwisn. 2 Absatz 2 Nummr 4 Satz 6 ROG 2009: Ländlich Räum sind untr Brücksichtigung ihrr untrschidlichn wirtschaftlichn und natürlichn Entwicklungspotnzial als Lbns- und Wirtschaftsräum mit ignständigr Bdutung zu rhaltn und zu ntwickln; dazu ghört auch di Umwlt- und Erholungsfunktion ländlichr Räum. Di ländlichn Räum umfassn rhblich Til dr Hauptstadtrgion und richn aus dm Witrn Mtropolnraum übr das Brlinr Umland tilwis bis nach Brlin hinin. Si prägn maßgblich das Erschinungsbild dr Hauptstadtrgion und sind Lbnsraum für inn großn Til dr Bvölkrung, insbsondr in Brandnburg. Di ländlichn Räum bildn kin homogn Einhit, sondrn wrdn durch htrogn und häufig klintilig Strukturn gprägt übrwignd klin Dörfr, abr auch größr Sidlungn und Städt, in charaktristisch Vilzahl an landschaftlich rizvolln odr naturräumlich wrtvolln Brichn, bmrknswrt Kultur- und sonstig vilfältig Infrastrukturinrichtungn. Ländlich Sidlungsstruktur, kulturlls Erb und landschaftlich Vilfalt schaffn für di in ländlichn Räumn lbndn Mnschn Idntität und sind dahr in nicht zu untrschätzndr Haltfaktor. Hirmit gilt s vrantwortungsvoll umzughn, d. h. di vorhandnn Strukturn zu sichrn und bhutsam witr zu ntwickln. In vil kulturlandschaftlich Handlungsräum bringn di ländlichn Räum wsntlich Qualitätn und damit auch Ansatzpunkt und Handlungsoptionn zur Witrntwicklung dr Kulturlandschaft mit in. Di ländlichn Räum solln in ihrn Funktionn als Wirtschafts-, Natur- und Sozialraum daurhaft gsichrt und ntwicklt wrdn, sodass si witrhin für groß Bvölkrungstil ihr umfangrichn Funktionn rfülln. Untr dn Bdingungn ds dmografischn Wandls und dr zunhmnd ngr wrdndn finanzilln Spilräum kommt s darauf an, di ndognn Entwicklungspotnzial dr ländlichn Räum zu stärkn. Dazu sind lokal und rgional Wirtschaftskrisläuf zu stärkn und nachhaltig Strukturn zu schaffn, mit dnn dort, wo di wirtschaftlichn Vrhältniss abshbar schwirigr wrdn, rgional Wrtschöpfung gnrirt wrdn kann. Nbn dr Sichrung von traditionlln Erwrbsqulln (Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, Handwrk, tc.) ist drn Ergänzung durch nachhaltig, nu Entwicklungsoptionn rfordrlich. Dabi kommt dm Tourismus, zunhmnd auch dr Enrgirzugung, in maßgblich Roll zu. Di in Dutschland inglitt Enrgiwnd bitt di Chanc, auch dort, wo s ansonstn nur gring wirtschaftlich Entwicklungspotnzial gibt, am Wirtschaftskrislauf tilzu-

58 350 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 nhmn. Hochwrtig und gut bzahlt Arbitsplätz bitn jungn Mnschn di Chanc, in ihrr Himat zu blibn und sind wsntlich Vorausstzungn für di künftig Entwicklung dr ländlichn Räum. Dazu ist in intgrirt ländlich Entwicklung rfordrlich, wi si auch bundswit zunhmnd in dn Fokus glangt (vgl. di Bundsinitiativ Ländlich Entwicklung ds Bundsministriums für Ernährung und Landwirtschaft, BMEL). In dism Sinn wrdn in Brandnburg nach modrnn Mthodn im Zusammnhang mit dr LEADER-Fördrung in dr Fördrpriod 2014 bis 2020 Entwicklungsimpuls in 14 Rgionn gstzt. Drn Zil ist s, di Lbnsprspktiv allr dort lbndn Altrsgruppn zu vrbssrn bzw. zu sichrn, di Listungsfähigkit ds ländlichn Raums zu stärkn, insbsondr durch Erhalt und Schaffung von Arbitsplätzn, und so in rgional nachhaltig Entwicklung zu untrstützn. Glichzitig dint in intgrirt ländlich Entwicklung dazu, di ökologischn und ökonomischn Funktionn dr ländlichn Räum in ihrr Bdutung für dn Gsamtraum zu stärkn und damit inn wsntlichn Bitrag zur Entwicklung dr Hauptstadtrgion zu listn.

59 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Sidlungsntwicklung Zu G 5.1 Innnntwicklung und Funktionsmischung Das Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) lgt Grundsätz fst, di Sidlungsntwicklung räumlich zu konzntrirn und di rstmalig Inanspruchnahm von Friflächn zu minimirn: 2 Absatz 2 Nummr 6 Satz 3 ROG 2009: Di rstmalig Inanspruchnahm von Friflächn für Sidlungs- und Vrkhrszwck ist zu vrmindrn, insbsondr durch di vorrangig Ausschöpfung dr Potnzial für di Widrnutzbarmachung von Flächn, für di Nachvrdichtung und für andr Maßnahmn zur Innnntwicklung dr Städt und Gmindn sowi zur Entwicklung vorhandnr Vrkhrsflächn. Di Sidlungsntwicklung in dr Hauptstadtrgion ist häufig slbst in Räumn mit stagnirndr und abnhmndr Bvölkrung von witrm Flächnwachstum gknnzichnt. Nach wi vor sind nachfragorintirt Gründ, wi stignd Pro-Kopf-Wohnflächn, in Ursach für di Nuinanspruchnahm von Flächn für Sidlungszwck. Gründ könnn vrglichswis nidrig Bodnpris vor allm in ländlichn Gbitn, vrbundn mit im rgionaln Vrglich gringrn Sidlungsdichtn, sowi vrbssrt Errichbarkitn sin, di in Pndln auch übr witr Pndlrdistanzn rmöglichn. Ein witrr Grund kann in dn häufig komplxn Vrfahrn zur Nutzung von Innnntwicklungsrsrvn lign. Nu Baugbit auszuwisn rschint oft wnigr aufwndig und konfliktärmr als dn städtbaulichn Bstand zu rnurn. Bundswit btrug dr durchschnittlich Flächnvrbrauch für Sidlungs- und Vrkhrsflächn noch gut 60 Hktar pro Tag (4-Jahrs-Mittlwrt 2013 bis 2016). Währnd sich Flächnntwicklungn in Brlin fast ausschlißlich innrhalb ds Sidlungs- und Vrkhrsflächnbstands vollzihn, lag di Flächninanspruchnahm im Land Brandnburg in dn Jahrn 2014 bis 2017 noch bi durchschnittlich gut 2 Hktar pro Tag. Dr Flächnvrbrauch stht in inm Zilkonflikt mit dn Notwndigkitn ds Flächn- und Bodnschutzs, ds Friraumschutzs und dn Notwndigkitn dr Klimaanpassung. Zu dn dirktn Umwltfolgn könnn dr Vrlust unzrschnittnr, noch nicht zrsidltr Flächn mit ihrr biologischn Vilfalt, dr Vrlust natürlichr Bodnfunktionn (insbsondr bi Vrsiglung) und auch dr Vrlust landwirtschaftlichr Flächn zähln. Dazu sinkt mit zunhmndr Zrsidlung di Auslastung dr bsthndn Sidlungsstrukturn, insbsondr bi schrumpfndn Bvölkrungszahln. Di Bundsrgirung hat in dr Dutschn Nachhaltigkitsstratgi Nuauflag 2016 fstglgt, dn Flächnvrbrauch bis zum Jahr 2030 auf untr 30 Hktar pro Tag zu vrringrn. Di Nuinanspruchnahm von Flächn durch Sidlung und Vrkhr soll dahr im Sinn ds Nachhaltigkitsprinzips möglichst vrmidn wrdn. Bi dr Sidlungsntwicklung soll dm Gbot dr vorrangign Innnntwicklung vor inr Außnntwicklung Rchnung gtragn wrdn. Di Inanspruchnahm von witrm Friraum, häufig landwirtschaftlich gnutztr Flächn, soll zumindst so lang vrmidn wrdn, wi innrhalb vorhandnr Sidlungsgbit Flächnaktivirungn, zum Bispil durch di Nachnutzung baulich vorgprägtr Flächn odr das Schlißn von Baulückn, möglich sind. Dis ntspricht auch dn Rglungn ds Baugstzbuchs (BauGB), nach dm di städtbaulich Entwicklung vorrangig durch Maßnahmn dr Innnntwicklung rfolgn soll. Bi dr Umwandlung von landwirtschaftlichn odr als Wald gnutztn Flächn wird innrhalb dr Baulitplanung in rglmäßig Abwägung gfordrt, in dr di Notwndigkit inr Umwandlung im Ggnsatz zur Möglichkit dr Innnntwicklung bgründt wrdn soll. Dabi solln Ermittlungn zu dn Möglichkitn dr Innnntwicklung zugrund glgt wrdn, zu dnn insbsondr Brachflächn, Gbäudlrstand, Baulückn und andr Nachvrdichtungsmöglichkitn zähln könnn. In bstimmtn Einzlfälln kann auch in baulich Nutzung sidlungsstrukturll gut ingbundnr Wochnndhaus- odr Klingartngbit sinnvollr sin als dr Aufschluss nur Sidlungsflächn im Außnbrich. Bi alln Entwicklungn soll in angmssn Erhöhung von Baudichtn gprüft und angstrbt wrdn. Auch angsichts dr Folgkostn für nu tchnisch und sozial Infrastrukturn ist s rfordrlich, di Sidlungsntwicklung vorrangig innrhalb vorhandnr Sidlungsstrukturn und untr Nutzung bsthndr Infrastrukturn zu btribn. Bsondrs gignt sind Standort, di vrkhrlich (öffntlichr Vrkhr) brits gut angbundn und für zusätzlich Vrkhr noch aufnahmfähig sind und di in Nutzung nachhaltigr Vrkhrsmittl (öffntlichr Vrkhr, Rad) rmöglichn. Sidlungsflächn sind in dr Rgl von inm brits vorhandnn Ortskrn aus zu ntwickln, dr di wichtigstn Vrsorgungsfunktionn mit übrnimmt und di Bvölkrung in das Gmindlbn inbindt. Di Entwicklungsspilräum dr Gmindn innrhalb ds Sidlungsbstands sind aufgrund dr historischn Entwicklung in viln Fälln noch groß. Gring Sidlungsdichtn bitn mist ausrichnd Potnzial zur Nachvrdichtung (Schlißung von Baulückn, Nachvrdichtung durch Grundstückstilung odr Nustrukturirung von Bauflächn, Bbauung von Brachn, Widrnutzungspotnzial). So bträgt bispilswis di Wohnsidlungsdicht

60 352 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 außrhalb dr Sidlungsachsn ds Brlinr Umlands durchschnittlich 18,5 Einwohnrinnn und Einwohnr (EW) pro Hktar (ha) Wohn-/Mischgbitsfläch, häufig mit Grundflächnzahl-Wrtn von < 0,2. Häufig sthn jdoch vorhandnn Flächnrsrvn nur ingschränkt Vrfügbarkitn ggnübr. Bi Einzlhausbbauung sind Nttowohndichtn (EW/ha bzogn auf di zur Wohnbbauung vorgshnn Grundstück) von bis zu 80 Einwohnrinnn und Einwohnr pro Hktar, bi stärkr vrdichttr Rihnhausbbauung bis zu 180 Einwohnrinnn und Einwohnr (EW) pro Hktar und bi virgschossigr Mhrfamilinhausbbauung bis 400 Einwohnrinnn und Einwohnr (EW) pro Hktar möglich. In vrdichttn Innnstadtlagn sind noch wit höhr Wrt rzilbar. Di Sidlungsdicht hat großn Einfluss sowohl auf di Höh von Finanzirungskostn als auch auf di Infrastrukturfolgkostn. Gringr Sidlungsdichtn könnn sich kostnstigrnd auf Bau, Untrhalt und Btrib bsondrs auch von vrkhrlichr Infrastruktur auswirkn. Grundsätzlich stign di Infrastrukturfolgkostn durch Sidlungswachstum und damit vrbundnn Flächnvrbrauch. J nidrigr di Sidlungs- und Vrkhrsfläch pro EW ist, dsto höhr ist di Flächnffizinz und dsto nidrigr dr Infrastrukturaufwand. Di Kostn vrtiln sich auf mhr Köpf. Problmatisch ist nicht nur di Vrtilung hohr Kostnlastn auf wnig Nutzrinnn und Nutzr, sondrn auch in Ausdünnung von Nutzungn odr das Auftrtn von Lrständn im Sidlungsbstand. Vor allm in stagnirndn odr schrumpfndn Rgionn rhöht sich in dr Gsamtsicht mit Flächnauswisungn und nun Infrastrukturn di Kostnblastung pro Kopf. Di Infrastrukturfolgkostn wrdn zudm durch di konkrt räumlich Lag nur Sidlungsgbit binflusst. Nu Sidlungsflächn ohn Anbindung an dn öffntlichn Prsonnnahvrkhr, insbsondr Schinnprsonnnahvrkhr (SPNV), könnn mit inr gstigrtn PKW-Nutzung inhrghn. Dshalb sind für in intgrirt und ffizint Sidlungs- und Vrkhrsflächnntwicklung di Abschätzung von Folgkostn und in hoh Kostntransparnz von großr Bdutung. Ein vrdichtts Baun und damit in Bitrag zum Flächnsparn kann bi dr Planung von Wohnsidlungsflächn (Dfinition im Sinn von Z 5.5 und Z 5.6) rricht wrdn, wnn bzogn auf das Bruttowohnbauland in Ausrichtung an folgndn Baudichtn rfolgt, di häufig auch übr dn vorhandnn Bstandsdichtn lign könnn. Bsondrs in innrstädtischn Lagn (zum Bispil in Brlin) wrdn tilwis noch witaus höhr Baudichtn gplant. Tabll 2 Empfhlungn für flächnsparnd Baudichtn Strukturraum Lag/Gmindfunktion Empfohln Baudicht (WE/ha) Brlin Gstaltungsraum Sidlung 50 Achsnzwischnraum 35 Brlinr Umland Gstaltungsraum Sidlung 40 Achsnzwischnraum 30 Witrr Mtropolnraum Zntral Ort 30 Nicht-Zntral Ort (in Grundfunktionaln Schwrpunktn) 20 (25) Baudichtn im Rahmn kommunalr Planungn sind von folgndn Bdingungn abhängig: di sidlungsstrukturll bzw. städtbaulich Prägung dr Umgbung, di städtbaulich und architktonisch Charaktristik dr gplantn Bbauung, ökologisch, topografisch bzw. klimatologisch Bdingungn, spzifisch Bdarf odr Nutzungsanfordrungn. Di Bgrnzung ds Sidlungsflächnwachstums rfordrt in zilgrichtt Ausnutzung dr vorhandnn Innnntwicklungspotnzial. Dafür sind Knntniss disr Potnzial bi dn Kommunn hilfrich. In inign Gmindn lign dazu brits Datn zu Innnntwicklungspotnzialn und Informationn zu Brachflächn- und Baulückn vor. Auch di Knntnis übr nicht mhr bnötigt lrsthnd Nichtwohngbäud in städtbaulich gigntn Lagn, di in Wohnraum umgwandlt wrdn könntn, kann zur Nutzung dr Innnntwicklungspotnzial bitragn. Für di Darstllung und Burtilung vorhandnr Flächnpotnzial ist di Erfassung vrfügbarr Flächnrsrvn in kommunaln Flächnkatastrn von großr Bdutung. Ein (intr)kommunals Flächnmanagmnt kann dn nachhaltign Umgang mit vorhandnn innrörtlichn Rssourcn untrstützn. Hauptaugnmrk ligt dabi auf dr Bwusstsinsbildung und dr Stärkung dr Innnntwicklung durch di Kommunn. Dr Bstand wird bssr ausglastt, Infrastrukturkostn wrdn rduzirt und s ntstht insgsamt in Mhrwrt für di Kommun. Stratgin zum Flächnmanagmnt binhaltn Handlungsfldr wi Baulücknaktivirung, Sanirung/Umnutzung/Nachvrdichtung, Flächnrcycling odr flächnsparnds Baun. Di Stärkung dr Innnntwicklung, di Orintirung hin zu höhrn Baudichtn und dr höhr Schutz von landund forstwirtschaftlichn Flächn rwitrn insgsamt di Möglichkitn inr nachhaltign gmindlichn Flächnplanung und dinn dm Flächnsparzil.

61 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Di Sturung dr Sidlungsntwicklung soll zu nrgisparndn und vrkhrsvrmidndn Sidlungsstrukturn führn, di auch dn Anfordrungn ds Rssourcn- und Klimaschutzs Rchnung tragn. Zu vrkhrsvrmidndn Sidlungsstrukturn könnn Maßnahmn dr Innnntwicklung und Funktionsmischung ( Stadt dr kurzn Wg ) bitragn. Vor dm Hintrgrund stigndr Durchschnittstmpraturn und dr Zunahm längr anhaltndr Hitzwlln, di insbsondr in Innnstädtn zu Übrwärmung und bioklimatischn Blastungn führn, soll bi dr Entwicklung nur Sidlungsflächn und Nachvrdichtungn in angpasst Sidlungsdicht mit klinräumign stadtklimatisch wirksamn Friräumn angstrbt wrdn. Das Prinzip dr räumlichn Funktionsbündlung und dr Nutzungsmischung, d. h. di räumlich Näh von Arbitsstättn, Einrichtungn dr Dasinsvorsorg, sonstign Vrsorgungsinrichtungn und Erholungsmöglichkitn zu dn Wohnungn öffnt di Möglichkit kurzr Wg und führt wg von vilfältign Fahrrfordrnissn, di insbsondr für dn wachsndn Antil wnigr mobilr Bvölkrungsgruppn problmatisch wrdn. Di Stadt dr kurzn Wg trägt somit auch zu inr Vrringrung dr Nuinanspruchnahm von Flächn bi und ist durch in mittlbar Rduktion ds Endnrgivrbrauchs inr dr wsntlichn städtbaulichn Biträg zum Klimaschutz. Zu Z 5.2 Anschluss nur Sidlungsflächn Durch dn Anschluss nur Sidlungsflächn in kompaktr Form an brits vorhandn Sidlungsgbit solln in Zrsidlung und in Nubildung von Splittrsidlungn vrmidn wrdn und möglichst wnig Friraum bansprucht wrdn. Witr solln nur bhutsam Erwitrungn dr tchnischn und sozialn Infrastruktur rfordrlich und auch di Flächninanspruchnahm für zusätzlich Erschlißungswg möglichst gring ghaltn wrdn. Sidlungsgbit sind hochbaulich gprägt, zusammnhängnd bbaut Ortslagn, di von Mnschn zum nicht nur vorübrghndn Wohnn odr zum Arbitn gnutzt wrdn. Sidlungsgbit wisn dafür auch in ntsprchnd Infrastruktur auf, d. h. si sind durch in ntsprchnd Erschlißung und Vrsorgungssituation gknnzichnt. Sidlungsflächn sind hochbaulich gprägt Flächn, unabhängig von dr drzitign Nutzung. Nach- odr Umnutzungn inschlißlich Abriss und Nubbauung solchr Flächn stlln kin Entwicklung nur Sidlungsflächn dar. Klingartngbit sind kin Sidlungsflächn, sondrn typisch Nutzungn ds Friraums. Bi inr Nutzung von Klingartngbitn für Sidlungszwck ntsthn nu Sidlungsflächn, dahr sind di Fstlgungn zum Sidlungsanschluss zu bachtn. Nach Absatz 2 könnn in inzlnn Fälln aus bsondrn Erfordrnissn ds Immissionsschutzs odr dr Vrkhrsrschlißung und -anbindung, bispilswis zur Vrmidung von großn Vrkhrsmngn odr Schwrlastvrkhr durch Sidlungn, Ausnahmn zuglassn wrdn. Dis gilt auch bi bsondrn vrkhrlichn Standortanfordrungn, wi zum Bispil bsondr Anschlussrfordrniss für Untrnhmn ds Logistikgwrbs. Zu Z 5.3 Umwandlung von Wochnnd- odr Frinhausgbitn und von witrn Sidlungsflächn Wochnndhausgbit in dr Hauptstadtrgion bildn in historisch gwachsn, kulturll, ökologisch und sozial Rssourc. Dr groß Bstand rklärt sich zum Til aus dr bsondrn historischn Situation Brlins und Brandnburgs. Vor dm Hintrgrund stigndr Raumansprüch untrschidlichr Nutzungsartn insbsondr im Krn dr wachsndn Hauptstadtrgion wird dr Bdarf zur Umnutzung witrr Til disr Gbit aufgrund dr tilwis günstign stadträumlichn Einordnung auch in dn kommndn Jahrn witr bsthn. Im Grundsatz gilt, dass Wochnndhausgbit bnso wi Frinhausgbit ausschlißlich dr Erholungsnutzung dinn. Ein Umnutzung zum Daurwohnn war bi ihrr Anlag rglmäßig nicht babsichtigt. Zur Untrschidung dr Wohnnutzung von dr Wochnnd- bzw. Frinnutzung ist wsntlich, dass dr Bgriff ds Wohnns in auf Daur anglgt Häuslichkit rfasst. Di Wochnnd- odr auch Frinnutzung ist nicht auf Daur anglgt. Das wsntlich Untrschidungskritrium ist dmnach di Daur dr Nutzung und damit auch di Nutzungsintnsität im Baugbit. In Wochnnd- und Frinhäusrn ist immr nur in zitlich bgrnztr Aufnthalt zulässig. Nur disr rchtfrtigt di häufig naturnah Lag und di gringrn Erschlißungsrfordrniss. Wohnsidlungsgbit sind hinggn Gbit mit Ortstilcharaktr, di brits übrwignd durch zulässig Wohnnutzung gprägt sind.

62 354 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 In Einzlfälln kann in Umwandlung von an bsthnd Sidlungsgbit angrnzndn Wochnnd- bzw. Frinhausgbitn zwckmäßigr sin als di Inanspruchnahm bishrigr Friflächn. Bi vorhandnm Sidlungsanschluss kann dahr im Einzlfall in Umwandlung von Wochnnd- odr Frinnutzungn in Wohnnutzungn rfolgn. Umnutzungn im Bstand wi auch Umwidmungn mit dm Zil ds Wohnungsnubaus sind bi vorhandnm Sidlungsanschluss untr Bachtung dr für das Daurwohnn rfordrlichn baulichn und nrgtischn Standards sowi dr Sichrhits- und Erschlißungsstandards möglich. Auch di Entwicklung von Wohnsidlungsgbitn durch Umwandlung von Wochnnd- odr Frinhausgbitn soll auf di Sidlungsbrich inr Gmind mit gutr Erschlißungs- und Vrsorgungssituation konzntrirt wrdn. Dadurch solln auch witr Zrsidlungn, das Entsthn zusätzlichn Vrkhrs und unwirtschaftlich Aufwndungn dr Gmindn vrmidn wrdn. Entschidnd für di Frag dr Zulässigkit inr Umwandlung ist dahr in rstr Lini di Lag dr Gbit. In dr Rgl handlt s sich um Nutzungn ds Außnbrichs, häufig ohn ausrichnd Erschlißung und notwndig Vrsorgungsinrichtungn, sodass für dis Gbit in Umnutzung als Daurwohngbit nicht in Frag kommt. Ein Umwandlung sonstigr hochbaulich gprägtr Sidlungsflächn ohn Sidlungsanschluss im Außnbrich (zum Bispil Frininrichtungn odr Frizitanlagn, landwirtschaftlich Btribsflächn, gwrblich Nutzungn) in Wohnsidlungsflächn durch Nach- odr Umnutzung (inschlißlich Abriss und Nubbauung) dr vorhandnn Gbäud führt unabhängig von dr drzitign Nutzung zu inr unrwünschtn Entwicklung, di zusätzlich Erschlißungsmaßnahmn nach sich ziht und dahr zu vrmidn ist. Ein Umwandlung ist dahr nur untr dr Vorausstzung zulässig, dass di ntsprchndn Flächn an in vorhandns Sidlungsgbit anschlißn. Di aus dr jwilign Umwandlung dr Gbit rsultirnd Entwicklung von Wohnsidlungsflächn wird auf di Eignntwicklungsoption gmäß Z 5.5 angrchnt, sowit s sich nicht um in Innnntwicklung handlt. Zu Z 5.4 Erwitrung von Stru- und Splittrsidlungn Stru- und Splittrsidlungn stlln kinn im Zusammnhang bbautn Ortstil dar und sind dahr kin Sidlungsgbit (vgl. Bgründung zu Z 5.2). Di Erwitrung von Stru- und Splittrsidlungn führt zu unrwünschtm Flächnvrbrauch sowi klimaschädigndn Emissionn infolg rhöhtn Vrkhrsaufkommns und ziht mist zusätzlich Erschlißungsmaßnahmn nach sich. Ein Erwitrung brits xistirndr Stru- und Splittrsidlungn ist raumordnrisch nicht vrträglich und dahr zu vrmidn. Ein Erwitrung ist in nicht nur unwsntlich, raumbdutsam Ausdhnung ds vorhandnn Sidlungskörprs in dn ihn umgbndn Außnbrich odr Friraum. Nachvrdichtungn odr das Schlißn von Baulückn im Rahmn inr Innnntwicklung stlln kin Erwitrung dar und sind dahr möglich. Zu Z 5.5 Eignntwicklung für dn örtlichn Bdarf Di Fstlgung Z 5.5 bziht sich ausschlißlich auf Wohnsidlungsflächn. Daruntr sind all Flächn zu vrsthn, in dnn auch Wohnnutzungn zuglassn sind, also insbsondr rin, allgmin und bsondr Wohngbit, Dorf- und Mischgbit sowi Krngbit und urban Gbit. Di Fstlgung gilt nicht für di Entwicklung gwrblichr Bauflächn (vgl. G 2.2). Dr örtlich Bdarf inr Gmind rgibt sich ausschlißlich aus dm Bdarf dr ortsansässign Bvölkrung, d. h. dass kin Bvölkrungszuwächs aus Wandrungsgwinnn zu brücksichtign sind. Untr dm örtlichn Bdarf sind dr Nubdarf, dr Ersatz- und Nachholbdarf zu fassn. Untr Nubdarf vrstht man dn zusätzlichn Wohnungsbdarf, dr sich hauptsächlich aus dm Saldo dr Haushaltsntwicklung rgibt. Di Entwicklung dr Privathaushalt inr Gmind wird durch zahlrich Faktorn binflusst, u. a. di Bvölkrungsntwicklung, di Altrsstruktur, di Haushaltsgrößnstruktur, di Entwicklung dr Wohnflächnnachfrag pro Prson, das Vrhaltn zur Haushaltsnugründung. Dr Ersatzbdarf rgibt sich aus Wohnungsabgängn aufgrund von Rückbau, Sanirung odr Umnutzung, dr Nachholbdarf aus dr Entwicklung dr Wohnflächnnachfrag pro Prson. Wgn dr im langfristign Trnd sinkndn Haushaltsgrößn und dr stigndn Wohnflächnnachfrag pro Prson vrläuft di Haushaltsntwicklung in Brandnburgr Gmindn grundsätzlich positivr als di Bvölkrungsntwicklung. Aus dm positivn Saldo dr Haushaltsntwicklung kann sich im Rahmn ds örtlichn Bdarfs in zusätzlichr Wohnungsbdarf rgbn. Es ist davon auszughn, dass sich disr Trnd fortstzt. Ein bdarfsgrcht Britstllung von Sidlungsflächn für di Wohnungsvrsorgung ist in wsntlichr Bstandtil dr Dasinsvorsorg. In dr Hauptstadtrgion ist auch witrhin von tilräumlich ggnläufign Entwicklungn bi dr Wohnungsnachfrag auszughn. Währnd in Brlin, das von Bvölkrungswachstum gprägt ist, und abgschwächt auch im Brlinr Umland von inr quantitativ stigndn Nachfrag auszughn ist, wird sich im Witrn Mtropolnraum aufgrund ds dmografischn Wandls häufig hr in rückläufig, jdoch qualitativ

63 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni vrändrt Nachfrag rgbn (u. a. barrirfris Wohnn). Slbst bi Einwohnrrückgängn stigt di Zahl dr Haushalt tilwis auch in dn nächstn Jahrn witr an. Dr Anstig rsultirt vor allm aus dr Altrung dr Bvölkrung und dm anhaltndn Trnd zu mhr Singlhaushaltn. Zu inr bdarfsgrchtn Wohnungsvrsorgung solln sowohl di Witrntwicklung dr Wohnungsbständ (Instandstzung, Umbau, Aufwrtung) als auch dr Nubau von Wohnungn bitragn, um dn Ersatz- und Nubdarf zu dckn. Di Gmindn odr di Gmindtil von Gmindn im Brlinr Umland, di kin Schwrpunkt für di Wohnsidlungsflächnntwicklung gmäß Z 5.6 (Zntral Ort im Witrn Mtropolnraum, Gstaltungsraum Sidlung) sind, könnn sich im Rahmn dr Eignntwicklung fortntwickln, um dn örtlichn Bdarf an Wohnsidlungsflächn abzusichrn. Dabi soll dr natürlichn Entwicklung dr Bvölkrung und dm innrn Bdarf dr Gmindn Rchnung gtragn wrdn, dr sich insbsondr durch di Vrbssrung dr Wohn- und Wohnumfldvrhältniss, di Erwitrung ortsansässigr Btrib und di ggbnnfalls rfordrlich Anpassung dr tchnischn und sozialn Infrastruktur rgbn kann. Wohnsidlungsntwicklungn übr dn örtlichn Bdarf inr Gmind hinaus würdn dm Konzntrations- und Bündlungsgdankn ntggnsthn. Außrdm würdn si oftmals inn zusätzlichn Bdarf an dasinsvorsorgbzognn Einrichtungn und in rwitrt Britstllung von tchnischr und sozialr Infrastruktur nach sich zihn. Um vor allm auch in zahlrichn Städtn und Gmindn im Witrn Mtropolnraum, di inn Rückgang dr Einwohnrzahln zu vrzichnn habn, dnnoch listungsfähig Strukturn insbsondr mit Blick auf di Sichrung dr Dasinsvorsorg zu haltn, muss in räumlich Bündlung von Einrichtungn dr Dasinsvorsorg inrsits und dr Sidlungsntwicklung andrrsits angstrbt wrdn. Dism Zil dint di mit Z 5.6 vrfolgt raumordnrisch Konzntration dr Entwicklung von Wohnsidlungsflächn auf di Obr- und Mittlzntrn im Witrn Mtropolnraum, wo in quantitativ unbschränkt Entwicklung dr Wohnsidlungsflächn möglich ist. In dn Gmindn im Witrn Mtropolnraum, di nicht als Obr- odr Mittlzntrn fstglgt und damit kin Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung nach Z 5.6 sind, ist di Entwicklung im Rahmn dr Eignntwicklung gmäß Absatz 2 möglich. Brlin und das Brlinr Umland sind von inr bsondrn Entwicklungsdynamik gprägt, di schwrpunktmäßig auf dn Gstaltungsraum Sidlung glnkt wrdn soll. Di Räum zwischn dn als Gstaltungsraum Sidlung fstglgtn Achsn sind tils historisch gwachsn Wohn- und Gwrbstandort, si rfülln im Sinn dr großräumign funktionaln Arbitstilung abr insbsondr auch in wichtig Nahrholungsfunktion für di Bvölkrung sowi in stadtklimatisch und ökologisch Ausglichsfunktion. Auch in dr hohn Schutznotwndigkit disr Friräum findt hir di Bgrnzung dr Wohnsidlungsflächnntwicklung auf di Eignntwicklung ihr fachlich Bgründung. Z 5.5 Absatz 2 lgt für inn Zitraum von zhn Jahrn in Eignntwicklungsoption von 1 Hktar/1 000 Einwohnrinnn und Einwohnr (amtlichr Bvölkrungsstand zum Stichtag 31. Dzmbr 2018, Amt für Statistik Brlin-Brandnburg) als planrischn Angbotszuwachs für di Dckung ds örtlichn Bdarfs fst, dr dn Gmindn nbn dr Innnntwicklung zur Vrfügung stht. Dr Eignntwicklungsoption lign bundswit Erfahrungswrt zugrund, wonach als örtlichr Bdarf 0,2 bis 0,3 Proznt ds Wohnungsbstands pro Jahr anzunhmn sind. Mit dm Ansatz wird so auch in Gmindn mit schrumpfndr Bvölkrungszahl in zusätzlichr Bdarf brücksichtigt. Bi inr durchschnittlichn Haushaltsgröß von rund zwi Einwohnrinnn und Einwohnr (EW) pro Wohninhit rgibt sich in rchnrischr Bdarf von 1 bis 1,5 Wohninhitn pro EW und Jahr, sodass für inn Zitraum von zhn Jahrn 10 bis 15 Wohninhitn als örtlichr Bdarf angnommn wrdn könnn. Im Ergbnis rgibt sich für dn örtlichn Bdarf inr Gmind bi inr angnommnn Sidlungsdicht von 15 Wohninhitn pro Hktar in Flächnbdarf von 1 Hktar pro Einwohnr und Einwohnrinnn in zhn Jahrn. Bi Planung höhrr Sidlungsdichtn könnn in dism Rahmn noch mhr Wohninhitn ralisirt wrdn. Grundsätzlich kann auch von dr Möglichkit inr bdarfsgrchtn Flächnbritstllung für di Wohnsidlungsntwicklung im Rahmn dr Innnntwicklung ausggangn wrdn, di durch di Landsplanung quantitativ nicht bgrnzt wird. In dr Vorgängrplanung ds LEP HR, dm Landsntwicklungsplan Brlin-Brandnburg (LEP B-B, 2009) wurd nbn witrichndn Entwicklungsspilräumn im Rahmn dr quantitativ nicht bgrnztn Innnntwicklung in zusätzlich Entwicklungsoption in Höh von 0,5 Hktar/1 000 Einwohnrinnn und Einwohnr fstglgt. Di Inanspruchnahm dr zusätzlichn Entwicklungsoption durch kommunal Planungn von Wohnsidlungsflächn wurd im Rahmn dr Evaluirung ds LEP B-B ausgwrtt (Übrprüfung nach Artikl 8 Absatz 5 ds Landsplanungsvrtrags). Dabi zigt sich, dass di btroffnn Gmindn ihr Entwicklungn zum allrgrößtn Til im Rahmn

64 356 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 dr Innnntwicklung durchführn konntn. Von dn von dr Fstlgung btroffnn Gmindn im Land Brandnburg hat dr Großtil di zusätzlich Entwicklungsoption bishr nicht in Anspruch gnommn. Nur in shr gringr Til disr Gmindn hat di Option vollständig bansprucht. Di Ergbniss dr Evaluirung vrdutlichn, dass sich dr im Vorgängrplan LEP B-B fstglgt Flächnansatz und Entwicklungsspilraum grundsätzlich bwährt habn. Im LEP HR wird dahr für di Eignntwicklung in planrischr Angbotszuwachs mittls ins Flächnansatzs in Höh von 1 Hktar/1 000 Einwohnrinnn und Einwohnr fstglgt. Dr im Vrglich zur Vorgängrplanung höhr Wrt brücksichtigt, dass dr LEP HR zwar bnfalls groß Entwicklungsspilräum im Rahmn dr unbgrnzt zulässign Innnntwicklung rmöglicht, di jdoch aufgrund dr Anrchnung dr kommunaln Planungn auf di Eignntwicklung gringr sind (sih untn). Dr Wrt brücksichtigt auch, dass di Gmindn ihr Planungn in dr Vrgangnhit häufig im Rahmn dr Innnntwicklung btribn habn, sodass witr Innnntwicklungspotnzial nicht in jdm Fall in ausrichndm Umfang zur Vrfügung sthn. Vrglicht man dn darglgtn örtlichn Bdarf dr Gmindn mit dr Eignntwicklungsoption und brücksichtigt zusätzlich di nicht bgrnztn Möglichkitn dr Innnntwicklung, sind damit kin unvrhältnismäßign Eingriff in di kommunal Planungshohit vrbundn. Di Eignntwicklungsoption in Höh von bis zu 1 Hktar/1 000 Einwohnrinnn und Einwohnr stht dn Gmindn für di Entwicklung nur Wohnsidlungsflächn, di nach dm Stichtag ds Inkrafttrtns ds LEP HR in Flächnnutzungsplänn dargstllt und/odr in Bbauungsplänn fstgstzt wrdn solln, zusätzlich zur Innnntwicklung zur Vrfügung. Auf di Eignntwicklungsoption anzurchnn sind somit di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn auf bishr unbbautn, nicht hochbaulich gprägtn Flächn, di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn durch Umnutzung odr Umwandlung baulich vorgprägtr Sidlungsflächn, di bishr nicht übrwignd dm Wohnn dinn. Di Eignntwicklungsoption bziht sich auf di Gmindbn, in Gmindn ds Brlinr Umlands mit Antil am Gstaltungsraum Sidlung auf di Gmindtil, di außrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung lign. Di Gmindn könnn dahr im Rahmn ihrr kommunaln Baulitplanung übr di räumlich Zuordnung dr Eignntwicklungsoption innrhalb ihrs Gmindgbits ntschidn, d. h., dass auch in Bündlung dr gsamtn Eignntwicklungsoption inr Gmind in inm Ortstil, zum Bispil dm Hauptortstil möglich ist. Da sich di Fstlgung an di Gmindbn richtt, ist in Vrschibung dr Eignntwicklungsoption zwischn Gmindn odr in Zusammnfassung in inr Gmind, zum Bispil dr amtsanghörign Gmind ins Amts nicht möglich. Dr Eignntwicklungsansatz ght davon aus, dass dr örtlich Bdarf nbn dr Nutzung von Innnntwicklungspotnzialn vorrangig übr noch vorhandn Planungsrsrvn in rchtskräftign Baulitplänn gdckt wird. In di Brchnung ds Entwicklungsspilraums, dr für di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn zur Vrfügung stht, sind Wohnsidlungsflächn, di in Flächnnutzungsplänn odr in Bbauungsplänn vor dm 15. Mai 2009 dargstllt bzw. fstgstzt wurdn, abr noch nicht rschlossn odr auch noch nicht bbaut sind, inzubzihn, d. h. si wrdn auf di Eignntwicklungsoption nach Absatz 2 angrchnt. Dr Stichtag 15. Mai 2009 bziht sich auf dn Tag ds Inkrafttrtns dr Vrordnung übr dn Landsntwicklungsplan Brlin-Brandnburg (LEP B-B). Von inr Anrchnung von Wohnsidlungsflächn, di in Flächnnutzungsplänn odr in Bbauungsplänn ab dm 15. Mai 2009 dargstllt bzw. fstgstzt wurdn, wird abgshn, da si brits an vrglichbar Fstlgungn ds LEP B-B angpasst sind. Indiz für in Erschlißung könnn brits von dr Gmind odr dm Vorhabnträgr zur Erschlißung gtätigt finanzill Aufwndungn sin. Bi dr Aufstllung, Ändrung odr Ergänzung von Flächnnutzungsplänn und Bbauungsplänn solln di Gmindn di in dr Gmind bzw. dm Gmindtil möglich Eignntwicklungsoption nach Absatz 2, dn Umfang dr nu gplantn und dr brits in dn obn gnanntn Baulitplänn ausgwisnn Wohnsidlungsflächn in gigntr Form darlgn. Dis Vrpflichtung stllt für di Gmindn kin rhöhtn Anfordrungn dar, da s ohnhin zu dn grundlgndn Aufgabn dr Gmind im Rahmn ihrr Baulitplanung ghört, kontinuirlich di Baulandpotnzial im unbplantn und bplantn Sidlungsbrich zu rfassn. Ohn in solch Datngrundlag ist in gordnt städtbaulich Entwicklung ansonstn im Grundsatz kaum zu gwährlistn. Nicht auf di Eignntwicklungsoption nach Absatz 2 angrchnt wrdn Wohnsidlungsflächn, di in Flächnnutzungsplänn odr in Bbauungsplänn ab dm 15. Mai 2009 dargstllt bzw. fstgstzt wurdn, Wohnsidlungsflächn innrhalb bsthndr Sidlungsgbit, insbsondr im unbplantn Innnbrich sowi im Brich von Satzungn nach 34 Absatz 4 BauGB (Innnntwicklung).

65 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Wohnsidlungsflächn aus Satzungn nach 34 Absatz 4 BauGB wrdn nicht auf di Eignntwicklungsoption angrchnt, da s sich hirbi im Wsntlichn um brits bbaut Brich, di im Flächnnutzungsplan brits als Bauflächn dargstllt sind, bzw. nur um inzln Außnbrichsflächn, drn angrnzndn Brich brits baulich vorgprägt sind, handlt. Gmäß Z 5.5 Absatz 3 solln aufgrund bstandskräftigr Entschidungn übr in Zilabwichung von 4.5 (Z) Absatz 2 LEP B-B zulässig Wohnsidlungsflächn bnfalls nicht auf di Eignntwicklungsoption angrchnt wrdn. Es handlt sich um Planungn, di nach dn Fstlgungn ds LEP HR zur Sidlungsntwicklung außrhalb dr Schwrpunkt für di Wohnsidlungsflächnntwicklung (Z 5.5) bnso zu burtiln wärn wi nach dn Fstlgungn ds LEP B-B zur zusätzlichn Entwicklungsoption (4.5 (Z) Absatz 2). Di Grundzüg ds Planungskonzpts ds LEP HR wrdn nicht brührt, auch wnn Wohnsidlungsflächn, di nach brits rgangnr Zilabwichungsntschidung möglich sind, im Einzlfall nicht auf di Eignntwicklungsoption angrchnt wrdn. Dadurch könnn rnut Zilabwichungsvrfahrn mit abshbar glichm Ergbnis vrmidn und dr Vrwaltungsaufwand rhblich rduzirt wrdn. Zu Z 5.6 Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung Das Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) lgt Grundsätz fst, di Sidlungsntwicklung räumlich zu konzntrirn und di rstmalig Inanspruchnahm von Friflächn zu minimirn. 2 Absatz 2 Nummr 2 Satz 4 ROG 2009: Di Sidlungstätigkit ist räumlich zu konzntrirn, si ist vorrangig auf vorhandn Sidlungn mit ausrichndr Infrastruktur und auf Zntral Ort auszurichtn. Di Fstlgung Z 5.6 bziht sich ausschlißlich auf Wohnsidlungsflächn. Daruntr sind all Flächn zu vrsthn, in dnn auch Wohnnutzungn zuglassn sind, also insbsondr rin, allgmin und bsondr Wohngbit, Dorf- und Mischgbit sowi Krngbit und urban Gbit. Di Fstlgung gilt nicht für di Entwicklung gwrblichr Bauflächn (vgl. G 2.2). Dr raumordnrisch Sturungsansatz zur Entwicklung dr Wohnsidlungsflächn siht vor, di Sidlungsntwicklung, di übr di Möglichkit dr Eignntwicklung allr Gmindn hinausght, auf standörtlich gignt Schwrpunkt zu konzntrirn. In Brlin und im Brlinr Umland (vgl. Abbildung 2) bildt dr Gstaltungsraum Sidlung dn gigntn Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung. Im Witrn Mtropolnraum sind dis di Obr- und Mittlzntrn. Dr Gstaltungsraum Sidlung soll vorzugswis dazu dinn, das übr di Eignntwicklung hinausghnd, vor allm durch Zuwandrung bdingt Bvölkrungswachstum in Brlin und im Brlinr Umland aufzunhmn. Das zu rwartnd Bvölkrungswachstum schlägt sich u. a. in inm Bdarf an zusätzlichn Wohnsidlungsflächn nidr. Dis räumlichn Entwicklungsbdingungn und -trnds sind durch in raumordnrisch Sturung an gigntn Stlln zu untrstützn. Di Sidlungsflächnkonzntration soll zuglich dn Flächnvrbrauch rduzirn, dn Vrkhrsaufwand minimirn und zur Sichrung und Entwicklung dr natürlichn Lbnsgrundlagn, zum Klimaschutz und zum Erhalt ds Friraums und dr Vilfalt dr Kulturlandschaftn bitragn. Brlin und das Brlinr Umland sind kin homognr Raum, sondrn sowohl in ihrr Struktur als auch in ihrn Entwicklungstndnzn diffrnzirt zu bwrtn. Di raumordnrisch Sturung dr Wohnsidlungsflächnntwicklung muss disr Diffrnzirthit Rchnung tragn.

66 358 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Abbildung 2 Strukturräum Brlin und Brlinr Umland

67 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Das prägnd Grundprinzip für di räumlich Ausrichtung dr Entwicklung dr Wohnsidlungsflächn in Brlin und im Brlinr Umland orintirt sich dabi an dr historisch vorgprägtn Sidlungsstruktur, dm sognanntn Sidlungsstrn. Dr Gstaltungsraum Sidlung umfasst wsntlich Til ds Krnraums Brlins und Potsdams bis in angrnznd Gmindn ds Brlinr Umlands hinin sowi Til dr Gmindn, di ntlang dr listungsfähign Radialn ds Schinnprsonnnahvrkhrs (SPNV) lign. Dr sich mit dr Anwndung diss Instrumnts vrbindnd Eingriff in di Gstaltungshohit dr brührtn Gmindn ist zulässig. Er wird notwndig, da di Gmindn mist groß Gbit umfassn. In disn Gbitn bfindn sich für di Konzntration zusätzlichr Wohnsidlungsflächn gignt und wnigr gignt Räum. Dn Gmindn vrblibt in umfassndr Spilraum sowohl bi Entwicklungn innrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung als auch im Rahmn dr Eignntwicklung in dn Gmindtiln, di außrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung lign. Zur Umstzung diss Grundkonzpts wurd dr Gstaltungsraum Sidlung zunächst im Krnraum abggrnzt. Ausgangspunkt war dabi dr von dr Mitt Brlins und Potsdams ausghnd durchwg zusammnhängnd Sidlungsflächnbstand. Disr Krnraum richt auch bis in angrnznd Gmindn ds Brlinr Umlands hinin (zum Bispil Glinick/Nordbahn, Ahrnsfld, Hoppgartn, Schönfld, Tltow, Stahnsdorf, Klinmachnow, Nuthtal). Von dism Krnraum ausghnd wurdn dann di listungsfähign Radialn (Achsn) und di auf disn Radialn ligndn Gmindn bstimmt, innrhalb drr in inm witrn Schritt dr Gstaltungsraum Sidlung zu dfinirn war. Dr ng räumlich-funktional Vrbund zwischn dn Umlandgmindn und dn Krnstädtn Brlin und Potsdam drückt sich in dr Qualität dr Vrbindung mit dm SPNV aus. Disr Aspkt war für di Auswahl dr Achsn ntschidnd. Hirzu wurd di Qualität dr Anbindung inr Bwrtung untrzogn (Halt inr Rgionalbahn RB/RE, Halt inr S-Bahn, Kapazität, Entfrnung vom S-Bahn-Ring Brlin, Entfrnung vom Potsdamr Hauptbahnhof). Zusätzlich wurd analysirt, wlch Gmindn auf disn radialn Achsn lign und für di Aufnahm von witrn Zuwächsn dr Wohnsidlungsntwicklung gignt sind. Dabi wurdn zusätzlich Kritrinbrich wi Bvölkrungskonzntration (Bvölkrungszahl, Einwohnrinnn und Einwohnr pro Hktar Wohnsidlungsfläch) und Arbitsplatzkonzntration (Anzahl dr Arbitsplätz, Antil dr Gwrbflächn an dn Sidlungsflächn) hrangzogn (sih Tabll 3). Tabll 3 Ermittlung dr Gmindn mit Antil am Gstaltungsraum Sidlung Kritrin zur Ermittlung dr Gmindn mit Antil am Gstaltungsraum Anzahl rrichbarr Punkt Sidlung 1. Untrsuchung dr Bahnhöf Halt inr Rgionalbahn (RB/RE) 1 Halt inr S-Bahn 1 Kapazität (Mhrglisigkit) 1 Entfrnung vom Brlinr S-Bahn-Ring (bis 22 km = 2 Punkt, bis 25 km = 1 Punkt) Entfrnung vom Potsdamr Hauptbahnhof (bis 15 km = 1 Punkt) Summ 6 Abschnidgrnz 3 2. Bstimmung dr Gmindn aktull Einwohnrzahl größr Anzahl Arbitsplätz größr Lag auf radialr SPNV-Achs 2 gigntr SPNV-Anschluss (Ergbnis aus Schritt 1) 2 räumlich-funktionalr Vrbund 1 Einwohnrinnn und Einwohnr pro Hktar Wohnsidlungsfläch (übr dm Mittlwrt ds Brlinr Umlands) Antil dr Gwrb- an dn Sidlungsflächn (übr dm Mittlwrt ds Brlinr Umlands) Summ 9 Abschnidgrnz

68 360 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Im Ergbnis wurdn folgnd Gmindn als sognannt Achsngmindn klassifizirt: Achs A Achs B Achs C Achs D Achs E Achs F Achs G Achs H Achs I Achs J Achs K Achs L1 Achs L2 Achs M Glinick/Nordbahn, Hohn Nundorf, Birknwrdr, Oraninburg Wandlitz Panktal, Brnau bi Brlin Ahrnsfld, Wrnuchn Hoppgartn, Nunhagn bi Brlin, Frdrsdorf-Voglsdorf, Ptrshagn/Eggrsdorf, Strausbrg Erknr Schönfld, Eichwald, Schulzndorf, Zuthn, Wildau, Königs Wustrhausn Blanknfld-Mahlow, Rangsdorf Tltow, Großbrn, Ludwigsfld Nuthtal, Michndorf Wrdr (Havl) Dallgow-Döbritz, Wustrmark Falkns, Brislang Hnnigsdorf, Vltn, Obrkrämr Hirvon ausghnd wurd bi dr konkrtn Abgrnzung ds Gstaltungsraums Sidlung innrhalb disr Achsngmindn wi folgt vrfahrn: Dr Gstaltungsraum Sidlung wird durch dn Einzugsbrich dr SPNV-Haltpunkt bgrnzt. Für di Einzugsbrich wurd in 3-Kilomtr-Radius dfinirt. Di Binnnrschlißung ds Gstaltungsraums Sidlung ist ausrichnd (listungsfähigs Straßnntz und ausrichnd tchnisch Vr- und Entsorgungsinfrastruktur). Innrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung lign di jwilign Hauptortstil dr Gmindn. Zusammnhängnd Wohnsidlungsflächn inschlißlich zughörigr Standort dr sozialn Infrastruktur und dr Wirtschaft wrdn dadurch umfasst. Innrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung lignd Gbit wisn ng baulich und räumlich-funktional Vrflchtungn auf. Kommunal Planungn, im Spzilln di gnhmigtn Flächn dr Baulitplanung wurdn brücksichtigt. Dr Friraumvrbund sowi Elmnt dr Friraumstruktur wurdn brücksichtigt. Di Kommunn habn zur Binnndiffrnzirung ds Gstaltungsraums Sidlung groß Spilräum. Innrhalb ds Gstaltungsraums ist glichwohl dm fachrchtlich gbotnn Friraumrhalt odr auch Einschränkungn durch andr Planungn Rchnung zu tragn. Insowit umfasst dr Gstaltungsraum Sidlung Räum, di insbsondr aufgrund ihrr Laggunst auf dr Ebn dr Landsplanung für in Wohnsidlungsntwicklung grundsätzlich gignt sind. Witr Binnndiffrnzirungn könnn durch nachfolgnd Planungsbnn vorgnommn wrdn, sodass dr Gstaltungsraum Sidlung nicht mit Bauflächn glichzustzn ist. Mit dr Konzntration dr Entwicklung von Wohnsidlungsflächn auf dn Gstaltungsraum Sidlung und dr Bgrnzung außrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung ( Achsnzwischnräum ) auf di Eignntwicklung wird auch dm bsondrn Gwicht dr raumstrukturll rfordrlichn Friraumsichrung im Brlinr Umland nachgkommn, sowit dis auf Ebn dr Landsplanung angmssn ist. Für darübr hinausghnd Bdarf zur Friraumsichrung, zum Bispil tilräumlich ausgprägt Friraumfunktionn als Grünräum im Sidlungsstrn sind Fstlgungn auf rgionalr Ebn, informll Konzpt sowi örtlich Planungn und Maßnahmn gignt. Sowit Friräum in Brlin und im Brlinr Umland außrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung dn gsamträumlich inhitlichn Kritrin ds Friraumvrbunds ntsprchn, sind si in di Gbitskuliss ds Friraumvrbunds inbzogn. In dn Brichn ds Gstaltungsraums Sidlung, di durch di Planungszon Sidlungsbschränkung ds Landsntwicklungsplans Flughafnstandortntwicklung (LEP FS) in dr Fassung vom 30. Mai 2006 übrlagrt wrdn, ist di Sidlungsntwicklung nur nach Maßgab dr Fstlgungn in Z 5 ds LEP FS möglich. Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung im Witrn Mtropolnraum sind di Obr- und Mittlzntrn. Si bitn ausrichnd Potnzial für di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn in ngm räumlichm Zusammnhang mit dn höhrwrtign bzw. ghobnn Funktionn dr Dasinsvorsorg. Durch di Konzntration dr Wohnsidlungsntwicklung und di Bündlung von Vrsorgungsfunktionn auf di Zntraln Ort im Witrn Mtropolnraum kann so auch di Tragfähigkit von Infrastrukturinrichtungn durch Synrgiffkt untrstützt wrdn.

69 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Zu Z 5.7 Witr Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung In dn gmäß Z 3.3 durch di Rgionalplanung fstglgtn Grundfunktionaln Schwrpunktn ist in übr di Eignntwicklung hinausghnd Wohnsidlungsflächnntwicklung im Rahmn inr Wachstumsrsrv von 2 Hktar/1 000 Einwohnrinnn und Einwohnr in zhn Jahrn möglich. Di Wachstumsrsrv kann rst nach Fstlgung dr Grundfunktionaln Schwrpunkt durch di Rgionalplanung in Anspruch gnommn wrdn. Ein spzillr Bdarfsnachwis ist von dn btroffnn Gmindn hirfür nicht zu rbringn, bnso sind Planungsrsrvn von Wohnsidlungsflächn in bsthndn Baulitplänn nicht auf di Wachstumsrsrv anzurchnn. Di Gmindn sind abr im Rahmn ihrr Planungshohit in ignr Vrantwortung ghaltn, nu Wohnsidlungsflächn bdarfsgrcht zu plann. Dr Ansatz für di Wachstumsrsrv bziht sich auf dn Bvölkrungsstand ds jwilign als Grundfunktionaln Schwrpunkt fstglgtn Ortstils zu dm in dr Fstlgung anggbnn Stichtag. Er brücksichtigt, dass dr Bdarf an nun Wohnsidlungsflächn aufgrund ins Bvölkrungswachstums durch Zuwandrung sowi dr angstrbtn Konzntration dr Wohnsidlungsntwicklung in dn Grundfunktionaln Schwrpunktn übr dr Eignntwicklung lign kann. Da di Grundfunktionaln Schwrpunkt von Achsngmindn im Brlinr Umland innrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung fstzulgn sind (vgl. Z 3.3), wird di Wohnsidlungsflächnntwicklung in disn Fälln in dn Grundfunktionaln Schwrpunktn ohnhin quantitativ nicht bgrnzt (vgl. Z 5.6). Di außrhalb dr Schwrpunkt dr Wohnsidlungsflächnntwicklung nach Z 5.6 (Gstaltungsraum Sidlung sowi Zntral Ort im Witrn Mtropolnraum) anzustrbnd Ausrichtung dr künftign Entwicklung von Wohnsidlungsflächn auf di Grundfunktionaln Schwrpunkt dint dazu, in möglichst gut Errichbarkit von grundfunktionaln Einrichtungn dr öffntlichn Dasinsvorsorg und dr Nahvrsorgung zu rhaltn odr hrzustlln. Di Grundfunktionaln Schwrpunkt stlln in gignt Gbitskuliss zur Konzntration dr Wohnsidlungsntwicklung in dn Gmindn, di übr kin zntralörtlich Funktion vrfügn, dar und tragn dm Anlign dr Bündlung dr Sidlungsntwicklung, dm Vorrang dr Innnntwicklung und Zuordnung ds Wohnns zu dn Grundfunktionn dr Dasinsvorsorg Rchnung (Funktionsmischung). Mit dr Fstlgung von Grundfunktionaln Schwrpunktn wird so di Wohnsidlungsntwicklung auf günstig rschlossn Brich ausgrichtt. Als zusätzlich Ankr im Raum tragn si außrdm zur Stärkung dr ländlichn Räum bi. Zu G 5.8 Wohnsidlungsflächnntwicklung in dn Städtn dr zwitn Rih Durch das Bvölkrungswachstum vor allm in Brlin, abr auch im Brlinr Umland wird dr Bdarf an Wohnraum witr stign. Ergänznd zu dn sich hir bitndn Entwicklungspotnzialn für di Wohnraumvrsorgung röffnn sich durch in Stratgi ds Sprung in di zwit Rih witr Entwicklungsmöglichkitn. Durch di Stratgi kann di Wachstumsdynamik übr das Brlinr Umland hinaus in di Fläch gtragn wrdn und zur witrn Stabilisirung und Entwicklung dr Städt dr zwitn Rih bitragn. In Anknüpfung an di Stadtntwicklungs- und di Mobilitätsstratgi ds Lands Brandnburg bdutt dis, di Städt bi ihrr Stadtntwicklungs- und lokaln Mobilitätspolitik (intgrirt Stadtntwicklungskonzpt/wohnungspolitisch Stratgin) zu untrstützn. Di Stratgi orintirt darauf, insbsondr di Nachfrag nach Wohnungn, abr auch andrn Funktionn in dn Obr- und Mittlzntrn im Witrn Mtropolnraum, di aus Brlin übr Schinnvrbindungn in inr Fahrzit von bis zu 60 Minutn rrichbar sind, in in gut Entwicklung umzustzn. Als Anhaltspunkt könnn hirzu di Fahrzitn ds SPNV zwischn dn Brlinr Vrtilrbahnhöfn Ostkruz, Südkruz, Charlottnburg, Gsundbrunnn, Jungfrnhid und dn btrffndn Städtn dinn. Di Städt könnn dis Chanc nutzn, indm si Potnzial für di Wohnsidlungsflächnntwicklung bitn. Gignt sind vor allm Standort im Umfld dr Schinnhaltpunkt. Solch Potnzial für di Wohnungsvrsorgung könnn sich nbn dn von Brlin aus schnll rrichbarn Obr- und Mittlzntrn im Brlinr Umland bsondrs in dn Obr- bzw. Mittlzntrn im Witrn Mtropolnraum findn, di übr in ntsprchnd SPNV-Anbindung rrichbar sind. Da das Prinzip dr zntralörtlichn Glidrung auf di räumlich Konzntration dr Sidlungsntwicklung, von Arbitsplatzangbotn, von Dinstlistungsangbotn und Vrsorgungsglgnhitn anglgt ist, sind Obr- und Mittlzntrn für dis Entwicklung bsondrs gignt. Si rfülln nbn ihrr Funktion als Schwrpunkt für Wohnn glichzitig di hochwrtign bzw. ghobnn Funktionn dr Dasinsvorsorg und habn insbsondr auch in übr- bzw. rgional Bdutung als Arbitsmarktstandort und für di Vrkhrsvrknüpfung. Di Städt dr zwitn Rih könnn damit glichzitig in ihrn Entwicklungs- und Stabilisirungsfunktionn für ihrn jwilign Vrflchtungsbrich gstärkt wrdn.

70 362 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Zu G 5.9 Wohnsidlungsflächnntwicklung in Obr- und Mittlzntrn ds Witrn Mtropolnraums im Einwirkungsbrich bnachbartr Mtropoln Wichtig Entwicklungsimpuls für dn Witrn Mtropolnraum könnn auch von bnachbartn Mtropoln, drn Einwirkungsbrich Til dr Hauptstadtrgion übrlagrn, ausghn. Insbsondr könnn di Mtropoln Lipzig und Drsdn für dn Südn dr Hauptstadtrgion, das polnisch Stttin für dn Nordostn und für dn Nordwstn di Mtropol Hamburg gnannt wrdn. Di Entwicklungsimpuls disr Mtropoln könnn bis in Obr- und Mittlzntrn ds Witrn Mtropolnraums wirkn und zur witrn Stabilisirung und Entwicklung disr Städt bitragn. Dis röffnt auch für di Wohnsidlungsntwicklung Chancn. Di Obr- und Mittlzntrn im Einwirkungsbrich bnachbartr Mtropoln könnn dis Chanc nutzn, indm si di Entwicklungsimpuls in ihr Planungn inbzihn. Obr- und Mittlzntrn sind für dis Entwicklung bsondrs gignt, da si nbn ihrr Funktion als Wohnstandort di hochwrtign bzw. ghobnn Funktionn dr Dasinsvorsorg vorhaltn und als Arbitsmarktstandort und für di Vrkhrsvrknüpfung bdutnd sind. Zu G 5.10 Nachnutzung von Konvrsionsflächn Für hmals militärisch gnutzt Flächn wi hmalig Kasrnngländ, für brachgfalln Industri- und Gwrbflächn sowi für hmalig Bahnflächn odr nicht mhr gnutzt landwirtschaftlich Anlagn wi Stallungn und Wirtschaftsgbäud sind auch im Sinn ins nachhaltign Umgangs mit Flächnrssourcn Konzpt für in Nachnutzung rfordrlich. Mit dr Diffrnzirung solchr Konvrsionsflächn nach Lag- und Qualitätsmrkmaln soll gwährlistt wrdn, dass in Nachnutzung landsplanrisch und städtbaulich gordnt vrläuft und kin Zrsidlung durch Konvrsion btribn wird. Nach Absatz 1 solln militärisch und zivil Konvrsionsflächn im räumlichn Zusammnhang zu vorhandnn Sidlungsgbitn dn Gmindn für Sidlungszwck zur Vrfügung sthn. So könnn bispilswis nicht mhr für dn Bahnbtrib bnötigt Flächn für in Sidlungsntwicklung gut gignt sin, insbsondr bi innrstädtischr Lag und raumvrträglichr Vrkhrsanbindung. Bi Bdarf solln di Gmindn di Entwicklung disr Konvrsionsflächn anstrbn und planrisch vorbritn, sofrn andr Blang dm nicht ntggnsthn. Di sonstign Fstlgungn zur Sidlungsntwicklung sind dabi zu bachtn bzw. zu brücksichtign. Knnzichnnd für vil hmals militärisch gnutzt Standort ist wgn dr ursprünglichn Nutzung di bwusst Platzirung außrhalb innrörtlichr Sidlungsgbit. Auch aufglassn großflächig Stallungn und Wirtschaftsgbäud lign häufig außrhalb innrörtlichr Sidlungsgbit. Absatz 2 rglt dahr, dass auf vrsigltn Brichn odr baulich gprägtn Anlagn solchr Konvrsionsflächn in Ansidlung städtbaulich nicht intgrirbarr Vorhabn rmöglicht wrdn soll. Es handlt sich insbsondr um gwrblich-industrill Vorhabn odr Anlagn dr tchnischn Infrastruktur, di aus Gründn ds Immissionsschutzs, dr Vrkhrs- odr sonstign Erschlißung odr andrr disbzüglichr Bsondrhitn nur außrhalb innrörtlichr Sidlungsgbit rrichtt wrdn könnn. Ein ausrichndr vrkhrlichr Anschluss an vorhandn Sidlungsgbit ist jwils sichrzustlln. Durch di Lnkung solchr Vorhabn auf Konvrsionsflächn soll di Inanspruchnahm von unblasttn Friräumn vrmidn wrdn. Di Fstlgungn zur Sidlungs- und Friraumntwicklung, insbsondr Z 5.2 und Z 6.2 sind dabi zu bachtn. Dn Anfordrungn ds Klimaschutzs und dr damit vrbundnn nrgipolitischn Zilstzung zum Ausbau rnurbarr Enrgin wird im Gstz für dn Vorrang Ernurbarr Enrgin (EEG) drzit u. a. durch in gstzlich garantirt Vrgütung ds Stroms aus Fotovoltaikfriflächnanlagn ntsprochn, wnn di Anlagn auf Konvrsionsflächn rrichtt wrdn. Dis führt zu inr vrstärktn Nachfrag nach ntsprchndn Standortn. Um disr Nachfrag raum- und umwltvrträglich grcht zu wrdn, könnn auf Konvrsionsflächn Solaranlagn sowi Maßnahmn zu drn Systmintgration rrichtt wrdn, wnn in landschaftlich Einbindung und Anbindung an das Litungsntz sichrgstllt wird sowi vrsiglt odr durch Munition odr Altlastn vorblastt Flächn gnutzt und in ihrr ökologischn Funktion aufgwrtt wrdn. Nach Absatz 2 Satz 2 solln Konvrsionsflächn außrhalb innrörtlichr Sidlungsgbit, di hochwrtig Friraumpotnzial odr kin wsntlich baulich Vorprägung aufwisn, für Friraumnutzungn ntwicklt wrdn. Sofrn di Flächn aufgrund ihrr Lag und Vrkhrsanbindung für städtbaulich nicht intgrirbar Vorhabn nicht gignt sind, solln vorhandn Anlagn zurückgbaut und vrsiglt Flächn rnaturirt wrdn.

71 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Friraumntwicklung Zu G 6.1 Friraumntwicklung Im Raumordnungsgstz ds Bunds (ROG 2009) rfahrn dr Friraumschutz und di Friraumntwicklung in vilfältig Würdigung. 2 Absatz 2 Nummr 2 Satz 1, 5 und 6 ROG 2009: Di prägnd Vilfalt ds Gsamtraums und sinr Tilräum ist zu sichrn. [ ]. Dr Friraum ist durch übrgrifnd Friraum-, Sidlungs- und witr Fachplanungn zu schützn; [ ]. Di witr Zrschnidung dr frin Landschaft und von Waldflächn ist dabi so wit wi möglich zu vrmidn; di Flächninanspruchnahm im Friraum ist zu bgrnzn. 2 Absatz 2 Nummr 4 Satz 7 ROG 2009: Es sind di räumlichn Vorausstzungn für di Land- und Forstwirtschaft in ihrr Bdutung für di Nahrungsund Rohstoffproduktion zu rhaltn odr zu schaffn. 2 Absatz 2 Nummr 5 Satz 4 ROG 2009: Es sind di räumlichn Vorausstzungn dafür zu schaffn, dass di Land- und Forstwirtschaft ihrn Bitrag dazu listn kann, di natürlichn Lbnsgrundlagn in ländlichn Räumn zu schützn sowi Natur und Landschaft zu pflgn und zu gstaltn. 2 Absatz 2 Nummr 6 Satz 1 bis 6 ROG 2009: Dr Raum ist in sinr Bdutung für di Funktionsfähigkit dr Bödn, ds Wassrhaushalts, dr Tir- und Pflanznwlt sowi ds Klimas inschlißlich dr jwilign Wchslwirkungn zu ntwickln, zu sichrn odr, sowit rfordrlich, möglich und angmssn, widrhrzustlln. Wirtschaftlich und sozial Nutzungn ds Raums sind untr Brücksichtigung sinr ökologischn Funktionn zu gstaltn; dabi sind Naturgütr sparsam und schonnd in Anspruch zu nhmn, Grundwassrvorkommn sind zu schützn. Di rstmalig Inanspruchnahm von Friflächn für Sidlungs- und Vrkhrszwck ist zu vrmindrn, insbsondr durch di vorrangig Ausschöpfung dr Potnzial für di Widrnutzbarmachung von Flächn, für di Nachvrdichtung und für andr Maßnahmn zur Innnntwicklung dr Städt und Gmindn sowi zur Entwicklung vorhandnr Vrkhrsflächn. Binträchtigungn ds Naturhaushalts sind auszuglichn, dn Erfordrnissn ds Biotopvrbunds ist Rchnung zu tragn. Für dn vorbugndn Hochwassrschutz an dr Küst und im Binnnland ist zu sorgn, im Binnnland vor allm durch Sichrung odr Rückgwinnung von Aun, Rückhaltflächn und Entlastungsflächn. Dr Schutz dr Allgminhit vor Lärm und di Rinhaltung dr Luft sind sichrzustlln. Dr Friraum ist dr Raum, dr nicht durch sidlungsräumlich Nutzungn wi zum Bispil Wohn- und Gwrbgbit, Vrsorgungs- odr Vrkhrsinfrastrukturn in Anspruch gnommn ist. Er ist wsntlich für in nachhaltig Raumntwicklung, da r aufgrund sinr rlativn Naturnäh vilfältig Funktionn rfüllt und Nutzungn rmöglicht. Di Hauptstadtrgion zichnt sich vor allm in dn priphrn Tilräumn durch störungsarm, großräumig unzrschnittn Friräum aus, di größr als 100 Quadratkilomtr sind. Drartig Räum wrdn nicht nur im Planungsraum, sondrn auch bundswit immr sltnr. Si sind in ihrr bsondrn Bdutung für di Friraumsichrung und in nachhaltig Raumntwicklung kaum widrhrstllbar und dshalb auch für künftig Gnrationn zu bwahrn. Di gmäß G 6.1 Absatz 1 multifunktional Friraumntwicklung in dr Hauptstadtrgion baut konsqunt auf dn dri Säuln dr Nachhaltigkit (ökologisch, ökonomisch, sozial) auf. Ein qurschnittsorintirt, intgrativ Friraumntwicklung soll in vrträglichs Mitinandr dr untrschidlichn Funktionn und Nutzungn gwährlistn. Jdr Friraum soll grundsätzlich so ntwicklt wrdn, dass sin Bdutung als natürlich Lbnsgrundlag, als ökologischr Ausglichs- und landschaftlichr Erlbnisraum für di Erholungsnutzung sowi als Wirtschaftsraum für in ordnungsgmäß bzw. dr gutn fachlichn Praxis ntsprchnd Land- und Gwässrnutzung inschlißlich dr Erzugung nachwachsndr Rohstoff und rgnrativr Enrgin glichrmaßn brücksichtigt wird. Ein nachhaltig Friraumntwicklung umfasst: inn sparsamn und schonndn Umgang mit nicht rnurbarn Rssourcn (Gwässr, Bodn),

72 364 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 in langfristig Sichrung dr qualitätsgrchtn Trinkwassrvrsorgung, u. a. durch dn Schutz dr zur Trinkwassrgwinnung gnutztn Gwässr und durch in sorgsam und rationll Wassrnutzung zur Gwährlistung ins intaktn Wassr- und Naturhaushalts, di Minimirung dr Inanspruchnahm bishr nicht durch Sidlungs- und Vrkhrsflächn odr Infrastrukturinrichtungn gnutztr Flächn (di Nachhaltigkitsstratgi dr Bundsrgirung Nuauflag 2016 hat bis 2030 in Rduzirung dr Flächnnuinanspruchnahm auf untr 30 Hktar/Tag zum Zil), di witghnd Vrmidung nur Zrschnidungn durch Infrastrukturtrassn, di Sichrung von Flächn für Erhalt und Entwicklung dr biologischn Vilfalt (di National Stratgi zur biologischn Vilfalt hat bis 2020 di Sichrung von mindstns 2 Proznt dr Landsfläch Dutschlands für in natürlich und ungstört Entwicklung dr Natur sognannt Wildnisgbit zum Zil; darübr hinaus vrschidn Maßnahmn für Biotopvrbund, Hochwassrvorsorg und Sidlungsbgrnzung), dn Ausglich binträchtigtr Naturhaushalts- und Landschaftsbildfunktionn und di Bwahrung kulturhistorisch bdutsamr Landschaftslmnt. Vor dm Hintrgrund dr wassrhaushaltlichn Auswirkungn ds Klimawandls wächst künftig auch di Bdutung ds Friraums für Maßnahmn zur Rhabilitirung und Stabilisirung ds Wassrhaushalts. Durch di nachhaltig Friraumntwicklung wird auch dr Stabilisirung ds Wassrhaushalts und dm Klimaschutz Rchnung gtragn. Einsitig Blastungn und Übrbanspruchungn ds Friraums, di sin Funktionsfähigkit binträchtign könnn, sind sowit möglich zu vrmidn. Di Zrschnidung ds Friraums, insbsondr dr großräumig unzrschnittnn Friräum, durch Infrastrukturtrassn (zum Bispil Straßn, Litungstrassn) stllt in Gfährdung sinr Funktionsfähigkit dar, insbsondr als ungstörtr Erholungsraum und als Lbnsraum für Tirartn. Di Rgionalplanung kann außrhalb ds Friraumvrbunds aufgrund spzillr, rgionalr Erfordrniss bi Bdarf monofunktional Fstlgungn trffn. In disn bgründtn Einzlfälln sthn monofunktional Fstlgungn im Einklang mit dr qurschnittsorintirtn, intgrativn Friraumntwicklung nach dn Prinzipin dr Nachhaltigkit. Nach G 6.1 Absatz 2 ist insbsondr im Fall inr Inanspruchnahm von landwirtschaftlichn Flächn für andr Nutzungn dn Blangn dr Landwirtschaft bsondrs Gwicht bizumssn. Brandnburg und Brlin vrfügn insgsamt übr circa 1,3 Millionn Hktar landwirtschaftlich Nutzfläch (davon circa Hktar in Brlin), di sich zu dri Virtl aus Ackrland und in Virtl aus Wisn und Widn zusammnstzn. Di Landwirtschaft ist in Brandnburg in bdutndr Friraumnutzr und rbringt in alln Tilräumn unvrzichtbar Listungn zur Stärkung inr nachhaltign Entwicklung, insbsondr ds ländlich gprägtn Raums. Mit ihrn vor- und nachglagrtn Brichn ist si in wichtigr Wirtschaftssktor und inr dr größtn Arbitgbr in ländlichn Rgionn. Si trägt dort wsntlich zur Wrtschöpfung bi. Di Landwirtschaft rfüllt vilfältig Aufgabn im Rahmn inr multifunktionaln Friraumntwicklung. Danbn rbringt si als Hauptakturin im Brich dr Kulturlandschaftsgstaltung und dr Kulturlandschaftspflg unntbhrlich xtrn Listungn für di Gsllschaft. Ein unvrmidbar Flächninanspruchnahm für Sidlungs- und Vrkhrszwck findt häufig zulastn hochwrtigr landwirtschaftlichr Flächn statt. Für landwirtschaftlich Btrib stllt dis in großs Problm dar. In dn ltztn 20 Jahrn ist in Brandnburg di Landwirtschaftsfläch um knapp Hktar zurückggangn. Bi dr Abwägung mit konkurrirndn Nutzungsansprüchn ist dahr bi alln Planungn und Maßnahmn dn Blangn dr Landwirtschaft bsondrs Gwicht bizumssn. Dis ntspricht dr Rglung ds 1a Absatz 2 BauGB, nach dr in bsondr Bgründungspflicht für di Umwandlung von Landwirtschaftsflächn bstht, sowi dr Rglung ds 15 Absatz 3 ds Bundsnaturschutzgstzs (BNatSchG), nach dr in bsondrs Rücksichtnahmgbot bi dr Inanspruchnahm landwirtschaftlichr Flächn für Ausglichs- und Ersatzmaßnahmn bstht. Landwirtschaftlich Flächn dinn vor allm dm Anbau von rgional rzugtn, auch nachhaltig ökologischn hochwrtign Nahrungsmittln und nachwachsndn Rohstoffn sowi biognr Enrgiträgr. Zu Z 6.2 Friraumvrbund Gmäß 2 Absatz 2 Nummr 2 und 6 ROG 2009 und dn daraus abglittn Litbildrn und Handlungsstratgin für di Raumntwicklung in Dutschland dr MKRO solln großräumig Friraumvrbünd zur Sichrung hochwrtigr Friräum in ihrr Multifunktionalität und Wirksamkit für dn Naturhaushalt und dn ökologischn Vrbund ntwicklt und lands- und rgionalplanrisch gsichrt wrdn.

73 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Absatz 2 Nummr 2 Satz 5 und 6 ROG 2009: Dr Friraum ist durch übrgrifnd Friraum-, Sidlungs- und witr Fachplanungn zu schützn; s ist in großräumig übrgrifnds, ökologisch wirksams Friraumvrbundsystm zu schaffn. Di witr Zrschnidung dr frin Landschaft und von Waldflächn ist dabi so wit wi möglich zu vrmidn; di Flächninanspruchnahm im Friraum ist zu bgrnzn. Auf Grundlag von 9 Absatz 5 und 10 Absatz 3 BNatSchG sind zudm di raumbdutsamn Zil und Erfordrniss ds Naturschutzs und dr Landschaftspflg bi dr Aufstllung von Raumordnungsplänn zu brücksichtign. Dazu ghört auch dr Aufbau inr grünn Infrastruktur als stratgisch gplants Ntzwrk natürlichr und naturnahr Flächn untrschidlichr Umwltmrkmal mit dm Zil dr Erhaltung und Entwicklung von Biodivrsität und Ökosystmdinstlistungn (vgl. das Bundskonzpt Grün Infrastruktur). Hirzu dint di Fstlgung ds gsamträumlichn Friraumvrbunds nach Z 6.2 Absatz 1 Satz 1 in Vrbindung mit dr zichnrischn Fstlgung in dr Fstlgungskart. Dr Friraumvrbund ist in Raumordnungsgbit, das di funktional hochwrtign Til ds im gsamtn Planungsraum vorhandnn Friraums umfasst und untrinandr vrntzt. Er dint dr großräumign Ordnung dr Raumnutzungn auf Ebn dr Landsplanung und dr Lösung auf disr Ebn rlvantr Nutzungskonflikt zwischn Friraumntwicklung inrsits und Friraum banspruchndn Nutzungn andrrsits. Im Rahmn ds Nachhaltigkitsprinzips wist dr Friraumvrbund in ökologisch Schwrpunktstzung auf, innrhalb drr sin multifunktional Qualität in Vorausstzung für di Lösung von Nutzungskonfliktn innrhalb ds Friraums auf dn dafür angmssnn nachgordntn Planungsbnn bildt. Di raumordnrisch inhitlich Fstlgung als Vrbundsystm gwährlistt di raumordnrisch Strukturirungswirkung ds Friraumvrbunds sowi di für sin Multifunktionalität rfordrlich fachübrgrifnd und großräumig Sichrung und Vrntzung dr vilfältign Friraumfunktionn inschlißlich ihrr Wchslwirkungn. Mit dr Sichrung vor rstmaligr raumbdutsamr Inanspruchnahm und Nuzrschnidung wird dr bsondrn Hochwrtigkit und Schutzbdürftigkit ds Friraumvrbunds Rchnung gtragn und di Vorausstzung für dn Erhalt sinr Funktionsfähigkit gschaffn. Dis bruht auf folgndn Sachvrhaltn. Dr Friraumvrbund ntfaltt ntsprchnd 2 Absatz 2 Nummr 2 und 6 ROG 2009 aufgrund sinr Zusammnstzung aus hochwrtign Friräumn und Tilfunktionn in bsondr ökologisch Wirksamkit, zum Bispil bzüglich inr schonndn Inanspruchnahm ds Raums durch wirtschaftlich und sozial Nutzungn, dr Sturung und Bgrnzung dr Flächninanspruchnahm inschlißlich dr Sichrung landwirtschaftlichr Produktionsflächn odr Erholungsräum, ds vorbugndn Hochwassrschutzs und ds Schutzs dr Allgminhit vor Lärm und Luftvrunrinigung. Von bsondrr Bdutung für di nachhaltig ökologisch Wirksamkit ds Friraumvrbunds ist sin Multifunktionalität, di di Anpassungsfähigkit dr Friraumnutzungn und -qualitätn an Folgwirkungn ds Klimawandls sowi Erfordrniss ds Naturhaushalts und ds Erhalts dr Biodivrsität gwährlistt. Di bsondr Schutzbdürftigkit ds Friraumvrbunds rgibt sich daraus, dass rst durch di Vrbundstruktur di vilfältign inzlnn Funktionn mitinandr vrntzt und inschlißlich ihrr notwndign Wchslwirkungn großräumig gsichrt wrdn könnn. Aufgrund sinr multifunktionaln Zusammnstzung und ökologischn Wirksamkit ist dr Friraumvrbund grundsätzlich gignt, Funktionn im Sinn ins Kompnsationsraums für Eingriff in Natur und Landschaft zu übrnhmn. Di Gbitskuliss ds Friraumvrbunds umfasst nahzu 30 Proznt dr Gsamtfläch dr Hauptstadtrgion. Damit wird dm im Bundsvrglich übrdurchschnittlich hohn Bstandsflächnantil an hochwrtign Friräumn in dr Hauptstadtrgion quantitativ angmssn Rchnung gtragn. Sowit s di naturräumlich Ausstattung rmöglicht, wird bi dr Ausgstaltung in räumlich ausgwogns Systm angstrbt, sodass di Entwicklungspotnzial für baulich und infrastrukturll Nutzungn im gsamtn Planungsraum nicht unvrhältnismäßig ingschränkt wrdn. Dr Zusammnstzung und Abgrnzung dr Gbitskuliss ds Friraumvrbunds ligt folgnd Mthodik zugrund: Di Grundlag dr Gbitskuliss bildt in Kritringrüst, das sich aus raumordnrisch bgründtn Krn- und Ergänzungskritrin zusammnstzt (vgl. Tabll 4). Krnkritrin rpräsntirn di jwils höchstwrtign Flächn für dn Friraumvrbund, di gignt sind, di Funktionn, Nutzungn und Schutzgütr zu sichrn bzw. zu rhaltn, odr in bsondrs Potnzial für drn Entwicklung bildn. Als Krnkritrin wurdn dfinirt: Gbit ds Natur-, Artn- und Biotopschutzs, Witr Krnflächn ds Biotopvrbunds, Moor, Vrbundsystm dr Obrflächngwässr, Hochwrtig Waldgbit und UNESCO-Wltrbstättn. Ergänzungskritrin stlln hochwrtig Flächn dar, di in Bdutung für dn raumordnrischn Vrbund und für di vor allm waldgbundn Erholung habn. Als Ergänzungskritrin wurdn dfinirt: Ergänzungs- und Vrbindungsflächn dr Lbnsraumntzwrk sowi Witr Wald-/Erholungsgbit. Nicht als Kritrin brücksichtigt wurdn Gbits- und Flächnkatgorin, di aufgrund ihrr räumlichn Ausprägung odr ihrr fachinhaltlichn Spzifik nicht für di flächnhaft raumordnrisch Fstlgung als Friraumvrbund gignt sind.

74 366 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Mit dr Kritrinauswahl wird dn Grundsätzn dr Raumordnung gmäß 2 Absatz 2 Nummr 2, 4, 5 und 6 ROG 2009 und 6 Absatz 1 bis 5 LEPro 2007 Rchnung gtragn wi nachfolgnd bschribn, wobi di inzlnn Kritrin jwils mhrr disr Grundsätz brücksichtign und vrschidn Funktionn für di Friraumntwicklung rfülln. Als Vrbundsystm trägt dr Friraumvrbund dn Erfordrnissn ds Biotopvrbunds Rchnung, schützt ihn vor Zrschnidung und stllt in ntschidnd Grundlag zur Sichrung dr Funktionsfähigkit dr Tir- und Pflanznwlt dar. Di Sichrung ins übrrgionaln und ländrübrgrifndn, funktional zusammnhängndn Ntzs ökologisch bdutsamr Friräum hilft Lbnsräum von Artn in ntsprchndr Größ zu rhaltn und vor Störungn zu schützn. Artnschutz umfasst dn Schutz und di Pflg wild lbndr Tir- und Pflanznartn in ihrr natürlichn und historisch gwachsnn Vilfalt. Ein Minimirung von witrn Landschaftszrschnidungn vrhindrt di Isolation von Biotopn bzw. von ganzn Ökosystmn, sodass auch zukünftig Wandrungsbwgungn und Austauschprozss zwischn dn Populationn stattfindn könnn. Damit wird in langfristigr gntischr Austausch rmöglicht und dr Artnvrarmung ntggngwirkt. Durch di Einbzihung dr Fauna-Flora- Habitat (FFH)-Gbit in dn Friraumvrbund wird di Kohärnz ds uropäischn Schutzntzs insgsamt vrbssrt. Auf dis Wis trägt dr Friraumvrbund als Vrbundsystm ntschidnd zum Erhalt von FFH-Lbnsräumn und glichzitig dr biologischn Vilfalt bi. Di räumlich Fstlgung ins Friraumvrbunds stllt auch in Grundlag zur Entwicklung und Sichrung dr Funktionsfähigkit von Bödn und ds Wassrhaushalts, inschlißlich drn Wchslwirkungn zu inandr, dar. Insgsamt sichrt dr Vrbund di Funktions- und Rgnrationsfähigkit dr in inm komplxn Wirkungsgfüg bfindlichn Naturgütr (Bodn, Wassr, Luft) und rmöglicht damit dn Schutz und di Entwicklung ds Naturhaushalts. Durch di Vrntzung und Sichrung von Ökosystmn, di in ihrm Zusammnwirkn zur Rgulirung ds Landschaftswassrhaushalts bitragn wi Wäldr, Aun, Moor und Flißgwässr, hat das Vrbundsystm glichzitig positiv Auswirkungn hinsichtlich ds Wassrrückhalts und dint folglich dm vorbugndn Hochwassrschutz. Für dn Klimaschutz kommt dr raumordnrischn Sichrung von Gbitn mit hohm Kohlnstoff-Bindungspotnzial wi insbsondr in großräumign Moorgbitn, abr auch in Wäldrn und Fuchtgbitn groß Bdutung zu. Darübr hinaus kann auch di bsondr Puffr- und Filtrkapazität dr Bödn im Vrbund ffktivr aufrchtrhaltn wrdn. Moor slbst stlln zumist klin isolirt Brich dar, sind abr in ihrr Existnz von ihrn umgbndn obrirdischn und untrirdischn Grundwassrinzugsgbitn abhängig. Damit sind si bsondrs auf Vrbundsystm angwisn. Glichzitig rgibt sich in wichtigr Bitrag, um klimabdingt Auswirkungn auf Lbnsräum von Tirn und Pflanzn abzumildrn und sich damit an dn Klimawandl anzupassn. Vor dm Hintrgrund dr richn Naturausstattung dr Hauptstadtrgion kommt dr Landschaftspflg in zntral Bdutung zu. Dr Friraumvrbund trägt durch Sichrung land- und forstwirtschaftlichr Flächn auch zu dn räumlichn Vorausstzungn dafür bi, dass dis Nutzungn gmäß 2 Absatz 2 Nummr 5 ROG 2009 ihrn Bitrag zu Erhalt und Pflg von Naturhaushalt und Landschaft listn könnn. Zusätzlich ntfaltt dr Friraumvrbund sidlungsstrukturirnd Wirkung und sichrt nachhaltig Flächnpotnzial für di Erholung und für di Entwicklung ländlichr Räum mit ihrr Bdutung u. a. für di Umwlt- und Erholungsfunktion sowi von Kulturlandschaftn mit ihrn Kultur- und Naturdnkmälrn.

75 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Tabll 4 Kritrin, Funktionn und Grundlagn ds Friraumvrbunds Kritrin in Brücksichtigung von Grundsätzn dr Raumordnung gmäß 2 Abs. 2 Nr. 2, 4, 5 und 6 ROG 2009 und 6 Abs. 1 bis 5 LEPro 2007 x mit bsondrr Bdutung für Grundlagn Krnkritrium (K) Ergänzungskritrium (E) Funktionsfähigkit dr Tir- und Pflanznwlt Erfordrniss ds Biotopvrbunds Funktionsfähigkit von Bödn und Wassrhaushalt Räumlich Erfordrniss ds Klimaschutzs Vorbugndr Hochwassrschutz Schutz von Waldflächn vor Zrschnidung Erhaltung von Natur- und Kulturdnkmälrn Sichrung dr Erholungsfunktion ländlichr Räum und sidlungsbzognr Friräum Räumlich Vorausstzungn für Land- und Forstwirtschaft/Landschaftspflgfunktion in Brandnburg (BB) in Brlin (BE) Gbit ds Natur-, Artn- und Biotopschutzs (K) Witr Krnflächn für dn Biotopvrbund (K) x x x x x x x x x - FFH-Gbit (BB, BE) - Nationalpark (BB) - NSG (BB, BE) - Gschützt Biotop (BB, BE) - Nationals Naturrb (> 3 ha außrhalb Schutzgbitn, BB) - Krngbit Großtrappnschutz (BB) - Fuchtgrünland (BB) - Trocknstandort (BB) - Sonstig Flächn für Biotopvrbund und biologisch Vilfalt (BE) Moor (K) x x x x x - hochwrtig Moor (BB, BE) Ergänzungs- und Vrbindungsflächn dr Lbnsraumntzwrk (E) Vrbundsystm dr Obrflächngwässr (K) Hochwrtig Waldgbit (K) Witr Wald-/Erholungsgbit (E) UNESCO-Wltrbstättn (K) x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x x - Grünland (nah Krnflächn, BB) - Lbnsraumntzwrk Trocknlbnsräum (Funktionsräum, BB) - Lbnsraumntzwrk Wald (Funktionsräum, BB) - Grünbrückn (BB) - Vorranggwässr/Flißgwässrschutzsystm (BB) - Prioritär Kuliss für hydromorphologisch Maßnahmn, Gwässrntwicklungskorridor (BB) - Flächn für di biologisch Vilfalt bdutsamr Vrntzungn (BE) - Gschützt Waldgbit (BB) - Schutz- und Erholungswald (BE) - Lbnsraumntzwrk Wald (Ausgangsflächn, BB) - Nahrholungsgbit (BE) - Wald mit Standortignung für Erholungsnutzung in Naturparkn und im Umfld von Städtn (BB) - UNESCO-Wltkulturrb Schlössr und Parks von Potsdam und Brlin (friraumrlvant Til, BB und BE) - UNESCO-Wltnaturrb Grumsin

76 368 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Di Kritrin bruhn auf fachlichn Grundlagn, u. a. auf prioritärn Gbitn und Planungsziln aus dn landswitn Plänn ds Naturschutzs und dr Landschaftspflg (Landschaftsprogramm Brandnburg Sachlichr Tilplan Biotopvrbund Brandnburg, Entwurf 2017; Landschaftsprogramm/Artnschutzprogramm Brlin, 2016) sowi witrn Gbitn mit fachrchtlichm Schutzstatus und Flächn mit hohr raumordnrischr odr fachübrgrifndr Wrtigkit (vgl. im Einzlnn Tabll 4). Dabi wurd auf di bstn vrfügbarn Datn, sowit aktull und fachlich blastbar, zurückggriffn. Zur Bildung inr flächnhaftn und abggrnztn sowi dr Maßstabsbn ds Landsntwicklungsplans ntsprchndn Gbitskuliss mit Vrbundstruktur wurd zunächst in nach spzifischn, dn raumordnrischn Zilstzungn ntsprchndn Rgln dfinirt gografisch Arrondirung durchgführt. Das hirfür vrwndt Rchnmodll stllt mit nachinandr gschalttn Arbitsschrittn in objktiv nachvollzihbars und rproduzirbars Ergbnis sichr. Dssn Basis ist in glichwrtig vollständig Übrlagrung dr zugrundligndn, für di Maßstabsbn ds LEP HR angpasstn Kritrin ohn vorgschaltt qualitativ Einschränkungn. Anhand ins flächndckndn Rastrs rfolgt in Analys dr Kritrinabdckung von Rastrzlln und von Nachbarschaftsbzihungn zwischn Rastrzlln. Zur Idntifizirung von räumlichn Vrbindungn wurdn insbsondr di Ergänzungskritrin hrangzogn, sowit abshbar ohn räumlichs Konfliktpotnzial mit andrn Nutzungsanfordrungn möglich. Für dis planrisch Einschätzung wurdn u. a. Evaluirungsrgbniss zum LEP B-B und dssn Gbitskuliss ds Friraumvrbunds sowi Erfahrungn aus Planungshistori und Vollzug rlvantr Planwrk dr Raumordnung und Baulitplanung hrangzogn. Di rsultirnd, dm Friraumvrbund zugrund lignd Flächnkuliss intgrirt somit Friräum untrschidlichr, sich übrlagrndr Tilfunktionn und Wrtigkitn zu inr in höchstmöglichm Maß in sich inhitlichn bzw. glichwrtign Vrbundstruktur. Flächn ohn räumlichs Anbindungspotnzial an di Vrbundstruktur wurdn untrhalb von mpirisch übrprüftn Grnzwrtn zu Flächngröß und Abstand von dr Vrbundstruktur nicht in di Gbitskuliss ds Friraumvrbunds übrnommn. In dr rfordrlichn abschlißndn Abwägung wurdn inzlfallbzogn witr Flächn nicht in di Gbitskuliss übrnommn. Als Kritrin hirfür wurdn dr räumlich Zusammnhang mit dr Vrbundstruktur, di Größ dr Einzlflächn und ihr Bdutung für di Multifunktionalität odr dn funktionaln Zusammnhang ds Vrbunds (zum Bispil Gwässrkorridor), ihr grnzübrgrifnd Anbindung und abshbar Konfliktvrmidung hrangzogn. Dis Flächn könnn hinsichtlich inzlnr Schutzgütr dnnoch im funktionaln Zusammnhang mit dm Friraumvrbund sthn. Brits bbaut Gbit, di vom Fstlgungszwck ds Friraumvrbunds nicht rfasst wrdn solln, wurdn untr Anwndung ds Darstllungsgrnzwrts dr topografischn Kartngrundlag von 20 Hktar nicht Til dr Gbitskuliss ds Friraumvrbunds. Für brits bbaut Gbit untrhalb ds Darstllungsgrnzwrts, di im Friraumvrbund lign, blibn di Entwicklungsmöglichkitn nach 34 und 35 Absatz 6 BauGB unbrührt; in bsthnd Baurcht grift dr LEP HR nicht in. Di für di Fstlgung ds Friraumvrbunds rfordrlich Abwägung dr Gbitskuliss mit andrn Erfordrnissn dr Raumordnung und raumbdutsamn Planungn wurd im Sinn ds Ggnstromprinzips wi folgt vorgnommn: Fstlgungn zur Windnrginutzung und Gwinnung/Sichrung obrflächnnahr Rohstoff aus rchtswirksamn und gnhmigtn sowi im Vrfahrn fortgschrittnn Rgionalplänn und Braunkohlnplänn wurdn nicht Til dr Gbitskuliss ds Friraumvrbunds. Bi Inkrafttrtn ds LEP HR brits bkannt gmacht, gnhmigt odr als Satzung bschlossn vrbindlich Baulitplän sowi dargstllt Bauflächn (insbsondr Wohnbauflächn, Gmischt Bauflächn, Gwrblich Bauflächn, Gminbdarfsflächn, Sondrgbit für Erholung, Einzlhandl und Windkraftanlagn, sonstig Sondrgbit) aus wirksamn Flächnnutzungsplänn wurdn nicht Til dr Gbitskuliss ds Friraumvrbunds. Di Entwicklbarkit von vrbindlichn Baulitplänn aus disn Flächnnutzungsplänn blibt unbrührt. In dr zichnrischn Fstlgung ist dis aus Gründn ds kartografisch bdingtn Darstllungsgrnzwrts rst ab 20 Hktar Größ dr Plän und Flächn darstllbar. Im Übrign gilt für das Vrhältnis dr kommunaln Baulitplanung zur Landsntwicklungsplanung 1 Absatz 4 BauGB. Dr Gstaltungsraum Sidlung gmäß Z 5.6 Absatz 1, auf dn di Wohnsidlungsflächnntwicklung in Brlin und dm Brlinr Umland räumlich zu konzntrirn ist, wurd als bsondrs gwichtigr Blang dr Raumordnung brücksichtigt. Im Btiligungsvrfahrn inggangn standortkonkrt Anrgungn und Bdnkn zur Abgrnzung dr Gbitskuliss wurdn nach inzlfallbzognr Abwägung brücksichtigt. Zur Sichrung dr grnzübrgrifndn Funktionsfähigkit ds Friraumvrbunds wurdn Fstlgungn in Landsntwicklungsplänn angrnzndr Ländr inzlfallbzogn brücksichtigt, auch untr Einbzihung von im Planungsraum isolirt ligndn Flächn.

77 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Für dn Strukturraum Brlin wrdn di städtisch Friraumntwicklung und dr Friraumvrbund im Landschaftsprogramm/Artnschutzprogramm Brlin dargstllt. Innrhalb ds Gstaltungsraums Sidlung bsthn Spilräum zur Binnndiffrnzirung und zum fachrchtlich gbotnn Friraumrhalt. Dis trifft insowit auch auf di btroffnn Gmindn in Brandnburg zu. Di Übrtragung dr Gbitskuliss ds Friraumvrbunds auf di rgional Ebn rfolgt durch in maßstabsgrcht, räumlich Konkrtisirung dr Gbitsabgrnzung ds landsplanrischn Friraumvrbunds in dn Rgionalplänn. Monofunktional rgionalplanrisch Fstlgungn sind innrhalb ds Friraumvrbunds ausgschlossn. Di multifunktional Qualität ist für dn Friraumvrbund wgn dr ökologischn Schwrpunktstzung auf ökologisch Funktionn, zum Bispil ds Naturhaushalts und dr Biodivrsität von bsondrm Gwicht. Dr dafür rfordrlichn dynamischn Entwicklungsmöglichkit dr Friraumnutzungn untrinandr würdn monofunktional Fstlgungn ntggnsthn. Di Lösung von Nutzungskonfliktn innrhalb ds Friraumvrbunds kann wgn disr Anfordrung nicht durch raumordnrisch Flächnzuwisungn rfolgn, sondrn muss auf dr örtlichn Planungsbn bzw. im Rahmn konkrtr Vorhabn untr bsondrr Brücksichtigung naturschutzfachlichr bzw. ökologischr Blang glistt wrdn. Ein Vorausstzung dafür ist di Bibhaltung dr Multifunktionalität auf lands- und rgionalplanrischr Ebn. Mit dr Sichrung dr Funktionsfähigkit ds Friraumvrbunds sind Planungn und Maßnahmn, di sin Funktionn odr sin Vrbundstruktur nicht binträchtign, vrinbar. Bi Planungn und Maßnahmn dr landschaftsbzognn Erholungsnutzung und für folgnd wirtschaftlich Nutzungn: di ordnungsgmäß landwirtschaftlich Bodnnutzung bzw. di nach dn Grundsätzn dr gutn fachlichn Praxis rfolgnd Landwirtschaft insbsondr gmäß 17 Absatz 2 ds Bunds-Bodnschutzgstzs (BBodSchG) in Vrbindung mit 5 Absatz 2 BNatSchG, di ordnungsgmäß Forstwirtschaft gmäß 4 ds Waldgstzs ds Lands Brandnburg (LWaldG) bzw. 11 und 12 ds Landswaldgstzs (LWaldG) Brlin in Vrbindung mit 5 Absatz 3 BNatSchG sowi di Fischriwirtschaft nach dn Anfordrungn ds 5 Absatz 4 BNatSchG sowi bi dn baurchtlich privilgirtn Vorhabn im Außnbrich gmäß 35 Absatz 1 Nummr 1, 2 und 6 BauGB kann in dr Rgl davon ausggangn wrdn, dass si di räumlich Entwicklung, Funktionn odr Vrbundstruktur ds Friraumvrbunds nicht binträchtign und dahr mit dr intgrirtn Friraumntwicklung und Sichrung dr Funktionsfähigkit ds Friraumvrbunds vrinbar sind. Gmäß Z 6.2 Absatz 1 Satz 2 sind andr raumbdutsam Planungn und Maßnahmn in dr Gbitskuliss ds Friraumvrbunds ausgschlossn, sowit kin Ausnahmtatbstand nach Z 6.2 Absatz 2 vorligt. Dnn si grifn aufgrund dr multifunktionaln Zusammnstzung dr Gbitskuliss in dr Rgl in mhrr, mindstns abr in in dr in Tabll 4 gnanntn Gbitskatgorin, in drn vilfältig Funktionn odr in di Vrbundfunktion insgsamt in. Damit binträchtign si di jwilign Funktionn ds Friraumvrbunds odr sin Vrbundstruktur und laufn dm Rglungszwck zuwidr. Raumbdutsam Inanspruchnahmn, di dn Friraumvrbund binträchtign, sind zum Bispil: Frizitgroßvorhabn, großflächig gwrblich-industrill Vorhabn, großflächig Einrichtungn dr tchnischn Infrastruktur (zum Bispil baurchtlich nicht privilgirt Biomassanlagn, gwrblich Anlagn zur Tirhaltung, Fotovoltaik- Friflächnanlagn). Auch Windnrgianlagn und dr Abbau obrflächnnahr Rohstoff ghörn zu dn binträchtigndn raumbdutsamn Inanspruchnahmn. Si störn odr hbn di intndirt Vrbundstruktur auf, si grifn bi Errichtung und Btrib in dn Naturhaushalt in und binträchtign di Erholungsfunktion und das Landschaftsbild, das insbsondr für di hochwrtign Friräum vor Übrformung zu schützn ist. Zwar sind durch dn Friraumvrbund auf höchstns 30 Proznt ds gsamtn Planungsraums Windnrgiplanungn und dr Abbau von obrflächnnahn Rohstoffn ausgschlossn; di Planungn für Windignungsgbit in dn fünf Planungsrgionn Brandnburgs habn abr gzigt, dass dr Windnrgi trotz witrr Ausschluss- und Rstriktionskritrin (zum Bispil Sidlungsabstand, tirökologisch Abstandskritrin) substanzill Raum ggbn wrdn kann. In rchtswirksamn und gnhmigtn bzw. im Vrfahrn fortgschrittnn Rgionalplänn fstglgt Gbit für Windnrginutzung und Gwinnung/Sichrung obrflächnnahr Rohstoff wurdn bi dr Abgrnzung ds Friraumvrbunds brücksichtigt. Damit wurdn prioritär Flächn für Vorhabn dr Rohstoffgwinnung nicht Til dr Gbitskuliss ds Friraumvrbunds. Bsthnd Brgbaubrchtigungn nach dm Bundsbrggstz (BBrgG) sowi brits gnhmigt Aufsuchungs- und Gwinnungsvorhabn blibn unbrührt.

78 370 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Ausnahmswis sind raumbdutsam Inanspruchnahmn untr dn in Z 6.2 Absatz 2 abschlißnd gnanntn Ausnahmbdingungn und dfinirtn Ausnahmtatbständn möglich. Di Bdingungn für solch Ausnahmn sind, dass si nicht auf andrn gigntn Flächn außrhalb ds Friraumvrbunds möglich sind und dass di Inanspruchnahm ds Friraumvrbunds minimirt wird, damit dr räumlich Zusammnhang ds Vrbunds witst möglich rhaltn blibt. Möglich Ausnahmtatbständ sind inrsits übrrgional bdutsam Planungn und Maßnahmn, insbsondr für in übrrgional bdutsam lininhaft Infrastruktur, an drn Ralisirung in öffntlichs Intrss bstht. Von übrrgionalr Bdutung könnn Planungn odr Maßnahmn zum Bispil aufgrund ihrr Größ, aufgrund ins bsondrn Konzpts, das übrgrifndn Ziln dr Landsntwicklung dint, odr aufgrund bsondrr Anfordrungn an dn Standort sin. Bispil für lininhaft Infrastrukturplanungn von übrrgionalr Bdutung sind u. a. di Maßnahmn dr Bdarfsplän für Bunds- und Landsstraßn, Hochspannungsfrilitungn und Gasvrsorgungslitungn. Ein öffntlichs Intrss bstht darübr hinaus zum Bispil auch an Anlagn zur Landsvrtidigung und zur Flugsichrung. Einn witrn Ausnahmtatbstand stllt di Entwicklung von Wohnsidlungsflächn für Einwohnrinnn und Einwohnr dr Gmindn dar. Dis dint dr Wahrung ds ntsprchndn vrfassungsmäßig vrankrtn Rchts und dr kommunaln Planungshohit dr Gmindn. Di Ausnahm gilt für di nach dn Fstlgungn ds Kapitls III. 5 insbsondr nach dn Plansätzn Z 5.5, Z 5.6 und Z 5.7 zulässig Wohnsidlungsflächnntwicklung. Ist als Vorausstzung für di Ralisirung inr solchn Entwicklung auch di Entwicklung von Flächn für Gminbdarf, Vr- und Entsorgungsanlagn sowi Vrkhrsflächn unmittlbar und im räumlichn Zusammnhang rfordrlich, so gilt dr Ausnahmtatbstand auch hirfür. Im Einzlnn umfasst dis dr Allgminhit dinnd baulich Anlagn und Einrichtungn ds Gminbdarfs, wi Schuln und Kirchn sowi sonstig kirchlichn, sozialn, gsundhitlichn und kulturlln Zwckn dinnd Gbäud und Einrichtungn, im Sinn von 5 Absatz 2 Nummr 2a BauGB. Raumbdutsam Planungn odr Maßnahmn, di mit dm Friraumvrbund vrinbar sind odr inn Ausnahmtatbstand rfülln, könnn jdoch aufgrund ntggnsthndr fachrchtlichr Vorschriftn unzulässig sin. Da wi obn ausgführt dr Friraumvrbund zu rhblichn Flächnantiln aus fachgstzlich bsondrs gschütztn Gbitn bstht, könnn sich daraus im Einzlnn bsondr Anfordrungn, bstandsschütznd Rglungn und Rstriktionn rgbn, di übr di landsplanrischn Schutzanfordrungn hinausghn. Tilgbit ds Friraumvrbunds, di aufgrund ihrr richn Naturausstattung, ihrs Wassrrichtums, ihrr Bdutung für dn Hochwassrschutz sowi ihrr bsondrn Naturhaushalts- und Lbnsraumfunktionn in hrausghobn Wrtigkit aufwisn, sind ggbnnfalls auch mit dn Instrumntn dr Fachplanung zu sichrn. Zur Vrbssrung dr ökologischn Wirksamkit und Kohärnz sind di zu sichrndn Wrt in das übrgrifnd Gsamtsystm ds Friraumvrbunds ingbundn.

79 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni Vrkhrs- und Infrastrukturntwicklung Zu Z 7.1 Vrntzung dr Hauptstadtrgion in Dutschland und Europa Di Hauptstadtrgion Brlin-Brandnburg hat sich zu inm bdutndn uropäischn Vrkhrsknotn ntwicklt. Si ligt im Schnittpunkt von dri Korridorn ds transuropäischn Vrkhrsntzs (TEN-V): Orint-Östlichs Mittlmr, Nords-Osts und Skandinavin-Mittlmr. Di Entwicklung disr Vrkhrsvrbindungn dint in bsondrm Maß dr Vrntzung dr Hauptstadtrgion mit dn uropäischn Rgionn. Zil ist s, di Vrbindungn zwischn dn Mtropolrgionn als Wachstumsmotorn und dn dynamischn Wachstumsmärktn zu vrbssrn und damit di Hauptstadtrgion bssr im Zntrum Europas zu positionirn, wirtschaftlich Impuls zu gnrirn und dis auch in ihr Tilräum zu lnkn. Di Vrordnung (EU) Nummr 1315/2013 übr Litlinin für di transuropäischn Vrkhrsntz (TEN-V) dfinirt allgmin Zil und Prioritätn sowi spzill tchnisch Anfordrungn für das TEN-Vrkhrsntz, zu dm somit nur in ausgwähltr Til dr bsthndn Vrkhrsntz ghört. Es ist zwilagig aufgbaut und bstht aus inm Gsamt- und inm Krnntz. Das Krnntz vrbindt di wichtigstn städtischn Knotn, Häfn, Flughäfn sowi Grnzübrgangsstlln dr Europäischn Union. Im Krnntz wurdn nun Korridor dfinirt, di innrhalb ds Krnntzs di wichtigstn Langstrcknvrkhr bzw. -routn abbildn. Si sind multimodal anglgt und solln vor allm grnzübrschritnd Vrbindungn innrhalb dr Union vrbssrn. Di Transuropäischn Ntz stlln di räumlichn Prioritätn dr uropäischn Ebn zur Ausrichtung von Maßnahmn dr Planungs- und Entwicklungsträgr dar. Di instrumntlln Möglichkitn dr Planungs- und Entwicklungsträgr sind fach-, bnn- und grnzübrgrifnd zur Umstzung ds Konzpts dr Transuropäischn Ntz zu nutzn und witrzuntwickln. Di Transuropäischn Korridor sind das infrastrukturll Rückgrat uropäischr Raumntwicklungskorridor. In ihnn konzntrirn odr ntwickln sich Vrflchtungn und raumbzogn wirtschaftsräumlich und infrastrukturll Wrtschöpfungspotnzial, di in di angbundnn Rgionn hinin wirkn solln. Ein bsondr Bdutung habn für di Hauptstadtrgion di großräumign uropäischn Raumntwicklungskorridor in Ost-Wst-Richtung (von Nordwsturopa/Atlantikraum übr Brlin-Brandnburg ins Baltikum und nach Osturopa/Asin) und Nord-Süd-Richtung (von Skandinavin übr Brlin-Brandnburg in dn Mittlmrraum/Nordafrika und zum Balkan/in dn Nahn Ostn), in drn Schnittpunkt di Hauptstadtrgion ligt. Invstitionn und Maßnahmn, di auf dis Vrntzung ausgrichtt sind, solln dshalb prioritär umgstzt wrdn. Für di transnational Anbindung dr Hauptstadtrgion soll insbsondr di Errichbarkit in Richtung Skandinavin (übr Rostock, Stttin, Fhmarnblt Vrbindung) sowi nach Osturopa bzw. ins Baltikum und Finnland übr Frankfurt (Odr) vrbssrt wrdn. Wichtig sind auch di Vrbindungn übr Cottbus/Chóśbuz in Richtung Südosturopa. Vorrang hat dabi dr Schinnvrkhr sowohl für dn Transport von Prsonn als auch von Gütrn. Di Stärkung dr Vrflchtungn mit dr Rpublik Poln soll auch dazu dinn, di raumwirtschaftlichn Disparitätn zwischn Brandnburg und dn wstpolnischn Wojwodschaftn zu mindrn. Damit soll auch dr gminsam dutsch-polnisch Wirtschaftsraum als wichtigr Faktor in Europa im Sinn ds Gminsamn Zukunftskonzpts für dn dutsch-polnischn Vrflchtungsraum 2030 gstärkt wrdn. Glichzitig wird dm Auftrag aus dr Brandnburgr Vrfassung zur Zusammnarbit mit dn polnischn Nachbarn Rchnung gtragn. Für di Einbindung dr Hauptstadtrgion in das national und grnzübrschritnd Vrkhrswgntz ist di Umstzung dr im Bundsvrkhrswgplan 2030 nthaltnn Maßnahmn von bsondrr Bdutung.

80 372 Gstz- und Vrordnungsblatt für Brlin 75. Jahrgang Nr Juni 2019 Abbildung 3 Vrntzung dr Hauptstadtrgion Europäischr Vrkhrsknotn Brlin-Brandnburg